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Anonymous Was A Woman Award

amerikanischer Kunstpreis From Wikipedia, the free encyclopedia

Der Anonymous Was A Woman Award ist ein US-amerikanischer Kunstpreis und ein Förderprogramm für weibliche Kunstschaffende ab 40 Jahren, das seit 1996 uneingeschränkte Stipendien an Personen an einem wichtigen Punkt ihrer künstlerischen Laufbahn vergibt.[1] Das Programm entstand als Reaktion auf die Entscheidung des National Endowment for the Arts, die Förderung einzelner Kunstschaffender einzustellen.[1] Sein Name bezieht sich auf eine Formulierung aus Virginia Woolfs Essay A Room of One’s Own und auf die kunsthistorische Unsichtbarkeit von Frauen in der Kunst, deren Werke als anonym überliefert wurden.[2] Die New Yorker Fotografin und Philanthropin Susan Unterberg gründete und finanzierte das Programm.[2]

Geschichte und Name

Der Kunstpreis Anonymous Was A Woman existiert seit 1996 und wurde von Susan Unterberg gestiftet, um Künstlerinnen über 40 Jahren zu ermutigen, ihre künstlerische Laufbahn fortzusetzen.[1][2] Im zweiten Jahr des Programms erhielten 1997 elf Künstlerinnen Schecks über jeweils 25.000 US-Dollar; die Förderung war der Versuch eines Ausgleichs der Benachteiligung von Frauen im Kunstbetrieb und des Wegfalls staatlicher Einzelstipendien.[3] In älteren Darstellungen wurde das Programm als jährlich mit 25.000 US-Dollar dotierter Preis für zehn Künstlerinnen beschrieben.[4] Vor der Offenlegung von Unterbergs Rolle wurden die Mittel in Presseberichten anonymen Philanthropen mit Verbindung zur UJA-Federation of New York zugeschrieben.[5] Unterberg blieb mehr als zwei Jahrzehnte anonym, bevor sie 2018 ihre Rolle öffentlich machte, nachdem das Programm über 22 Jahre hinweg 5,5 Millionen US-Dollar an Künstlerinnen vergeben hatte.[2] Ihr Schritt an die Öffentlichkeit zielte auf den sichtbareren Eintritt für Künstlerinnen, die Betonung der Bedeutung gegenseitiger Unterstützung von Frauen in der Kunst und die Ermutigung weiterer Förderer.[6] Der Name des Programms leitet sich aus einer Zeile des Essays Ein Zimmer für sich allein der britischen Schriftstellerin Virginia Woolf ab.[2] Die Auswahlkomitees des Programms blieben auch nach der Offenlegung von Unterbergs Identität unbenannt, wodurch ein Teil der ursprünglichen Anonymität des Preises erhalten blieb.[7]

Vergabe, Organisation und Dotierung

Seit 2024 beträgt die Fördersumme 50.000 US-Dollar pro Person und wird jährlich an 15 Künstlerinnen vergeben.[8] Das Programm richtet sich an Frauen, gender-nonkonforme und transsexuelle Kunstschaffende über 40 Jahren, die sich an einem kritischen Punkt ihrer künstlerischen Entwicklung befinden.[1] Die Auszeichnung ist nicht bedarfsabhängig, sondern orientiert sich an bisherigen Leistungen, künstlerischer Entwicklung, Originalität und weiterem Potenzial.[9] Direkte Bewerbungen sind ausgeschlossen, da die Auswahl ausschließlich über Nominierungen erfolgt.[9] Zu den Nominierenden zählen Kunsthistorikerinnen, Kuratorinnen, Autorinnen und frühere Preisträgerinnen.[9] Eine ältere Quelle nannte Lauren Katzowitz Shenfield als Direktorin des Programms.[10]

Ausstellungen und Rezeption

Zum 25-jährigen Bestehen des Programms zeigte das Grey Art Museum der New York University im Jahr 2025 die Ausstellung Anonymous Was A Woman: The First 25 Years, die Werke von 41 der ersten 251 ausgezeichneten Künstlerinnen präsentierte.[11] Zur Ausstellung erschien die Begleitpublikation Anonymous Was A Woman: The First 25 Years.[12] Die Ausstellung wurde als Beleg dafür gewertet, dass das Programm über seine finanzielle Förderung hinaus zur Sichtbarkeit von Künstlerinnen in der US-amerikanischen Kunstgeschichte beigetragen habe.[13] Im selben Jahr zeigte das Kreeger Museum in Washington, D.C., eine weitere Ausstellung unter Bezug auf Anonymous Was A Woman, die Arbeiten von Jae Ko, Linn Meyers, Joyce J. Scott und Renée Stout umfasste.[14]

Preisträgerinnen

1996

  • Rachel Berwick
  • Gina Lamb
  • Claudia Matzko
  • Robin Mitchell
  • Jeanne Silverthorne
  • Shellburne Thurber
  • Deborah Willis
  • Lucy Winer
  • Lynne Yamamoto
  • Kim Yasuda

1997

1998

  • Polly Apfelbaum
  • Cindy Bernard
  • Ellen Driscoll
  • Jeanne Dunning
  • Nene Humphrey
  • Joan Jonas
  • Sermin Kardestuncer
  • Lisa Lewenz
  • Ann Messner
  • Shelly Silver

1999

2000

2001

2002

2003

  • Meg Cranston
  • Nancy Davenport
  • Nancy Dwyer
  • Maria Elena Gaitan
  • Gillian Jagger
  • Nina Katchadourian
  • Melissa W. Miller
  • Joan Nelson
  • Frances Reid
  • Hanneline Rogeberg

2004

  • Janet Biggs
  • Moyra Davey
  • Liz Deschenes
  • Jessica Diamond
  • Joy Garnett
  • Elizabeth Lyons
  • Sarah McEneaney
  • J. Morgan Puett
  • Alison Saar
  • Carmelita Tropicana

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

  • D.Y. Begay
  • Linda Goode Bryant
  • Barbara Chase-Riboud
  • Elena del Rivero
  • Chitra Ganesh
  • Karen Gunderson
  • Virginia Jaramillo
  • Claudia Joskowicz
  • Karyn Olivier
  • Juana Valdés

2021

2022

2023

2024

  • Erica Baum
  • Mary Enoch Elizabeth Baxter
  • Mary Lee Bendolph
  • Natalie Bookchin
  • Rashida Bumbray
  • Mary Ellen Carroll
  • Robin Hill
  • Joyce Kozloff
  • Jen Liu
  • Gladys Nilsson
  • Liz Phillips
  • Liliana Porter
  • Shirley Tse
  • Takako Yamaguchi
  • Constantina Zavitsanos

2025

  • Candida Alvarez
  • Ambreen Butt
  • JoAnne Carson
  • Cecelia Condit
  • Lola Flash
  • Sonya Kelliher-Combs
  • Michelle Marcuse
  • Park McArthur
  • Nicole Miller
  • Narcissister
  • Dhara Rivera
  • Linda Stark
  • Kunié Sugiura
  • Hồng-Ân Trương
  • Paula Wilson

Literatur

  • Lynn Gumpert, Nancy Princenthal, Vesela Sretenović: Anonymous Was A Woman: The First 25 Years. In: Grey Art Museum (Hrsg.): Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung 01.04.2025–19.07.2025, New York, NY. Hirmer, München 2025, ISBN 978-3-7774-4318-8.

Einzelnachweise

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