Stepnoje (Kaliningrad, Nesterow)

verlassener Ort im Rajon Nesterow der russischen Oblast Kaliningrad From Wikipedia, the free encyclopedia

Stepnoje (russisch Степное, deutsch Waldaukadel) ist ein verlassener Ort im Rajon Nesterow der russischen Oblast Kaliningrad.

Schnelle Fakten Geographische Lage ...
Untergegangener Ort
Stepnoje
Waldaukadel
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Nesterow
Zeitzone UTC+2
Geographische Lage
Koordinaten 54° 28′ N, 22° 23′ O
Stepnoje (Kaliningrad, Nesterow) (Europäisches Russland)
Stepnoje (Kaliningrad, Nesterow) (Europäisches Russland)
Lage im Westteil Russlands
Stepnoje (Kaliningrad, Nesterow) (Oblast Kaliningrad)
Stepnoje (Kaliningrad, Nesterow) (Oblast Kaliningrad)
Lage in der Oblast Kaliningrad
Schließen

Die Ortsstelle befindet sich unweit nördlich der Kommunalstraße 27K-180 eineinhalb Kilometer nordöstlich von Sadowoje (Elluschönen) und dreieinhalb Kilometer westnordwestlich von Tschistyje Prudy (Tollmingkehmen/Tollmingen). Vor 1945 hatte der Ort Bahnanschluss über den eineinhalb Kilometer westlich gelegenen Bahnhof Meldingen/Gnadenheim an der Bahnstrecke Gumbinnen–Goldap.

Geschichte

Wal(l)daukadel(l) war um 1780 ein königliches Vorwerk und Sitz eines Domänenamts.[1] Um 1820 war der Ort ein sog. Hauptgut unter adliger Besitzung.[2] 1874 wurde der Gutsbezirk Waldaukadel Namensträger eines neu gebildeten Amtsbezirks im Kreis Goldap.[3] 1928 wurde der Gutsbezirk Waldaukadel an die Landgemeinde Pickeln angeschlossen.

Im Oktober 1944 wurde der Ort von der Roten Armee besetzt. Er gehörte fortan mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1950 erhielt er, nun wieder eigenständig, den russischen Namen Stepnoje und wurde dem Dorfsowjet Tschistoprudenski selski Sowet im Rajon Nesterow zugeordnet.[4] 1997 wurde Stepnoje aus dem Ortsregister gestrichen.[5]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1867[6]140
1871[6]135
1885[7]138
1905[8]106
1910[9]125
1925[10]81
1987[11]~10
Schließen

Amtsbezirk Waldaukadel (Pickeln) 1874–1945

Der Amtsbezirk Waldaukadel wurde 1874 im Kreis Goldap eingerichtet.[3] Er bestand zunächst aus neun Landgemeinden (LG) und dem Gutsbezirk (GB) Waldaukadel.

Weitere Informationen Name, Änderungsname von 1938 ...
Name Änderungsname
von 1938
Russischer Name
nach 1945
Bemerkungen
Budszedehlen (LG)SalzburgerhütteKolzewoje,
auch Bereschki
1936 bis 1938: Budschedehlen
Czerwonnen
[Ksp Tollmingkehmen] (LG)
Bohndorf1928 zur LG Pickeln
Didszullen (LG)SchwadenfeldWyssokoje1936 bis 1938: Didschullen
Elluschönen (LG)Ellern (Ostpr.)Sadowoje
Langkischken (LG)LangenwasserSwetloje
Meldienen (LG)Gnadenheim
Pickeln (LG)Tichwino
Raudohnen (LG)Grasberg1928 zur LG Pickeln
Theweln (LG)Pfalzberg
Waldaukadel (GB)Stepnoje1928 zur LG Pickeln
Schließen

1935 wurden die Landgemeinden in Gemeinden umbenannt. 1939 wurde der Amtsbezirk in Pickeln umbenannt. Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk Pickeln die sieben Gemeinden Ellern (Ostpr.), Gnadenheim, Langenwasser, Pfalzberg, Pickeln, Salzburgerhütte und Schwadenfeld.

Soldatenfriedhof Stepnoje (Waldaukadel)

Südlich vom ehemaligen Stepnoje bzw. Waldaukadel direkt an der Kommunalstraße 27K-180 befindet sich der Soldatenfriedhof Stepnoje, der schon zu deutscher Zeit angelegt wurde und Gräber von 361 deutschen und 332 russischen gefallenen Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg aufnimmt.

Kirche

Waldaukadel gehörte zum evangelischen Kirchspiel Tollmingkehmen.

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI