Liste der Kulturdenkmale in Stödtlen
Wikimedia-Liste
From Wikipedia, the free encyclopedia
In der Liste der Kulturdenkmale in Stödtlen sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Stödtlen im Ostalbkreis in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Stödtlen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kath. Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes | Bergstraße 6 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Satteldach und polygonalem Chorschluss, oktogonaler Dachreiter mit Zwiebelhaube, Rundbogen- und Rundfenster, Chorfenster zugesetzt, einschließlich historischer Ausstattung, errichtet 17./18. Jahrhundert; Steinkreuz, wohl 16. Jahrhundert
Die katholische Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes befindet sich am südlichen Rand des bäuerlich geprägten Weilers und ist Zeugnis einer gelebten und bildlich wie baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Sie besitzt zentrale Bedeutung für die Glaubens- und Siedlungsgeschichte des Dorfs und ist ein sprechender Beleg der dahingehenden Frömmigkeits-, Andachts- und Gottesdienstpraktiken. Solche Kapellenbauten sind dabei bezeichnende und prägende Bestandteile der weitgehend katholisch geprägten Kulturlandschaft in der Umgebung von Stödtlen. Bei dem Steinkreuz unmittelbar südlich des Chors handelt es sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt |
97030195 | ||
| Wegweiser | Stödtlen/Gaxhardt (Karte) |
Gusseisern, kapitellförmig abgeschlossen, reliefierter Sockel, Ende 19. Jahrhundert
Der Wegweiser an der Straße von Gaxhardt nach Stödtlen ist ein sprechender Beleg der historischen Wege- und Straßenführung im kaiserzeitlichen Königreich Württemberg und besitzt verkehrs- und mobilitätsgeschichtliche Aussagekraft. Solchen gestalterisch ausgezeichneten Wegweisern und Hinweisschildern aus dem späten 19. Jahrhundert kommt zudem Seltenheitswert zu, haben sich doch nur vergleichsweise wenige von ihnen erhalten. |
97030199 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Leonhard | Birkenzeller Straße 6 (Karte) |
Dreischiffige Staffelhalle mit Satteldach aus Sandsteinquadermauerwerk, südlichen Strebepfeilern und abgewalmten Querhausansätzen, eingezogener Polygonalchor mit Strebepfeilern, nordwestlicher Chorflankenturm auf rechteckigem Grundriss mit Pyramidendach, an Turm und Langhaus größtenteils gekuppelte Spitzbogenfenster, im Süden spitzbogiges Doppelportal mit abgestuftem Gewände, im Bogenfeld vorgeblendete Kleeblattbögen und Blütenrosetten, Chorfenster mit abstrahierten Maßwerkgliederungen, zweibahnig mit Kreisformen, umlaufende Kaff- und Kämpfergesimsbänder, im Nordosten Sakristeianbau, im Mittelschiff rundbogige Holztonne, schmale Seitenschiffe durch spitzbogige Quertonnen gebildet, Wandpfeiler spitzbogig durchbrochen, Südempore mit Rundbogenarkade, im Chor Kreuzrippengewölbe mit Scheitelrippe auf Dienstvorlagen mit Kapitellen, Schablonenmalerei an Wand-, Bogen-, Decken- und Gewölbeflächen sowie figürliche Darstellungen über dem Chorbogen und an den Chorseitenwänden ausgeführt durch Kunstmaler Karl Mayer mit seinen Söhnen Karl und Linus, Neuhausen auf den Fildern, 1910, einschließlich weiterer historischer Ausstattung wie Hoch- und Seitenaltäre, Taufstein, Kanzel, Chorbänke und Kirchengestühl, Kirche errichtet nach Entwurf von Architekt Joseph Cades, Stuttgart, 1893/94 (Außen- und Innenrestaurierung 1975-1977)
Die katholische Pfarrkirche St. Leonhard bildet mit ihrem Chorflankenturm sowie ihrem stattlichen Langhaus eine das Ortsbild bereits auf weite Sicht hin definierende Dominante. Ein erster Kirchenbau lässt sich in Stödtlen erstmals für das Jahr 1229 urkundlich nachweisen. Das heutige Kirchengebäude ersetzte den 1658/60 wiedererrichteten Vorgängerbau, dessen Kapazität der anwachsenden katholischen Ortsgemeinde nicht mehr genügte. Für die Neubaupläne zeichnet der Stuttgarter Architekt Joseph Cades verantwortlich, der sich v. a. im Feld des katholischen Kirchenbaus betätigt, aber auch Bauaufnahmen für die Inventarbände der Kunst- und Altertumsdenkmale im Königreich Württemberg anfertigte. Cades entwarf eine dreischiffige Staffelhalle mit strebepfeilergestütztem Polygonalchor und nordwestlichem Chorflankenturm. Die Gliederungs- und Dekorelemente des Außenbaus mit größtenteils gekuppelten Spitzbogenfenstern, abstrahiertem Maßwerk in den Chorfenstern, spitzbogigem Stufenportal im Süden sowie umlaufenden Kaff- und Kämpfergesimsbändern belegen die programmatische Rückbesinnung auf frühgotische Vorbilder, wie zisterziensische Klosterkirchen in Burgund oder exemplarisch die Kathedrale Notre-Dame sowie die ehemalige Abteikirche St. Martin-des-Champs in Paris. Im Innenraum spiegelt sich diese frühgotische Formenrezeption anschaulich im Chorgewölbe mit Scheitelrippe und Dienstvorlagen wider. Das Langhaus, dessen schmale Seitenschiffe durch spitzbogige Quertonnen gebildet werden, verweist dagegen auf Saalräume der schwäbischen Spätgotik, wodurch die bauliche Gesamtkonzeption verschiedenen historisierende Rückgriffe in sich vereint und zusammen mit der nahezu vollständig überlieferten Ausstattung ein herausragendes Gesamtkunstwerk der Neugotik darstellt. Die Ausmalung der Wand-, Bogen-, Decken- und Gewölbeflächen sowie die figürlichen bzw. szenischen Darstellungen entstanden im Nachhinein durch den Kunstmaler Karl Mayer und seine Söhne, die hier einen romanisierenden Buchmalereistil auf den Kircheninnenraum übertrugen und so die idealisierende Vereinnahmung des Hoch- und Spätmittelalters zur Steigerung der sakralen Ausdruckskraft ergänzten. Somit handelt es sich bei dem Gebäude um einen ausdrucksstarken und bemerkenswerten Vertreter des späthistoristischen Kirchenbaus in Württemberg am Ende des 19. sowie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er besitzt zudem zentrale Bedeutung für die Glaubens-, Siedlungs- und Konfessionsgeschichte von Stödtlen und liefert einen authentischen Einblick in die damit verknüpften Frömmigkeits- und Gottesdienstpraktiken der Jahrhundertwende. |
96955247 ( | |
| Bemalte Blechtafel mit Darstellung der Dreifaltigkeit | Burgstraße 40 (Karte) |
19. Jahrhundert
Die bemalte Blechtafel am Gebäude Burgstraße 40 zeigt mit der Darstellung der Dreifaltigkeit ein zentrales christliches Bildthema, das die Wesensgleichheit Christi mit Gottvater und des Heiligen Geists, verkörpert durch die Taube, vergegenwärtigt. Die Tafel ist demnach Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Stödtlen. Sie liefert zudem einen anschaulichen Einblick in die sakrale Kunstproduktion des 19. Jahrhunderts in der Region und dokumentiert damalige Darstellungskonventionen im Kontext der damit verknüpften Frömmigkeitspraktiken. |
97030205 | ||
| Kath. Nothelfer-Kapelle | Burgstraße 41 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Satteldach zund polygonalem Chorschluss, offener Dachreiter mit geknickter Pyramidenhaube, Segmentbogenfenster, einschließlich historischer Ausstattung, errichtet 18./19. Jahrhundert
Die katholische Nothelfer-Kapelle befindet sich inmitten des Dorfkerns von Niederroden und verkörpert einen gängigen sowie regional weit verbreiteten Typus kleinerer Gottesdienst- und Andachtsräume. Der Bau ist mitsamt seiner kunstgeschichtlich wertvollen Ausstattung (gotische Skulpturen) von zentraler Bedeutung für die örtliche Glaubens- und Siedlungsgeschichte seit dem 18. Jahrhundert und veranschaulicht dahingehende Frömmigkeitspraktiken. Darüber hinaus ist sie ein aussagekräftiger Bestandteil der weitgehend katholisch geprägten Sakralbautopographie in der Umgebung von Stödtlen. |
97030204 | ||
| Wegkreuz mit gusseisernem Aufsatz samt Korpus | Dambacher Straße 9 (Karte) |
Kreuzarme mit Blendmaßwerk, Steinsockel mit Inschrift, 1906 (i)
Das Wegkreuz am östlichen Dorfrand ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens der namentlich genannten Stifterin, der Witwe Zürn. Es bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Darüber hinaus belegt es die historisierende Übernahme neugotischer Formen in der seriellen Fertigung solcher sakralen Kunstobjekte im beginnenden 20. Jahrhundert. |
97030206 | ||
| Grabkreuze | Friedhofweg 6 (Karte) |
Teilweise schmiedeeisern, Weinreben- und Kelchdarstellungen, u. a. von 1897 bzw. 1919
Die Grabkreuze bilden wichtige Bestandteile der örtlichen Gedenk- und Erinnerungskultur und zeugen von christlichen Begräbnispraktiken des 19. und 20. Jahrhunderts in der Region. |
96955248 | ||
| Mittelstallhaus | Gaxhardter Straße 30 (Karte) |
Eingeschossiger, weitgehend verputzter Bau mit Satteldach auf L-förmigem Grundriss, nördliches Giebelfeld in konstruktivem Sichtfachwerk, 18./19. Jahrhundert, gusseiserner Ofen 1915 (i)
Das Mittelstallhaus auf L-förmigem Grundriss ist als Teil der historischen Bebauung in Dambach von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und vereinigt Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, wobei sich die ehemaligen Nutztierställe in der mittleren Hauszone befanden. Es dokumentiert damit bäuerlich geprägtes Leben, Arbeiten und Wirtschaften im Ort vom Ende der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert hinein. Der gusseiserne Ofen ist zudem ein beredtes Zeugnis bäuerlicher Wohnkultur zur Zeit des Ersten Weltkriegs. |
97030193 | ||
| Wegkreuz | Grabenwiesen 1 (Karte) |
Steinsockel mit gusseisernem Aufsatz samt Korpus, um 1900
Das Wegkreuz am östlichen Dorfausgang ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vor Augen geführt wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft in der Umgebung von Stödtlen. |
99954759 | ||
| Kath. Marienkapelle | Haldengasse 1 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Satteldach, Chorturm auf rechteckigem Grundriss, Glockengeschoss oktogonal mit geschweifter Haube, Turmgeschosse nach oben verjüngt, Rundbogen- und Rundfenster, am Turm schmale Rechteckfenster, im Westen Rechteckportal, im Chor Kreuzgewölbe, im Langhaus Deckenmalerei, einschließlich weiterer historischer Ausstattung wie Altaraufsätze samt Skulpturen, Kruzifix und Gestühl mit reich beschnitzten und verzierten Wangen, Kapelle im Kern wohl spätmittelalterlich, Umbau wohl 2. Hälfte 17./18. Jahrhundert
Die katholische Marienkapelle bildet in ihrer Lage inmitten des Dorfkerns eine raumwirksame Dominante, die das Ortsbild nachhaltig prägt und definiert. Der im Kern spätmittelalterliche Bau verkörpert als Chorturmkirche einen gängigen und weit verbreiteten Typus kleinerer Dorfkirchen. So befindet sich der kreuzgewölbte Chorraum im Turmerdgeschoss, wodurch Turm und Chor eine verflochtene Baueinheit bilden. Während die Kapelle von außen schmucklos erscheint, besticht der Innenraum durch eine Vielzahl kunstgeschichtlich wertvoller Skulpturen und Bildwerke. Dabei sticht insbesondere die barocke Deckenmalerei mit der Darstellung Mariä Himmelfahrt hervor, die den Glaubensinhalt in überwältigender und triumphaler Weise verbildlicht. Zusammen mit der übrigen Ausstattung wie den Altaraufsätzen, den Skulpturen oder dem frühbarocken Gestühl mit reich verzierten Wangen ist die Marienkapelle damit ein ausdrucksstarkes Zeugnis der Birkenzeller Glaubens- und Siedlungsgeschichte seit dem ausgehenden Spätmittelalter und verdeutlicht dahingehende Frömmigkeits-, Andachts- und Gottesdienstpraktiken. Sie ist überdies ein elementarer Bestandteil der spätgotischen bzw. barocken Sakralbautopographie in der Umgebung von Stödtlen. |
96955249 | ||
| Kath. Wolfgangskapelle | Hofäckerstraße 12 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Satteldach und polygonalem Chorschluss, profilierte Traufgesimse mit Wiederkehr, Dachreiter mit oktogonalem Glockengeschoss und Zwiebelhaube, Rundbogenfenster und Segmentbogenportal, einschließlich historischer Ausstattung, errichtet wohl 17./18. Jahrhundert
Die katholische Wolfgangskapelle am südlichen Dorfrand bildet einen prägenden Bestandteil der historischen Bebauung des kleinen Weilers und verkörpert einen gängigen und regional weit verbreiteten Typus kleinerer Gottesdienst- und Andachtsbauten. Zusammen mit ihrer Ausstattung ist sie von elementarer Bedeutung für die örtliche Glaubens- und Siedlungsgeschichte und veranschaulicht dahingehende Frömmigkeitspraktiken. Sie gibt zudem Auskunft über die weitgehend katholisch geprägte Sakralbautopographie in der Umgebung von Stödtlen. |
97030208 | ||
| Wegkreuz | Hofäckerstraße 13 (Karte) |
Steinerner Sockel mit Inschrift und Jahreszahl, gusseisernes Kreuz mit filigraner Kleinarchitektur, Korpus sowie zwei figürlichen Darstellungen im Kreuzfuß, 1904 (i)
Das Wegkreuz inmitten des Dorfkerns an der Hofäckerstraße ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit seitens des Stifters Martin Kohnle und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an einer erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Anhand des durch filigrane Kleinarchitekturen (Fialen oder krabbenbesetzte Wimperge mit bekrönenden Kreuzblumen) ausgestalteten Kreuzes lassen sich zudem neugotische Gestaltungsideale in der seriellen Fertigung solcher sakralen Kunstobjekte im frühen 20. Jahrhundert ablesen. |
97030209 | ||
| Wegkreuz | Im Moosfeld 24 (Karte) |
Steinern, Sockel mit Rundbogennische, kleiner Korpus, um 1920
Das Wegkreuz nordöstlichen von Stödtlen ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft des Orts. |
97030188 | ||
| Wegkreuz | Malesweg (Karte) |
Steinsockel mit Spruchtafel und Aufsatz samt Korpus aus Gusseisen, 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz an der Straße Richtung Tannhausen ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vor Augen geführt wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind bezeichnend für die weitgehend katholisch geprägte Kulturlandschaft von Stödtlen. |
97030198 | ||
| Muttergotteskapelle | Kastellstraße 9 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Satteldach und polygonalem Chorschluss, rechteckiger Dachreiter mit Pyramidenhaube, einschließlich historischer Ausstattung, 1811
Die Muttergotteskapelle verkörpert einen gängigen und regional weit verbreiteten Typus kleinerer Gottesdienst- und Andachtsräume und ist Zeugnis einer gelebten und bildlich wie baulich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit katholischer Prägung. Sie bildet dabei auch einen Ort der persönlichen Einkehr und ist für die weitgehend katholisch geprägte Sakralbautopographie in der Umgebung von Stödtlen von aussagekräftigem Quellenwert. |
97030202 | ||
| Wegkreuz | Kastellstraße (Karte) |
Steinsockel, gusseisernes Kreuz mit Maßwerkdurchbrüchen sowie Blatt- und Rankenwerk, im Kreuzstamm spitzbogig gerahmte Reliefdarstellung der gekrönten Muttergottes mit Kind, darüber gusseiserner Korpus, um 1900
Das Wegkreuz vor dem Gebäude Kastellstraße 13 ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit katholischer Prägung und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vor Augen geführt wird. Des weiteren ist das Wegkreuz auch ein Zeugnis der gegen Ende des 19. Jahrhunderts erstarkenden Marienverehrung und veranschaulicht die historisierende Übernahme neugotischer Formen im seriell fertigenden Kunsthandwerk der Zeit um 1900. |
97030203 | ||
| Nische mit farbig gefasster Skulptur der Maria Immaculata | Lange Straße 18 (Karte) |
Wohl 18. Jahrhundert
Die korbbogige Nische über dem Hauptportal des Gebäudes beherbergt eine farbig gefasste Skulptur der jungfräulichen Muttergottes, die hier auch als Überwinderin des Sündenfalls, verkörpert durch die Schlange, dargestellt ist. Die Skulptur fungiert als schützende Hauspatronin und ist daher Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit des wohl 18. Jahrhunderts. Solche sakralen Kleindenkmale sind für die katholisch geprägte Kulturlandschaft von Stödtlen bezeichnend. |
97030189 | ||
| Säulenwegweiser | Nach Stödtlen (Karte) |
Stein, wohl Ende 19. Jahrhundert
Der Säulenwegweise an der Straßenkreuzung westlich von Oberzell ist ein sprechender Beleg der historischen Wege- und Straßenführung im kaiserzeitlichen Königreich Württemberg und besitzt verkehrs- und mobilitätsgeschichtliche Aussagekraft. Solchen Wegweisern und Hinweisschildern aus dem späten 19. Jahrhundert kommt zudem Seltenheitswert zu, haben sich doch nur vergleichsweise wenige von ihnen erhalten. |
97030211 | ||
| Wegkreuz | Nach Stödtlen (Karte) |
Steinerner Sockel mit Inschrift und Jahreszahl, gusseisernes Kreuz mit Maßwerkdurchbrüchen, Blatt- und Rankenwerk sowie flankierenden Fialen, kleiner metallener Korpus, um 1900, Sockel erneuert 1949 (i)
Das Wegkreuz an der Straßenkreuzung westlich von Oberzell ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit katholischer Prägung und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an eine erlösende Auferstehung nach dem Tod vor Augen geführt wird. Zudem veranschaulicht das gusseiserne Kreuz mit flankierenden Fialen sowie Blatt- und Rankenwerk die historisierende Übernahme neugotischer Formen im seriell fertigenden Kunsthandwerk der Zeit um 1900. |
97030210 | ||
| Schloss Dambach | Schloßstraße 4, 6 (Karte) |
Bestehend aus:
Das Anwesen von Schloss Dambach setzt sich aus dem Schlossgebäude an der Straße, dem wohl ehemals als Schlossökonomie dienendem Nebengebäude sowie dem umfangreichen Schlosspark samt Parkmauer zusammen und ist daher in bestimmendem Maße orts- und landschaftsprägend für den bäuerlich geprägten Weiler wie auch für die nähere Umgebung. Ursprünglich war hier wohl der Sitz der im 13. genannten Herren von Tanbach, die im Dienste der ehemals in der Region begüterten Grafen von Oettingen standen. Diese bildeten einen wichtigen Machtfaktor der einst stark zersplitterten Herrschaftsverhältnisse im Riesgebiet. Das zurückhaltend gestaltete Schlossgebäude entstand wohl nach einem Brand des Vorgängers im Jahr 1686, wofür die barocken Elemente wie das Mansarddach oder der volutengerahmte Ziergiebel der straßenzugewandten Schaufassade sprechen. Das Anwesen ist damit ein sprechendes Beispiel für einen Niederadelssitz des späten 17. Jahrhunderts und zeugt von der dahingehenden Lebens- und Repräsentationskultur. Zudem besitzt es wichtigen Aussagewert für die lokale Herrschafts- und Territorialgeschichte der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. |
96955251 | ||
| Wegkreuz | Steigäckerstraße 2 (Karte) |
Stein, metallener Korpus, im Sockel Figurennische, um 1920/25
Das Wegkreuz am südlichen Dorfrand ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit katholischer Prägung und bildet eine kombinierte Andachtsstätte, die zum einen dem Kreuzestod Christi und zum anderen dem hl. Josef gewidmet ist. Dieser wurde 1870 durch Papst Pius IX. zum Schutzpatron der katholischen Kirche ernannt und erfuhr insbesondere seit der nachdrücklichen Würdigung durch Papst Leo XIII. eine weitreichende Verehrung seit dem späten 19. Jahrhundert. |
97030197 | ||
| Kath. Kapelle St. Laurentius | Tannhausener Straße 24 (Karte) |
Verputzter Saalbau mit Satteldach, steinsichtiger Westturm auf rechteckigem Grundriss mit Rhombendach, viergeschossig mit Gurtgesimsen und Ecklisenengliederung, Rundbogen- und Rundfenster, Glockengeschoss mit Rundbogen- und Zackenfries, am Langhaus Rund- und Segmentbogenfenster, einschließlich historischer Ausstattung wie Hochaltar mit Heiligenskulpturen, errichtet 1690/92, Westturm spätes 19. Jahrhundert
Die katholische Kapelle St. Laurentius markiert mit ihrem stattlichen Westturm die historische Dorfmitte in prägender Weise. Während das schmucklose Langhaus in den Jahren 1690/92 errichtet wurde, stammt der Turm aus dem späten 19. Jahrhundert und zeigt eine zurückhaltende Formensprache der Neuromanik, was sich anhand der klaren und linearen Geschossgliederung mit Ecklisenen sowie des Rundbogen- und Zackenfrieses im Glockengeschoss ablesen lässt. Die historisierende Rückbesinnung auf die hochmittelalterliche Romanik sollte dem Bau eine altertümliche sakrale Würde verleihen. Zugleich ist die Vereinnahmung dieser mittelalterlichen Bauformen im Kontext der Schaffung eines deutschen Nationalstils zu bewerten. Damit ist die Kapelle ein architekturgeschichtlich aussagekräftiger Bestandteil der regionalen Sakralbautopographie des Historismus und besitzt zudem elementare Bedeutung für die Stillauer Glaubens- und Siedlungsgeschichte seit dem späten 17. Jahrhundert. Zusammen mit ihrer kunstgeschichtlich wertvollen Ausstattung, zu welcher der Hochaltar mit drei spätgotischen Heiligenfiguren gehört, zeugt sie überdies von vorreformatorischen bzw. katholisch geprägten Frömmigkeits-, Andachts- und Gottesdienstpraktiken. |
97030214 | ||
| Wegkreuz | Zimmerrot (Karte) |
Steinerner Sockel mit Inschrift und Jahreszahl, gusseisernes Kreuz mit filigraner Kleinarchitektur, Korpus sowie zwei figürlichen Darstellungen im Kreuzfuß, 1908 (i)
Das Wegkreuz nördlich von Stillau ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit katholischer Prägung und bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis sowie der daran geknüpfte Glaube an einer erlösende Auferstehung nach dem Tod vergegenwärtigt wird. Anhand des durch filigrane Kleinarchitekturen (Fialen oder krabbenbesetzte Wimperge mit bekrönenden Kreuzblumen) ausgestalteten Kreuzes lassen sich zudem neugotische Gestaltungsideale in der seriellen Fertigung solcher sakralen Kunstobjekte im frühen 20. Jahrhundert ablesen. |
97030215 | ||
| Steinkreuz | Tragenroden (Karte) |
Wohl 16./17. Jahrhundert
Bei dem Steinkreuz an der Straße Richtung Birkenzell handelt sich wohl um ein Sühnekreuz, einem charakteristischem Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Seit dem Ende des 14. bis ins 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. Gleichzeitig sind mit solchen Steinkreuzen volkstümliche Überlieferungen verknüpft, die häufig mit legendenhaften Geschehnissen des Dreißigjährigen Kriegs in Verbindung stehen. |
97030216 | ||
| Flachsbrechhaus | Weiherweg 3 (Karte) |
Langgestreckter und eingeschossiger Massivbau mit Satteldach, 18./19. Jahrhundert, um 1900 erweitert
Das Flachsbrechhaus befindet sich am nordöstlichen Dorfrand und ist durch sein vergleichsweise hohes Alter von ortsbaugeschichtlicher Relevanz. Hier wurden mit dem Dörren, also dem Trocknen sowie dem namensgebenden Brechen zwei wesentliche Arbeitsschritte der Flachsverarbeitung vollzogen. Um die Pflanzenfasern für die Weiterverarbeitung nutzbar zu machen, mussten sie zunächst mithilfe eine Ofenvorrichtung getrocknet werden. Die daraus resultierende Mürbe ermöglicht das Brechen des Flachsstrohs in kurze Abschnitte. Somit liefert der Bau einen authentischen Einblick in vormoderne Formen der Textilgewinnung, die hier bis ins frühe 20. Jahrhundert praktiziert wurden, und ist zudem ein sprechendes Beispiel der vorindustriell geprägten Handwerks- und Erwerbswelt in der Umgebung von Stödtlen. |
97030190 | ||
| Wildenberg-Kapelle | Wildenberg 1 (Karte) |
Steinsichtiger Saalbau mit Satteldach und fialenartigem Dachreiter, leicht eingezogener Polygonalchor mit Strebepfeilern, Spitzbogenfenster mit Maßwerk, Rundfenster drei- bzw. vierpassförmig, umlaufendes Kaffgesims, spitzbogiges Stabwerkportal, einschließlich historischer Ausstattung, errichtet 1874; Kreuzweg mit 14 Stationen, farbig gefasste Reliefdarstellungen, wohl spätes 19. Jahrhundert
Die Wildenberg-Kapelle befindet sich in vereinzelter Lage auf einer Anhöhe südöstlich von Stödtlen. Sie wurde 1874 durch Bauern aus Niederroden gestiftet und zeichnet sich durch ihre neugotische Formensprache mit spitzbogigen Maßwerkfenstern, fialenartigem Dachreiter und strebepfeilergestütztem Polygonalchor aus. Der Aufgang zur Kapelle wird durch die 14 Kreuzwegstationen gesäumt, an welchen der Kreuzweg Christi von seiner Verurteilung durch Pontius Pilatus bis hin zu seiner Grablegung vergegenwärtigt wird. Bei der Begehung der einzelnen Stationen sollen die einzelnen Etappen der Passion und damit auch des Leidens Christi in kontemplativer Weise nachvollzogen und verinnerlicht werden. Damit handelt es sich bei der Kapelle samt den zugehörigen Kreuzwegstationen um ein ausdrucksstarkes sowie landschaftsprägendes Zeugnis einer gelebten und bildlich wie baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität katholischer Prägung. Der Kapellenbau besitzt zudem architekturgeschichtlichen Quellenwert für die historistische Sakralbautopographie der Region und veranschaulicht neugotische Entwurfs- und Gestaltungsideale. |
97030207 |
Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.