Franz-Josefs-Bahn (Österreich)

Bahnstrecke Wien - Gmünd (NÖ) - Cheb/Eger From Wikipedia, the free encyclopedia

Als Franz-Josefs-Bahn bezeichnen die Österreichischen Bundesbahnen heute den auf österreichischem Staatsgebiet gelegenen Teil der Hauptbahn, die ursprünglich Wien mit Eger verband und von der k.k. priv. Kaiser Franz Josephs-Bahn erbaut und bis 1884 betrieben wurde. Sie verläuft von Wien Franz-Josefs-Bahnhof über Wien Heiligenstadt, Tulln an der Donau sowie Wein- und Waldviertel bis Gmünd NÖ.

Weitere Informationen Wien Franz-Josefs-Bahnhof–České Velenice ...
Wien Franz-Josefs-Bahnhof–České Velenice
Streckenverlauf
Streckennummer (ÖBB):109 01
Kursbuchstrecke (ÖBB):800 (Wien FJB–České Velenice)
810 (Wien FJB–Absdorf-Hippersdorf)
Streckenlänge:163,984 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Netzkategorie:A (Wien FJB – Tulln)
B1 (Tulln – Gmünd)
Streckenklasse:D4
D3 (Limberg-Maissau – Eggenburg)
Stromsystem:Wien–Staatsgrenze: 15 kV 16,7 Hz ~
Staatsgrenze–České Velenice: 25 kV 50 Hz ~
Maximale Neigung: 12 
Minimaler Radius:294 m
Streckengeschwindigkeit:140 km/h
Zugbeeinflussung:PZB
Zweigleisigkeit:Wien–Absdorf-Hippersdorf
Legende
Kopfbahnhof Streckenanfang
0,000 Wien Franz-Josefs-Bahnhof 164 m ü. A.
Kreuzung geradeaus unten (Querstrecke außer Betrieb)
Verbindungsbogen (bis 1991)
Turmhaltepunkt mit U-Bahn-Strecke quer geradeaus unten
1,100 Wien Spittelau 166 m ü. A.
Abzweig geradeaus und ehemals von links
Gürtellinie von Meidling-Hauptstraße
Abzweig geradeaus und von links
Vorortelinie von Wien Hütteldorf
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
Donaukanallinie von Hauptzollamt
Bahnhof
2,678 Wien Heiligenstadt 169 m ü. A.
Abzweig geradeaus und nach rechts
Vorortelinie nach Wien-Brigittenau
Abzweig geradeaus und von rechts
Donauuferbahn von der Winterhafenbrücke
Bahnhof
3,952 Wien Nußdorf 164 m ü. A.
Strecke mit Straßenbrücke
B14 Klosterneuburger Hochstraße
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
5,853 Kahlenbergerdorf (12. Dez. 2004 aufgelassen) 167 m ü. A.
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
7,200 Leopoldsberg (1875 aufgelassen) 173 m ü. A.
Kilometer-Wechsel
7,550 HOA/FOA/SOA-Anlage
Grenze
Landesgrenze WienNiederösterreich
Bahnhof
8,870 Klosterneuburg-Weidling 173 m ü. A.
Haltepunkt / Haltestelle
10,366 Klosterneuburg-Kierling 173 m ü. A.
Strecke mit Straßenbrücke
B14 Umfahrung Klosterneuburg
Haltepunkt / Haltestelle
12,400 Unter Kritzendorf 170 m ü. A.
Bahnhof
13,927 Kritzendorf (bis 1889 Haltestelle) 170 m ü. A.
Haltepunkt / Haltestelle
16,645 Höflein a.d. Donau 171 m ü. A.
Haltepunkt / Haltestelle
19,262 Greifenstein-Altenberg (bis 1977 Halte- und Ladestelle) 173 m ü. A.
Bahnhof
21,908 St. Andrä-Wördern 174 m ü. A.
Brücke über Wasserlauf
Hagenbach
Bahnübergang
B14 Wiener Straße
Haltepunkt / Haltestelle
24,632 Zeiselmauer-Königstetten 174 m ü. A.
Brücke über Wasserlauf
Hauptgraben
Haltepunkt / Haltestelle
26,562 Muckendorf-Wipfing 173 m ü. A.
Überleitstelle / Spurwechsel
26,826 Üst St. Andrä-Wördern 2
Kilometer-Wechsel
28,410 HOA/FOA/SOA-Anlage
Haltepunkt / Haltestelle
28,597 Langenlebarn 176 m ü. A.
Strecke mit Straßenbrücke
B14 Umfahrung Tulln
Abzweig geradeaus und von links
Anschlussgleis Fliegerhorst Brumowski
Bahnhof
33,050 Tulln an der Donau 181 m ü. A.
Abzweig geradeaus, nach links und von links
Tullnerfelder Bahn von und nach St. Pölten
Blockstelle
34,400 Tulln-Donaubrücke
Brücke über Wasserlauf
Donau
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
34,500 Tulln-Rollfähre (19.08.1945-15.09.1948) 180 m ü. A.
Brücke
B19 Tullner Straße
Strecke mit Straßenbrücke
B5 Stockerauer Schnellstraße
Kilometer-Wechsel
38,670 HOA/FOA/SOA-Anlage
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
40,034 Neuaigen-Stetteldorf (2. Juni 1996 aufgelassen) 180 m ü. A.
ehemaliger Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof
40,880 Betriebsausweiche Neu Aigen (1900 aufgelassen)
Blockstelle
42,078 Absdorf-Hippersdorf Süd (vormals Ziegelofen)
Abzweig geradeaus, nach rechts und von rechts
von und nach Stockerau
Bahnhof
43,992 Absdorf-Hippersdorf 183 m ü. A.
Abzweig geradeaus und nach links
Kremser Ast nach Krems an der Donau
Abzweig geradeaus und nach links
45,950 Anschlussbahn Minnich Mühle
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
46,263 Absberg (13. Dez. 2015 aufgelassen) 190 m ü. A.
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
48,912 Großwiesendorf-Tiefenthal (13. Dez. 2015 aufgelassen) 198 m ü. A.
Bahnhof
52,425 Großweikersdorf 204 m ü. A.
Kilometer-Wechsel
56,000 HOA/FOA/SOA-Anlage
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
56,300 Heldenberg (29. Okt. 2006 aufgelassen)[1] 237 m ü. A.
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
57,100 Glaubendorf-Wetzdorf (13. Dez. 2015 aufgelassen) 238 m ü. A.
Brücke
B4 Horner Straße
Brücke über Wasserlauf
Baritz
Bahnhof
60,363 Ziersdorf 249 m ü. A.
Brücke über Wasserlauf
Gartenbach
Brücke über Wasserlauf
Ravelsbach
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
64,340 Ravelsbach (Awanst) (13. Dez. 2015 aufgelassen) 262 m ü. A.
Brücke über Wasserlauf
Dürnbach
Kilometer-Wechsel
69,557
69,519
Fehlerprofil +38 m
Bahnhof
69,738 Limberg-Maissau 281 m ü. A.
Brücke über Wasserlauf
Schleinzbach
Brücke über Wasserlauf
Straningbach
Brücke über Wasserlauf
Regelsbach
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
72,840 Straning (13. Dez. 2015 aufgelassen) 316 m ü. A.
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
75,180 Grafenberg (2. Juni 1996 aufgelassen) 337 m ü. A.
Brücke
B35 Retzer Straße Wiener Straße
Bahnhof
78,682 Eggenburg 381 m ü. A.
Brücke
B2 Waldviertler Straße Kühnringer Straße
Strecke unter Wasserlauf Anfang Hochstrecke
Schmida
Strecke unter Wasserlauf Anfang Hochstrecke
Stockernbach
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
85,226 Klein Meiseldorf-Maria Dreieichen
(13. Dez. 2015 aufgelassen)
403 m ü. A.
Kilometer-Wechsel
87,206
87,191
Fehlerprofil +15 m
Abzweig geradeaus und ehemals von rechts
Pulkautalbahn von Zellerndorf
Abzweig geradeaus und von links
Kamptalbahn von Hadersdorf am Kamp
Bahnhof
88,850 Sigmundsherberg (bis 1891: Sigmundsherberg-Horn) 435 m ü. A.
Abzweig geradeaus und ehemals nach links
geplante Spange zur Kamptalbahn
Kilometer-Wechsel
90,413
90,395
Fehlerprofil +18 m
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
92,211 Kainreith-Walkenstein (29. Mai 1994 aufgelassen) 460 m ü. A.
Kilometer-Wechsel
94,060 HOA/FOA/SOA-Anlage
Kilometer-Wechsel
97,906
97,800
Fehlerprofil +106 m
Bahnhof
98,028 Hötzelsdorf-Geras 499 m ü. A.
Bahnübergang
B4 Horner Straße
Brücke über Wasserlauf
Pulkau
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
102,571 Ludweishofen (29. Mai 1994 aufgelassen) 536 m ü. A.
Bahnhof
108,883 Irnfritz (bis 1942: Wappoltenreith(-Raabs)) 544 m ü. A.
ehemaliger Bahnhof
115,288 Blumau an der Wild (29. Mai 1994 aufgelassen) 555 m ü. A.
Brücke über Wasserlauf
Seebsbach
Bahnhof
121,442 Göpfritz 578 m ü. A.
Abzweig geradeaus und ehemals nach rechts
nach Raabs an der Thaya
Brücke
B2 Waldviertler Straße Hauptstraße
Kilometer-Wechsel
125,800 HOA/FOA/SOA-Anlage
Abzweig geradeaus und nach links
125,836 Anschlussbahn (Awanst Wurmbach) des Truppenübungsplatz Allentsteig
Brücke über Wasserlauf
Kleiner Thauabach
Brücke über Wasserlauf
Thauabach
Bahnhof
128,635 Allentsteig 524 m ü. A.
Brücke
B2 Waldviertler Straße
Brücke über Wasserlauf
Stögersbach
Abzweig geradeaus und von rechts
135,759 Thayatalbahn von Waldkirchen an der Thaya
Bahnhof
138,257 Schwarzenau im Waldviertel 504 m ü. A.
Bahnübergang
B2 Waldviertler Straße
Brücke über Wasserlauf
Ganzbach
Abzweig geradeaus und nach links
nach Martinsberg-Gutenbrunn
Abzweig geradeaus und ehemals von links
141,490 Anschlussbahn Steinbruch
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
141,835 Echsenbach (29. Mai 1994 aufgelassen) 510 m ü. A.
Brücke über Wasserlauf
Aubach
Brücke
B36 Zwettler Straße
Brücke über Wasserlauf
Thaya
Bahnhof
147,055 Vitis 528 m ü. A.
Brücke über Wasserlauf
Moosbach
Haltepunkt / Haltestelle
150.716 Hirschbach 531 m ü. A.
Bahnhof
154,139 Pürbach-Schrems 531 m ü. A.
Brücke über Wasserlauf
Ullrichsteich
ehemaliger Haltepunkt / Haltestelle
158,508 Hoheneich (29. Mai 1994 aufgelassen) 504 m ü. A.
Brücke über Wasserlauf
Elexenbach
Brücke
B41 Gmünder Straße
Kilometer-Wechsel
160,922
160,900
Fehlerprofil +22 m
Bahnhof
161,855 Gmünd NÖ (vormals Gmünd Stadt)[2][3] 499 m ü. A.
Abzweig geradeaus und nach links
AB AGRANA Stärke
Wechsel des Eisenbahninfrastrukturunternehmens
(Systemtrennstelle 15 kV / 25 kV)
Kreuzung geradeaus oben
Waldviertler Schmalspurbahnen
Grenze auf Brücke über Wasserlauf
163,100 Lainsitz (Staatsgrenze A/CZ)
Bahnhof
163,785 České Velenice (vormals Gmünd Hbf)[3] 498 m ü. A.
Abzweig geradeaus und nach rechts
nach Veselí nad Lužnicí
nach Cheb
Eingleisiger Streckenteil: bis 1967 zweigleisig
Eingleisiger Streckenteil: bis 1962 zweigleisig
Eingleisiger Streckenteil: bis 1958 zweigleisig
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Geschichte

1869–1950

Zugunglück bei Schwarzenau (1875)
Der Bahnhof Gmünd um 1900, heute České Velenice

Die von Johann Adolf II. zu Schwarzenberg initiierte und von den Gebrüdern Klein zusammen mit Adalbert Lanna gebaute Bahn wurde etappenweise eröffnet. Nachdem die Teilstrecke (Budweis–)GmündEggenburg 1869 freigegeben wurde, konnte die noch fehlende Strecke Eggenburg – Wien aufgrund einer Bauverzögerung infolge geologischer Probleme erst im Frühjahr 1870 eröffnet werden.[4][5] Der Streckenverlauf erscheint ungewöhnlich, da die zwei Bezirkshauptstädte Horn und Waidhofen an der Thaya nicht berührt werden. Planungsvarianten sahen auch eine Linienführung über die genannten Städte vor, letztlich fiel die Entscheidung aber für das ausgeführte Projekt.

Die zunächst kostengünstige Bauausführung mit hölzernen Brückentragwerken nötigte bald einen Austausch dieser gegen Eisenbrücken. Außerdem kam es an mehreren Stellen, vor allem aber im Streckenabschnitt Limberg-Maissau – Eggenburg bereits beim Bau zu Problemen mit dem instabilen Untergrund am Ostabhang des Manhartsberges, welcher in Folge zu Hangrutschungen und 1879 sogar zu einer Zugentgleisung führte.[6][7]

1884 wurde die Strecke verstaatlicht und von den k.k. Staatsbahnen übernommen. Mit dem Bau der 1889 eröffneten Kamptalbahn, der Thayatalbahn (ab 1891) sowie der Zwettler Lokalbahn (ab 1896) erhielten die Bezirksstädte Horn, Waidhofen und Zwettl später Anschluss an die Hauptstrecke. 1895 wurde die Lokalbahn nach Raabs errichtet, mit Göpfritz als Ausgangspunkt, während das Waldviertler Schmalspurnetz zwischen 1900 und 1903 von Gmünd ausgehend (bis 1920: Gmünd-Bahnhof) fertiggestellt wurde.

Bahnhof Sigmundsherberg, Blick in Richtung Gmünd, NÖ

Die Bahnlinie wurde vom 7. April 1888 bis Dezember 1889 zwischen Wien und Tulln, bis 1. März 1900 weiter nach Absdorf, 1902 bis Ziersdorf, 1903 bis Sigmundsherberg, 1904 bis Allentsteig und 1905 in ihrer vollen Länge bis Gmünd, zweigleisig ausgebaut. Durch den Ausbau kam es im Bereich Limberg-Maissau – Eggenburg erneut zu großen Problemen mit dem Untergrund. Die Rutschungen des Bahndammes (zeitweise bis zu 3 – 4 Zentimeter pro Tag) konnte nur durch die Errichtung der in einem Bogen liegenden, 267 m langen Hangbrücke Limberg-Maissau in Griff bekommen werden, deren steinerne Pfeiler erst auf dem in bis zum in 29 Metern Tiefe liegenden Fels fundamentiert werden konnten. Das während dem laufenden Betrieb errichtete Bauwerk konnte am 9. November 1912 in Betrieb genommen werden.[6][7]

Ab 1898 war der Abschnitt von Heiligenstadt bis Tulln an der Donau außerdem in das Netz der in jenem Jahr neu eröffneten Wiener Stadtbahn integriert. Diese Verknüpfung entfiel in Folge der Inbetriebnahme der Wiener Elektrischen Stadtbahn im Jahr 1925 wieder.

Die politischen Änderungen nach dem Ersten Weltkrieg führen dazu, dass der Gmünder Hauptbahnhof (heute bekannt als České Velenice) mit 31. Juli 1920 vom tschechoslowakischen Militär besetzt wurde. Infolgedessen wurde der Stadtbahnhof (heute allgemein als Gmünd N.Ö. bekannt) ausgebaut. 1930 wird der Bahnhof Absdorf-Hippersdorf erneuert. Bis zu seiner finalen Modernisierung von 2010 bis 2012 ist er in dieser Form erhalten geblieben. In der Zwischenkriegszeit ist die Nachfrage nach Personen- und Güterzügen so gering gewesen (lediglich 5 Personenzugspaare und 2 Güterzugspaare verkehrten zwischen Sigmundsherberg und Gmünd), dass ab den 1930er-Jahren die Diskussionen über eine Abtragung des zweiten Streckengleises immer stärker entfachten.

Während des Zweiten Weltkrieges erhielt die Franz-Josefs-Bahn weitere Ausbauten. Beispielsweise erhält der in Langenlebarn neu gebaute Militärflughafen, mittels einer Anschlussbahn vom Bahnhof Tulln ausgehend, die Anbindung an die Bahnstrecke. Diese Anschlussbahn wurde zwischen 2020 und 2022 erneuert. Weiters sind etliche Bahnhöfe wie Groß-Weikersdorf, Limberg-Maissau, Hötzelsdorf-Geras und Pürbach-Schrems vergrößert worden, was auch heute noch bemerkbar ist. Im Jahr 1945 wurde die Franz-Josefs-Bahn mehrmals Ziel von strategischen Angriffen. Der Franz-Josefs-Bahnhof wurde durch Bomben und Beschuss schwer beschädigt, in Nußdorf wurde das Bahnhofsgebäude im März 1945 abgebrannt, der Bahnhof Heiligenstadt erlitt schwere Schäden durch Bombenangriffe. In Tulln wird die Brücke über die Kleine Tulln am 7. April, und die Donaubrücke am 8. April um 19:50 durch NS-Truppen gesprengt. Der Gmünder Hauptbahnhof wurde am 23. März 1945 fast vollständig zerstört, während in Limberg die beabsichtigte Sprengung der Hangbrücke durch die Ortseinwohner verhindert werden konnte. Nach Kriegsende wurde die Franz-Josefs-Bahn zweigeteilt geführt. Von Absdorf ausgehend wurde der Zugverkehr nach Wien über die dortige abzweigende Lokalbahn nach Stockerau geführt. Die Tullner Donaubrücke wurde mit 15. September 1948 wiedererrichtet. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde ein Pendelverkehr zwischen einer notdürftig eingeführten Rollfähre und dem Bahnhof Absdorf-Hippersdorf installiert.

1950–2000

Die 556.0506 der ČSD erreicht nach passieren der Staatsgrenze den Bahnhof Gmünd NÖ (1979)
Sanierung des Brückenpfeilers der Donaubrücke in Tulln an der Donau, 2009
2143 mit Zug in Richtung Gmünd in Sigmundsherberg (1988). Die Strecke bis Gmünd wurde erst in den 1990er Jahren elektrifiziert.

In den 1950er-Jahren wurde der Expresszug Vindobona erstmals über die Franz-Josefs-Bahn geführt. Als Folge der politischen Situation nach dem Zweiten Weltkrieg ist abermals das Angebot an Personen- und Güterzügen stetig reduziert worden. Am 10. September 1958 wurde mit dem Abtrag des zweiten Streckengleises zwischen Sigmundsherberg und Gmünd begonnen, welcher mit 3. Mai 1960 abgeschlossen wurde. Zwei Jahre später wurde der Abschnitt bis zur Staatsgrenze zur Eingleisigkeit reduziert. Während im Waldviertel das Verkehrsangebot stetig sank, wurde auf der „unteren“ Franz-Josefs-Bahn (Wien – Absdorf) ab dem Sommerfahrplan 1965 ein zusätzlicher Pendelverkehr mit Dieseltriebwagen der Reihe 5046 bis Tulln eingeführt. Von 16. November 1967 bis 3. Juni 1969 wurde das zweite Streckengleis zwischen Absdorf-Hippersdorf und Sigmundsherberg abgetragen; seither wird nur mehr die Strecke zwischen Wien und Absdorf-Hippersdorf zweigleisig betrieben. Ab den 1960ern wurde das Angebot an internationalen Verbindungen mit dem Sanssouci-Nachtzug und dem Smetana-Tageszug erweitert. Beide Züge bedienten ebenso die Strecke Wien – Prag und retour, der Nachtzug führte Kurswagen nach Berlin.

Die Franz-Josefs-Bahn wurde in folgenden Abschnitten elektrifiziert:

  • 23. September 1978: Wien Franz-Josefs-Bahnhof – Tulln an der Donau
  • 27. Mai 1979: Tulln an der Donau – Absdorf-Hippersdorf
  • 28. September 1984: Absdorf-Hippersdorf – Sigmundsherberg
  • 9. September 1994: Sigmundsherberg – Wurmbach (Truppenübungsplatz Allentsteig), nur für den Güterverkehr
  • 30. September 1995: Sigmundsherberg – Gmünd N.Ö., für den Allgemeinverkehr

Zeitgleich erhielten viele Bahnhöfe von 1982 bis 1994 neue Mittelbahnsteige, Fußgängerunterführungen sowie Park & Ride-Anlagen. 1992 wurde der Bahnhof Pürbach-Schrems zum bestgepflegtesten Bahnhof Österreichs gewählt. Am 30. Mai 1992 verließ zum letzten Mal der Vindobona-Expresszug den Wiener Franz-Josefs-Bahnhof, seither wird seine Laufroute über die Nordbahn und Brünn geführt, der Smetana-Expresszug folgte mit 2. Juni 1996. Der Sanssouci-Nachtzug wurde zur Gänze eingestellt.

Neben der Elektrifizierung sind alle Haltestellen (mit Ausnahme von Hirschbach) zwischen Sigmundsherberg und Gmünd am 29. Mai 1994 aufgelassen und abgerissen worden. Am 2. Juni 1996 folgten Neuaigen-Stetteldorf und Grafenberg. Die Bahnsteige und das Wärtergebäude in Neuaigen-Stetteldorf wurden ab 2013 sukzessive abgerissen. Grafenberg wird nachwievor vom mittlerweile letzten Blockwärter der ÖBB-INFRA besetzt.

21. Jahrhundert

Am 12. Dezember 2004 wurde die Haltestelle Kahlenbergerdorf aufgelassen. Mit 13. Dezember 2015 sind alle restlichen Haltestellen zwischen Tulln/Donau und Sigmundsherberg aufgelassen worden. Die Gründe lagen hierbei zumeist an der schwachen Nutzung (Tagesfrequenz von 16 bis 18 Fahrgästen). Durch diesen Schritt konnte eine Fahrtzeitverkürzung und ein Regel-Stundentakt zwischen Wien und Sigmundsherberg ermöglicht werden.[8] Der Abriss aller Haltestellen hat 2020 begonnen.

Von Dezember 2005 bis Dezember 2009 fuhren täglich zwei internationale Züge auf der Franz-Josefs-Bahn: nach Budweis („Silva Nortica“) und nach Pilsen via Budweis („Hopfen & Malz“). Im Fahrplan 2009 wurden die zwei internationalen Züge als ER (EuRegio) und nur mehr bis Budweis geführt. Von 22. März 2009 bis einschließlich 26. Oktober 2009 wurde ein internationaler Zug wegen der Sanierung der Tullner Donaubrücke in zwei Teilen geführt; der eine von Wien bis Tulln an der Donau, der andere von Stockerau über Absdorf-Hippersdorf bis Gmünd, NÖ. Seit dem Fahrplan 2010 verkehren keine ER-Züge mehr, statt ihnen verkehrt ein REX (Regional EXpress) in einem annähernden Zweistundentakt von Wien Franz-Josefs-Bahnhof bis České Velenice und zurück. Der REX „Silva Nortica“ fährt seit der Fahrplanänderung 2011 nur mehr von Wien nach Gmünd; von České Velenice bestehen zweistündlich Anschlüsse nach České Budějovice und Veselí nad Lužnicí. Eine Wiedergeburt erlebte der Silva Nortica im Jahre 2022. Nach jahrelanger Überlegungen fährt seit 11. Dezember 2022 zwei mal täglich ein Direktzug von Wien nach Prag.[9]

Während der Landesausstellung in Heldenberg (Bez. Hollabrunn) wurde 2005 eine provisorische Haltestelle, bestehend aus einem Holzbahnsteig, errichtet.[10] Bis zum 29. Oktober 2006 wurde diese Haltestelle jeden Samstag vom bestehenden Nahverkehr zwischen Wien und Gmünd bzw. Sigmundsherberg bedient, ehe sie wieder aufgelassen und abgetragen wurde.

Als Teil der großen Bahnhofsoffensive wurden die Knotenbahnhöfe Heiligenstadt, Absdorf, Gmünd und Tulln an der Donau bereits umgebaut. Die Modernisierungen dieser erfolgte 2005–2007, 2010–2012, 2014–2017, sowie 2017–2019. Die Bahnhöfe Schwarzenau und Sigmundsherberg wurden zeitgemäß während der 90er-Jahre umgebaut. Im Hinblick auf die Horner Schleife ist ein zweiter Bahnhofsumbau in Sigmundsherberg seit 2024 im Gange. Mit 26. Oktober 2025 wurde die Fahrdienstleitung geschlossen. Finale Abschlussarbeiten sollen den Bahnhofsumbau bis Ostern 2026 beenden.[11]

Seit Dezember 2015 wird der Fahrplan auf der Strecke laufend verbessert und angepasst. Nennenswerte Änderungen sind die Einführung eines Stundentakts auf der Relation Wien – Sigmundsherberg, die Umsetzung eines tagesdurchgängigen Halbstundentakts der Schnellbahn nach Tulln (bis Dezember 2017 bestand an Sonntagen lediglich ein Stundentakt), Schnellbahn-Verstärker in den Morgen- und Abendstoßzeiten zwischen Wien und Kritzendorf (seit Dezember 2020 bis St. Andrä-Wördern), der Einführung von Liniennummern (jene Züge nach Gmünd heißen REX41, die nach Krems REX4) sowie Tagesrandzügen nach 22:00 Uhr über Absdorf und Sigmundsherberg hinaus bis nach Gmünd. Noch ausständig bleibt eine Ausweitung des Stundentakts bis Gmünd, welcher allerdings zurzeit nicht in Planung ist.

Bis Herbst 2019 fuhr der „Radtramper Donau“ zwischen Wien Franz-Josefs-Bahnhof und Passau. Mittlerweile wurde seine Route auf den Abschnitt Linz HauptbahnhofPassau Hauptbahnhof beschränkt. Als Grund wurde schwache Nutzung des Freizeitangebotes angegeben.[12]

Trassierung

Streckenführung bei Altenberg

Die Strecke beginnt am Wiener Franz-Josefs-Bahnhof am Alsergrund unweit des Donaukanals. Am rechten Donauufer nach Tulln an der Donau strebend, läuft die Trasse teils unmittelbar an der Donau, teils (insbesondere ab Greifenstein) landeinwärts.

Nach der Donauquerung bei Tulln an der Donau folgt die Trasse in Hanglage dem weiten Tal der Schmida nach Norden und wurde nicht über das Kamptal geführt. Die Hochfläche des Waldviertels wird somit nicht über das Horner Becken, sondern in gefällegünstiger Ausnützung von Seitengräben am vergleichsweise flacheren Ostabfall des Manhartsbergs bei Eggenburg erreicht. Dennoch war es notwendig, gleich hinter Eggenburg das hier tief eingeschnittene Tal der Schmida mit einer hohen Brücke zu übersetzen.

Ab Sigmundsherberg, dem Oberlauf der Pulkau folgend, vermeidet die Linienführung westwärts ziehend den zertalten Landstrich der Wild und holt dabei nordwärts bis auf die Höhe der ehemaligen Haltestelle Ludweishofen aus. Damit folgt sie hier der Wasserscheide zwischen Kamp und Thaya, bis sie sich über Irnfritz nach Göpfritz in das Thayatal hinabsenkt und ab Höhe Windigsteig (kurz vor Schwarzenau) Richtung Vitis der Thaya folgt. Der Scheitelpunkt der Strecke (553,1 m.ü.A) in Streckenkilometer 104,4 liegt im Bereich einer Wegüberführung bei Irnfritz, die vom Dampflokpersonal früher auch „Seufzerbrücke“ genannt wurde, weil ab hier der anstrengendste Streckenteil für die Lokomotivheizer vorbei war und dies oftmals mit einem erleichterten Seufzen quittiert wurde.[7]

Nachdem die Strecke nun bis Vitis wieder ansteigend dem Lauf der Deutschen Thaya gefolgt war, passiert sie nun bei Hirschbach (Niederösterreich) in Kilometer 151,2 schließlich die Europäische Hauptwasserscheide (533,9 m.ü.A.) bevor sie in Gmünd das weite Tal der Lainsitz erreicht.

Zugverkehr

Lokomotive der Reihe 1144 als REX41 nach Sigmundsherberg in Muckendorf-Wipfing.
Ein 4020-Triebwagen legt im 2020 umgebauten Bahnhof St. Andrä-Wördern als S-Bahn einen Halt ein.

Auf der Franz-Josefs-Bahn verkehren Regionalexpresszüge nach Sigmundsherberg, Gmünd/České Velenice, Krems sowie S-Bahn-Züge nach St. Pölten, im Stunden- bzw. Zweistunden- oder Halbstundentakt. Zusätzlich fahren lastbedingt einige Verstärkerzüge zu den Stoßzeiten mit schnelleren Fahrzeiten. Die derzeit schnellste Verbindung von Wien nach Gmünd bietet ein freitags verkehrender „Sprinter“-Zug mit einer Fahrzeit von 1:54h. Richtung Wien fährt der schnellste Direktzug die Strecke in 1:58h von Montag bis Freitag zu früher Stunde ab. Ein Regionalexpress mit regulärem Haltemuster benötigt 2:14h.

Die Zugkreuzungen der Personenzüge im eingleisigen Abschnitt finden stündlich in Limberg-Maissau und zweistündlich in Irnfritz statt. In der Hauptverkehrszeit sind auch solche in Großweikersdorf, Eggenburg, Sigmundsherberg, Göpfritz und Schwarzenau vorgesehen. Die zweigleisige Strecke zwischen Wien und Absdorf-Hippersdorf wird – als letzte Bahnstrecke in Österreich – im Linksverkehr betrieben.

Rollmaterial

Ehemals

KFJB AF II Nr. 154

Zu Zeiten des Dampfbetriebes kamen aufgrund der langen Rampenstrecken mit durchschnittlich 10 Promille Steigung vor allem leistungsstarke Hügelland-Schnellzuglokomotiven zum Einsatz. Zu Betriebsaufnahme setzte die Kaiser Franz Josephs-Bahn vor allem dem damaligen Standard-Programm von Georg Sigl entsprechende 1’B und C’-Kuppler ein. Erst mit der zur Übernahme durch die k.k.St.B. erschienenen Reihe AF III wurde erstmals eine richtige Schnellzugslokomotive eingesetzt.

Zu Zeiten der k.k. Staatsbahnen kamen neben der ursprünglichen Reihe 4 vor allem die Reihen 10, 110 und 108 zum Einsatz. Diese bespannten die hochwertigen Schnellzüge ins Böhmische Bäderdreieck. Bereits ab 1874 verkehrten in dieser Relation auch Schlafwagen. Da die Strecke zudem die kürzeste Verbindung nach Böhmen darstellte, fuhr hier auch u. a. der kaiserliche Hofzug sowie Erzherzog Franz Ferdinand in seinem Salonwagen Sa 22. Diese Züge wurden von den damals besten Maschinen bespannt.

kkStB 470

In der Zwischenkriegszeit war vor allem die Reihe 670 der BBÖ (ehemals kkStB 470) auf der FJB heimisch, aber auch die Reihen 329 und 429 wurden eingesetzt. 1938/39 verkehrten die damals neuen Dieseltriebwagen Reihe VT 44 vor Triebwageneilzügen bis Gmünd. Nach der Angliederung des Sudetenlandes kamen auch Lokomotiven der Československé státní dráhy im Langlauf bis Wien zum Einsatz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen vor allem die Reihen 33 und 78 der ÖBB zum Einsatz, auf Teilstrecken verkehrten auch Lokomotiven der Reihen 75 und 93 sowie die damals allgegenwärtige Reihe 52 im Güterverkehr. Nach der „Verdieselung“ prägte vor allem die ÖBB 2050 lange Jahre das Bild der FJB-Züge, die von der Reihe 2143 abgelöst wurden. Im Zuglauf des Vindobona kamen turnusmäßig verschiedene Typen von Dieseltriebwagen zum Einsatz, darunter auch die Blauen Blitze der ÖBB.

Nach der Elektrifizierung waren vor allem die Reihen 1042 und 1044 auf dieser Strecke zu finden.

Aktuell

Die REX-Züge bestehen größtenteils aus Wiesel-Doppelstock-Wendezügen (teilweise mit Cityshuttle-Steuerwagen). Seit Fahrplanwechsel 2019/2020 werden die modernisierten Doppelstock-Wagen („Cityjet-DoSto“) auf der Franz-Josefs-Bahn eingesetzt und sind das erste Haupteinsatzgebiet der Garnituren gewesen.[13] Ab und zu werden auf den REX-Verbindungen – hauptsächlich wegen des derzeit problematischen Triebfahrzeug- und Wagenmangels – auch Ersatzgarnituren wie Triebwägen bzw. Triebzüge der Reihen 4020 und 4024 eingesetzt. In Sigmundsherberg, Gmünd und Krems endende Züge werden von den einsystemfähigen Lokomotiven der Reihe 1144 bespannt. Die Züge nach České Velenice benötigen mehrsystemfähige Lokomotiven. Hierfür setzt die ÖBB Loks der Reihe 1116 (Taurus) ein. Mit Wiedereinführung des Silva Nortica fahren, erstmals seit Abschaffung der EuRegio-Züge nach Böhmen, von den ČD erworbene Eurofima-Wagen auf der Franz-Josefs-Bahn. An Wochenenden werden Richtung Gmünd Triebzüge der Reihe ÖBB 4744/4746/4748, teilweise in Doppeltraktion, verwendet.

Auf den Linien R40 und S40 werden die Reihen 4020 und 4024, sowie 4744/4746 eingesetzt. Bis zur Auflassung der Haltestellen entlang der Teilstrecke Ábsdorf – Sigmundsherberg sind auf den dort haltenden Regionalzügen (diese fuhren teils weiter nach Wien FJBf) ebenfalls Triebwagen der Reihe 4020 eingesetzt worden, manchmal kam ein Dieseltriebwagen der Reihe 5047 zum Einsatz, auch lokbespannte Garnituren waren planmäßig vorgesehen.[14]

Zukunftspläne

Die Verkehrsministerien von Tschechien und Österreich haben eine gemeinsame Erklärung zur Modernisierung der Bahnstrecke zwischen dem Wiener Franz-Josefs-Bahnhof und dem Prager Hauptbahnhof unterzeichnet. Im Rahmen dieses Projekts wird der tschechische Abschnitt der Strecke bis 2028 vollständig elektrifiziert. Zusätzlich sind eine Erhöhung der Streckengeschwindigkeiten und partieller zweigleisiger Ausbau vorgesehen. Die Fertigstellung bis 2032 geplant. Nach Abschluss dieser Maßnahmen wird die Reisezeit auf dieser Relation auf etwa 4 Stunden und 30 Minuten sinken, was eine Verkürzung um rund 40 Minuten gegenüber der aktuellen Fahrzeit darstellt.[15]

In den vergangenen Jahren wurden für den Personenverkehr auf der Franz-Josefs-Bahn einige Attraktivierungsmaßnahmen vorgenommen; so weist der Regionalverkehr entlang des Streckenabschnittes zwischen Wien und Sigmundsherberg ganztägig eine stündliche Taktfrequenz auf, wobei das Angebot zu stark frequentierten Tageszeiten auf einen Halbstundentakt ausgeweitet wird. Zudem erfuhren einige Bahnhöfe und Haltestellen eine Modernisierung zu barrierefreien Haltepunkten; nichtmodernisierte Infrastruktur ist stellenweise weiterhin in Wien und im nördlichen Waldviertel zu erkennen. Der Wunsch nach weiteren Ausbaumaßnahmen, vorwiegend entlang des Streckenabschnittes nördlich des Knotenbahnhofes Absdorf-Hippersdorf, ist seit offiziellem Fall der Planungen um eine mögliche Waldviertelautobahn wiederkehrender Gegenstand mehrerer Initiativen (siehe Abschnitt „Neubauprojekte“).

Eine Umstellung auf die Benutzung des rechten Streckengleises ist seit Jahren im Gespräch, konkrete Informationen wurden der Öffentlichkeit bislang jedoch vorenthalten.

Neubauprojekte

In den 2030er-Jahren wird eine direkte Anbindung an die Bezirkshauptstadt Horn geplant. Kurz nach dem Bahnhof Sigmundsherberg soll eine Abzweigung von der Hauptstrecke errichtet werden, welche nach ungefähr drei Kilometern Streckenlänge in die derzeit bestehende Kamptalbahn mündet. Der Abschnitt bis Horn wird in diesem Zeitraum elektrifiziert, wodurch Direktzüge Wien – Horn ermöglicht werden können. Zudem soll im Abschnitt Absdorf-Hippersdorf – Sigmundsherberg die Strecke an gewählten Stellen zweigleisig ausgebaut werden. Die Kosten betragen über 220 Millionen € und das gesamte Projekt ist im Rahmenplan der ÖBB eingetragen. Zusätzlich fordern Initiativen wie „Pro FJB“ weitere Neubaustrecken zwischen Absdorf und Gmünd, beispielsweise zwischen Ziersdorf und Eggenburg, Horn – Göpfritz oder eine Spange von Allentsteig. Diese wurden von der Regierung jedoch mehrfach geprüft und deren Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit widerrufen.[16] In den nächsten Jahren ist gedacht, die Strecke schrittweise mit dem Zugbeeinflussungssystem ETCS auszurüsten.[17]

Umbau Wien Franz-Josefs-Bahnhof

Ein Personenzug am noch nahezu unberührten Franz-Josefs-Bahnhof. 2021 bis 2026 wird der Kopfbahnhof modernisiert.

Von Sommer 2021 bis 2026 wird der Franz-Josefs-Bahnhof umgebaut. In erster Instanz sind alle fünf Bahnsteige wurden modernisiert erneuert worden. In der Zeit des ersten Umbaues war die Eingangshalle nur limitiert zugänglich. Der Umbau sollte ursprünglich im Sommer 2023 beendet werden.[18] 2024 wurde die erste Umbauinstanz abgeschlossen.[19] Probleme am Bahnhofsdach, sowie die Modernisierung des Bahnhofteils Spittelau haben den Zeitplan der finalen Modernisierung bis auf den 3. Juli 2026 hinausverzögert.[20]

Güterverkehr

Eine Lokomotive der Reihe 1063 bringt Güter ins Waldviertel.

Güterzüge werden derzeit hauptsächlich mit Lokomotiven der Reihe 1116 bespannt; von Zeit zu Zeit können auch Loks anderer Reihen wie 1063, 1142, 1144, 1293 oder 2016 auf der Strecke angetroffen werden. Die Hauptfracht besteht aus Holz und Hackgut, das aus dem Gebiet um Waldhausen abtransportiert wird. Im Herbst sind verstärkt mit Kartoffeln beladene Güterwagen für die Agrana in Gmünd unterwegs. Bei Bedarf verkehren auch Militärzüge zur Anschlussbahn (AB) Wurmbach des Truppenübungsplatzes Allentsteig sowie Sammlerzüge, welche die Güterkunden entlang der Strecke bedienen, wie die Firma Stark in Irnfritz oder das Abfalllogistikzentrum in Sigmundsherberg[21]. Weiters besteht auch eine Anschlussbahn zum Fliegerhorst Brumovski in Langenlebarn, diese wird jedoch sehr spärlich bis gar nicht benutzt. Eine Reaktivierung ist jedoch in Sicht.[22] Die Franz-Josefs-Bahn wird immer wieder als Umleiterroute verwendet, hauptsächlich wenn die Bahnstrecken Linz–Gaisbach-Wartberg oder Gaisbach-Wartberg–České Budějovice (Summerauer Bahn) nicht befahrbar sind. Bis in die 1990er wurden auch Güterzüge über das Pulkautal und weiter auf die FJB umgeleitet, falls es auf der Nordwestbahn zu Unfällen oder Bauarbeiten gekommen ist.

Unfälle

Beschädigter Cityshuttle-Steuerwagen nach Kollision mit Güterzug im Bahnhof Kritzendorf im Jahr 2009.

Am 4. November 1875 entgleiste bei Schwarzenau auf einem 10 Meter hohen Damm in 5 ‰ Gefälle in einem Bogen, wo die Strecke auf eine Brücke zulief, gegen 0:30 Uhr der Personenzug Nr. 9 von Wien nach Prag entlang der Tangente des Kurvenbogens, weil ein Schienenstück gelockert worden war. Mindestens neun Menschen starben bei diesem Zwischenfall.

Am 3. Februar 2009 fuhr der Steuerwagen des REX 2101 zwischen Irnfritz und Hötzelsdorf-Geras in eine ca. 1 Meter hohe Schneewechte und entgleiste mit zwei Achsen. Als Folge der Entgleisung kollidierte der Steuerwagen mit zwei Fahrleitungsmasten und einem Brückengeländer.[23]

Wenige Wochen danach – am 26. März 2009 – kollidierten ein Personen- und ein Güterzug beim Einfahrtsbereich des Bahnhofes Kritzendorf. Durch die Kollision stürzten die letzten drei Wagen des Güterzugs um, der Steuerwagen entgleiste. Der Triebfahrzeugführer im Steuerwagen des Personenzuges überfuhr ein Halt zeigendes Ausfahrsignal. Zwölf Personen wurden verletzt.[24][25]

Am 17. November 2014 erfasste eine Taurus-Lokomotive einen Traktor auf einem Bahnübergang nahe Trübensee (Gemeinde Tulln; Bahnkilometer 37,560), dessen Motor aufgegeben hatte und in Folge 250 Meter vom REX 2106 (Wien Franz-Josefs-Bahnhof – České Velenice; ÖBB 1116 123 führend) in Richtung Norden geschoben wurde. Niemand ist bei diesem Vorfall verletzt oder getötet worden.[26]

Am 25. September 2015 ereignete sich ein schweres Unglück unweit des Bahnhofes Allentsteig: Ein mit einem Holzerntegerät beladener Sattelschlepper blieb auf einer Eisenbahnkreuzung direkt östlich des Bahnhofes Allentsteig hängen und wurde in der Folge mit knapp 100 km/h vom REX 2150 (Wien Franz-Josefs-Bahnhof – Gmünd NÖ; ÖBB 1144 286 führend) erfasst. Der Triebfahrzeugführer verstarb an der Unfallstelle, der Fahrer des LKW war noch vor der Kollision aus dem Führerhaus geflüchtet.[27]

Die Eisenbahnkreuzung direkt an der Bahnhaltestelle Langenlebarn ist Schauplatz einiger Unfälle, verursacht durch unachtsame Überquerung der Gleisanlagen.

Am 22. Dezember 2017 stießen im Bahnhofsbereich Kritzendorf eine Schnellbahngarnitur und ein Personenzug seitlich zusammen. Zumindest zwei Wagen kippten aus den Gleisen, etwa 20 Personen wurden verletzt.[28] Dieser Unfall war teilweise Anlass dafür, dass ab dem 1. Jänner 2022 nur mehr Lokomotiven bzw. Triebwagen, welche mit PZB90 ausgestattet sind, im Personenverkehr fahren dürfen.[29]

Im August 2019 beschädigte ein mit dem LKW transportierter Kran die Oberleitung der Bahnstrecke, als dieser einen Bahnübergang überqueren wollte.[30]

Während des ersten COVID-19-Lockdowns am 14. April 2020 wurde ein Paketwagen bei Höflein an der Donau von zwei Triebwagen eingeklemmt. Es ist keine der beteiligten Personen zu Schaden gekommen.[31]

Am frühen Morgen des 9. November 2020 ereignete sich beim Bahnhof Sigmundsherberg ein leichter Unfall, als ein Leerpersonenzug nach Gmünd an einer Eisenbahnkreuzung mit einem LKW zusammenstieß. Auch hier wurden keine Verletzten gemeldet.[32]

Am Vormittag des 25. Juli 2022 erfasste der von Wien nach České Velenice verkehrende REX 2106, gezogen von MÁV 470 008 und einer dreiteiligen modernisierten Doppelstockgarnitur (8633 025), auf Höhe der Ortschaft Stölzles, nahe der Haltestelle Hirschbach, einen PKW an einer Eisenbahnkreuzung. Die 80-jährige Lenkerin ist direkt am Unfallort verstorben.[33] Die Strecke war ungefähr vier Stunden unterbrochen.

Siehe auch

Literatur

  • Alfred Wolf: Die Franz-Josefs-Bahn und ihre Nebenlinien. Sutton Verlag, Erfurt 2006, ISBN 978-3-86680-041-0
  • Gerhard Zauner (Hrsg.): 125 Jahre Kaiser Franz Josef-Bahn. Verein Waldviertler Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg, Horn 1995, keine ISBN.
  • Peter Wegenstein: Bahn im Bild 24. Die Franz-Josefs-Bahn. 2. Auflage. Verlag Pospischil, Wien 1996, keine ISBN.
Commons: Franz-Josefs-Bahn (Österreich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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