Wiesthal

Gemeinde im Landkreis Main-Spessart in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Wiesthal ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Partenstein.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Wiesthal
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wiesthal hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 50° 2′ N,  26′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Main-Spessart
Verwaltungs­gemeinschaft: Partenstein
Höhe: 250 m ü. NHN
Fläche: 9,24 km²
Einwohner: 1232 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97859
Vorwahl: 06020
Kfz-Kennzeichen: MSP
Gemeindeschlüssel: 09 6 77 200
Gemeindegliederung: 2 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 24
97846 Partenstein
Website: vg-partenstein.de
Erster Bürgermeister: Karl-Heinz Hofmann
Lage der Gemeinde Wiesthal im Landkreis Main-Spessart
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Geografie

Geografische Lage

Wiesthal liegt in der Region Main-Spessart, im Tal des Aubachs im Hochspessart. Der topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich mit 419 m ü. NHN (Lage) an der Baßhöhe, westlich von Wiesthal, der niedrigste liegt am Aubach auf 197 m ü. NHN (Lage).

Gemeindegliederung

Es gibt zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Es gibt die Gemarkungen Krommenthal, Partensteiner Forst (Gemarkungsteil 2) und Wiesthal.[4] Die Gemarkung Wiesthal hat eine Fläche von 7,086 km². Sie ist in 2627 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2697,45 m² haben.[5][6]

Nachbargemeinden

Heinrichsthaler Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Markt
Frammersbach
Frammersbacher Forst
und
Partensteiner Forst
(Gemeindefreie Gebiete)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Markt
Frammersbach
Gemeinde
Neuhütten
Partensteiner Forst
(Gemeindefreies Gebiet)

Name

Etymologie

Der ursprüngliche Name Wiesentau geht auf die mittelhochdeutschen Worte Wisent für Wisent und ouwe für Aue zurück. Demnach bedeutet der Name Bachwiese in der Wiesente leben. Es gab im 14. Jahrhundert einen sinngemäßen Namenswechsel, der den Ort in Wiesen(bach)tal umbenannt hat. Dieser Name hat seinen Ursprung im Tal des Wiesenbachs (heute Aubach) an dem der Ort liegt. Zeitweise taucht im Namen das Adjektiv wüeste für wüst oder verlassen auf, das wohl auf die einsame Lage im Tal hinweist.[7]

Frühere Schreibweisen

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[7]

  • 1325 Wysintau
  • 1339 Wisenthau
  • 1345 Wisentall
  • 1358 Wisental
  • 1477 Wüstental
  • 1525 Wißtal
  • 1526 Wustenthall
  • 1637 Wiesental
  • 1675 Wistall
  • 1694 Wüsthall
  • 1810 Wiesthal
  • 1832 Pfarrdorf am Wiesenbache

Geschichte

Katholische Pfarrkirche St. Andreas in Wiesthal

Bis zur Gemeindegründung

Wiesthal ist ein alter Glasmacherort und wurde urkundlich erstmals im Jahr 1057 erwähnt. Das Flüsschen Aubach trennte den Ort früher in zwei Teile, die zum Bistum Mainz bzw. zur Grafschaft Rieneck gehörten. Nach dem Erlöschen der Grafen von Rieneck fiel auch dieser Teil des Ortes dem Erzstift Mainz zu. Das Amt des Erzstifts Mainz wurde 1803 zugunsten des Fürstprimas von Dalberg säkularisiert und fiel mit dessen Fürstentum Aschaffenburg 1814 (als ein Departement des Großherzogtums Frankfurt) an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Verwaltungsgeschichte

Im Jahr 1862 wurde das Bezirksamt Aschaffenburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Wiesthal lag. Am 1. Januar 1880 kam Wiesthal jedoch anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter zum Bezirksamt Lohr am Main. Wie überall im Deutschen Reich wurde 1939 die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Wiesthal war nun eine Gemeinde im Landkreis Lohr am Main. Mit der Auflösung des Landkreises Lohr am Main kam Wiesthal am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später seinen endgültigen Namen Landkreis Main-Spessart erhielt.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Krommenthal eingegliedert.[8]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 1961 1970 1987 1991 995 2000 2005 2010 2015 2020
Einwohner 1346 1375 1407 1428 1490 1492 1450 1393 1352 1279
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Politik

Bürgermeister

Seit 1. Mai 2020 ist Karl-Heinz Hofmann Bürgermeister; er wurde am 15. März 2020 mit 87,8 % der Stimmen gewählt. Sein Vorgänger war vom 1. Juli 2001 bis 30. April 2020 Andreas Zuschlag (Freie Wähler), welcher 2014 zuletzt im Amt bestätigt wurde.[9]

Gemeinderat

Die Kommunalwahlen 2002, 2008, 2014 und 2020 führten zu folgenden Sitzverteilungen im Gemeinderat:

2002 2008 2014 2020
CSU 3 4 4
Freie Wähler 5 5 6
SPD 4 3 2
Gemeinsame Liste für Wiesthal/Krommenthal 12[10]

Bei der Gemeinderatswahl am 15. März 2020 lag die Wahlbeteiligung bei 75,23 Prozent.

Wappen

Blasonierung: „Neunmal geteilt von Rot und Gold; belegt mit einem silbernen Andreaskreuz, dem zwei gekreuzte rote Glaspfeifen aufgelegt sind.“[11]

Gemeindepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • katholische Pfarrkirche St. Andreas, erbaut 1599/1600
  • Ruh- oder Mühlhansenmühle, letzte von früher sechs Mühlen im Ort
  • Brauchtum: Faselsrad (Foaseltsroad), am Faschingsdienstag
  • Waldlehrpfad des Spessartbundes

Bau- und Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 208 und im Bereich Handel und Verkehr 14 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 33 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 526. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen, im Bauhauptgewerbe einen Betrieb. Zudem bestanden im Jahr 1999 zwei landwirtschaftliche Betriebe.

Größter Arbeitgeber ist die Firma Wenzel-Präzision.

Verkehr

Am westlichen Ende des Ortsteils Krommenthal liegt der Bahnhof Wiesthal an der Main-Spessart-Bahn. Es halten Züge der Linie RE 54/55 (Bamberg / Würzburg - Gemünden (Main) - Aschaffenburg - Maintal / Offenbach (Main) - Frankfurt (Main)), welche sich zum Stundentakt ergänzen. Werktags verdichten Züge der Linie RB 79 (Gemünden (Main) - Aschaffenburg) in der Hauptverkehrszeit das Angebot.

Bildung

  • Kindergarten
  • Grundschule

Einzelnachweise

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