BMW M70

Zwölfzylinder-V-Motor von BMW From Wikipedia, the free encyclopedia

Der BMW M70 ist ein V12-Ottomotor mit fünf Liter Hubraum des Automobilherstellers BMW. Das Triebwerk kam ab Ende 1987 im BMW E32 750i/iL sowie ab 1989 im BMW E31 850i/Ci zum Einsatz.

Schnelle Fakten M70 ...
BMW
BMW M70 in einem BMW E31
BMW M70 in einem BMW E31

BMW M70 in einem BMW E31

M70
Produktionszeitraum 1987–1994
Hersteller BMW
Funktionsprinzip Otto
Motorenbauform 60°-V-Motor
Ventilsteuerung OHC
Hubraum 4988 cm³
Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung
Leistung 220 kW
Max. Drehmoment 450 N·m
Masse 240 kg
Vorgängermodell keines
Nachfolgemodell BMW M73
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Das Motorkürzel M70 wurde von BMW schon in den 1970er Jahren verwendet für einen Vierzylinder-Formel-3-Rennmotor auf Basis des BMW M10.

Konzeption

Der M70 sollte ein rund 200 kW leistender Motor mit fünf Litern Hubraum sein, der für unverbleiten 91-ROZ-Ottokraftstoff geeignet ist. BMW entschied sich, einen kurzhubigen 60°-V12-Motor zu entwickeln, da kleinere Zylinder eine größere Kompression erlauben, durch die größere Zylinderanzahl die Zündabstände geringer sind und somit der Drehmomentverlauf gleichmäßiger ist. Wegen der V12-Bauart des Motors und des daraus resultierenden fast vollständigen Massenausgleiches soll der M70 einen ruhigen Motorenlauf haben. Die spezifische Leistung sollte aus hoher spezifischer Arbeit resultieren.

Technik

Der BMW M70 ist ein 220 kW leistender 12-Zylinder-V-Motor mit einem Kurbelgehäuse aus einer Aluminium-Silicium-Legierung. Das Silicium soll den Verschleiß minimieren. Die Bohrung beträgt 84 mm, der Kolbenhub 75 mm, so dass sich ein Gesamthubraum von 4988 cm³ ergibt. Bohrung und Hub stimmen mit denen des M20B25 überein. Die Kolben sind aus einer Aluminiumlegierung hergestellt und mit Eisen beschichtet, die Kolbenmulden sind zur Zündkerze ausgerichtet. Die siebenfach gelagerte und aus C45E-Vergütungsstahl geschmiedete Kurbelwelle ist wie beim BMW M21 in Dreistoff-Lagerschalen gelagert. Es sind immer zwei Pleuel am selben Hubzapfen angelenkt. Die Kurbelwelle hat zwölf Gegengewichte.

Jeder Zylinder hat zwei Ventile, der Ventilteller des Einlassventils (Durchmesser von 42 mm) ist 44 % größer als der des Auslassventils (Durchmesser von 35 mm). Die Ventile werden über Schlepphebel von einer obenliegenden siebenfach gelagerten Nockenwelle betätigt, die über eine Kette angetrieben wird. Je Zylinderbank hat der Motor eine Nockenwelle (SOHC); wegen der Pleuelanlenkung und Zylinderposition sind die Nockenwellen der linken und rechten Zylinderbank unterschiedlich lang. Zwei digitale Motorelektroniken (DME) des Typs Bosch Motronic 1.2 (frühe E32) bzw. 1.7 (E31, späte E32)[1] regeln für jede Zylinderbank einzeln die teilsequentielle Saugrohreinspritzung sowie die Zündzeitpunkte. Überwacht werden die beiden DMEs von der elektronischen Motorleistungsreglung EML. Die beiden Drosselklappen des Motors werden mit dem EML-Steuergerät synchronisiert, das die Drosselklappen entsprechend der Gaspedalstellung öffnet oder schließt. Darüber hinaus überwacht das EML-Steuergerät auch die elektronischen Fahrhilfen. Die Nebenaggregate des M70 werden von einem Riemen angetrieben.

Im Prinzip besteht der Zyl.Kopf des M70 aus zwölf Einheiten des 4-Zyl.-Motors M40. Die Betätigung der Ventile mit Schlepphebeln ermöglicht die Verwendung hydraulischer Ventilspiel-Ausgleichselemente (HVA), die Wartung wird so wesentlich vereinfacht.[2] Viele anderen Komponenten sind zweifach vorhanden: Kraftstoffpumpe mit Vorlauf, Kraftstoffdruckregelung, Einspritzanlage mit Steuergeräten sowie Abgassystem mit je einem separaten Strang, je einem Katalysator und voneinander unabhängiger Lambdaregelung. Die Redundanz geht so weit, dass sogar eine Bank des Motors unabhängig von der anderen in den Notlauf gehen kann.

Ableger

Auf Basis des M70 wurde der S70 entwickelt, dessen Varianten einen größeren Hubraum und eine deutlich höhere Leistung haben. Alpina baute auf Basis des M70 einen eigenen Motor, den D1/1 sowie auf Basis des S70 den D2, der unter anderem Einsatz im B12 Coupé fand.

Technische Daten

Technische Daten M70

Weitere Informationen M70 ...
M70
Motorbauart 60°-V12-Leichtmetall-Motor
Kühlung Wasserkühlung
Ventilsteuerung OHC-Ventilsteuerung, im 14°-V-Winkel hängende Ventile, zwei je Zylinder,
über Kipphebel von einer obenliegenden Nockenwelle betätigt
Motorsteuergerät Bosch Motronic 1.2
Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung
Bohrung × Hub 84 mm × 75 mm
Hubraum 4988 cm³
Zündreihenfolge 1-7–5–11–3–9–6–12–2–8–4–10
Nennleistung 220 kW bei 5200 min−1
Maximales Drehmoment 450 N·m bei 4100 min−1
Spezifische Leistung 44,1 kW/dm³
Mittlere Kolbengeschwindigkeit 13 m/s
Maximaldrehzahl 6000 ± 40 min−1
Höchste Dauerdrehzahl 5900 min−1
Leerlaufdrehzahl 700 ± 50 min−1
Kompression 10–12 bar
Verdichtungsverhältnis 8,8:1
Kraftstoff Unverbleiter 91-ROZ-Ottokraftstoff
Masse 240 kg
Füllmenge des Ölkreislaufes 7,5 l
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Technische Daten Ablegermotoren

Weitere Informationen Motor, Hubraum ...
MotorHubraumVentile/Zyl.Bohrung × HubVerdichtungLeistung bei 1/minDrehmoment bei 1/minBauzeit
S70B565576 cm³286 mm × 80 mm9,8:1280 kW (380 PS) bei 5300550 Nm bei 40001992–1996
S70/26064 cm³486 mm × 87 mm11,0:1461 kW (627 PS) bei 7500 oder 500 kW (680 PS) bei 7800[3]651 Nm bei 5600 oder 705 Nm bei 4500[3]1994–1998
S70/35990 cm³86 mm × 85,9 mm426 kW (580 PS) bei 6500,[4] 441 kW (600 PS) bei 7400[5][6][7] oder 467 kW (635 PS) bei 8000 670 Nm bei 4500[4] oder 670 Nm bei 50001997–1999
D1/14988 cm³284 mm × 75 mm9,5:1257 kW (350 PS) bei 5300470 Nm bei 40001990–1994
D25646 cm³86 mm × 81 mm10,5:1306 kW (416 PS) bei 5400570 Nm bei 40001992–1996
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  • Die Motorleistung ist gegenüber der Straßenversion gemäß Rennreglement reduziert

Verwendung

M70

S70

S70/2

S70/3

D1/1

D2

Quelle

Commons: BMW M70 – Sammlung von Bildern und Audiodateien

Einzelnachweise

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