Wendelstein (Mittelfranken)

Marktgemeinde im Landkreis Roth in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Wendelstein (fränkisch: Wändlschda[2]) ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Roth in Bayern und liegt direkt angrenzend am südlichen Stadtrand Nürnbergs.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Wendelstein (Mittelfranken)
Deutschlandkarte, Position des Marktes Wendelstein hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 21′ N, 11° 9′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Roth
Höhe: 330 m ü. NHN
Fläche: 50,88 km²
Einwohner: 16.410 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 323 Einwohner je km²
Postleitzahl: 90530
Vorwahl: 09129
Kfz-Kennzeichen: RH, HIP
Gemeindeschlüssel: 09 5 76 151
Marktgliederung: 13 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schwabacher Straße 8
90530 Wendelstein
Website: www.wendelstein.de
Erster Bürgermeister: Werner Langhans (CSU)
Lage des Marktes Wendelstein im Landkreis Roth
KarteNürnbergLandkreis Nürnberger LandLandkreis FürthSchwabachLandkreis AnsbachLandkreis Weißenburg-GunzenhausenLandkreis Neumarkt in der OberpfalzSoosAbenberger WaldDechenwaldHeidenbergForst KleinschwarzenloheBüchenbachGeorgensgmündKammersteinSchwanstettenRednitzhembachRohr (Mittelfranken)Rohr (Mittelfranken)RothThalmässingWendelstein (Mittelfranken)SpaltRöttenbach (Landkreis Roth)HilpoltsteinHeideckGredingAllersbergAbenberg
Karte
Schließen
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Wendelstein, Panorama (Luftaufnahme, 2020)
Wendelstein, Sicht von Süden (2023)

Geographie

Lage

Der Ort liegt etwa 13 km südsüdöstlich des Zentrums der Stadt Nürnberg im Schwarzachtal und ist insbesondere im südöstlichen Gemeindegebiet zu großen Teilen von Wald bedeckt. Zum Gemeindegebiet gehört auch eine ein Quadratkilometer große, unbewohnte Exklave im Lorenzer Reichswald nördlich des ehemaligen MUNA-Geländes.[3]

Die Marktgemeinde wird eingerahmt von den Autobahnen A6 im Westen, von der A73 im Norden und der A9 im Osten. Der Ludwig-Donau-Main-Kanal verläuft im Norden des Hauptortes und durchzieht den Ortsteil Röthenbach b. Sankt Wolfgang.[3]

Gemeindegliederung

Der Markt Wendelstein hat 13 Gemeindeteile. Nachstehend eine Aufstellung unter Angabe des Siedlungstyps und der jeweiligen Einwohner:[4][5][6]

Weitere Informationen Gemeindeteil, Siedlungs- typ ...
Gemeindeteil Siedlungs-

typ

Hauptwohn-

sitze (2025)

Gemeindeteil Siedlungs-

typ

Hauptwohn-

sitze (2025)

Dürrenhembach Weiler (s.Sperbersl.) Neuses Dorf 300
Erichmühle Einöde (s.Großsschw.) Raubersried Dorf 185
Großschwarzen-

lohe

Kirchdorf 3.882 Röthenbach b.

Sankt Wolfgang

Pfarrdorf 2.594
Gugelhammer Weiler Sorg Dorf (s.Großschw.)
Kleinschwarzen-

lohe

Kirchdorf 2.074 Sperberslohe Dorf 254
Königshammer Einöde (s.Kleinschw.) Wendelstein Hauptort 7.407
Nerreth Weiler (s.Röthenb.)
Schließen

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Forst Kleinschwarzenlohe (Gemarkungsteil 2), Großschwarzenlohe (Gemarkungsteil ), Kleinschwarzenlohe (Gemarkungsteil 1), Raubersried, Röthenbach bei Sankt Wolfgang und Wendelstein.[7] Die Gemarkung Wendelstein hat eine Fläche von 7,407 km². Sie ist in 4949 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1496,67 m² haben.[8][9]

Nachbargemeinden

Nachbargemeinden sind von Norden aus im Uhrzeigersinn: Nürnberg, Feucht, Schwarzenbruck, Pyrbaum (Opf.), Schwanstetten, Rednitzhembach und Schwabach.

Nürnberg

Nürnberg

Feucht

Schwabach

Kompass Schwarzenbruck

Rednitzhembach

Schwanstetten

Pyrbaum

Geschichte

Frühzeit

Durch vereinzelte Funde weiß man, dass sich schon in der Steinzeit Menschen in der Gegend des heutigen Wendelsteins aufhielten. Gräberfunde von 1984 belegen eine Besiedelung des Gebietes entlang der Schwarzach in der späten Bronzezeit um 1300 v. Chr.[10]

Ortsgründung

Die Entstehung Wendelsteins wird mit der Errichtung der Reichsburg Nürnberg um das Jahre 1040 in Verbindung gebracht. Von Nürnberg aus sei noch im 11. Jahrhundert der Königshof Wendelstein als vorgeschobener Stützpunkt der Nürnberger Reichsburg errichtet worden. An der Furt durch die Schwarzach konnten von Wendelstein aus die Verbindungswege von Nürnberg und Schwabach nach Altdorf und Allersberg überwacht werden.[11]

Der Königshof selbst wurde innerhalb der Schwarzachschleife auf der dortigen Hochterrasse rund um die heutige Kirche St. Georg lokalisiert. Die Stelle des Königshofs mit etwa 100 × 200 m Größe war so gewählt, dass der König auch auf der südlichen Seite des Reichswalds einen festen Platz hatte, von dem aus die Waldnutzung zu kontrollieren war.[11]

Der ursprüngliche Burgname bedeutet Turm mit einer Wendeltreppe.[12][13] Nach einer Legende sei der Name jedoch von den Wenden, einem slawischen Volksstamm, abgeleitet.

Wendelstein im Mittelalter

Am 6. September 1259 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, als dem Nürnberger Bürger "Arn[oldo] de Wendelsteyn" vom Bamberger Domkapitel das Propsteiamt Fürth verpachtet wurde. In Urkunden des Jahres 1273 und 1282 wird der Ort in den Schreibweisen "Wentelstein" bzw. "Wendelstaine" aufgeführt.[14] In einer Urkunde vom 22. September 1283 erscheint mit "Heroldus de Wendelstein" erstmals ein Vertreter der ortsansässigen Adelsfamilie,[11] die bis in das Jahr 1482 nachweisbar ist.[15]

Um das Jahr 1300 war das gesamte Reichsamt Wendelstein im Besitz der Nürnberger Burggrafen. Um 1336 kam es zur Teilung des Gerichts, so dass eine Hälfte Wendelsteins die Familie Amman (oder von Wendelstein) und die andere Hälfte eine sich Vogt oder Voigt nennende Familie als Reichslehen erhielten.[11] Im Jahre 1408 wurde dann die Amman-Wendelsteinsche Hälfte und 1417 die Voit'sche Hälfte des Gerichts Wendelstein nochmals geteilt, so dass der Ort vier Grundherrschaften aufwies. 1467 kaufte dann das Neue Spital zum Heiligen Geist in Nürnberg drei dieser Viertel, während der Ansbacher Markgraf von Brandenburg ein Viertel Wendelsteins erwarb.[16]

Die an der Schwarzach liegenden Gemeindeteile Wendelsteins waren von 1505 bis 1806 Grenzorte zwischen den Landgebieten der Reichsstadt Nürnberg und dem Fürstentum Ansbach.

Die erste Erwähnung einer Kirche, vermutlich eine Kapelle, stammt aus dem Jahr 1325. Aus dieser entstand im 14. Jahrhundert die Wehrkirche St. Georg; sehenswert ist der renovierte Dreikönigs-Flügelaltar aus dem Jahr 1510 von Hans Süß von Kulmbach. Es gab am Ort insgesamt sechs Herrenhöfe[17], von denen drei noch stehen (das „Wendelsteiner Schlösschen“, Kirchenstraße 3, das „Pfinzingschlösschen“, Mühlstraße 9, und das Herrenhaus der „Endterschen Papiermühle“, Fabrikstraße 16, welches 1630 der bedeutende Drucker und Buchhändler Wolfgang Endter (1593–1659) errichten ließ).[18]

Ab dem 15. Jahrhundert waren Messerer und Klingenschmiede in Wendelstein ansässig.

Das neuzeitliche Wendelstein

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wendelstein 111 Anwesen, zwei Amtshäuser, ein Schulhaus, eine Gerichtschreiberei, ein Hirtenhaus, eine Hebammenwohnung, ein Pfarrhaus, ein Mesnerhaus und eine Pfarrkirche. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Wendelstein aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte zu 14 das Richteramt Wendelstein und zu 34 das Spitalamt Heilig Geist der Reichsstadt Nürnberg inne. Grundherren waren

  • das Fürstentum Ansbach (Richteramt Wendelstein: 5 Häuser; Gemeinde Wendelstein: 12 Häuser, 2 Halbhäuser; Pfarrei Wendelstein: 2 Tafernwirtschaften, 12 Häuser; Kirchenstiftung Wendelstein: 1 Tafernwirtschaft, 2 Häuser),
  • die Reichsstadt Nürnberg (Spitalamt Hl. Geist: 1 Ganzhof, 1 Halbhof, 1 Gut mit Zapfenwirtschaft, 7 Tafernwirtschaften, 43 Häuser, 2 Hufschmieden, 1 Papiermühle, 1 Klingenschmiede mit Schleifmühle, 1 Schäfershof; 1 ehemaliges Badhaus; Pfinzing-Stiftung: 1 Halbhof, 1 Halbhof mit Tafernwirtschaft, 10 Häuser, 1 Herrenhäuslein, 1 Eisenhammer, 1 Mahlmühle),
  • der Nürnberger Eigenherr von Behaim (3 Häuser).[19]

Es gab 105 Untertansfamilien, von denen 79 ansbachisch waren.[20]

19. bis 21. Jahrhundert

Hafen in Wendelstein

Von 1797 bis 1808 unterstand Wendelstein dem Justiz- und Kammeramt Schwabach. 1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Wendelstein gebildet, zu der Zollhaus gehörte. 1818 entstand die Ruralgemeinde Wendelstein, die mit dem Steuerdistrikt deckungsgleich war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schwabach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Schwabach (1919 in Finanzamt Schwabach umbenannt). Ab 1862 gehörte Wendelstein zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Schwabach (1879 in Amtsgericht Schwabach umbenannt).[21] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,295 km².[22]

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert siedelten sich Drechsler und Metalldrücker an, der Sandsteinabbau in Wernloch wurde intensiviert. Im Jahre 1843 wurde der Ludwig-Donau-Main-Kanal im Norden von Wendelstein gebaut, 1886 wurde der Hafen Wendelstein zusätzlich mit der Bahnstrecke Feucht–Wendelstein erschlossen.

Im Jahre 1886 nahm die Bahnstrecke Feucht–Wendelstein den Betrieb auf, 1955 wurde der Personenverkehr eingestellt. Mit der Beendigung des Güterverkehrs 1960 wurden die Gleise abgebaut.

Historische Einwohnerzahlen

Ort Wendelstein (= Gemeinde Wendelstein bis zur Gebietsreform)

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 1818184018521855186118671871187518801885189018951900190519101919192519331939194619501952196119701987
Einwohner 1137111413431285131012551263133913471394143317181600160016281520164018011985260528272745296047355642
Häuser[23] 1601451751922032102262994721546
Quelle [24][25][26][26][27][28][29][30][31][32][33][26][34][26][35][26][36][26][26][26][37][26][22][38][39]
Schließen

Eingemeindungen

Am 1. Juli 1971 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Raubersried eingegliedert.[40] Am 1. Mai 1978 kamen Röthenbach, Groß- und Kleinschwarzenlohe mit ihren Gemeindeteilen dazu.[41]

Einwohnerentwicklung

Dargestellt wird hier die summarische Entwicklung der Hauptwohnsitze aller heutigen Ortsteile Wendelsteins. Zwischen 1987 und 2025 wuchs die Einwohnerzahl des Marktes Wendelstein von 13.809 auf 16.696 um 2.887 Einwohner bzw. um 20,9 %.

Quellen: 1840–2015[42] / 2020–2024[43] / 2025[6]

Gebäudeverteilung

Weitere Informationen Gebäude- und Wohnungsbestand am 31.12.2024 ...
Gebäude- und Wohnungsbestand am 31.12.2024[43]
Anzahl der Wohngebäude 4.975
Anteil der Gebäude mit 1 Wohnung 77,0 %
Anteil der Gebäude mit 2 Wohnungen 11,5 %
Anteil der Gebäude mit 3 oder mehr Wohnungen 11,5 %
Anzahl der Wohnungen in Wohngebäuden und Nichtwohngebäuden 7.989
Durchschnitt Einwohner je Wohnung 2,06
Durchschnittl. Wohnfläche je Wohnung 110,3 m²
Schließen

Politik

Kommunalwahl 2026
Wahlbeteiligung: 64,71 % (+3,38 %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,43 %
21,99 %
13,51 %
10,87 %
9,48 %
2,45 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
−4,24 %p
−2,90 %p
−4,36 %p
+10,87 %p
+1,88 %p
−0,53 %p

Marktgemeinderat

Neues Rathaus Wendelstein

Der Marktgemeinderat besteht aus 24 Mitgliedern. Bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 führte das Ergebnis zu folgender Sitzverteilung:

ParteiCSUSPDGrüneFWFDP AFD Gesamt
2026[44] 10 5 3 2 1 3 24 Sitze
2020[45]116421 24 Sitze
2014[42] 11 9 2 2 24 Sitze

Bürgermeister

Seit Mai 2008 ist Werner Langhans (CSU) Bürgermeister. Er wurde bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 mit 57,3 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt. Auf die Mitbewerber entfielen

  • Maximilian Lindner (SPD) 27,5 %
  • Carolin Töllner (Grüne) 8,7 %
  • Stefan Stromberger (FDP) 6,5 %[46]

Gemeindepartnerschaften

Seit 2001 bestehen Gemeindepartnerschaften mit Saint-Junien, Frankreich und Żukowo, Polen.[47]

Wappen und Flagge

Wappen
Wappen von Wendelstein
Wappen von Wendelstein
Blasonierung: „In Rot ein silbern gekleideter Steinhauer mit Kappe und goldenem Schurzfell, der auf silbernem Boden steht und einen behauenen silbernen Stein auf der Spitze wendet.“[48]
Wappenbegründung: Das Gericht Wendelstein erhielt 1529 ein Siegel, darin ein Mann, der einen Quaderstein wendet. Er steht redend für den Ortsnamen. In den späteren Siegeln nach 1638 wird der Mann als Steinhauer dargestellt als Hinweis auf das hiesige Steinhauergewerbe. Die erste farbige Abbildung ist aus dem Jahr 1718 belegt. Als Steinrelief ist das Wappen auf dem Marktbrunnen von 1878 überliefert.
Flagge

Die Gemeindeflagge ist weiß-rot.[49]

Mittelzentrum

Gedenkstein Mittelzentrum

Die Marktgemeinden Feucht und Wendelstein sowie die Gemeinde Schwarzenbruck bilden zusammen ein Mittelzentrum. Hier sind Einrichtungen der Aus- und Weiterbildung, weiterführende Schulen (z. B. Gymnasien und Realschulen) sind hiernach vor allem in Mittel- und Oberzentren anzusiedeln. Auch bei der Standortwahl für staatliche Behörden gilt dieses. Am 13. Juli 2018 wurde zur Erhebungsfeier von Markus Söder ein Gedenkstein am Alten Kanal eingeweiht. Am Standort befinden sich Informationstafeln der Gemeinden.[50]

Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft

Es gibt drei ausgewiesene Industriegebiete in den Gemeindeteilen Wendelstein und Röthenbach bei Sankt Wolfgang. Zum Gemeindegebiet gehört auch ein Teil des Gewerbeparks Nürnberg-Feucht (die anderen Teile gehören zur Stadt Nürnberg und zum Markt Feucht) und ein kleinerer Teil der Autobahnraststätte Nürnberg/Feucht (der größere Teil gehört zur Gemeinde Schwarzenbruck). Nicht zum Gemeindegebiet gehört der Forst Kleinschwarzenlohe, der gemeindefreies Gebiet ist.

Verkehr

Die Staatsstraße 2239 führt an Röthenbach vorbei zur Anschlussstelle 47-Ost der Bundesautobahn 73 (2,6 km nordöstlich) bzw. über Kleinschwarzenlohe und Neuses zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 2 (6 km südwestlich). Die Staatsstraße 2225 führt zur Anschlussstelle 47-West der B 73 (1 km nördlich) bzw. über Sperberslohe nach Allersberg in der Nähe der Anschlussstelle 55 der Bundesautobahn 9 (14 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Großschwarzenlohe zur Kreisstraße RH 1 (2,7 km südwestlich), nach Röthenbach (2 km nordöstlich) und nach Raubersried (1 km südlich).[3]

In Wendelstein selbst gibt es keinen Bahnhof mehr, die Strecke aus Feucht wurde Anfang der 1960er-Jahre eingestellt und abgebaut. Jedoch verläuft durch das östliche Gemeindegebiet die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt. Im benachbarten Ort Feucht gibt es zwei Halte der S-Bahn Nürnberg.

Der Flughafen Nürnberg ist zirka 15 Kilometer Luftlinie von der Gemeinde entfernt, mit dem Auto ist er in zirka 30 Minuten zu erreichen.

Bildung, Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Gemeindebibliothek
  • Metalldrücker- und Drechslermuseum

Schulen und Kindergärten

  • neun Kindergärten und zahlreiche Horte in den Ortsteilen
  • vier Grundschulen in den Ortsteilen Röthenbach, Wendelstein, Groß- und Kleinschwarzenlohe
  • Mittelschule und M-Zweig der Hauptschule
  • Gymnasium, (im Schuljahr 2017/18 erster Abiturjahrgang)[51]
  • Waldorfschule[52]

Sonstiges

  • Volkshochschule
  • Mehrere private Gesangs- und Musikschulen[53]
  • Eine Reitschule und zwei Gestüte

Bauwerke, Denkmäler und Sehenswertes

Ortszentrum mit Wendenbrunnen
  • das historische Ensemble im Ortskern von Wendelstein, auch Altort genannt
Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Georg
Katholische Kirche St. Nikolaus

Veranstaltungen

Seit 1993 findet jährlich (mit Ausnahme der Jahre 2020 und 2021 aufgrund der COVID-19-Pandemie) Ende April das überregional bekannte New-Orleans-Music-Festival statt, seit dem Jahr 2013 unter dem Namen Jazz & Blues Open Wendelstein.[55]

Am letzten Juni-Wochenende wird die Wendelsteiner Kirchweih gefeiert, die sich durch den ganzen Altort und einen Teil der Röthenbacher Straße erstreckt. Anfang September folgt das Backofenfest, das seit 1987 der Heimatverein organisiert. In der Adventszeit gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt im Altort. Weitere Veranstaltungen finden regelmäßig im Casa de la Trova und in der Jegelscheune statt.[56][57]

Sport

Der TSV 1893 Wendelstein e. V., kurz TSV Wendelstein[58], ist ein Mehrspartensportverein mit 11 Abteilungen, der neben Handball u. a. auch die Sportarten Fußball, Leichtathletik, Segeln, Tennis, Tischtennis und Turnen anbietet

Handball: Die TSV-Handballabteilung[59] hatte große Erfolge mit der mittelfränkischen Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die fünftklassige „Bayerische Landesliga“. Der TSV Wendelstein nimmt mit zwei Herrenmannschaften, zwei Damenteams und mehreren Nachwuchsmannschaften am Spielbetrieb des Bayerischen Handballverbandes (BHV) teil. Das erste Damenteam spielt in der Saison 2024/25 in der Regionalliga und die Männermannschaft in der Bezirksliga Mittelfranken.

  • Nordbayerischer Landesligameister und Aufstieg in die „Regionalliga“ (Frauen) 2024/25

Persönlichkeiten

Johannes Cochläus Kupferstich16. Jahrhundert
  • Johannes Cochläus (* 10. Januar 1479 in Raubersried; † 11. Januar 1552 in Breslau), Humanist und Theologe
  • Christoph Hieronymus Voit von Wendelstein († 18. August 1718 in St. Jobst), Jurist in Nürnberg[60][61]
  • Wilhelm Jegel (* 3. Mai 1826 in Nürnberg; † 24. Oktober 1890 in Wendelstein), Bürgermeister von 1870 bis 1890, Reichstags- und Landtagsabgeordneter, Steinbruchbesitzer
  • Richard Klein (* 11. Dezember 1934 in Fürth; † 20. November 2006), Althistoriker, außerplanmäßiger Professor für Alte Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg, lebte in Wendelstein.[62]
  • Adam Scharrer (* 13. Juli 1889 in Kleinschwarzenlohe; † 2. März 1948 in Schwerin), Schriftsteller
  • Anton Hausladen (* 7. März 1894 in Wendelstein; † 12. September 1949 in Fürth), KPD-Funktionär, Gewerkschaftsfunktionär und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Hans Hausladen (* 19. Januar 1901 in Wendelstein; † 10. August 1938), Bergmann, Politiker und Gewerkschafter
  • Alfons Hutter (* 1953 in Wendelstein), katholischer Geistlicher
  • Siegfried Wentz (* 7. März 1960 in Röthenbach bei Sankt Wolfgang), Leichtathlet, Zehnkämpfer, Medaillengewinner bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften

Literatur

Commons: Wendelstein (Mittelfranken) – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Fußnoten

Related Articles

Wikiwand AI