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Herpersdorf (Lichtenau)

Ortsteil des Marktes Lichtenau (Mittelfr.) From Wikipedia, the free encyclopedia

Herpersdorf (fränkisch: Heabasch-dorf[2]) ist ein Gemeindeteil des Marktes Lichtenau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern)[3] und eine Gemarkung.[4]

Schnelle Fakten Markt Lichtenau ...
Herpersdorf
Markt Lichtenau
Koordinaten: 49° 18′ N, 10° 42′ O
Höhe: 410 (409–428) m ü. NHN
Einwohner: 74 (25. Mai 1987)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 91586
Vorwahl: 09827
Herpersdorf
Herpersdorf
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Geografie

Lage

Das Dorf liegt am Dorfbächlein, einem linken Zufluss der Fränkischen Rezat. Im Norden liegt das Waldgebiet Birkenbusch, im Osten die Fürstenloh. Im Nordwesten erhebt sich der Vogelbuck, 0,5 km östlich der Büschelberg und 1 km südlich der Eichelberg (442 m ü. NHN).

Durch den Ort verläuft die Staatsstraße 2412, die nach Lichtenau (1,7 km südwestlich) bzw. nach Langenloh führt (1,3 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Milmersdorf (1,8 km westlich), zur Staatsstraße 2223 bei Malmersdorf (1,8 km südöstlich) und an Büschelbach (1,4 km östlich) vorbei nach Immeldorf (2,6 km südöstlich).[5]

Gemarkung

Die Gemarkung Herpersdorf liegt teils auf dem Gemeindegebiet von Lichtenau, teils auf dem Gemeindegebiet von Petersaurach. Sie hat eine Fläche von 7,387 km² und ist in 568 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 13.005,97 m² haben.[4] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Langenheim, Langenloh und Wicklesgreuth (zum Teil).[6]

Geschichte

Der Ort wurde 1137 als „Heribrandesdorf“ erstmals urkundlich erwähnt.[7] Das Bestimmungswort ist der Personenname Heribrand, der als Gründer der Siedlung anzunehmen ist. 1402 wurde der Ort „Herppffersdorff“ genannt, 1416 „Herbersdorff“.[8]

Im Würzburger Lehenbuch, das zwischen 1303 und 1313 entstanden ist, wurden für den Ort die Herren von Heideck als Vögte angegeben.[9] 1406 verkaufte Heinrich von Heideck die Feste Lichtenau zusammen mit den Ortschaften, zu der auch Herpersdorf zählte, an die Reichsstadt Nürnberg.[10]

Im Salbuch des nürnbergischen Pflegamtes Lichtenau von 1515 wurden für Herpersdorf fünf Untertansfamilien angegeben: vier Untertanen unterstanden der Reichsstadt Nürnberg, einer dem Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens.[11] In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 zählte der Ort zur Hauptmannschaft Sachsen. Es gab sieben Untertansfamilien, von denen sechs nürnbergisch waren.[12]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Herpersdorf aus 8 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Pflegamt Lichtenau aus. Grundherren waren die Reichsstadt Nürnberg (Landesalmosenamt: 3 Höfe, 2 Halbhöfe, 1 Leerhaus; Pflegamt Lichtenau: Ziegelhütte) und die Pfarr- und Pfründestiftung Eschenbach (1 Gut). Neben den Anwesen gab es das Hirtenhaus als kommunales und das Schweinehaus als herrschaftliches Gebäude.[13]

1806 kam Herpersdorf zum Königreich Bayern. Im Rahmen des Ersten Gemeindeedikts wurde Herpersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Sachsen und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Sachsen zugeordnet.[14] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Herpersdorf, zu der Langenloh gehörte.[15] Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Herpersdorf zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt) und zum Rentamt Heilsbronn (1919–1929: Finanzamt Heilsbronn, seit 1929: Finanzamt Ansbach). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist das Amtsgericht Ansbach zuständig.[16]

Die ab 1945 entstandene Siedlung Langenheim und Teile von Wicklesgreuth (Langenloh-Nord genannt) befanden sich auf dem Gebiet der Gemeinde Herpersdorf und wurden von dieser mitverwaltet.[17] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,637 km².[18] Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Herpersdorf am 31. Dezember 1971 aufgelöst und zum Teil nach Lichtenau eingemeindet, Langenloh und Langenheim nach Petersaurach.[19][20]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Herpersdorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 163139156161158164143164179170158155146153168171152141140267286312417371
Häuser[21] 272228282927263652
Quelle [22][23][24][24][25][26][27][28][29][30][31][32][33][32][34][32][35][32][32][32][36][32][37][37]
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Ort Herpersdorf

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001840001861001871001885001900001925001950001961001970001987
Einwohner 92849082988281121848374
Häuser[21] 1713181515151515
Quelle [22][23][25][27][30][33][35][36][18][38][1]
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Gemeindevorsteher

Weitere Informationen Name, Herkunft ...
Name Herkunft Amtszeit
Johann Sebastian Kastner Langenloh 1833–1867
Johann Georg Schwab Herpersdorf 1867–1880
Johann Georg Kittel Herpersdorf 1880–1895
Johann Simon Eschenbacher Herpersdorf 1895–1900
Georg Leonhard Endres Langenloh 1900–1922
Andreas Meyer Herpersdorf 1922–1945
Johann Stützer Langenloh 1945–1959
Hans Reitelshöfer Langenloh 1959–1972
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Religion

Herpersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Alban (Sachsen bei Ansbach) gepfarrt,[13] seit 1936 ist die Pfarrei Dreieinigkeitskirche (Lichtenau) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt,[18] heute ist die Pfarrei St. Johannes (Lichtenau) zuständig.[39]

Literatur

Commons: Herpersdorf (Lichtenau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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