HSG Nordhorn-Lingen

deutsche Handballspielgemeinschaft aus Nordhorn From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Handballspielgemeinschaft Nordhorn-Lingen ist ein Handballverein aus Nordhorn.

Schnelle Fakten
HSG Nordhorn-Lingen
Voller Name Handballspielgemeinschaft Nordhorn-Lingen
Gegründet1. Juni 1981
Vereinsfarben Rot-Weiß
Halle Euregium, Nordhorn
EmslandArena, Lingen
Plätze 4100 (Euregium)
4300 (EmslandArena)
Trainer Mark Bult
Liga 2. Bundesliga
2025/26
Rang 6. Platz
DHB-PokalAchtelfinale
Websitewww.hsgnordhorn-lingen.de
Heim
Auswärts
Größte Erfolge
NationalDeutscher Vizemeister
2002
InternationalEHF-Pokalsieger
2008
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Fans der HSG Nordhorn während eines Bundesligaspiels in der Kölnarena

Geschichte

Der Verein wurde am 1. Juni 1981 aus einem Zusammenschluss der Handball-Abteilungen von Sparta Nordhorn und von Eintracht Nordhorn als HSG Nordhorn gegründet. Nachdem die HSG 1993 Meister der Regionalliga Nord wurde, stieg sie in die 2. Bundesliga auf. Sechs Jahre später wurde sie auch dort Meister und stieg in die Handball-Bundesliga des DHB auf. Seitdem war sie dort in der oberen Tabellenhälfte zu finden und wurde 2002 deutscher Vizemeister. Die Heimspiele trägt die Mannschaft im Euregium und der EmslandArena aus.

Seit September 2008 nennt sich die Bundesliga-Mannschaft aufgrund von Etat-Problemen und damit verbundenen finanziellen Zuwendungen aus dem Emsland und der Stadt Lingen (Ems) HSG Nordhorn-Lingen. Durch die Zuwendungen konnte der Spielbetrieb zunächst aufrechterhalten werden. Am 16. Februar 2009 meldete die HSG Sportmarketing GmbH & Co KG beim Amtsgericht Nordhorn wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz an,[1] am 5. März stellte Insolvenzverwalter Ulrich Zerrath schließlich den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens, wodurch die HSG nach TUSEM Essen als zweiter Zwangsabsteiger aus der Handball-Bundesliga in der Saison 2008/09 feststand.

Seit der Saison 2009/2010 ist die neu gegründete HSG Nordhorn-Lingen GmbH Lizenznehmer der Bundesliga-Mannschaft. Seit Dezember 2013 trägt die Mannschaft einen Teil ihrer Heimspiele in der Emslandarena in Lingen aus.

2008 gab es mit dem Gewinn des EHF-Pokals den ersten internationalen Erfolg.[2]

Am drittletzten Spieltag der Saison 2018/2019 sicherte sich die HSG nach einem 33:28-Auswärtssieg beim EHV Aue und der späteren Niederlage des HSC 2000 Coburg den erneuten Aufstieg in die Handball-Bundesliga.[3] Nach zwei Spielzeiten stieg sie am Ende der Saison 2020/21 jedoch erneut in die 2. Bundesliga ab,[4] der sie seitdem angehört.

Sportliche Bilanz

Nach der Saison 1992/1993, als die HSG die Meisterschaft in der Regionalliga Nord gewann, errang sie in der Relegation den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Dort wurde sie zweimal (1996 und 1998) Vizemeister. 1999 wurde die HSG Nordhorn schließlich Meister der 2. Bundesliga Nord und spielte nach dem Sieg in der Relegation bis 2009 in der 1. Bundesliga.[5] Nach dem Zwangsabstieg 2009 in die 2. Bundesliga, gelang 2019 der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga.

Größte Erfolge

Die Mannschaft der HSG Nordhorn am 30. Mai 2009 vor dem Rückspiel um den Europapokal der Pokalsieger 2008/2009 gegen BM Valladolid in Valladolid (Polideportivo Pisuerga).
  • Meister der Regionalliga Nord 1992/93 (Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord)
  • Meister der 2. Bundesliga Nord 1998/99 (Aufstieg in die Handball-Bundesliga)
  • Teilnahme am Final Four (DHB-Pokal) 2000/01, 2001/02, 2004/05 und 2007/08
  • Deutscher Vizemeister 2001/02
  • Teilnahme am EHF-Pokal 2002/03
  • 3. Platz beim Final Four im DHB-Pokal 2004/05
  • Teilnahme am Europapokal der Pokalsieger 2005/06, Erreichen des Halbfinals
  • Gewinner des EHF-Pokals 2008
  • Erreichen des Finals im Europapokal der Pokalsieger 2008/09
  • Aufstieg in die Handball-Bundesliga 2018/19

2007/2008

In der Saison 2007/08 fuhr die HSG in der Bundesliga 23 Siege, 4 Remis und 7 Niederlagen ein. Es wurden 1065 (Ø 31,3; 113 7-Meter) Tore erzielt und 1018 (Ø 28,6) Gegentore kassiert, was zum 5. Tabellenplatz (Hinrunde 4.) führte. Damit erreichte die HSG die Teilnahme am EHF-Pokal 2008/2009.

In eigener Halle verlor die HSG in der gesamten Saison nur ein Mal und zwar gegen die SG Flensburg-Handewitt. Der höchste Sieg war gegen den Wilhelmshavener HV mit 32:17 (Heimspiel), die höchste Niederlage gegen den THW Kiel mit 24:34 (Auswärts). Erfolgreichster Werfer war mit 201 Toren, davon 11 per Siebenmeter, Holger Glandorf, der seinen Vertrag um ein Jahr bis 2010 verlängerte. Durchschnittlich sahen 3537 Zuschauer die Heimspiele.

Im DHB-Pokal kam die HSG Nordhorn bis in das Halbfinale. Der größte Erfolg der Saison war der Gewinn des EHF-Pokals, was die HSG zur international erfolgreichsten deutschen Mannschaft 2008 machte.

Trotz dieses Erfolges war die HSG Nordhorn finanziell nicht gesichert. Viele Monatsgehälter der Spieler standen zum Saisonende noch aus, was unmittelbar zu Konsequenzen führte. Jan Filip, langjähriger Führungsspieler der HSG, verließ den Verein und ging zu den Rhein-Neckar Löwen. Im weiteren Verlauf der Saison verließen weitere Stammkräfte, wie Holger Glandorf und Peter Kukučka, den Verein. Dadurch konnte die HSG den Spielbetrieb bis zum Saisonende finanziell aufrechterhalten. Wiederum erreichte die HSG Nordhorn-Lingen, trotz dezimiertem Kader, das Endspiel in einem europäischen Wettbewerb.

2008/2009

Nach dem Abstieg in die 2. Liga durch die eingeleitete Insolvenz wurden Maik Machulla und Heiner Bültmann das neue Trainergespann. Ebenfalls unterschrieb Nicky Verjans für diese Spielzeit bei der HSG.[6]

Saisonbilanzen seit 1999

Weitere Informationen Saison, Spielklasse ...
Saison Spielklasse Platz Sp S U N Tore Diff. Punkte
1999/2000Handball-Bundesliga0534223090877:0787+09047:21
2000/01Handball-Bundesliga0838185151010:0947+06341:35
2001/02Handball-Bundesliga0234253060983:0827+15653:13
2002/03Handball-Bundesliga0534211121025:0973+05243:25
2003/04Handball-Bundesliga1034123190999:102402527:41
2004/05Handball-Bundesliga0634193121033:0984+04941:27
2005/06Handball-Bundesliga0934180161010:0981+02936:32
2006/07Handball-Bundesliga0534233081042:0960+08249:19
2007/08Handball-Bundesliga0534234071065:0970+09550:18
2008/09Handball-Bundesliga10834213101071:0983+08841:23
2009/102. Handball-Bundesliga0432193100978:0926+05241:23
2010/112. Handball-Bundesliga0632192110926:0889+03740:24
2011/122. Handball-Bundesliga1038190191103:1083+02038:38
2012/132. Handball-Bundesliga0936181171013:1008+00537:35
2013/142. Handball-Bundesliga0636212130976:0920+05644:28
2014?152. Handball-Bundesliga0438243111002:0927+07551:25
2015/162. Handball-Bundesliga0840188140964:0956+00844:36
2016/172. Handball-Bundesliga0838184161008:0970+03840:36
2017/182. Handball-Bundesliga0738205130983:0970+01345:31
2018/192. Handball-Bundesliga0238273081083:0947+13657:19
2019/20Handball-Bundesliga1827020250643:0787–14404:50
2020/21Handball-Bundesliga183873280964:1112–14817:59
2021/222. Handball-Bundesliga0538230151042:1013+02946:30
2022/232. Handball-Bundesliga0636221131050:0996+05445:27
2023/242. Handball-Bundesliga1034152170998:102402632:36
2024/252. Handball-Bundesliga0734147130992:0991+00135:33
2025/262. Handball-Bundesliga0634212111032:1009+02344:24
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1 Zwangsabsteiger und Abzug von 4 Punkten wegen Lizenzverstoßes

Mannschaft

Kader Saison 2026/27

Weitere Informationen Nr., Nation ...
Nr. Nation Name Position Größe Geburtsdatum Alter seit Vertrag bis Letzter Verein
01 DanemarkDänemark Kacper Ligarzewski Tor 1,88 m 14. Juni 2001 25 2026 Ostrovia Ostrów Wielkopolski
12 DeutschlandDeutschland Florian Hemeltjen Tor 19. Juli 2003 22
71 DeutschlandDeutschland Luca Tschentscher Tor 1,98 m 24. Juli 2003 23 2025 SG Pforzheim/Eutingen
03 DeutschlandDeutschland Christian Wilhelm Kreismitte 1,91 m 13. Apr. 2002 24 2025 TUSEM Essen
05 SchwedenSchweden Oscar Gentzel Rückraum links 1,99 m 3. Sep. 1999 26 2025 Alingsås HK
07 NiederlandeNiederlande Kyan van Berlo Rechtsaußen 1,77 m 20. Juni 2004 22 2025 2027 Limburg Lions
10 DeutschlandDeutschland Maximilian Lux Rechtsaußen 1,81 m 15. Aug. 1995 30 2023 2027 EHV Aue
11 DeutschlandDeutschland Tarek Marschall Rückraum Mitte 1,81 m 27. Aug. 2000 25 2022 HC Erlangen
14 DeutschlandDeutschland/Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ian Hüter Rückraum Mitte 1,96 m 22. Okt. 1997 28 2025 ASV Hamm-Westfalen
18 NiederlandeNiederlande Emiel Hoogland Rückraum Mitte 1,86 m 17. Aug. 2004 21 2026 HV Hurry-Up
24 DeutschlandDeutschland Elias Ruddat Linksaußen 1,87 m 12. Dez. 2002 23 2024 TuS Vinnhorst
30 DeutschlandDeutschland Maximilian Horner Rückraum rechts 1,82 m 10. Aug. 1998 28 2026 TV Großwallstadt
32 DeutschlandDeutschland Josip Rajkovic Rückraum rechts 1,88 m 13. Jan. 2005 21
33 DeutschlandDeutschland Lennart Bock Rechtsaußen 16. Jan. 2008 18
DeutschlandDeutschland Florian Els Rückraum rechts 1,75 m 6. Feb. 2008 18
DeutschlandDeutschland Paul Hof Linksaußen
46 DeutschlandDeutschland Johannes Thiel Rückraum rechts 1,93 m 13. Feb. 2005 21 2026 TSV Hannover-Burgdorf
64 Island Elmar Erlingsson Rückraum Mitte 1,80 m 16. Mai 2004 22 2024 2027 ÍBV Vestmannaeyja
73 DeutschlandDeutschland Valentino Duvancic Kreismitte 1,96 m 8. Dez. 2001 24 2026 TuS Ferndorf
77 DeutschlandDeutschland Lasse Lingers Linksaußen 1,75 m 10. Aug. 2008 18
Stand: 31. Juli 2026[7]
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Trainerteam

Weitere Informationen Nation, Name ...
Nation Name Position Geburtsdatum
NiederlandeNiederlande Mark Bult Trainer 07.09.1982
DeutschlandDeutschland Frank Schumann Co-Trainer 28.12.1979
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Transfers zur Saison 2026/27

Weitere Informationen Zugänge, Nation ...
Zugänge
Nation Name abgebender Verein
DeutschlandDeutschlandJohannes Thiel[8]TSV Hannover-Burgdorf
PolenKacper Ligarzewski[9]Ostrovia Ostrów Wielkopolski
DeutschlandDeutschlandMaximilian Horner[10]TV Großwallstadt
NiederlandeNiederlandeEmiel Hoogland[11]HV Hurry-Up
DeutschlandDeutschlandValentino Duvancic[12]TuS Ferndorf
Stand: 6. Juni 2026
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Weitere Informationen Abgänge, Nation ...
Abgänge
Nation Name aufnehmender Verein
DeutschlandDeutschlandFrieder Bandlow[13]HC Erlangen
DanemarkDänemarkKristian van der Merwe[14]Bergischer HC
DeutschlandDeutschlandBjörn Zintel[15]TV Emsdetten
DeutschlandDeutschlandJaris Tobeler[16]TV Emsdetten
Stand: 17. Juni 2026
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Bekannte ehemalige Spieler

Maskottchen

Das Maskottchen der HSG ist ein in den Vereinsfarben rot-weiß gestreifter Tiger mit dem Namen Tiga. Vor Spielbeginn am 6. Dezember 2006 wurde das Maskottchen vorgestellt, seitdem unterstützt es die 1. Mannschaft bei jedem Spiel.

Euregium

Das Euregium wurde eigens für die HSG Nordhorn gebaut. Es wird aber auch für andere Kulturveranstaltungen genutzt, so sind dort z. B. schon Atze Schröder und Udo Jürgens aufgetreten. Da das Euregium direkt neben der Kreissporthalle des Landkreises Grafschaft Bentheim liegt, können die drei Sporthallen für Großveranstaltungen der HSG genutzt werden. Das Euregium ist seit neun Jahren der Veranstaltungsort für die Grafschafter Sportgala, welche von Jörg Wontorra moderiert wird.
Der Name ist von der Euregio abgeleitet.

Steuerfahndung/Insolvenz

Die Geschäftsräume der HSG Nordhorn wurden am 2. September 2008 von Steuerfahndern durchsucht. Durchsuchungen wurden auch bei Trainer Ola Lindgren, Spieler Holger Glandorf und weiteren Spielern durchgeführt. Dabei wurden zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt.[17]

Bereits Anfang Februar 2009 verkaufte die HSG Erlend Mamelund und Peter Kukučka, um der drohenden Insolvenz entgegenzusteuern. Am 14. Februar 2009 wechselte Holger Glandorf mit sofortiger Wirkung zum TBV Lemgo und nannte diesen Schritt „das Beste, was ich für den Verein noch tun konnte“.[18] Am 16. Februar 2009 meldete die HSG Sportmarketing GmbH & Co KG beim Amtsgericht Nordhorn Insolvenz an,[19] denn aufgrund von Liquiditätsengpässen wurden keine Spielergehälter mehr gezahlt.

Commons: HSG Nordhorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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