Harold Cottam

britischer Seemann und Funktelegrafist From Wikipedia, the free encyclopedia

Harold Thomas Cottam (* 27. Januar 1891 in Southwell; † 30. Mai 1984 in Lowdham) war ein britischer Seemann und Funktelegrafist. Er war 1912 ein Zeuge der Titanic-Katastrophe.

Harold Cottam (16. April 1912)
Schiffe nahe der Titanic
Cottam (rechts) mit dem verletzten Harold Bride, dem zweiten Funker der Titanic, während einer Befragung durch den US-Senat (April 1912)

Leben

Geboren und aufgewachsen in der englischen Grafschaft Nottinghamshire, ging er als Jugendlicher nach London und ließ sich dort zum „Marconisten“ ausbilden. Bald darauf kannte er sich mit der neuen Funktechnik exzellent aus und beherrschte die Funktelegrafie.

In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 war er, damals 21 Jahre alt, als (einziger) Telegrafist an Bord der Carpathia, eines 1903 in Dienst gestellten Passagierschiffs der Cunard Line. Um 22:35 Uhr (New Yorker Zeit) empfing er den funktelegrafischen Notruf der Titanic (Rufzeichen: MGY). Er lautete:[1]

CQD CQD CQD CQD CQD CQD DE MGY MGY MGY MGY MGY MGY POSITION 41.44N 50.24W

Den auf der Titanic verantwortlichen Funker Jack Phillips (1887–1912), der dieses Funktelegramm sendete und der bei dem Schiffsuntergang ums Leben kam, kannte er persönlich von der gemeinsamen Ausbildungszeit bei der Marconi Company.

Er weckte seinen Kapitän, Arthur Rostron (1869–1940), der umgehend das Schiff mit Höchstgeschwindigkeit in Richtung Titanic steuern ließ. Es gelang so, 705 Überlebende, in der Mehrzahl Frauen und Kinder, aus dem Meer zu retten.[2]

Plakette in Lowdham (2021)

Im Jahr 1958 zog er nach Lowdham, keine 10 km südlich seiner Geburtsstadt und ebenfalls in Nottinghamshire. Dort verbrachte er seinen Lebensabend und starb mit 93 Jahren.

Postume Ehrung

Ihm zu Ehren wurde am Pub namens The Old Ship Inn (Gedenkplakette) in Lowdham eine Gedenkplakette angebracht (Bild).

Commons: Harold Cottam – Sammlung von Bildern

Karte

  • Lagekarte der beim Untergang der Titanic in deren Nähe befindlichen Schiffe.

Texte

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Einzelnachweise

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