Eggolsheim

Marktgemeinde im Landkreis Forchheim in Bayern From Wikipedia, the free encyclopedia

Eggolsheim ist ein Markt im oberfränkischen Landkreis Forchheim und liegt am Westrand der Fränkischen Schweiz im Regnitztal.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Eggolsheim
Deutschlandkarte, Position des Marktes Eggolsheim hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 46′ N, 11° 3′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Forchheim
Höhe: 255 m ü. NHN
Fläche: 48,89 km²
Einwohner: 6521 (31. Dez. 2025)[1]
Bevölkerungsdichte: 133 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91330
Vorwahl: 09545
Kfz-Kennzeichen: FO, EBS, PEG
Gemeindeschlüssel: 09 4 74 123
Marktgliederung: 13 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstraße 27
91330 Eggolsheim
Website: www.eggolsheim.de
Erster Bürgermeister: Georg Eismann (CSU)
Lage des Marktes Eggolsheim im Landkreis Forchheim
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Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Eggolsheim, gut zu erkennen ist die katholische Pfarrkirche St. Martin (2007).
Eggolsheim, Luftbild 2021

Geografie

Geografische Lage

Die Gemeinde liegt östlich der historischen Nord-Süd-Verbindung von Main und Donau, des Ludwig-Donau-Main-Kanals, des Vorläufers des heutigen Main-Donau-Kanals. Der Markt grenzt im Norden an den Landkreis Bamberg und im Süden an die Große Kreisstadt Forchheim.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind:

Buttenheim
(Landkreis Bamberg)
Heiligenstadt in Oberfranken
(Landkreis Bamberg)
Unterleinleiter
Altendorf
(Landkreis Bamberg)
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Ebermannstadt
Hallerndorf Forchheim
(Große Kreisstadt)
Weilersbach

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Eggolsheim hat 13 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Bammersdorf, Drosendorf a.Eggerbach, Drügendorf, Eggolsheim, Götzendorf, Kauernhofen, Neuses a.d.Regnitz, Rettern, Tiefenstürmig, Unterstürmig und Weigelshofen.[4] Die Gemarkung Eggolsheim hat eine Fläche von 12,548 km². Sie ist in 3024 Flurstücke aufgeteilt.[5] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Schirnaidel.[6]

Geschichte

Urnenfelderzeit

Grabfunde belegen eine Siedlungsgeschichte bis in die Urnenfelderzeit um 1200 vor Christus. Ein Adelsgrab aus dieser Epoche wurde im Jahr 1982 ergraben. Es enthielt reiche Grabbeigaben, etwa ein zerbrochenes Bronzeschwert, ein Messer und eine Gewandnadel. Die Grabmulde war mit Steinplatten ausgekleidet. Über dem Grab befand sich ein Erdhügel von 23 Metern Durchmesser und vermutlich ursprünglich 6 Metern Höhe. Der Bestattete war etwa 40 Jahre alt geworden. Er muss mit der damaligen Siedlung auf der Ehrenbürg in Kontakt gestanden haben, was durch die metallurgisch nachgewiesene Zusammensetzung von Nieten seines Schwertgehänges belegt ist. Diese ist mit Bronzeresten identisch, die auf der Ehrenbürg gefunden wurden.[7]

Latènezeit

Grabbeigaben aus zwei Eggolsheimer Reihengräbern des 7. Jahrhunderts, ausgestellt im Archäologiemuseum Oberfranken in Forchheim

Seit dem ersten vorchristlichen Jahrhundert (Latènezeit) wanderten Germanen in die bis dahin von Kelten besiedelten Gebiete ein. Germanische Siedlungsfunde in Eggolsheim sind bereits aus der Zeit vor Christi Geburt bekannt.[8]

Mittelalter

Grabbeigaben der Merowingerzeit wurden im Gebiet Eggolsheim-Neuses ausgegraben. Dazu gehören ein Schildbuckel, eine Lanzenspitze, die Bruchstücke einer Sax-Aufhängung und ein Messer. Diese Ausrüstungsgegenstände sind vermutlich dem späten 7. Jahrhundert, zumindest aber der späten Merowingerzeit zuzuordnen.[9] Daneben gab es weitere Funde, etwa eine Goldfibel aus der Merowingerzeit um 600 nach Christus.[10] Auch aus der anschließenden karolingischen und ottonischen Zeit ist in Eggolsheim ein relativ großes Reihengräberfeld bezeugt. Eine frühmittelalterliche Wehranlage (Ringwall Schießberg) befand sich auf dem Schießberg bei Unterstürmig zwischen Eggolsheim und Buttenheim.[11]

Urkunde des Kaisers Heinrich II. aus dem Jahr 1002 mit der ersten Erwähnung Eggolsheims (fünfte Zeile, drittes Wort: „Eggoluesheim“)

Die ältesten Erwähnungen des Ortes stammen aus Schenkungsurkunden der Jahre 750 bis 802. Im Jahr 1002 wurde Eggolsheim als „Eggoluesheim“ in einer Urkunde König Heinrichs II. genannt, als es mit dem Forchheimer Kirchengut gemeinsam mit Erlangen („Erlangon“) dem neu gegründeten Stift Haug bei Würzburg übertragen wurde.[12] Als Markt wurde Eggolsheim erstmals im Jahr 1343 erwähnt.[13]

Neuzeit

Der Markt gehörte bis zur Säkularisation 1803 zum Hochstift Bamberg, das ab 1500 im Fränkischen Reichskreis lag. Seitdem ist der fränkische Ort Teil des Landes Bayern.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurden am 1. Juli 1972 die Gemeinden Bammersdorf, Drosendorf am Eggerbach, Eggolsheim, Kauernhofen, Neuses an der Regnitz, Rettern, Unterstürmig und Weigelshofen zur neuen Gemeinde Eggolsheim zusammengeschlossen.[14] Am 1. Mai 1978 kamen Drügendorf, Götzendorf und Tiefenstürmig hinzu.[15]

Sehenswürdigkeiten

Schloss Jägersburg, Luftaufnahme 2013

Bekannte Sehenswürdigkeiten sind:

Ortsname

Der Ortsname wandelte sich von Eggoluesheim (1002) über Eggolvesheim (1017), Ekkolczheim (1326 bis 1328), Eckoltzheim (1385) und Eckolshaim prope (bei) Bamberg, bis er 1747 erstmals Eggolsheim, aber auch Eggoldsheim, Eckoldsheim ol. (einst), Eckoldishemum und Eggoldesheime geschrieben wurde.[16]

Das Grundwort ist das althochdeutsche -heim (oder -haim) als Kurzform von heima für Wohnung, Behausung, Heimstatt oder Aufenthaltsort. Das Bestimmungswort im Ortsnamen ist der männliche Personenname Egolf,[16] der sich von den im 6. bis zum Ende des 8. Jahrhunderts in Süddeutschland herrschenden Agilolfingern und damit vom Namen des Suebenfürsten Agilulf ableitet.[17]

Politik

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2026 Georg Eismann (CSU). Zuvor war Claus Schwarzmann (BB/OEB/AS) 30 Jahre lang im Amt. Er folgte auf Josef Eismann (CSU), der seit 1970 Bürgermeister war.[18][19]

Marktgemeinderat

Marktgemeinderatswahl 2020
Wahlbeteiligung: 69,49 %
 %
50
40
30
20
10
0
18,58 %
14,57 %
13,62 %
12,61 %
40,63 %
2002 2008 2014 2020
CSU 5 5 5 4
SPD/Unabhängige Wähler (UW) 1 1 0 n. k.
Bürgerbund (BB) 3 3 4 3
Freie Wähler (FW) 2 2 2 2
Oberer Eggerbachbund (OEB) 3 2 2 3
Bammersdorfer Bürgergemeinschaft (BBG) 2 2 2 2
Junge Bürger (JB) 1 2 1 2
Wählergruppe Neuses/Bahnhofsiedlung Eggolsheim (WG-NBE) 1 2 1 1
Wählergruppe Eggolsheim-Unterstürmig-Kauernhofen (WG-EUK) 1 1 1 1
Aktive Senioren (AS) n. k. n. k. 1 1
Junge Marktgemeinde (JM) n. k. n. k. 1 n. k.
Freie Wählergruppe der Außenorte 1 n. k. n. k. n. k.
Grüne n. k. n. k. n. k. 1
Summe 20 20 20 20

Bundestag, Landtag, Bezirkstag und Kreistag

Eggolsheim gehört bei Bundestagswahlen zum Wahlkreis Bamberg (Wahlkreis 236), der neben dem Westteil des Landkreises Forchheim noch die Stadt Bamberg sowie den Süden des Landkreises Bamberg umfasst. Bei der Wahl 2025 ist Thomas Silberhorn (CSU) direkt gewählter Abgeordneter.

Für die Landtagswahlen umfasst der Stimmkreis Forchheim (Stimmkreis 405), in dem Eggolsheim liegt, den Landkreis Forchheim. Bei der letzten Wahl 2023 direkt gewählter Abgeordneter ist Michael Hofmann (CSU).

Der Stimmkreis für den Bezirkstag von Oberfranken ist mit dem Landtagsstimmkreis identisch, die Wahl findet gleichzeitig statt. Direkt gewählter Abgeordneter ist Ulrich Schürr (CSU).

Auch im Kreistag des Landkreises Forchheim (letzte Wahl 2026) ist Eggolsheim regelmäßig mit Abgeordneten vertreten.

Wappen

Blasonierung: „In Rot auf silbernem Boden der dreiseitige Chor einer silbernen Kirche mit offenen Toren, beiderseits ein schlanker gemauerter Turm mit Spitzdach; auf dem Chor und den Türmen goldene Kreuze.“[20]
Wappenbegründung: Bereits um 1380 trug das Ortssiegel von Eggolsheim die Kirche und Türme, erste Drucke sind seit 1422 vorhanden. Das älteste Wappensiegel eines Dorfes im heutigen Bayern ist das Dorfsiegel von Eggolsheim. Das zweite Siegel seit Anfang des 16. Jahrhunderts stellt als zentralen Bau den dreiseitigen Chor des Bamberger Doms dar. Die Bamberger Vasallentafel (1603) zeigt eine Kirche mit nur einem Turm. Rot und Weiß (im Wappen Silber) sind die Farben des Erzbistums Bamberg.

Das Wappen der Gemeinde wurde am 1. Februar 1973 von der Regierung Oberfranken verliehen.

Partnerschaften

Unter dem Motto „Wir sind Partner in Europa“ pflegen die drei Gemeinden Eggolsheim, Cavedine (Italien) und Jászszentlászló (Ungarn) partnerschaftliche Beziehungen. Dabei findet u. a. Jugendaustausch statt.[21]

Wirtschaft und Infrastruktur

Unternehmen

Im Bereich des Marktes gibt es über 300.000 Quadratmeter Industrie- und Gewerbeflächen.

Im Markt Eggolsheim gibt es die Brauereien Först in Drügendorf und Pfister' in Weigelshofen, die für ihre Biere nur Zutaten aus ökologischer Landwirtschaft verwendet. Die Brauerei Schwarzes Kreuz in Eggolsheim wurde 2012 stillgelegt.

Der Gemeindeteil Bammersdorf ist Sitz des Dörfler-Verlags.[22]

Verkehr

Haltepunkt Eggolsheim (2025)

Die Gemeinde liegt in unmittelbarer Nähe der Bundesautobahn 73 Nürnberg–Bamberg (Ausfahrt Forchheim–Nord).

Durch den Ortsteil Neuses an der Regnitz verläuft eine viergleisige Bahntrasse. Dort befindet sich an den mittleren Gleisen – Teil der Bahnstrecke Nürnberg–Bamberg – der Haltepunkt Eggolsheim. Die beiden äußeren Gleise gehören zur Schnellfahrstrecke Eltersdorf–Leipzig und werden von Regional- und Fernverkehrszügen ohne Halt befahren. Eggolsheim liegt im Gebiet des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg. Der Haltepunkt wird stündlich von S-Bahn-Zügen der Linie S1 (Bamberg–Nürnberg–Hartmannshof) der S-Bahn Nürnberg sowie mehrmals täglich von Zügen der Agilis-Linie Ebern–Bamberg–Forchheim–Ebermannstadt (Bahnstrecken Breitengüßbach–Maroldsweisach und Forchheim–Behringersmühle) bedient.

Weitere Informationen VGN-Linie, Strecke ...
VGN-Linie Strecke Takt Fahrzeugmaterial
S1 Bamberg Strullendorf Hirschaid Buttenheim Eggolsheim – Forchheim Nord Forchheim (Oberfr) Kersbach (Oberfranken) Baiersdorf Bubenreuth Erlangen – Erlangen Paul-Gossen-Straße Erlangen-Bruck Eltersdorf – Vach Fürth Klinikum Fürth Hbf Nürnberg Rothenburger Str. Nürnberg-Steinbühl Nürnberg Hbf Nürnberg-Dürrenhof Nürnberg Ostring Nürnberg-Mögeldorf Nürnberg-Rehhof Nürnberg-Laufamholz Schwaig Röthenbach (Pegnitz) – Röthenbach-Steinberg – Röthenbach-Seespitze – Lauf West Lauf (links Pegnitz) Ottensoos Henfenfeld Hersbruck (links Pegnitz) Happurg Pommelsbrunn Hartmannshof
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2025
60 min DB 1440[23]
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Im Gemeindegebiet von Eggolsheim liegen am Main-Donau-Kanal zwei Betriebs-Länden und der ehemalige Ölhafen Eggolsheim.

Medien

Eggolsheim liegt im Erscheinungsgebiet der Tageszeitungen Fränkischer Tag (Bamberg) und Nordbayerische Nachrichten (Regionalausgabe der Nürnberger Nachrichten). Alle zwei Wochen gibt es eine Ausgabe des Gemeindeblatts Unsere Gemeinde aktuell.[24]

Bildung und Schulen

Die Marktgemeinde ist Träger einer Kindertagesstätte in Bammersdorf mit je einer Gruppe in der Krippe und im Kindergarten.[25]

In Eggolsheim befindet sich eine Grund- und Mittelschule.[26]

Im Gemeindeteil Unterstürmig ist mit der Umweltstation Lias-Grube eine Informations- und Bildungsstätte für die regionale Umweltbildung eingerichtet.[27]

Persönlichkeiten

In Eggolsheim geboren

Mit Eggolsheim verbunden

Literatur

Einzelnachweise

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