Höfen (Neuhaus an der Pegnitz)
Ortsteil von Neuhaus an der Pegnitz
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Höfen (; oberfränkisch: Hiefm[2]) ist ein Gemeindeteil des Marktes Neuhaus an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Höfen hat eine Fläche von 7,942 km². Sie ist in 1181 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 6725,11 m² haben.[4] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hammerschrott, Mosenberg, Ranna und Ziegelhütte.[5]
Höfen Markt Neuhaus an der Pegnitz | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 39′ N, 11° 31′ O |
| Höhe: | 444 m ü. NHN |
| Einwohner: | 128 (1. Jan. 2024)[1] |
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 |
| Postleitzahl: | 91284 |
| Vorwahl: | 09156 |
Lage
Das Dorf liegt südlich des Veldensteiner Forstes. Die Staatsstraße 2163 führt nach Plech (3 km westlich) bzw. über Ziegelhütte nach Neuhaus (3,5 km südöstlich).[6]
Geschichte
Bodenfunde
Bodenfunde beweisen, dass um den Ort schon viel früher Menschen gelebt haben. Bei Erdarbeiten wurde im Jahr 1934 neben dem Anwesen Hausnummer 17 ein Hügelgrab aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert gefunden. Das Grab wurde vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sorgfältig untersucht und dabei nachgewiesen, dass es aus der Bronzezeit stammt. Es enthielt die Gebeine von 3 oder 4 Personen. Man nimmt an, dass die Toten nicht gleichzeitig beerdigt wurden, weil die Skelette bei der letzten Beerdigung offensichtlich in Unordnung gebracht wurden. Eine weitere Grabstätte wurde entdeckt, als man im Jahre 1923 mit dem Erdaushub für die Kapelle begann. Bei den Ausgrabungen wurde festgestellt, dass das Skelett im dritten Grab besonders gut erhalten war. Auf der Brust lag eine Medaille, an der rechten Hand befand sich ein Bronzering mit einem erhabenen Kreuz. Diese beiden Funde lassen auf das Grab einer Ordensfrau schließen. Nach der mündlichen Überlieferung der Höfener stand im angrenzenden Staatswald ein dem heiligen Nikolaus geweihtes Benediktinerinnenkloster. Die Waldabteilung Sandknöcklein, in einer Landkarte aus dem Jahre 1824 noch St. Nicola, bekräftigt diese Überlieferung. Die Gräber stammten aus dem 8. Jahrhundert. Die Gebeine lagerten vorübergehend in einem Museum in Forchheim. Auf Betreiben der Höfener kamen sie wieder zurück und wurden neben der Kapelle beerdigt.[7]
Ortsgeschichte
Der Ort entstand als Rodungsdorf in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Im Staatsarchiv München befindet sich ein Schriftstück des Jahres 1480 mit folgendem Eintrag: „Danach ist aber ein Dorf aufkummen und des Waldes ein michel ort darzu ausgereut, genannt zu den Höfen, als auf zwelf Güter zwischen dem Wald und Velden und Viehofen an ihrem Behulzung, traib, wünn und waid merklich schad verhinderung beschicht...“[8]
Der südliche Teil von Höfen lag im Fraischbezirk des nürnbergischen Pflegamtes Velden, der nördliche Teil im Fraischbezirk von Brandenburg-Bayreuth, was von Pfalz-Bayern strittig gemacht wurde.[9][10] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand der Ort aus 12 Häusern und elf Scheunen. Dazu gehörten 120 Tagewerk Acker, 91⁄2 Tagewerk Wiesen und 61⁄2 Tagewerk Wald. In der Grundherrschaft unterstanden die Untertanen mittelbar dem brandenburg-bayreuthischen Verwalteramt Plech, unmittelbar waren sie Bamberger Zensiten.[11]
Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Höfen gebildet.[12] Zu diesem gehörten Fischstein, Hammerschrott, Haselhof, Mosenberg, Oberbrand, Schmierhütte, Unterbrand und Ziegelhütte. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Höfen, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Höfen zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt). Ranna Bahnstation wurde in den 1870ern auf dem Gemeindegebiet errichtet. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 7,978 km².[13] Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Höfen im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Neuhaus an der Pegnitz eingegliedert.[14][15]
Baudenkmäler
In Höfen gibt es vier Baudenkmäler:[16]
- Haus Nr. 23: Marter, Vierkantschaft (Kalkstein), bezeichnet „1786“, teilerneuert im 19. Jahrhundert; in der Ortsmitte
- Haus Nr. 48: Ehemaliges Wohnstallhaus, eingeschossiger Steilsatteldachbau mit Fachwerkgiebel, aus dem 18. Jahrhundert
- Haus Nr. 61: Scheune (Fachwerkbau mit Satteldach und stirnseitiger Toreinfahrt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts)
- Katholische Kapelle Sankt Johann, schlichter, massiver Bau, 1925/26; mit Ausstattung
- ehemalige Baudenkmäler
- Haus Nr. 23: Fachwerkscheune aus dem 18. Jahrhundert
- Haus Nr. 20: Zweigeschossiger Satteldachbau mit Fachwerkgiebel, im Kern von 1784 (ehemaliges Wohnstallhaus)
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Höfen
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 408 | 523 | 531 | 514 | 503 | 492 | 499 | 668 | 564 | 576 | 564 | 560 | 525 | 809 | 555 | 539 | 544 | 517 | 496 | 749 | 742 | 712 | 601 | 548 |
| Häuser[17] | 75 | 80 | 85 | 83 | 84 | 92 | 100 | |||||||||||||||||
| Quelle | [12] | [18] | [18] | [18] | [19] | [20] | [21] | [22] | [23] | [24] | [25] | [18] | [26] | [18] | [27] | [18] | [28] | [18] | [18] | [18] | [29] | [18] | [13] | [30] |
Ort Höfen
Religion
Höfen ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Peter und Paul (Neuhaus an der Pegnitz) gepfarrt. Die Protestanten sind nach St. Susannae (Plech) gepfarrt.[8][13]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Höfen. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 697 (Digitalisat).
- Johann Kaspar Bundschuh: Höfen. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 790 (Digitalisat).
- Andreas Dimler: Marktgemeinde Neuhaus – Gestern und Heute. Animus Kunstverlag, 1998, ISBN 3-9806507-1-5.
- Georg Paul Hönn: Höfen. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 488 (Digitalisat).
- Josef Pfanner: Landkreis Pegnitz (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Oberfranken. Band 2). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1965, DNB 457000961, S. 21.
- Alfred Schädler: Landkreis Pegnitz (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Oberfranken 2). R. Oldenbourg, München 1961, DNB 457322586, S. 278.
Weblinks
- Ortsteile des Marktes > Höfen. In: neuhaus-pegnitz.de. Abgerufen am 29. Oktober 2024.
- Höfen in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 21. November 2022.
- Höfen in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 29. Oktober 2024.
- Höfen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 29. Oktober 2024.