Kabinett Brisson I

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Das erste Kabinett Brisson war eine Regierung der Dritten Französischen Republik. Es wurde am 6. April 1885 von Premierminister (Président du Conseil) Henri Brisson gebildet und löste das Kabinett Ferry II ab. Es blieb bis zum 7. Januar 1886 im Amt und wurde daraufhin vom Kabinett Freycinet III abgelöst.

Henri Brisson war von April 1885 bis Januar 1886 sowie von Juni bis November 1898 Premierminister Frankreichs

Dem Kabinett gehörten Vertreter der Gauche républicaine (GRep), der Union républicaine (UR), der Union démocratique (UD) und der Gauche radicale (GRad) an.

Kabinett

Dem Kabinett gehörten folgende Minister an:

Weitere Informationen Amt, Name ...
AmtNameGruppeBeginn der AmtszeitEnde der Amtszeit
PremierministerHenri BrissonUR6. April 18857. Januar 1886
Siegelbewahrer und JustizministerHenri BrissonUR6. April 18857. Januar 1886
AußenministerCharles de FreycinetUR6. April 18857. Januar 1886
KriegsministerJean-Baptiste Campenon6. April 18857. Januar 1886
Minister für Marine und KolonienCharles-Eugène GaliberUR6. April 18857. Januar 1886
InnenministerFrançois Allain-TargéUR6. April 18857. Januar 1886
FinanzministerJean-Jules Clamageran
Marie François Sadi Carnot
UR
GRep
6. April 1885
16. April 1885
16. April 1885
7. Januar 1886
Minister für öffentlichen Unterricht, Religion und schöne KünsteRené GobletGRep6. April 18857. Januar 1886
HandelsministerPierre Legrand
Lucien Dautresme

GRad
6. April 1885
9. November 1885
9. November 1885
7. Januar 1886
LandwirtschaftsministerHervé Mangon
Hippolyte Gomot
GRep
UR
6. April 1885
9. November 1885
9. November 1885
7. Januar 1886
Minister für öffentliche ArbeitenMarie François Sadi Carnot
Charles Demôle
GRep
UR
6. April 1885
16. April 1885
16. April 1885
7. Januar 1886
Minister für Post und TelegrafieFerdinand SarrienGRep6. April 18857. Januar 1886
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Unterstaatssekretäre

Dem Kabinett gehörten folgende Sous-secrétaires d’État an:

Weitere Informationen Amt, Name ...
AmtNameGruppeBeginn der AmtszeitEnde der Amtszeit
Ministerium für öffentliche ArbeitenAlfred Hérault[1]UR9. April 188521. April 1885
Ministerium für öffentlichen Unterricht und schöne KünsteEdmond Turquet[2]GRad11. April 18857. Januar 1886
KriegsministeriumGodefroy CavaignacUR, UD18. April 18857. Januar 1886
FinanzministeriumAlfred Hérault[3]UR21. April 18857. Januar 1886
Ministerium für Marine und KolonienArmand Rousseau[4]GRep28. April 18857. Januar 1886
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Historische Einordnung

Kongress in Versailles zur Wahl des Präsidenten der Republik (Sitzung vom 28. Dezember 1885). L’Illustré de l’Est, 3. Januar 1886

Henri Brisson konnte zwar bei den Parlamentswahlen im Oktober 1885 mit 323 von 584 Sitzen eine Mehrheit erringen, die Republikaner verloren aber gegenüber der Wahl von 1881 (411 von 547 Sitzen) stark an Zustimmung. Brisson legte sein Amt nieder, nachdem er im Dezember 1885 bei den Präsidentschaftswahlen eine deutliche Niederlage hinnehmen musste.

Mit dem Gesetz vom 27. Mai 1885 wurde die Möglichkeit geschaffen, strafrechtliche Wiederholungstäter lebenslang zu verbannen und in einer französischen Kolonie zu internieren.[5] Mit dem zweiten Vertrag von Tianjin wurde der Chinesisch-Französische Krieg beendet; Frankreich erhielt die Oberhoheit über Annam und Tonkin[A 1], verzichtete aber auf Taiwan. Das Gesetz vom 16. Juni 1885 führte ein Mehrheitswahlrecht auf Departementsebene mit zwei Wahlgängen für die Abgeordnetenkammer ein.[6] Per Dekret vom 23. Juni 1885 wurde ab nun das französische Protektorat über Tunesien vom Generalresidenten ausgeübt, der den Bey kontrollierte.[7]

Commons: Kabinett Brisson I – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. siehe hierzu auch Tonkin-Kampagne

Einzelnachweise

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