US-iranische Verhandlungen 2026
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Die US-iranische Verhandlungen 2026 beziehen sich auf diplomatische Kontakte zwischen den Vereinigten Staaten und der Islamischen Republik Iran im Zuge des Irankriegs 2026. Ziel der Verhandlungen ist eine mögliche Beendigung der Kampfhandlungen und die Öffnung der strategisch wichtigen Straße von Hormus.

Verlauf der Verhandlungen
Am 6. Februar 2026 trafen Vertreter der Vereinigten Staaten und des Iran in Maskat (Oman) zu indirekten Gesprächen zusammen, die durch den omanischen Außenminister Badr bin Hamad Al Busaidi vermittelt wurden. Aus dem Umfeld der US-Regierung wurde anschließend Skepsis hinsichtlich der Erfolgsaussichten geäußert. Außenminister Marco Rubio betonte, es sei fraglich, ob mit der iranischen Seite überhaupt eine tragfähige Übereinkunft erzielt werden könne.[1] Irans Außenminister Abbas Araghtschi bezeichnete den Austausch als „guten Anfang“ und betonte, die Gespräche seien ausschließlich auf das iranische Atomprogramm bezogen.[2] Die Freitagspredigten im Iran wiesen zugleich eine diplomatische Annäherung zurück; die Botschaft dürfte aus dem Umfeld von Ajatollah Chamenei gekommen sein.[3]
Am 17. Februar 2026 wies Ajatollah Chamenei die von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Bedingungen für ein mögliches neues Atomabkommen zurück. Er äußerte, die Vereinigten Staaten seien nicht in der Lage, die Islamische Republik zu stürzen, und verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass auch die United States Navy verwundbar sei. Zugleich appellierte er an die Bevölkerung, Vertrauen und Ruhe im Land wiederherzustellen.[4]
Vermittlung durch Pakistan und Waffenruheentwürfe
Am 6. März 2026 forderte Trump in sozialen Medien die „bedingungslose Kapitulation“ des Iran. Die Äußerung erfolgte vor dem Hintergrund einer deutlichen Eskalation des seit dem 28. Februar 2026 andauernden Irankrieges und wurde als Verschärfung der US-Position gewertet, nachdem parallel erste internationale Vermittlungsbemühungen zur Beendigung der Kampfhandlungen bekannt geworden waren.[5] Ende März 2026 drohte Trump dem Iran im Kontext des Krieges mit Angriffen auf Energieinfrastruktur, sollte Teheran die Straße von Hormus – eine zentrale Schifffahrtsroute für Öl- und Gasexporte aus den Golfstaaten – nicht innerhalb von 48 Stunden wieder freigeben. Wenig später verlängerte Trump das Ultimatum um fünf Tage. Zur Begründung verwies er auf „produktive“ Kontakte zwischen US-Vertretern und der iranischen Seite und erklärte, man habe in 15 Punkten Übereinstimmung erzielt, ohne nähere Angaben zu deren Inhalt zu machen.
Die Verhandlungen wurden von Trumps Sondergesandtem Steve Witkoff und seinem Schwiegersohn Jared Kushner geführt, die bereits vor Beginn des Krieges Gespräche mit iranischen Vertretern geführt hatten. Laut Berichten der New York Times soll Witkoff im März 2026 mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi gesprochen haben. Die Vereinigten Staaten sollen dem Iran zudem eine Liste von 15 Forderungen für ein Ende der Kampfhandlungen übermittelt haben, die an frühere Verhandlungen in Genf anknüpfen.[6][7]
Offizielle iranische Stellen dementierten Ende März 2026 die Existenz laufender Verhandlungen. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf bezeichnete entsprechende Meldungen als „Fake News“. Vertreter der iranischen Revolutionsgarde erklärten, die Vereinigten Staaten verhandelten „mit sich selbst“.
Nach Berichten von Axios vermittelten Ägypten, Pakistan und die Türkei, um ein Telefonat zwischen Ghalibaf und US-Vertretern zu ermöglichen. Es sei auch ein Treffen in Pakistan geplant gewesen, an dem Ghalibaf und weitere Vertreter Teherans sowie auf US-Seite Witkoff, Kushner und möglicherweise Vizepräsident JD Vance teilnehmen sollten.
Iran betonte Ende März 2026, dass es kein Interesse an einem vorübergehenden Waffenstillstand habe, sondern einen dauerhaften Frieden anstrebe, einschließlich Garantien, dass die Vereinigten Staaten und Israel den Iran nicht erneut angreifen würden. Zudem pochte der Iran auf die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen. Die Vereinigten Staaten machten klar, dass dies nur im Austausch gegen weitreichende Zugeständnisse beim Atomprogramm möglich sei.[6] Nach Angaben des Wall Street Journal, das sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen beruft, verknüpft der Iran ein mögliches Kriegsende mit umfangreichen Bedingungen. Demnach fordert Teheran Reparationen für Angriffe auf iranisches Territorium, die Aufhebung sämtlicher Sanktionen sowie die Schließung aller US-Militärstützpunkte im Persischen Golf. Zudem verlange der Iran Garantien zur Verhinderung einer erneuten Eskalation und ein Ende der israelischen Angriffe auf die mit ihm verbündete Hisbollah im Libanon. Als weitere Forderung wird eine neue Regelung für den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus genannt, die es der Islamischen Republik ermöglichen würde, Abgaben von durchfahrenden Schiffen zu erheben.[8] Ergänzend berichtete Reuters am 7. April 2026, dass der Iran Vorbedingungen für Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden mit den Vereinigten Staaten gestellt habe. Dazu gehörten ein sofortiger Stopp der Angriffe, Garantie gegen erneute Angriffe sowie Kompensation für entstandene Schäden. Das Land lehne demnach vorübergehende Waffenstillstände ab und betone die Notwendigkeit eines dauerhaften Abkommens. Zudem solle eine Regelung geschaffen werden, die dem Iran die Erhebung von Gebühren für die Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus ermögliche.[9]
Irans Außenminister Abbas Araghtschi wies erneut Berichte über mögliche Friedensgespräche zurück. Er erklärte im Staatsfernsehen, es gebe keine Absicht zu verhandeln und bisher hätten keine entsprechenden Gespräche stattgefunden. Über Vermittler übermittelte US-Vorschläge würden geprüft, stellten jedoch keine Verhandlungen dar. Auch Präsidialamtssprecher Elias Hasrati bekräftigte, es werde kein Abkommen mit den Vereinigten Staaten geben; anderslautende Meldungen seien falsch. Die US-Regierung hielt dagegen an ihrer Darstellung fest, der Iran strebe ein Abkommen an, äußere dies jedoch aus innenpolitischen Gründen nicht öffentlich.[10]
Nach Angaben aus Islamabad hatte Israel nach einer Intervention Pakistans am 26. März 2026 den iranischen Außenminister Abbas Araghtschi und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf von einer Liste potenzieller Ziele gestrichen. Ein pakistanischer Regierungsvertreter erklärte gegenüber Reuters, man habe die Vereinigten Staaten darauf hingewiesen, dass sonst keine Ansprechpartner mehr für Gespräche zur Verfügung stünden; die Vereinigten Staaten hätten Israel daraufhin zum Absehen von dem Vorhaben bewegt.[11]
Pakistans Außenminister Ishaq Dar bestätigte am 26. März 2026, dass sein Land zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran vermittelte und über einen indirekten diplomatischen Kanal Botschaften zwischen beiden Seiten übermittelte.[12] Ishaq Dar erklärte am 29. März 2026, dass Gespräche zwischen Iran und den Vereinigten Staaten über den Konflikt im Nahen Osten vorbereitet werden. Pakistan soll dabei als Gastgeberstaat fungieren.[13]
Am 4. April 2026 signalisierte Araghtschi Bereitschaft zu Vermittlungsgesprächen in Islamabad und betonte, Iran habe eine Reise dorthin nicht abgelehnt. Entscheidend seien Bedingungen für ein dauerhaftes Ende des „illegalen Krieges“. Trump drohte Iran mit militärischen Maßnahmen, sollte das Land nicht auf sein Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus reagieren. Das ursprünglich bis zum 26. März laufende Ultimatum wurde auf den 6. April verschoben.[14] Laut dem Wall Street Journal lehnte Katar ein Angebot zur Übernahme der Verhandlungsführung ab.[15]

Am 6. April 2026 wurde unter pakistanischer Vermittlung ein Entwurf für eine mögliche Waffenruhe zwischen Iran und den Vereinigten Staaten vorgelegt. Der Plan sieht zunächst eine 45-tägige Waffenruhe vor, während der unter anderem die Straße von Hormus geöffnet werden sollte, gefolgt von Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen. Dieses soll den Iran unter anderem verpflichten, auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten, während im Gegenzug Lockerungen von Sanktionen und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte vorgesehen wären. Der Iran bestätigte den Erhalt des Entwurfs, lehnte jedoch Kompromisse ab und betonte, dass Verhandlungen nur über ein definitives Kriegsende möglich seien. Die Vereinigten Staaten hatten zuvor mit massiven Angriffen gedroht, sollte der Transit durch die Straße von Hormus nicht freigegeben werden. Pakistanische Behörden sehen den Vermittlungsversuch als letzte Chance, eine weitere Eskalation zu verhindern.[16] Der pakistanische Armeechef, Feldmarschall Syed Asim Munir, gilt als wichtiger Mittler und überbrachte Nachrichten zwischen den Konfliktparteien.[17]

Trump drohte dem Iran, ihn im Falle einer ausbleibenden Einigung bis zur gesetzten Frist „in die Steinzeit zurückzuwerfen“.[18] Trump schrieb auf sozialen Medien, dass „eine ganze Zivilisation heute Nacht sterben wird, um nie wieder zurückgebracht zu werden“. Experten wiesen darauf hin, dass gezielte Angriffe auf zivile Infrastruktur als Kriegsverbrechen gelten.[19]
Motive Pakistans
Nach Einschätzung des Südasien-Experten Christian Wagner von der Stiftung Wissenschaft und Politik verfolgt Pakistan auch eigene Interessen. Das Land wolle eine direkte Verstrickung in den Konflikt vermeiden, da es im Falle einer Eskalation automatisch aufseiten der Vereinigten Staaten und Saudi-Arabiens stünde. Zudem müsse Islamabad befürchten, dass Iran in einem solchen Szenario schiitische Gruppen im Land zu mobilisieren versuche, was die ohnehin fragile innenpolitische Lage weiter belasten könnte. Neben diesen sicherheitspolitischen Erwägungen sieht Wagner auch potenzielle Vorteile für Pakistans internationales Ansehen. Gelingten die Verhandlungen, könnte sich das Land als vermittelnde Kraft und Brückenbauer profilieren.[20]
Waffenstillstand im Irankrieg 2026

Am 8. April 2026 einigten sich Iran und die Vereinigten Staaten auf eine zweiwöchige Feuerpause. Irans Außenminister kündigte zugleich an, die Straße von Hormus unter technischen Auflagen und in Abstimmung mit den Streitkräften wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Nach Angaben aus Washington hatte der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif zuvor dazu aufgerufen, von angedrohten Angriffen auf iranische Energie- und Infrastrukturanlagen Abstand zu nehmen. Die Vereinigten Staaten erklärten zudem, einen iranischen Zehn-Punkte-Vorschlag erhalten zu haben, der eine Grundlage für weitere Gespräche bilden könne. Laut der New York Times umfasst dieser vor allem die Forderung nach einer Aufhebung der gegen Iran verhängten Sanktionen.[21] Der Iran bewertete die vereinbarte zweiwöchige Feuerpause mit den Vereinigten Staaten als politischen Erfolg und verwies auf die Erfüllung zentraler Kriegsziele.[22] Trump bewertete die erzielte Einigung zunächst als tragfähige Grundlage für weitere Verhandlungen und erklärte, dass nahezu alle bisherigen Streitpunkte geklärt seien. Fachliche Analysen wiesen jedoch auf bedeutende Unsicherheiten bezüglich der tatsächlichen Tragfähigkeit der Vereinbarung hin.[23] Israel stimmte der von Pakistan vermittelten Feuerpause zu, betonte Premierminister Benjamin Netanjahu jedoch, dass sie nicht für den Kampf gegen die Hisbollah im Libanon gelte. Zuvor hatte Pakistan erklärt, die Feuerpause gelte für den gesamten Nahen Osten, einschließlich des Libanon. Unklar blieb zunächst, welche Auswirkungen dies auf die Beteiligung des Iran haben könnte, der eine Einbeziehung der pro-iranischen Hisbollah zur Bedingung gemacht hatte. Die Zustimmung der iranischen Staatsführung wurde im Fernsehen verkündet. In Teheran versammelten sich zahlreiche Menschen auf dem Revolutionsplatz. Der pakistanische Ministerpräsident Sharif kündigte weitere Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran ab dem 10. April 2026 in Islamabad an. Er lobte die Weisheit und das konstruktive Vorgehen beider Seiten bei der Vermittlung der Vereinbarung.[24]
Am 9. April 2026 zeigte sich, dass die zwischen den Vereinigten Staaten und Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe die Lage in der Straße von Hormus kaum entspannte. Obwohl die Öffnung der Meerenge zu den zentralen Punkten des Abkommens gehört, blieb der Schiffsverkehr weitgehend eingeschränkt. Iran begründete dies mit den fortgesetzten israelischen Luftangriffen im Libanon, die aus Teherans Sicht gegen die Vereinbarung verstießen. Die Hafenbehörde verwies zudem auf eine mögliche Minengefahr und verlangte, dass Durchfahrten zuvor mit der Revolutionsgarde abgestimmt würden. Maritime Analysefirmen berichteten außerdem, dass Iran für passierende Öltanker eine geringe, in Kryptowährung zu entrichtende Gebühr erhob – ein Vorgehen, das international auf Kritik stieß und zur niedrigen Zahl von Durchfahrten beitrug. Die US-Regierung drängte auf eine umgehende Öffnung der Meerenge und betonte, dass der Libanon nicht Teil der Waffenruhe sei. Vizepräsident JD Vance bezeichnete die gegenteilige Annahme Irans als Missverständnis und unterstrich, dass sich die Feuerpause ausschließlich auf den Iran und die Verbündeten der Vereinigten Staaten bezogen habe. Teheran hingegen warf Washington und Israel Vertragsverstöße vor und sah die Verantwortung für die Umsetzung des Abkommens bei den Vereinigten Staaten.[25]
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte die Aufnahme direkter Gespräche mit dem Libanon an. Laut Angaben von Trump sollen die israelischen Angriffe im Libanon in diesem Zusammenhang reduziert werden. In einem Telefoninterview mit dem US-Sender NBC erklärte Trump, er habe Netanjahu kontaktiert, der eine entsprechende Verringerung der militärischen Aktivitäten zugesagt habe. Trump äußerte zudem Zuversicht hinsichtlich einer möglichen Vereinbarung mit dem Iran und behauptete, dass sich die iranische Führung hinter verschlossenen Türen „vernünftiger“ verhalte als in der öffentlichen Kommunikation. Er wies darauf hin, dass die iranische Seite den notwendigen Bedingungen zustimme, warnte jedoch gleichzeitig, dass ein Scheitern eines Abkommens mit den Vereinigten Staaten „schmerzhafte Folgen“ haben könnte.[26][27]


Vor Beginn der Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran galt in Islamabad eine erhöhte Sicherheitslage. Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte wurden in der Hauptstadt eingesetzt; Zugänge zum Regierungs- und Diplomatenviertel wurden mit Containern abgesperrt, zudem stand das Hotel der Unterhändler unter besonderem Schutz. Während der Iran die Zusammensetzung seiner Delegation zunächst offenließ und deren Ankunft für den Abend ankündigte, bestätigten die Vereinigten Staaten, dass die Gespräche von JD Vance geleitet werden sollten.[28][29] Neben Vance sind auch der US-Sondergesandte für den Nahen Osten Steve Witkoff sowie Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in Islamabad vertreten. Für Vance wäre dies die erste unmittelbare Teilnahme an Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Der US-Präsident hatte zuvor erwogen, seinen Stellvertreter aus „Sicherheitsgründen“ nicht entsenden zu lassen. Eine Präsenz Vances würde einen der ersten direkten Kontakte auf höchster politischer Ebene zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran seit der Islamischen Revolution von 1979 markieren.[30] Vor den Gesprächen mit dem Iran und seiner Abreise nach Islamabad betonte Vance die Verhandlungsbereitschaft der Vereinigten Staaten unter klaren Vorgaben von Donald Trump und warnte vor Täuschungsversuchen.[31] Trump selber warnte vor einem Scheitern der Verhandlungen mit Iran und drohte im Falle eines Ausbleibens einer Einigung mit neuen militärischen Angriffen. Er kündigte an, dafür besonders leistungsfähige Waffen bereitzustellen und sprach von einem möglichen „Neustart“ des Militäreinsatzes. In einer separaten Mitteilung bezeichnete er die Situation als „gewaltigen Neustart der Welt“.[32] Die iranische Verhandlungsdelegation umfasst Außenminister Abbas Araghtschi, den Sekretär des Verteidigungsrates, den Gouverneur der Zentralbank sowie mehrere Parlamentsabgeordnete. Angeführt wird sie von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf.[33] Ghalibaf sagte bei seiner Ankunft in Islamabad, Iran misstraue den Vereinigten Staaten. Man habe „guten Willen, aber kein Vertrauen“. Zugleich bekräftigte er die Bereitschaft zu einem „echten Abkommen“, warnte jedoch, Iran werde seine Ziele auch auf anderem Wege verfolgen, falls sich die Gespräche als „Show“ erweisen sollten.[34] Die iranische Delegation erschien in Trauerkleidung zum Gedenken an den getöteten Obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei sowie weitere Kriegsopfer. Nach Angaben der iranischen Regierung führte sie zudem persönliche Gegenstände von Schülern mit, die bei einem US-Luftangriff auf eine Schule in der Nähe eines Militärgeländes getötet worden seien.[35] Pakistan pflegt sicherheitspolitische Beziehungen sowohl zu den Vereinigten Staaten als auch zu Iran und bietet sich daher als neutraler Gesprächsort an.[36]
Beginn der Gespräche in Islamabad („Islamabad Talks“)

Am 11. April 2026 eröffnete Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif in Islamabad die Friedensgespräche und äußerte die Erwartung, dass die Vermittlung zu Fortschritten in Richtung einer politischen Lösung beitragen könne.[37][38] Vor Beginn der Verhandlungen führte Sharif getrennte Gespräche mit den Delegationen der Vereinigten Staaten und des Iran. Laut Al Jazeera strebte er direkte Gespräche an, andernfalls indirekte Kontakte über Vermittler.[39] Am 12. April 2026 erklärte Vance, dass die Marathonverhandlungen in Pakistan ohne Einigung mit dem Iran geblieben seien. Nach seinen Angaben habe Teheran sich nicht zu einem Verzicht auf Atomwaffen (Uran-Anreicherung) verpflichtet; die US-Unterhändler hätten ein letztes Angebot unterbreitet, das der Iran abgelehnt habe. Vance erklärte, die US-Seite habe bei den Gesprächen in Islamabad „ziemlich flexible“ Bedingungen vorgelegt, die die iranischen Unterhändler nicht akzeptiert hätten. Nach dem Ausbleiben einer Einigung verließ Vance die pakistanische Hauptstadt an Bord von Air Force Two. Das iranische Staatsmedium Tasnim berichtete, die Forderungen der Vereinigten Staaten hätten einen gemeinsamen Rahmen für ein Abkommen verhindert. Nach Angaben der Nachrichtenagentur bestand die iranische Delegation auf der Wahrung ihrer „militärischen Errungenschaften“, was als Hinweis auf das Raketenprogramm der Islamischen Republik interpretiert wurde. Beide Seiten berichteten zudem, dass die kontroversesten Punkte der Verhandlungen Fragen zur Kontrolle und Sicherheit der Straße von Hormus betrafen. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, bezeichnete die Gespräche in Islamabad als intensiv und machte deren Erfolg von der Haltung der US-Seite abhängig; zur Fortsetzung äußerte er sich nicht.[40][41]
Weiterer Verlauf
Nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen mit dem Iran kündigte Trump eine baldige Seeblockade der Straße von Hormus durch die US-Marine an.[42][43] Nach den gescheiterten Gesprächen behauptete Trump in Washington, die iranische Seite habe Kontakt zu den Vereinigten Staaten aufgenommen und sei an einer Einigung interessiert.[44] Vance erklärte, die Gespräche hätten Fortschritte gebracht. Der Iran müsse jedoch dem Abtransport hochangereicherten Urans und einem Ende der Anreicherung zustimmen. Weitere Verhandlungen hingen von der iranischen Führung ab, insbesondere von Modschtaba Chamenei.[45] Am 14. April 2026 wurde aus Diplomatenkreisen bekannt, dass Pakistan eine neue Verhandlungsrunde in Islamabad anstrebt. Auch China, Ägypten, Saudi-Arabien und die Türkei unterstützten entsprechende Bemühungen.[46][47] US-Medien zufolge fordern die Vereinigten Staaten eine 20-jährige Pause der iranischen Urananreicherung, während der Iran nur eine etwa fünfjährige Aussetzung vorgeschlagen haben soll. Mitte April 2026 erklärte Vance, Präsident Donald Trump strebe einen umfassenden Deal mit dem Iran an. Demnach könnten die Vereinigten Staaten den Iran wie einen „normalen Staat“ behandeln, sofern dieser auf den Besitz von Atomwaffen verzichte und keine staatliche Unterstützung von Terrorismus mehr leiste. Im Gegenzug stellte die US-Regierung dem Iran bei Erfüllung dieser Bedingungen wirtschaftliche Öffnung und eine stärkere Einbindung in die Weltwirtschaft in Aussicht. Vance betonte dabei die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Aufschwungs für das Land.[48]
Am 19. April 2026 kündigte US-Präsident Donald Trump für den Folgetag eine Fortsetzung der abgebrochenen Gespräche mit dem Iran in Islamabad an. Er kündigte an, dass eine Delegation für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt reisen würde. Diese zweite Verhandlungsrunde wurde von der iranischen Regierung jedoch abgelehnt. Begründet wurde dies mit der Aussage, dass die Forderungen der Vereinigten Staaten „übertrieben“ seien und dass die ständige Kurswechsel der US-Regierung und die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen „keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen“ bieten würden. Darüber hinaus seien die Berichte über eine zweite Verhandlungsrunde in Pakistan kommende Woche Teil einer amerikanischen Medienkampagne, um mit Schuldzuweisungen noch mehr Druck auf Teheran auszuüben. Trump drohte zuvor erneut mit der Zerstörung jedes einzelnes Kraftwerks und jeder einzelnen Brücke im Iran, wenn dieser den von den Vereinigten Staaten angebotenen Deal nicht annimmt.[49] Die zwischen den Vereinigten Staaten und Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe läuft am Mittwoch, den 22. April 2026 aus. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldete unter Berufung auf eine informierte Quelle mit, dass solange die US-Marine weiter an ihrer Seeblockade vor der Straße von Hormus festhalte würde, werde es keine weiteren Verhandlungen geben. In den vergangenen Tagen seien jedoch unter Vermittlung des Nachbarlands Pakistan Nachrichten ausgetauscht worden.[50] Im Laufe des 20. April 2026 wurde eine US-Delegation mit Vizepräsident JD Vance, dem Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in Islamabad erwartet. Trump sagte außerdem, er sei bereit zu einem Treffen mit den iranischen Anführern, falls es Fortschritte in den Verhandlungen gebe. Ein weiteres Mal drohte Trump, „jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran“ zu zerstören, wenn sich die iranische Regierung nicht auf die Bedingungen der Vereinigten Staaten für eine Beendigung des Krieges einlassen würde. Die iranische Regierung hatte sich dagegen noch nicht entschieden, ob sie eine Delegation nach Islamabad schicken würde, teilte der Sprecher des Außenministeriums Ismail Baghai mit. Die diplomatischen Bemühungen der Vereinigten Staaten seien offenbar nicht ernst gemeint. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sagte in einem Telefonat mit dem Außenminister von Pakistan Ishaq Dar, dass die Forderungen Washingtons in den Verhandlungen sowie die Drohungen gegen iranische Schiffe und Häfen „klare Zeichen“ mangelnder Aufrichtigkeit seien. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete allerdings, dass die Vereinigten Staaten über ein Ende ihrer Blockade der Straße von Hormus nachdenken würden.[51] US-Präsident Donald Trump verschärfte jedoch wieder seinen Ton und stellte eine Verlängerung der Feuerpause über den 22. April hinaus infrage. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig die Waffenruhe verletzt zu haben.[52] US-Präsident Trump bekräftigte am 20. April 2026, dass die Blockade iranischer Häfen erst nach dem Zustandekommen eines „Deal“ mit dem Iran aufgehoben würde.[53] Im Gegensatz zu der Aussage von Donald Trump bekräftigte der Iran, dass es erst weitere Gespräche geben wird, wenn die Vereinigten Staaten die Seeblockade gegen den Iran aufheben würde. Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf teilte in dem sozialen Netzwerk X mit, dass er keine Verhandlungen unter dem Eindruck von Drohungen akzeptieren würde. Iran hätte nach der am 22. April endenden Feuerpause neue militärische Mittel in der Hinterhand. Falls die Vereinigten Staaten und der Iran keine neue Vereinbarung treffen würden, könnte der Krieg erneut losbrechen, da auch die Vereinigten Staaten für diesen Fall mit zerstörerischen Angriffen, wie der Zerstörung von Kraftwerken und Brücken drohen würden.[54] Es bestand am 21. April 2026 trotz der Vermittlungsbemühungen Pakistans weiterhin keine Klarheit, ob es zu weiteren Verhandlungen zwischen den beiden Kriegsparteien in Pakistan kommt.[55]
Am Abend des 21. April 2026 war keine der beiden Delegationen nach Pakistan aufgebrochen. Die Aussage von Donald Trump, dass JD Vance auf dem Weg nach Paksitan sei, stellte sich als falsch heraus. Der Iran zeigte weiter keine Bereitschaft zu neuen Verhandlungen. Gerungen wurde vor allem um die US-Seeblockade der Straße von Hormus. Iran lehnte Gespräche ab, solange die Vereinigten Staaten den Schiffsverkehr von und nach Iran blockieren würden. Es war nicht klar, wann die vereinbarte Waffenruhe tatsächlich endet. Vom dem Vermittlerstaat Pakistan wurde ein deutlich früherer Zeitpunkt als zuvor bekannt genannt. Demnach ende die Waffenruhe um 01.50 Uhr MESZ in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.[56] Der Iran erklärte sich für eine Wiederaufnahme der Kampfhandlungen gegen Israel und den Vereinigten Staaten bereit. Das Militär sei einsatzbereit und werde sich nicht überraschen lassen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Demnach seien neue Ziele für eine Rückkehr zum Krieg identifiziert worden. Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen werde man eine „Hölle“ für die Amerikaner und Israelis schaffen, wurde von dem Sprachrohr der Revolutionsgarden verbreitet.[57]
Kurz vor dem Ende des Ultimatums an den Iran verlängerte US-Präsident Trump die Waffenruhe mit dem Iran auf unbestimmte Zeit und kündigte jedoch an, dass die Blockade iranischer Häfen aufrechterhalten bleiben würde. Auf Bitten Pakistans werde er von Angriffen absehen, bis die iranische Regierung einen Vorschlag unterbreiten würde und die Gespräche abgeschlossen seien. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif bedankte sich bei Trump für die Verlängerung der Waffenruhe und forderte beide Seiten auf, die Gespräche fortzusetzen. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sagte, dass noch „keine endgültige Entscheidung“ über eine Teilnahme an den Gesprächen. Grund seien „inakzeptable Handlungen“ der Vereinigten Staaten. Damit bezog er sich vermutlich auf die weiter bestehende Blockade der Vereinigten Staaten gegenüber dem Iran, die von diesem weiterhin als Verstoß gegen die Waffenruhe angesehen wird.[58] Der Vertreter Irans bei den Vereinten Nationen sagte, dass die iranische Regierung einige Signale erhalten hätte, dass die Vereinigten Staaten bereit seien, die Blockade iranischer Häfen zu beenden. In diesem Fall würde „wahrscheinlich die nächste Verhandlungsrunde stattfinden“. Ein Berater von Irans Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf bezeichnete die Verlängerung der Waffenruhe jedoch als bedeutungslos. UN-Generalsekretär António Guterres bezeichnete die Verlängerung der Waffenruhe dagegen als „wichtigen Schritt zur Deeskalation“. In den Vereinigten Staaten bezeichneten Beobachter die Entwicklung als Indiz, dass nicht die Vereinigten Staaten, sondern Iran die Kontrolle über die Situation hätte. Da es zu keinem Zeitpunkt einen Plan der Vereinigten Staaten zur Benndigung des Krieges gegeben hätte sei die Verlängerung der Waffenruhe die am wenigsten schlechte von den bestehenden Optionen.[59][60]
Nach der einseitigen Verlängerung der Waffenruhe durch die Vereinigten Staaten am Vortag war am 23. April 2026 unklar, wie und wann es weitergeht. Zuletzt wurde berichtet, dass US-Präsident Trump Medienberichten zufolge der iranischen Regierung nur wenige Tage Zeit gegeben habe, um sich auf einen geeinten Vorschlag zur Beilegung des Krieges zu verständigen. Er sei bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern. Zuvor sagte er jedoch, dass es keinen Zeitrahmen in dem Konflikt gäbe. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses Karoline Leavitt teilte dazu mit, US-Präsident Trump habe keine feste Frist für die Übermittlung eines iranischen Vorschlags gesetzt. Der iranische Präsident Massud Peseschkian signalisierte Offenheit für weitere Verhandlungen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hat der Iran jedoch weiterhin keine Pläne, an Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen. Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf sagte dazu, ein vollständiger Waffenstillstand ergebe nur Sinn, wenn die US-Seeblockade gegen den Iran aufgehoben werde.[61]
US-Präsident Donald Trump lehnte es am 23. April 2026 ab zu einem Iran-Abkommen gedrängt zu werden. Er könne zwar sofort ein Abkommen schließen, er wolle jedoch eines, das von Dauer ist. Der Iran habe zwar während des zu diesem Zeitpunkt zweiwöchigen Waffenstillstandes vielleicht seine Waffenvorräte aufgefüllt, die Vereinigten Staaten seien jedoch in der Lage diese in etwa einem Tag wieder auszuschalten. Den Einsatz von Atomwaffen lehnte er jedoch ab.[62]
Im Laufe des 24. April 2026 wurde gemeldet, dass der iranische Außenminister Abbas Araghtschi am folgenden Wochenende in Islamabad erwartet werde. Nach Angaben aus der pakistanischen Regierung würde er von einer kleinen Verhandlungsdelegation begleitet und könnte bereits am gleichen Tag eintreffen. Voraussichtlich würden Gespräche mit den Vereinigten Staaten geführt werden. Eine Verhandlungsgruppe der USA für Logistik und Sicherheit sei bereits in der pakistanischen Hauptstadt.[63] Später am Tag wurde bekannt gegeben, dass der Sonderbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner am Samstagmorgen ebenfalls nach Islamabad reisen, wo sie sich mit Araghtschi treffen sollen. US-Vizepräsident JD Vance würde nicht nach Pakistan reisen, da der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf nicht an den Gesprächen teilnehmen würde. Ghalibaf würde als bisheriger Verhandlungsführer im Weißen Haus als Pendant von Vance angesehen.[64]
Die Nachrichtenagentur Reuters erhielt am 25. April 2026 von einem an den Gesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran beteiligten Insider die Information, dass der iranische Außenminister Abbas Aragtschi dem Vermittler Pakistan in Islamabad die Forderungen der Teheraner Führung übermittelt hätte. Dabei soll er auch iranische Vorbehalte gegen Forderungen der USA mitgeteilt haben. Entgegen anders lautenden Meldungen war iranischen Angaben zufolge war zu diesem Zeitpunkt kein direktes Treffen mit Vertretern der US-Regierung geplant.[65]
Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi führte zwei Tage lang am 25. und 26. April 2026 Gespräche mit Regierungsvertretern Pakistans. Dazwischen war er nach Oman geflogen. Daraufhin hatte US-Präsident Donald Trump eine Reise seiner Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner zu möglichen neuen Verhandlungen in Islamabad kurzfristig abgesagt. Für den 27. April 2026 war stattdessen ein Treffen von Aragtschi mit dem Präsidenten Russlands Wladimir Putin in Moskau geplant.[66]
Am 27. April 2026 wurden in Islamabad die Verkehrsbeschränkungen um das für die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran vorgesehene Hotel aufgehoben. Lokale Medien sahen das als Zeichen dafür, dass die Chancen für eine weitere Gesprächsrunde in dieser Woche als gering eingeschätzt werden. Weder aus den Vereinigten Staaten noch aus dem Iran gab es konkrete Informationen dazu, welche weiteren Schritte vorgesehen sind. Die Straße von Hormus blieb als Verkehrsweg weiter geschlossen. Nach Beobachtern gingen beide Seiten davon aus die jeweils anderen in einer Pattsituation zu überdauern, unabhängig von den Folgen für den Rest der Welt.[67] Nach Medienberichten schlug der Iran vor die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Der Plan sei bereits über pakistanische Vermittler übermittelt worden. Nach diesem Plan solle zunächst die Seeblockade aufgehoben werden. Verhandlungen über das iranische Atomprogramm würden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.[68] Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz sagte am gleichen Tag im Bezug auf den Umgang der iranischen Regierung mit den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten, dass die iranische Seite sehr geschickt verhandeln oder auch nicht verhandeln würde.[69]
Pakistan erhielt am 10. Mai 2026 nach eigenen Angaben die Antwort der iranischen auf den zuvor letzten US-Vorschlag zum Iran-Konflikt und habe diese Antwort nach Angaben eines an den Gesprächen beteiligten pakistanischen Regierungsvertreters an die USA weitergeleitet.[70] US-Präsident Trump warf dem Iran vor Spielchen zu spielen und drohte, dass dem Iran „das Lachen noch vergehen“ würde.[71] Er hielt die Antwort des Irans für „völlig inakzeptabel“.[72] Er ließ offen, ob er die Verhandlungen fortsetzen würde.[73] Der vorherige US-Vorschlag für ein Ende des Kriegs in Nahost wurde von den iranischen Staatsmedien wie eine Aufforderung zur Kapitulation des Irans aufgenommen. Eine Annahme hätte demnach die Unterwerfung des Iran unter die „überzogenen Forderungen“ des US-Präsidenten Donald Trump bedeutet. Der US-Plan sei daher von der Führung in Teheran zurückgewiesen worden. Der vom Iran vorgelegte Plan würde dagegen ein Ende des Kriegs an allen Fronten sowie die Notwendigkeit, dass die USA Kriegsreparationen zahlen müssten, enthalten.[74] Nach der Zurückweisung der iranischen Antwort durch Donald Trump zog der Ölpreis erneut an.[75] Der Iran verteidigte seinen Vorschlag zur Beendigung des Krieges mit den Vereinigten Staaten und zur Öffnung der Straße von Hormus als „legitim und großzügig“. Die USA würden nach Angaben eines Sprechers des iranischen Außenministeriums dagegen an unvernünftigen und einseitigen Forderungen festhalten. Zu den Forderungen Teherans gehörten ein Ende des Krieges, die Aufhebung der US-Blockade und die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte. Die sichere Durchfahrt durch die Meerenge sowie die Herstellung der Sicherheit in der Region und im Libanon seien Teil dieses Angebots.[76] Nach Angaben aus Diplomatenkreisen störte sich US-Präsident Trump insbesondere an der Forderung der iranischen Regierung nach Reparationen, da diese traditionell von der unterlegenen Seite gezahlt würden. Trump sehe den Begriff Reparationen in iranischen Vorschlägen kritisch, da eine Zustimmung dazu als Eingeständnis einer Niederlage interpretiert werden könnte.[77] Er sah in seiner Reaktion die Waffenruhe mit dem Iran kurz vor dem Zusammenbruch. Die iranische Regierung sei in ihrem Schreiben an die Regierung der Vereinigten Staaten nicht auf das Streben nach Atomwaffen eingegangen. Sie stimmten laut Trump den USA zunächst zu, nur um dann später eine Kehrtwende hinzulegen.[78] Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf forderte die Vereinigten Staaten am 12. Mai 2026 auf, den letzten iranischen Plan zur Beendigung des Krieges zu akzeptieren. Es gäbe „keine andere Möglichkeit, als die Rechte des iranischen Volkes, wie sie im 14-Punkte-Vorschlag dargelegt sind, anzuerkennen“. Jeder andere Ansatz werde „völlig ergebnislos bleiben“.[79] Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums sagte, die Vereinigten Staaten würden keine echten Verhandlungen anstreben, sondern stattdessen die vollständige Kapitulation des Irans. Statt einer Geben- und Nehmen-Diplomatie würden die USA mit ihren Forderungen die Unterordnung des Iran verfolgen.[80] Der US-Präsident Donald Trump sagte auf die Frage, ob ihn die finanzielle Lage der US-Bürger zu einem Deal motivieren würde, dass er nur an die eine Sache denken würde, dem Iran keine Atomwaffen zu erlauben.[81]
Die iranische Regierung setzte am 1. Juni 2026 nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten über ein Ende des Krieges in der Golfregion aus. Begründet wurde diese Entscheidung mit den „anhaltenden Verbrechen“ von Israel im Libanon. Das iranische Verhandlungsteam hätte daher den Dialog und den Austausch von Mitteilungen über Vermittler ausgesetzt. Die Lage im Libanon sei „eine der Voraussetzungen für die Waffenruhe“ gewesen. Diese Waffenruhe sei jedoch „inzwischen an allen Fronten, einschließlich des Libanon, verletzt worden“.[82] Der Agentur zufolge wird es erst dann wieder weitere Gespräche zur Beendigung des Irankriegs geben, wenn die Forderungen des Irans erfüllt sind. Bedingung dafür sei auch ein sofortiges Ende der israelischen Militäreinsätze im Gazastreifen und im Libanon sowie der vollständige Abzug Israels aus den besetzten Gebieten im Libanon. Der Iran und seine Verbündeten haben Pläne ausgearbeitet um die Straße von Hormus vollständig zu blockieren. Außerdem drohten diese mit Angriffen in der Meerenge Bab al-Mandab vor der Küste des Jemen durch die Schiffe in Richtung Suezkanal fahren.[83] Der US-Präsident Donald Trump bezeichnete am 2. Juni 2026 jedoch die Berichte iranischer Medien über einen Abbruch der indirekten Gespräche mit den Vereinigten Staaten als „falsch und irreführend“ und gab an, dass die Gespräch ununterbrochen weiterlaufen würden.[84]
Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums teilte am 10. Juni 2026 mit, dass der Iran seine Gespräche mit den USA nach den US-Angriffen vom Vortag neu bewerten müsse. Mit ihren fortgesetzten Verstößen gegen die Waffenruhe würden die USA dem diplomatischen Prozess schaden.[85] US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass der Iran für schleppende Verhandlungen „den Preis zahlen“ müsse.[86] Er sei kurz davor, neue Angriffe auf Kraftwerke und Brücken in Iran anzuordnen.[87]
Am 11. Juni 2026 sagte US-Präsident Donald Trump ein weiteres Mal, dass es Bewegung in den Friedensgesprächen geben würde. Er wiederholte damit Aussagen, die er bereits diverse Male seit dem Beginn des Krieges getroffen hatte. Irans politische Führung dementierte einem Medienbericht zufolge dagegen Fortschritte bei den Verhandlungen mit den USA. Bisher gebe es keinen finalen Text über ein Rahmenabkommen mit den USA. Von hochrangigen iranischen Politikern gab es zu diesem Zeitpunkt keine Aussagen zu Trumps Worten.[88]
Am Vormittag des 12. Juni 2026 teilte der Sprecher des iranischen Außenministeriums Ismail Baghai mit, dass es einen möglichen bevorstehenden Verhandlungsabschluss für ein Rahmenabkommen mit den USA geben könnte. Ein entsprechender Text sei überwiegend finalisiert. Nach den Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim würde es sich bei dem Abkommen um einen 14 Punkte umfassenden Text handeln. Es gehe zunächst um ein Rahmenabkommen, mit dem die Grundlage für weitere Gespräche zwischen den USA und Iran gelegt werden soll.[89] Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai betonte jedoch, dass Widersprüche in den Positionen der USA den Prozess erschwert hätten. Die US-Seite habe immer wieder ihre Positionen verändert. Nach der iranischen Nachrichtenagentur Mehr sieht die Absichtserklärung eine „dauerhafte und sofortige Einstellung der Kampfhandlungen an allen Fronten, einschließlich im Libanon“ vor. Es seien zudem „60 Tage Verhandlungen“ angesetzt worden, um in Atomfragen und zur vollständigen Aufhebung der US-Sanktionen eine Einigung zu erzielen. Während dieser Verhandlungsphase sollen 24 Milliarden Dollar (rund 21 Milliarden Euro) an eingefrorenen iranischen Geldern freigegeben werden. Nach der iranischen Nachrichtenagentur IRNA behalte sich darüber hinaus der Iran das Recht auf Urananreicherung vor. Auch das nationale Raketenprogramm sei nicht Gegenstand von Verhandlungen.[90] US-Präsident Donald Trump wies jedoch die Äußerungen aus Iran über die Inhalte der Vereinbarung mit den USA zurück und bezeichnete diese als inhaltlich falsch. Seiner Ansicht nach würden die iranischen Aussagen nicht das widerspiegeln, worauf sich beide Seiten tatsächlich geeinigt hätten. Es handele sich um sehr ehrlose Menschen, mit denen man nicht in gutem Glauben verhandeln könne.[91]
Nach Angaben der pakistanischen Regierung vom 13. Juni 2026 haben sich Vertreter aus Washington und Teheran über ein Abkommen verständigt. Ein endgültiger, von allen Seiten abgestimmter Text des Friedensabkommens sei nach Angaben des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif erreicht worden. Pakistan würde nun eng mit beiden Seiten zusammenarbeiten, um die nächsten Schritte zu finalisieren.[92] Zuvor zeigte sich der iranische Außenministers Abbas Araghtschi optimistisch über eine baldige Einigung auf eine Friedensvereinbarung mit den USA. Eine digitale Unterzeichnung des Abkommens könnte in den kommenden Tagen passieren. Zentrale Fragen waren allerdings noch ungeklärt. Nach der Korrespondentin des ZDF in Washington äußerten sich beide Seiten zu zentralen Punkten wie dem iranischen Atomprogramm, der Frage der Öffnung der Straße von Hormus und dem Umgang mit eingefrorenen iranischen Geldern noch unterschiedlich. Beide Seiten würden sich derzeit zum Sieger erklären. Das beabsichtigte Vorabkommen würde zudem nur die Voraussetzungen für die eigentlichen Verhandlungen schaffen.[93] Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass ein Vertrag am 14. Juni 2026 von US-Vizepräsident JD Vance und dem Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, unterzeichnet werden könne. Als wahrscheinlicher Ort dafür wurde Genf genannt. Ein aktueller Entwurf des Abkommens zwischen Teheran und Washington sehe nach dem Außenminister Araghtschi die Aufhebung der US-Blockade iranischer Häfen vor. Außerdem würden noch Gespräche mit dem Oman über die zukünftige Verwaltung der Straße von Hormus geführt. Einzelheiten zu dem iranischen Atomprogramm würden innerhalb einer Frist von 60 Tagen nach Unterzeichnung der Vereinbarung erörtert werden. Die US-Streitkräfte berichteten unterdessen von dem Abschuss mehrerer iranischer Drohnen, die Handelsschiffe in der Straße von Hormus hätten angreifen sollen, die die Straße von Hormus passieren wollten.[94] Am Abend des Tages war weiterhin unklar, wie nah die Konfliktparteien einem Abkommen sind. Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump war für Sonntag, den 14. Juni 2026 an seinem 80. Geburtstag die Unterzeichnung einer Vereinbarung geplant. Die iranische Regierung schloss Staatsmedien zufolge die Unterzeichnung an diesem Wochenende hingegen aus. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai ging eher von einer Unterzeichnung in den kommenden Tagen aus.[95]
Nach Angriffen der israelischen Streitkräfte auf den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut zog die iranische Regierung am 14. Juni 2026 die Gespräche mit den USA über ein Abkommen zunächst in Zweifel.[96] Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) drohten Israel mit Gegenschlägen.[97] US-Präsident Donald Trump erzielte nach eigenen Angaben eine Einigung mit der Islamischen Republik Iran. Das Abkommen sei abgeschlossen worden. Trump kündigte außerdem an, die Straße von Hormus für die Schifffahrt freizugeben und die US-Seeblockade mit sofortiger Wirkung aufzuheben. Zuvor hatte bereits Pakistan das Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran vermeldet. Die offizielle Unterzeichnungszeremonie soll nach des pakistanischen Angaben am Freitag, den 18. Juni 2026 in der Schweiz stattfinden. beide Seiten hätten demnach die sofortige und endgültige Beendigung der Militäroperationen an allen Fronten, einschließlich im Libanon, erklärt.[98]
Atom- und Rüstungsfragen
Die Vereinigten Staaten warfen dem Iran vor, weiterhin an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten, während der Iran den zivilen Charakter seines Atomprogramms betonte. Vor Kriegsbeginn hatte Iran einen Verzicht auf Urananreicherung abgelehnt. Laut Berichten erklärte Witkoff, Iran sei bereit, Bestände an angereichertem Uran abzugeben. Zudem war eine Begrenzung des iranischen Raketenprogramms ein Streitpunkt, insbesondere der ballistischen Raketen, die Israel erreichen könnten. Iran hatte dies als „rote Linie“ bezeichnet. Die Vereinigten Staaten boten im Falle einer Übereinkunft die Lockerung von Sanktionen an. Ein Regimewechsel, ursprünglich eines der Ziele des US-Einsatzes, wurde offiziell nicht mehr verfolgt.[6]
Position Israels
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu lehnte Ende März 2026 ein schnelles Kriegsende ab und setzte eigene militärische Ziele durch. Israel strebte eine Zerstörung des iranischen Waffenarsenals an und wollte seine strategischen Interessen in der Region sichern. Analysten zufolge zeigte sich damit ein Riss innerhalb der US-israelischen Militärkoalition. Die Öffnung der Straße von Hormus hatte für Israel keine Priorität.[6]
Verstöße
Der Parlamentspräsident Irans, Mohammad Bagher Ghalibaf, warf den Vereinigten Staaten vor, gegen die zuvor getroffene Einigung zu verstoßen. Nach Angaben Ghalibafs seien bereits drei zentrale Punkte des 10-Punkte-Vorschlags verletzt worden. Als Verstöße nannte er unter anderem die Missachtung eines Waffenstillstands im Libanon, das Eindringen einer Drohne in den iranischen Luftraum sowie die Einschränkung des iranischen Rechts auf Urananreicherung. Unter diesen Umständen seien bilaterale Waffenstillstandsabkommen oder Verhandlungen nicht zielführend.[99] Mehrere Golfstaaten meldeten Raketen- und Drohnenangriffe aus dem Iran auf ihr Hoheitsgebiet, nur wenige Stunden nach der Verkündung der zweiwöchigen Waffenruhe zwischen Iran und den Vereinigten Staaten.[100]
Reaktionen
Der iranische Präsident Massud Peseschkian bezeichnete die Gespräche in Islamabad über einen dauerhaften Frieden zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran angesichts der massiven israelischen Angriffe im Libanon als „sinnlos“ und stellte deren Durchführung infrage.[101]
In den Vereinigten Staaten führten Trumps Äußerungen zu kontroversen Reaktionen: Demokratische Politiker bezeichneten seine Rhetorik als extrem und möglicherweise rechtswidrig und diskutierten teils über die Anwendung des 25. Verfassungszusatzes oder eine gesetzliche Einschränkung der Kriegsvollmacht des Präsidenten. Republikanische Abgeordnete unterstützten hingegen größtenteils Trumps Vorgehen und werteten die Drohungen als politisches Druckmittel zur Durchsetzung amerikanischer Interessen. Die demokratische Abgeordnete Yassamin Ansari sprach sich für den 25. Verfassungszusatz aus und kündigte ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Verteidigungsminister Pete Hegseth an.[102]
China und Russland blockierten im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einen von Bahrain eingebrachten Resolutionsentwurf, der die Wiedereröffnung der Straße von Hormus zum Ziel hatte.[103]
Frankreich, Italien, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Dänemark, die Niederlande, Spanien und die EU begrüßten den Waffenstillstand und riefen in einer gemeinsamen Erklärung zu einem schnellen und dauerhaften Ende des Krieges auf.[104] Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, dass Deutschland seine Gespräche mit Iran wieder aufnehmen werde, um den Friedensprozess in der Region zu unterstützen. Er kritisierte zugleich die israelischen Angriffe im Libanon und betonte die Fragilität der Lage sowie die Bedeutung der Waffenruhe für mögliche Verhandlungen.[105] Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Waffenruhe als „Moment der Erleichterung“ und erklärte, seine Regierung werde alles tun, um sie zu stützen. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sieht die Waffenruhe als Chance, Spannungen zu verringern und diplomatische Lösungen vorzubereiten, betonte jedoch, dass die Ursachen des Konflikts weiterhin bestehen. Die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen wies darauf hin, dass die Deeskalation nun für Verhandlungen genutzt werden müsse.[106] Frankreichs Präsident Emmanuel Macron telefonierte mit US-Präsident Donald Trump und dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian und betonte dabei die Einhaltung der vereinbarten Waffenruhe. Er forderte, dass das Abkommen eine Lösung für die Sicherheitsbedenken im Nahen Osten biete, insbesondere in Bezug auf Irans Nuklear- und Raketenprogramm, dessen regionale Politik sowie die Einschränkungen der Schifffahrt in der Straße von Hormus. Macron unterstrich zudem, dass die Waffenruhe auch im Libanon beachtet werden müsse, um einen stabilen und dauerhaften Frieden zu fördern.[107] UN-Generalsekretär António Guterres rief beide Seiten zu ernsthaften Bemühungen um eine dauerhafte Konfliktlösung auf.[108]
Bewertungen
Der Iran-Forscher Karim Sadjadpour sieht in der ablehnenden Haltung Teherans vor allem ein Misstrauen gegenüber den bisherigen US-Verhandlungsführern Steve Witkoff und Jared Kushner, die bereits frühere Gespräche mit dem Iran geführt hatten. Nach Angaben aus diplomatischen Kreisen bevorzuge die iranische Seite demnach stattdessen Verhandlungen mit dem US-Vizepräsidenten JD Vance, da er als weniger stark mit früheren gescheiterten diplomatischen Bemühungen assoziiert gilt.[109] Der Yale-Historiker Arash Azizi erklärte, dass sich das Kräfteverhältnis verändert habe, wobei in den Vereinigten Staaten insbesondere JD Vance deeskalierende Positionen gestärkt habe, während im Iran Akteure wie Mohammad Bagher Ghalibaf als verhandlungsbereit galten.[110] Laut Spiegel könnte Vance im Falle eines Misserfolgs die politische Verantwortung zugeschrieben werden. In diesem Zusammenhang wurde auch die Einschätzung geäußert, dass Trump ihm in einem solchen Fall die Verantwortung politisch anlasten könnte.[111] Der Nahostexperte Hans-Jakob Schindler, Direktor des Counter Extremism Project (CEP), sieht im Vorgehen der Vereinigten Staaten einen Hinweis auf eine zunehmend vertrackte Verhandlungssituation. Die Entscheidung, Vance als federführenden Vertreter der US-Seite einzusetzen, bewertete Schindler als ungewöhnlich starkes Entgegenkommen gegenüber einem Akteur mit vergleichsweise geringer militärischer Bedeutung. Insgesamt seien die Vereinigten Staaten dadurch politisch in eine strukturell nachteilige Position geraten.[112]
Am 5. April 2026 drohte Präsident Trump in einem Social-Media-Beitrag, iranische Kraftwerke und Brücken anzugreifen, falls die Straße von Hormus blockiert bliebe. Reuters bezeichnete die Sprache als stark provokativ und mit vulgären sowie religiösen Wendungen versehen. Mehrere politische Akteure kritisierten Trumps Wortwahl als unangemessen oder sicherheitspolitisch problematisch, darunter Senator Tim Kaine und die ehemalige Abgeordnete Marjorie Taylor Greene.[113] Laut Politikwissenschaftler Stephan Bierling von der Universität Regensburg setzte Trump Ultimaten, unter anderem mit der Androhung der Zerstörung von Kraftwerken und Infrastruktur, um Iran zum Einlenken zu zwingen. Bierling bewertet diese Maßnahmen als Ausdruck zunehmender Nervosität und als Teil einer politischen Eskalation des Konflikts, bei der die US-Optionen begrenzt seien. Gleichzeitig zeige sich, dass das iranische Regime unter dem Druck des Krieges seine Macht um jeden Preis sichern wolle.[114]
In einem Interview mit NPR erklärte Richard Haass vom Council on Foreign Relations am 7. April 2026, er hoffe, dass Trumps Drohungen lediglich taktische Signale zur Stärkung der US-Verhandlungsposition seien. Ein tatsächlicher Angriff würde seiner Einschätzung nach gravierende Folgen nach sich ziehen – nicht nur für den Iran, sondern auch für die gesamte Region, die Vereinigten Staaten und die internationale Gemeinschaft. Haass warnte, die Straße von Hormus könnte unpassierbar werden und die nukleare Problematik ungelöst bleiben, wodurch ein noch umfassenderer und zerstörerischerer Krieg drohe.[115]
Fachliche Einschätzungen bewerteten die vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und Iran überwiegend als vorläufigen, jedoch fragilen Fortschritt. Der Nahost-Experte Hans-Jakob Schindler verwies darauf, dass der iranische Zehn-Punkte-Plan weitreichende Maximalforderungen wie die Aufhebung internationaler Sanktionen, Reparationsleistungen und sicherheitspolitische Garantien enthalte. Aus Sicht des Politikwissenschaftlers Christian Lammert, Professor für Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin mit Schwerpunkt US-Politik und internationale Sicherheit, deutete die Übereinkunft auf einen taktischen Rückzug der Vereinigten Staaten hin, da die vorherige Eskalationsdrohung keine tragfähige Grundlage für Verhandlungen geboten habe. Der Sicherheitsexperte Carlo Masala, Professor für Sicherheits- und Verteidigungspolitik an der Universität der Bundeswehr München, bewertete den Zehn-Punkte-Plan als strategische Niederlage Washingtons, da er kaum substanzielle Zugeständnisse Teherans an zentrale amerikanische Positionen erkennen ließ. Insgesamt kamen die Experten überein, dass die Feuerpause zwar eine unmittelbare Eskalation verhindert habe, jedoch keine belastbare Grundlage für eine dauerhafte Beilegung des Konflikts darstellte.[116]
Der Politikwissenschaftler Ali Fathollah-Nejad, Direktor des Center for Middle East and Global Order, bewertete die Lage gegenüber dem Nachrichtenkanal tagesschau24 als von „mindestens einem halben Dutzend Widersprüchen“ geprägt. Er verwies darauf, dass Teheran seinen Zehn-Punkte-Plan propagandistisch als Erfolg darstelle, obwohl zentrale Streitfragen ungelöst blieben. Dazu zählten die fortgesetzte iranische Urananreicherung und die Frage, wie mit den rund 450 Kilogramm bereits angereicherten Materials verfahren werden solle; die Vereinigten Staaten beharrten weiterhin auf einer vollständigen Beendigung der Anreicherung. Unklar blieb zudem, ob ein Waffenstillstand auch den Libanon einbeziehen sollte – ein Punkt, den Israel ablehnte und der die Verhandlungen zusätzlich belastete.[117] Der Politologe Cornelius Adebahr bewertete die Waffenruhe als fragil und ohne klare strategische Bilanz. Trotz der Kampfpausen sei das iranische Regime weiterhin an der Macht, zentrale Konfliktpunkte wie das Atomprogramm ungelöst. Trump werde nach Einschätzung des Experten mögliche Erfolge politisch für sich reklamieren, während ein möglicher Misserfolg auch innenpolitisch umgedeutet werden könnte. Insgesamt bleibe die Lage instabil, insbesondere mit Blick auf die Straße von Hormus und mögliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Europa müsse sich langfristig stärker auf geopolitische Risiken und Energieabhängigkeiten einstellen.[118] Nach Einschätzung der taz ist unklar, wer auf iranischer Seite verbindlich für den Staat als Ganzes spricht und außenpolitische Entscheidungen trifft. Auch auf US-Seite seien die Zuständigkeiten im diplomatischen Prozess nicht eindeutig festgelegt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Politik und Diplomatie traditionell nicht in den Aufgabenbereich der Revolutionsgarden fallen. Nach der Tötung des Obersten Führers Ali Chamenei in den frühen Kriegstagen befinde sich das iranische politische System in einer Übergangsphase, in der ein zentraler koordinierender Akteur fehle.[119]
Politische und sicherheitspolitische Analysten äußerten sich skeptisch zur Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens zwischen den Vereinigte Staaten und dem Iran. Robert Geist Pinfold, Dozent für internationale Sicherheit am King’s College London, verwies darauf, dass viele Details des Abkommens unklar blieben, insbesondere die Frage, ob der Waffenstillstand auch den Libanon umfasse. Er betonte, dass alle Seiten weiterhin Verstöße begingen und dass es bislang unklar sei, welche Punkte tatsächlich vereinbart wurden. Pinfold verglich die Situation mit früheren „Waffenruhen“ im Nahen Osten, bei denen trotz formaler Abkommen regelmäßig Angriffe stattfanden. Andreas Kreig, außerordentlicher Professor am King’s College London, hob hervor, dass der Iran sich nach dem Krieg in einer relativ starken Verhandlungsposition befinde. Seiner Einschätzung nach werde Teheran vermutlich nicht zu größeren Zugeständnissen bereit sein, insbesondere in Bezug auf die Urananreicherung, die bereits zuvor zu einem Scheitern der Verhandlungen geführt hatte. Die Iran-Expertin Trita Parsi wies darauf hin, dass die Rahmenbedingungen der Diplomatie durch die militärischen Misserfolge der Vereinigten Staaten verändert worden seien. Zwar könnten Drohungen Washingtons weiterhin bestehen, ihre Durchsetzungskraft sei nach dem Krieg jedoch deutlich reduziert. Parsi betonte, dass jede künftige Vereinbarung auf einem echten Kompromiss beruhen müsse, da die Vereinigten Staaten nicht länger in der Lage seien, Bedingungen einseitig durchzusetzen.[120] Der ehemalige US-Sicherheitsberater Jake Sullivan bezeichnete in der ZiB 2 ein umfassendes Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran als derzeit unrealistisch. Er erklärte, Unklarheiten bei der Auslegung von Waffenruhen seien in Konflikten nicht ungewöhnlich; die jüngsten Angriffe seien jedoch „strategisch nicht konstruktiv“. Mit Blick auf die bevorstehenden Gespräche zwischen Washington und Teheran in Islamabad zeigte sich Sullivan vorsichtig optimistisch, betonte jedoch, dass zentrale Streitpunkte – darunter die Lage in der Straße von Hormus und das iranische Atomprogramm – eine umfassende Einigung unwahrscheinlich machten. Einzelabsprachen hielt er hingegen für möglich. Die Dauer möglicher Verhandlungen werde die auf zwei Wochen begrenzte Waffenruhe voraussichtlich überschreiten, auch aufgrund der schwer einschätzbaren Positionen Trumps.[121]
Der pensionierte pakistanische General und Verteidigungsanalyst Zahid Mahmood erklärte gegenüber Al Jazeera, der aktuelle Konflikt belaste die regionalen Bündnisse und Kooperationsstrukturen, einschließlich des Golf-Kooperationsrats, betonte jedoch die fortbestehende Abhängigkeit der Staaten der Region von Zusammenarbeit. Eine längere Blockade der Straße von Hormus würde nach seiner Einschätzung alle regionalen Akteure betreffen und den Druck auf kooperative Lösungen erhöhen. Einen dauerhaften Frieden hielt er erst im Falle einer Lösung der Palästinafrage für erreichbar; andernfalls sei lediglich ein „negativer Frieden“ im Sinne eines Waffenstillstands möglich.[122]
Internationale Pressestimmen bewerteten die zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran vereinbarte Waffenruhe überwiegend skeptisch. Mehrere Medien sahen darin lediglich eine kurzfristige Atempause und verwiesen auf erhebliche Unsicherheiten im weiteren Verhandlungsprozess. Teilweise wurde betont, ein schlechtes Abkommen sei einem fehlenden Abkommen vorzuziehen, da der Iran die Gespräche aus Sicht westlicher Kommentatoren zeitlich zu strecken versuche. Andere Stimmen hoben strukturelle Probleme der US-Politik hervor und bezweifelten die Stabilität der Waffenruhe sowie die Aussicht auf eine dauerhafte Lösung.[123]
Der frühere Nahost-Unterhändler des US-Außenministeriums, Aaron David Miller, erklärte gegenüber CNN, der Iran habe nach dem Abschluss der 21-stündigen Gespräche in Islamabad mit den Vereinigten Staaten ohne Einigung über mehrere strategische Verhandlungsvorteile verfügt. Teheran sei nach seiner Einschätzung bislang nur begrenzt unter Druck gewesen, substantielle Zugeständnisse zu machen, und verfüge weiterhin über hochangereichertes Uran sowie über Einflussmöglichkeiten auf die Straße von Hormus. Zudem verwies Miller darauf, dass das iranische Regime bislang politische und sicherheitspolitische Krisen überstanden habe. Vor diesem Hintergrund äußerte er die Einschätzung, Iran könne die Risiken erneuter militärischer Angriffe durch die Vereinigten Staaten oder Israel eher in Kauf nehmen, als die Verhandlungen ohne Ergebnis abzuschließen.[40]