Zoran Đinđić
serbischer Politiker und Schriftsteller
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Zoran Đinđić (, serbisch-kyrillisch Зоран Ђинђић; * 1. August 1952 in Bosanski Šamac, Jugoslawien; † 12. März 2003 in Belgrad, Serbien und Montenegro) war ein serbischer Politiker und Philosoph. Đinđić war Oberbürgermeister von Belgrad und von 2001 bis 2003 serbischer Ministerpräsident. Zudem war er mehrere Jahre Parteivorsitzender der Demokratska Stranka (DS).


Đinđić engagierte sich zunächst als Oppositionspolitiker gegen den langjährigen serbischen Machthaber Slobodan Milošević. Bei dessen Sturz durch einen friedlichen Aufstand am 5. Oktober 2000 nahm Đinđić eine Schlüsselrolle ein. Anschließend wurde er der erste demokratisch gewählte Ministerpräsident Serbiens. Đinđić übernahm die Geschicke eines Landes, das durch die Jugoslawienkriege und die Bombardierungen durch die NATO verwüstet war und wirtschaftlich am Boden lag. Um das Land aus dieser Krise zu führen, strebte er eine Integration Serbiens in Europa an. Er galt als pragmatischer Politiker, der sich auch nicht davor scheute, Entscheidungen zu treffen, die ihm eigentlich widerstrebten, sofern sie aus seiner Sicht notwendig waren. Feinde machte er sich durch seinen Kampf gegen Korruption und das organisierte Verbrechen in Serbien. Auch die Auslieferung Miloševićs an das Den Haager Kriegsverbrechertribunal machte ihn bei vielen Serben verhasst. Am 12. März 2003 wurde Đinđić von einem Attentäter ermordet.
Nach seinem Tod wurde Đinđić von vielen zu einer politischen Lichtgestalt, die ihren Zeitgenossen weit voraus war, stilisiert. Heute versuchen selbst ehemalige Gegner von ihm, aus der Erinnerung an ihn politisches Kapital zu schlagen.
Leben
Frühe Jahre und Studium
Đinđić wurde 1952 als Sohn eines Offiziers der Jugoslawischen Volksarmee und einer Hausfrau in Bosanski Šamac in Bosnien geboren. Laut Đinđić war sein Vater zur damaligen Zeit der einzige Offizier in der Armee, der nicht Mitglied in der Regierungspartei Bund der Kommunisten Jugoslawiens war. Wenngleich er Josip Broz Tito unterstützt habe, sei er nicht politisch gewesen.[1] Seine Kindheit verbrachte Đinđić zunächst in Travnik, bevor die Familie aufgrund der Versetzung des Vaters 1968 nach Belgrad zog. 1971 begann Đinđić an der Universität Belgrad Philosophie zu studieren. Das Klima dort war damals immer noch stark durch die 68er-Bewegung geprägt, auch in Jugoslawien hatte es große Studierendenproteste gegeben. Đinđić knüpfte zunächst Kontakte zur Praxis-Gruppe, einem Zusammenschluss jugoslawischer Philosophen und Sozialwissenschaftler, die einen undogmatischen Marxismus vertraten und jährlich eine Sommerschule auf der Insel Korčula veranstalteten. Außerdem engagierte er sich im Studierendenrat der Universität Belgrad, dessen Vorsitzender er auch bald wurde. Im Rückblick gab Đinđić an, damals der Überzeugung gewesen zu sein, dass Tito und die Regierungspartei den Kommunismus verraten hätten und eine neue Organisation nötig sei, um die wahren Interessen der Arbeiter zu vertreten.[2] Im Jahr 1974 verabschiedeten die Studierendenräte der Universitäten Belgrad, Zagreb und Ljubljana eine regierungskritische Resolution, was dazu führte, dass Đinđić und einige seine Mitstreiter verhaftet wurden.[3] Er wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Aufgrund der Intervention von Heinrich Böll und Willy Brandt musste Đinđić allerdings nur zwei Monate dieser Strafe absitzen.[4]
Kurz nach seiner Haftentlassung beendete Đinđić sein Studium und trat anschließend eine Stelle als Gymnasiallehrer an. Ihm wurde aber schnell wieder gekündigt, als herauskam, dass er als vorbestraft galt.[5] Kurz darauf lernte Đinđić in Belgrad jedoch zufällig Jürgen Habermas kennen, der ihn einlud, sein Studium in Deutschland fortzusetzen. Dieser Empfehlung folgte Đinđić 1977, nachdem er seinen zunächst beschlagnahmten Pass zurückerhalten hatte, und studierte in Frankfurt am Main und in Heidelberg. Später wechselte er an die Universität Konstanz und kam in einer von Ivan Glaser gegründeten Wohngemeinschaft unter. Im Jahr 1979 stellte Đinđić seine Doktorarbeit bei Albrecht Wellmer in Philosophie fertig. Sie trägt den Titel Marx’ kritische Gesellschaftstheorie und das Problem der Begründung. In ihr unterzieht Đinđić die Ansichten von Karl Marx zur Verfasstheit der Gesellschaft im Kapital einer grundsätzlichen Kritik.
Nach der Promotion kehrte Đinđić kurzfristig nach Jugoslawien zurück, um seinen Militärdienst abzuleisten. Im Jahr 1981 zog er wieder nach Frankfurt am Main, wo seine damalige Partnerin, die Philosophin Dunja Melčić, wohnte. In den folgenden Jahren war er vor allem als Wissenschaftler produktiv. Von 1982 bis 1984 forschte Đinđić als Stipendiant der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Darüber hinaus war er als Übersetzer tätig und beschäftigte sich intensiv mit verschiedenen (auch bürgerlichen) Philosophen wie Edmund Husserl, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Reinhart Koselleck oder Max Weber.[6] Ebenso wurde 1987 seine überarbeitete Dissertation und 1988 eine Sammlung von Aufsätzen und Essays unter dem Titel Jugoslavija Kao Nedovršena Država („Jugoslawien als unvollendeter Staat“) als Buch veröffentlicht. Das letztere Werk stellt eine grundsätzliche Kritik am politischen System Jugoslawiens dar, welches nach Đinđićs Ansicht die Macht von Entscheidungsträgern nicht wirkungsvoll begrenzte und politischer Willkür Vorschub leistete. Außerdem argumentierte er, dass das föderale System Jugoslawiens vor allem auf der territorialen Trennung unterschiedlicher ethnischer Gruppen basiere und daher Minderheitenrechte kaum durchsetzbar seien. Der Historiker Aleksandar Miletić hält die Kritik Đinđićs zwar an manchen Stellen für zu streng, hebt aber positiv hervor, dass jener den damals auch in der Opposition salonfähigen Ethnonationalismus kaum reproduziere.[7] Die Slavistin Željana Tunić merkt zudem an, dass Jugoslavija Kao Nedovršena Država die endgültige Abkehr Đinđićs vom Sozialismus dokumentiere.[8] Die wissenschaftliche Tätigkeit war zwischen 1981 und 1989 allerdings nicht Đinđićs einzige Einnahmequelle: Ebenso verkaufte er zu dieser Zeit Textilmaschinen von Deutschland nach Jugoslawien.[9]
Rückkehr nach Jugoslawien

Ab 1986 war Đinđić beim Institut für Philosophie und Gesellschaftstheorie in Belgrad beschäftigt und deshalb zeitweise immer wieder in Jugoslawien. 1989 kehrte er endgültig zurück, um an der Universität Novi Sad zu lehren. Die Gründe für seine Rückkehr waren sowohl persönlicher als auch politischer Natur: Einerseits heiratete er die Juristin Ružica Pavlović und ihre gemeinsame Tochter wurde geboren. Andererseits war überall im sozialistischen Osteuropa spürbar, dass es mehr politische Handlungsspielräume gab. Deshalb gründete Đinđić 1989 mit anderen serbischen Dissidenten die Demokratska Stranka (DS) neu. Sie war 1945 nach der Machtübernahme der Kommunisten verboten worden. Schon früh nach der Neugründung kam es zu Streitigkeiten über die politische Ausrichtung der Partei, die zum Austritt verschiedener Gründungsmitglieder führten. Danach mäanderte die DS lange Zeit zwischen bürgerlich-demokratischen und ethnonationalistischen Positionen, was auch mit den Geschehnissen in Jugoslawien zu tun hatte: Nach dem Zerfall der Sowjetunion begann auch die Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien ab dem Jahr 1990 zusammenzubrechen. 1991 erklärten zunächst die Teilstaaten Slowenien und Kroatien ihre Unabhängigkeit. Serbiens Präsident Slobodan Milošević, der in Anbetracht des spürbaren Zerfalls Jugoslawiens zunehmend einen aggressiven großserbischen Nationalismus vertrat, war jedoch nicht bereit, dies zu akzeptieren. Dies führte zum 10-Tage-Krieg mit Slowenien und dem bis 1995 andauernden Kroatienkrieg.[10] Mit den so beginnenden Jugoslawienkriegen wollte Milošević auch seine allmählich bröckelnde Machtposition sichern.[11] In den verschiedenen Teilrepubliken reagierten sowohl Regierungs- als auch Oppositionspolitiker auf den Zerfall Jugoslawiens, indem sie den jeweils anderen ethnischen Gruppen die Schuld an der Staatskrise gaben. Đinđić beteiligte sich jedoch nicht an dieser Form des Othering, sondern war der Ansicht, dass ein friedliches Zusammenleben der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Jugoslawiens durch eine weitreichende Demokratisierung ermöglicht werden könnte.[12]
Nachdem Đinđić 1990 erstmals ins serbische Parlament gewählt worden war, schickte er sich 1994 an, Vorsitzender der DS zu werden und somit Dragoljub Mićunović zu beerben. Mićunović, der als politischer Mentor Đinđićs galt, wollte seinen Posten allerdings nicht abgeben, was zu Konflikten zwischen den beiden Männern führte.[13] Bei einer Parteikonferenz erklärte Đinđić: „Mićunovićs Zeit ist vorbei [...]. Mićunović ist nicht Tina Turner, die jetzt besser singt als mit dreißig.“[14] Am Ende wurde Đinđić zum neuen Vorsitzenden der Partei gewählt. Noch im selben Jahr traf er sich mit Radovan Karadžić, der damals Präsident der Republika Srpska war und dessen Truppen gerade Sarajevo belagerten. Diese Annäherung an Karadžić, der einen Krieg führte, um die Republika Srpska mit Serbien zu vereinigen, brachte Đinđić sowohl Kritik von Kriegsgegnern als auch Lob von serbischen Nationalisten ein. Đinđić rechtfertigte die Zusammenkunft später mit der Aussage, er habe Karadžić zur Aufnahme von Friedensgesprächen bewegen wollen.[15]
Im November 1996 fanden in Serbien Kommunalwahlen statt, zu denen die DS als Teil des Oppositionsbündnisses Zajedno (Deutsch: „Zusammen“) gemeinsam mit der Demokratischen Partei Serbiens (DSS), der Bürgerallianz und der Serbischen Erneuerungsbewegung (SPO) antrat. Das Bündnis kritisierte neben Milošević autokratischen Führungsstil auch dessen Kriegspolitik, weswegen Oppositionelle von den von den Sozialisten gesteuerten Medien des nationalen Verrats bezichtigt wurden.[16] Zajedno konnte dennoch vor allem in größeren Städten Erfolge feiern. Daraufhin wurden zahlreiche Wahlergebnisse von der Regierung annulliert und am 27. November Neuwahlen durchgeführt, die von Zajedno wegen befürchteter Wahlfälschungen boykottiert wurden. Bei den Neuwahlen siegten vor allem regierungsnahe Kandidaten. Diese Vorkommnisse führten zu massiven Protesten, woraufhin die Wahlsiege der Opposition doch anerkannt wurden. Đinđić wurde Belgrads erster nicht-kommunistischer Bürgermeister nach dem Zweiten Weltkrieg. Allerdings kam es bald zu internen Konflikten im Oppositionsbündnis, insbesondere zwischen Đinđić und dem nationalistisch eingestellten Vuk Drašković von der SPO. Letztlich kündigte Đinđić an, dass die DS die serbischen Parlamentswahlen 1997 boykottieren würde, und Zajedno zerbrach.[17] Das Bündnis aus Parteien, die lediglich die Ablehnung Slobodan Miloševićs einte, hatte nur einige Monate lang Bestand. Im Belgrader Stadtrat wurde Đinđić Ende September 1997 mit Stimmen der ehemaligen Verbündeten wieder abgewählt. Drašković und seine Partei verbündeten sich anschließend mit den Sozialisten, was die Opposition weiter schwächte.[18] Đinđićs Nachfolger als Belgrader Bürgermeister wurde Spasoje Krunić von der SPO.
Im Februar 1998 begann der Kosovokrieg, in dem die serbische Seite mehrere Kriegsverbrechen begang. Im März 1999 starteten die Streitkräfte der NATO deshalb die Operation Allied Force und bombardierten jugoslawische Ziele. Diese Eskalation des Krieges hatte zur Folge, dass Milošević, mittlerweile nicht mehr Präsident Serbiens, sondern der Bundesrepublik Jugoslawien, die Opposition immer heftiger unterdrückte und teilweise Oppositionelle auch ermorden ließ. Der um sein Leben fürchtende Đinđić ging wie viele andere vorübergehend ins Exil nach Montenegro.[19] Eine Anklage wegen Wehrdienstverweigerung wurde im August 1999, einen Monat nach Đinđićs Rückkehr nach Belgrad, wieder fallengelassen.[20] Nach Ende des Krieges kritisierte Đinđić das Vorgehen der NATO in einem Interview mit der taz, da es den Patriotismus der serbischen Bevölkerung gestärkt und zu einer weitreichenden Solidarisierung mit Milošević geführt habe. Zudem hielt Đinđić ein friedliches Zusammenleben verschiedener Bevölkerungsgruppen im Kosovo nach dem NATO-Einsatz für unvorstellbar.[21]
Bei den jugoslawischen Präsidentschaftswahlen im September 2000 wirkte Đinđić als Wahlkampfleiter des aus 18 Parteien bestehenden Bündnisses Demokratische Opposition Serbiens (DOS), die den Kandidaten Vojislav Koštunica unterstützte. Obwohl Koštunica die Wahl gegen Slobodan Milošević gewann, erklärte sich Letzterer zum Wahlsieger. Dies löste mehrtägige Streiks und Massenproteste aus. Am 5. Oktober 2000 demonstrierten Zehntausende in Belgrad und besetzten das Parlament. Milošević floh und Koštunica konnte sein neues Amt antreten. Am Vorabend der Massenproteste traf sich Đinđić mit Milorad Ulemek, genannt „Legija“. Ulemek war Anführer der Jedinica za specijalne operacije (JSO), einer paramilitärischen Spezialeinheit, die dem Regime nahestand. Đinđić gelang es, Ulemek davon zu überzeugen, nicht mit Waffengewalt gegen die Demonstrierenden vorzugehen und so vermutlich ein Blutbad zu verhindern. Er selbst sagte diesbezüglich allerdings: „Der 5. Oktober ist niemandem zu verdanken, außer denen, die legal an den Wahlen teilgenommen haben, und den Bürgern, die am 5. Oktober auf die Straße gegangen sind.“[22]
Nach dem Sturz des Milošević-Regimes führte Đinđić die DOS in die Parlamentswahlen im Dezember 2000. Dem Bündnis gelang ein überwältigender Wahlsieg und es erlangte die absolute Mehrheit im Parlament. Am 25. Januar 2001 wurde Zoran Đinđić zum serbischen Ministerpräsidenten ernannt.
Đinđić als Ministerpräsident
Reformen

Đinđić war bestrebt, marktwirtschaftliche Strukturen in Serbien aufzubauen. So brachte seine Regierung erste Privatisierungen und eine Liberalisierung der Preise auf den Weg. Des Weiteren forcierte Đinđić eine Integration Serbiens in Europa und verfolgte langfristig das Ziel eines Beitritts Serbiens in die Europäische Union. Auch wenn vor allem die wirtschaftlichen Reformen von westlichen Regierungen begrüßt wurden, verbesserten sich die Lebensumstände der Bevölkerung zunächst kaum.[23]
Ebenso strebte Đinđić eine weitreichende Demokratisierung des Staatsapparates an. Unter Präsident Milošević waren Politik und Wirtschaft eng mit dem organisierten Verbrechen verflochten. Đinđić versuchte, den Einfluss von Kriminellen auf staatliche Institutionen zurückzudrängen. Personen im Staatsdienst, denen Kontakte zu kriminellen Gruppen oder zu Milošević nachgewiesen werden konnten, wurden entlassen. So verloren auch Geheimdienstchef Andrija Savić und sein Stellvertreter Milorad Bracanović ihre Stellung, nachdem beide von Ljubiša Buha, einem ehemaligen Anführer des kriminellen Surčin-Clans, belastet worden waren. Buha hatte sich nach einem gescheiterten Mordanschlag auf seine Person, der vermutlich vom konkurrierenden Zemun-Clan, der damals mächtigsten Gruppierung innerhalb der serbischen Mafia, beauftragt worden war, der serbischen Regierung als Kronzeuge angeboten, um bei der Aufklärung einer Reihe von ungelösten Morden zu helfen. Durch die darauffolgende Entlassung von Savić und Bracanović verlor der Zemun-Clan zwei hochrangige Verbündete innerhalb des Staatsapperates. Jedoch ging die Regierung davon aus, dass es mindestens einen weiteren Spitzel in den Reihen des Sicherheitsapperates gab, der weiterhin Interna an kriminelle Gruppen weitergab.[24] Deshalb wurde ein neues Gesetz gegen das organisierte Verbrechen beschlossen. Mit ihm wurde eine spezielle Kammer am obersten Gericht Serbiens geschaffen, welche die Aufgabe hatte, Mitglieder krimineller Vereinigungen zu verurteilen. Darüber hinaus sah das Gesetz schnellere Verfahren und einen besseren Zeugenschutz vor. Letzteres war besonders wichtig, um Buha zu schützen, dem der Zemun-Clan weiterhin nach dem Leben trachtete.[25]
Đinđićs entschiedener Kampf gegen den kriminellen Einfluss auf die Politik wird von vielen als Hauptgrund für dessen Ermordung gesehen. Im April 2003 bezeichnete Nataša Mićić, damals kommissarische Präsidentin Serbiens, den Getöteten als „Opfer des begonnenen Kampfes gegen das organisierte Verbrechen“.[26] Ein vollständiger Umbau des Staatsapperates gelang Đinđić allerdings nicht, auch weil Präsident Koštunica Reformen wiederholt blockierte.[27]
Der demokratische Aktivist und spätere Politiker Marko Blagojević beschrieb die Politik Đinđićs als eine Form des Machiavellismus: Nach Jahren des Autoritarismus sollte Serbien schnellstmöglich reformiert werden, um wieder Teil der internationalen Gemeinschaft sein zu können. Um die eigene Machtposition gegen Verbündete des alten Regimes und Kriminelle zu verteidigen, habe der Zweck für Đinđić die Mittel geheiligt.[23] Der serbische Journalist Stojan Cerović lobte im Jahr 2002 Đinđić dafür, dass er es geschafft habe, dass die aus einer Vielzahl von Parteien bestehende Regierungskoalition an einem Strang ziehe. Er sei dafür verantwortlich, dass in Serbien die öffentliche Ordnung wiederhergestellt sei.[23] Allerdings zerfiel die DOS bis ins Jahr 2003 hinein aufgrund interner Querelen zunehmend. So konnte der serbische Haushalt für das Jahr 2003 nur mithilfe von vier Abgeordneten von Miloševićs Sozialistischen Partei Serbiens (SPS) verabschiedet werden.[28] Đinđić selbst äußerte sich zu seinem Politikstil wie folgt: „Moral und Politik haben nichts miteinander zu tun. Wer Moral sucht, sollte in die Kirche gehen.“[29]
Auslieferung von Slobodan Milošević
Schon bald nach dem Sturz Miloševićs wurden international Forderungen nach einer Auslieferung des ehemaligen Machthabers an den Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (IStGHJ) laut. Präsident Koštunica opponierte gegen eine Auslieferung, weil der IStGHJ anti-serbisch und die internationale Gemeinschaft hauptsächlich für die Kriegsverbrechen während der Jugoslawienkriege verantwortlich sei. Außerdem argumentierte er, dass eine Auslieferung gegen die jugoslawische Verfassung verstoßen würde.[30] Zoran Đinđić lehnte zwar im Gegensatz zu Koštunica nicht jegliche Zusammenarbeit mit dem IStGHJ ab, äußerte sich aber bei Treffen mit der Chefanklägerin Carla del Ponte zurückhaltend in Bezug auf eine Auslieferung. Ihn besorgten vor allem die möglichen Reaktionen der noch verbliebenen Milošević-Unterstützer im Staats- und Sicherheitsapperat.[31] Die Situation verschärfte sich allerdings, als die Vereinigten Staaten Serbien ein Ultimatum stellten: Bis zum 31. März 2001 sollte Milošević verhaftet werden, ansonsten würden die USA das Ende der vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank an Jugoslawien ausgezahlten Wirtschaftshilfen veranlassen.[32]
In den frühen Morgenstunden des 1. April 2001 wurde Slobodan Milošević auf Befehl von Regierungschef Đinđić von jugoslawischen Sicherheitskräften verhaftet und inhaftiert. Obwohl zunächst keine Anklage erhoben wurde, gab der damalige serbische Justizminister Vladan Batić bekannt, dass Ermittlungen gegen Milošević wegen Machtmissbrauchs und Korruption eingeleitet worden seien. Allerdings blieb zunächst unklar, ob Milošević ausgeliefert werden würde. Während die mit dem IStGHJ verbündeten Staaten weiterhin forderten, Milošević in Den Haag den Prozess zu machen, gingen weite Teile der serbischen Öffentlichkeit davon aus, dass der ehemalige Machthaber vor ein serbisches Gericht gestellt werden würde.[33] Đinđićs Regierung arbeitete in den darauffolgenden Monaten an einem Gesetz, dass die Kooperation mit dem IStGHJ regeln und Auslieferungen nach den Den Haag eine rechtliche Grundlage geben sollte. Am 23. Juni unterschrieb Präsident Koštunica ein Dekret, das das Parlament autorisierte, über die Auslieferung von Verdächtigen an den ISTGHJ zu entscheiden. Außerdem ermöglichte es Verurteilten, ihre Haftstrafe in Jugoslawien zu verbüßen. Unmittelbar darauf reichten Miloševićs Anwälte Klage vor dem jugoslawischen Verfassungsgericht gegen das Dekret ein. Das Gericht verfügte zunächst, dass innerhalb von zwei Wochen keine Auslieferung stattfinden dürfe, um die Klage sorgfältig evaluieren zu können. Đinđić setzte sich allerdings über diesen Gerichtsbeschluss hinweg: Milošević wurde am 28. Juni 2001 per Hubschrauber vom Belgrader Zentralgefängnis zu einem NATO-Stützpunkt im Norden Bosniens geflogen und von dort nach Den Haag gebracht. Die Regierung rechtfertigte dieses Vorgehen damit, dass die Verfassungsrichter ehemalige Spießgesellen von Milošević seien. In einer Fernsehansprache sagte Đinđić, dass die Auslieferung der einzige Weg gewesen sei, um negative Konsequenzen für das Land zu verhindern. Dennoch gingen in Belgrad über 1.000 Milošević-Unterstützer auf die Straße und es kam zu Tumulten.[34] Aufgrund der Auslieferung zog sich die Demokratische Partei Serbiens, die Partei von Koštunica, aus dem Regierungsbündnis zurück. Einen Tag nach der Auslieferung gab eine internationale Geberkonferenz etwa eine Milliarde US-Dollar an Hilfsgeldern frei, die die jugoslawische Wirtschaft wiederaufbauen sollten.[35] Die Finanzhilfen wurden allerdings nur in Raten ausgezahlt und teilweise mit alten Schulden verrechnet, was Đinđić mehrmals scharf kritisierte, da er den Demokratiesicherungsprozess in Serbien durch das mangelnde Geld bedroht sah.[36][37] Auch den Prozess gegen Milošević kritisierte Đinđić später und bezeichnete ihn als „Zirkus“. Die Verhandlung habe Milošević die Gelegenheit gegeben, weiterhin seine Propaganda zu verbreiten.[38]
Die Auslieferung Miloševićs sorgte für einen anhaltenden Machtkampf zwischen Đinđić und Präsident Koštunica. In dessen Verlauf erhoben beide den Vorwurf, der jeweils andere habe sie abhören lassen.[39] Außerdem versuchte Đinđić zweimal, den Abgeordneten der Demokratischen Partei Serbiens ihre Sitze aberkennen zu lassen. Im Juni 2002 wurden schließlich 21 DSS-Abgeordnete „wegen ständiger Abwesenheit“ aus dem Parlament ausgeschlossen, woraufhin auch alle ihrer Parteikollegen ihre Mandate niederlegten.[40][23] Für den Politikwissenschaftler Dejan Guzina war der Konflikt zwischen Đinđić und Koštunica auch eine Folge der unterschiedlichen Visionen, die die beiden Männer für Serbien hatten. Đinđić habe Serbien zu einer liberalen Demokratie, die Teil der europäischen Gemeinschaft ist, umbauen wollen, weshalb es für ihn keine Alternative zur Kooperation mit westlichen Staaten gegeben habe. Demgegenüber habe Koštunica Serbien eher als Brücke zwischen Ost und West gesehen. Deshalb habe er es im Gegensatz zu Đinđić auch nicht für notwendig erachtet, mit dem großserbischen Nationalismus zu brechen.[41]
Neben Milošević sollten laut Forderungen der internationalen Gemeinschaft auch Radovan Karadžić und Ratko Mladić von der serbischen Regierung festgenommen und ausgeliefert werden. In einem Interview mit dem Spiegel 2002 nahm Đinđić hierauf Bezug und entgegnete: „Jetzt soll ich das Leben unserer Polizisten riskieren, damit Mladić samt seiner bis zu 100 Mann starken Schutzgarde Den Haag auf dem Tablett serviert wird?“[36] Đinđić befürchtete, dass nach einer Verhaftung Mladićs ein Bürgerkrieg ausbrechen könnte. Daher empfahl er Karadžić und Mladić, sich zu stellen.[36] Dies geschah nicht, beide wurden erst Jahre nach Đinđićs Tod festgenommen.
Aufstand der JSO
Im November 2001 kam es zum Aufstand der JSO, die auch als „die roten Barette“ bekannt war. Die Paramilitärs waren mit Radpanzern in Belgrad aufgefahren, hatten Autobahnen blockiert und forderten die Ablösung des serbischen Innenministers Dušan Mihajlović. Grund hierfür war laut der JSO ein neues Gesetz der Regierung, welches die Auslieferung weiterer Personen neben Slobodan Milošević an den Internationalen Strafgerichtshof ermöglichte. Der politische Analyst Dušan Reljić sah in dem Aufstand aber eher eine implizite Forderung an die serbische Regierung, den Kampf gegen das organisierte Verbrechen, zu dem auch die JSO gute Beziehungen pflegte, aufzugeben.[24] Aufgrund ihrer Einsätze in den Jugoslawienkriegen genoss die Einheit ein hohes Ansehen in der serbischen Bevölkerung, auch Präsident Koštunica und die Sozialistische Partei Serbiens (die Partei von Slobodan Milošević) unterstützen den Aufstand.[42]
Die serbische Polizei war nicht gut genug ausgerüstet, um den Aufstand zu beenden. Deshalb war Đinđić dazu gezwungen, mit der JSO zu verhandeln. Am Ende wurde ein Kompromiss vereinbart: Mihajlović durfte seinen Posten zwar behalten, dafür wurden aber Goran Petrović, Chef des Staatssicherheitsdienstes, und sein Stellvertreter Zoran Mijatović entlassen. Beide Männer galten als Đinđićs Verbündete im Kampf gegen das organisierte Verbrechen. Der Aufstand der JSO gilt als größte innenpolitische Krise der Ära Đinđić, denn er führte dazu, dass eine eigentlich der Regierung unterstehende Einheit Ersterer die Besetzung politischer Posten vorschrieb.[43]
Position zur nationalen Frage

Im Zuge der Jugoslawienkriege war das ehemalige Jugoslawien bis 2001 weitgehend zerfallen. Lediglich die beiden Teilstaaten Serbien und Montenegro bildeten noch die Bundesrepublik Jugoslawien. Kurz vor seiner Ermordung schlug Đinđić vor, ein „Bündnis der serbischen Staaten“ zu schaffen: Serbien, Montenegro und die Republika Srpska sollten seiner Vorstellung nach in einem föderalen Nationalstaat zusammengefasst werden.[44] Die Republika Srpska gehörte damals wie heute zum Staatsgebiet von Bosnien und Herzegowina, wird aber mehrheitlich von bosnischen Serben bewohnt. Seit den 2020er Jahren wird die Idee, alle Serben in einem Staat zusammenzufassen, erneut von Politikern in Serbien und der Republika Srpska propagiert, auch wenn dies gegen die staatliche Souveränität Bosnien und Herzegowinas verstößt.[45]
Im Hinblick auf den Status des Kosovo suchte Đinđić den Dialog mit der internationalen Gemeinschaft, da er in dem unklaren Status des Kosovo eine unmittelbare Bedrohung für die Staatlichkeit Serbiens sah. Eine Unabhängigkeit des Kosovo lehnte er ab.[46]
Ermordung
Erster Attentatsversuch
Im Januar 2003 veröffentlichten verschiedene serbische Zeitungen einen Brief von Milorad Ulemek, in dem dieser Đinđić bedrohte, weil jener „Krieger des serbischen Volkes“ an das Haager Kriegsverbrechertribunal ausliefere.[24] Im Februar 2003 entkam Đinđić einem ersten Attentatsversuch. In Novi Beograd versuchte Dejan Milenković, ein Mitglied des Zemun-Clans, den Wagen des Ministerpräsidenten von der Straße zu drängen. Der Fahrer von Đinđićs Wagen reagierte jedoch geistesgegenwärtig und konnte Milenkovićs Wagen ausweichen. Đinđić blieb unverletzt. Milenković wurde verhaftet, aber nach wenigen Tagen wieder auf freien Fuß gesetzt. Wieso dies geschah, ist unklar.[47]
In Reaktion auf den Attentatsversuch erklärte Đinđić:
„Wenn jemand denkt, die Umsetzung der Gesetze dadurch aufzuhalten, dass er mich beseitigt, dann irrt er sich, weil ich kein System bin. Das System wird weiter funktionieren, und keiner wird durch die Beseitigung eines oder zwei Funktionäre in einem Staat amnestiert werden.“[48]
Ermordung durch Heckenschützen

Am 12. März 2003 wurde Zoran Đinđić vor dem Regierungsgebäude in Belgrad von einem Heckenschützen durch Schüsse in Bauch und Rücken ermordet. Er war gerade auf dem Weg zu einem Treffen mit der schwedischen Außenministerin Anna Lindh. Der Schütze hatte sich etwa 180 Meter entfernt am hinteren Fenster eines Nachbargebäudes auf die Lauer gelegt, um in den Innenhof schießen zu können.[49] Auch der Leibwächter von Đinđić wurde schwer verletzt. Als Đinđić ins Krankenhaus eingeliefert wurde, war bereits kein Puls mehr feststellbar. Nach seinem Tod wurde in Serbien der Ausnahmezustand verhängt, um der Exekutive mehr Möglichkeiten bei der Verfolgung der Täter zu geben, die man im Dunstkreis ehemaliger Milošević-Getreuer und dem so genannten Zemun-Clan vermutete. Zugleich wurde die „Operation Säbel“ (serbisch-kyrillisch Операција Сабља) gestartet. Ihr Zweck war es, durch großflächige Verhaftungen nicht nur den Hintermännern des Attentats habhaft zu werden, sondern auch einen entscheidenden Schlag gegen das organisierte Verbrechen auszuführen. Nach Angaben des serbischen Innenministeriums wurden bis April 2003 über 10.000 Personen im Zuge der „Operation Säbel“ vorläufig festgenommen, wobei etwa 4.500 für längere Zeit in Gewahrsam blieben.[50] Amnesty International äußerte sich besorgt über mögliche Menschrechtsverletzungen während der „Operation Säbel“. So habe es möglicherweise Fälle von Folter durch die Polizei gegeben.[51]
Als Haupttäter wurde am 25. März Zvezdan Jovanović, Vizekommandant der JSO, festgenommen. Wenig später fand man die Tatwaffe, ein Gewehr Heckler & Koch G3 SG 1, in unmittelbarer Nähe zu Jovanovićs Wohnung.[52] Jovanović gestand zunächst, den Ministerpräsidenten erschossen zu haben. Ihm zufolge sollten weitere Morde unmittelbar folgen, um so die Regierung zu stürzen und Verbündete von Slobodan Milošević wieder an die Macht zu bringen.[53] Die serbische Regierung löste daraufhin die JSO mit sofortiger Wirkung auf.[54]
Politische Konsequenzen
Sechs Tage nach Đinđićs Ermordung wählte das Parlament Zoran Živković zu seinem Nachfolger. Živković kündigte an, die Arbeit seines Vorgängers fortzusetzen. Heutige Beobachter kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass die von Đinđić angestoßenen Reformen nach dessen Ermordung mehrheitlich nicht zu Ende gebracht wurden.[55][56][57] Stattdessen kam es schon kurz nach dem Attentat zu einer zunehmenden politischen Polarisierung zwischen der DOS und der DSS. Während Živković und andere Politiker der Regierung der DSS aufgrund ihres Ausscheidens aus dem Regierungsbündnis eine moralische Mitschuld am Attentat auf Đinđić gaben, wurde Vojislav Koštunicas Rhetorik immer populistischer und er inszenierte sich als der letzte „echte“ Patriot in der serbischen Politik.[58] Die gegenseitigen Animositäten erschwerten auch die Regierungsbildung nach der Parlamentswahl 2003, bei der die rechtsextreme Serbische Radikale Partei (SRS) stärkste Kraft geworden war. Am Ende wurde Koštunica als Oberhaupt einer Minderheitsregierung ohne Unterstützung der DS als Ministerpräsident vereidigt.[59]
Prozess
Ende 2003 begann der Prozess gegen insgesamt 13 Verdächtige vor einem Belgrader Spezialgericht. Im Verlauf des Prozesses behauptete die Verteidigung von Zvezdan Jovanović, dass dessen Geständnis nur zustande gekommen sei, weil während eines Polizeiverhörs Druck auf ihren Mandanten ausgeübt worden sei.[60] Vor Gericht verweigerte Jovanović jede Aussage und begründete dies damit, dass er bereits vorverurteilt sei und kein faires Verfahren mehr zu erwarten habe.[61] Am 2. Mai 2004 stellte sich auch der mutmaßliche Drahtzieher hinter dem Attentat Milorad Ulemek, Kommandant der JSO. Er ließ sich in der Nähe seines Hauses in einem Belgrader Vorort festnehmen. Neben Ulemek sollen auch die Oberhäupter des Zemun-Clans, Dušan Spasojević und Mile Luković, an der Planung des Attentats beteiligt gewesen sein. Beide wurden etwa zwei Wochen nach dem Attentat bei einer Schießerei mit der Polizei getötet.[62]
Am 3. Juni 2006 wurde ein wichtiger Zeuge bei Belgrad ermordet aufgefunden. Laut Berichten serbischer Medien hatte er bei seiner Aussage, die 2004 unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hatte, den Sohn von Slobodan Milošević Marko belastet.[63] Bereits im März 2004 war ein Zeuge der Anklage ermordet worden.[64]
Ulemek und Jovanović wurden am 22. Mai 2007 wegen „Verbrechen gegen die Verfassungsordnung“ zu Freiheitsstrafen von jeweils 40 Jahren verurteilt. Nach Auffassung des Gerichts hatte Ulemek die Rolle des Koordinators, während Jovanović der Todesschütze war. Zehn weitere Angeklagte, von denen fünf flüchtig waren, wurden zu Freiheitsstrafen zwischen acht und 35 Jahren verurteilt. Trotz der Verurteilungen blieben viele Fragen offen. Unklar bleibt beispielsweise inwiefern serbische Politiker in das Attentat verwickelt waren. Mehrere von ihnen hatten Andeutungen bezüglich eines baldigen Ablebends von Đinđić gemacht bzw. seinen Tod gefeiert.[24][65] Ein Antrag des Anwalts der Familie Đinđić, nach dem Vojislav Koštunica ebenfalls vorgeladen werden sollte, um über eventuelle politische Hintergründe des Attentats auszusagen, wurde vom Gericht abgelehnt.[66] Andere vermuten, dass hinter dem Attentat nicht politische, sondern ökonomische Gründe stecken. 2001 wurden in der kroatischen Zeitschrift Nacional Vorwürfe erhoben, nach denen Đinđić gemeinsam mit dem serbischen Geschäftsmann Stanko Subotić und dem montenegrinischen Präsidenten Milo Đukanović im Zigarettenschmuggel involviert gewesen sein soll. Laut Vladan Begović, während Đinđićs Amtszeit Leiter der Zollbehörde, war Đinđić aber ganz im Gegenteil stark daran interessiert, den Zigarettenschmuggel zu unterbinden, was ihm die Tabak-Lobby und kriminelle Gruppen, die hierdurch ihr Geschäftsmodell bedroht sahen, zum Feind gemacht habe.[67] Fraglich ist auch, weshalb sich Ulemek sechs Monate nach Prozessbeginn plötzlich den Sicherheitskräften stellte.[60]
In einem Berufungsverfahren reduzierte der Oberste Gerichtshof in Serbien am 29. Dezember 2008 die Strafen für drei Mitangeklagte, die Urteile gegen die Haupttäter bestätigte er in vollem Umfang.[68] Bislang konnten drei der fünf flüchtigen Verurteilten gefasst werden: Sretko Kalinić und Milos Simović, wurden im Juni 2010 an der serbisch-kroatischen Grenze gefasst.[69] Im Februar 2011 wurde zudem im spanischen Valencia Vladimir Milisavljević verhaftet. Er war in Abwesenheit zu 35 Jahren Haft verurteilt worden.[70]
Familie

Zoran Đinđić war mit Ružica Đinđić verheiratet und hatte zwei Kinder. Ružica Đinđić gründete nach dem Tod ihres Mannes die Zoran Djindjic Foundation, die u. a. jungen Menschen aus Serbien Praktika in deutschen Unternehmen vermittelt.[71] Außerdem trat sie nach dem Tod ihres Mannes in die DS ein und wurde 2006 Mitglied des Parteivorstandes. Bei der Parlamentswahl in Serbien 2007 war Ružica Đinđić Spitzenkandidatin der DS, strebte aber nie aktiv ein politisches Amt an.[72][73]
Đinđićs Vater Drago starb etwa ein Jahr vor der Ermordung seines Sohnes im Jahr 2002. Mila Đinđić, die Mutter von Zoran, ging bis zu ihrem Tod im Jahr 2016 davon aus, dass die wahren Hintermänner des Attentats unerkannt geblieben sind. Sie bezichtigte mehrfach verschiedene serbische Politiker, an der Ermordung ihres Sohnes beteiligt gewesen zu sein, oder wenigstens von den Anschlagsplänen gewusst zu haben.[74][75] Đinđićs Schwester Gordana arbeitete als Ärztin in Valjevo und meidet weitgehend öffentlichkeitswirksame Auftritte.[76]
Andenken
Begräbnis und Erinnerung

Zum Zeitpunkt seiner Ermordung waren weder Đinđić noch seine Partei in der Bevölkerung sonderlich beliebt. Nicht wenige sahen in ihm einen Verräter, weil er mit dem Internationalen Strafgerichtshof zusammengearbeitet hatte. Durch seine Ermordung kam es jedoch zu einem plötzlichen Stimmungsumschwung. Es kamen Hunderttausende zu seinem Staatsbegräbnis.[77] Unmittelbar nach dem Attentat begann die Stilisierung Đinđićs zum Märtyrer. Sowohl Politiker als auch Bürger, die sich reihenweise in Kondulenzbücher eintrugen, beschrieben Đinđić als Staatsmann, der unrechtmäßig des Verrats bezichtigt worden und den Opfertod für Serbien und sein Volk gestorben sei.[78] Serbische Medien stellten vielfach Bezüge zum Attentat auf John F. Kennedy her.[79] Die Anthropologin Jessica Goldberg bemerkte, dass viele Menschen den Tod von Đinđić wie den eines Familienmitglieds betrauert hätten. Sie ist der Ansicht, dass Đinđić durch seine Ermordung zu einem Sinnbild einer heteronormativen demokratischen Männlichkeit geworden sei, die als eine Verbindung zwischen dem Konzept der Kernfamilie, dem serbischen Staat und seinen Bürgern wahrgenommen worden sei. Hierzu habe nicht zuletzt die prominente Präsenz von Đinđićs Frau und Kindern während seiner im Fernsehen übertragenen Beerdigung beigetragen. Die kriminellen Clans, die laut der öffentlichen Wahrnehmung hinter dem Attentat steckten, seien demgegenüber als dysfunktionale Männerbünde erschienen, die nicht zum Wohlergehen des Staates, sondern zu seinem Niedergang beitrügen.[80] Die Serbisch-Orthodoxe Kirche reagierte verhaltener auf Đinđićs Tod. Die Grabrede für Đinđić hielt für viele überraschend der Metropolit von Montenegro und dem Küstenland Amfilohije Radović, welcher den Ministerpräsidenten vor dessen Tod wegen seiner Zusammenarbeit mit dem IStGHJ als Verräter bezeichnet hatte. Amfilohije nutzte die Grabrede für implizite Kritik an Đinđićs pro-europäischen Kurs. Einen prominenten Platz in der serbischen Geschichte wies Amfilohije Đinđić nicht zu, für ihn war stattdessen – wie sich in seinen späteren Grabreden für andere Personen zeigen sollte – Slobodan Milošević ein wahrer Held Serbiens.[81]
Das Grab von Zoran Đinđić befindet sich auf dem Zentralfriedhof von Belgrad.[82] Ein Jahr nach seinem Tod organisierte die DS einen „Spaziergang für Zoran“, bei dem ehemalige Mitarbeiter, Parteikollegen und Angehörige von der Parteizentrale erst zum Ort des Attentats und dann zum Grab von Đinđić liefen. Dieses Ritual wird bis heute an jedem Todestag vollzogen. Allerdings zersplitterte die DS in den Jahren nach Đinđićs Tod zunehmend; ehemalige Mitglieder wie Čedomir Jovanović und Zoran Živković traten aus und gründeten teils neue Parteien. Dies führte dazu, dass es mittlerweile mehrere versetzt stattfindende Spaziergänge von verschiedenen Parteizentralen aus gibt.[83] In der Öffentlichkeit werden die Spaziergäne mittlerweile größtenteils als politische Inszenierung und nicht als authentische Trauerarbeit wahrgenommen, was auch daran liegt, dass heute kaum noch ehemalige Weggefährten Đinđićs an ihnen teilnehmen.[84]
Heute beziehen sich beinahe alle politischen Parteien Serbiens positiv auf Zoran Đinđić. Lediglich die SRS und insbesondere ihr Gründer Vojislav Šešelj brandmarken Đinđić weiterhin als Verräter.[85] Seit bei der Parlamentswahl im Jahr 2012 die Serbische Fortschrittspartei (SNS) stärkste Kraft wurde, stellen politische Gegner Đinđićs die Regierung. Dennoch verzichten diese seitdem nicht auf feierliche Zeremonien anlässlich des Todestags von Đinđić und selbst Politiker, die ihn zu Lebzeiten noch zu diskreditieren versuchten, loben Đinđić heute. Im Jahr 2019 erklärte etwa die damalige serbische Premierministerin Ana Brnabić, dass der durch Đinđić angestoßene und nach seiner Ermordung zum Erliegen gekommene Reformprozess nun durch Aleksandar Vučić, seit 2014 erst Ministerpräsident und anschließend Präsident Serbiens, wieder in Gang gekommen sei.[86] 2007 hatte Vučić, damals noch Mitglied der SRS, dagegen gewettert, dass Straßen nach Đinđić benannt wurden, weil jenem eine solche Ehrung nicht zustehe.[87] Željana Tunić sieht in derlei Würdigungen daher „politische Vereinnahmungsstrategien [...], welche letztlich zu einem Verlust der politischen Signifikanz der Erinnerungsfigur Đinđić führten.“[88] Sie stellt außerdem fest, dass sich die SNS kaum konkret auf Đinđićs politisches Wirken beziehe, sondern vor allem herausstreiche, dass dieser bei der Ausübung seines Amtes ermordet wurde. Die SNS impliziere damit, dass Đinđić nicht aufgrund seines Lebenswerks, sondern aufgrund seines Todes Ehrung verdiene.[89] In dieser Logik sieht Tunić auch den Grund dafür, dass Funktionäre der sozialistischen SPS heute fordern, sowohl Zoran Đinđić als auch Slobodan Milošević zu ehren. Seine Unterstützer deuten den Tod Miloševićs durch einen Herzinfarkt in seiner Zelle in Den Haag ebenfalls als Mord und ziehen deshalb eine Parallele zu Đinđićs Ermordung.[90]
In ganz Serbien sind Straßen und Plätze nach Zoran Đinđić benannt. Schon einige Monate nach Đinđićs Tod gab es die ersten Initiativen, die eine Umbenennung von Straßen und Plätzen forderten, um den ehemaligen Ministerpräsidenten zu ehren. Seit 2003 gab es mehrere Umbenennungen zu Ehren von Đinđić, wobei die umbenannten Straßen zuvor häufig nach Helden des sozialistischen Jugoslawien benannt worden waren. Željana Tunić deutet dies als deutliche Distanzierung vom sozialistischen Erbe Serbiens.[91] In mehreren kleineren Städten und Gemeinden kam es allerdings auch zur Rückgängigmachung von Umbenennungen. Diese fanden zumeist statt, wenn die DS in lokalen Parlamenten ihre Mehrheit an SPS und/oder SNS verlor. Dass sich die SNS in Belgrad und in kleineren Gemeinden erinnerungspolitisch jeweils unterschiedlich zu Đinđić positioniert, erklärt sich Željana Tunić durch die geringe mediale Rezeption von Straßenumbenennungen in kleinen Orten. Dort könne sich die SNS daher eine ablehnende Haltung eher leisten.[92] Doch auch in größeren Städten gibt es Widerstand gegen die Ehrung Đinđić mittels Straßennamen: Seit 2007 kommt es in unregelmäßigen Abständen zu Aktionen der SNS oder von nationalistischen Aktivisten, die Straßenschilder überkleben und so gewissermaßen neu benennen. So wird aus einer Dr.-Zoran-Đinđić-Straße kurzzeitig eine Slobodan-Milošević- oder auch Ratko-Mladić-Straße.[93][94][95]
Noch im Jahr 2003 initiierte das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Kooperation mit dem Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft das „Zoran-Djindjic-Stipendienprogramm“ (heute „Stipendienprogramm der Deutschen Wirtschaft für die Länder des Westlichen Balkans“). Seit 2014 ist auch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit an dem Programm beteiligt. Durch die Stipendien sollen Hochschulabsolventen der Länder des ehemaligen Jugoslawien gefördert werden.
Der kroatische Theaterregisseur Oliver Frljić widmete dem ermordeten Ministerpräsidenten ein eigenes Stück. Zoran Đinđić wurde 2012 in Belgrad uraufgeführt und auch ins Deutsche übersetzt.[96]
Im Jahr 2007 wurde das erste Denkmal für Zoran Đinđić in Serbien in der Stadt Prokuplje eingeweiht.[97] Es entstand auf Betreiben von Đinđićs Mutter Mila und wurde durch private Spenden finanziert. Die Universität Konstanz enthüllte 2013 anlässlich des 10. Jahrestages der Ermordung von Đinđić eine Gedenktafel für ihn an der Konstanzer Seepromenade.[98] Die Idee, Đinđić auch in Belgrad ein Denkmal zu bauen, existiert schon lange und sorgte bereits für heftige Kontroversen. Nachdem mehrere Initiativen zuvor im Sande verlaufen waren, kündigte Präsident Aleksandar Vučić im Mai 2016 an, anlässlich des 15. Todestags von Đinđić im Jahr 2018 ein Denkmal für diesen enthüllen zu wollen.[99] Daraufhin entbrannte eine heftige Debatte darüber, ob Vučić nach seinen früheren Aussagen in Bezug auf Đinđić überhaupt berechtigt sei, diesen nun durch die Enthüllung eines Denkmals zu ehren, aber auch warum die DS während ihrer Regierungszeit nicht selbst ein Denkmal errichtete. Weitere Nahrung erhielt die Diskussion, als verkündet wurde, welcher Entwurf die öffentliche Ausschreibung gewonnen hatte: Der Bildhauer Mrđan Bajić und die Dramatikerin Biljana Srbljanović siegten mit ihrer Idee, Đinđić durch einen nach oben weisenden Pfeil zu ehren, der an einer Stelle unterbrochen ist und in dem Mikrofone verbaut sind, welche Umgebungsgeräusche und Ausschnitte aus Đinđićs Reden abspielen. Der abstrakt gehaltene Entwurf entsprach den Vorgaben der serbischen Regierung, die auch mit Goran Vesić einen hochrangigen SNS-Politiker in das Auswahlgremium geschickt hatte. Die Vorgaben hatten sich aber deutlich von denen bei vorherigen Denkmalprojekten der Regierung unterschieden; dort war bislang immer darauf bestanden worden, die geehrte Persönlichkeit auch figürlich darzustellen. Aufgrund dieser Umstände vermutete der Philosoph und Politiker Rastislav Dinić, dass die SNS durch das Denkmal nicht die Ehrung Đinđićs, sondern dessen Depolitisierung anstrebe.[100] Auch Željana Tunić sieht in der Auswahl des Entwurfs von Bajić und Srbljanović den Versuch, die Erinnerung an Đinđić möglichst vage zu halten, da es der SNS nur so möglich sei, ihn für sich zu vereinnahmen.[101] Die beiden Kunstschaffenden, die ihrerseits dafür kritisiert wurden, sich überhaupt auf die Ausschreibung der Regierung beworben zu haben, rechtfertigten sich damit, lediglich ästhetischen Aspekten gegenüber und nicht der öffentlichen Meinung verpflichtet zu sein.[102] Obwohl das Denkmal mittlerweile fertiggestellt wurde, wurde seine Einweihung auf dem Studentenplatz in Belgrad mehrmals verschoben. Wann genau es der Öffentlichkeit präsentiert werden soll, ist unklar.[103]
Einordung von Đinđićs Amtszeit und Ermordung
Zoran Đinđić wird zumeist als eifriger Politiker beschrieben, der wichtige Reformen angestoßen habe. Sein Tod sei demnach ein herber Verlust für Serbien gewesen, da er den Modernisierungsprozess im Keim erstickt habe.[104][55][105] Laut der Politikwissenschaftlerin Ana Babić war Đinđić ein Visionär, der die damalige politische Lage in Serbien vollständig verstanden und deshalb eingesehen habe, dass auch unpopuläre Maßnahmen durchgesetzt werden müssten, wenn sie der Zukunft des Landes dienten.[106] Dunja Melčić, die ehemalige Lebensgefährtin Đinđićs, hob dessen praktischen Sinn für Politik hervor. Er habe sich nicht mit der „Ursachenforschung für die zivilisatorische Katastrophe des Landes“ aufgehalten, sondern habe sich bemüht, „die Art des Politiktreibens in demokratischem Sinne zu beeinflussen“.[107] Demnach sei es ihm um eine „Zivilisierung der serbischen Gesellschaft durch demokratische Wandlung der politischen Verfahren“ gegangen.[107]
Die serbische Historikerin Olga Popović Obradović sah in der Ermordung Đinđićs ein Zeichen dafür, dass sich Serbien dazu entschlossen habe, dessen Vision eines modernen Staates nicht zu entsprechen. Stattdessen habe sich Serbien für einen antimodernistischen Kurs entschieden, um zu vermeiden, moralische Verantwortung für die serbischen Verbrechen während der Jugoslawienkriege übernehmen zu müssen.[108] Der Politikwissenschaftler Nemanja Mladenović geht davon aus, dass Đinđićs Ermorderung eine Machtdemonstration der serbischen Mafia war, die bis heute all jene abschrecken soll, die Serbien demokratisieren wollen.[109] Die Journalistin Renate Flottau, die Đinđić mehrmals interviewt hat, gibt der internationalen Gemeinschaft die Hauptschuld an der Ermordung des Ministerpräsidenten. Ihr zufolge waren die ausgezahlten Hilfsgelder an Serbien viel zu gering, sodass Đinđić der Bevölkerung die Vorteile seines prowestlichen Kurses nicht klarmachen konnte.[104]
Das United States Institute of Peace merkte 2004 an, dass der Konflikt zwischen Đinđić und Koštunica die dringend notwendige Reformierung des serbischen Sicherheitsapperats verhindert habe und auch darüber hinaus zahlreiche politische Strukturen aus der Zeit des Milošević-Regimes unverändert geblieben seien.[110] Der serbische Rechtssoziologe Aleksandar Molnar ist der Ansicht, dass eine kritische Analyse von Đinđićs Politik lange unterblieben sei, weil man dem Toten gegenüber eine gewisse Pietät habe wahren wollen. Zugleich würden viele Serben Schuldgefühle gegenüber dem vor seinem Tod verhassten Đinđić haben und ihn deshalb zu einem missverstandenen Modernisierer, der seinen Landsleuten weit voraus war, verklären.[111] Molnar kommt jedoch zu dem Schluss, dass Đinđić unbedingt der Mann habe sein wollen, der Serbien in die Europäische Union führt. Diesem persönlichen Ziel habe er alles untergeordnet und deshalb auch die Umstrukturierung des politischen Systems Serbiens vernachlässigt.[112] Demzufolge sei es Đinđić nicht um Serbien gegangen, sondern lediglich darum, der Entscheider zu sein (siehe hierzu auch Dezisionismus). Die Zusammenarbeit Đinđićs mit den Sozialisten in Folge des zunehmenden Auseinanderbrechens der DOS belege, dass Đinđić eine Politik ohne Prinzipien verfolgt habe, in der es ausschließlich um Machtausübung gegangen sei. Molnar sieht in diesem Regierungsstil eine Basis, an die der aktuell regierende Aleksandar Vučić anknüpfe.[113]
Publikationen
- Serbien in Europa. Interviews und Texte aus den Jahren 2000–2003. Tanjug, Belgrad 2004, ISBN 978-86-80981-10-9.[114]
- Experiment gegen die Moderne. Essays zum Scheitern des sozialistischen Jugoslawien. Aus dem Serbischen übersetzt von Ivan Glaser. LIT, Berlin 2017, ISBN 978-3-643-90870-4.
Filme
- Djindjic – Ein Leben. Dokumentarfilm (2005), Regie: Christoph Sodemann und Dušan Veličković, Produktion: Südost-Medienagentur, Erstsendung: 12. März 2005 auf B92 (Serbien) und am 16. März 2005 auf 3sat.[115] Inhaltsangabe von Südost-Medienagentur.
- Das Attentat - Geheimoperation Belgrad. Mini-Serie über die Ermordung von Đinđić und den darauffolgenden Ausnahmezustand, die fiktive Elemente mit wahren Begebenheiten mischt (8 Folgen, 2024).
Literatur
- Željana Tunić: Märtyrer, Wiedergänger, Bürger. Zoran Đinđić als Erinnerungsfigur im heutigen Serbien. Harrassowitz, Wiesbaden 2024, ISBN 978-3-447-12106-4 (Leseprobe).
- Miloš Vasić: Atentat na Zorana Đinđića. Narodna Knjiga, Belgrad 2005, ISBN 86-331-1949-8 (serbisch).