Arthur Kingscott

englischer Fußballfunktionär From Wikipedia, the free encyclopedia

Arthur Henry Kingscott (* 21. Januar 1864 in Sawley, heute Long Eaton; † 19. Juni 1937 in Nottingham[1]) war eine Persönlichkeit des englischen Fußballs. Er wirkte lange Jahre als Schatzmeister der Football Association und kam dabei auch als Fußballschiedsrichter zum Einsatz. Er ist einer der wenigen Spielleiter, die mehrfach Endspiele um den FA Cup leiteten.

Werdegang

Kingscott arbeitete als Auditor für die London, Midland and Scottish Railway. Ab 1893 war er parallel für die Football Association im Präsidium tätig und saß zudem zeitweise der Midland Football League als deren Präsident vor. 1906 folgte er dem zum FIFA-Präsidenten gewählten Daniel Burley Woolfall als Schatzmeister des englischen Verbandes.

Bis zur Jahrhundertwende galten Präsidiumsvertreter der Football Association als besonders regelkundig, so dass diese oftmals als Schiedsrichter für bedeutende Spiele eingesetzt wurden. Daher wurde Kingscott mehrfach mit der Leitung von Länderspielen, aber auch Partien der Football League oder im FA Cup betraut. Im Wettbewerb um den FA Cup 1899/1900 wurde er mit der Endspielleitung auf dem Sportfeld neben dem Crystal Palace, das später zum Crystal Palace National Sports Centre ausgebaut werden sollte und bis zur kriegsbedingten Pause ab 1915 aufgrund des Ersten Weltkriegs der regelmäßig genutzte Finalaustragungsort war, betraut und leitete einen 4:0-Erfolg des FC Bury über den FC Southampton. Im Endspiel des folgenden Wettbewerbs kam es zu einer umstrittenen Szene rund um das den Endstand bedeutende 2:2-Ausgleichstor Walter Bennetts für Sheffield United gegen Tottenham Hotspur. Obwohl der Linienrichter nach einem vorherigen Schuss von Bert Lipsham und der anschließenden Aktion des Hotspur-Torhüters George Clawleys, in deren Folge Bennett den Ball ins Tor bugsierte, mit seiner Fahne einen Eckball signalisiert hatte, entschied Kingscott auf Tor. Das Wiederholungsspiel im Boltoner Burnden Park eine Woche später leitete dennoch Kingscott, dabei setzte sich der Londoner Klub mit einem 3:1-Erfolg durch. Es sollte über hundert Jahre dauern, ehe mit Anthony Taylor (im FA Cup 2016/17 sowe 2019/20) wieder ein Schiedsrichter zwei FA-Cup-Finalspiele pfiff. Mit Aufnahme des Schatzmeisteramtes 1906 beendete Kingscott seine Schiedsrichterkarriere.

In den folgenden Jahren war Kingscott Teil des Auswahlkomitees für die englische Nationalmannschaft. Zudem war er später regelmäßig bei den Finalspiels um den FA Cup anwesend, wo er gemeinsam mit FA-Präsident Charles Clegg und FA-Sekretär Frederick Wall König George V. die Spieler der beiden Finalisten vorstellte.[1]

1933 trat Kingscott als Schatzmeister zurück. Vorausgegangen war eine vermeintliche abfällige Äußerung gegenüber Schiedsrichter Eddie Wood im Zusammenhang mit dem Endspiel um den FA Cup 1932/33, als Kingscott statt üblich der Schiedsrichter vor dem Spiel den Ball auswählte und dabei auf angebliche finanziellen Interessen Woods anspielte. Ein Sonderausschuss kam zu dem Schluss, er habe die Äußerungen getätigt und legte ihm den Rücktritt nahe – was Kingscott trotz Rücktritt nachdrücklich von sich wies.[1]

Nach einer Erkrankung wurde Kingscott im Juni 1937 für eine Operation in ein Nottinghamer Pflegeheim aufgenommen. Einen Tag nach Durchführung des Eingriffs starb er dort im Alter von 73 Jahren.[1]

Kingscotts Sohn Harry Kingscott war ebenfalls als Schiedsrichter tätig und leitete neben Spielen in der Football League das Finalspiel um den FA Cup 1930/31.

Einzelnachweise

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