Badel (Kalbe)

Ortsteil von Kalbe (Milde) From Wikipedia, the free encyclopedia

Badel ist ein Ortsteil und eine Ortschaft der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Schnelle Fakten Stadt Kalbe (Milde) ...
Badel
Koordinaten: 52° 44′ N, 11° 19′ O
Höhe: 42 m ü. NHN
Fläche: 13,29 km²[1]
Einwohner: 269 (31. Dez. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39624
Vorwahl: 039009
Badel (Sachsen-Anhalt)
Badel (Sachsen-Anhalt)
Lage von Badel in Sachsen-Anhalt
Dorfkirche Badel
Dorfkirche Badel
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Geographie

Lage

Badel, ein kurzes Straßendorf mit Kirche, liegt zwischen Salzwedel und Kalbe (Milde), etwa 10 km nordwestlich von Kalbe (Milde) in der Altmark. Der Augraben fließt von Norden nach Süden durch das Dorf. Im Westen liegt das Waldgebiet „Forst Parchen“.[3]

Ortschaftsgliederung

Die Ortschaft Badel besteht aus den Ortsteilen Badel und Thüritz.[4]

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Bodewald aufgeführt.[5] Da eine handschriftliche Anmerkung aus dem 17. Jahrhundert hodie Bock angibt, hatte Ernst Fidicin den Eintrag als Boock interpretiert.[6] Joachim Stephan bestätigt, dass hier tatsächlich Badel gemeint ist.[7]

Im Jahre 1397 wird Badel als Bodewal erwähnt, als die von Nitzenplitz Güter an die von der Schulenburg überlassen.[8] Weitere Nennungen sind 1687 Badell,[1] 1842 Baadel[9] und 1804 Badel.[10]

1899 wurde Badel als amtliche Schreibweise festgelegt.[1]

Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 39 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 485 Hektar. Im Jahre 1953 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ III „Bundschuh“.[1]

Herkunft des Ortsnamens

Franz Mertens erkennt im Namen das althochdeutsche Wort „bad“ oder mittelhochdeutsch „bat“ für „Bad im Teich oder Fluss“ sowie „wal“ als „Welle, Wallung“ und übersetzt das als „Bade-Quelle“.[11]

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte das Dorf zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag der Ort im Kanton Groß Apenburg auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörte die Gemeinde ab 1816 zum Landkreis Salzwedel.[1]

Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde in den neu eingerichteten Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Nach dessen Auflösung am 1. Januar 1988 kam Badel zum Kreis Salzwedel und nach dessen Auflösung am 1. Juli 1994 zum Altmarkkreis Salzwedel.[12]

Am 1. Januar 2011 wurde die Gemeinde per Gesetz in die Stadt Kalbe (Milde) eingemeindet.[13][14] Gleichzeitig wurde eine Ortschaft Badel gebildet, zu der der Ortsteil Thüritz, gehört. Die frühere Gemeinde Thüritz war am 1. Juli 1973 nach Badel eingemeindet worden.[12]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1734083
1774068
1789071
1798082
1801075
1818077
1840144
1864180
Jahr Einwohner
1871170
1885182
1892[00]190[15]
1895207
1900[00]226[15]
1905237
1910[00]263[15]
1925281
Jahr Einwohner
1939259
1946409
1964296
1971295
1981550
1993565
2006460
2015256
Jahr Einwohner
2016263
2017272
2018282
2020[00]273[16]
2021[00]260[16]
2022[0]266[2]
2023[0]269[2]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1993[1] und 2015 bis 2018[17]

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Badel, die früher zur Pfarrei Zethlingen gehörte,[18] wird heute betreut vom Pfarrbereich Kalbe-Kakerbeck im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[19] Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Badel stammen aus dem Jahre 1894.[20]

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.[21]

Politik

Ortsbürgermeister

Thomas Schreiber ist Ortsbürgermeister der Ortschaft Badel.[22]

Ortschaftsrat

Bei der Ortschaftsratswahl am 26. Mai 2019 stellte sich die Wählergemeinschaft Badel/Thüritz zur Wahl. Sie gewann alle 5 Sitze. Gewählt wurden eine Ortschaftsrätin und vier Räte.[23]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kirche

Die evangelische Dorfkirche Badel ist ein Feldsteinbau aus dem 14. Jahrhundert.[24] Sie war eine Nebenkirche von Zethlingen und besitzt eine Orgel.[18] Das Bauwerk ist ein schlichter Rechtecksaal aus unregelmäßigem Feldsteinmauerwerk und wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts durch eine Apsis aus Backstein erweitert.[25]

Verkehr

Bis 1980 war Badel Bahnhof der Bahnstrecken Salzwedel–Badel, Streckennummer 6903, km 0,00 (Verkehrseinstellung 1980) und Hohenwulsch–Beetzendorf, Streckennummer 6904, km 24,9. Am 10. März 1991 verlor Badel den letzten Bahnanschluss (Personenverkehr), der Güterverkehr wurde um 1993 eingestellt.

Über die verlängerte Badeler Bahnhofsstraße in Richtung Bühne-Güssefeld, etwa 600 m südöstlich des Bahnhofsareals, ist eine verkehrstechnische Besonderheit erreichbar: Eine 1911 errichtete hölzerne Straßenbrücke über eine Kleinbahnstrecke, die in einer Neigung liegt und auch mit Dampfloks befahren wurde. Die rekonstruierte historische Bahnbrücke Badel wurde am 30. Juni 2018 eingeweiht. Die Aufnahme in Denkmal-Listen ist vorgeschlagen.[27][28]

Spukstelle und Sage

Im Altmärkischen Sagenschatz berichtete der Lehrer Lehrmann im Jahre 1908 von einer Spukstelle nordwestlich des Dorfes: An der Feldgrenze zwischen Badel und Mösenthin zeigt sich ein auf einem Schimmel sitzender Reiter ohne Kopf.[29]

Auf dem Badeler Berg, nördlich von Cheinitz, damals Baadelscher Berg genannt, stand noch 1850 eine Fichte, die war sehr krumm nach entgegengesetzten Seiten gewachsen. Der Sage nach waren dort eine Laus und ein Floh festgemacht worden. Die riesigen Insekten zogen und zerrten nach entgegengesetzten Seiten, um die Menschen zu erreichen, daher wuchs der Baum nicht gerade.[30]

Persönlichkeiten

  • Otto Wiedfeldt (1871–1926), Botschafter in den Vereinigten Staaten, in Thüritz geboren.

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 100–103, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 158 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 325, 8. Baadel (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Commons: Badel (Kalbe) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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