Cantalupo Ligure

italienische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Cantalupo Ligure (piemontesisch Cantalov, ligurisch Cantalô) ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Alessandria, Region Piemont, mit 440 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024).

Schnelle Fakten
Cantalupo Ligure
Cantalupo Ligure (Italien)
Cantalupo Ligure (Italien)
Staat Italien
Region Piemont
Provinz Alessandria (AL)
Koordinaten 44° 43′ N,  3′ O
Höhe 383 m s.l.m.
Fläche 24,06 km²
Einwohner 440 (31. Dez. 2024)[1]
Fraktionen Arborelle, Besante, Borgo Adorno, Campana, Costa Merlassino, Colonne, Merlassino, Pallavicino, Pertuso, Pessinate, Prato, Semega, Strappasese, Zebedassi
Postleitzahl 15060
Vorwahl 0143
ISTAT-Nummer 006028
Bezeichnung der Bewohner Cantalupesi
Schutzpatron Madonna del Carmelo
Website www.comune.cantalupoligure.al.it
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Geographie

Lage der Gemeinde Cantalupo Ligure in der Provinz Alessandria

Die Gemeinde Cantalupo Ligure liegt 63 Straßenkilometer südöstlich der Provinzhauptstadt Alessandria auf einer Höhe von 383 m s.l.m. im Val Borbera auf der orographisch rechten Seite des Torrente Borbera. Das Gemeindegebiet umfasst einschließlich der Fraktionen Arborelle, Besante, Borgo Adorno, Campana, Costa Merlassino, Colonne, Merlassino, Pallavicino, Pertuso, Pessinate, Prato, Semega, Strappasese und Zebedassi eine Fläche von etwas mehr als 24 km².

Die Nachbargemeinden sind Albera Ligure, Borghetto di Borbera, Dernice, Montacuto, Roccaforte Ligure und Rocchetta Ligure.

Etymologie

Umstritten ist sowohl die Herkunft des Toponyms als auch seine Ersterwähnung. In der Form Cantalupus soll er erstmals 1201 urkundlich erwähnt worden sein. Nach Dante Olivieri nimmt er in ironischer Form darauf Bezug, dass hier die Wölfe heulen.[2]

Nach anderen Quellen wurde der Ort bereits 1164 in einer Urkunde von Kaiser Friedrich I. erwähnt, mit der er die Malaspina mit dem Gebiet um Cantalupo belehnte. Er könnte sich aus dem lateinischen campus lucus (=Heiliger Wald) ableiten. Inschriftenfunde bekräftigen die Annahme, dass in den Wälder der Umgebung sich ein keltischer Kultplatz befunden hat.[3]

Nach Charles Camproux hat der Ortsname dagegen preindoeuropäische Wurzeln. Er soll sich aus den Wörtern *kant (=Erhebung) und l-op (=Wasser) ableiten.[2]

Geschichte

Castello Spinola-Adorno in Borgo Adorno, Ortsteil von Cantalupo Ligure

Die Familie Malaspina herrschte bis 1235 über das Gebiet, bevor es in den Besitz der Familie Pallavicino überging. Nach achtzigjähriger Herrschaft wurde der Ort als Geschenk vom frisch gewählten Kaiser Heinrich VII. den Opicino Spinola übergeben. Unter dem Einfluss der genuesischen Adelsfamilie teilte der Ort ihr Schicksal im Streit mit anderen genuesischen Adelsfamilien, die sich in Ghibellinen und Guelfen aufteilten. Konflikte um die Siedlung gab es aber auch mit dem Herzog von Mailand und dem Bischof von Tortona.[3]

Später während der Faschismus wurde Cantalupus Ligure in die nahe gelegene Gemeinde Rocchetta Ligure eingemeindet. 1947 wurde die Eingemeindung wieder rückgängig gemacht. Während des Zweiten Weltkriegs war der Ort ein Widerstandsnest der Resistenza. Im August 1944 kam es zu heftigen Kämpfen im Ortsteil Pertuso mit deutschen Truppen und ihren Verbündeten der faschistischen Italienischen Sozialrepublik. Eine Stele in der Fraktion erinnert ebenso an das Ereignis, wie ein Gedenkstein an den sowjetischen Soldaten Fjodor Andrianowitsch Poletajew, der sich der Resistenza anschloss und 1945 bei einem Gefecht hier den Tod fand.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Sehenswürdigkeiten

  • Das imposante Castello Spinola-Adorno, das 1100 von den Spinola erbaut und von Tolomeo Spinola Antonio Adorno geschenkt wurde, einen wichtigen Platz ein. Heute ist es im Besitz des Barons Gian Paolo Guidobono Cavalchini und eines der wenigen Herrenhäuser im Borbera-Tal, das trotz eines Brandes im Jahr 1600 intakt blieb.
  • Die Pfarrkirche Santa Caterina mit ihrem Glockenturm mit Zwiebelturm, typisch für die Apennin-Täler zwischen Piemont und Ligurien.
  • Die von Nicola Neonato geschaffene Stele hervor, die an das Opfer der Partisanen der Pinan-Cichero-Brigade erinnert, die 1944 in den Kämpfen um Pertuso fielen, und das Denkmal für den 1945 gefallenen sowjetischen Partisanen Fjodor Poletajew.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Dizionario di Toponomastica: Storia e significato dei nomi geografici italiani. Garzanti, Mailand 1996, ISBN 88-11-30500-4.
  • Comuni della provincia di Alessandria. (=Comuni del Piemonte. Band 2). Herausgegeben vom Consiglio Regionale del Piemonte, Nerosubianco Edizioni, Cuneo 2008 (2. Auflage), S. 68–69.
Commons: Cantalupo Ligure – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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