Kleinweismannsdorf
Ortsteil des Marktes Roßtal im Landkreis Fürth
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Kleinweismannsdorf (fränkisch: Waimeasch-doaf[2]) ist ein Gemeindeteil des Marktes Roßtal im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern).[3] Kleinweismannsdorf liegt in der Gemarkung Großweismannsdorf.[4]
Kleinweismannsdorf Markt Roßtal | |
|---|---|
| Koordinaten: | 49° 23′ N, 10° 56′ O |
| Höhe: | 390 m ü. NHN |
| Einwohner: | 313 (1. Jan. 2023)[1] |
| Postleitzahl: | 90574 |
| Vorwahl: | 09127 |
Geographie
Durch das Dorf fließt der Zwieselbach. Der Ort bildet mit dem nordöstlich gelegenen Großweismannsdorf eine geschlossene Siedlung und ist unmittelbar von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Westen wird die Flur Tränkäcker genannt, im Südwesten Bodenfeld, im Nordosten Steingaßfeld und im Osten Hochstraßfeld und Kühbuck.
Die Staatsstraße 2409 verläuft nach Großweismannsdorf zur Bundesstraße 14 (0,3 km nördlich) bzw. nach Regelsbach (1,7 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verläuft nach Defersdorf (2,5 km südwestlich).[5]
Geschichte
In der Urkunde von 1255 wurde mit dem Ritter Albrecht oder Albertus Rindsmaul von Grünsberg (Rindismul von Grundesperc) ein Mann genannt, der mit dem Kloster Heilsbronn einen Rechtsstreit hatte. Er nahm seine gegen das Kloster gerichteten Angriffe „in der Ortschaft die Minus Wizmannesdorf genannt wird“ auf Bitten der Mönche zurück. Zugleich verzichtete er gegenüber dem Kloster auf alle Rechte in „villa Minus Wizmannesdorf“.[6] Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Wizman.[7] Insgesamt erwarb das Kloster dort vier Höfe.[6]
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Kleinweismannsdorf fünf Anwesen (zwei Höfe, ein Halbhof, ein Gut, ein Hirtenhaus). Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Dietenhofen-Bonnhof. Das Kastenamt Bonnhof war alleiniger Grundherr.[8]
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Kleinweismannsdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Großweismannsdorf und der im selben Jahr gegründeten Ruralgemeinde Großweismannsdorf zugeordnet.[9]
Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Kleinweismannsdorf am 1. Mai 1978 nach Roßtal eingemeindet.[10]
Baudenkmal
- Heilsbronner Str. 3: Wohnstallhaus[11]
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Regelsbach) gepfarrt.[8] Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Christkönig (Roßtal) gepfarrt.[21][24]
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Kleinweismannsdorf. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 164 (Digitalisat).
- Hanns Hubert Hofmann: Nürnberg-Fürth (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 4). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1954, DNB 452071224, S. 132 (Digitalisat). Ebd. S. 229 (Digitalisat).
- Georg Paul Hönn: Klein-Weißmannsdorf. In: Lexicon Topographicum des Fränkischen Craises. Johann Georg Lochner, Frankfurt und Leipzig 1747, OCLC 257558613, S. 347 (Digitalisat).
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 232 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
- Wolfgang Wiessner: Stadt- und Landkreis Fürth (= Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Mittelfranken. Band 1). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1963, DNB 455524629, S. 101.
Weblinks
- Wolfgang Dersch: Aus der Geschichte von Groß- und Klein-Weismannsdorf. Januar 2015, abgerufen am 20. Oktober 2025.
- Kleinweismannsdorf in der Ortsdatenbank von bavarikon, abgerufen am 22. November 2021.
- Kleinweismannsdorf in der Topographia Franconiae der Uni Würzburg, abgerufen am 21. September 2019.
- Kleinweismannsdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie, abgerufen am 14. Mai 2025.