Volkersdorf (Sachsen bei Ansbach)
Ortsteil der Gemeinde Sachsen
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Volkersdorf (fränkisch: Folkasch-dorf[2]) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Sachsen bei Ansbach im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern).[3] und eine Gemarkung.[1]
Volkersdorf Gemeinde Sachsen bei Ansbach | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 17′ N, 10° 40′ O |
| Höhe: | 392 m ü. NHN |
| Einwohner: | ca. 286 (2011)[1] |
| Eingemeindung: | 1. April 1971 |
| Postleitzahl: | 91623 |
| Vorwahl: | 09827 |
Raiffeisenstraße 6 | |

Geografie
Lage
Südlich des Dorfes fließt die Fränkische Rezat, unmittelbar westlich des Ortes mündet der Iggraben als linker Zufluss in die Fränkische Rezat. 0,5 km östlich erhebt sich der Galgenberg (422 m ü. NHN). Der Ort bildet mit dem westlich gelegenen Sachsen eine geschlossene Siedlung.
Südlich von Volkersdorf verläuft die Staatsstraße 2223 an Sachsen und Alberndorf vorbei nach Eyb (5 km westlich) bzw. an Lichtenau und Malmersdorf vorbei zur Anschlussstelle 53 der Bundesautobahn 6 (3,7 km östlich). Die Kreisstraße AN 12 führt nach Sachsen (1 km nördlich) bzw. nach Lichtenau (0,8 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Sachsen (0,6 km nordwestlich).[4]
Gemarkung
Die Gemarkung Volkersdorf hat eine Fläche von 4,802 km². Sie ist in 592 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 8111,97 m² haben.[1] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Rutzendorf und die Rutzendorfer Mühle.[5]
Geschichte
Der Ort wurde 1283 als „Volkalsdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Volkolt. Eine Person dieses Namens ist als Gründer der Siedlung anzunehmen.[6] Aufgrund der günstigen Lage und der guten Bodenbeschaffenheit zählt der Ort zu den Ursiedlungen im Rezatgebiet, die im 8. Jahrhundert angelegt wurden.[7]
Im Jahre 1405 verkaufte Friedrich von Heideck dem Gumbertusstift ein Gut zu Volkersdorf.[8] Die übrigen Güter gelangten 1406 an die Reichsstadt Nürnberg.
Im Salbuch des nürnbergischen Pflegamtes Lichtenau von 1515 wurden für Volkersdorf 15 Anwesen und ein Hirtenhaus angegeben: 10 Untertanen unterstanden der Reichsstadt Nürnberg, dazu zählten noch 3 Handrossgüter. 2 Untertanen unterstanden der Schallerin zu Ansbach.[9]
Infolge des Dreißigjährigen Krieges lag der Ort schon im Jahr 1633 in Asche. Nur zwei Haushalte blieben verschont.[10]
Laut der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 zählte der Ort zur Hauptmannschaft Sachsen. Es gab 17 Untertansfamilien, von denen 15 nürnbergisch waren.[11]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Volkersdorf 20 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Pflegamt Lichtenau der Reichsstadt Nürnberg aus. Grundherren waren die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 4 Halbhöfe, 3 Güter, 2 Gütlein; Pflegamt Lichtenau: 1 Halbhof, 2 Güter, 2 Halbgütlein, 1 Zapfenwirtshaus; St.-Klara-Klosteramt: 2 Halbhöfe; Spital- und Katharinenklosteramt: 1 Halbhof) und das brandenburg-ansbachischen Hofkastenamt Ansbach (2 Güter). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).[12]
Im Jahre 1806 kam Volkersdorf an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Volkersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sachsen und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sachsen zugeordnet.[13] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Volkersdorf, zu der Rutzendorf und Rutzendorfer Mühle gehörten.[14] Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Zeitweise zählten die Lichtenauer Kellerhäuser zur Gemeinde.[15] Von 1862 bis 1879 gehörte Volkersdorf zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.[16] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,429 km².[17]
Am 1. April 1971 wurde Volkersdorf im Rahmen der Gebietsreform in Bayern nach Sachsen eingemeindet.[18][19]
Bau- und Bodendenkmäler
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Volkersdorf
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 240 | 261 | 267 | 259 | 263 | 292 | 281 | 290 | 283 | 261 | 266 | 250 | 241 | 240 | 246 | 235 | 248 | 250 | 238 | 345 | 348 | 336 | 300 | 285 |
| Häuser[21] | 43 | 46 | 52 | 58 | 55 | 53 | 48 | 51 | 56 | |||||||||||||||
| Quelle | [22] | [23] | [24] | [24] | [25] | [26] | [27] | [28] | [29] | [30] | [31] | [32] | [33] | [32] | [34] | [32] | [35] | [32] | [32] | [32] | [36] | [32] | [17] | [37] |
Ort Volkersdorf
Religion
Volkersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt.[12] Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt,[17] heute ist die Pfarrei St. Johannes (Lichtenau) zuständig.[17][39]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Volkersdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 39 (Digitalisat).
- Hermann Dallhammer: Sachsen b. Ansbach: eine Chronik. Ansbach 1999, ISBN 3-00-005060-4, S. 103–106.
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Inaugural-Dissertation. Erlangen 1955, DNB 480570132, OCLC 872378821, S. 191.
- Georg Paul Hönn: Volckersdorff. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 539 (Digitalisat).
- Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8.
- Konrad Rosenhauer u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verlag für Behörden und Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf 1964, DNB 450093387, OCLC 17146040, S. 201.
- Georg Rusam: Geschichte der Pfarrei Sachsen und der zugehörigen Orte. C. Brügel & Sohn, Ansbach 1940, DNB 575937491, OCLC 72078529, S. 24, 312 f., 343–352 (Volltext [Wikisource]).
Weblinks
- Volkersdorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 3. September 2021.
- Volkersdorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 15. September 2019.
- Volkersdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 21. Februar 2025.
