Brossard (REM Montreal)

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Brossard (bʁɔsaʁ) ist eine oberirdische U-Bahn-Station in Brossard in der kanadischen Provinz Québec. Sie liegt am Stadtrand und ist die östliche Endstation der Hauptstrecke des Réseau express métropolitain (REM). Zusammen mit dem angrenzenden Busbahnhof ist die Station ein wichtiger multimodaler Verkehrsknoten in der Region Rive-Sud bei Montreal. Ebenso befindet sich hier das REM-Hauptdepot.

Luftansicht des Stationskomplexes mit REM-Station (Mitte rechts), Busbahnhof (vorne rechts), Hauptdepot (oben), Zugwaschanlage (links) und Park-and-ride-Anlage (Mitte)

Bauwerk

Stationsgebäude

Die Station liegt etwas erhöht am Boulevard de Rome, zwischen der Autoroute 10 im Westen, der Autoroute 30 im Osten, dem Autobahnkreuz im Norden und dem Umspannwerk La Prairie von Hydro-Québec im Südosten. Aufgrund ihrer Lage am Stadtrand erschließt sie keine eigentlichen Wohn- oder Industriegebiete, sondern dient in erster Linie als Umsteigebahnhof. Von zentraler Bedeutung ist einerseits die benachbarte Park-and-ride-Anlage mit 2948 Parkplätzen[1], andererseits der von den Gesellschaften exo und RTL betriebene Busbahnhof Terminus Brossard mit 21 überdachten Haltestellen, von denen aus 29 Linien verkehren.[2]

Brossard ist die einzige REM-Station mit drei Bahnsteigen. Ein Mittelbahnsteig und ein Außenbahnsteig, die beide vollständig umschlossen und mit Bahnsteigtüren ausgestattet sind, ermöglichen einen effizienten Zugwendebetrieb und betriebliche Flexibilität bei erhöhter Taktfrequenz. Die Gleiszuweisungen variieren im Laufe des Tages und können sich ändern, je nachdem, ob Züge aus dem Depot kommen oder dorthin zurückkehren.[1]

Kunst

Les passagers

Im Stationsbereich stehen zwei Bronzeplastiken von David Armstrong VI, die zusammen ein Diptychon namens Les passagers („die Passagiere“) bilden. Sie vereinen Bronzegusselemente, wellenförmige Bänder und abwechselnde, leuchtende Farben, wodurch sie das Wesen des öffentlichen Nahverkehrs widerspiegeln sollen. Beide Figuren wechseln zwischen Abstraktion und Figuration und weisen pflanzliche, tierische und menschliche Züge auf. Mit ihrem Koffer oder Rucksack stellen sie sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft dar.[3]

Betriebsanlagen

Von der Endstation Brossard aus führt die REM-Strecke noch einige hundert Meter weiter und umkreist dabei mit einer ellipsenförmigen Streckenführung die Park-and-ride-Anlage fast ganz. Etwa nach zwei Dritteln dieser zweigleisigen Betriebsstrecke, an der Westseite des Stationskomplexes, befindet sich eine Waschanlage für die automatisierte Reinigung der aus dem Verkehr genommenen Züge. Die Betriebsstrecke endet an der Nordseite des Komplexes, unmittelbar neben der Einfahrt und dem Autobahnkreuz. Dieser Teil des Stationskomplexes umfasst eine viergleisige Depothalle für die Wartung der Züge und eine überdachte Abstellanlage mit neun Gleisen. Daran angebaut ist das Kontrollzentrum, von wo aus der Betrieb des gesamten REM-Netzes überwacht und gesteuert wird.[4]

Geschichte

Am 22. April 2016 stellten Montreals Bürgermeister Denis Coderre und CDPQ Infra der Öffentlichkeit das Projekt des Réseau express métropolitain (REM) vor, einer fahrerlosen U-Bahn mit einer Gesamtlänge von 67 km.[5] Am 15. März 2018 begannen die Vorbereitungsarbeiten im Bereich der zukünftigen Endstation, für die damals noch der Name Rive-Sud vorgesehen war.[6] Der Spatenstich an der REM-Strecke erfolgte am 12. April 2018.[7] Im August 2018 wurden die ersten Pfeiler in der Nähe des Autobahnkreuzes errichtet. Diese dienten als Fundament für die Hochbahnkonstruktion des REM, die den Korridor im Mittelstreifen der Autoroute 10 mit dem südwestlichen Quadranten der Autoroute 30 verbindet und dabei über die Fahrspuren der Autoroute 10 führt.[8] Im Februar 2019 betonierte man die fehlenden Säulen und Kopfstücke, um die Pfeilerkonstruktion zu vervollständigen.[9]

Im Juli 2019 wurden die ersten Schienen der Mitte der Autobahn verlegt und in der Nähe des Autobahnkreuzes etwa dreißig Träger installiert. Ebenso errichtete man die Fundamente der Station sowie des angrenzenden Depots.[10] Auf Wunsch der Standortgemeinde erhielt die zukünftige Endstation im Juni 2020 den definitiven Namen Brossard.[11] Im Januar 2021 fanden die ersten Testfahrten im automatisierten Betrieb statt, etwa zwischen der Station Brossard und dem Boulevard Milan.[12] Nach einigen Bauverzögerungen sowie nach viereinhalb Wochen Probebetrieb ohne Fahrgäste erfolgte am 29. Juli 2023 die Inbetriebnahme des REM-Teilstücks zwischen dem Hauptbahnhof und Brossard, wobei der fahrplanmäßige Betrieb offiziell am 31. Juli aufgenommen wurde.[13]

Commons: Brossard (Réseau express métropolitain) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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