Griffintown–Bernard-Landry (REM Montreal)

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Griffintown–Bernard-Landry (ˈɡrɪfɪnˌtaʊn bɛʁnaʁ lɑ̃dʁi) ist eine geplante U-Bahn-Station in Montreal, die an der seit 2023 bestehenden Hauptstrecke des Réseau express métropolitain (REM) im Arrondissement Le Sud-Ouest errichtet werden soll. Sie wurde nicht zeitgleich mit den benachbarten Stationen der Strecke errichtet, da ihr Standort 2020 während der Planungsphase verlegt wurde, was den Bau verzögerte. Die Eröffnung ist zu einem Zeitpunkt nach 2027 vorgesehen.

Standort der zukünftigen Station, in der Nähe der Rue Dalhousie

Präsentation

Ursprüngliches Projekt

Am 22. April 2016 stellten Montreals Bürgermeister Denis Coderre und CDPQ Infra der Öffentlichkeit das Projekt des Réseau express métropolitain (REM) vor, einer fahrerlosen U-Bahn mit einer Gesamtlänge von 67 km. Darin enthalten waren zwei „potenzielle Stationsstandorte“ südlich des Hauptbahnhofs, und zwar Bridge-Wellington und Du Havre.[1] Im November 2016 bestätige CDPQ Infra die Standorte von drei Stationen in der Innenstadt, wobei die Station Bassin Peel unter dem Peel-Becken des Lachine-Kanals in der Nähe des ehemaligen Goose Village liegen sollte.[2] Sie sollte unterirdisch gebaut werden, mit einem Ausgang in Richtung Griffintown und einem weiteren in Richtung Pointe-Saint-Charles.[3] Im Juni 2018, zwei Monate nach dem Spatenstich an der Strecke[4], forderte eine Petition die Umbenennung in Station des Irlandais, um damit den Beitrag der irischen Gemeinschaft zur Stadtgeschichte zu würdigen.[5]

Das Gebiet um das Peel-Becken war als Standort für ein Baseballstadion im Gespräch, das als Heimstätte für ein Team der Major League Baseball in Montreal dienen sollte. Die Gruppe, die sich unter der Leitung von Stephen Bronfman für die Rückkehr eines MLB-Teams nach Montreal einsetzte, engagierte im Februar 2019 Pierre Boivin, den ehemaligen Präsidenten der Canadiens de Montréal, als Lobbyisten, um den Verkauf des Peel-Beckens für den Bau eines Stadions zu verhandeln. Das Gelände war damals im Besitz der bundeseigenen Gesellschaft Canada Lands Company.[6]

Verlegung nach Griffintown und Namensstreit

Im November 2019 äußerte Bürgermeisterin Valérie Plante den Wunsch, die Station nach dem verstorbenen Premierminister von Québec, Bernard Landry, zu benennen. Sie begründete dies mit seinem Engagement als Finanzminister von Québec bei der Neugestaltung des an Griffintown angrenzenden Gebiets und des westlichen Teils von Vieux-Montréal als Cité du Multimédia, das für Unternehmen der Informationstechnikbranche bestimmt ist.[7] Die irische Gemeinschaft lehnt diesen Vorschlag insbesondere aufgrund der gegen Einwanderer gerichteten Äußerungen Landrys im Anschluss an das Referendum von 1995 ab.[8]

Im Juni 2020 gab CDPQ Infra bekannt, dass die Trasse optimiert worden sei. Die Station werde nicht mehr unterirdisch im Peel-Becken errichtet, sondern oberirdisch auf dem Eisenbahnviadukt des Hauptbahnhofs parallel zur Rue Dalhousie, zwischen der Rue William und der Rue Ottawa in Griffintown.[9] Der Standort rechtfertige eine Umbenennung in Griffintown–Bernard-Landry. Die Namensgebung stellt einen Kompromiss dar, stieß aber bei der irischen Gemeinschaft und bei historischen Vereinen weiterhin auf Kritik.[10]

Verzögerte Verwirklichung

Da die Planung der Station erst nach Baubeginn des restlichen REM-Netzes erfolgte, konnte sie nicht zeitgleich mit den angrenzenden Stationen der Linie errichtet werden.[11] Im August 2023 erklärte ein REM-Sprecher, dass das Gebiet stark von Güterzügen frequentiert werde, was die Planung und den Bau der Station zu einer Herausforderung mache. Eine Studie zur Ermittlung der besten Bauweise stehe jedoch kurz vor dem Abschluss und werde bis Ende des Jahres veröffentlicht.[12] Lokale Politiker und Förderer des öffentlichen Nahverkehrs äußerten ihren Unmut darüber, dass die Station nicht Ende Juli 2023 zusammen mit der übrigen REM-Teilstrecke zwischen dem Hauptbahnhof und Brossard eröffnet wurde.[13]

Im Januar 2024 berichtete La Presse, dass die Bauarbeiten erst 2027 beginnen würden und dass CDPQ Infra derzeit untersuche, wie der Bau der Station durchgeführt werden könne, während der Rest der Strecke in Betrieb bleibt. Gleichzeitig forderte der Montrealer Stadtrat, südlich des Lachine-Kanals eine zusätzliche Station namens Bridge-Bonaventure zu errichten, um ein geplantes Wohnviertel zu erschließen.[14] Im August 2024 wollte CDPQ Infra nicht bestätigen, dass die Station Griffintown–Bernard-Landry wie früher angekündigt bis 2027 fertiggestellt sein würde. CDPQ Infra wies aber darauf hin, dass eine weitere Station Bridge-Bonaventure technisch machbar sei.[15]

Einzelnachweise

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