Plathe (Kalbe)

Ortsteil der Stadt Kalbe (Milde) From Wikipedia, the free encyclopedia

Plathe ist ein Ortsteil der Ortschaft Brunau und der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Schnelle Fakten Stadt Kalbe (Milde) ...
Plathe
Koordinaten: 52° 46′ N, 11° 26′ O
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 4,54 km²[1]
Einwohner: 100 (31. Dez. 2023)[2]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1973
Eingemeindet nach: Brunau (Kalbe)
Postleitzahl: 39624
Vorwahl: 039030
Plathe (Sachsen-Anhalt)
Plathe (Sachsen-Anhalt)
Lage von Plathe in Sachsen-Anhalt
Dorfkirche Plathe
Dorfkirche Plathe
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Geographie

Plathe, ein Straßendorf mit Kirche, liegt etwa 13 Kilometer nordöstlich von Kalbe (Milde) in der Altmark am Augraben, der in die Biese fließt.[3]

Nachbarorte sind Lübbars im Nordwesten, Kerkau im Norden, Lohne im Nordosten, sowie Packebusch und Brunau im Südosten.[3]

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Das Dorf wurde erstmals 1318 als villa plote genannt, als der Gewandschneidergilde in Salzwedel Hebungen in verschiedenen Dörfern verkauft wurden.[4] Im Jahre 1324 wurde es als Plote erwähnt, als Hans und Heinecke von Kröcher das Schloss Kalbe mit den zugehörigen Dörfern an Albrecht von Alvensleben verkaufte.[5] Weitere Nennungen sind 1361 Plothe, 1473 Plate,[6] 1541 Platow, 1687 Plate[1] und 1804 Plathe und Plathow, Dorf und Gut mit Lehnschulze, Rademacher, Schmiede und Krug.[7]

Im Jahre 1906 stand nördlich des Dorfes auf dem Weg nach Lübbars eine Windmühle.[8]

Herkunft des Ortsnamens

Aleksander Brückner und Jürgen Udolph erkennen im Ortsnamen das slawische Wort „plotь“ für „Zaun“[9] oder „Ploty“ für eine „durch Zaun geschützte Siedlung“.[10]

Heinrich Sültmann leitet den Ortsnamen vom wendischen „bluotü“ ab, was für „Sumpf“ oder „Naßwald“ steht. Übersetzt heißt Plathe also „Nasssiedel“.[11]

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörten Dorf und Gut zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lagen sie im Kanton Kalbe auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörten beide ab 1816 zum Kreis Salzwedel, dem späteren Landkreis Salzwedel.[1]

Aus dem Gut entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Gutsbezirk. Am 29. November 1894 wurde der Gutsbezirk Plathe „mittelst allerhöchsten Erlasses“ mit der gleichnamigen Landgemeinde vereinigt.[12]

Am 25. Juli 1952 wurde Plathe in den Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Am 1. August 1973 wurde die Gemeinde Plathe nach Brunau eingemeindet.[13] Nach dem Zusammenschluss mehrerer Gemeinden am 1. Januar 2009 zur Einheitsgemeinde Stadt Kalbe (Milde) kam Plathe als Ortsteil zur neuen Ortschaft Brunau und zur Stadt Kalbe (Milde).[14]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde und Ortsteil

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1734095
1774119
1789126
1801116
1818095
1840157
1864181
1871183
Jahr Einwohner
1885202
1892[0]204[6]
1895216
1900[0]186[6]
1905207
1910[0]203[6]
1925210
1939167
Jahr Einwohner
1946271
1964171
1971154
2015102
2016098
2017100
2018098
2020[00]101[15]
Jahr Einwohner
2021[00]105[15]
2022[0]097[2]
2023[0]100[2]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1971[1] und 2015 bis 2018[16]

Gut und Gutsbezirk

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner[1]
179807
184016
187112
188510
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Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Plathe, die früher zur Pfarrei Plathe gehörte,[17] wird heute betreut vom Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[18] Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Plathe stammen aus dem Jahre 1638.[19]

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.[20]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die evangelische Dorfkirche Plathe ist ein spätromanischer Feldsteinbau.[21] Eine dendrochronologische Untersuchung einer Probe vom Sturzholz im Durchgang von Turm zum Schiff lieferte ein Fälldatum um etwa 1218. Nach dem Umbau im Jahr 1864 blieben von der mittelalterlichen Kirche nur der querrechteckige Westturm und die Seitenwände des Schiffes erhalten.[10] Dabei wurde das Bauwerk nach Osten verlängert und mit einer polygonalen Apsis versehen, große Rundbogenfenster eingebrochen und der Eingang von der Süd- an die Westseite verlegt. Gleichzeitig wurde das Innere renoviert, die Balkendecke ornamental bemalt und die Kirche erhielt eine schlichte hölzerne Ausstattung.[22]

Literatur

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1667–1671, doi:10.35998/9783830522355 (E-Book zur zweibändigen Druckausgabe).
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, OCLC 614308966, S. 130 (Reprint 2018, SelbstVerlag Eugen & Constanze Gliege).
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 342–343, 126. Plathe (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
Commons: Plathe – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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