John Durrant
britischer Seemann und Funktelegrafist
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John Durrant (* um 1890 im Vereinigten Königreich; † im 20. Jahrhundert) war ein britischer Seemann und Funktelegrafist. Er war 1912 ein Zeuge der Titanic-Katastrophe.
Leben


Über sein Leben ist nur wenig bekannt. In der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 war er als (einziger) „Marconist“ (Funktelegrafist in Diensten der Marconi Company) an Bord des Dampfschiffes Mount Temple, eines 1901 von der Canadian Pacific Steamship Company in Dienst gestellten Passagierschiffs. Als Transatlantikliner fuhr es zwischen Kanada und dem Vereinigten Königreich im Passagier- und Postverkehr. Am 14. April 1912 befand es sich im Nordatlantik auf der Fahrt von Antwerpen westwärts in Richtung Saint John in New Brunswick. Etwas nordöstlich versetzt fuhr die Titanic mit dem Ziel New York City in die gleiche Himmelsrichtung.
Wenige Minuten nach Mitternacht (Bordzeit) am 15. April 1912 empfing Evans den ersten Notruf der Titanic (Rufzeichen: MGY).[1] Er lautete:[2]
CQD CQD CQD CQD CQD CQD DE MGY MGY MGY MGY MGY MGY POSITION 41.44N 50.24W
Die Bedeutung war: „Notruf von Titanic an Position 41° 44’N, 50° 24’W.“ Er bestätigte den Empfang der Nachricht, bekam aber von Jack Phillips, dem Funker auf der Titanic, die Antwort, dass er ihn kaum hören konnte, insbesondere nicht das Rufzeichen (MLQ) der Mount Temple verstanden hatte. Dennoch wusste Phillips jetzt, dass ihn jemand empfangen hatte und wiederholte sicherheitshalber seinen FT‑Notruf.

Evans ließ umgehend den Kapitän der Mount Temple informieren, James Moore, der sofort einen neuen Kurs (045°) befahl, um das etwa 90 km entfernte Schiff in Not so schnell wie möglich (mit etwa 11 kn entsprechend 20 km/h) zu erreichen. Wenige Minuten später, nach einem weiteren Notruf mit (um knapp 20 km weiter östlich) geänderter Positionsangabe (41° 46’N, 50° 14’W), wurde der Kurs entsprechend korrigiert (065°).
Nach etwa drei Stunden Fahrt kam die Mount Temple selbst in gefährliche Eisfelder. Nach einer weiteren Stunde näherte sie sich der letzten übermittelten Position der Titanic, konnte aber keine Spur von ihr entdecken, auch keine Überlebenden oder Trümmer. Einige Stunden später erhielt sie die Funknachricht von der Carpathia, das diese viele hundert Überlebende aus dem Meer gerettet hatte.
Nach dem Titanic-Untergang sagte Durrant, wie auch andere Marconisten und Kapitäne sowie weitere Personen, im Mai 1912 als Zeuge vor einem britischen Untersuchungsausschuss aus (siehe auch: Weblinks).[3]
Literatur
- Rupert Matthews: Saving the Survivors. The Ships that Raced to the RMS Titanic. Bretwalda Books, Surrey 2020, ISBN 978-1-909698-63-5, S. 16–20 (englisch, tadshistory.com [PDF; 1,2 MB]).
- The Titanic Desaster. The Wireless Messages. In: The Bendigo Advertiser. Bendigo 12. Juni 1922, S. 10 (englisch, gov.au).
Weblinks
- Lagekarte der beim Untergang der Titanic in deren Nähe befindlichen Schiffe.
- British Wreck Commissioner's Inquiry. Testimony of John Durrant. In: Titanic inquiry. 15. Mai 1912 (englisch).
- The Titanic and The Mount Temple. A Tale of Two Ships. In: Paullee. (englisch).