Boivinose

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Boivinose (2,6-Didesoxygulose) ist eine Hexose und ein Desoxyzucker und kommt als Bestandteil diverser glycosidischer Naturstoffe vor. Sie ist isomer zur Digitoxose, Oliose und Olivose.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von D-Boivinose (links) und L-Boivinose (rechts)
D-Boivinose (links) und L-Boivinose (rechts)
Allgemeines
Name Boivinose
Andere Namen
  • 2,6-Didesoxy-D-xylo-hexose (IUPAC)
  • 2,6-Didesoxygulose
Summenformel C6H12O4
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 13263-85-9
PubChem 6857598
ChemSpider 5256934
Wikidata Q27115000
Eigenschaften
Molare Masse 148,16 g·mol−1
Schmelzpunkt

100–103 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Vorkommen

Maishaare enthalten Glycoside der L-Boivinose.

Strophanthus boivinii aus der Familie der Hundsgiftgewächse enthält mehrere Glycoside der D-Boivinose.[3][1] Verschiedene Arten der Gattung Corchorus enthalten ebenfalls Glycoside der D-Boivinose.[4] Maispflanzen enthalten in der sogenannten Maisseide Glycoside der L-Boivinose.[5]

Synthese

Ausgehend von iso-Butylvinylether und Methylvinylketon lassen sich beide Enantiomere herstellen. Dabei wird die Mikrosomale Epoxidhydrolase für eine kinetische Resolution verwendet.[6]

D-Boivinose kann auch ausgehend von 5-Desoxy-D-xylose hergestellt werden. Dabei wird zunächst Nitromethan addiert, die Hydroxylgruppen acetyliert, die Acetylgruppe in Position 2 eliminiert und die entstehende Doppelbindung hydriert. Im letzten Schritt wird durch eine Nef-Reaktion die Nitromethylgruppe in eine Aldehydfunktion umgewandelt.[7]

Verwendung

Boivinose wurde verwendet, um Mithramycin-Derivate mit geänderten Glycolysierungsmustern als mögliche Antitumor-Antibiotika zu synthetisieren.[8]

Verwandte Verbindungen

Es existieren vier Enantiomerenpaare der 2,6-Didesoxyaldohexosen. Die anderen drei sind Digitoxose, Oliose und Olivose.

Einzelnachweise

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