Steffen Bilger
deutscher Politiker (CDU), MdB, Bundesverkehrsminister
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Steffen Rudi Bilger[1] (* 16. Februar 1979 in Schongau) ist ein deutscher Politiker (CDU). Seit Juli 2026 ist er Bundesminister für Verkehr im Kabinett Merz.

Er ist seit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages und war von 2025 bis 2026 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Zuvor war er von 2018 bis 2021 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.
Leben
Bilger wuchs in Backnang auf, seine Mutter war Erzieherin, der Vater Sozialdiakon.[2] Nach dem Abitur 1998 am Max-Born-Gymnasium Backnang leistete er seinen Zivildienst bei der Erlacher Höhe in der Außenstelle Haus Friedrichstraße in Backnang ab. Danach absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, das er 2004 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Darauf schloss Bilger 2006 ein Rechtsreferendariat am Landgericht Stuttgart mit dem zweiten juristischen Staatsexamen ab.[3] 2007 gründete er als zugelassener Rechtsanwalt mit zwei Kollegen eine Kanzlei und war bis Februar 2018 als Anwalt tätig. Von 2006 bis 2009 war Bilger zudem in der Strategieabteilung des Mannheimer Energiedienstleistungs-Unternehmens MVV Energie tätig.
Partei
Schon als Schüler trat Bilger 1996 in die Junge Union ein und wurde auch Mitglied der CDU. Von 1998 bis 1999 fungierte er als Landesvorsitzender der Schüler-Union Baden-Württemberg sowie von 1998 bis 2000 als Bundesgeschäftsführer der Schüler Union Deutschlands. 2004 wurde Bilger zum Vorsitzenden von Jung-Weikersheim gewählt, der neu gegründeten Nachwuchsorganisation des Studienzentrums Weikersheim;[4] von diesem Amt trat er 2007 aus Protest gegen eine Veranstaltung mit Reinhard Günzel zurück.[5] 2006 wurde er zum Landesvorsitzenden der Jungen Union Baden-Württemberg gewählt und in den Jahren 2008, 2009 und 2010 im Amt bestätigt.[6]
Am 1. Oktober 2011 wurde Bilger zum Bezirksvorsitzenden der CDU Nordwürttemberg gewählt, dem größten der vier CDU-Bezirke in Baden-Württemberg.[3][7] Er setzte sich dabei deutlich gegen seinen Mitbewerber durch, den ehemaligen Kunst-Staatssekretär Dietrich Birk.[8] Nach seiner Wahl zum CDU-Bezirksvorsitzenden kandidierte er nicht erneut als Landesvorsitzender der Jungen Union und wurde in diesem Amt am 12. November 2011 vom Mannheimer CDU-Stadtrat Nikolas Löbel abgelöst.[9][10]
Von 2022 bis 2026 war Steffen Bilger Mitglied des CDU-Bundesvorstands.
Zudem ist Steffen Bilger Teil der sogenannten Pizza-Connection, eines Gesprächskreises junger Politiker von CDU/CSU und Bündnis 90/Die Grünen.[11]
Abgeordneter

2009 gewann Bilger bei der Bundestagswahl mit 39,9 % der Stimmen das Direktmandat im Bundestagswahlkreis Ludwigsburg und wurde Mitglied des Deutschen Bundestages. Im 17. Bundestag war er ordentliches Mitglied[12] im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (bis 2018)[3], Mitglied im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung und stellvertretendes Mitglied in den Ausschüssen Gesundheit und Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Außerdem war er ordentliches Mitglied in der Enquete-Kommission Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität.
Bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 errang Steffen Bilger mit 50,4 % erneut das Direktmandat im Wahlkreis Ludwigsburg. Im 18. Bundestag war er ordentliches Mitglied[13] im Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung, Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur, im Gemeinsamen Ausschuss und dem Eisenbahninfrastrukturbeirat, sowie Vorsitzender des Kuratoriums der Bundeszentrale für politische Bildung. Er war ebenfalls seit 2013 Vorsitzender des MIT-Verkehrsforums und seit dem Jahr 2016 ordentliches Mitglied im Vermittlungsausschuss des Deutschen Bundestages und des Bundesrates.[14] Innerhalb der Arbeitsgruppe Verkehr der CDU/CSU-Bundestagsfraktion war Bilger unter anderem Berichterstatter für Alternative Antriebe. Er leitete auch den Parlamentskreis Elektromobilität des Deutschen Bundestages. Außerdem war er von 2014 bis Januar 2018 Vorsitzender der Jungen Gruppe,[3][15] dem Zusammenschluss aller Unionsabgeordneten unter 35 Jahren.
Bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 konnte Bilger mit 38,3 % erneut das Direktmandat in seinem Wahlkreis erringen. Bei den Koalitionsverhandlungen zwischen der Union und der SPD arbeitete Steffen Bilger in der Arbeitsgruppe „Verkehr, Infrastruktur“ mit. Von 2018 bis 2021 war er Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur[3], Andreas Scheuer (CSU). In diese Amtszeit fiel auch der Abschluss der Pkw-Maut-Verträge Ende 2018, welche der Europäische Gerichtshof im Juni 2019 für rechtswidrig erklärte. Von April 2018 bis 2021 war Bilger zudem Koordinator der Bundesregierung für Güterverkehr und Logistik.[16]
Bei der Bundestagswahl 2021 wurde Steffen Bilger mit 29,5 % der Erststimmen erneut in den Deutschen Bundestag gewählt. Zudem befand er sich auf Platz 4 der Landesliste seiner Partei in Baden-Württemberg.[1]
Von 2021 bis 2025 war Bilger stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag.[3]
Bei der Bundestagswahl 2025 konnte Bilger sein Ergebnis in seinem Wahlkreis auf 36,5 Prozent verbessern und wurde erneut direkt in den 21. Deutschen Bundestag gewählt.[17] Am 5. Mai 2025 wurde er als Nachfolger von Thorsten Frei zum Ersten Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt.[18] Er war Mitglied im Ältestenrat und im Wahlausschuss sowie im Gemeinsamen Ausschuss.
Steffen Bilger ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und den europäischen Einigungsprozess einsetzt.[19]
Bundesminister für Verkehr
Am 29. Juli 2026 wurde Bilger zum Bundesminister für Verkehr im Kabinett Merz ernannt.[3][20] Er folgte damit Patrick Schnieder nach.
Positionen und Kontroversen
Bilger lehnt eine Zuckersteuer, wie sie Großbritannien wegen der Zunahme von Adipositas eingeführt hat, ab.[21]
Bilgers Bezirksverband Nordwürttemberg initiierte zwei Beschlüsse beim Bundesparteitag 2018, um der Deutschen Umwelthilfe (DUH) die Gemeinnützigkeit abzuerkennen und ihr die Möglichkeit der Verbandsklage zu nehmen.[22] Gemäß einem weiteren Beschluss wollte man sich dafür einsetzen, dass die Umwelthilfe keine Mittel mehr aus dem Bundeshaushalt bekomme: Konkret sollten die CDU in der Bundesregierung und die Unionsfraktion „darauf hinwirken, dass […] Mittel, die noch nicht verbindlich zugesagt wurden, mit einem Sperrvermerk versehen werden und in künftigen Haushalten keine Mittel mehr […] etatisiert werden“.[23] Laut Bilger ging es in den Anträgen lediglich darum, das Vorgehen der DUH zu diskutieren.[24][25][26]
Die DUH klagte beim Bundesverwaltungsgericht ein, dass geltende Grenzwerte eingehalten und damit evtl. Fahrverbote (Dieselfahrverbot) umgesetzt werden. Das ARD-Magazin Monitor wies darauf hin, dass in Bilgers Bezirksverband große Automobilhersteller und Zulieferer wie Porsche, Daimler, Bosch sitzen, Lobbyarbeit machen und Matthias Wissmann Ehrenvorsitzender des Bezirksverbandes sei.[27][28] Über Bilgers Haltung sagte der Jurist Joachim Wieland, die Politik habe lange zugeschaut und aus Rücksicht auf die Automobilindustrie nicht eingegriffen. Jetzt versuche man den entstandenen Zorn von der Politik und der Automobilwirtschaft weg zu lenken, hin auf die Gerichte und die Umwelthilfe.[26]
Privates
Seit April 2013 ist er mit Isabell, geb. Siedler, verheiratet. Sie sind Eltern dreier Kinder. Bilger ist evangelisch[29] und Anhänger des VfB Stuttgart.[30]
Weblinks
- Biografie beim Deutschen Bundestag
- Lebenslauf bei der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
- Website von Steffen Bilger
- Steffen Bilger auf abgeordnetenwatch.de