Höfen (Neuhaus an der Pegnitz)

Ortsteil von Neuhaus an der Pegnitz From Wikipedia, the free encyclopedia

Höfen ([ˈhøːfn̩] ; oberfränkisch: Hiefm[2]) ist ein Gemeindeteil des Marktes Neuhaus an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land (Mittelfranken, Bayern).[3] Die Gemarkung Höfen hat eine Fläche von 7,942 km². Sie ist in 1181 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 6725,11 m² haben.[4] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hammerschrott, Mosenberg, Ranna und Ziegelhütte.[5]

Schnelle Fakten Markt Neuhaus an der Pegnitz ...
Höfen
Koordinaten: 49° 39′ N, 11° 31′ O
Höhe: 444 m ü. NHN
Einwohner: 128 (1. Jan. 2024)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91284
Vorwahl: 09156
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Lage

Das Dorf liegt südlich des Veldensteiner Forstes. Die Staatsstraße 2163 führt nach Plech (3 km westlich) bzw. über Ziegelhütte nach Neuhaus (3,5 km südöstlich).[6]

Geschichte

Bodenfunde

Bodenfunde beweisen, dass um den Ort schon viel früher Menschen gelebt haben. Bei Erdarbeiten wurde im Jahr 1934 neben dem Anwesen Hausnummer 17 ein Hügelgrab aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert gefunden. Das Grab wurde vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sorgfältig untersucht und dabei nachgewiesen, dass es aus der Bronzezeit stammt. Es enthielt die Gebeine von 3 oder 4 Personen. Man nimmt an, dass die Toten nicht gleichzeitig beerdigt wurden, weil die Skelette bei der letzten Beerdigung offensichtlich in Unordnung gebracht wurden. Eine weitere Grabstätte wurde entdeckt, als man im Jahre 1923 mit dem Erdaushub für die Kapelle begann. Bei den Ausgrabungen wurde festgestellt, dass das Skelett im dritten Grab besonders gut erhalten war. Auf der Brust lag eine Medaille, an der rechten Hand befand sich ein Bronzering mit einem erhabenen Kreuz. Diese beiden Funde lassen auf das Grab einer Ordensfrau schließen. Nach der mündlichen Überlieferung der Höfener stand im angrenzenden Staatswald ein dem heiligen Nikolaus geweihtes Benediktinerinnenkloster. Die Waldabteilung Sandknöcklein, in einer Landkarte aus dem Jahre 1824 noch St. Nicola, bekräftigt diese Überlieferung. Die Gräber stammten aus dem 8. Jahrhundert. Die Gebeine lagerten vorübergehend in einem Museum in Forchheim. Auf Betreiben der Höfener kamen sie wieder zurück und wurden neben der Kapelle beerdigt.[7]

Ortsgeschichte

Der Ort entstand als Rodungsdorf in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Im Staatsarchiv München befindet sich ein Schriftstück des Jahres 1480 mit folgendem Eintrag: „Danach ist aber ein Dorf aufkummen und des Waldes ein michel ort darzu ausgereut, genannt zu den Höfen, als auf zwelf Güter zwischen dem Wald und Velden und Viehofen an ihrem Behulzung, traib, wünn und waid merklich schad verhinderung beschicht...“[8]

Der südliche Teil von Höfen lag im Fraischbezirk des nürnbergischen Pflegamtes Velden, der nördliche Teil im Fraischbezirk von Brandenburg-Bayreuth, was von Pfalz-Bayern strittig gemacht wurde.[9][10] Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand der Ort aus 12 Häusern und elf Scheunen. Dazu gehörten 120 Tagewerk Acker, 912 Tagewerk Wiesen und 612 Tagewerk Wald. In der Grundherrschaft unterstanden die Untertanen mittelbar dem brandenburg-bayreuthischen Verwalteramt Plech, unmittelbar waren sie Bamberger Zensiten.[11]

Mit dem Gemeindeedikt wurde 1812 der Steuerdistrikt Höfen gebildet.[12] Zu diesem gehörten Fischstein, Hammerschrott, Haselhof, Mosenberg, Oberbrand, Schmierhütte, Unterbrand und Ziegelhütte. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Höfen, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Höfen zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt). Ranna Bahnstation wurde in den 1870ern auf dem Gemeindegebiet errichtet. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 7,978 km².[13] Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Höfen im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Neuhaus an der Pegnitz eingegliedert.[14][15]

Baudenkmäler

In Höfen gibt es vier Baudenkmäler:[16]

  • Haus Nr. 23: Marter, Vierkantschaft (Kalkstein), bezeichnet „1786“, teilerneuert im 19. Jahrhundert; in der Ortsmitte
  • Haus Nr. 48: Ehemaliges Wohnstallhaus, eingeschossiger Steilsatteldachbau mit Fachwerkgiebel, aus dem 18. Jahrhundert
  • Haus Nr. 61: Scheune (Fachwerkbau mit Satteldach und stirnseitiger Toreinfahrt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts)
  • Katholische Kapelle Sankt Johann, schlichter, massiver Bau, 1925/26; mit Ausstattung
ehemalige Baudenkmäler
  • Haus Nr. 23: Fachwerkscheune aus dem 18. Jahrhundert
  • Haus Nr. 20: Zweigeschossiger Satteldachbau mit Fachwerkgiebel, im Kern von 1784 (ehemaliges Wohnstallhaus)

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Höfen

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 408523531514503492499668564576564560525809555539544517496749742712601548
Häuser[17] 758085838492100
Quelle [12][18][18][18][19][20][21][22][23][24][25][18][26][18][27][18][28][18][18][18][29][18][13][30]
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Ort Höfen

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001799001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987002024
Einwohner 80122139146146122113138115128121128
Häuser[17] 12232323232633
Quelle [11][12][19][21][24][26][28][29][13][30][31][1]
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Religion

Höfen ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Peter und Paul (Neuhaus an der Pegnitz) gepfarrt. Die Protestanten sind nach St. Susannae (Plech) gepfarrt.[8][13]

Literatur

Fußnoten

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