Liste der Kulturdenkmale in Aalen
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In der Liste der Kulturdenkmale in Aalen sind die Kulturdenkmale der Stadt Aalen im Ostalbkreis in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Aalen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Stadtbefestigung mit sämtlichen sichtbaren und in die Bebauung integrierten Mauern sowie Grabenbereichen | (Karte) |
Bestehend u. a. aus:
Beinstraße 2: Stadtmauer in der Nord- und Ostwand enthalten; Beinstraße 16, 16/1: Stadtmauer im Rückgebäude erhalten; Beinstraße 30 a, 30 b: Stadtmauer im Gebäude erhalten; Beinstraße 34: Stadtmauer in der Rückwand des westlichen Anbaus; Beinstraße 36: Stadtmauer in der Rückwand des Gebäudes; Dekanstraße 4: Stadtmauer in der nördlichen Außenwand vermutet; Marktplatz 2: Stadtmauer, freigelegt, freistehend mit datiertem Stein 1503 Die 1364 erstmals erwähnte Stadtbefestigung der Aalener Kernstadt über trapezförmigem Grundriss ist ein Dokument der spätmittelalterlichen Zweitoranlage sowie von Wehrtechnik und Befestigung. Ein kleiner Mauerzug ist am Marktplatz erhalten, die meisten Reste der Stadtbefestigung sind jedoch größtenteils in den Rückseiten, Haus- und Zwischenwänden der Gebäude integriert und für die Öffentlichkeit nicht sichtbar. Ihr ursprünglicher Verlauf ist als heutiger Straßenzug um den Innenstadtbereich erkennbar. Die Stadtmauer war etwa sechs Meter hoch und trug einen umlaufenden Wehrgang. Umgeben war der Mauerring von zwei Wassergräben, die durch eine Wallanlage voneinander getrennt waren. Vom großen Stadtbrand während des Dreißigjährigen Krieg erhielt sie keine schweren Schäden, jedoch wurde ihre Instandsetzung im 18. Jahrhundert stark vernachlässigt, so dass sie während der napoleonischen Kriege keinen militärischen Nutzen mehr hatte. Die Türme wurden abgetragen und die Mauern zum großen Teil in den 1820er-Jahren. |
97021066 | ||
| Wohnhaus | Alte Heidenheimer Straße 17 (Karte) |
Putzbau mit Eckerkerturm, Mansarddach, um 1900
Das Eckgebäude der Ketteler Straße und der Alten Heidenheimer Straße prägt das Straßenbild durch den Eckturm mit Zwiebeldach und mittigem Glockengeschoss und Zinnenfriesen. Auch die Gestaltung der Fensterrahmen mit Keilsteinen zeugt von dem gehobeneren Anspruch der Erbauer. Das Wohnhaus belegt großbürgerliche Wohn- und Lebenskultur sowie den Wandel der Stadt von einer Ackerbürgerstadt zu einer Industriestadt durch die Anbindung an das Schienennetz. Es hat wichtigen Zeugniswert für die Ortsgeschichte Aalens und der Stadterweiterung in Folge des Bevölkerungswachstums. |
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| Wohnhaus | Alte Heidenheimer Straße 29 (Karte) |
Giebelständiger Backsteinbau, Satteldach, Schmuckkachelfries, Ende 19. Jahrhundert
Das zweigeschossige Wohnhaus der Alten Heidenheimer Straße 29 ist wie das Nachbargebäude der Hausnummer 31 in Backstein gefertigt und traufständig. Beide Gebäude belegen den Wachstum der Stadt Aalen nach der Anbindung ans Schienennetz. Die repräsentative Gestaltung des Wohnhauses der Nummer 29 zeugt von einer sozial gehobeneren Schicht der Auftraggeber. Die Hauptfassade ist mit einem Kachelfries unterhalb des Dreiecksgiebels mit bekrönendem Türmchen, geohrten Fenstereinfassungen an den beiden ersten Geschossen und rundbogigen Backsteinrahmungen der Fenster mit Zierungen von Diamantquadern in den beiden Dachgeschossen sowie weiteren Diamantquadern und geschlängelten Bossierungen an den Ecken gestaltet. Das Wohnhaus ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027482 | ||
| Wohnhaus | Alte Heidenheimer Straße 31 (Karte) |
Giebelständiger Backsteinbau, Satteldach, Ende 19. Jahrhundert
Das zweigeschossige Wohnhaus der Heidenheimer Straße 31 ist zum großen Teil in Backstein ausgeführt, wobei der hohe durchfensterte Sockel an der Straßenfassade in Hausteinen gefertigt ist. Hausteinverzierungen finden sich auch als Eckpilaster an der Hauptfassade sowie an dem dortigen, südlichen zweigeschossigen Erker. Rundbogige Verzierungen in Haustein schließen das Drillingsfenster des Erdgeschosses ab. Ein Zahnfries trennt an der Traufseite das Erd- vom Obergeschoss. Die qualitätvoll gestaltete Fassade legt Zeugnis von einer sozial gehobenen Schicht der Bewohner ab. Zudem belegt das Gebäude, wie das zeitgleich gestaltete, ebenfalls traufständig stehende und in Backstein ausgefertigte Haus der Heidenheimer Straße 29 die Stadterweiterung in Folge der Industrialisierung. Es ist ein anschaulich erhaltenes Zeugnis für die Hausbau- und Ortsgeschichte von Aalen. |
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| Villa | Alte Heidenheimer Straße 42 (Karte) |
Putzbau mit mittigem Erkerturm, Walmdach, 1. Viertel 20. Jahrhundert
Die frei in einem Garten stehende Villa befindet sich südöstlich der Aalener Altstadt und ist ein Zeugnis großbürgerlicher Wohn- und Lebensverhältnisse sowie ein Dokument der Aalener Stadterweiterung in Folge der Industrialisierung und der Anbindung ans Schienennetz. |
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Weitere Bilder |
Ev. Stadtkirche St. Nikolaus | Alter Kirchplatz 1 (Karte) |
Quersaalanlage, 1765/67 von Johann Michael Keller aufgeführt, Ausstattung 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Der Gmünder Baumeister Johann Michael Keller der Jüngere zeichnet für die ev. Stadtkirche verantwortlich. Das Patrozinium St. Nikolaus verweist auf die Vorgängerbauten, die bis ins Mittelalter zurück datieren. Die Stadtkirche bildet das religiöse Zentrum für Protestanten im Altstadtbereich der Reichsstadt. Der barocke Bau mit Ostturm beherbergt eine Quersaalkirche ohne Chor sowie Ausstattung aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, insbesondere an Kanzel und Altar Werke des bekannten bayerischen Bildhauers des Rokoko Thomas Schaidhauf, Stuckarbeiten von Johann Michael Winneberger sowie Wandmalereien von Anton Wintergerst. Der anschaulich erhaltene Sakralbau ist ein wichtiges Zeugnis für die Kirchen-, Konfessions- und Ortsgeschichte von Aalen. |
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| Wohnhaus | Alter Kirchplatz 2 (Karte) |
Verputzter Fachwerkbau, 3 Seiten freistehend, 17. Jahrhundert
Das dreigeschossige Wohnhaus steht nördlich der Stadtkirche in der Aalener Altstadt. Es wurde im Erdgeschoss massiv und ab dem ersten Geschoss in Fachwerk errichtet. Das frühneuzeitliche Haus ist wie der Großteil der Aalener Altstadt giebelständig ausgerichtet und folgt darin dem mittelalterlichen Stadtplan. Es datiert, entsprechend der meisten Gebäude der Altstadt, aus der Wiederaufbauphase nach einem großen Stadtbrand im Jahr 1634. Charakteristisch für diese Epoche sind die geringen Vorkragungen zwischen den Geschossen. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
97027489 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Alter Kirchplatz 4, 4/1 (Karte) |
Verputzter Fachwerkbau, 17. Jahrhundert
Nördlich der Stadtkirche steht dieses dreigeschossige Wohnhaus, dessen Erdgeschoss mit den großflächigen Schaufenstern als Geschäftsfläche konzipiert war. Es datiert in die Wiederaufbauphase der Altstadt Aalens nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1634. In der Frühen Neuzeit waren die geringen Vorkragungen charakteristisches Architekturvokabular, da weite seit einer württembergischen Bauordnung von 1568 verboten waren. Das Wohn- und Geschäftshaus im Stadtkern Aalens ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Hausbau- und Städtebaugeschichte der Reichsstadt. |
97027490 | ||
| Wohnhaus | Alter Kirchplatz 7 (Karte) |
Verputzter Fachwerkbau, 17. Jahrhundert
Wie das westlich anschließende Gebäude ist dieses am Alten Kirchplatz 7 dem mittelalterlichen Stadtplan folgend giebelständig ausgerichtet und wurde nach dem großen Brand im Jahr 1634, dem der Großteil der Häuser in der Aalener Altstadt zum Opfer fiel, in der Wiederaufbauphase erbaut. In Ausrichtung und Datierung entspricht es dem meisten Baubestand der Aalener Altstadt. Charakteristisch für Fachwerkbauten der Frühen Neuzeit sind die geringen Vorkragungen, da weite in einer württembergischen Bauordnung von 1568 verboten wurden. Das Haus hat wichtigen orts-, hausbau - und stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert für Aalen. |
97027491 | ||
| Handwerkerhaus | Alter Kirchplatz 8 (Karte) |
Verputzter Fachwerkbau, 17. Jahrhundert
Das zweigeschossige, ehemalige Handwerkerhaus ist ein wichtiges Dokument für den Wiederaufbau der Stadt Aalen nach dem Stadtbrand von 1634. Als Bestandteil der engen, noch in mittelalterlicher Tradition stehenden Bebauung um die Stadtkirche besitzt das in Fachwerk ausgeführte Gebäude wichtige Bedeutung für den historischen Stadtgrundriss. Charakteristisch für die Frühe Neuzeit sind die geringen Vorkragungen, da weite bereits in einer württembergischen Bauordnung des Jahres 1586 verboten wurden. Der Bau ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
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| Pfarrhaus | Alter Kirchplatz 9 (Karte) |
Verputzter Fachwerkbau, Stuckdecke, 17./18. Jahrhundert
Das zweigeschossige Pfarrhaus steht südlich der zugehörigen ev. Stadtkirche. Im Inneren des frühneuzeitlichen Baus verweist eine anschaulich erhaltene Stuckdecke auf die gehobene soziale Stellung des Pfarrers. Das Haus ist ein Zeugnis für die Orts- und Kirchen- sowie Konfessionsgeschichte von Aalen. Das Fehlen eines in Verbindung mit Pfarrhäusern üblicherweise vorkommenden Pfarrgartens, der relativ schmale Grundriss sowie der zweigeschossige Ausbau des Daches gibt die enge Bebauung der Altstadt innerhalb der Stadtmauern wieder. |
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| Wohnhaus | An der Stadtkirche 3 (Karte) |
Giebelständiges verputzter Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert; Wirtshausausleger
Das dreigeschossige Wohnhaus mit Walmdach wurde im Zuge des Wiederaufbaus der Aalener Altstadt errichtet, nachdem der Großteil des Baubestands in einem Stadtbrand während des Dreißigjährigen Krieges zerstört worden war. Eigen sind den Fachwerkhäusern des Wiederaufbaus die geringen Vorkragungen. Charakteristisch für den Aalener Städtebau ist, dem mittelalterlichen Stadtplan folgend, die giebelständige Ausrichtung von Straßenzügen. Das frühneuzeitliche Wohnhaus wurde später als Bierhalle genutzt, worauf der schmiedeeiserne Wirtshausausleger verweist. Die qualitätvolle Gestaltung zeugt von lokaler Handwerkskunst. Der Fachwerkbau ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Städtebau- und Hausbaugeschichte Aalens. |
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| Lateinschule | An der Stadtkirche 4 (Karte) |
Putzbau in Ecklage mit Volutengiebeln, Eingangsportal, Inschriftentafel, bez. 1616; 18. Jahrhundert
Die barocke Lateinschule steht neben der Stadtkirche in der Altstadt Aalens, welche die Ausbildung in Latein für spätere Geistliche unterstützte. Eine Inschrifttafel verweist auf den Vorgängerbau von 1616, der wohl im großen Stadtbrand von 1634 zerstört wurde. Das repräsentative Eckgebäude des 18. Jahrhunderts mit Volutengiebeln und zum Teil geohrten Fenstern, unter den Fenstern angebrachten Stuckkassetten sowie stuckierten Eckpilastern ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Kirchen- und Sozialgeschichte von Aalen. |
97027496 | ||
| Wohnhaus | An der Stadtkirche 10 (Karte) |
Traufständiges verputzter Fachwerkbau mit Knaggen, 16. - 18. Jahrhundert
Der Kern des frühneuzeitlichen Wohnhauses überlebte im Gegensatz zu dem meisten Baubestand der Aalener Altstadt den großen Stadtbrand während des Dreißigjährigen Kriegs. Die traufständige Lage an der Stadtkirche ist für den Aalener Baubestand ungewöhnlich. Sie erklärt sich jedoch aus der Ecklage; das Gebäude folgt der giebelständigen Bebauung der Helferstraße. Charakteristisch für Fachwerkbauten der Frühen Neuzeit ist die Ausführung in konstruktivem Fachwerk und die Verwendung von Andreaskreuzen. Auch die geringen Auskragungen sind seit einer württembergischen Bauordnung von 1568 kennzeichnend, da diese weite verbot. Das Gebäude stellt ein anschaulich erhaltenes Dokument für die Hausbau- und Ortsgeschichte Aalens dar. |
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| Wohnhaus | An der Stadtkirche 17 (Karte) |
Klinkerfassade, gußeiserner Balkon, Stuttgarter Dach, bez. 1896
Das dreigeschossige Wohnhaus zeigt charakteristische Formen der Gründerzeit mit den zahlreichen dekorativen Elementen in Architektursprache der Renaissance. Die reich gearbeiteten Werksteingliederungen stehen im Kontrast zu den Klinkerflächen und zeugen vom gestalterischen Anspruch bürgerlichen Bauens. Insbesondere das repräsentativ gestaltete Erdgeschoss, welches mit den hohen Fenstern auf die dortige Funtkion eines Geschäfts verweist, sowie der die Eingangssäulen bekrönende gusseiserne Balkon im ersten Geschoss spiegeln eine hohe soziale Stellung der Auftraggeber wider. Das Wohn- und Geschäftshaus belegt den Reichtum der Stadt, welchen die nach der Anbindung ans Schienennetz erfolgte Industrialisierung mit sich brachte. Das sog. Stuttgarter Dach täuscht von der Straßenseite ein Walmdach vor, ist jedoch flach abschließend (Dachterrasse jünger). Somit konnte das Dachgeschoss zu Wohnzwecken ausgebaut werden; das Gebäude zeigt deswegen ein Geschoss mehr auf der Rückseite. Das Wohn- und Geschäftshaus besitzt architektur-, sozial- und stadtbaugeschichtliche Aussagekraft. |
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| Wohnhaus | An der Stadtkirche 19 (Karte) |
Verputzter Fachwerkbau mit Schopfwalm, 17./18. Jahrhundert
Das frühneuzeitliche zweigeschossige Wohnhaus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts auf Initiative eines Georg Anfrieds stark umgestaltet. Das Erdgeschoss erhielt einen Bäckerladen, worauf eine in Stein gehauene Brezel, das Zunftzeichen der Bäcker in Süddeutschland, am Haupteingang verweist. Gegenüber diesem ist das Aalener Wappen, jedoch ohne den Reichsadler, in Stein gemeißelt. Das in Hausteinen ausgeführte Erdgeschoss erhielt Schaufenster, kannelierte Scheinpilaster und bekrönende Dreipässe. Wie der Großteil der Bebauung Aalens wurde der Kern des Gebäudes nach dem verheerenden Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg errichtet und giebelständig ausgerichtet. Es ist ein wichtiges Zeugnis für Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027503 | ||
Weitere Bilder |
Bahnhof Aalen Hbf | Bahnhof 1 (Karte) |
Bei Km 72,165 an der Strecke Bad Cannstatt - Nördlingen (Remsbahn, VzG-Streckennummer 4710) und Km 0,0 der in Aalen abzweigenden Strecke Aalen Hbf - Ulm Hbf (Brenzbahn, VzG-Streckennummer 4760); bestehend aus Empfangsgebäude (Bahnhof 1) und drei Bahnsteigdächern; Empfangsgebäude lang gestreckter zweieinhalbgeschossiger Massivbau aus Sandsteinquadern mit Walmdach, streng aufgebaute Fassaden, im Erdgeschoß rundbogige Wandöffnungen, im Obergeschoß Rechteckfenster, im Mezzaningeschoss paarweise gekuppelte Rechteckfenster, originale Raumaufteilung; Bahnsteigdächer auf dem Hausbahnsteig an Gleis 1 und auf den Mittelbahnsteigen an den Gleisen 2/3 und Gleisen 4/5, Bahnsteigdächer mit geschmiedeten und genieteten einstieligen Bindern (Hausbahnsteig) oder zweistieligen Bindern (Mittelbahnsteige), Empfangsgebäude im Auftrag der Königlichen Eisenbahnbau-Comission erbaut um 1860/1861, 1860, Eröffnung des Streckenabschnitts Bad Cannstatt - Wasseralfingen der Remsbahn der Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen 1861, Eröffnung des Streckenabschnitts Aalen - Heidenheim der Brenzbahn der Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen 1864; Bahnsteigdächer um 1900 bis 1930, im Auftrag der Bundesbahndirektion Stuttgart der Deutschen Bundesbahn durch die Stahlbau Süssen GmbH erneuert 1951/1952(a), Bahnsteigerneuerung 2015/2016
Georg von Morlok zeichnete für dieses Bahnhofsgebäude Aalens verantwortlich. Der Stuttgarter Architekt und Ingenieur entwarf in Württemberg zahlreiche Stationsgebäude und Bahnstrecken wie auch die Brenzbahn von Aalen nach Ulm in den Jahren 1860–76 sowie 1876 eine Zahnradbahn für die Hüttenwerke in Wasseralfingen, die als erste deutsche Zahnradbahn gilt. In Aalen entwarf er zudem die 1868 abgebrochene Marienkirche. Das lang gezogene zweistöckige Stationsgebäude mit flachem Walmdach ist ein wichtiges Zeugnis für die Ortsgeschichte Aalens. Mit der Anbindung an das Bahnnetz begann in Aalen die Industrialisierung, welche die ehemals eher unbedeutende Ackerbürgerstadt in eine Großstadt mit mehreren Fabriken wandelte. |
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| Hotel Königin Olga | Bahnhofstraße 20 (Karte) |
Putzbau mit Putzgliederung in neoklassizistischem Stil, Ecklage, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Das repräsentative ehem. Hotel belegt den Aufschwung der vormaligen Ackerbürgerstadt in der Zeit der Industrialisierung. Die Lage in der Nähe des Bahnhofs ermöglichte den mit der Bahn eintreffenden Passanten kurze Fußwege zur Unterkunft. In Stuck gestaltete Scheinpilaster mit ionischen Kapitellen sowie Dreiecksgiebel sind in klassizistischen Formen gehalten. Ein im ersten Geschoss über das Eck Bahnhof- und Wilhelm-Zapf-Straße reichender Balkon unterstreicht den repräsentativen Anspruch der Erbauer. Die Namensgebung zeugt von der Beliebtheit der Königin Württembergs aufgrund ihres sozialen Engagements. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für die Ortsgeschichte Aalens. |
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| Doppelwohn- und Geschäftshaus | Bahnhofstraße 21, 21/1 (Karte) |
Verputzter dreigeschossiger Bau mit Mansard-Giebeldach, Erker mit Dekor, 1911 (i)
Das Wohn- und Geschäftshaus der Aalener Altstadt in Eckposition von Bahnhof- und Beinstraße wurde nach dem Entwurf des Aalener Werkmeisters Henes erbaut. Der dominante, als Doppelhaus angelegte Bau besitzt zum einen exemplarischen Charakter für den süddeutschen Wohn- und Geschäftshausbau vor dem Ersten Weltkrieg, zum anderen dokumentiert er in Aalen beispielhaft die Formaufffassung der durch Theodor Fischer geprägten sog. Stuttgarter Schule. Beliebtes Architekturelement der Stuttgarter Schule ist der Runderker, der in charakteristischer Weise unter dem Dachüberstand zurückbleibt. Neben der gestalterischen Einbindung von Motiven des Bauens um 1800 (Wiederkehr, Zahnfries, Dachüberstand usw.) nimmt das Gebäude deutlichen Bezug zur Architekturauffassung der damals zeitgemäßen Heimatkunstbewegung. Traditionelle Bauformen werden zitiert; beispielsweise erinnert der mittige Erker der südlichen Gebäudehälfte an stattliche Bürgerhäuser, die sichtbaren Balkenköpfe in den Giebelbereichen knüpfen an Fachwerkbau an. Die Qualität der Fassadengestaltung zeigt sich besonders an den Erkern. Während sich der mittige Erker (südliche Hälfte) durch eine umfangreiche, vorwiegend geometrische Stuckierung in Stilelementen der Neurenaissance auszeichnet, weist der Rundbogenerker am Eck der nördlichen Gebäudehälfte neben dem Formenrepertoire der Neurenaissance auch Büsten und Fratzen desselben Stils auf. Das Doppelhaus dokumentiert die Hausbaugeschichte Aalens und spiegelt den Wachstum und Reichtum der Stadt Aalen durch die Industrialisierung wider. |
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| Wohnhaus | Bahnhofstraße 39 (Karte) |
Putzbau mit Werksteinfassade in neoklassizistischem Stil, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Das repräsentative Wohnhaus der Aalener Bahnhofstraße 39 teilt sich den Eingangsbereich aus zwei von einem gemeinsamen Pfeiler getragenen Rundbögen mit dem nördlich anschließenden Wohnhaus der Nummer 41. Beide weisen bis auf wenige architektonische Details dieselbe Fassadengestaltung in Stilelementen der Renaissance auf. Die Gestaltung des Erdgeschosses sowie die Fensterrahmungen der Obergeschosse entsprechen den Architekturformen des Wohnhauses der Curfeßstraße 1. Den Komplex entwarf der Werkmeister Henes, der in Aalen später für das südlich gelegene Wohn- und Mietshaus der Bahnhofstraße 21 verantwortlich zeichnete. Die Gebäude sind Zeugnis der Stadterweiterung Aalens im Zuge der Industrialisierung sowie großbürgerlicher Wohn- und Lebensverhältnisse. |
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| Wohnhaus | Bahnhofstraße 41 (Karte) |
Putzbau mit Werksteinfassaden in Ecklage, neoklassizistisch, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Eckhaus der Bahnhofs- und Curfeßstraße wurde vom selben Architekten Henes geplant, der auch die jeweils anschließenden Gebäude entwarf. Eventuell zeigt der Keilstein am mittigen Eingang seine Büste. Die Fassadengestaltung der beiden Gebäude der Bahnhofstraße ist bis auf wenige Elemente identisch, zudem teilen sich die Häuser denselben seitlichen Eingangsbereich, die Fassade der Curfeßstraße 1 entspricht im Erdgeschoss den anderen im Detail, wobei die Obergeschosse Fensterrahmungen im selben Stil aufweisen. Der Einbau großflächiger Schaufenster im Erdgeschoss lässt auf die ursprüngliche Funktion als Geschäftsebene schließen. Stilemente in Formen der Renaissance spiegeln großbürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Aalen wider. Zudem belegt das Wohn- und Geschäftshaus den Zuwachs der Bevölkerung Aalens durch die Industrialisierung und den Aufstieg der Reichsstadt, die davor eine eher geringe Rolle als Ackerbürgerstadt spielte. |
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| Wirtshausausleger des Gasthauses Zum Weißen Ochsen | Bahnhofstraße 47 (Karte) |
Wasseralfingen, um 1900
Der vollplastische Ochse wurde in den Eisenhüttenwerken Wasseralfingens gefertigt und entsprechend des Namens des Gasthauses weiß bemalt. Er zeugt von der hohen Qualität der Produktionen der Schwäbischen Hüttenwerke in Eisenguss. Das zentral gegenüber des Bahnhofs gelegene Gasthaus dokumentiert einen Teil der Ortsgeschichte Aalens, auf welche der Wirtshausausleger verweist. |
97027508 | ||
| Wohnhaus | Bahnhofstraße 58 (Karte) |
Putzbau in neoklassizistischem Stil, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Nördlich der Altstadt steht dieses repräsentative zweigeschossige Wohnhaus. Am Obergeschoss folgt ein Balkon mit Balustern auf Konsolen mit Schmuckverzierungen charakteristischer Architektursprache der Renaissance. Auch die Stuckumrahmungen mit bekrönendem Rundbogen der Fenster sowie der dreiteiligen Türöffnungen zum Balkon sind in diesem Stil gehalten. Das auskragende Walmdach ruht an der Hauptfassade auf qualitätvoll gestalteten Schmuckkonsolen. Das Wohnhaus spricht von der Wohnkultur eines gehobenen Bürgertums sowie von der Erweiterung der Stadt durch die Industrialisierung und dem finanziellen Aufschwung der ehemaligen eher bedeutungsarmen Ackerbürgerstadt. |
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| Staatliche Ingenieurschule | Beethovenstraße 1, 15; Rombacher Straße 99 (Karte) |
In einen Park eingebetteter, mit Höfen gegliedert Baukomplex, zweigeschossiger Flachdachbau in Stahlbetonfertigteil-Bauweise (Rostan-System), mit doppelgeschossigem Audimax-Anbau, Erschließungshalle mit eingestellten Hörsälen und Großraumwerkstattflügel mit Werkhof; abgesetzte Mensa im Südosten, am Hang liegender eingeschossiger Flachdachbau mit Außenumgang; von Günter Behnisch, 1967–69; Gartengestaltung von Günther Grzimek, Kunst am Bau von Georg Karl Pfahler.
Die Aalener Ingenieurschule bezeugt anschaulich und modellhaft den hohen Wissensstand des Fertigteilbaus in den späten 1960er-Jahren, mit der man versuchte, die konventionelle Bauweise zu verdrängen. Der renommierte Architekt Günter Behnisch, der zuvor die Ingenieurschule in Ulm entworfen hatte (1959 bis 1963), verzichtete weitgehend auf eine ablesbare funktionelle Gliederung des Baukörpers. Für die Nutzungs- und Gestaltungsneutralität des Baus wurden alle Räume - bis auf die Erschließungshalle mit Auditorium Maximum und der Großraumwerkstatt - so geplant, dass sie jederzeit umgenutzt oder in ihrer Größe verändert werden können. Die Ingenieurschule in Aalen ist der Höhepunkt und zugleich Endpunkt der Beschäftigung von Günter Behnisch mit der Fertigteilbauweise. Sie ist daher von exemplarischem Charakter für sein Werk und bildet zugleich für die Geschichte des Hochschulbaus ein Dokument der standardisierten Fertigungssysteme mit ästhetischem Anspruch in den Zeiten des Ausbaus des Bildungssystems im Baden-Württemberg der Boomjahre. Die Eingliederung in eine von einem bekannten Landschaftsarchitekten gestaltete Gartenlandschaft sowie die künstlerische Ausgestaltung der zentralen Bereiche eines Künstlers, der für zahlreiche öffentliche Kunstwerke verantwortlich zeichnete, zeugt von einem gehobenen ästhetischen Anspruch. |
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| Wirtshausausleger des Gasthauses Hecht | Beim Hecht 4 (Karte) |
Gusseisen, Wasseralfingen, um 1900
Der Wirtshausausleger des Gasthauses Hecht besticht durch seine qualitätvolle Gestaltung. Auf einem mit gotischen Motiven gestaltetem Winkel ruht ein vollplastischer Drache, dessen Mund ein rundes neugotisches Aufhängeschild mit einem mittigen naturgetreuen Hecht trägt. Der in den Hüttenwerken Wasseralfingens gefertigte Wirtshausausleger zeugt von der hohen Qualität der dortigen Gusseisenproduktion. Als Hinweis auf die Funktion des Gebäudes ist es zudem ein Dokument der Ortsgeschichte. |
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| Inschrifttafel | Beinstraße 40 (Karte) |
Gusseisern, für Christian Plock, Modelleur, Ende 19. Jahrhundert
Die gusseiserne Tafel verweist auf das Gebäude als Geburtsstätte des Künstlers Christian Plock im Jahr 1809. Er lernte in Wasseralfingen bei Konrad Weitbrecht, welcher seit 1823 für das Schwäbische Hüttenwerk wirkte. Nach dessen Tod im Jahr 1836 wurde Plock sein Nachfolger als Modelleur und Ziseleur der Königlichen Hüttenwerke. Er zeichnete für zahlreiche Öfen, Reliefs und Plastiken verantwortlich. 1882 verstarb er in Wasseralfingen. Die Inschrifttafel an seinem Geburtshaus belegt die künstlerisch qualitätvolle Gestaltung eines eisernen Gusses, für die Wasseralfingens Hüttenwerke bekannt wurden. Sie ist mit Blumen- und Muschelelementen dekorativ geschmückt, mittig zeigt sie ein Oval mit der Büste von Plock, eine Jagdszene bekrönt die Tafel, welche ein wichtiges Zeugnis für die Ortsgeschichte von Aalen darstellt. |
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| Wohnhaus | Bischof-Fischer-Straße 84 (Karte) |
Ein- bis zweigeschossiger Massivbau, 1948 nach Entwurf des Architekten Paul Darius errichtet
Der in Stuttgart wirkende Architekt Paul Darius, bekannt insbesondere für seine Lichtspielhäuser und Theaterbauten, zeichnete für dieses Aalener Wohnhaus verantwortlich. Es liegt westlich der Altstadt und veranschaulicht Architektur der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Charakteristisch für diese Zeitepoche ist die Anlage einer großen rückwärtigen Terrasse ab dem ersten Geschoss zum Garten hin, die gleichzeitig Dach einer Garage ist. Das Wohnhaus ist ein anschaulich erhaltenes Dokument für Aalener Hausbau- und Ortsgeschichte der Nachkriegszeit. |
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Weitere Bilder |
Katholische Salvatorkirche | Bohlstraße 5 (Karte) |
Neubarocker Putzbau mit Säulen-Portikus, Schlösser, bez. 1912
Die kath. Salvatorkirche prägt das Stadtbild von Aalen anhand des seitlichen Kirchturms im Westen mit neubarocker Zwiebelhaube als vertikale Dominante, der Platzierung auf einer Anhöhe und dem repräsentativen Säulenportikus zur Altstadt hin. Die pompöse Formensprache des Eingangs mit ionischen Kapitellen folgt klassizistischem Vokabular, welches sich im schlicht gehaltenen Innenraum in kannelierten Scheinpilastern findet. Der relativ junge Sakralbau wurde von dem Stuttgarter Architekten Hugo Schlösser errichtet und ist ein wichtiges Zeugnis für die Kirchen- und Ortsgeschichte von Aalen. |
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| Wohnhaus | Curfeßstraße 1 (Karte) |
Traufständiger Putzbau mit Walmdach und Werksteingliederung, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Das dreistöckige Wohnhaus ist Zeugnis des Aufstiegs der Stadt Aalen in Folge der Anbindung an das Schienennetz, welcher Bevölkerungszuwachs und Erweiterung der Stadt mit sich brachte. Das extrem flach ausgebildete Walmdach, die Gestaltung des Erdgeschosses in Werksteingliederung mit rundbogigen Fenstern sowie des Putzes der beiden Obergeschosse mit Fenstergesimsen und -verdachungen um die quadratischen Öffnungen in klassizistischen Formen greift den Stil der florentinischen Renaissance auf. Dieselbe Fassadengestaltung der beiden anschließenden Wohnhäuser übers Eck zur Bahnhofstraße lässt auf die gemeinsame Planung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schließen, wohl von dem Architekten F. Henes, der inschriftlich an dem Gebäude der Bahnhofstr. 41 erwähnt wird. Ein Henes gestaltete auch das Doppelwohn- und Geschäftshaus der Bahnhofstraße 21 im Zeitraum 1910–11. Das repräsentative Gebäude belegt großbürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse und ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Siedlungsgeschichte von Aalen. |
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| Wohnhaus | Curfeßstraße 13 (Karte) |
Traufständiger Putzbau, Walmdach mit Zwerchhäusern, 1. Viertel 20. Jahrhundert
Nördlich der Aalener Altstadt entstand Anfang des 20. Jahrhunderts ein Viertel für die gehobenere Bevölkerung. Die Anbindung an die Eisenbahn Aalens führte zu Industrialisierung und starkem Anstieg der Anwohnerzahl, wovon die Stadterweiterung auch in diesem Viertel zeugt. Das Gebäude der Curfeßstraße 13 belegt den repräsentativen Anspruch der Erbauer und belegt regionale Architekturstile: der Eckerker ist ein charakteristisches Stilelement der sog. Stuttgarter Schule. Es hat somit wichtigen Wert für die Hausbau-, Siedlungs- und Ortsgeschichte Aalens. |
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Weitere Bilder |
Villa Seifferer | Curfeßstraße 14 (Karte) |
Traufständiger Klinkerbau mit Werksteingliederung, letztes Viertel 19. Jahrhundert
Nördlich der Altstadt Aalens steht die Villa Seifferer in einem großen Garten am Kocher. Der Aalener Brauerei- und Gastwirtssohn Wilhelm Seifferer errichtete sie für eigene Wohnzwecke. Der Architekt ist für die Ortsgeschichte Aalens wichtig, da er Anfang des 20. Jahrhunderts mit Bauten ganzer Straßenzüge die durch die Industrialisierung entstandene Wohnungsnot milderte. Die repräsentative Villa zeugt von der sozial gehobenen Stellung des an der Stuttgarter Baugewerkeschule ausgebildeten Architekten. Sie ist ein wichtiges Zeugnis für die Hausbau- und Ortsgeschichte Aalens. |
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| Dekanatshaus | Dekanstraße 4 (Karte) |
Traufständiger verputzter Bau mit Widerkehr, 1813, mit Garten, Stadtmauer in der nördlichen Außenwand vermutet
Das Amtshaus weist eine symmetrische, relativ einfach gehaltene Fassadengestaltung auf, wobei die Größe, die Lage in einem Garten sowie die anschaulich erhaltene, dekorativ geschnitzte Holztür von der gehobenen sozialen Stellung des Dekans zeugen. Der straßenseitige Trauf war ursprünglich wohl Bestandteil der Stadtmauer Aalens. 1803 wird Aalen württembergische Oberamtsstadt und zehn Jahre danach dieses Dekanatshaus errichtet, welches ein wichtiges Zeugnis für die Ortsgeschichte der Reichsstadt darstellt. |
97027525 | ||
| Wohnhaus | Friedhofstraße 2 (Karte) |
Traufständiger Putzbau mit Mansarddach, Ende 18. Jahrhundert
Das westlich der Altstadtmauer errichtete Wohnhaus zeigt an der Hauptfassade einen Erbauungsstein mit der Jahreszahl 1798. Der dreigeschossige Bau besaß mit einem ausgebauten hohen Mansarddach viel Platz für Wohnraum und verweist auf die hohe soziale Bedeutung der Erbauer. Für Aalen ist das Wohnhaus ein wichtiges Dokument von hohem hausbau- und ortsgeschichtlichen Wert. |
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| Wohnhaus | Friedrichstraße 31 (Karte) |
Putzbau, Eingang aus Werkstein, 1. Viertel 20. Jahrhundert
Der Eingangsbereich aus Werkstein eines ansonsten vollständig verputzten Wohnhauses stellt eine seltene Fassadengestaltung dar. Mittig zwischen zwei Erkern auf Erdgeschosshöhe sticht die repräsentative Erschließung mit einem bekrönenden Dreiecksgiebel, Scheinpilastern und Zinnenfriesen des zweigeschossigen Gebäudes ins Auge. Die qualitätvolle Gestaltung ist ebenso im Obergeschoss mit zwei seitlichen Zwerchhäusern jeweils oberhalb der Erker gegeben. Der Bau ist ein anschauliches Zeugnis der Architektur- und Stadtbaugeschichte Aalens und zeugt nicht nur von der Wohnkultur des gehobenen Bürgertums, sondern auch von der Erweiterung der Stadt in Folge des Bevölkerungswachstums durch die Industrialisierung sowie dem Reichtum eines Anteils der Bürger. |
97027527 | ||
| Bohlschule | Friedrichstraße 50 (Karte) |
Verputzter Bau mit strukturiertem Rauhputz, 1906 (i), Schubart-Denkmal, Ende 19. Jahrhundert
Das Schulgebäude hat seine repräsentative Fassade nicht an der Straßenseite, sondern rückwärtig mit Blick auf die zwei Jahre zuvor errichtete Turnhalle. Beide öffentliche Gebäude folgen dem Stil der Reformarchitektur. Die repräsentative Fassade der Bohlschule an der Hofseite weist ein Treppentürmchen und einen Giebel mit der Schuluhr auf. Hier ist die Erschließung erneuert, wobei die westliche anschaulich erhalten ist: eine rundbogige hölzerne Tür mit Jugendstilformen im Oberlicht sowie einen umrahmenden Putz in Jugendstilornamenten. Sämtliche Fassaden sind in Kellenputz gestaltet, einem gleichmäßig schindelartig angeordnetem und rautenförmig strukturiertem Mörtel, zum Teil sind die ursprünglichen Holzfenster mit Sprossen erhalten, insbesondere die Schwenkfenster haben Seltenheitswert. Die Bohlschule ist ein wichtiges Zeugnis für die Sozial-, Hausbau- und Ortsgeschichte von Aalen. |
97027529 | ||
| Turnhalle | Friedrichstraße 52 (Karte) |
Putzbau mit rundbogigen Öffnungen, 1904
Der große Hallenbau evoziert mit dem vierstöckigen seitlichen Westturm eher eine sakrale Nutzung als seine eigentliche Funktion einer Turnhalle. Sie ist ein anschauliches Zeugnis für die seit der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts etablierte und sich ausbreitende Turnerkultur und dokumentiert in ihrer qualitätvollen Gestaltung mit Rundbogenfenstern, Stuckverzierungen an den Öffnungen und Giebeln, Mansarddächern und Dachhäusern die Bedeutung, welche dem Turnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts beigemessen wurde. Das stattliche Gebäude ist Zeugnis der damaligen Kulturgeschichte von Aalen und verweist auf den Wandel der ehemaligen eher bedeutungsarmen Ackerbürgerstadt zu einer Großstadt in Folge der Industrialisierung. Heute trägt sie den Namen des Aalener Ringers Thomas Zander, der in den 1990er-Jahren Europa- und Weltmeister war. |
97027530 | ||
| Kath. Kindergarten St. Josef | Friedrichstraße 53 (Karte) |
Traufständiger Putzbau mit Putzgliederung,
1. Viertel 20. Jahrhundert; Grotte mit Geiselchristus, bez. 1916 An den Treppen zur kath. Salvatorkirche liegt die kath. Kleinkinderschule, ein zweistöckiger Bau mit Walmdach, sowie eine religiöse künstlich errichtete Grotte, an deren Eingang eine Inschrift die Erbauung in den Kriegsjahren des Ersten Weltkriegs nennt und um Schutz für die Soldaten bittet. Im Inneren betet der knieende, verzweifelte Christus auf dem Ölberg einen Engel mit dem Kelch in den Händen an. Der Bau des Kindergartens im 1. Viertel des 20. Jahrhunderts ist ein Zeugnis des Wandels der ehemaligen Ackerbürgerstadt zu einer bedeutenden Großstadt durch den Anschluss ans Schienennetz im 19. Jahrhundert. Der kath. Kindergarten zeugt mit klassizistischen Stuckelementen an der Fassade sowie einem repräsentativen Eingangsbereich mit von ionischen Säulen gerahmten Portikus von dem gehobenen Anspruch des Erbauers, der kath. Kirche, und ist zudem ein Zeugnis ihrer Sozialfürsorge, die Integration der Andachtsstätte ein Dokument der Frömmigkeit und Fürbitte. Die Lage an den Stufen zur Salvatorkirche, die zu dem repräsentativen Portikus der kath. Kirche führen, verweist zudem nochmals auf sie als Stifter. Kleinkinderschule und Grotte stellen auch ein anschaulich erhaltenes Zeugnis für Kirchen- und Konfessionsgeschichte in Aalen dar. |
97027531 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Gmünder Straße 2 (Karte) |
Sog. Haus Palm, fünfgeschossiger verputzter Fachwerkbau, mit Knaggen über dem 1. OG, 16. - 18. Jahrhundert
Das Wappen mit einer Palme an der Fassade des Wohn- und Geschäftshauses verweist auf die Aalener Familie Palm, die in den 1870er-Jahren südlich von Aalen an der Kocher in Unterkochen eine Papierfabrik errichteten, welche noch heute in Betrieb ist. Das sehr hohe, aber schmale Haus zeigt eine für frühneuzeitliche Gebäude in eng bebauten Städten charakteristische Kubatur. Es grenzte an die westliche Stadtmauer Aalens und blieb, wohl von dieser als brandsicher beschützt, beim großen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg größtenteils verschont. Der Verbindung von Wohnen und Verkauf in einem Haus eigen ist die Platzierung des Geschäfts im Erdgeschoss mit großen Schaufenstern. Das vormoderne Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027532 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Gmünder Straße 4 (Karte) |
in Ecklage zum Westlichen Stadtgraben
Dreigeschossiger Putzbau mit Werksteingliederung, Dachloggia im 2. OG, neoklassizistischer Stil, um 1900 Traufständiger Gebäudeteil zur Gmünder Straße dreigeschossig, massiv und Fachwerk verputzt, Anfang 19. Jahrhundert Das stattliche Wohn- und Geschäftshaus wurde auf Höhe der westlichen Stadtmauer um die Altstadt Aalens errichtet. Die Stadtbefestigung bestand bis in die 1820er-Jahre. Die repräsentative Gestaltung mit Loggia, Eckerkerturm am Obergeschoss mit bekrönendem Balkon und Balustraden sowie seitlichen kannelierten Scheinpilastern zeugen von der sozial hoch gestellten Auftraggeberschicht, wie auch die Hausteingliederung des Erdgeschosses am Westlichen Stadtgraben, die in Stilelementen der Renaissance gerahmten Fenster des Obergeschosses, geohrte Fenstereinfassungen mit Keilsteinen im zweiten Geschoss sowie die rundbogigen Dachhäuser. Zudem belegt das Gebäude den durch die Anbindung ans Schienennetz erreichten Reichtum der Stadt Aalen, die vormals eine eher unbedeutendere Rolle als Ackerbürgerstadt einnahm. |
97021069 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Gmünder Straße 5 (Karte) |
Dreigeschossiger Putzbau in Ecklage zum Westlichen Stadtgraben, mit Eckerker, geschweiften Giebeln und Zwerchgiebel, westlicher Gebäudeteil 1839 erbaut, östlicher Gebäudeteil älter, 1906 erhöht und überformt
Das repräsentative Wohn- und Geschäftshaus steht auf Höhe der Aalener Altstadtmauer, die bis in die 1820er-Jahre bestand. Das Gebäude wurde danach in zwei Phasen errichtet, zunächst die östliche Gebäudehälfte mit hohen rundbogigen Schaufenstern im Erdgeschoss, danach die westliche, welche die Geschosshöhen und die Fenstergestaltungen exakt übernahm. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die beiden zusammengebauten Gebäude aufgestockt. Ein imposanter Eckerker über die beiden oberen Geschosse mit Zierschmuck in floralen Jugendstilelementen und Mansarddach und -turm betont die Ecklage des Hauses an der Gmünder Straße zum Westlichen Stadtgraben. Drei Schweifgiebel prägen die beiden Straßenbilder. Der Bau zeugt von einer Wohn- und Geschäftskultur des gehobenen Bürgertums und ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027536 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus (heute Kreissparkasse) | Gmünder Straße 8 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Mansard-/Giebeldach, Portalgewände, Holztüre, zwei eingemauerte Ofensteine im Inneren, Ende 18. Jahrhundert
Das Wohn- und Geschäftshaus wurde im späten 18. Jahrhundert auf Höhe des ehemaligen Grabens der Stadtbefestigung der Aalener Altstadt an der westlichen Stadtmauer errichtet und im 19. und 20. Jahrhundert (Eingangsportal an Ostfassade 1977 bezeichnet) mehrfach umgebaut und erweitert. Die stattliche Kubatur und die repräsentative Fassadengestaltung, insbesondere das Eingangsportal in Architektursprache der Renaissance am Südgiebel, verweisen auf die hohe soziale Bedeutung der Erbauer sowie Bewohner. Ende des 18. Jahrhunderts war Aalen noch eine eher unbedeutende Ackerbürgerstadt. Im Inneren sind zwei wohl in den Schwäbischen Hüttenwerken in Wasseralfingen gefertige Ofensteine vermauert. Ofensteine dienten vom 17. bis ins 19. Jahrhundert als Füße gusseiserner Stubenöfen, die zur Ausstattung reicherer Bürger- und Bauernhäuser in der Region gehörten. Nach Ersetzung der gusseisernen durch kleinere Kohlestubenöfen wurden die Ofensteine oft als eine Art Hauszeichen in Hausfassaden oder wie hier im Gebäudeinneren in Mauern eingelassen. Das Wohn- und Geschäftshaus der Gmünder Straße 8 ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027534 | ||
| Wohnhaus | Helferstraße 1, 1/1 (Karte) |
Giebelständiges verputzter Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Der Fachwerkbau datiert aus der Wiederaufbauphase der Altstadt Aalens nach einem großen Stadtbrand im Jahr 1634 während des Dreißigjährigen Krieges. Für diese Epoche charakteristisch sind die geringen Vorkragungen mit profilierten Schwellen. Wie der Baubestand der Altstadt allgemein ist auch dieses Haus giebelständig ausgerichtet. Es belegt die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027537 | ||
| Wohnhaus | Helferstraße 3 (Karte) |
Giebelständiges verputzter Fachwerkbau mit Knaggen, 16. - 19. Jahrhundert
Der Kern des Gebäudes hielt dem großen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg stand. Die beiden unteren Geschosse bis zu der Vorkragung auf geschnitzten Knaggen dienten wohl als zwei Ökonomietrakte. Wohnen und Wirtschaften war damit unter einem Dach vereint, was im Mittelalter und während der Frühen Neuzeit einem gängigen Bautypus entsprach. Das frühneuzeitliche Gebäude erhielt bauliche Änderungen bis in die Moderne. Es stellt ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte von Aalen dar. |
97027538 | ||
| Wohnhaus | Helferstraße 8 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau mit Ladeluke, 17. Jahrhundert
Das dreigeschossige Gebäude wurde wie der größte Teil der Altstadtbebauung in der Wiederaufbauphase nach dem großen Stadtbrand während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1634 errichtet und folgt mit der giebelständigen Ausrichtung wie der meiste Baubestand dem mittelalterlichen Stadtplan. Das Erdgeschoss der Ostfassade ist in Hausteinen gemauert, am Nordgiebel, der Hauptfassade, ist das Fachwerk freigelegt, das für die Zeit nach dem Wiederaufbau charakteristisch in kostengünstigem konstruktivem Fachwerk gehalten ist. Eigen sind dieser Epoche auch das Andreaskreuz (im Giebel) sowie die geringen Vorkragungen mit profilierten Schwellen. Der weit vorkragende Balken im Giebeldreieck war für eine Seilwinde vorgesehen, an der Lasten zur Ladeluke hochgezogen und von dort bequem für die Einlagerung im Dachgeschoss ins Innere gebracht wurden. Die geringe Höhe des Erdgeschosses verweist auf eine Nutzung als Stall. Das Fachwerkgebäude ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Städtebau- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027539 | ||
| Verwaltungsgebäude des städtischen Gaswerkes | Hirschbachstraße 14 (Karte) |
Putzbau mit Zeltdach, 1. Viertel 20. Jahrhundert
Gegenüber dem Bahnhof steht das Verwaltungsgebäude der Aalener Gasversorgung. Es zeigt charakteristische Architekturgestaltungen des 1. Viertels des 20. Jahrhunderts wie die verglaste und verbretterte Veranda und den Erker auf. Das Haus ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027541 | ||
| Wohnblock | Hofackerstraße 17 (Karte) |
Verputzter Fachwerkbau in Ecklage, 1. Drittel 20. Jahrhundert
Das weitläufige, zweigeschossige Wohnhaus liegt südwestlich der Altstadt Aalens in einem Viertel, das von Anlagen sozialen Mietwohnbaus geprägt ist. Der Komplex ist wichtiges Zeugnis der Hausbaugeschichte Aalens und von hoher stadtbau- und sozialgeschichtlicher Aussagekraft. Die rückwärtigen Grünflächen boten als hauseigene Nutzgärten Gelegenheit zur Selbstversorgung, ohne dabei die Vorteile der städtischen Infrastruktur zu verlieren. Das Viertel entstand im Zuge der mit der Anbindung ans Schienennetz erfolgten Industrialisierung und der Bevölkerungszunahme. Somit belegt der Wohnkomplex auch die Ortsgeschichte Aalens. |
97027543 | ||
| Friedhofkapelle | Hofherrnstraße 53 (Karte) |
Polygonaler Putzbau mit Portikus und Zeltdach, 1. Drittel 20. Jahrhundert
Die kleine Friedhofskapelle stellt mit dem Vorbau mit klassizistischem Giebeldreieck eine für Friedhofsbereiche charakteristische Bauform von Kapellen dar. Sie ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Kapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis sowie Dokument von Totengedenken und Trauerort, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft des Östlichen Albvorlands. |
97027648 | ||
| Sudhaus der Ochsenbrauerei | Hugo-Closs-Straße 7 (Karte) |
Fünfstockiger Backsteinbau mit Flachdach und turmartigem eingeschossigen Aufbau zur Unterbringung der Schrotmühle und Poliermaschine, hohe Rundbogenöffnungen über die ersten beiden Stockwerke kennzeichnen den Sudraum, die drei Stockwerke darüber dienten als Malzböden für die Schroterei, Architekt Wilhelm Seifferer, 1898
Dem Bierbrauen kam in den Gebieten Ostwürttembergs, in denen der Weinanbau nicht sehr ertragreich war, frühzeitig wichtige Bedeutung zu. Der Aalener Brauerei- und Gastwirtssohn Wilhelm Seifferer zeichnete für das Sudhaus der Brauerei Karl Koepf verantwortlich. Seifferer war für die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens bedeutend, seine Bauten neuer Straßenzüge Anfang des 20. Jahrhunderts halfen, den im Zuge der Industrialisierung aufkommenden Wohnungsmangel zu mildern. Der stadtbildprägende hohe Bau des Sudhauses steht exemplarisch für die Industriearchitektur der Jahrhundertwende. Er zeigt eine auf Funktionalität abgestimmte Konzeption, die in Einklang mit einer repräsentativen, noch späthistoristischen Gestaltung mit dezent gesetzten Zierelementen wie Ecklisenen, Fensterfassungen und Zinnen untergliederte Backsteinbauweise gebracht wurde. Die Koepf-Brauerei steht in dem Gebiet des Galgenbergs, wo zahlreiche andere Brauereien wie diejenigen zum Ochsen, zum grünen Baum, zum Löwen und zum Rad angesiedelt waren. Das Sudhaus der Koepf-Brauerei ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Hausbau- und Bierbrauereigeschichte Aalens. |
97027544 | ||
| Wohnhaus (heute Finanzamt) | Johann-Gottfried-Pahl-Straße 6 (Karte) |
Putzbau mit Werksteingliederung, Zwerchhaus, 1899 (i)
Das repräsentative zweigeschossige Wohnhaus wurde Ende des 19. Jahrhunderts wohl von einem Apotheker errichtet, worauf der Kelch der Hygieia und die Äskulapschlange über dem Eingangsbereich verweisen. Der mittige Erker über die beiden Geschosse an der Straßenfassade sowie der darüber liegende Giebel mit Drillingsfenster, die Gestaltung der Eingangstür in klassizistischen Formen sowie Hausteingliederungen verweisen auf die gehobene soziale Stellung der Erbauer. Das Wohnhaus ist ein wichtiges Zeugnis für die Hausbaugeschichte Aalens. |
97027545 | ||
| Wirtshausschild des Gasthauses Alter Löwe | Löwenstraße 8 (Karte) |
Gusseisen, um 1900, bis in die 1820er-Jahre verlief auf Höhe des Gasthauses die Stadtmauer um die Altstadt Aalens
Der qualitätvoll gestaltete Wirtshausausleger des Gasthauses wurde wohl in den Schwäbischen Hüttenwerken in Wasseralfingen, welche für ihre Gusseisenproduktion deutschlandweit bekannt war, hergestellt. Er ist ein repräsentatives Beispiel eines seriell hergestellten Artikels, der die Entwicklung des Kunstgewerbes und der Gusseisenproduktion des Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Ein vollplastischer Löwe steht auf einem Sockel eines Auslegers, der mit Weinranken geschmückt ist, in denen ein nackter Knabe sitzt und einen Krug zum Mund führt. Somit veranschaulicht der Wirtshausausleger nicht nur den Namen des Wirtshauses, sondern auch den dortigen Ausschank. Auf ein Gasthaus als wichtigen Treffpunkt der Dorfgemeinschaft weisend, dokumentiert das Wirtshausschild zudem ein Stück Ortsgeschichte. |
97027554 | ||
| Wohnhaus | Ludwigstraße 1 (Karte) |
Giebelständiger Putzbau mit Walmdach, drei halbrunde Eckerker, 1. Drittel 20. Jahrhundert
Das zweigeschossige Wohnhaus steht westlich der Altstadt Aalens und belegt die Stadterweiterung Aalens in Folge der Anbindung an das Schienennetz und der dann einsetzenden Industrialisierung, die auch den Bevölkerungszuwachs mit sich führte. Die runden Eckerker in den ersten Geschossen bleiben unter dem Dachüberstand zurück und sind damit charakteristisches Architekturvokabular für die sog. von Theodor Fischer gezeichnete Stuttgarter Schule. Das Wohnhaus ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027572 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Dorfkapelle St. Magdalena | Magdalenenweg 4 (Karte) |
Putzbau mit geradem Abschluß, bezeichnet 1731
Die kath. Kapelle mit dem Patrozinium Maria Magdalena bildet das religiöse Zentrum von Himmlingen. Der frühneuzeitliche Sakralbau ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region um Aalen. |
97027643 | |
| Wohnhaus | Marktplatz 2 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau, 17. / 18. Jahrhundert, mit freigelegter Stadtmauer, freistehend mit datiertem Stein, 1503
Nördlich der Aalener Herberge Krone-Post grenzt dieses Wohnhaus an, das nach dem großen Altstadtbrand im Dreißigjährigen Krieg in Fachwerk errichtet wurde. Nach den vielen Zerstörungen wurde relativ kostengünstig in preiswertem Konstruktionsfachwerk gebaut. Die leichten Vorkragungen sowie die Ständer beidseits der Fenster sind dieser Zeit ebenso eigen. Charakteristisch für die meisten Gebäude am Marktplatz ist die giebelständige Ausrichtung des Wohnhauses sowie die relativ schmale Breite des lang gezogenen Grundrisses. Die Wandmalerei im Giebel zeigt das Aalener Wappen, jedoch ohne den sonst üblichen Adler, dem Zeichen für die Reichsunmittelbarkeit. Den rückwärtigen Garten schließt westlich ein Teil der erhaltenen Stadtmauer vom Anfang des 16. Jahrhunderts ab. Das Wohnhaus belegt Hausbaugeschichte und ist, insbesondere mit der auf dem Grundstück erhaltenem Stadtbefestigung, ein wichtiges Zeugnis für die Ortsgeschichte Aalens. |
97027555 | ||
| Herberge Krone-Post | Marktplatz 4 (Karte) |
Traufständiger dreigeschossiger verputzter Bau mit polygonalem Eckerker in den Obergeschossen, 1642 (d), westlicher Anbau, 1840 (d), Relief mit Stadtwappen an Fassade, 1665 (i)
Nach dem großen Stadtbrand Aalens von 1634 wurde eine Herberge Krone-Post in zentraler Lage am Marktplatz gegenüber des Rathauses errichtet. Aalen war eine wichtige Station für Verkehrs- und Postwesen für die Wege nach Stuttgart, Gmünd und Nürnberg. 1840 ließ Thurn-und-Taxis-Post den westlichen Anbau fertigen. Als die Filstaleisenbahn 1850 eingeweiht wurde, verlor das Gebäude seine Bedeutung als Poststation. Ab 1907 wurde es als Rathaus genutzt, bis 1975 das Neue Rathaus fertig gestellt wurde. Das in die Fassade eingelassene Aalener Wappen zeigt den Aal und den Adler als Zeichen der Reichsunmittelbarkeit. Das ursprünglich als Herberge errichtete Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte von Aalen. |
96955866 | ||
| Wohnhaus | Marktplatz 5 (Karte) |
Verputztes Fachwerk, 17./18. Jahrhundert
Das dreigeschossige Wohnhaus ist ein wichtiges Dokument für den Wiederaufbau der Stadt Aalen nach dem Stadtbrand von 1634. Als Bestandteil der engen, noch in mittelalterlicher Tradition stehenden Bebauung um die evangelische Stadtkirche besitzt das in Fachwerk ausgeführte Gebäude wichtige Bedeutung für den historischen Stadtgrundriss. Charakteristisch für Fachwerkbauten der Frühen Neuzeit sind die geringen Vorkragungen am Giebel, da weite bereits in einer württembergischen Bauordnung des Jahres 1586 verboten wurden. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
97027573 | ||
| Wohnhaus | Marktplatz 6 (Karte) |
Verputzter Fachwerkbau in Ecklage, 17./18. Jahrhundert
Das zweigeschossige Wohnhaus in der westlichen Aalener Altstadt wurde nach dem großen Brand im Dreißigjährigen Krieg errichtet, der die meisten Gebäude zerstört hatte. Die geringen Vorkragungen sind Fachwerkbauten nach einer württembergischen Bauordnung von 1568 über Jahrhunderte hinweg eigen. Seine ungewöhnlich für die Bebauung am Marktplatz traufständige Lage zu diesem hin ist durch seine Ecklage zur Gmünder Straße und den dort anschließenden giebelständigen Gebäuden bedingt. Der Fachwerkbau ist ein wichtiges Zeugnis der Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027575 | ||
| Gasthaus Schwanen | Marktplatz 7 (Karte) |
Fachwerkhaus, 17./18. Jahrhundert, Wirtshausausleger, wohl Ende 19. Jahrhundert (bei der Restaurierung weitgehend erneuert)
Das Gasthaus Zum Schwanen liegt zentral am Marktplatz schräg gegenüber der Herberge Krone-Post. Charakteristisch für die Häuser der Altstadt ist auch dieses nach dem großen Stadtbrand 1634 errichtet worden. Den Fachwerkbauten wie diesem sind im 17./18. Jahrhundert relativ einfach gestaltete konstruktive Fachwerk mit K-Streben ohne Verzierungen eigen. Auch die geringen Vorkragungen an den Geschossen sowie die beidseitigen Fensterstreben sind für diese Zeit typisch. Nach den Zerstörungen durch den Dreißigjährigen Krieg musste rasch kostengünstig wiederaufgebaut werden. Der heutige Wirtshausausleger ist eine Kopie des originalen vollplastischen Schwanen des 19. Jahrhunderts. Die zentrale Lage am Marktplatz belegt die hohe Bedeutung von Gasthäusern als Treffpunkt und Festort. Das Gasthaus zeichnet ein Stück Orts-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Aalens nach. |
97027576 | ||
| Wohnhaus | Marktplatz 12 (Karte) |
Verputztes Fachwerk, 17./18. Jahrhundert, mit Stadtmauer
Das schmale und lang gezogene, zweigeschossige Wohnhaus folgt im Grundriss und Kubatur sowie der giebelständigen Ausrichtung der mittelalterlichen Bebauung der Aalener Altstadt, die jedoch zum großen Teil in einem Brand im Jahr 1634 vernichtet wurde. Aufgrund seines hohen Alters aus der Frühen Neuzeit und insbesondere durch den Erhalt von Teilen der Aalener Stadtmauer an seinem Westgiebel ist das Wohnhaus ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027556 | ||
| Wohnhaus | Marktplatz 13/1, 13 (Karte) |
Verputztes Fachwerk mit Schopfwalm, 17./18. Jahrhundert
Das zweigeschossige Wohnhaus wurde wie der Großteil des Baubestands der Aalener Altstadt in der Wiederaufbauphase nach dem großen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg errichtet. Der Fachwerkbau folgt einem stattlichen, beinahe quadratischen Grundriss. Das Eckgebäude ist ein wichtiges Zeugnis für die Hausbau- und Ortsgeschichte Aalens. |
97027578 | ||
| Wohnhaus | Marktplatz 14 (Karte) |
Verputztes Fachwerk, 17. / 18. Jahrhundert, mit Stadtmauer
Das zweigeschossige Wohnhaus grenzte westlich an die Altstadtmauer Aalens. Es entstand im Zuge des Wiederaufbaus nach einem verheerenden Brand im Dreißigjährigen Krieg. Der Fachwerkbau ist wie der Großteil des Baubestands der Aalener Altstadt giebelständig ausgerichtet und folgt darin dem mittelalterlichen Stadtplan. Wegen des Erhalts von Teilen der Stadtbefestigung an der Westfassade und seines hohen Alters aus der Frühen Neuzeit ist der Fachwerkbau ein wichtiges Zeugnis für die Hausbau- und Ortsgeschichte Aalens. |
97027557 | ||
| Wohnhaus | Marktplatz 16 (Karte) |
Verputztes Fachwerk, 17./18. Jahrhundert, mit Stadtmauer
Wie die meisten Gebäude am Marktplatz von Aalen ist auch dieses Wohnhaus der Frühen Neuzeit giebelständig. Es datiert in die Wiederaufbauphase der Altstadt nach einem Feuer im Jahr 1634. Der westliche Giebel grenzte an die Stadtmauer, welche die Altstadt bis in die 1820er-Jahre trapezförmig eingrenzte. Teile der Stadtmauer sind dort überliefert. Dadurch, und wegen seines hohen Alters, stellt der Fachwerkbau ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens dar. |
97027558 | ||
| Wohnhaus | Marktplatz 22 (Karte) |
Verputztes Fachwerk, 15. / 16. Jahrhundert mit Stadtmauer
Der westliche Giebel des frühneuzeitlichen Wohnhauses grenzte an die Aalener Stadtbefestigung. Dadurch, sowie mit seinem hohen Alter, ist es ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. Der zweigeschossige Bau ist wie der Großteil der Gebäude der Aalener Altstadt giebelständig. Der Fachwerkbau überlebte wohl dank der Anbindung an die steinerne Stadtmauer den großen Altstadtbrand während des Dreißigjährigen Krieges. |
97027560 | ||
| Wohnhaus | Mittelbachstraße 1, 1/1 (Karte) |
Giebelständiges verputzter Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Das zweigeschossige Wohnhaus mit Satteldach hat einen für die enge Bebauung der Aalener Altstadt seltenen großen Grundriss. Das frühneuzeitliche Haus ist wie der Großteil der Aalener Altstadt giebelständig ausgerichtet und folgt darin dem mittelalterlichen Stadtplan. Es datiert, entsprechend der meisten Gebäude der Altstadt, aus der Wiederaufbauphase nach einem großen Stadtbrand im Jahr 1634. Charakteristisch für diese Epoche sind die Verwendung von kostengünstigem konstruktiven Fachwerk und die geringen Vorkragungen zwischen den Geschossen, da weite in einer württembergischen Bauordnung von 1568 verboten wurden. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
97027579 | ||
| Wohnhaus | Mittelbachstraße 3 (Karte) |
Giebelständiger verputzter Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Charakteristisch für die Häuser der Altstadt ist das zweigeschossige Wohnhaus nach dem großen Stadtbrand 1634 errichtet worden. Fachwerkbauten wie diesem sind im 17./18. Jahrhundert relativ einfach gestaltete Konstruktionen ohne Verzierungen eigen. Nach den Zerstörungen durch den Dreißigjährigen Krieg musste rasch kostengünstig wiederaufgebaut werden. Auch die geringen Vorkragungen an den Geschossen sowie die beidseitigen Fensterstreben und das Andreaskreuz sind für diese Zeit typisch. An der Hauptfassade sind Fenster mit Sprossen und Butzenscheiben anschaulich überliefert. Die Erdgeschossgestaltung mit Scheinpilastern erfolgte später, wohl nach der Industrialisierung Aalens. Das frühneuzeitliche Fachwerkhaus ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte der Reichsstadt. |
97027580 | ||
| Wohnhaus | Mittelbachstraße 5 (Karte) |
Giebelständiger verputzter Fachwerkbau in Ecklage, 17./18. Jahrhundert
Das zweigeschossige Wohnhaus steht im Kern der Aalener Altstadt. An der Ostfassade des Eckgebäudes verlief der Mittelbach. Das frühneuzeitliche Haus ist wie der Großteil der Aalener Altstadt giebelständig ausgerichtet und folgt darin dem mittelalterlichen Stadtplan. Es datiert, entsprechend der meisten Gebäude der Altstadt, aus der Wiederaufbauphase nach einem großen Stadtbrand im Jahr 1634. Charakteristisch für diese Epoche ist ein kostengünstiges konstruktives Fachwerk sowie die geringen Vorkragungen zwischen den Geschossen. Die Erdgeschossgestaltung in klassizistischem Formenvokabular erfolgte im späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
97027582 | ||
| Wohnhaus | Mittelbachstraße 17 (Karte) |
Giebelständiger verputzter Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Das dreigeschossige Wohnhaus ist Bestandteil des Wiederaufbaus der Stadt Aalen nach dem Stadtbrand von 1634. Sein Grundriss folgt der engen, noch in mittelalterlicher Tradition stehenden Bebauung und mit der giebelständigen Ausrichtung ebenso dem historischen Stadtgrundriss. Charakteristisch für die Frühe Neuzeit sind die geringen Geschossvorkragungen, da weite bereits in einer württembergischen Bauordnung des Jahres 1586 verboten wurden. Der Bau ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
97027586 | ||
| Wohnhaus | Mittelbachstraße 21 (Karte) |
Giebelständiger verputzter Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Das frühneuzeitliche Wohnhaus wurde wie die meisten Häuser der Aalener Altstadt nach dem großen Stadtbrand von 1634 im Dreißigjährigen Krieg errichtet. Charakteristischerweise für die Straßenzüge der Altstadt ist es giebelständig mit geringem Abstand zu den Nachbarhäusern ausgerichtet. Es steht in der sog. Unteren Stadt, die vor allem von finanziell schwächeren Bürgern bewohnt war. Der Fachwerkbau ist ein anschaulich erhaltendes Dokument der Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027587 | ||
| Villa | Parkstraße 9 (Karte) |
Putzbau mit Mansardwalmdach und Einfriedigung, 1. Viertel 20. Jahrhundert
Die Villa gegenüber des Aalener Schubart-Gymnasiums ist straßenseitig von einem Jägerzaun zwischen hohen Pfosten eingefriedet. Die Hauptfassade des zweigeschossigen Baus wird von einem erdgeschossigen Runderker geprägt. Die Villa veranschaulicht den Lebensstil des gehobenen Mittelstandes in Aalen Anfang des 20. Jahrhunderts und ist gleichzeitig Dokument der Stadterweiterung, die durch die Industrialisierung und die Anbindung ans Eisenbahnnetz im 19. Jahrhundert bedingt war. |
97027588 | ||
| Wohnhaus | Radgasse 11; Westlicher Stadtgraben 9/1 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Das zweigeschossige Wohnhaus wurde nach dem großen Altstadtbrand im Dreißigjährigen Krieg in Fachwerk errichtet. Nach den vielen Zerstörungen wurde relativ kostengünstig in preiswertem Konstruktionsfachwerk gebaut. Die leichten Vorkragungen mit profilierten Schwellen sowie die Ständer beidseits der Fenster sind dieser Zeit ebenso eigen. Charakteristisch für die meisten Gebäude der Altstadt ist die giebelständige Ausrichtung des Wohnhauses sowie die relativ schmale Breite des lang gezogenen Grundrisses. Das Wohnhaus belegt Orts-, Hausbau- und Städtebaugeschichte Aalens. |
97027592 | ||
| Wohnhaus | Radgasse 2, 2/1 (Karte) |
Verputztes Fachwerk mit Ladeluken (aus ursprünglich zwei Einzelhäusern entstanden), 17./18. Jahrhundert
Die unübliche große Breite des Grundrisses des frühneuzeitlichen Fachwerkbaus sowie die hohe Ausprägung des Satteldachs erklärt sich mit der ursprünglichen Aufteilung des Gebäudes in zwei Wohnhäuser. Sie standen wie das zusammengeführte Haus giebelständig, womit sie der mittelalterlichen Ausrichtung der Aalener Altstadt folgten. Errichtet wurden sie in der Stadtaufbauphase nach dem großen Stadtbrand Aalens im Jahr 1634. Für Orts- und Hausbau- sowie Städtebaugeschichte ist das Haus des Aalener Stadtkerns von Bedeutung. |
97027589 | ||
| Wohnhaus | Radgasse 5 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau mit Eckerker und Ladeluke, bezeichnet 1565
Das Fachwerkhaus der Aalener Altstadt besticht durch sein hohes Alter aus dem 16. Jahrhundert. Es ist eines der selten erhaltenen Gebäude, die beim großen Brand im Dreißigjährigen Krieg nicht abgebrannt sind. Die Zierformen des Fachwerks bezeugen von dem damals charakteristischen Gestaltungsanspruch. Auch der Fenstererker, hier über Eck gestellt, ist dieser Epoche eigen. Das frühneuzeitliche Wohnhaus ist ein wichtiges Dokument für die Hausbaugeschichte Aalens. |
97021065 | ||
| Wohnhaus | Radgasse 7 (Karte) |
Traufständiges Fachwerkhaus mit Erker, 17. Jahrhundert
Das zweigeschossige Wohnhaus wurde nach dem großen Stadtbrand 1634 errichtet. Den frühneuzeitlichen Fachwerkbauten wie diesem sind relativ einfach gestaltete konstruktive Fachwerke mit K-Streben sowie beidseitige Fensterstreben eigen. Auch die geringen Vorkragungen an den Geschossen sowie die beidseitigen Fensterstreben sind für diese Zeit typisch. Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs musste rasch kostengünstig wiederaufgebaut werden. Unüblicherweise für den frühneuzeitlichen Städtebau der Reichsstadt scheint dieses Gebäude traufständig ausgerichtet, jedoch erfolgte die Erschließung einst am Südgiebel. Die dortigen schmalen Fenster des Erdgeschosses sowie die tiefe Lage der Fenster an der Radgasse weisen auf eine einstige Nutzung als Stall hin. Das Wohnhaus wurde im Obergeschoss des straßenseitigen Traufs mit einem südlichen Erker versehen. Es ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Stadtbau- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027591 | ||
| Zwei Wirtshausausleger des Gasthauses Zum Roten Ochsen | Radgasse 9 (Karte) |
Wasseralfingen, um 1900, mit Stadtmauer
Der in den Schwäbischen Hüttenwerken Wasseralfingens gestaltete Ochse und seine rote Fassung verweisen auf die Funktion des Gebäudes sowie auf den Namen des Gasthauses Zum Roten Ochsen. Er ist ein Zeugnis der qualitätvollen Gusseisenproduktion der Schwäbischen Hüttenwerke in Wasseralfingen. Auf Höhe der Westfassade des Gasthauses bestand die bis in die 1820er-Jahre existierende Altstadtmauer, eventuell wurde der Abschnitt der Stadtmauer als Fassade für das Gasthaus verwendet. Auf ein Gasthaus als wichtigen Treffpunkt der Dorfgemeinschaft weisend, dokumentiert der Ochse einen Teil der Orts- und Gastronomiegeschichte Aalens. |
97027590 | ||
Weitere Bilder |
Altes Rathaus | Reichsstädter Straße 1 (Karte) |
Verputzter dreigeschossiger Bau mit Mansarddach, Dachhäuschen und sog. Spionturm, 1635, Umbauten von 1836, 1884, 1907 (Arkadengang im Erdgeschoss) und 1976 (v.a. im Inneren, Einzug des geologischen paläontologischen Museums)
Während des großen Stadtbrands in Aalen im Jahr 1634 wurde auch das spätmittelalterliche Aalener Rathaus in zentraler Lage am Marktplatz unweit der Stadtkirche zerstört. Der Neubau in Fachwerk wurde bereits ein Jahr später fertig gestellt, dessen Kern im 19. Jahrhundert klassizistisch umgebaut wurde. In einem Rundbogen über einer der vier Uhren des Glockenturms ist die sich von links nach rechts bewegende Büste des sog. Spions, ein bärtiger Mann mit einer Pfeife im Mund, zu sehen. Das sog. Alte Rathaus ist ein wichtiges Dokument für die Orts- und Verwaltungsgeschichte von Aalen. Bis 1907 wurde es als Rathaus benutzt, als die Stadtverwaltung in das Gebäude am Marktplatz 4, das als Herberge Krone-Post errichtet wurde, umzog. |
97021059 ( | |
| Wohnhaus | Reichsstädter Straße 2 (Karte) |
Giebelständiges verputzter Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Das in Fachwerk ausgeführte Wohnhaus ist ein wichtiges Dokument für den Wiederaufbau der Stadt Aalen nach dem Stadtbrand von 1634. Als Bestandteil der engen, noch in mittelalterlicher Tradition stehenden, giebelständigen Bebauung um die Stadtkirche besitzt das Gebäude wichtige Bedeutung für den historischen Stadtgrundriss. Charakteristisch für Fachwerkbauten der Frühen Neuzeit sind die geringen Vorkragungen, da weite bereits in einer württembergischen Bauordnung des Jahres 1586 verboten wurden. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
97027598 | ||
| Gasthaus Zum Bären | Reichsstädter Straße 3 (Karte) |
Verputzter Fachwerkbau, an drei Seiten freistehend, 18. Jahrhundert, eingemauerter Ofenstein mit Braumeister-Zunftzeichen, 1784 (i)
Das Gasthaus Zum Bären liegt wie weitere Wirtshäuser an der Reichsstädter Straße in der Altstadt Aalens. Die Größe des dreigeschossigen Baus verweist auf die hohe Bedeutung, welche Gasthäusern als Treffpunkt und Ort für Feierlichkeiten zukam. Die geringen Auskragungen entsprechen Bauten des 18. Jahrhunderts. Die anschaulich erhaltene Holztür der nördlichen Traufseite mit qualitätvoll gestalteten Eisenverzierungen hat besonderen Seltenheitswert. Ursprünglich war an der Fassade ein Ofenstein mit Braumeister-Zunftzeichen aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts eingefasst. Das Gasthaus ist wichtiges Zeugnis für die Orts-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte Aalens. |
97027596 | ||
| Wohnhaus | Reichsstädter Straße 4 (Karte) |
Giebelständiger verputzter Fachwerkbau, frühes 18. Jahrhundert
Das dreigeschossige Wohnhaus steht in Ecklage nördlich der Stadtkirche. Als Bestandteil der engen, noch in mittelalterlicher Tradition stehenden, giebelständigen Bebauung der Altstadt Aalens besitzt das in Fachwerk ausgeführte Gebäude wichtige Bedeutung für den historischen Stadtgrundriss. Charakteristisch für Fachwerkbauten der Frühen Neuzeit sind die geringen Vorkragungen, da weite bereits in einer württembergischen Bauordnung des Jahres 1586 verboten wurden. Die die Schaufenster rahmenden kannelierten Pilaster im Erdgeschoss, die Geschossgesimse sowie die Wiederkehr sind nach dem Bau im frühen 18. Jahrhundert erfolgten Änderungen des 19. oder frühen 20. Jahrhunderts. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
97027604 | ||
| Wohnhaus | Reichsstädter Straße 6, Alter Kirchplatz 3 (Karte) |
Giebelständiges verputzter Fachwerkbau, 18. Jahrhundert, sparsame Stuckornamentik vom Anfang des 20. Jahrhunderts
Als Bestandteil der engen, noch in mittelalterlicher Tradition stehenden, giebelständigen Bebauung um die Stadtkirche Aalens besitzt das in Fachwerk ausgeführte Gebäude wichtige Bedeutung für den historischen Stadtgrundriss. Der Wiederaufbau nach einem großen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg greift den mittelalterlichen Grundriss auf. Charakteristisch für Fachwerkbauten der Frühen Neuzeit sind die geringen Vorkragungen im Giebel, da weite bereits in einer württembergischen Bauordnung des Jahres 1586 verboten wurden. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Stuckverzierungen in Jugendstilformen an der Fassade angebracht. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
97027600 | ||
| Doppelwohnhaus | Reichsstädter Straße 8 (Karte) |
Dreigeschossiger, firstgeteilter Giebelbau mit verputzten Fachwerkfassaden,17./18. Jh.
Als Bestandteil der engen, noch in mittelalterlicher Tradition stehenden, giebelständigen Bebauung um die Stadtkirche Aalens besitzt das in Fachwerk ausgeführte Gebäude wichtige Bedeutung für den historischen Stadtgrundriss. Der Wiederaufbau nach einem großen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg greift den mittelalterlichen Grundriss auf. Charakteristisch für Fachwerkbauten der Frühen Neuzeit sind die geringen Vorkragungen im Giebel, da weite bereits in einer württembergischen Bauordnung des Jahres 1586 verboten wurden. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
97027597 | ||
| Wohnhaus | Reichsstädter Straße 10, 10/1 (Karte) |
Giebelständiger verputzter Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Das über einem massiven Erdgeschoss in Fachwerk ausgeführte dreigeschossige Wohnhaus ist ein wichtiges Dokument für den Wiederaufbau der Stadt Aalen nach dem Stadtbrand von 1634. Als Bestandteil der engen, noch in mittelalterlicher Tradition stehenden, giebelständigen Bebauung um die Stadtkirche besitzt das Gebäude in Ecklage wichtige Bedeutung für den historischen Stadtgrundriss. Charakteristisch für Fachwerkbauten der Frühen Neuzeit sind die geringen Vorkragungen, da weite bereits in einer württembergischen Bauordnung des Jahres 1586 verboten wurden. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
97027601 | ||
| Kanzlei (später Wohnhaus) | Reichsstädter Straße 13 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau, 17. / 18. Jahrhundert; gusseiserne Erinnerungstafel für Christian von Heuchelin, 19. Jahrhundert
Das dreigeschossige Gebäude wurde als Kanzlei in der Phase des Wiederaufbaus der Altstadt Aalens nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1634 errichtet und diente später zu Wohnzwecken. Charakteristisch für den Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg ist ein kostengünstiger Bau in konstruktivem Fachwerk. Die giebelständige Ausrichtung ist der Wiederaufbauphase eigen, welche darin dem mittelalterlichen Stadtplan folgt. Die geringen Vorkragungen spiegeln Architektursprache von Fachwerkbauten der Frühen Neuzeit wider - weite wurden bereits in einer württembergischen Bauordnung des Jahres 1586 verboten. Die wohl im 19. Jahrhundert an der Hauptfassade angebrachte gusseiserne Tafel zeigt an den Schmalseiten die Tiere des Aalener Wappens: Aal und Adler. Der Adler steht als Zeichen für die Reichsunmittelbarkeit. Die Inschrifttafel wurde wohl in den Schwäbischen Hüttenwerken in Wasseralfingen gegossen und nennt die Geschichte des Hauses. Zudem erwähnt sie die dortige Geburtsstätte des Juristen Christian von Heuchelin sowie die Todesstätte für Mutter und Bruder des Dichters Christian Friedrich Daniel Schubart. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Stadtbaugeschichte Aalens. |
97027602 | ||
| Wohnhaus | Reichsstädter Straße 14 (Karte) |
Kleiner verputzter Fachwerkbau mit Ladeluke, 17. Jahrhundert
Das traufständige, dreigeschossige Wohnhaus steht in der Aalener Stadtmitte. Es wurde in der Wiederaufbauphase nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1634 errichtet und folgt wie der Großteil des Baubestands der Altstadt einer giebelständigen Ausrichtung zur Reichsstädter Straße, dem mittelalterlichen Stadtplan entsprechend. Auffällig ist die schmale Breite des Grundrisses. Die rundbogige Öffnung im Giebel war für Be- und Entladen des Dachgeschosses vorgesehen. Das Wohnhaus ist ein wichtiges Zeugnis für Orts-, Hausbau- und Städtebaugeschichte Aalens. |
97027603 | ||
| Gasthaus Rose | Reichsstädter Straße 15 (Karte) |
Giebelständiger verputzter Fachwerkbau mit Schopfwalm, 18. Jahrhundert, mit Teil der Stadtmauer
Der stattliche Wirtshausbau in der Altstadt Aalens verweist auf die hohe Bedeutung von Gaststätten als Treffpunkt und Festort, wie auch die Lage an der Reichsstädter Straße, an welcher mehrere Gasthäuser der Frühen Neuzeit überliefert sind. Die geringen Auskragungen an der Giebelfassade sind für Fachwerkbauten des 18. Jahrhunderts charakteristisch. Das Wirtshaus Zur Rose gibt Orts-, Sozial- und Wirtschaftsaspekte Aalens wieder. Die östliche Fassade grenzt an die Stadtmauer, welche die Altstadt bis in die 1820er-Jahre umgab. |
97027563 | ||
| Gasthaus Lamm | Reichsstädter Straße 20 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau, bez. 1617, 1910/11 renoviert, Wirtshausausleger, 18. Jahrhundert
Das 1617 bezeichnete Gasthaus Zum Lamm wurde wohl von dem großen Altstadtbrand Aalens im Jahr 1634 weitgehend verschont. Von der Bausubstanz der Frühen Neuzeit ist relativ wenig erhalten. Das Haus wurde in zwei Bauphasen des 20. Jahrhunderts stark umgestaltet, wovon u. a. der holzverschindelte Eckerker am zweiten Obergeschoss zeugt. Der Wirtshausausleger eines schmiedeeisernen Lammes mit qualitätvoll gestalteten floralen Verzierungen belegt lokale Handwerkskunst. Die Lage an der mittigen Hauptdurchgangsstraße durch die Altstadt Aalens, an welcher weitere Gasthäuser der Frühen Neuzeit liegen, zeugt von der hohen Bedeutung von Gasthäusern als Treffpunkt und Festort. Das ehem. Gasthaus dokumentiert Aalener Orts-, Sozial- und Gastronomiegeschichte. |
97027605 | ||
| Handwerkerhaus | Rittergasse 4, 4/1, 4/2 (Karte) |
Zweigeschossiges Doppelhaus mit Satteldach und Schleppgauben, Erdgeschoss teils massiv, teils in Fachwerk, ab Obergeschoss Fachwerk, 1661 (d), Einbau einer Trennwand in der ursprünglich gemeinsam genutzten Tenne des Erdgeschosses, spätes 19. Jahrhundert
Das Doppelhaus zwischen Rittergasse und Mittelbacherstraße liegt im südöstlichen Bereich der Altstadt. Das ehemalige Handwerkerhaus ist Dokument für den Wiederaufbau der Stadt nach dem großen Brand von 1634. Das quergeteilte Doppelhaus wies im Erdgeschoss eine gemeinsam genutzte Tenne und Werkstattbereiche, darüberliegend die Wohnräume mit Stuben in Ecklage auf. Charakteristisch für die im Zuge des Wiederaufbaus errichteten Häuser sind bauliche Merkmale der spätmittelalterlichen Fachwerkbauweise wie die überblatteten Hahnenbalken, die unter Putz feststellbaren Knaggen an giebelseitigen Eckständern sowie die zwischen Brust- und Kopfriegel eingepassten Fenster am nördlichen Giebeldreieck. Das Doppelhaus zählt zu den wenigen anschaulich überlieferten historischen Gebäuden im südöstlichen Altstadtbereich. Es ist ein wichtiges Zeugnis für Hausbau- und Ortsgeschichte Aalens. |
97027569 | ||
| Wohnhaus | Rittergasse 13 (Karte) |
Traufständiges verputzter Fachwerkbau mit Knaggen, 16./17. Jahrhundert, mit Stadtmauer
Das an die Stadtmauer angebaute zweigeschossige Wohnhaus besticht durch den Erhalt eines Teils der Aalener Altstadtbefestigung an der Ostfassade und sein hohes Alter. Geschützt durch die brandfeste steinerne Stadtmauer wurde es vom großen Stadtbrand des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1634 wohl weitgehend verschont. Der kleine Grundriss sowie die weite Auskragung des Obergeschosses an der zur Altstadt zeigenden Westseite ist für Wohnhäuser in Altstädten der Frühen Neuzeit charakteristisch. Der Fachwerkbau ist ein wichtiges Zeugnis von der frühneuzeitlichen Lebensweise in der Altstadt Aalens und zudem, neben seiner Bedeutung für Hausbaugeschichte, ein wichtiges Zeugnis für die Ortsgeschichte, insbesondere durch den integrierten Bestandteil der Stadtmauer. |
97027561 | ||
| Wohnhaus | Rombacher Straße 12 (Karte) |
In Ecklage befindlicher dreigeschossiger Walmdachbau mit zweigeschossigem Satteldachanbau sowie Schleppdachanbau, am Walmdachbau polygonaler Eckerker und Zwerchhäuser, Putzfassade mit reduzierter Gliederung, um 1900.
Das repräsentative Wohnhaus veranschaulicht die Stadterweiterung, bedingt durch die dank der Anbindung ans Schienennetz erfolgten Industrialisierung. Die architektonische Qualität des Bauwerks spiegelt den Anspruch des gehobenen Bürgertums. Ein Architekturelement, der aus der Fassade heraus entwickelte und unter dem Dachüberstand zurückbleibende Runderker, ist der von Theodor Fischer geprägten sog. Stuttgarter Schule eigen. Das Wohnhaus ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der Hausbau-, Orts- und Siedlungsgeschichte von Aalen. |
97027606 | ||
| Wohnhaus | Rombacher Straße 18 (Karte) |
Putzbau mit Klinkerfassade und gußeisernem Balkongitter, letztes Viertel 19. Jahrhundert
Das traufständige Wohnhaus weist an der Hauptfassade zwei Giebel auf, der westliche folgt in Fachwerk Architekturvokabular des Heimatschutzstils, der östliche mit einem Treppengiebel, kanneliertem Putz und einem bekrönenenden Muschelornament der Neurenaissance. Im ersten Geschoss schließt im Westen der Straßenfassade ein hochwertig gestaltetes gusseisernes Gitter einen Balkon ab, im Osten kragt ein steinerner Erker hervor. Das repräsentative Wohnhaus zeugt von Erbauern aus der gehobeneren sozialen Schicht, der durch die Anbindung ans Schienennetz erfolgten Industrialisierung sowie der Folge des Wachstums der Stadt. Es ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Sozial- und Städtebaugeschichte Aalens. |
97027607 | ||
Weitere Bilder |
Schubartgymnasium | Rombacher Straße 30 (Karte) |
Putzbau 1912
Der repräsentative Altbau des Schulgebäudes zeugt von dem Aufschwung der ehemals eher unbedeutenden Ackerbürgerstadt durch die Industrialisierung im 19. Jahrhundert und dem daraus resultierenden Bevölkerungszuwachs. Ihr Namen deutet auf die in Aalen verbrachten Jungendjahre des bekannten Schriftstellers Christian Friedrich Daniel Schubart. Die Dreiflügelanlage weist an der Hauptfassade im Süden einen von ionischen Säulen gerahmten runden Eingangsbereich auf sowie einen mittigen Dreiecksgiebel, mit einer qualitätvoll in Jugendstilformen gestalteten Schuluhr, gerahmt von einer weiblichen Figur, evtl. Minerva, mit Eule als Symbol der Weisheit sowie einer männlichen Person in antikisierender Gestalt und bekrönendem Glockenturm. Das Stuckrelief einer antikisierenden Maske zwischen erstem und zweitem Obergeschoss zeigt eine Schlange, die hier in Verbindung mit der Funktion des Gebäudes ebenso eine Allegorie der Weisheit ist. Der anschaulich mit den ursprünglichen Sprossenfenstern erhaltene Schulbau ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Bildungs- und Sozialgeschichte von Aalen. |
97027608 | |
| Villa | Rombacher Straße 47 (Karte) |
Traufständiger Putzbau im expressionistischen Stil, Albert Eitel, 1927
Im Westen der Stadt Aalen entwarf der Stuttgarter Architekt Albert Eitel die Villa gegenüber dem Schubartgymnasium. Sie ist ein Zeugnis großbürgerlicher Wohn- und Lebensverhältnisse und der Stadterweiterung Aalens. Die Reichsstadt wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts durch die Folgen der Anbindung ans Schienennetz industrialisiert und bekam dadurch starken Bevölkerungszuwachs. |
97027610 | ||
| Wohnhaus | Roßstraße 4 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert, Schubarthaus
In der Roßstr. 4 der Aalener Altstadt wuchs der Dichter und Musiker Christian Friedrich Daniel Schubart auf. Das Fachwerkgebäude zeigt für den Wiederaufbau nach dem Dreißigjährigen Krieg charakteristische Formelemente: kein Zierfachwerk, sondern einfaches konstruktives Fachwerk aus Kostengründen. Die geringen Vorkragungen und die beidseitigen Ständer an den Fenstern ab dem ersten Geschoss sind dieser Zeit nach den Verheerungen ebenso eigen. Das Schubarthaus ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027609 | ||
| Wohnhaus | Roßstraße 9 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau mit Ladeluke, 17. Jahrhundert
Das zweigeschossige Gebäude wurde wie der größte Teil der Aalener Altstadtbebauung in der Wiederaufbauphase nach dem großen Stadtbrand während des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1634 errichtet und ist wie der meiste Baubestand dem mittelalterlichen Stadtplan entsprechend giebelständig. Fachwerkbauten der Frühen Neuzeit wie diesem sind die relativ geringen Vorkragungen, Andreaskreuze sowie Ständer beidseits der Fenster mit profilierten Schwellen eigen. Die beschnitzte Pfettenkonsole im Giebeldreieck war für eine Seilwinde vorgesehen, an der Lasten zur Ladeluke hochgezogen und von dort bequem für die Einlagerung im Dachgeschoss ins Innere gebracht wurden. Es ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Hausbau- und Städtebaugeschichte Aalens. |
97027613 | ||
| Wohnhaus | Roßstraße 11 (Karte) |
Giebelständiger verputzter Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Das dreigeschossige Wohnhaus entstand im Zuge des Wiederaufbaus der Aalener Altstadt nach dem großen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg und ist wie der Baubestand der Altstadt allgemein, dem mittelalterlichen Stadtplan folgend, giebelständig ausgerichtet. Dendrochronologische Untersuchungen ergaben das Baujahr 1669. Das unterkellerte Gebäude ist im Erdgeschoss massiv (heutige Fassadengestaltung um 1900), in den Obergeschossen in konstruktiver Fachwerkbauweise errichtet. Für Fachwerkbauten der Frühen Neuzeit charakteristisch sind die geringen Vorkragungen der Geschosse. In einer württembergischen Bauordnung der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurden weite Vorkragungen verboten. Das Wohnhaus ist ein wichtiges Zeugnis für Hausbau-, Orts- und Städtebaugeschichte Aalens. |
97027614 | ||
| Friedhofsanlage | Sankt-Johann-Straße 1, 1/1, 3 (Karte) |
Bestehend aus
Die große Friedhofsanlage prägt das Bild der Weststadt Aalens. Seit circa 1530 wurden die Toten nicht mehr innerhalb der Stadtmauern um die Stadtkirche bestattet, sondern wohl aus Hygiene- und/oder Platzgründen hierher an den ursprünglichen Ort des Römerkastells verlegt. Der einst nur um die Kirche angelegte Friedhof wurde 1830 und 1870 mit heutigem Wegenetz erweitert. Die im Kern mittelalterliche Friedhofskirche St. Johannis ist zum Teil mit römischem Steinmaterial errichtet, in der Frühen Neuzeit umgebaut und im 19. Jahrhundert erweitert worden. Die Leichenhalle wurde auf einer separaten Grünfläche außerhalb des ummauerten Friedhofs Ende des 19. Jahrhunderts mit den in Wasseralfingen produzierten Dopfersteinen errichtet, ein mit Beimischung der Schlacke aus den Hochöfen der Eisenverhüttung langlebiges und kostengünstiges Baumaterial, das sich in der Region häufig wiederfindet. Im straßenseitigen Randbereich steht das Gefallenendenkmal der Soldaten des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71, welches ein wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte und der Totenmemoria darstellt. Ebenso zeugen 70 kunsthistorisch, handwerklich und ortsgeschichtlich wertvolle Grabmale, teilweise in Wasseralfinger Eisenguss gestaltet, von der Sepulkralkultur im christlichen Glauben. Der seit Jahrhunderten belegte Begräbnisplatz hat einen hohen Wert für die Ortsgeschichte Aalens. |
97027485 | ||
| Wohnhaus | Schleifbrückenstraße 11 (Karte) |
Putzbau mit Mansardwalmdach, bez. 1906
Das zweigeschossige Wohnhaus zeugt von dem repräsentativen Anspruch der Erbauer Anfang des 20. Jahrhunderts. Das villenartige Gebäude steht nördlich der Aalener Altstadt frei in einem Garten an der Kocher und der Mündung des Hirschbachs. Südlich schließt der heutige Stadtgarten des Grundstücks der Villa Seifferer an. Weitere repräsentative Wohnhäuser in dem Viertel belegen, dass die sozial gehobenere Schicht hier sesshaft war. Der beschnitzte Fenstererker an der Straßenfassade unter einem Okulus, Dachgauben und der überdachte Eingangsbereich belegen für die Villa der Schleifbrückenstraße 11 den Reichtum der Erbauer. Die Villa ist nicht nur ein Zeugnis des durch die Anbindung ans Schienennetz erfolgten finanziellen Aufschwungs der Stadt Aalen, sondern auch der durch den Bevölkerungsanstieg bedingten Stadterweiterung. |
97027616 | ||
| Kreiskämmerei | Schubartstraße 2 (Karte) |
Traufständiger Putzbau mit Walmdach, 30er Jahre 20. Jahrhundert
Das stattliche Kämmereigebäude verweist wie zahlreiche Gebäude Aalens aus dem 19. und 20. Jahrhunderts auf den Aufschwung durch die Industrialisierung und Anbindung an die Eisenbahn der ehemals eher bedeutungsarmen Reichsstadt, deren Bevölkerung vorwiegend aus Ackerbürgern bestand. Der Landkreis Aalen entstand 1938. Ihm wurden viele Gemeinden der nicht mehr bestehenden Oberämter Ellwangen und Neresheim eingegliedert. Die dreigeschossige Kreiskämmerei mit Walmdach und Dachhäusern ist ein Zeugnis der Bedeutung und des Wohlstands des neu gegründeten Landkreises. |
97027617 | ||
| Wohnhaus | Spitalstraße 14/1 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Das Gebäude bildet den östlichen Abschluss einer Reihe von sechs Fachwerkgebäuden der Frühen Neuzeit in der sog. Unteren Stadt Aalens, die von der ärmeren Bevölkerung bewohnt war. Die giebelständige Ausrichtung ist für die Bebauung der Aalener Altstadt gängig. Wie die meisten Häuser der Aalener Altstadt wurde es während der Wiederaufbauphase nach dem großen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg errichtet. Charakteristisch für diese Zeit ist das konstruktive Fachwerk, die geringen Vorkragungen mit profilierten Schwellen sowie die eigenen Ständer beidseits der Fenster. Der Fachwerkbau der Spitalstraße 14/1 ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Städtebau- und Hausbaugeschichte Aalens. |
96955510 | ||
| Wohnhaus | Spitalstraße 16 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Das Wohnhaus steht in der sog. Unteren Stadt Aalens, die von der ärmeren Bevölkerung bewohnt war. Das Erdgeschoss zeigt eine geringe Höhe, wahrscheinlich diente es als Stall. Wie die meisten Gebäude der Aalener Altstadt wurde dieses in der Spitalstraße 16 während der Wiederaufbauphase nach dem großen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg errichtet. Charakteristisch für diese Zeit ist das konstruktive Fachwerk, die K-Streben sowie die geringen Vorkragungen. Die giebelständige Ausrichtung entspricht der Bebauung der Aalener Altstadt. Das Gebäude ist Teil einer Reihe von sechs aneinandergrenzenden, ähnlichen Fachwerkgebäuden aus ungefähr derselben Bauepoche, der Vormoderne. Der Fachwerkbau der Spitalstraße 16 ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Siedlungs- und Hausbaugeschichte Aalens. |
96955511 | ||
| Wohnhaus | Spitalstraße 18 (Karte) |
Giebelständiger verputzter Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Das Gebäude steht in der Reihe von fünf weiteren Fachwerkgebäuden aus der Vormoderne in der sog. Unteren Stadt Aalens, die von der ärmeren Bevölkerung bewohnt war. Die giebelständige Ausrichtung entspricht der Bebauung der Aalener Altstadt. Wie die meisten ihrer Häuser wurde es während der Wiederaufbauphase nach dem großen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg errichtet. Charakteristisch für diese Zeit ist das konstruktive Fachwerk, die geringen Vorkragungen mit profilierten Schwellen sowie die eigenen Ständer beidseits der Fenster. Der Fachwerkbau der Spitalstraße 18 ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Städtebau- und Hausbaugeschichte Aalens. |
96955512 | ||
| Wohnhaus | Spitalstraße 20 (Karte) |
Giebelständiger verputzter Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Die giebelständige Ausrichtung des Fachwerkbaus der Spitalstraße 20 entspricht der Bebauung der Aalener Altstadt. Das Gebäude steht in der Reihe von fünf weiteren frühneuzeitlichen Fachwerkgebäuden in der sog. Unteren Stadt Aalens, in der die eher ärmere Bevölkerung sesshaft war. Wie die meisten Häuser der Aalener Altstadt wurde es während der Wiederaufbauphase nach dem großen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg errichtet. Charakteristisch für diese Zeit ist das konstruktive Fachwerk, die K-Streben, die geringen Vorkragungen mit profilierten Schwellen sowie die eigenen Ständer beidseits der Fenster. Der Fachwerkbau der Spitalstraße 20 ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Städtebau- und Hausbaugeschichte Aalens. |
96955513 | ||
| Wohnhaus | Spitalstraße 22 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert
Das Gebäude steht in der Reihe von fünf weiteren Fachwerkgebäuden aus der Vormoderne in der sog. Unteren Stadt Aalens, in der die ärmere Bevölkerung wohnte. Die giebelständige Ausrichtung entspricht der Bebauung der Aalener Altstadt. Wie die meisten Häuser innerhalb der Stadtbefestigung wurde es während der Wiederaufbauphase nach dem großen Stadtbrand im Jahr 1634 errichtet. Charakteristisch für diese Zeit ist das konstruktive Fachwerk mit beidseits der Fenster eigenen Ständern. Der Fachwerkbau der Spitalstraße 22 ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Städtebau- und Hausbaugeschichte Aalens. |
96955514 | ||
| Wohnhaus | Spitalstraße 24 (Karte) |
Fachwerkhaus in Ecklage, 18. Jahrhundert
Das Gebäude bildet den westlichen Abschluss einer Reihe von sechs Fachwerkgebäuden der Frühen Neuzeit in der sog. Unteren Stadt Aalens, die von der ärmeren Bevölkerung bewohnt war, und ist mit seiner Entstehung im 18. Jahrhundert das jüngste Haus im Glied. Die giebelständige Ausrichtung ist für die Bebauung der Aalener Altstadt gängig. Charakteristisch für den Bautypus in dieser Epoche ist das konstruktive Fachwerk in einfachen Formen, das Andreaskreuz am Giebel und die sehr geringen Vorkragungen. Der Fachwerkbau der Spitalstraße 24 ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts-, Städtebau- und Hausbaugeschichte Aalens. |
96955515 | ||
Weitere Bilder |
Spital zum Hl. Geist | Spritzenhausplatz 13 (Karte) |
Traufständiger Fachwerkbau mit Walmdach, Wappentafel mit Stadtwappen bez. 1719
Ein von der kath. Kirche gegründetes Spital zum Heiligen Geist existierte bereits im späten Mittelalter. Der mächtige Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts ist ein wichtiges Zeugnis der vormodernen Fürsorge- und Sozialgeschichte der Reichsstadt. Darüber hinaus ist das Spital von zentraler Bedeutung für die Stadtbaugeschichte Aalens. Das Stadtwappen an der Fassade zeigt einen Aal und einen Adler als Zeichen für die Reichsunmittelbarkeit Aalens. Das Relief einer Taube - Symbol des Heiligen Geistes - am rundbogigen Eingangsportal verweist auf den Namen des Spitals. |
97025100 | |
| Wohnhaus | Stadelgasse 10 (Karte) |
Verputztes giebelständiger Fachwerkbau mit Knaggen und Ladeluken, 16./17. Jahrhundert
Das Wohnhaus der Stadelgasse 10 wurde in der Wiederaufbauphase nach dem großen Stadtbrand in der Aalener Altstadt während des Dreißigjährigen Krieges, dem die meisten der Häuser zum Opfer fielen, um 1700 errichtet. Die niedrigere nördliche Bauhälfte an der Spitalstraße wurde ursprünglich landwirtschaftlich genutzt. Das Haus liegt in der sog. Unteren Stadt, die von eher mittellosen Bürgern bewohnt wurde. Seine Bewohner waren auf landwirtschaftliches Einkommen angewiesen. Die beiden Ladeluken im Giebel belegen die ökonomische Nutzung des Dachwerks. Der Fachwerkbau der Frühen Neuzeit, der in den folgenden Jahrhunderten umgebaut wurde, ist ein wichtiges Zeugnis der Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027618 | ||
| Wohnhaus | Stadelgasse 11 (Karte) |
Giebelständiges verputztes und 1909 dekoriertes Fachwerkhaus mit Veranda, 18. Jahrhundert; Holztürrahmung und Türe aus anderem Haus und wohl älter
Das Eckgebäude steht in der sog. Unteren Stadt der Aalener Altstadt, in der die ärmeren Schichten der Stadtbevölkerung wohnten. Der Fachwerkbau stammt im Kern aus dem 18. Jahrhundert, wurde jedoch im 20. Jahrhundert stark umgestaltet, wie mit der Fachwerkveranda an der Ostfassade. Das Gebäude belegt Aalener Orts- und Hausbaugeschichte. |
97027619 | ||
| Wohnhaus | Stadelgasse 12 (Karte) |
Mächtiges traufständiges Fachwerkhaus mit Ladeluken, 17. Jahrhundert
Ungewöhnlich für die Bebauung der Altstadt Aalens ist dieses Wohnhaus traufständig ausgerichtet. Unüblich ist ebenso der große Grundriss. Seine Errichtung erfolgte nach dem großen Stadtbrand im Dreißigjährigen Krieg, der die meisten der Gebäude der Aalener Altstadt 1634 zerstörte. Das Haus steht in der sog. Unteren Stadt, in der vor allem die ärmere Bevölkerung sesshaft war, die oft auf Landwirtschaft angewiesen war. So zeugen auch die beiden Ladeluken im Giebel von der ökonomischen Nutzung des Dachwerks. Der Fachwerkbau ist ein wichtiges Dokument der Orts-, Sozial- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027620 | ||
| Doppelwohnhaus | Stadelgasse 18, 18/1 (Karte) |
Z.T. verputzter Fachwerkbau, 18. Jahrhundert
Das Doppelhaus liegt im nordwestlichen Bereich der Altstadt und weist für das 18. Jahrhundert charakteristisches Fachwerk auf, das eher schlicht und funktional konstruktiv gehalten ist. Die vorhandenen geringen Auskragungen, K-Streben und beidseitige Ständer an den Fenstern sind zudem für diese Epoche eigen. Das Gebäude ist ein wichtiges Dokument der Frühen Neuzeit für Hausbau- und Ortsgeschichte Aalens. |
97021067 | ||
| Landratsamt | Stuttgarter Straße 7 (Karte) |
Putzbau mit Walmdach in Ecklage, bez. 1909/10
Das Landratsamt, ein stattliches Eckgebäude, belegt den Wandel der Stadt, die vor der Industrialisierung ländlich geprägt war. Das öffentliche Verwaltungsgebäude zeigt an einer anschaulich erhaltenen hölzernen Eingangstür dem Oberlicht vorgeblendet ein gusseisernes Wappen des Königreichs Württemberg. Zahlreiche Stuckornamente in floralen Elementen sind in Stilformen des Jugendstils gestaltet. Diese sowie das Walmdach mit Dachhäusern und -gauben sowie vorkragendem Mittelrisalit ab dem ersten Geschoss zeugen von dem repräsentativen Anspruch sowie der Bedeutung der Stadt Aalen am Anfang des 20. Jahrhunderts. |
97027621 | ||
| Wohnbebauung | Stuttgarter Straße 11, 13, 15, Beim Hecht 1 (Karte) |
Putzbauten, Mitte 19. Jahrhundert (Sachgesamtheit)
Das Wohnhaus Beim Hecht Nummer 1, dasjenige der Stuttgarter Straße 11 sowie das Doppelhaus der Stuttgarter Straße 13 und 15 wurden einheitlich im 19. Jahrhundert entworfen. Gemeinsam sind ihnen zum Teil gesprengte Giebelrahmungen, Sohl- und Stockwerksgesimse sowie verputzte Scheinpilaster mit klassizistischen Stilelementen. Die qualitätvoll gestalteten Fassaden spiegeln den Anspruch des gehobenen Bürgertums. Die Wohnhäuser sind ein wichtiges Zeugnis der Orts- und Hausbaugeschichte Aalens. |
97027509 | ||
| Gasthaus Drei Könige | Stuttgarter Straße 12 (Karte) |
Doppelwohnhaus, traufständiger Putzbau mit Satteldach und großem Dachhaus, 1. Hälfte 19. Jahrhundert; Inschriftenstein, bez. 1838
Das ehemalige Gasthaus wurde auf der Wassergraben- und Wallanlage der Stadtmauer errichtet, welche die Altstadt bis in die 1820er-Jahre umgab. Der Inschriftstein an der Hauptfassade nennt das Errichtungsjahr und den Namen des Erbauers, ein Philipp Böhringer. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für die Hausbau- und Ortsgeschichte Aalens. |
97027625 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Stuttgarter Straße 14 (Karte) |
Giebelständiger Putzbau, bez. 1909
Das Wohn- und Geschäftshaus an der Südostecke der Aalener Altstadt spiegelt den dank der Industrialisierung bedingten Reichtum der Stadt seit der Anbindung an das Eisenbahnnetz wider. Der geschwungene Giebel folgt mit den Stuckelementen mit endenden Mäandern Jugendstilformen, auch die Putzrahmungen der Fenster nehmen die Mäanderelemente wieder auf. Das Wohn- und Geschäftshaus ist ein wichtiges Zeugnis für die Hausbau- und Ortsgeschichte Aalens. |
97027626 | ||
| Wohnblock | Stuttgarter Straße 68 (Karte) |
Putzbau, 30er Jahre 20. Jahrhundert
Der Bewölkerungszuwachs in Aalen in Folge der Industrialisierung erforderte leicht erschwingliche Wohnungen für Familien auf engem Raum. Dafür steht der zweigeschossige Wohnblock an der Stuttgarter Straße 68 sowie weitere bauliche Anlagen sozialen Mietwohnbaus in dem Viertel südwestlich der Aalener Altstadt beispielhaft. Er ist wichtiges Zeugnis der örtlichen Hausbau- und Stadtbaugeschichte und Dokument der Sozialgeschichte in den 1930er-Jahren. |
97027630 | ||
| Wohnblock | Stuttgarter Straße 78 (Karte) |
Putzbau, 30er Jahre 20. Jahrhundert
Der zweigeschossige Mietsbau weist an der Straßenfassade einen Risalit bis ins Dachgeschoss auf. Er ist einer von zahlreichen Wohnkomplexen südwestlich der Aalener Altstadt, die von dem Bevölkerungszuwachs in Folge der Industrialisierung zeugen. Der Wohnblock ist ein wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte und von hoher stadtbau- und sozialgeschichtlicher Aussagekraft. |
97027631 | ||
| Villa | Ulmer Straße 38 (Karte) |
Traufständiger Backsteinbau mit Walmdach, letztes Viertel 19. Jahrhundert
Die repräsentative Villa ließ der Fabrikant Karl Sigmund Cherbon für Wohnzwecke Barmherziger Schwestern von dem Aalener Architekten Wilhelm Seifferer errichten. Cherbon leitete die Union-Werke, welche für die Produktion von Schuhcreme bekannt war. Die Villa ist ein Zeugnis der durch die Industrialisierung aufsteigenden ehemaligen Ackerbürgerstadt sowie ihres Reichtums und dokumentiert die Ortsgeschichte Aalens. |
97027632 | ||
| Villa | Ulmer Straße 116 (Karte) |
Backsteinbau mit Werksteingliederung, Fachwerk im Dachgeschoss, Treppenturm und Altane, mit Garten, um 1900
Die Villa Stützel steht im Süden von Aalen in einem großen Garten, der bis zur Kocher verläuft. Das repräsentative Gebäude ist samt der anschaulich überlieferten Inneneinrichtung (insbesondere Stuckdecken, Wand- und Bodenfliesen, bunte Glasfenster, Türen) ein Beispiel historistischer Villenarchitektur um 1900. Das Haus belegt großbürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert und den Wachstum der Stadt Aalen, der sich durch die Anbindung an die Eisenbahn und die damit einsetzende Industrialisierung erklärt. |
97027634 | ||
Weitere Bilder |
Bahnhof der Härtsfeldbahn | Walkstraße 22 (Karte) |
Dopferstein mit Ziegelsteingliederung und Fachwerkdachgeschoß, nach 1905
Das Aalener Bahnhofsgebäude bildet ein anschaulich erhaltenes Stationsgebäude der Härtsfeldbahn. Die private Härtsfeldbahnstrecke wurde bereits vor Bau dieses Bahnhofs, im Jahr 1901 eröffnet und hatte mit der Strecke Aalen - Neresheim - Ballmertshofen ursprünglich eine Länge von circa 55 Kilometer, 1906 führte die eingleisige Schmalspurbahn bis nach Dillingen. Die Stillegung der Härtsfeldbahn erfolgte 1972. Über die ortsgeschichtliche Bedeutung hinaus dokumentiert das Bahnhofsgebäude eine charakteristische Bahnhofsarchitektur um 1900 in Ziegel- und Dopfersteinen, wobei das Fachwerk im Dachgeschoss Formen des Heimatschutzstils folgt. Die anschaulich überlieferte Laderampe verweist auf die Funktion dieses Bahnhofs als Güterbahnhof, der Personenbahnhof dieser Bahnstrecke befand sich in Aalen weiter nördlich. Es belegt den Aufschwung der Stadt zu Zeiten der Industrialisierung. |
97027636 | |
Weitere Bilder |
Kath. St. Bonifatiuskirche | Weilerstraße 107 (Karte) |
Neuromanischer Backsteinbau, geschlemmt, 1904
Der seitliche Chorturm der kath. Bonifatiuskirche bildet die vertikale Dominante im Ortsbild des Weilers. Der Sakralbau in der Mitte von Hofherrnweiler ist das religiöse Zentrum des auf Initiative von Wöllwarth im 18. Jahrhundert angelegten Wohngebiets für Heimatlose. Die Formensprache in neuromanischen Elementen wie den Rundbogenöffnungen sowie der Rundbogenlisenen verweist auf ein idealisiertes Mittelalterbild, wie es häufig am Anfang des 20. Jahrhunderts anzutreffen ist. Der Sakralbau ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Kirchengeschichte des Weilers. |
97027644 ( | |
| Evangelische Kirche | Wellandstraße 65 (Karte) |
Giebelständiger Putzbau, Architekten Prof. R. Böklen und C. Feil, 1912
Die ev. Christuskirche prägt mit dem seitlichen Kirchturm als vertikale Dominante und seiner stattlichen Kubatur sowie der Gestaltung des Eingangsbereichs als Portikus mit ionischen Säulen und geschweiftem Giebel die Ortsmitte von Unterrombach. Verantwortlich zeichneten die Stuttgarter Architekten Richard Böklen und Carl Feil. Die Innenausstattung bezeugt anschaulich das Aussehen eines eher schmucklosen ev. Predigtraumes der Bauzeit. Der ländliche Sakralbau ist ein wichtiges Zeugnis der Orts- und Kirchen- sowie Konfessionsgeschichte Unterrombachs des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts. |
97027646 | ||
| Fachwerkscheune mit Mansarddach | Wiesentalstraße (Karte) |
18. Jahrhundert
Die stattliche Scheune an der Hauptdurchfahrtsstraße von Hammerstadt besticht durch ihr hohes Alter vom 18. Jahrhundert sowie ihre große Kubatur. Sie ist ein in ihrem Bestand anschauliches Beispiel für den Bautypus ländliche Scheune und ein Zeugnis für die regionale Wirtschaftsweise und Vorratshaltung. |
97027642 | ||
| Villa | Wilhelm-Merz-Straße 2 (Karte) |
Putzbau mit Jugendstilornamentik, 1. Viertel 20. Jahrhundert
Die repräsentative Villa südlich der Altstadt Aalens weist vielfältige Erker und Balkone sowie Stuckelemente in Jugendstilmotiven auf. Als Zeugnis großbürgerlicher Wohn- und Lebensverhältnisse belegt sie den Aufschwung der Stadt Aalen von einer ehemals eher unbedeutenden Ackerbürgerstadt hin zu einer Industriestadt durch die Anbindung an das Schienennetz. |
97027638 | ||
| Grünbaumbrauerei | Ziegelstraße 11, 13, 13/1, 13/2 (Karte) |
Bestehend aus:
Die am Hang gelegene Brauerei Grünbaum mit Brauereihauptgebäude, Kessel- und Maschinenhaus, Kontor- und Verwaltungsgebäude sowie Remise mit Pferdestall prägt die östliche Vorstadt Aalens. Die Errichtung Anfang des 20. Jahrhunderts belegt den Aufstieg der Stadt Aalen im 19. Jahrhundert. Davor spielte Aalen eine eher geringwertige Rolle als Ackerbürgerstadt. Neben der Brauerei Grünbaum bestanden weitere Brauereien sowie mehrere Bierkeller seit dem 19. Jahrhundert in diesem Gebiet Aalens am Galgenberg, was zum einen auf den hohen Bedarf an Bier für die gewachsene Bevölkerungsanzahl verweist, zum anderen charakteristisch für das Brauwesen die Verlegung innerstädtischer Brauereien aus der Altstadt heraus widerspiegelt. Die zahlreichen erhaltenen Brauereigebäude sind ein eindrückliches Zeugnis der Wirtschafts- und Sozialgeschichte Aalens. Dem Bierbrauen kam in den Gebieten Ostwürttembergs, in denen der Weinanbau nicht sehr ertragreich war, frühzeitig wichtige Bedeutung zu. |
97027533 | ||
| Behörden-Wohnblock | Ziegelstraße 27 (Karte) |
Putzbau in Ecklage, 1. Drittel 20. Jahrhundert
Das östlich der Altstadt an der Straße nach Himmlingen gelegene stattliche Wohn- und Verwaltungsgebäude spiegelt den Wandel der Stadt von einer eher bedeutungsarmen Ackerbürgerstadt hin zu einer Großstadt wider, ermöglicht durch die Anbindung an die Eisenbahn und die dadurch einsetzende Industrialisierung. Das Haus ist ein für die Orts- und Siedlungsgeschichte von Aalen anschaulich erhaltenes Dokument. |
97027640 | ||
| Staatliches Vermessungsamt | Ziegelstraße 31 (Karte) |
Putzbau, Türgewände mit vollplastischer Kinderfigur, 1. Drittel 20. Jahrhundert
Die Plastik eines lediglich mit einem leichten Lendenschurz und einem Mantel über dem Rücken bekleideten Kindes, das barfuß über Pflanzen mit einem Winkel in der einen Hand und wohl einem Fernglas in der anderen schreitet, verweist auf die Funktion des Gebäudes als Vermessungsamt. Bis auf diesen Bauschmuck und Stuckpilastern am rundbogigen Eingangsbereich zeigt das dreigeschossige Gebäude mit Walmdach und Dachhäusern eine schlichte symmetrische Fassadengestaltung. Wie zahlreiche Gebäude des 19. und 20. Jahrhunderts in Aalen belegt auch dieses Vermessungsamt den Zuwachs der Stadt Aalen im 19. Jahrhundert, welche vor der Industrialisierung eher eine bedeutungsarme Ackerbürgerstadt war. |
97027641 |
Dewangen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bildstock | nach Dewangen (Karte) |
Sandstein, 1790 (i), erneuert 1863, 1910 (i)
Das von Voluten gerahmte Relief des Bildstocks zeigt die Kreuzigung Jesu sowie die trauernden Personen Maria und Johannes. Die Inschrift weist den Namen des Stifters, ein Joseph Barth, auf. Der frühneuzeitliche Bildstock ist ein typischer Vertreter von religiösen Kleindenkmalen, welche die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten wie dieses im Einflussbereich des Klosters Ellwangen prägen. |
97027713 | ||
| Wirtshausausleger des Gasthauses zum Lamm | Am Haldenbach 22 (Karte) |
18. Jahrhundert
Auf ein Gasthaus als wichtigen Treffpunkt der Dorfgemeinschaft weisend, dokumentiert das Wirtshausschild ein Stück Ortsgeschichte. Zudem ist es ein Zeugnis der Schmiedekunst des 18. Jahrhunderts. Charakteristischerweise liegt das Gasthaus an einer Hauptverkehrsstrecke von Rodamsdörfle. |
97027715 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Dorfkapelle Hl. Otmar | Am Käppele 27 (Karte) |
Putzbau mit polygonalem Abschluß, 18. Jahrhundert
Nördlich von Aalen-Reichenbach steht die kleine Ortskapelle auf freiem Feld. Sie ist eine charakteristische kleine Andachtsstätte des 18. Jahrhunderts auf dem Land und ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Otmarskapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region um Aalen. |
97022495 ( | |
| Sühnekreuz | nach Rodamsdörfle (Karte) |
Der an einem Weg von Bernhardsdorf nach Dewangen befindliche Stein wurde wohl als Sühnekreuz errichtet, dessen Arme verloren sind. Es stellt damit ein Dokument der Rechtsgeschichte dar: Sühnekreuze sind ein Teil des im Mittelalter praktizierten Brauchs der Totschlagsühne. Sie wurden als Bestandteil der Bestrafung nach begangener Mordtat am Tatort als Sühnezeichen und Mahnmal aufgestellt. Sühnekreuze kommen in Nordostwürttemberg häufig vor, dasjenige von Dewangen kann somit als regionaltypisches Landschaftselement bezeichnet werden. | 97027714 | ||
| Wegkreuz | Birkäckerstraße (Karte) |
Sandsteinsockel mit zwei Wappenkartuschen und gußeisernem Kruzifixus, um 1900
Das Kreuz an einem Weg von Dewangen nach Fachsenfeld ist ein typischer Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten wie demjenigen der Stiftslandschaft Ellwangen in besonderer Weise prägen. Dewangen war bereits seit dem 12. Jahrhundert dem Benediktinerkloster einverleibt. Auch im 20. Jahrhundert ist die Gegend von katholischer Frömmigkeit geprägt, wovon zahlreiche Bildstöcke, Wegkapellen, Kreuzwege oder Wegkreuze wie dieses zeugen. |
97027712 | ||
| Bildstock | Dewangen/Aalen (Karte) |
Holz, bezeichnet 1918
Der am Weg zum Tannenhof aufgestellte Bildstock ist ein typischer Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten wie demjenigen der Stiftslandschaft Ellwangen in besonderer Weise prägen. Dewangen war bereits seit dem 12. Jahrhundert dem Benediktinerkloster einverleibt. Noch im 20. Jahrhundert ist die Gegend von katholischer Frömmigkeit geprägt, wovon zahlreiche Bildstöcke, Wegkapellen oder Kreuzwege zeugen. |
97027710 | ||
| Wohnhaus | Goldbachstraße 68 (Karte) |
Traufständiges Fachwerkhaus, 18. Jahrhundert
Das Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land und ist Zeugnis der Ortsbau- und Architekturgeschichte der Vormoderne. |
97027652 | ||
| Wegkapelle | Am Haldenbach (Karte) |
mit halbrunder Öffnung, polychrome Madonnenfigur, wohl um 1500, 18. Jahrhundert.
Die kleine Kapelle an einem Weg entlang des Haldenbachs von Rodamsdörfle nach Dewangen beherbergt eine geschnitzte Madonnenfigur hinter einem Gitter. Die Kapelle ist eine charakteristische kleine Andachtsstätte der Frühen Neuzeit, welche mit ihrer Ausstattung das regionale Kunstschaffen der Epoche dokumentiert. Sie ist anschauliches Dokument einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Kapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region um Aalen. |
97022507 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche | Leintalstraße 20 (Karte) |
1819 erbaut, 1875 erweitert, gotischer Vorgängerbau als Seitenkapelle erhalten, Turmuntergeschosse ebenfalls mittelalterlich
Den Ortskern von Dewangen prägt die kath. Pfarrkirche Unserer Lieben Frau. Wie in dieser Gegend üblich, finden sich in dem Kirchenbau mehrere Bauepochen vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, was die Marienkirche zu einem vielschichtigen Zeugnis der Kirchengeschichte in Dewangen macht. Dewangen war bereits seit dem 12. Jahrhundert dem Benediktinerkloster einverleibt und blieb auch in Zeiten der Reformation katholisch. Somit ist der Sakralbau auch ein Dokument der Territorialgeschichte. |
97022486 ( | |
| Gasthaus Adler | Leintalstraße 27 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau mit Verplattungen, Anfang 16. - 18. Jahrhundert, Wirtshausausleger, Reliefstein mit Doppeladler
Der Gasthof liegt zentral im Ortskern an der Durchgangsstraße gegenüber der Pfarrkirche. Der stattliche Fachwerkbau veranschaulicht eindrucksvoll die große Bedeutung, die Landgasthäusern früher in den Dörfern als Treffpunkt und Festort zukam, die heute noch den Verlauf der alten Landstraßen durch die Dörfer belegen. Aufgrund seines langen Bestehens seit der Frühen Neuzeit an dieser Stelle ist die Wirtschaft darüber hinaus ein bedeutendes Zeugnis für die Ortsgeschichte. Sowohl ein steinernes Relief an der Ostfassade wie auch der Wirtshausausleger verweisen mit einem doppelköpfigen Adler auf den Namen der Wirtschaft Zum Adler. Der gusseiserne Wirtshausausleger ist zudem ein qualitätvolles Beispiel eines seriell hergestellten Artikels, der die Entwicklung des Kunstgewerbes und der Gusseisenproduktion des 19. Jahrhunderts dokumentiert. |
97027650 | ||
| Hofkapelle | Rotsold 3 (Karte) |
St. Maria, 19. Jahrhundert, wohl barocker Geisel-Christus
Die kleine Marienkapelle nördlich des Weilers Rotsold zeigt über dem Eingang ein Relief der Patronin. Maria sitzt auf der Mondsichel und ist von Sonnenstrahlen hinterfangen, eine Darstellung, die sich mit der mariologischen Interpretation des in der Offenbarung des Johannes geschilderten sog. Sonnenweibes erklärt. Der Sakralbau ist eine charakteristische Feldkapelle des 19. Jahrhunderts, welche anschaulich eine gelebte und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachte Religiosität dokumentiert. Die Kapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region im Einzugsbereich des Klosters Ellwangen. |
97027655 | ||
| Grenzstein | Windwiese (Karte) |
Grenzsteine sind Zeugnis der Rechtsgeschichte. Seit dem Mittelalter markieren diese ortsgebundenen Rechtsurkunden Herrschafts- und Grundstücksgrenzen und trennen Besitz- und Nutzungsrechte voneinander. | 99917403 | ||
| Bildstock | Beckenhalde (Karte) |
Stein mit Holzrelief
Der steinerne Bildstock zeigt ein hölzernes Relief mit der Geißelung des gekreuzigten Christus, umrahmt von qualitätvoll in den Stein gewirkten Blattornamenten. Barbara und Georgius Ilg stifteten es im Jahr 1721. Der nördlich des Ortskerns aufgestellte Bildstock ist ein typischer Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, die die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten wie demjenigen der Stiftslandschaft Ellwangen in besonderer Weise prägen. Dewangen war bereits seit dem 12. Jahrhundert dem Benediktinerkloster einverleibt. Auch im 18. Jahrhundert ist die Gegend von der dort vorherrschenden und über Jahrhunderte hinweg gelebten katholischen Frömmigkeit geprägt, wovon zahlreiche Bildstöcke, Wegkapellen oder Kreuzwege zeugen. |
97027649 | ||
| Hofkapelle | Tannenhof 1/1 (Karte) |
Runder Putzbau, 1. Drittel 20. Jahrhundert
Die kleine Kapelle des Tannenhofs wurde vom Hofbesitzer zum Schutz des Anwesens errichtet und verweist auf dessen Frömmigkeit. Sie ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Zudem bildet sie ein wichtiges Element in der von solchen kleinen Andachtsstätten ausgezeichneten Stiftslandschaft Ellwangen. Dewangen war bereits seit dem 12. Jahrhundert dem Benediktinerkloster einverleibt. Auch im 20. Jahrhundert war die Gegend von katholischer Frömmigkeit geprägt, wovon zahlreiche Bildstöcke, Wegkreuze, Kreuzwege oder Wegkapellen wie diese zeugen. |
97027656 | ||
| Kath. Herz Jesu Kapelle | Zum Schafhof 28/1 (Karte) |
Putzbau, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Die Kapelle in der Mitte des Weilers Bernhardsdorf ist eine charakteristische kleine Andachtsstätte des 19. Jahrhunderts auf dem Land und ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Der kleine Sakralbau ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region um Aalen. |
97027653 | ||
| Inschriftstein (am Bauernhaus) | Zum Schafhof 29 (Karte) |
Bez. 1784
Der frühneuzeitliche Inschriftstein an dem Bauernhaus bildet mit Nennung des Errichtungsjahres sowie der Initialen der Erbauer ein Dokument für Hausbau- und Ortsgeschichte von Bernhardsdorf. |
97027651 | ||
| Kath. Dorfkapelle | Zur Kapelle 15 (Karte) |
St. Wendelin, Putzbau mit offenem Glockenstuhl, über einem Vorgängerbau aus dem 12./13. Jahrhundert errichteter Neubau aus dem 15./16. Jahrhundert. Die heutige Kapelle besteht aus dem ehemaligen Chor.
Hoch über dem Ort am Ortsausgang nach Reichenbach gelegen prägt die kleine kath. Kapelle die Ansicht von Rodamsdörfle. Die Wendelinskapelle ist eine charakteristische kleine Andachtsstätte. Aufgrund des hohen Alters und des Umstandes, dass es sich bei der heutigen Kapelle um den Chor des Vorgängerbaus handelt, ist Kapelle bauhistorisch von Bedeutung. Die Kapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region um Aalen. |
97027486 |
Ebnat
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Pfarrhof mit Pfarrhaus | Ebnater Hauptstraße 10 (Karte) |
Putzbau mit Walmdach und Pfarrscheune, Massivbau mit Walmdach, 18. Jahrhundert
Der stattliche Pfarrhof bildet zusammen mit der dazugehörigen kath. Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis die ortsbildprägende Anlage im Ortskern von Ebnat und dessen religiöses Zentrum. Die Größe des Pfarrhauses sowie der Pfarrscheune verweisen auf den Reichtum der kath. Pfarrkirche, die durch die Zugehörigkeit zum Kloster Neresheim bedingt war. Das Benediktinerkloster Neresheim stieg in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zur Reichsabtei auf. Nichtzuletzt verweist die Pfarrscheune auf die landwirtschaftliche Selbstversorgung eines kath. Pfarrers, auf die er neben der Pfarrbesoldung angewiesen war. Der anschaulich erhaltene Pfarrhof spiegelt die Lebensweise und Lebensgrundlage eines kath. Pfarrers im 18. Jahrhundert wider. |
97027658 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche zur Unbefleckten Empfängnis | Ebnater Hauptstraße 12 (Karte) |
Saalbau mit seitlichem Chorturm 18. Jahrhundert mit Kirchhofmauer
Der barocke Altbau der kath. Pfarrkirche prägt mit dem seitlichen Kirchturm und der ihn bekrönenden Zwiebelhaube als vertikale Dominante bereits von Weitem das Ortsbild von Ebnat und bildet gemeinsam mit dem dazugehörigen Pfarrhaus und der -scheune sowohl das religiöse Zentrum als auch die Ortsmitte des Dorfes. Die Kirchenmauer markiert die Straßensicht an der Hauptstraße. Ist die Saalkirche zur Unbefleckten Empfängnis bereits ein wichtiges Zeugnis der Kirchengeschichte von Ebnat, so verweist sie aber auch vor allem aufgrund ihrer Zugehörigkeit zum Kloster Neresheim zur Zeit ihrer Errichtung auf den Herrschaftsbereich des bedeutenden Klosters der Benediktiner. |
97027659 ( | |
| Wirtshausreklame (Gasthaus zum Bären) | Ebnater Hauptstraße 52 (Karte) |
Wohl 19. Jahrhundert
Auf einen Gasthof als wichtigen Treffpunkt der Dorfgemeinschaft weisend, dokumentiert das Wirtshausschild ein Stück Ortsgeschichte. |
97027660 | ||
| Wegkreuz | Neresheimer Straße (Karte) |
Gusseisern, auf Steinsockel, 1989 (i)
Das Wegkreuz ist Ausdruck katholischer Frömmigkeit. Religiöse Kleindenkmale wie dieses prägen die kath. geprägte Klosterlandschaft Neresheim in besonderer Weise, der Affalterwang seit dem 18. Jahrhundert zugehörte. |
97027661 | ||
Weitere Bilder |
Wallfahrtskapelle Maria bei der Eiche | Höllhau (Karte) |
Kleiner, teilweise offener Massivbau mit Walmdach, 1925 erbaut.
Die Feldwegkapelle Maria bei der Eiche im Wald Scheiterhau zeugt von der kath. Frömmigkeit, die für den Naturraum Albuch und Härtsfeld charakteristisch ist. Sie wurde in den 1920er-Jahren als Wallfahrtsstation errichtet und ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. |
108272342 ( |
Fachsenfeld
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wirtshausausleger des Gasthauses Zum Ochsen | Kirchstraße 2 (Karte) |
Um 1900
Der Wirtshausausleger mit der Darstellung eines Ochsen ist ein repräsentatives Beispiel eines seriell hergestellten Artikels, der die Entwicklung des Kunstgewerbes und der Gusseisenproduktion des 19. Jahrhunderts dokumentiert. Als Hinweis auf die Funktion des Gebäudes als Gaststätte Zum Ochsen ist es ein Dokument der Ortsgeschichte. |
97027666 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Herz-Jesu-Kirche | Kirchstraße 36 (Karte) |
Neuromanischer Werksteinbau, um 1900
Die kath. Pfarrkirche Herz-Jesu ist eine Pfarrkirche, die in neoromanischen Formen an der Wende zum 20. Jh. errichtet wurde. Sie ist damit ein sprechendes Zeugnis für die Rezeption jener Epoche und ist Beleg für die nationale Begeisterung am Mittelalter als Beleg einer idealisierten Vergangenheit. Sie ist ein wichtiges Zeugnis für die Kirchen- und Ortsgeschichte von Fachsenfeld. |
97027663 ( | |
| Inschrifttafel der Familie von Wöllwarth (an der Mühle) | Scherrenmühle 1 (Karte) |
16. Jahrhundert
Die Inschrifttafel verweist auf einen Reichsritter Hans Sigmund von Wöllwarth (1546 bis 1622) und den von ihm veranlassten Umbau der Scherrenmühle, an der sie an einem der Gebäude der Mühlenanlage angebracht ist. Das Mühlengehöft liegt auf einer Insel der Kocher und wurde bereits 1401 erstmals genannt. Die Nutzung der Mühle als Mahl-, Öl- und Sägmühle ist für das 19. Jahrhundert belegt. Die frühneuzeitliche Inschrifttafel der Mühle spiegelt die Frühindustrialisierung des Kochertals, wofür die Wasserkraft der Karstquelle mit ausschlaggebend war, sowie die dortige Ritterlandschaft wider. Denn der Freiherr Hans Sigmund Wöllwarth gestaltete in Fachsenfeld einen herrschaftlichen Sitz und das nahe gelegene Schloss Laubach. |
97027667 | ||
| 2 Ofenplatten (an Scheune) - Reichsadler | Scherrenmühle (Karte) |
Sog. Hl. Wandel - 18. Jahrhundert
Die in die Scheunenfassade eingelassenen beiden Ofensteine haben ehemals als Tragstein eines eisernen Kastenofens in einer Stube und gleichzeitig auch einem gewissen Schmuck- und Repräsentationsbedürfnis gedient, das sie in ihrer Sekundärverwendung noch heute ausstrahlen. Der doppelköpfige Reichsadler zeigt das Jahr 1737 - der Ort fiel erst 1806 an Württemberg -, die Szene der schreitenden heiligen Familie das Jahr 1762. Dieser sog. heilige Wandel zeigt ein apokryphes Motiv der Kindheit Jesu, der von seinen Eltern an der Hand geführt wird. Es ist häufiges Sujet der Befürworter der Gegenreformation. Die Ofensteine des 18. Jahrhunderts belegen die Bedeutung des Guts, an dem sie angebracht sind. Die Scherrenmühle war bereits seit mittelalterlicher Zeit eine bestehende Mühle an der Oberen Kocher. Den durch das Mühlgewerbe erreichten Reichtum der Besitzer des 18. Jahrhunderts geben die qualitätvoll gestalteten Ofensteine wieder. Sie bilden ein wichtiges Zeugnis des regionalen Kunsthandwerks sowie der Orts- und Kulturgeschichte. |
97027668 | ||
| Keilstein (am Rathaus) | Waiblinger Straße 1 (Karte) |
Bezeichnet 1764
Der im heutigen Rathaus eingebaute Keilstein zeigt das Wappen sowie die Initiale der Familie Wöllwarth. Das Mitglied Hans Sigmund war Freiherr von u.a. Fachsenfeld, ließ im Ort die Mühle umgestalten und ein Rittersgut errichten und führte 1569 in seiner Herrschaft die Reformation durch. Er ließ zahlreiche Schulen und Kirchen bauen. Ein weiteres bekanntes Herrschaftsgut bildet das östlich gelegene Schloss Laubach. Der Keilstein verweist auf die lokale Herrschaftsgeschichte und ist ein wichtiges Dokument für die Ortsgeschichte. |
97027662 | ||
Weitere Bilder |
Schlossanlage Fachsenfeld [§ 12] | Am Schloß 1; Schloßgarten (Karte) |
Bestehend aus:
Die Schlossanlage Fachsenfeld ist eine charakteristische herrschaftliche Anlage innerhalb der Ritterschaftslandschaft Lein- und Kochertal. Der weite Schlosspark wurde in hügeligem Gelände 1828 unter Wilhelm Friedrich Freiherr von Koenig von dem Stuttgarter Hofgärtner Johann Wilhelm Bosch angelegt und bietet einen Blick auf die schwäbisch-fränkischen Waldberge einschließlich bis zur Burg Niederalfingen. Den nördlichen Ortsrand von Fachsenfeld prägt die eingefriedete weitläufige Anlage bestehend aus Garten, Wirtschaftsgebäuden, Voliere sowie repräsentativem Herrschaftssitz von weitem. Im Kern geht sie auf einen repräsentativen Bau des 16. Jahrhunderts durch Ritter Hans Sigmund von Wollwärth zurück. 1825 wurde die Voliere nach Plänen des Dresdner Architekten Johann Gottfried Klinskys nahe des Schlosses aufgestellt. Wilhelm von Koenig ließ den bestehenden barocken Bau des Schlosses 1828 in einfacher klassizistischer Formensprache mit hochwertiger Inneneinrichtung umgestalten und für Bedienstetenwohnungen und Stallungen erweiteren, das Belvedere wurde 1839 aufgesetzt. 1837 wurden das Ökonomiegebäude nördlich des Schlosses sowie das östliche Gärtner- und Waschhaus errichtet. 1902–04 gestaltete der Stuttgarter Oberbaurat André Lambert den Schlossbau in Bezug auf Einrichtung einer Bibliothek und Gemäldesammlung um. Letztere besitzt samt dem anschaulich erhaltenen Mobiliar im ursprünglichen Erscheinungsbild exemplarischen Charakter für die Entwicklung von Architektur und Kunsthandwerk im frühen 20. Jahrhundert. Die ebenso vorhandene Waffensammlung hat bedeutenden militärhistorischen Wert. Die Schlossanlage Fachsenfeld ist ein wichtiges Zeugnis der Orts- und lokaler Adelsgeschichte. |
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| Ev. Pfarrhaus | Waiblinger Straße 17 (Karte) |
Putzbau mit Mansarddach, 17./18. Jahrhundert
Das ev. Pfarrhaus südwestlich der dazugehörigen Pfarrkirche grenzt an die Friedhofsmauer. Seine Kubatur und zurückhaltende Architektur folgt dem Bautypus evangelischer Pfarrhäuser der Vormoderne in den württembergischen Dörfern. Mit seinem Mansarddach hebt es sich deutlich als Sonderbau von der übrigen dörflichen Bebauung ab. Das Gebäude dokumentiert frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse einer Pfarrfamilie auf dem Land und hat als Verwaltungsmittelpunkt der evangelischen Gemeinde orts- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert. |
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Weitere Bilder |
Ev. Kirche (§ 28) | Waiblinger Straße 19 (Karte) |
Saalbau mit seitlichem Chorturm 1591, einschließlich Bereich des alten Kirchhofs (§ 2) mit erhaltener Ummauerung und Grabstätten der Familie Freiherrn von Koenig-Fachsenfeld in abgegrenztem Areal, schmiedeeiserne Einfriedung am Tor bez. 1873
Die am nördlichen Dorfrand des Ortes gelegene ev. Kirche prägt die Ortsansicht von Norden, insbesondere durch den oktogonalen seitlichen Chorturm. Sie wurde Ende des 16. Jahrhunderts im Zuge der Reformierung des Ortes im Jahr 1569 durch Hans Sigmund von Wöllwarth errichtet. Der Reichsritter ließ in seinem Territorium mehrere Kirchen und auch Schulen errichten. Der Sakralbau von Fachsenfeld ist nicht nur ein wichtiges Zeugnis der Kirchengeschichte seit der Frühen Neuzeit, sondern auch, bedingt durch den Erbauer, der Herrschaftsgeschichte. Er bildet einen frühen evangelischen Kirchenbau, der auch mit charakteristisch protestantischen Elementen im Innern ausgestattet ist. Das frühneuzeitliche Sandsteinkruzifix im Chor wurde von einem Aalener Bildhauer geschaffen und ist somit ein Dokument der lokalen Bildhauerkunst. Der die Kirche umgebende, eingefriedete Friedhofsbereich behergert in einem von einem schmiedeeisernen Tor geschlossene Grabstätte der Adelsfamilie von Koenig-Fachsenfeld, deren Grabmale in einem Oval angeordnet sind. Aus ihr ging der Ingenieur, Erfinder und Rennfahrer Reinhard von Koenig-Fachsenfeld hervor, der 1982 die Stiftung Schloss Fachsenfeld initiierte. Das Gitter ziert Kronen und diverse dekorative Elemente, es bildet ein Zeugnis des handwerklichen Könnens der regionalen Schmiedewerkstätten. Die ev. Kirche samt Friedhof und Grabmalen ist ein wichtiges Zeugnis für die Kirchen- und Ortsgeschichte von Fachsenfeld. |
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| Wirtshausausleger des Gasthauses Zum Bären | Wasseralfinger Straße 11 (Karte) |
Anfang 19. Jahrhundert
Der hochwertig gestaltete Ausleger mit der Darstellung eines stehenden Bären in einem Blumenkranz legt Zeugnis für die Geschichte des regionalen Kunsthandwerks ab. Als Hinweis auf die Funktion des Gebäudes als Gasthaus Zum Bären ist es zudem ein Dokument der Ortsgeschichte. |
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Hofen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
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Weitere Bilder |
Kath. Dorfkapelle St. Hubertus | Ahelfingerstraße 29 (Karte) |
Putzbau, bezeichnet 1738
Die kleine Hubertuskapelle prägt den Ortskern des Burgweilers Oberalfingen und bildet eine charakteristische kleine Andachtsstätte der Frühen Neuzeit sowie ein anschaulich erhaltenes Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Der Sakralbau ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleine Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der dünn besiedelten Region am nördlichen Rand des Härtsfelds. |
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| Inschriftstein (an Wohnhaus) | Ahelfingerstraße (Karte) |
Bezeichnet 1616
Der Inschriftstein mit der Abbildung eines Müllerzeichens ist wohl ein Verweis auf eine frühneuzeitliche Mühle am Mittelbach. Er bildet ein wichtiges Zeugnis für die Ortsgeschichte von Ahelfingen und verweist auf die Bedeutung der Mühlen entlang der Karstquellen im Östlichen Albvorland. |
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| Bildstock von 1746 | Ahelfingerstraße (Karte) |
Der Bildstock der Frühen Neuzeit ist ein typischer Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, welche die Kulturlandschaft des Östlichen Albvorlands in besonderer Weise prägen. | 97027682 | ||
| Hofanlage mit Wohnhaus | Burgstraße 26 (Karte) |
Stall und Scheune auf der Ruine der Burg Hohenalfingen
Die Hofanlage ist an Stelle einer mittelalterlichen Burg der Herren von Ahelfingen errichtet worden. Die Burg kam 1545 in den Besitz der Propstei Ellwangen und wurde wahrscheinlich im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Die Platzierung der Hofanlage zeugt samt den heute erhaltenen Mauerresten von der reichsritterschaftlichen Geschichte der Gegend am nördlichen Rand des Härtsfelds, in welcher der Standort für Burgen im Mittelalter auf Anhöhungen gewählt wurde und verweist auf die landwirtschaftliche Ausprägung im Östlichen Albvorland. |
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Weitere Bilder |
Dorfkapelle | Dolomitstraße 47 (Karte) |
Neugotisch, bezeichnet 1875
Die Dorfkapelle Attenhofens ist ein Zeugnis der Kirchengeschichte und spiegelt in den neugotischen Formen den romantisierenden Rückgriff auf ein idealisiertes Mittelalterbild wider. Sie ist ein wichtiges Dokument für die Ortsgeschichte. |
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| Rathaus | Dorfstraße 9 (Karte) |
Backsteinbau in Ecklage vor 1900
Das Rathaus von Hofen zeigt eine symmetrisch gestaltete Backsteinfassade. Keilsteine an den Rundbögen der Öffnungen, Etagengesimse und umlaufende Zahnfriese verweisen auf die Bedeutung des Hauses für den Ort. Auch die Lage südöstlich der kath. Pfarrkirche ist ein Hinweis auf die Gewichtung des Gebäudes. Das Rathaus ist ein anschaulich überliefertes Dokument für die Hausbaugeschichte des 19. Jahrhunderts in Hofen. |
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| Fachwerkscheune 18. Jahrhundert | Dorfstraße (Karte) |
Die Scheune ist ein Baudokument der landwirtschaftlich geprägten Wirtschaftsstruktur von Hofen und belegt mit ihrer Fachwerkkonstruktion des 18. Jahrhunderts lokale Zimmermannskunst. | 97027670 | ||
| Fachwerkscheune bezeichnet 1858 | Dorfstraße (Karte) |
Die Scheune des 19. Jahrhunderts ist ein Baudokument der landwirtschaftlich geprägten Gegend des Östlichen Albvorlands und belegt mit ihrer Fachwerkausführung regionale Zimmermannskunst. | 97027671 | ||
Weitere Bilder |
Sachgesamtheit Bauten der Bahnstrecke Goldshöfe – Crailsheim | Goldshöfer Bahnhof 1, 2, 3 (teilweise in den Gemeindegebieten von Rainau, Ellwangen (Jagst), Jagstzell, Stimpfach und Crailsheim) |
Als 1863 die Bahnstrecke von Aalen nach Nördlingen eröffnet wurde, war schon die Weiterführung der Strecke nach Crailsheim geplant und in Goldshöfe wurde ein Trennungsbahnhof gebaut. Die Stations- bzw. Empfangsgebäude für die 1866 eröffnete Obere Jagstbahn von Goldshöfe nach Crailsheim vermitteln beispielhaft die spätklassizistische Architektursprache von Betriebs- und Wohngebäuden der Eisenbahn im 3. Viertel des 19. Jahrhunderts. Der Eisenbahnbau spielte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Württembergs eine beherrschende Rolle, Bahnlinien und ihre Bauten besitzen daher - neben ihrer verkehrs- und architekturgeschichtlichen - auch regionalgeschichtliche Bedeutung. | 103473080 | |
| Traufständige massive Scheune mit Schopfwalm | Heimatsmühle (Karte) |
17. Jahrhundert
Die Querscheune einer frühneuzeitlichen Mühlenanlage ist nach einem Brand im Jahr 1969 erhalten geblieben. Sie prägt das Bild des Kochertales als solitäre Anlage. Ein Mühlenhof ist bereits an dieser Stelle seit dem Mittelalter überliefert. Somit verweist die erhaltene Scheune auf die zahlreichen Mühlen entlang der Kocher und der Brenz, welche die Kraft der Karstquellen nutzten und wesentlicher Bestandteil der Frühindustrialisierung der Kulturlandschaft des Kocher- und Brenztals waren. Die Scheune ist ein anschauliches Zeugnis für Wirtschaftsweisen und Lagerungsverhältnisse in der Frühen Neuzeit. Traufständig gelegen, öffnen sich zwei Tore zur Straßenseite sowie vier zum rückwärtigen Hof. Wandmalereien an der Fassade zeigen Bauern bei der Arbeit, den Hl. Georg sowie inschriftlich und heraldisch die unterschiedlichen Herrschaften über das Gebiet und bilden somit ein religiöses, landwirtschaftliches sowie territorialgeschichtliches Dokument. |
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Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Georg und St. Laurentius | Pfarrgasse 1 (Karte) |
1762/1775 erbaute Saalkirche mit entsprechender Ausstattung (§ 28), sowie Ottilienkapelle (bez. 1461), Kirchhofmauer mit Ölbergkapelle Christus an der Geißelsäule, 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts und Nischenfigur in der Kirchhofmauer (§ 28), Friedhofsmauer und Eingangsportal mit schmiedeeisernem Gitter (§ 2)
Die ortsbildprägende Anlage aus kath. Pfarrkirche der Zeit des Barock mit zugehörigem Pfarrhaus und einer spätmittelalterlichen Kapelle bildet das religiöse Zentrum des Orts. Umgrenzt wird es von einer Mauer, in welcher zwei Nischen eingelassen sind. Sie zeigen eine Skulptur des Christus an der Geißelsäule sowie Figuren von schlafenden Wächtern und dem betenden Christus auf dem Ölberg. Beides sind Szenen, die auf den Kreuzestod Jesu verweisen und den Betrachter zu Sühne und Andacht aufrufen. Die Erschließung erfolgt durch ein Portal an der Pfarrgasse, dessen schmiedeeisernes Gitter regionale Schmiedekunst belegt. Sind die Fassaden der Pfarrkirche einfach gehalten, so zeigt ihr Inneres pompöse barocke Ausstattung. Der Platz im Ortskern ist bereits mit der Ottilienkapelle seit dem Mittelalter sakral behaftet. Diese ist gemeinsam mit der Pfarrkirche ein wichtiges Zeugnis von Hofener Kirchengeschichte. Die Kirche ist ein charakteristisches Beispiel einer barocken Pfarrkirche im ländlichen Östlichen Albvorland, die in der ungewöhnlich aufwendigen Ausstattung den gesteigerten gestalterischen Anspruch repräsentiert. Die weiteren sakralen Andachtsstätten, insbesondere die künstlerisch qualitätvolle Figur von Christus an der Geißelsäule, machen die Anlage zu einem vielschichtigen Zeugnis von einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit, die für die katholisch geprägte Gegend um Aalen kennzeichnend ist. |
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| Kath. Pfarrhaus | Pfarrgasse 3 (Karte) |
Traufständiger Putzbau, Fensterkörbe. Ofenplatte bezeichnet 1780
Das kath. Pfarrhaus bildet zusammen mit der südlich anschließenden Pfarrkirche das religiöse Zentrum von Hofen. Seine stattliche Größe, das Walmdach sowie die Pilaster mit auskragenden Kapitellen am Giebel der Straßenfassade verweisen auf die Bedeutung des kath. Pfarrers im Ort. Der Ofenstein oberhalb der Eingangstür ist ein Baurelikt des typischen Ausstattungsstücks in der Stube eines Haushalts. Ofensteine dienten im 18. und 19. Jahrhundert als Füße der gusseisernen Stubenöfen. Nach Ersetzung der gusseisernen durch kleinere Kohlestubenöfen wurden die Ofensteine oft als eine Art Hauszeichen in Hausfassaden eingelassen. Das Pfarrhaus ist nicht nur ein wichtiges Zeugnis für die Kirchen-, sondern auch für die Orts- und Hausbaugeschichte. |
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| Gedenkstein mit rundem Kopf | Taläcker (Karte) |
Inschrift in Majuskeln, darüber geringe Spuren des Familienwappens in Relief, zur Erinnerung an die Entdeckung der örtlichen Eisenerzvorkommen durch den Attenhofer Ortsherren Freiherr Hans Sigmund von Woellwarth-Laubach (1546–1622) im Jahr 1608 (i)
Inschrift: DURCH GOT / TES GNAD HAT / HANS SIGMUND / VON WÖLWART / ANNO 1608 DIS / EISENERZ GEFUN / DEN GOT GEB GNAD / H.J.S. AMEN Der Gedenkstein am Braunenberg markiert den Ort, wo im Auftrag von Freiherr Hans Sigmund von Woellwarth (1546 bis 1622) 1608 Eisenerz gefunden wurde. Als Ortsherr von Attenhofen suchte er die seit der Eisenzeit bekannten Eisenerzvorkommen der Gegend wirtschaftlich zu nutzen. Sein Fund begründete den wenig später einsetzenden Erzbergbau am Braunenberg, den sich jedoch die Fürstpropstei Ellwangen als Ortsherr von Wasseralfingen sicherte und schon kurz darauf einen Hochofen in Abtsgmünd errichtete und auch die württembergischen Verhüttungsbetriebe in Ober- und Unterkochen übernahm. Ein Meilenstein in der weiteren Wirtschaftsentwicklung war dann die Eröffnung des ersten Hochofens in Wasseralfingen 1671. Ab 1803 wurden die inzwischen königlich württembergischen Hüttenwerke zum Motor einer rasanten Wirtschaftsentwicklung im deutschen Südwesten, mit der zahlreiche technische Innovationen einhergingen. Der Gedenkstein bezeugt das unternehmerische Engagement des am württembergischen Hof ausgebildeten Woellwarth und ist ein Dokument der frühen Wirtschaftsgeschichte Süddeutschlands. Woellwarths Epitaph befindet sich in der evang. Kirche Fachsenfeld (ADAB-Id. 97022511) |
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Unterkochen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Bildstock | Birkhof 10 (Karte) |
Schilfsandstein, bez. 1855
Der klassizistische Bildstock an der Straße von Unterkochen nach Himmlingen, am Fuß des Gräbleshaus, stellt ein aussagekräftiges Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit im 19. Jahrhundert dar. Er ist ein charakteristisches Dokument der katholisch geprägten Kulturlandschaft rund um Aalen, die sich durch zahlreiche derartige Andachtsstätten auszeichnet. |
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| Dorfmühle | Dorfmühle 30 (Karte) |
Traufständiger verputzter Fachwerkbau, Zunftzeichen bez. 1779
Die frühneuzeitliche Mühle an der Weißen Kocher dokumentiert die für das Kocher- und Brenztal charakteristische Frühindustralisierung. Auch im südlich gelegenen Oberkochen sind drei Mühlen während der Frühen Neuzeit belegt, wovon eine davon bis ins Mittelalter datiert. Die Mühle in Unterkochen belegt die Nutzung der Wasserkraft der Karstquellen und ist für die Ortsgeschichte bedeutend. Zudem stellt sie ein anschaulich überliefertes Zeugnis der Technikgeschichte dar. |
97027684 | ||
Weitere Bilder |
Bildstock | Elisabethenstraße 41 (Karte) |
Sandstein, bezeichnet 1718
Der Bildstock des 18. Jahrhunderts steht an den Äckern des Oberen Geheuertals und ist ein anschauliches Zeugnis für die katholische Glaubensidentität von Unterkochen, dessen Ortsbild und Umgebung durch zahlreiche derartige Andachtsstätten geprägt sind. Er ist zudem ein Zeugnis der Orts- und Kulturgeschichte von Unterkochen. |
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Weitere Bilder |
Rochuskapelle | Elisabethenstraße (Karte) |
1739
Die Wegkapelle wurde zwischen zwei bereits stehenden Bildstöcken am Oberen Geheuertal im 18. Jahrhundert errichtet und verweist mit dem Patrozinium des Pestheiligen Rochus auf Fürbitten zur Verschonung von dieser Seuche. Die Rochuskapelle ist eine charakteristische kleine frühneuzeitliche Andachtsstätte und ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft des Kochertals. |
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| Gasthof Adler | Heidenheimer Straße 2 (Karte) |
Verputzter Fachwerkbau mit Stallungen in Ecklage, 15. - 19. Jahrhundert, Türsturz bezeichnet 1746, Wirtshausausleger
Der stattliche Gasthof Zum Adler bildet mit einem langgezogenen Stallgebäude eine Winkelanlage. Der im Kern spätmittelalterliche Bau weist mehrere Umbauten auf, die bis ins 19. Jahrhundert datieren. Die vielschichtigen Veränderungen unterstreichen neben der Größe der Kubatur die Bedeutung, welche der Wirtschaft in Unterkochen zukam. Die Wirtsleute zogen zur Fleischnutzung Tiere im benachbarten Stall auf, der ebenfalls eine bedeutende Größe aufweist. Der Gasthof Zum Adler, gekennzeichnet durch einen doppelköpfigen Adler im Wirtshausausleger, veranschaulicht eindrucksvoll die hohe Bedeutung, die Landgasthäusern früher in den Dörfern als Treffpunkt und Festort zukam. Er ist ein wichtiges Dokument für die Ortsgeschichte von Unterkochen. |
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| Postamt | Heidenheimer Straße 8 (Karte) |
Putzbau im Stil einer Villa, 1. Viertel des 20. Jahrhunderts
Das repräsentative Postamt gegenüber des Unterkochener Bahnhofsgebäudes ist Ausdruck des Aufschwungs des Ortes nach dem Anschluss an die Bahnlinie und der Industralisierung. Das villen- bzw. fast schlossartige Gebäude verweist auf das Prestige der Post im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts und dokumentiert die lokale Hausbaugeschichte. Zudem belegt es die Bedeutung des Postwesens in moderner Zeit und ist mit wesentlicher Funktion für das Alltagsleben der Bevölkerung ein anschauliches Zeugnis der Ortsgeschichte. |
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| Wohnhaus | Heidenheimer Straße 9 (Karte) |
Giebelständiges verputzter Fachwerkbau auf hohem Kellergeschoß (Kellereingang), 16./17. Jahrhundert
Das Wohnhaus an einer der Durchgangsstraßen von Unterkochen besticht durch sein hohes Alter und belegt Wohnverhältnisse der Frühen Neuzeit im Kochertal. Der markant ausgeprägte Keller verweist auf damalige Lagerungsverhältnisse. |
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| Bahnhof | Heidenheimer Straße 12 (Karte) |
Werksteinbau im Kameralamtsstil, 1864
Das Unterkochener Bahnhofsgebäude wurde im sog. Kameralamtsstil errichtet, der insbesondere den Prinzipien Funktionalität und Sparsamkeit folgte. Es dokumentiert den Aufschwung von Unterkochen und dessen Umgebung mit dem Anschluss an die Bahn ab 1861. Über die ortsgeschichtliche Bedeutung bezüglich der Industrialisierung hinaus dokumentiert es württembergische Bahnhofsarchitektur der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
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| Wohnstallhaus | Knöcklingstraße 2 (Karte) |
Traufständiges verputztes Sichtfachwerkhaus, bezeichnet 1585
Das bäuerliche Anwesen entspricht als quergeteiltes Einhaus einem über Jahrhunderte weit verbreiteten Typus. Wohnen und Wirtschaften sind in charakteristischer Weise unter einem Dach vereinigt. Das Gebäude veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land und hat haus- und ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Nepomukkapelle | Vorderer Kirchberg (Karte) |
Gefaßte Sandsteinfigur, 18. Jahrhundert
Generell an Brücken als Brückenheiliger aufgrund seines Märtyrertodes in der Moldau aufgestellt, wurde der hl. Nepomuk in Unterkochen in einer kleinen Kapelle auf dem Weg zur kath. Pfarrkirche aufgestellt. Die Bekleidung mit Talar und Birrett verweist auf Nepomuks Angehörigkeit zum Domkapitel als Generalvikar des Erzbischofs von Prag, das Kruzifix in seinen Händen zählt zu einem seiner Attribute. Die Nepomukstatue ist ein Zeugnis von der regionalen Bildhauerkunst zur Zeit des Barock. Die Nepomukkapelle ist ein anschauliches Dokument einer gelebten, baulich und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft um Aalen. |
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| Bildstock | Kutschenweg (Karte) |
Sandstein, bezeichnet 1729
Der besonders aufwendig gestaltete Bildstock des 18. Jahrhunderts steht an einem Feldweg von Unterkochen nach Glashütte. Er ist ein typischer Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, welche die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten in besonderer Weise prägen und zeugt von Frömmigkeit. Zudem verweist die bidlhauerische Ausfertigung mit Voluten und Ornamenten auf die Qualität der regionalen Steinmetzkunst in der Frühen Neuzeit. |
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Weitere Bilder |
Herrgottsruhkapelle | Otto-Rieger-Platz (Karte) |
Putzbau, Mitte 19. Jahrhundert
Östlich des Ortskerns von Unterkochen steht die kleine Kapelle des 19. Jahrhunderts. Im Innern befindet sich eine Skulptur des Christus in der Rast, welche in Zusammenhang mit dem Namen der Kapelle, Herrgottsruhkapelle, steht. Charakteristischerweise sitzt Christus und hat den Ellenbogen auf einem Oberschenkel, wobei er seinen Kopf auf den Arm stützt. Der klagende Christus ist eine Darstellungsform des sog. Ecce homo. Der Schmerzensmann ruft den Betrachter zu Andacht und Sühne auf. Die Herrgottsruhkapelle ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Kapelle ist dabei nicht nur ein lokales orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis für Unterkochen, sondern auch ein wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft um Aalen. |
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| Wirtshausausleger des Gasthauses Zum Hirsch | Rathausplatz 5 (Karte) |
Bezeichnet 1834
Auf den Gasthof Hirsch als wichtigen Treffpunkt der Dorfgemeinschaft weisend, dokumentiert das Wirtshausschild ein Stück Ortsgeschichte. Zudem ist es ein besonders qualitätvolles Zeugnis des Schmiedehandwerks des 19. Jahrhunderts. |
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| Kameralamt | Rathausplatz 11 (Karte) |
Heute Gasthaus Stern, Putzbau mit Mansardwalmdach, Wirtshausausleger, Wasserspeier, um 1800
Das Amtshaus beherbergte bis ins Jahr 1877 das württembergische Kameralamt. Es besitzt neben seiner Bedeutung für die Ortsgeschichte wichtige Aussagekraft für das königlich-württembergische Finanzverwaltungswesen in der Region. Die lokale Bedeutung wird von der später erfolgten Nutzung als Gasthaus Zum Stern unterstrichen, auf die ein Wirtshausausleger verweist. Wurde das Gebäude nicht nur lange als Kameralamt genutzt, so folgt der Baustil auch dem sog. Kameralamtsstil. Die einfache Formensprache ist für ihn kennzeichnend, der Vorgaben der Finanzbehörden wie insbesondere Kostenersparnis und Funktionalität folgte. |
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| Aussegnungshalle | Rochusweg 2 (Karte) |
Neugotischer Putzbau mit Werksteingliederung, um 1900
Die Aussegnungshalle auf dem Friedhof von Unterkochen zeigt charakteristischerweise eine Anlehnung an ein Kirchengebäude. Der Gebäudetypus löste innerhalb der Entwicklung des Sepulkralwesens in der Regel Friedhofskapellen ab. Die neugotische Aussegnungshalle von Unterkochen ist im Eingangsbereich besonders aufwendig mit spitzbogigen Arkaden gestaltet. Sie ist ein Teil des religiösen Zentrums in der Ortsmitte des Dorfes, welches aus der kath. Pfarrkirche und zugehörigem Pfarrhaus, Friedhof und mehreren Kapellen besteht und ein wichtiges Dokument für die Kirchengeschichte Unterkochens. |
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| Kath. Pfarramt | Vorderer Kirchberg 30 (Karte) |
Traufständiges verputztes Satteldachhaus in Hanglage, 17./18. Jahrhundert (Hausmadonna, Sandstein gefaßt, Fensterkörbe, Türgewände)
Die ortsbildprägende Anlage aus Pfarrhaus und Pfarrkirche sowie Barbarakapelle bildet nicht nur das räumliche Zentrum von Unterkochen, sondern auch das religiöse. Auf einer Anhöhe liegend ist sie weit vom Kochertal aus sichtbar. Die stattliche Größe des Pfarrhauses deutet auf die Bedeutung der dazugehörigen Marienkirche als Wallfahrtsstätte hin und verweist auf die hohe soziale Stellung des Pfarrers. Die barocke Hausfigur folgt dem Patrozinium der Kirche: eine Maria mit Jesuskind. Das frühneuzeitliche Pfarrhaus ist ein wichtiges Dokument für die Orts- und Kirchengeschichte von Unterkochen. |
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| Annakapelle | Kirchenberg (Karte) |
18. Jahrhundert, Figurengruppe 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Anna gilt als Patronin der Bergleute, die ihr gewidmete Andachtsstätte ist ein Beleg für die Eisenverhüttung im Brenz- und Kochertal, die bereits seit dem 6. Jahrhundert vor Christus archäologisch nachweisbar ist und vor allem im 16. Jahrhundert einen Aufschwung erhielt. Auch in Unter- und Oberkochen sowie Mergelstetten wurde in der Frühen Neuzeit Erz gewonnen. Die Darstellung der Hl. Anna folgt der gängigen Darstellungsweise in Rot und Grün, das Buch gilt als Hinweis auf ihre Erziehung Mariens. Die Annenkapelle ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität sowie ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Kirchengeschichte von Unterkochen. Zudem belegt sie die katholische Frömmigkeit in der Region um Aalen. |
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| Schulhaus | Vorderer Kirchberg 31 (Karte) |
Eingeschossiger, traufständiger Putzbau mit aufgedoppelter Türe, 18. Jahrhundert
Das Schulhaus steht in Hanglage neben der kath. Pfarrkirche und Barbarakapelle auf der Anhöhe Unterkochens und war wohl der Inspektion des Ortsgeistlichen unterstellt. Der Bau der Frühen Neuzeit ist ein wichtiges Dokument für die Orts-, Sozial-, und Bildungsgeschichte von Unterkochen. |
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Weitere Bilder |
Katholische Wallfahrtskirche und Pfarrkirche St. Maria | Vorderer Kirchberg 32 (Karte) |
Hochgotischer Altarraum, Turm z.T. romanisch, Kirchenschiff durch Joh. Mich. Keller 1764/68 erbaut, Ausstattung 2. Hälfte 18. Jahrhundert. Außen am Chor: Ölbergkapelle mit farbig gefaßten Holzfiguren, darunter Grabnische mit gemaltem Leichnam Christi, 18. Jahrhundert
Die stark talraumprägende Marienwallfahrtskirche bildet zusammen mit dem Friedhof, dem dazugehörigen kath. Pfarrhaus, der Aussegnungshalle sowie der Barbarakapelle das geistliche Zentrum auf einer Anhöhe von Unterkochen, die gleichzeitig den Ortskern bildet. Der Bau wurde im Mittelalter vielfach verändert. Trotz der in der Nähe gelegenen beliebten Marienwallfahrtsstätte auf dem Schönenberg bei Ellwangen besuchen die Marienkirche im 17. Jahrhundert zahlreiche Pilger. Für die barocke Umgestaltung im 18. Jahrhundert zeichnet der Gmünder Baumeister Johann Michael Keller der Jüngere (1721–94) verantwortlich, der im Ostalbkreis Pläne für zahlreiche Profan- und Sakralbauten entwarf. Im Inneren besticht die Ausgestaltung in Rokokoformen, insbesondere das 1767/68 gefertigte Wandgemälde von Johann Anwander (1715–70). Die Außenfassade am Chor schließt in einer Nische zwischen zwei Strebepfeilern eine Ölberggruppe über einem Leichnam Christi aus dem 18. Jahrhundert ab. Die Pfarrkirche St. Maria ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Kirchengeschichte von Unterkochen. |
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| Kapelle mit gefaßter Holzfigur - Christus an der Geißelsäule | Vorderer Kirchberg (Karte) |
18. Jahrhundert
Die kleine Kapelle Unterkochens beherbergt eine Skulptur mit der Darstellung von Christus an der Geißelsäule. Sie verweist auf das Leiden Jesu und fordert den Betrachter zu Andacht und Sühne auf. Wie es häufig bei Friedhofskapellen vorkommt, ist sie Teil der Friedhofsmauer. Als Glied des religiösen Zentrums von Unterkochen um die im Ortskern stehende kath. Pfarrkirche mit Friedhof ist die frühneuzeitliche Andachtsstätte ein Dokument der Kirchengeschichte des Ortes und ein anschauliches Beispiel einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. |
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| Barbarakapelle | Vorderer Kirchberg 33 (Karte) |
Hochgotischer Bau, 1429, 1853 zur Schule umgebaut
Die spätgotische Barbarakapelle des 15. Jahrhunderts weist am Chor an den Strebepfeilern hochwertig gestaltete Maßwerkfenster auf, im Inneren insbesondere Wandmalereien desselben Jahrhunderts. Die anschaulich erhaltene ehem. Wallfahrtskapelle ist nicht nur ein Zeugnis für Kirchengeschichte, sondern auch durch die Umnutzung als Schule im 19. Jahrhundert ein Dokument für Bildungs- und Sozialgeschichte. Ihre Lage auf dem Hang neben der Pfarrkirche und dem dazugehörigen Pfarrhaus sowie einer Schule aus dem 18. Jahrhundert prägt die Ansicht vom Kochertal von weitem. |
97022529 | ||
| Ummauerter Friedhof | Elisabethenstraße; Vorderer Kirchberg 32 (Karte) |
Den Friedhof an der katholischen Pfarrkirche umgibt eine Mauer, die aufgrund der Lage auf einer Anhöhe die Ansicht des Tals prägt. Der Friedhof ist ein Zeugnis der christlichen Sepulkralkultur sowie von Totengedenken und bildet ein Dokument der Orts- und Kirchengeschichte. | 97022530 | ||
| Kruzifixus (am Wohnhaus) | Waldhäuser Straße 18 (Karte) |
Holz gefaßt, 18./19. Jahrhundert
Das hölzerne Kruzifix ist Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität der Hausbesitzer im 18./19. Jahrhundert. Oft wurden christliche Symbole zum Schutz des Anwesens an Hausfassaden angebracht. Religiöse Kleindenkmale wie diese prägen die katholische Region bei Aalen und sind ein Zeugnis von Kulturgeschichte und Frömmigkeit. |
97027708 | ||
| Talbrücke Unterkochen-Viadukt | Zum Viadukt (Karte) |
in Km 5,7, an der Eisenbahnstrecke Aalen Hbf - Dillingen (Donau) (Härtsfeldbahn), zwischen den Stationen Unterkochen Härtsfeldbahnhof und Waldhausen - Glashütte, für Schmalspurbahn (Spurweite 1000 mm), eingleisige Bogenbrücke über vier gleiche Öffnungen mit einer lichten Weite von jeweils 15 Metern, Gesamtlänge 85 m, Höhe etwa 27 m, im Auftrag der Württembergischen Lokaleisenbahnen AG erbaut 1900 bis 1901, Beginn der Bauarbeiten 18. Juli 1900, Inbetriebnahme 1901, Stilllegung 1972, Sanierung 2003/2004
Das Viadukt wurde 1900/1901 für die 1901 eröffnete Härtsfeldbahn über ein tief eingeschnittenes Tal am Ostalbtrauf errichtet. Die seit 1972 stillgelegte Schmalspurbahn führte aufwendig mit Viadukt und Tunnel gestaltet entlang des Albtraufs. Das sehr hohe Viadukt ist Zeugnis der Eisenbahn-, Verkehrs- und Technikgeschichte und spiegelt das rasche Wirtschaftswachstum des 19. Jahrhunderts wider. Sehr seltenes Beispiel für ein großes Viadukt an einer Schnalspurbahn (Spurweite 1000 mm). |
97031246 |
Waldhausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
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Weitere Bilder |
Kath. Kirche St. Nikolaus | Deutschordenstraße 10 (Karte) |
Saalkirche, 18./19. Jahrhundert
Der sehr hohe Kirchturm der Nikolauskirche prägt bereits von Weitem das Ortsbild von Waldhausen. Die Saalkirche bildet das religiöse Zentrum des Dorfes und ist ein anschaulich erhaltenes Dokument der Orts- und Kirchengeschichte. |
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Kath. Dorfkapelle St. Ottilie | Hohenloher Straße 18 (Karte) |
Putzbau mit eingezogenem runden Schluß, 18. Jahrhundert
Die in der Mitte des Weilers stehende kleine Kapelle ist eine charakteristische kleine religiöse Stätte für ländliche Regionen und anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit. Die Ottilienkapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region auf dem Härtsfeld. |
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| Bildstock | Vordere Reute (Karte) |
Gusseisen auf Steinsockel, 1922 (i), nach Beschädigung Sockel neu gefasst und Inschrift erneuert: Zur Ehe Gottes Zur Erinnerung an die im Weltkrieg 14-18 gef. Brüder Josef, Franz Xaver, Beuren, Kreuz beschädigt (teilweise weggebrochen).
Der Bildstock am Weg von Waldhausen nach Beuren soll an einen im Ersten Weltkrieg gestorbenen Bürger aus Beuren erinnern. Auf dem steinernen Postament steht eine gusseiserne weibliche Heilige mit offenem Haar zwischen zwei symmetrischen floralen Ornamenten, die ebenfalls in Gusseisen gestaltet sind. Sie zeigen Mohnkapseln, ein Sinnbild des Schlafs und Todes, hier in Bezug auf den gefallenen Soldaten. Die gusseisernen Elemente dokumentieren die Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung. |
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| Pumpbrunnen | Ettenbergstraße (Karte) |
Gußeisen, um 1900
An der Kreuzung der zwei Durchgangsstraßen der Ortschaft Brastelburg steht der gusseiserne Brunnenstock der Zeit um 1900, als es durch die Entwicklung der Eisengussherstellung möglich wurde, in größeren Serien und damit relativ preiswert Brunnen mit Architekturschmuckgliedern wie hier mit Kanneluren oder mit ornamentalen Elementen wie an diesem mit floralen zu produzieren. Der Brunnenstock ist zudem ein Dokument historischer Wasserversorgung auf der wasserarmen Hochfläche des nordwestlichen Härtsfelds. |
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| Wegkapelle | Niederreis 1 (Karte) |
Putzbau, um 1900
Die kleine kath. Kapelle am Weg von Beuren nach Waldhausen ist eine charakteristische kleine Andachtsstätte der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert. Sie ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Wegkapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region auf dem Härtsfeld. |
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| Pumpbrunnen mit Ettertafel | Ortsstraße 39 (Karte) |
Gußeisen, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Der Brunnenstock ist Zeugnis der historischen Wasserversorgung auf der wasserarmen Albhochfläche Härtsfeld und in seiner gusseisernen Fertigung mit Verzierungen wie Kanneluren und floralen Verzierungen Dokument der relativ preiswerten Serienproduktion in der Eisengussherstellung. Die bekrönende Ettertafel ist ein Zeugnis der einst im Königreich Württemberg in jeder Gemeinde nach preußischem Vorbild angebrachten Ortstafeln mit Angaben der Ortsnamen sowie der Bataillon- und Kompagniezugehörigkeit. Die Simmisweiler Tafel gehört zu den wenigen noch erhaltenen Beispielen, da die meisten württembergischen Ortstafeln spätestens nach der großen Kreisreform von 1938 abgebaut wurden. Sie hat nicht nur orts-, sondern auch militärgeschichtliche Bedeutung. Zudem deutet sie auf die lokale Industriegeschichte, da Ettertafeln in den Königlichen Hüttenwerken Wasseralfingens hergestellt wurden. |
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| Hausheiliger (Hl. Antonius) in barockisierender Figurennische am Bauernhaus | Simmisweiler Straße 13 (Karte) |
Bez. 1914
Der Hl. Antonius ist ein anschaulich überliefertes Beispiel eines zum Schutz des Anwesens aufgestellten Hausheiligen und damit ein für katholische Gebiete charakteristisches Zeugnis der Frömmigkeit. Gut sichtbar steht er zentral über der Erschließung des Wohnhauses in einer barocken Nische. |
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| Kath. Dorfkapelle St. Wendelin | Wendelinusstraße 22 (Karte) |
Neuromanischer Putzbau, 1879
Die kleine kath. Kapelle prägt das Bild der Mitte des Weilers Arlesberg. Das Patrozinium des Hl. Wendolin, dem Nothelfer der Hirten und Tierherden, zeugt von dem ländlichen Charakter der Gegend, die zum Teil von Wacholderheiden gekennzeichnet ist. Die Kapelle ist eine charakteristische kleine Andachtsstätte des 19. Jahrhunderts auf dem Land. Die neuromanische Formensprache mit Rundbogenfenstern und Rundlisenen spiegelt ein idealisiertes Mittelalterbild wider. Der sakrale Bau ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Kapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in dem durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Härtsfeld. |
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| Pumpbrunnen | Wendelinusstraße 22 (Karte) |
Gußeisen, um 1900
Der Brunnen ist ein charakteristisches Beispiel eines ornamentierten Gusserzeugnisses von anschaulicher Qualität. Er belegt das Niveau des seriellen Eisengusses an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert und ist gleichzeitig Dokument der historischen Wasserversorgung auf der wasserarmen Albhochfläche. |
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Wasseralfingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wegkreuz | Abtsgmünder Straße 6 (Karte) |
Steinsockel mit Kreuzaufsatz in Gusseisen, um 1900
Das Wegkreuz ist Ausdruck katholischer Frömmigkeit. Religiöse Kleindenkmale wie dieses prägen die Kulturlandschaft im Östlichen Albvorland in besonderer Weise. Der hochwertig gestaltete Korpus Christi belegt die lokale Handwerkskunst in der Region, in welcher die Gewinnung von Bohn- und Stufenerz bereits seit dem 6. Jahrhundert vor Christus nachweisbar ist. Das Zisterzeinserkloster Königsbronn gründete im 14. Jahrhundert die Schwäbischen Hüttenwerke in Königsbronn. In Wasseralfingen ließ die Fürstpropstei Ellwangen in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts einen Schmelzofen errichten. Im 19. Jahrhundert wird der Standort Wasseralfingen die Hauptgießerei des neu gegründeten Königreichs Württemberg. Der Korpus ist wohl auch in der damaligen königlich-württembergischen Hauptgießerei in Wasseralfingen gefertigt worden und ein wichtiges Zeugnis der Industralisierung der Region. |
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Kath. Dorfkapelle St. Isidor | An der Wette 1 (Karte) |
Putzbau mit eingezogenem polygonalem Schluß, bezeichnet 1764
Die kleine Kapelle mit Dachreiter in der Dorfmitte von Röthardt hat das Patrozinium des Heiligen der Bauern - Isidor war ein Landwirt aus Madrid, der 1070 geboren und 1622 heiliggesprochen wurde. Von da an finden sich Darstellungen des Heiligen in Süddeutschland. Die frühneuzeitliche Dorfkapelle St. Isidor belegt die ländliche Prägung des Ortes und ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Kapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft des Östlichen Albvorlands. |
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| Wirtshausausleger des Gasthauses Zum Adler | Bodenbachstraße 8 (Karte) |
18. Jahrhundert
Auf den Gasthof Zum Adler als wichtigen Treffpunkt der Dorfgemeinschaft weisend, dokumentiert das Wirtshausschild ein Stück Ortsgeschichte. Zudem ist es ein Zeugnis der Schmiedekunst des 18. Jahrhunderts. |
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Kath. Dorfkapelle Mariae Tempelgang | Bodenbachstraße 11 (Karte) |
Bezeichnet 1778
Die kleine Kapelle prägt das Straßenbild einer der beiden Hauptdurchgangsstraßen Treppachs. Eine barocke Zwiebelhaube krönt den Dachreiter an der Straßenseite. Das dortige geohrte Eingangsportal folgt ebenso barocken Formensprachen. Darüber verweist eine Skulptur der Hl. Maria auf das Patrozinium. Die kath. Dorfkapelle Mariae Tempelgang ist eine charakteristische kleine Andachtsstätte des 18. Jahrhunderts, welche mit ihrer Ausstattung, u.a. einem Altarbild mit der Darstellung Marias Tempelgang, das regionale Kunstschaffen der Epoche dokumentiert. Sie ist anschauliches Dokument einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Kapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft des Östlichen Albvorlands. |
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| Betsaal mit Glockenturm für die Grubenarbeiter | Erzhäusle 9, 10 (Karte) |
Heute Gasthaus Erzhäusle, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Der Betsaal für die Grubenarbeiter verweist auf die lange Tradition des Erzabbaus im Kocher- und Brenztal. Im 14. Jahrhundert eröffnete das Königsbronner Zisterzienserkloster die Schwäbischen Hüttenwerke in Königsbronn. In Wasseralfingen ließ die Fürstpropstei Ellwangen in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts einen Schmelzofen errichten. Im 19. Jahrhundert wird der Standort Wasseralfingen die Hauptgießerei des neu gegründeten Königreichs Württemberg. Die zahlreichen Grubenarbeiter erhofften sich durch Gebete in diesem Gebäude Schutz vor Arbeitsunfällen. Der stattliche Grundriss spiegelt den Bedarf einer sehr großen Anzahl von Arbeitern wider. Der Dachreiter beherbergte eine Glocke, die zum Gebet oder wohl auch bei Alarm läutete. Der Betsaal ist ein wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte und der Bedeutung der königlich-württembergischen Hauptgießerei für die Eisenindustrie. |
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| Wohnhaus des Grubenverwalters | Erzhäusle 15 (Karte) |
Heute Judoka-Heim, Anfang 20. Jahrhundert
Das villenartige Wohnhaus zeugt samt den vielschichtigen Dachformen, Dachfenstern und -erkern sowie dem betonten vorkragenden Eingangsbereich unter weit vorstehendem Krüppelwalmdach mit rundbogiger Holztür, deren Verglasung im oberen Bereich mit schmiedeeisernen, zum Teil ornamentalen Gittern versehen ist, von der sozial gehobeneren Position des Bewohners. Das Gebäude wurde für den Grubenverwalter des Bergbaus am Braunenberg errichtet und belegt die Bedeutung der Eisenverhüttung in Wasseralfingen. Im 19. Jahrhundert wurde der Standort Wasseralfingen die Hauptgießerei des neu gegründeten Königreichs Württemberg. Der Bau ist ein wichtiges Zeugnis für Orts- und Industriegeschichte. |
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| Friedhof | Ellwanger Straße (Karte) |
Am Eichelberg im Nordosten des Altortes von Wasseralfingen gelegen, im Südosten eingefasst von Mauerzügen aus Bruchstein, Ziegel und Dopfer-Steinen, zum Teil Pilastergliederung, Eingang mit Eisengittertor, im Kern von 1820, ab 1892 mehrfach erweitert;
auf dem Friedhof zahlreiche Grabmale, davon besonders hervorzuheben: Mausoleum der Fabrikantenfamilie Dopfer, Ädikulabau mit umlaufender Säulenreihe, Satteldach und Querhaus sowie Akroteren, aus Sandstein, nach 1887; an der Friedhofsmauer eiserne Grabplatten, zum Teil mit Steinspiegel, letztes Viertel 19. Jh. bis 1. Hälfte 20. Jh.; Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs, Steinsarg mit eingesetzten Metallplatten auf gepflastertem Plateau, mit Freitreppe, wohl 1950; Gräberfeld für die sowjetischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, außerhalb der Friedhofsmauer im Südwesten gelegenes Feld mit Steintreppe und Einfassung, darauf Holzkreuze und Steintafel, nach 1945; Gräberfeld für die polnischen Zwangsarbeiter, im Nordosten außerhalb der alten Friedhofsmauer gelegener Hain mit Holzkreuzreihe, steinernem Kreuz und Steintafel mit Christusrelief, bez. 1945 Der Friedhof liegt nördlich des Ortskerns. Aus Hygiene- und Platzgründen wurden Friedhöfe oft außerhalb der Dorfmitte angelegt, wie derjenige von Wasseralfingen Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Friedhofsmauer ziert im Eingangsbereich ein Eisengitter. Zahlreiche Grabmale polnischer und sowjetischer Zwangsarbeiter bzw. Kriegsgefangener zeugen von der Zeit des Nationalsozialismus, Gefallenendenkmale von den toten Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkriegs sowie ein qualitätvoll gestaltetes klassizistisches Mausoleum der für den Ort bedeutenden Industriellenfamilie Dopfer, nach der die in Wasseralfingen mit Schlacke aus den Hüttenwerken produzierten Dopfersteine benannt sind. Franz Dopfer entwickelte die preiswerte und langlebige Steinart in den 1870er-Jahren, welche auch teilweise in der Friedhofsmauer verwendet wurden und regional ein beliebtes Baumaterial darstellt. Der Friedhof stellt mit diesen und weiteren Grabstätten ein Dokument der religiösen Erinnerungskultur mit wichtigen Zeugnissen für die Ortsgeschichte dar. |
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| Kalvarienbergkapelle mit gefaßten Holzfiguren | Kappelbergstraße 31 (Karte) |
Bezeichnet 1908
Das kleine Andachtsgebäude zeigt in seiner offenen Nische eine Kalvarienbergszene. Sie liegt am südlichen Ortsrand, leicht erhöht. Die von weitem sichtbare Platzierung auf einem kleinen Hügel ist kennzeichnend für eine Andachtsstätte, zu der ein Kreuzweg führt, hier entlang der Kappelbergstraße. Johannes der Apostel und Maria trauern um den Leichnam Christi am Kreuz. Die Kalvarienbergkapelle ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und bildet eine Andachtsstätte, an welcher der Kreuzestod Christi und der daran geknüpfte Glaube an eine Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Sie ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region des Östlichen Albvorlands. |
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| Wegkreuz | Lehenstraße 2 (Karte) |
Stein, bezeichnet 1916
Das Wegkreuz am südlichen Ortsrand von Onatsfeld stiftete während des Zweiten Weltkriegs eine Familie Hägele. Oft wurden in Notzeiten derartige sakrale kleine Andachtsstätten in der Hoffnung auf dadurch bedingte Abwendung von Not und Leid oder Tod errichtet. Das hohe steinerne Postament behergt in einer Nische die Muttergottes in den Farben von Lourdes. Das Wegkreuz ist Ausdruck religiöser Frömmigkeit. Sakrale Kleindenkmale wie dieses prägen die Kulturlandschaft in der Gegend der Stiftslandschaft Ellwangen in besonderer Weise. |
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Kath. Stephanuskapelle | Maiergasse 39 (Karte) |
1353 errichteter Saalbau, 1530 erweitert
Die kath. Stephanuskapelle an der Kocher prägt das Ortsbild Wasseralfingens. Der im Kern spätmittelalterliche Bau wurde 1530 erweitert und im 19. Jahrhundert mehrfach verändert. Die Innenausstattung ist bedeutend, insbesondere ein Altar der Ulmer Schule im Umkreis Martin Schaffners, gestiftet von Wolfgang von Ahelfingen und seiner Gattin Margarete von Rechberg. Die Kapelle war bis ins Jahr 1883 die kath. Pfarrkirche Wasseralfingens und gibt mit dem Bau einer neuen größeren Pfarrkirche die rasant angestiegene Einwohnerzahl Wasseralfingens wieder, die durch die Eisenverhüttung im Ort bedingt war. Die Stephanuskapelle ist ein vielschichtiges Zeugnis der Kirchengeschichte Wasseralfingens und ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. |
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Kath. Dorfkapelle zur Hl. Dreifaltigkeit | Onatsbachstraße 1 (Karte) |
Putzbau, 1802
Die kleine kath. Kapelle mit Dachreiter am Ortsrand von Affalterried prägt die Ansicht des Dorfes. Die Andachtsstätte ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Kapelle ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft des Östlichen Albvorlands. |
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| Schillerrealschule | Pestalozzistraße 13 (Karte) |
Dopfersteinbau, 1. Viertel 20. Jahrhundert
Die nördlich der Stephanskirche errichtete Realschule ist mit Dopfersteinen, einem in Wasseralfingen hergestellten Baumaterial, errichtet. Franz Dopfer entwickelte die nach ihm genannte Steinart in den 1870er-Jahren, ermöglicht durch Beimischung granulierter Schlacke aus den Hochöfen der Eisenverhüttung. Aufgrund der preiswerten Herstellung und der Robustheit der Steine waren Dopfersteine auch über Wasseralfingen hinaus ein beliebtes Baumaterial. Die Kubatur der Schule lässt auf eine große Anzahl von Schülern schließen. Durch die Eisenindustrialisierung des Ortes erlangte das Dorf im Jahr 1907 bereits 3.500 Einwohner, wohingegen 1803 circa 350 Einwohner belegt sind. Die Schillerrealschule ist nicht nur ein wichtiges Dokument für die Orts-, sondern auch für Sozial- und Bildungsgeschichte. |
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| Wegkreuz auf Bildstock aus Stein | Pfahlstraße 14 (Karte) |
1917 gestiftet von Familie Neukamm (Treppach)
An dem Weg von Treppach nach Dewangen steht das steinerne Kreuz auf einem hohen Postament mit einer Nische, in der sich eine Pietà befindet. Der Korpus sowie florale Elemente am Postament sind aus Gusseisen, sie bezeugen das Niveau des seriellen Eisengusses am Anfang des 20. Jahrhunderts. Während des Ersten Weltkriegs stiftete das Wegkreuz eine Treppacher Familie mit der inschriftlichen Bitte, von Hunger, Pest und Krieg verschont zu bleiben. Das Wegkreuz ist ein Dokument von Frömmigkeit. Religiöse Kleindenkmale wie dieses prägen das Östliche Albvorland in besonderer Weise. |
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| Bildstock | Ritter-Ulrich-Straße (Karte) |
Bez. 1720
Der Bildstock stellt ein aussagekräftiges Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit im 18. Jahrhundert dar. Er ist ein charakteristisches Dokument der katholisch geprägten Kulturlandschaft des Östlichen Albvorlands, die sich durch zahlreiche derartige Andachtsstätten auszeichnet. |
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| Bildstock | Lehenberg (Karte) |
Sandstein,
Inschrift: "DIE GEM... DZ... AUS... /ULD HA/T DIES/AUFSE/ZENL/ASEN/CASPAR/ELSER/1721 Der Bildstock steht inmitten von Feldern auf dem Weg von Onats- nach Sandfeld. Er wurde Anfang des 18. Jahrhunderts mit barocken Voluten gestaltet und ist ein typischer Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, welche die Kulturlandschaft in katholischen Gebieten, hier geprägt durch das Stift Ellwangen, in besonderer Weise prägen. |
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Kath. Dorfkapelle | Schanzenstraße 13 (Karte) |
Unbefleckte Empfängnis, Putzbau, um 1900
Im Ort am Rande einer Wiese stehend, prägt die kath. Kapelle mit hohem Dachreiter das Ortsbild Onatsfelds. Die Andachtsstätte ist ein anschauliches Dokument einer gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Die Kapelle der Unbefleckten Empängnis ist dabei nicht nur ein orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis, sondern auch wichtiges Element in der durch solche kleinen Andachtsstätten gleichsam sakralisierten Kulturlandschaft des Östlichen Albvorlands. |
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| Hüttenverwalterhaus | Schlegelstraße 8 (Karte) |
17. Jahrhundert - Anfang 20. Jahrhundert.
Das Hüttenverwalterhaus prägt die Ansicht vom Bahnhofsplatz sowie der Schlegelstraße, betont durch den achteckigen Dachreiter. Es zeugt von der Bedeutung der Eisenverhüttung, welche bereits im Spätmittelalter durch das Stift Ellwangen gefördert wurde. Das Gebäude hat mit dem Walmdach sowie verschiedenen Dachhäusern und Eckquadern an den Fassaden einen repräsentativen Charakter und verweist auf die gebobene soziale Stellung des Hüttenverwalters. Als wichtiges vielschichtiges Zeugnis der Frühen Neuzeit bis in die Industrialisierung dokumentiert es die Orts- und Industriegeschichte von Wasseralfingen. |
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| Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Mitarbeiter der Schwäbischen Hüttenwerke | Schlegelstraße 11 (Karte) |
Rundes Sandsteinpodest, gemauerte Pfeilerreihe, daran Namenstafeln und Inschrift, in der Mitte bronzene Männerfigur, Bildhauer Fritz Behn, Stifter Paul Reusch, nach 1925
Der Königsbronner Industrielle Paul Reusch stiftete das Gefallenendenkmal der im Ersten Weltkrieg gestorbenen Arbeiter der Schwäbischen Hüttenwerke von Wasseralfingen, die mittige Plastik eines nackten Mannes mit einem gebrochenen Schwert in der Hand, dessen Oberkörper und Haupt sich schmerzvoll windet, gestaltete der bedeutende Bildhauer Fritz Behn und stellt ein anspruchsvolles Beispiel der Bildhauerei der 1920er-Jahre dar. Zudem ist das Gefallenendenkmal in Form einer halbrunden offenen Säulenhalle auf rundem Podest ein Dokument lokaler Erinnerungskultur. Die Gestaltung des Denkmals verdeutlicht seine Bedeutung für die Ortsgeschichte. Das Objekt erinnert an ein großes historisches Ereignis und macht zugleich Ortsgeschichte anschaulich. |
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Empfangsgebäude des Bahnhofs Wasseralfingen | Schlegelstraße 13 (Karte) |
Bei Km 74,2 der Eisenbahnstrecke Stuttgart - Bad Cannstatt - Nördlingen (Remsbahn, STREDA/VZG-Streckennummer 4710), zweigeschossiger Massivbau mit Kniestock und Satteldach, streng symmetrisch aufgebaute Fassaden mit Verblendung aus Sandsteinquadern, Gliederung durch flache Mittelrisalite an den Schmalseiten sowie umlaufende Gesimse, auf der Straßenseite sehr schmales Zwerchhaus, im EG rundbogige Wandöffnungen und im OG Rechteckfenster, im Auftrag der Königlichen Eisenbahnbau-Comission erbaut 1860/61, Eröffnung des Streckenabschnitts Cannstatt-Wasseralfingen durch die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen 1861, Eröffnung des Streckenabschnitts Wasseralfingen - Nördlingen 1863
Das 1860/61 erbaute Empfangsgebäude von Wasseralfingen ist ein bedeutendes Zeugnis für die Industrialisierung und Verkehrsgeschichte. Der Anschluss Wasseralfingens - wichtiger Standort der württembergisch königlichen Hauptgießerei - an die Eisenbahn war für den Transport der Gussprodukte wichtig. Das Empfangsgebäude ist im sog. Kameralamtsstil errichtet, dem eine symmetrische Fassadengestaltung und relativ einfach gestaltete Formensprache eigen ist. Es entspricht einem Bautypus, der v.a. mit den Zielen Funktionalität und Kostenersparnis nach Musterplänen von staatlichen Baubeamten entworfen wurde. Das Gebäude ist ein anschaulich erhaltenes Dokument für die Orts- und Industriegeschichte. |
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| Wachthaus | Schloßstraße 5 (Karte) |
Eingeschossiger Putzbau mit Walmdach, bezeichnet 1719
Das kleine eingeschossige Wachthaus ist wohl in Zusammenhang mit dem angrenzenden Wasserschloss in Wasseralfingen zu sehen. Es wurde vermutlich als Wacht- und Pförtnerhaus der Schlossanlage am Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet, als der Ort samt Schloss dem Stift Ellwangen gehörte. Es bildet ein anschaulich erhaltenes frühneuzeitliches Dokument der Orts- und Herrschaftsgeschichte von Wasseralfingen. |
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Wasserschloß | Schloßstraße 7 (Karte) |
Mittelalterliche Anlage, 1593 und 1729 umgestaltet
Zwischen Kochertal und Katzenberg von weitem sichtbar steht raumwirksam das Schloss von Wasseralfingen auf einem künstlich aufgeworfenen Burghügel, einem sog. Burstel. Es handelt sich um eine im Kern mittelalterliche Burganlage des Ulrich von Ahelfingen vom Anfang des 14. Jahrhunderts, als ein Wassergraben, eine Mühle und eine Hofanlage Bestandteil der Anlage war. Nachdem der Ort 1545 in den Besitz des Stifts Ellwangen kam, wurde es Ende des 16. Jahrhunderts und erneut in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts umgestaltet. Nach dem Umbau im 16. Jahrhundert diente es dem ellwangischen Oberamtsmann als Sitz. Die Vierflügelanlage mit östlich angebauter Kapelle ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Herrschaftsgeschichte seit dem späten Mittelalter und spiegelt die Burgenlandschaft am Nördlichen Albrand wider. Zudem ist die Burganlage mit erhaltenem Burstel sowie Wall und Graben charakteristisch für die Burstellandschaft des Östlichen Albvorlands. |
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| Gasthaus Hirsch | Schmiedstraße 17 (Karte) |
Wirtshausausleger, Gußeisen, Wasseralfingen, um 1900
Der künstlerisch hochwertig gestaltete vollplastische Hirsch ziert den Wirtshausausleger, qualitätsvoll ornamental in floralen Formelementen gehalten, des Gasthauses Hirsch an einer der Hauptverkehrswege in Wasseralfingen. Auf einen Gasthof als wichtigen Treffpunkt der Dorfgemeinschaft weisend, dokumentiert das Wirtshausschild ein Stück Ortsgeschichte. Bedeutend für die Ortsgeschichte ist zudem vor allem seine Herstellung in den Wasseralfinger Hüttenwerken um 1900. Er belegt die lokale Handwerkskunst in der Region, in welcher die Gewinnung von Bohn- und Stufenerz bereits seit dem 6. Jahrhundert vor Christus nachweisbar ist. Das Zisterzeinserkloster Königsbronn gründete im 14. Jahrhundert die Schwäbischen Hüttenwerke in Königsbronn. In Wasseralfingen ließ die Fürstpropstei Ellwangen in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts einen Schmelzofen errichten. Im 19. Jahrhundert wird der Standort Wasseralfingen die Hauptgießerei des neu gegründeten Königreichs Württemberg. Somit ist der Wirtshausausleger ein wichtiges Zeugnis der Industrialisierung der Region. |
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| Wegkreuz | Seitsberger Straße (Karte) |
Stein, bezeichnet 1926
Das kleine Wegkreuz ist Ausdruck religiöser Frömmigkeit und ein typischer Vertreter einer Gruppe religiöser Kleindenkmale, welche die Kulturlandschaft in katholisch geprägten Gebieten, hier nahe des Stifts Ellwangen, in besonderer Weise prägen. |
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| Wegkreuz | Spessartstraße (Karte) |
Gußeisen auf Steinsockel, um 1900
Das Wegkreuz südlich des Kapellenbergs ist Ausdruck katholischer Frömmigkeit. Religiöse Kleindenkmale wie dieses prägen das Östliche Albvorland in besonderer Weise. Das gusseiserne Kreuz, die vier Blumen im Postament sowie die Madonnenfigur in dessen Nische sind ein anschauliches Beispiel eines seriell hergestellten Artikels, der die Entwicklung des Kunstgewerbes und der Gusseisenproduktion des 19. Jahrhunderts dokumentiert. |
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| Uhlandschule | Stefansplatz 5 (Karte) |
Dopfersteinbau, Anfang 20. Jahrhundert
Der Bau der Uhlandschule Anfang des 20. Jahrhunderts belegt den Zuwachs in Wasseralfingen, bedingt durch die Eisenverhüttung, welche in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ihre höchste Produktion hatte. Drei Geschosse und ein beachtlicher Grundriss verweisen auf eine hohe Anzahl von Schülern. Die damalige Schule (heute Museum und Bürgerhaus) ist mit Dopfersteinen errichtet, die seit den 1870er-Jahren in der Wasseralfinger Dampfziegelei Dopfer mit u.a. Schlacke aus dem Hochofen des Wasseralfinger Hüttenwerks produziert wurden. Das Gebäude belegt regionales Baumaterial, das aufgrund der preiswerten Herstellung und der Langlebigkeit des Steins auch über Wasseralfingen hinaus weite Verbreitung fand. Zudem ist es ein wichtiges Zeugnis von Orts-, Sozial- und Bildungsgeschichte. |
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| Kath. Pfarramt | Stefansplatz 7 (Karte) |
Dopfersteinbau mit Werkstein- bzw. Putzgliederung, 4. Viertel 19. Jahrhundert
Die ortsbildprägende Anlage aus kath. Stephanskirche und zugehörigem Pfarrhaus steht im Ortskern von Wasseralfingen und bildet dessen katholisches Zentrum. Die repräsentative Architektur mit verschiedenen Dachformen samt hohem Erkertum zeugt von der Bedeutung der kath. Gemeinde und der hohen sozialen Stellung des Pfarrers zu einer Zeit, als Bevölkerungszuwachs in Wasseralfingen durch die Eisenverhüttung immens hoch war, welcher den Bau der Stephanskirche 1881–83 bedingte. Das Pfarrhaus ist zum Teil verputzt und zum größten Teil in Dopfersteinen errichtet. Franz Dopfer entwickelte die nach ihm genannte Steinart Ende des 19. Jahrhunderts mit Beimischung granulierter Schlacke aus den Hochöfen der Eisenverhüttung vor Ort. Somit belegt es lokal hergestelltes Baumaterial, das aufgrund der billigen Produktion und der Langlebigkeit der Steine auch über Wasseralfingen hinaus beliebt war. Das Pfarrhaus bildet mit den vielschichtigen Architekturformen wie dem mit ionischen Säulen gestalteten überdachten Balkon und dem Vorbau des Eingangsbereichs, dessen Dach ebenso auf einer ionischen Säule ruht, ein ungewöhnlich repräsentatives Zeugnis dieses Bautypus sowie ein anschaulich erhaltenes Dokument der Orts- und Kirchengeschichte Wasseralfingens am Ende des 19. Jahrhunderts. |
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| Fahrzeugdenkmal Dampflokomotive 23 029 und Formsignal | Steinbeisstraße 10 (Karte) |
Schlepptender-Personenzuglokomotive der Baureihe 23 der Deutschen Bundesbahn (DB-Neubaulokomotive), fünfachsige Personenzugdampflokomotive mit vierachsigem Schlepptender, Heißdampf-Zweizylinder-Lokomotive, Achsfolge 1’C1’ h2, Gattung P 35.18 (Personenzuglokomotive, 3 gekuppelte Achsen, 5 Achsen insgesamt, 18 Tonnen Achsdruck der Treibachsen), Zweizylinder-Heißdampftriebwerk, geschweißte Blechrahmen, geschweißte Kessel mit Verbrennungskammer, vierachsiger Schlepptender mit der Achsfolge 2’2’ T 31 für 8 t Kohle Brennstoff und 31 m³ Wasser, Schlepptender selbsttragende Schweißkonstruktion, Spurweite 1435 mm (Normalspur); als technisches Denkmal aufgestelltes Formsignal vom Bahnhof Schwabsberg, zweiflügliges Hauptsignal nach der Einheitsbauart der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft um 1925; Herstellung von der Arnold Jung Lokomotivfabrik GmbH in Jungenthal mit der Fabriknummer 11969 (Lok und Tender) sowie Auslieferung an die Bundesbahndirektion Mainz der Deutsche Bundesbahn 1954; Beheimatungen Bw Mainz 1954, Bw Bielefeld 1958, Bw Gießen 1958 bis 1966, Bw Kaiserslautern 1966 bis 1969, Bw Crailsheim 1969 bis 1975; z-Stellung und Ausmusterung 1975, Restaurierung 1979/1980, Aufstellung als Fahrzeugdenkmal 1980
Zur Modernisierung und Ergänzung ihres Dampflokomotiv-Bestandes gab die Deutsche Bundesbahn nach dem Zweiten Weltkrieg ein umfangreiches Neubeschaffungsprogramm in Auftrag, für das neue Baureihen entwickelt wurden. Die am häufigsten gebauten DB-Neubaulokomotiven waren die für den Einsatz vor Schnellzügen und Personenzügen vorgesehenen Schlepptender-Personenzuglokomotiven der Baureihe 23, die eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h erreichten. Die heute als Fahrzeugdenkmal erhaltene Dampflokomotive 23 029 wurde 1954 von der Firma Arnold Jung Lokomotivfabrik GmbH in Jungenthal in Rheinland-Pfalz mit der Fabriknummer 11969 produziert und von der Bundesbahndirektion Mainz in Dienst gestellt. Zuletzt war sie 1969 bis 1975 im Bw Crailsheim beheimatet, wo sie 1975 mit den letzten Exemplaren dieser Baureihen bei der Deutschen Bundesbahn ausgemustert wurde. Auf Initiative von Aalener Bürgern konnte die Lokomotive 1977 der Deutschen Bundesbahn abgekauft, um sie vor der Verschrottung zu retten. Sie wurde 1979/80 in Wasseralfingen restauriert und von dem Ingenieur Reinhard Freiherr von Koenig-Fachsenfeld dem Ostalbkreis zur Aufstellung vor dem neuen Beruflichen Schulzentrum in Aalen geschenkt. Dort ist sie seit 1980 als eindrucksvolles Fahrzeugdenkmal aufgestellt. Als Endglied des Baus von Dampflokomotiven der Deutschen Bundesbahn stellt die Dampflokomotive 23 029 ein gattungs- und serienvertretendes Beispiel dieser verkehrsgeschichtlich und technikgeschichtlich herausragenden, auch in Baden-Württemberg produzierten Lokomotivbaureihe dar. Sie hat einen hohen Seltenheitswert, weil nur wenige solcher DB-Neubaulokomotiven überliefert sind. Als vor ihrer Aufstellung als Fahrzeugdenkmal in dieser Region beheimatetes Schienenfahrzeug ist die Dampflokomotive 23 029 außerdem ein besonders wertvolles Dokument der regionalen Eisenbahngeschichte im nordöstlichen Baden-Württemberg. |
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| Arbeitersiedlung Westheim | Faber-du-Faur-Straße 1, 2, 4, 7, 7/1, Reutestraße 11, 15, 17, 17/1, Westheimer Straße 2, 4, 6 (Karte) |
Erbaut von den Schwäbischen Hüttenwerken nach Planung des Stuttgarter Baurats Wepfer, 1898 bis 1922, bestehend aus:
Faber-du-Faur-Straße 1: Wohnblock, Beamtenwohnhaus, Putzbau mit Fachwerk, 1908; Faber-du-Faur-Straße 2: Beamtenwohnhaus, Putzbau mit Fachwerk, Walmdach, 1901, 1922 umgebaut; Faber-du-Faur-Straße 4: Beamtenwohnhaus, Putzbau mit Fachwerk, Mansarddach, 1901; Faber-du-Faur-Straße 7, 7/1: Doppelwohnhaus für Arbeiter, Dopferstein, Obergeschoss verschindelt, Walmdach, 1921; Reutestraße 11 (früher Faber-du-Faur-Straße 11): Beamtenwohnhaus, Dopferstein, Obergeschoss verschindelt, Walmdach, 1921; Reutestraße 15, 17, 17/1: Doppelwohnhäuser für Arbeiter, Dopferstein, Obergeschoss verbrettert, Walmdach, 1921; Westheimer Straße 2: Beamtenwohnhaus, Fachwerk mit Krüppelwalm, 1901; Westheimer Straße 4, 6: Arbeiterwohnhäuser, Dopferstein, Sichtfachwerk im Obergeschoss, Holzveranden, Krüppelwalmdach, 1898. Zur Sachgesamtheit gehören ferner: Reutestraße 19, 19/1: Arbeiter-Doppelwohnhaus, Dopferstein, Obergeschoss verbrettert, Walmdach, 1921; Westheimer Str. 8, 8/1, 10, 12, 12/1: Doppelwohnhäuser für Arbeiter, Dopferstein und Backstein, teils verputzt, mit Bauteilen in Fachwerk, um 1900; die zentrale Grün- und Freifläche (Flst. Nr. 710/1) und die Fläche des früheren Wäschetrockenplatzes (Teilbereich von Flst. Nr. 709/6). Die großflächige Arbeiter- und Verwaltersiedlung Westheim liegt im südlichen Wasseralfingen, westlich der Kocher. Sie wurde von einem Stuttgarter Baurat Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts mit freistehenden zweigeschossigen Wohnhäusern für die Schwäbischen Hüttenwerke geplant. Teilweise folgen die verputzten Gebäude mit Fachwerk dem Heimatschutzstil, teilweise sind sie mit den in Wasseralfingen hergestellten Dopfersteinen im Erdgeschoss verkleidet und im Obergeschoss verbrettert oder verschindelt. Ein Oval um eine Grünfläche, von Häusern begrenzt, bildet den Kern, südlich davon befand sich der gemeinsame Wäschetrockenplatz. Die Anlage mit zahlreichen Grünflächen und recht kleinen Wohnhäusern folgt den Prinzipien von Gartenstädten, die in Deutschland im frühen 20. Jahrhundert nach englischen Vorbildern entstanden, hier jedoch nicht in einer Stadt, sondern auf dem Land. Eigen war ihnen, wie auch der Hüttenwerkssiedlung in Wasseralfingen, eine aufgelockerte Wohnbebauung in dörflicher Körnung und Architektur in Formen des Heimatstils. Frei- und Grünflächen unterstützte die Selbstversorgung mit hauseigenen Nutzgärten. Die Siedlung in Wasseralfingen folgt damit dem Zeitgeist und ist ein wichtiges Dokument für die Orts- und Industriegeschichte, waren die Wasseralfinger Hüttenwerke im 19. Jahrhundert zu der bedeutenden Eisenproduktionsstätte, der württembergisch-königlichen Hauptgießerei aufgestiegen, nicht zuletzt durch das Wirken des Leiters des Hüttenwerks Wasseralfingen, Wilhelm von Faber du Faur, dessen Namen eine der für die Arbeitersiedlung neu angelegten Straßen trägt. |
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| Modellmagazin/Museum der Schwäbischen Hüttenwerke | Wilhelmstraße (Karte) |
2½-geschossiger Fachwerkbau mit Ziegelausfachung, 1864/65, im Inneren bewegliche Kulturdenkmale wie Öfen, Ofenplatten- und Modellsammlung: 10 Öfen; 377 Ofenplatten des 16. bis 19. Jahrhundert, Nachgüsse des 20. Jahrhunderts; Modelle aus der Zeit zwischen 1800 und 1960
Im Kocher- und Brenztal ist Eisenverhüttung bereits seit dem 6. Jahrhundert vor Christus nachweisbar. Im 14. Jahrhundert gründete das Zisterzienserkloster Königsbronn die Schwäbischen Hüttenwerke in Königsbronn. In Wasseralfingen ließ die Fürstpropstei Ellwangen nach dem Dreißigjährigen Krieg Eisenerzbergbau und -verhüttung ausbauen, 1671 wurde der erste Hochofen in Betrieb genommen. Anfang des 19. Jahrhunderts wird der Standort Wasseralfingen die Hauptgießerei des neu gegründeten Königreichs Württemberg. Unter württembergischer Verwaltung stiegen die Umsätze und Beschäftigtenzahlen, die Werksanlagen wurden erweitert. Bis um 1860 erreichten die Hüttenwerke ihren wirtschaftlichen Höhepunkt und zählten zu den bedeutendsten Gießereien in Deutschland. In Wasseralfingen erzeugte man vor allem Masseleisen, aber auch Gusswaren wie z. B. Öfen, Ofenplatten, Mörser, Kessel, Gewichte und Kanonenkugeln. Der Ziegelbau mit Fachwerk wurde in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts als Art Ausstellungshaus für Eisengussmodelle errichtet, welches auch heute noch Modelle des 19. und 20. Jahrhunderts sowie historische Öfen und Ofenplatten des 16. bis 19. Jahrhunderts zeigt. Das Gebäude und die Objekte im Inneren sind ein wichtiges Zeugnis für die Ortsgeschichte und ihrer Industrialisierung. |
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Weitere Bilder |
Katholische Pfarrkirche St. Stephan | Wilhelmstraße 18 (Karte) |
Neuromanische Basilika, Dopferstein mit Werksteingliederung, Hofbaumeister Felix v. Berner, 1883
Bedingt durch den raschen Bevölkerungszuwachs in Wasseralfingen wurde 1881–83 nach einer längeren Planungsphase die kath. Pfarrkirche St. Stephanus anstelle eines kleineren Vorgängerbaus errichtet. Architekt war der Stuttgarter Hofbaurat Felix von Berner, 1962–65 erfolgte eine umfassende Erneuerung des Kircheninneren nach Plänen des Gmünder Architekten Albert Hänle unter Einbeziehung lokaler Künstler, Helmut Schuster und Siegfried Köder, Glasfenster wurden von Rudolf Walter Haegele ausgeführt. Die Formensprache in neuromanischen und -gotischen Stilelementen verweist auf die Beliebtheit eines idealisierten Mittelalterbilds Ende des 19. Jahrhunderts. Die Wandflächen sind in Dopfersteinen ausgeführt, die ornamentalen Elemente in Werkstein. Franz Dopfer entwickelte die nach ihm genannte Steinart in den 1870er-Jahren, ermöglicht durch Beimischung granulierter Schlacke aus den Hochöfen der Eisenverhüttung vor Ort. Die Stephanskirche belegt lokal hergestelltes Baumaterial, das aufgrund der billigen Produktion und der Langlebigkeit der Steine auch über Wasseralfingen hinaus beliebt war, und ist ein wichtiges Zeugnis für die Kirchen- und Ortsgeschichte von Wasseralfingen. Mitten im Ortskern stehend prägt die stattliche Kubatur der Pfarrkirche das Bild von Wasseralfingen, ihr seitlicher Kirchturm bildet dessen vertikale Dominante. |
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| Wirtshausausleger des Gasthauses Hecht | Wilhelmstraße 45 (Karte) |
Um 1900
Auf das Gasthaus Hecht nördlich der ev. Kirche, charakteristischerweise an einer der Durchgangsstraßen Wasseralfingens gelegen, verwies ursprünglich ein gusseiserner Hecht, der an dem noch vorhandenen Wirtshausausleger aufgehängt war. Der Ausleger selbst belegt handwerkliches Können, er ist hochwertig in ornamentalen floralen Formen gestaltet, das Kreisornament an der Fassade zeigt eine nackte Frau, die eine barocke Maske vor das Gesicht hält. Der Ausleger verweist auf die Entwicklung der Gusseisenproduktion im 19. Jahrhundert, die mit der königlich-württembergischen Eisenverhüttung in Wasseralfingen selbst einen bedeutenden Standort hatte. Der Wirtshausausleger dokumentiert die Wasseralfinger Industrie- sowie Wirtshausgeschichte. |
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Weitere Bilder |
Evangelische Kirche | Wilhelmstraße 51 (Karte) |
Neugotischer Dopfersteinbau von Berner, bezeichnet 1893 bis 1895
Die ev. Kirche wurde in Sichtkontakt zur circa zehn Jahre zuvor erbauten kath. Kirche in Wasseralfingen errichtet. Der Bau beider stattlichen Kirchen verweist auf den durch die Eisenindustrie rasant gestiegenen Anwohnerzuwachs. Beide Sakralbauten sind mit Dopfersteinen errichtet und derselbe Architekt, der Stuttgarter Hofbaurat Felix von Berner, zeichnete verantwortlich. Auch hier wählte Berner wie bei der kath. Stephanskirche den Rückgriff auf mittelalterliches Formenvokabular, was die romantische Darstellung eines idealisierten Mittelalterbilds Ende des 19. Jahrhunderts widerspiegelt. Das Baumaterial entwickelte der Wasseralfinger Franz Dopfer in den 1870er-Jahren, ermöglicht durch Beimischung granulierter Schlacke aus den Hochöfen der Eisenverhüttung vor Ort. Die ev. Kirche zeugt von lokal hergestelltem Baumaterial, das aufgrund der billigen Produktion und der Langlebigkeit der Steine auch über Wasseralfingen hinaus beliebt war. Sie ist ein wichtiges Zeugnis für die Kirchen-, Konfessions- und Ortsgeschichte von Wasseralfingen. Im Ortskern stehend prägt sie gemeinsam mit der kath. Pfarrkirche das Bild des Dorfes, ihr seitlicher Kirchturm bildet zusammen mit demjenigen der Stephanskirche die vertikalen Dominanten im Ortsbild. |
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| Evangelisches Pfarrhaus | Wilhelmstraße 53 (Karte) |
Backsteinbau, 4. Viertel 19. Jahrhundert
Das ev. Pfarrhaus wurde südlich der dazugehörigen Kirche im sog. Kameralamtsstil errichtet. Nördlich findet sich die kath. Kirche mit repräsentativem Pfarrhaus. Im Gegensatz zum kath. Pfarrhaus spricht das evangelische einfaches Formenvokabular. Schlichtheit und Funktionalität war aus Kostengründen dem von Kameralämtern vorgegebenen preiswerten Architekturausführungen eigen. Die Architektur deutet auf die geringere Bedeutung der ev. Gemeinde im Vergleich zur katholischen. Das ev. Pfarrhaus ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Konfessionsgeschichte von Wasseralfingen. |
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| Villa | Wilhelmstraße 100 (Karte) |
Dopferstein im neoklassizistischen Stil samt Garten, erbaut 1880 für den Fabrikanten Franz Dopfer, Anbau 1911, Garage 1939
Der Bau mehrerer Villen und stattlicher Wohnhäuser entlang der Wilhelmstraße bzw. der Bahnlinie südlich des Ortskerns von Wasseralfingen Richtung Aalen zeugt von dem durch die Eisenverhüttung bedingten Bevölkerungszuwachs Wasseralfingens. Die Villa der Hausnummer 100 wurde für Franz Dopfer errichtet. Dieser stammte aus einer Maurerfamilie, die seit circa 1770 insbesondere Dachziegel herstellten. Franz Dopfer wurde bekannt für die Produktion der nach ihm benannten Dopfersteine, die unter Beimischung aus Hochofenschlacke der Hüttenwerke vor Ort ein preiswertes und robustes Baumaterial ermöglichte. 1875 eröffnete Franz Dopfer eine Ziegelei westlich der fünf Jahre später erbauten Fabrikantenvilla. Der repräsentative Stil seines Wohnhauses zeugt von der gehobenen sozialen Stellung Franz Dopfers. Beide Wasseralfinger Kirchen und die zugehörigen Pfarrhäuser, die Friedhofskapelle samt Einfriedung sowie die Uhland- und Schillerschule sind mit Dopfersteinen gebaut, welche auch außerhalb Wasseralfingens häufig als Baumaterial Anwendung fanden. Die in einem Garten freistehende Fabrikantenvilla Franz Dopfers mit späterem Anbau und Garage der 1930er-Jahre ist ein wichtiges Dokument der Ortsgeschichte und ein Zeugnis seiner industriellen Entwicklung. |
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| Wohnhaus | Wilhelmstraße 103 (Karte) |
Dopferstein im Neurenaissance Stil, um 1900
Das repräsentative Wohnhaus hat einen für die südliche Wilhelmstraße charakteristischen Villencharakter. Der Neurenaissancegiebel mit hohen von einer Kugel bekrönten Akroterien spiegelt den Anspruch des gehobenen Bürgertums wider, deren Reichtum sich wohl durch die Industrialisierung Wasseralfingens aufgrund des Standorts der Schwäbischen Hüttenwerke bedingte. Errichtet wurde es mit in Wasseralfingen hergestellten Dopfersteinen, deren Langlebigkeit und preiswerte Produktion durch die Beimischung von Schlacke aus den Eisenöfen ermöglicht wurden. Es ist ein bedeutendes Zeugnis für die Orts-, Hausbau- und Industriegeschichte Wasseralfingens. |
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| Wohnhaus | Wilhelmstraße 105 (Karte) |
Dopferstein, erbaut 1896
Das repräsentative Wohnhaus steht in der Reihe weiterer stattlicher Wohnhäuser und Fabrikantenvillen entlang der südlichen Wilhelmstraße Wasseralfingens. Es belegt die Industrialisierung des Ortes, bedingt durch die Eisenverhüttung, welche einen starken Bevölkerungszuwachs Wasseralfingens nach sich zog. Dadurch wurde der Ort räumlich verbreitert, hier in südlicher Richtung nach Aalen. Das Gebäude ist ein wichtiges Zeugnis für die Ortsgeschichte, auch aufgrund des Baus mit sog. Dopfersteinen. Diese nach einer Wasseralfinger Familie namens Dopfer benannten Steine wurden mit Beimischung granulierter Schlacke aus den Hochöfen im Ort hergestellt und fanden lokal und regional eine weite Verbreitung. Hier wurden die Steine in dekorativen Mustern angelegt, zum Teil im sog. Deutschen Band. Das Wohnhaus ist ein wichtiges Zeugnis für die Hausbau- und Orts- sowie Industriegeschichte Wasseralfingens. |
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| Wohnhaus | Wilhelmstraße 107 (Karte) |
Dopferstein mit Backstein, Ende 19. Jahrhundert
Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert wurden entlang der Wilhelmstraße repräsentative Wohnhäuser errichtet. Wasseralfingen war zu diesem Zeitpunkt aufgrund der Eisenverhüttung vor Ort stark angewachsen und dehnte sich räumlich weit aus, so auch wie hier südlich Richtung Aalen. Das Wohnhaus der Hausnummer 107 dokumentiert die Orts- und Industriegeschichte Wasseralfingens. Die Lokalgeschichte spiegelt sich zudem in der Anwendung des Baumaterials Dopfersteine wider, die in Wasseralfingen mit Beimischung granulierter Schlacke in den Hochöfen der Schwäbischen Hüttenwerke produziert wurden. Die aufwendig im dekorativen Wechsel mit Backsteinen gestaltete Fassade zeugt von dem hohen repräsentativen Anspruch des Erbauers. |
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| Wohnhaus | Wilhelmstraße 109 (Karte) |
Dopferstein mit Backstein, Ende 19. Jahrhundert
Das dekorativ im Wechsel von roten Backsteinen und braunen Dopfersteinen und an seinen Öffnungen im Wechsel Rot-Weiß gestaltete Wohnhaus ist eines von zahlreichen nebeneinander stehenden repräsentativen Wohnhäusern und Villen in der Wilhelmstraße. Deren Bau spiegelt die Industrialisierung Wasseralfingens durch die Eisenverhüttung wider sowie den dadurch bedingten hohen Bevölkerungszuwachs. Diese villenartigen Gebäude entstanden entlang der Bahnstrecke Richtung Aalen südlich des Ortskerns. Die Anwendung von Dopfersteinen greift auf die Produktion einer lokalen Ziegelei eines Franz Dopfers auf. Dieser entwickelte diese nach ihm genannte Steinart unter Anwendung granulierter Schlacke aus den Hochöfen vor Ort. Das Wohnhaus ist ein Zeugnis einer sozial gehobeneren Stellung des Erbauers und dokumentiert die Orts- und Industriegeschichte Wasseralfingens. |
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| Villa | Wilhelmstraße 110 (Karte) |
Dopferstein im neobarocken Stil, am Runderker figürliche Reliefs, 1908 erbaut für den Fabrikanten Franz Dopfer
Nach dem Bau der Fabrikantenvilla Franz Dopfers in der Wilhelmstr. 100 im Jahr 1880 ließ der Industrielle 1908 weiter südlich in dem von gehobeneren Wohnhäusern geprägten Straßenzug diese stattliche Villa errichten. Der repräsentative Runderker an der Straßenfassade zeugt mit den figürlichen Reliefs von dem Können lokaler Bildhauerei. Die Villa gibt den industriellen Aufschwung Wasseralfingens wieder, der vor allem durch Eisenverhüttung bedingt war. Franz Dopfer entwickelte durch Beimischung granulierter Schlacke aus den lokalen Hochöfen in den 1870er-Jahren die nach ihm benannte Steinart. Die Dopfersteine waren aufgrund ihrer billigen Produktion und Langlebigkeit auch über Wasseralfingen hinaus ein beliebtes Baumaterial. Die Villa spiegelt den Reichtum des Industriellen wider sowie die Bedeutung der Industrie für den Ort Wasseralfingen. Die Industrialisierung zog starkes Bevölkerungswachstum nach sich und somit die räumliche Erweiterung des Ortes, wie hier in den Süden Richtung Aalen. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.