Deutsche Akademie für Fernsehen

Austausch-, Entwicklungs- und Diskussionsforum für Fernsehschaffende From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Deutsche Akademie für Fernsehen e. V. (DAfF) wurde von Fernsehschaffenden aus den verschiedenen Bereichen der Fernsehproduktion im Dezember 2010 gegründet. Sie hat ihren Sitz in München und eine Geschäftsstelle in Berlin. Die DAfF ist der größte gewerkeübergreifende Zusammenschluss Deutschlands.

Logo der Deutschen Akademie für Fernsehen
Das DAfF-Symposium 2015 im NRW Filmforum, Köln

Entstehung, Zweck und Aktivitäten

Laut Satzung ist ihr Zweck

  • die Entwicklung des deutschen Fernsehens als wesentlichen Bestandteil der deutschen Kultur sowie der deutschen Kulturwirtschaft zu fördern und deren Vielfalt zu erhalten
  • das Gespräch und den Austausch von Ideen und Erfahrungen zwischen den deutschen Fernsehschaffenden insbesondere auch zwischen freiberuflichen und in Sendern festangestellten anzuregen, zu stärken und zu pflegen
  • den Diskurs zu inhaltlichen und wirtschaftlichen Aspekten des deutschen Fernsehens zu führen.

Den amtierenden Geschäftsführenden Vorstand stellen die Agentin Chun Mei Tan, die Casting-Direktorin Cornelia von Braun, der Drehbuchautor Jochen Greve, der Filmmusiker Michael Gajare und der Producer Stephan Ottenbruch aus dem Bereich Fernseh-Unterhaltung. Das Amt der Schatzmeisterin bekleidet Cornelia von Braun.

Der Produzent Gerhard Schmidt ist Gründungsvater, ehemaliger Präsident und seit 2022 Ehrenmitglied der Akademie.

Derzeit hat die Akademie 23 Sektionen (u. a. Regie, Drehbuch, Musik, Dokumentarfilm, Schauspiel, Bildgestaltung, Tongestaltung)[1]. Die Mitgliederanzahl liegt bei rund 800.[2] Einmal im Monat findet eine Sitzung aller Sektionsvorstände statt.

Laut dem Vorstand Jochen Greve war eine der Gründungsabsichten, dass man „das Fernsehen nicht allein den Sendern überlassen“ dürfe.[3] Beabsichtigt sei vielmehr: „Wir wollen eine Stimme der Kreativen sein. Wir wollen den Leuten Würde geben.“[4]

Im Mai 2018 beteiligte sich der Verein an der Einrichtung der Themis-Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt.[5] Die DAfF war im Jahre 2022 an der Gründung von IN-Film beteiligt. Die DAfF unterstützt die Initiative Netzwerk Film & Demokratie.

Auszeichnung durch die DAfFNE

Seit 2013 verleiht der Verein jährlich eine Auszeichnung für Leistungen in allen Gewerken der Fernsehproduktion. Jede Sektion der Akademie kann einen Preis in ihrem Metier nominieren. Die Sektion Schauspiel kann Preise in vier Kategorien nominieren: Beste Schauspielerin in einer Hauptrolle, Bester Schauspieler in einer Hauptrolle, Beste Schauspielerin in einer Nebenrolle und Bester Schauspieler in einer Nebenrolle.[2] Die Ausgezeichneten werden von allen Mitgliedern der Akademie gewählt.

Seit der Mitgliederversammlung im Februar 2022 trägt die Auszeichnung den Namen DAfFNE. Die Auszeichnungsskulptur mit dem gleichen Namen wurde vom Szenenbildner und Vorstandsmitglied Frank Godt (im Jahre 2012) entworfen.

Die Ausgezeichneten mit der DAfFNE seit 2013 waren:

Bildgestaltung

Casting

Dokumentarfilm

Drehbuch

Fernsehjournalismus

  • 2013: Monika Anthes und Eric Beres für Der Fall Mollath
  • 2014: Monika Anthes und Edgar Verheyen für Deutschlands Ferkelfabriken
  • 2015: Daniel Harrich und Ulrich Chaussy für Attentäter – Einzeltäter? – Neues vom Oktoberfestattentat
  • 2016: Rainald Becker und Christian H. Schulz für Schattenwelt BND – Wie viel Geheimdienst braucht Deutschland?
  • 2017: Christian Stücken für Die Story im Ersten: Der vertuschte Skandal
  • 2018: Stephan Lamby und Egmont R. Koch für Bimbes – Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl
  • 2019: Frank Zintner für Re:- Dem Rechtsruck auf der Spur. Eine Zeitung sucht Antworten
  • 2020: Edgar Verheyen für betrifft: Fleisch um jeden Preis – Was geschieht mit den Schweinen?
  • 2021: Thilo Mischke und Anja Buwert für ProSieben Spezial–Rechts
  • 2022: Felix Moeller für Jud Süß 2.0
  • 2023: Anja Buwert, Thilo Mischke und Kosei Takasaki für ProSieben THEMA. Afghanistan im Griff der Taliban
  • 2024: Jonas und David von Simplicissimus für Putins Bären – Die gefährlichsten Hacker der Welt
  • 2025: Jens Strohschnieder für Trauma in Nahost – Der 7. Oktober und seine Folgen

Fernsehunterhaltung

Filmschnitt

Kostümbild

Maskenbild

Musik

Produktion

Redaktion/Producing

Regie

Schauspieler Hauptrolle

Schauspielerin Hauptrolle

Schauspielerin Nebenrolle

Schauspieler Nebenrolle

Stunt

Szenenbild

Tongestaltung

  • 2013: Jan Petzold (Ton) und Gerald Cronauer (Mischung) für Im Netz
  • 2015: Thomas Warneke, Andreas Hintzsch und Clemens Grulich für Die Schneekönigin
  • 2016: Eric Rueff, Frank Mareite, Stefan Kolleck und Malte Zurbonsen für Weinberg
  • 2017: Tomáš Bělohradský, Thomas Neumann und Gregor Bonse für Der gleiche Himmel
  • 2018: Patrick Veigel (Ton) und Florian Beck (Mischung) für Das Verschwinden
  • 2019: Herbert Verdino (O-Ton), Nico Krebs (Mischung und Sounddesign) und Wolfi Müller (Geräuschemacher) für Der Pass
  • 2020: Ed Cantú, Peter Hilcansky, Dominik Leube, Kath Pollard, Pavel Rejholec, David Titera und Manuel Vogt für Das Boot (Staffel 2)
  • 2021: Robert Keilbar, Kirsten Kunhardt und Matthias Lempert für Louis van Beethoven
  • 2022: Ed Cantú, Dominik Leube, Manuel Vogt, Philipp Bitter und Jörg Elsner für Almost Fly
  • 2023: Frank Kruse, Alexander Buck, Matthias Lempert, Klaus-Peter Schmitt, Bernhard Joest, Stefan Soltau, Benjamin Hörbe für Babylon Berlin – Staffel 4
  • 2024: Urs Krüger (Settonmeister), Kai Storck (Sound Design), Tobias Fleig (Mischtonmeister) für Sörensen fängt Feuer
  • 2025: Alain Goniva, Carlo Thoss, Steffen Graubaum, Céline Bodson, Loïc Collignon, Anthony Juret, Kai Hoffmann für Die Spaltung der Welt

VFX/Animation

  • 2015: Denis Behnke für Nackt unter Wölfen
  • 2016: Denis Behnke für Starfighter – Sie wollten den Himmel erobern
  • 2017: Jan Adamczyk und Denis Behnke für Der gleiche Himmel
  • 2018: Robert Pinnow für Babylon Berlin
  • 2019: Viktor Muller und Vít Komrzý für Das Boot
  • 2020: Nicolas Leu, Dominik Trimborn, Bastian Hopfgarten, Sebastian Lauer und Korbinian Hopfner für Dark (Staffel 3)
  • 2021: Patrick Busse, Rolf Mütze, Johanna Bischopink, Dirk Riesenfeld und Christian Laskawi für Oktoberfest 1900
  • 2022: Jasmin Hasel, Falk Büttner, Markus Strehl, Andreas Tröger und Christian Stiller für Blackout
  • 2023: Christian Kaestner für 1899
  • 2024: Michael Sieber, Mathias Schreck, Michael Hockey, Nadine Schwenk und Berter Orpak für Neue Geschichten vom Pumuckl
  • 2025: Frank Schlegel, Jonas Potthoff, Stephan Schäfholz, Bernd Nalbach, Rouven Dombrowski, Stefan Schorer für Cassandra

Ehrenauszeichnung

Commons: Deutsche Akademie für Fernsehen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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