Liste der Kulturdenkmale in Böblingen
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In der Liste der Kulturdenkmale in Böblingen sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Böblingen im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Böblingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
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Ev. Paul-Gerhardt-Kirche | Berliner Straße 37 (Karte) |
Mit freistehendem Glockenturm und Vorplatz, Architekt Heinz Rall, Betonglasfenster von Johannes Schreiter, 1960/61
Die Paul-Gerhardt-Kirche ist eines der frühen Werke im außerordentlich reichen Schaffen des Architekten Heinz Rall, der vor allem durch sein Wirken im evangelischen Sakralbau der Nachkriegsmoderne bekannt ist. Inmitten einer Neubausiedlung der 1950er-Jahre westlich des Ortszentrums gelegen, setzt der Kampanile an der Kreuzung ein deutliches Zeichen und macht die Kirche zu einer ortsbaulichen Wegmarke. Der Innenraum dokumentiert u. a. durch die fächerförmig um den Altarbereich gescharten Bankreihen und die Gruppierung der liturgischen Orte in einem Brennpunkt die den Nachkriegs-Kirchenbau bestimmende Überlegung einer stärkeren Bezugnahme der Gläubigen auf das Gottesdienstgeschehen. Die Lichtregie setzt - charakteristisch für Ralls Kirchenbauten - gekonnt die Prinzipalstücke Altar, Taufbecken und Ambo in Szene, ohne dass die Gläubigen Fensterflächen sehen würden. Auch die qualitätvolle Ausstattung u. a. durch Betonverglasungen des renommierten Künstlers Johannes Schreiter hat Aussagewert für die sakrale Kunstgeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. In dem qualitätvollen und mit seiner Ausstattung anschaulich überlieferten Sakralbau sind die vom II. Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) ausgehenden liturgischen Reformen aufgegriffen und architektonisch realisiert. Als anschauliches Beispiel für die zu neuen Raumschöpfungen aufbrechende Sakralbaukunst der 1960er-Jahre ist die Zwölf Apostel Kirche von auch überregionaler Bedeutung für die Architekturgeschichte der Nachkriegsmoderne. |
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Kath. Pfarrkirche St. Bonifatius | Bonifatiusplatz 1 (Karte) |
Saalbau mit Chorseitenturm mit Pyramidendach, halbrunder Apsis und ädikulaartig vortretendem Portal, Quadermauerwerk aus Tuffstein, Langhaus mit doppelter Rundbogen-Fensterstellung zwischen Strebepfeilern, verkröpfendem Kaffgesims und abschließendem Rundbogenfries, Apsis mit Lisenengliederung, abschließendem Bogenfries und Kordongesims, viergeschossiger Turm mit abgetreppten Strebepfeilern an den Ecken, Zwillingsarkade über Würfelkapitell im Glockengeschoss, im einschiffigen Langhaus hölzerne Sargdecke, in der Apsis Mosaik mit thronendem Christus, erbaut nach Plänen von Richard Raisch, 1895 bis 1900 (a)
Die unmittelbar nördlich der Altstadt in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts neu erbaute Bonifatiuskirche entstand nach Plänen des Stuttgarter Architekten Richard Raich als erster katholischer Kirchenbau in Böblingen seit der Reformation, nachdem im Zuge der Industrialisierung und des Anschlusses an die Gäubahn vermehrt Katholiken zugezogen waren. Die im zeittypischen Stil der Neuromanik gestaltete Kirche zeigt in der Apsis ein Mosaik mit einer „Maiestas Domini“ Darstellung von Max Seliger. Das Mosaik orientiert sich an mittelalterlichen byzantinischen Vorbildern. Ausgeführt wurde es von der Berliner Firma Puhl und Wagner, die u.a. auch Mosaike im Berliner Dom und in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, im Aachener Münster und in der Abtei Maria Laach schuf. Das Mosaik in der Böblinger Bonifatiuskirche gehört zu den wichtigen Zeugnissen seiner Art im Bereich kirchlicher Ausstattung zur Zeit des späten Historismus. |
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| Gedenkstein „Schillerhain“ | (Karte) |
Findling mit Inschrift, 1905 (i)
Der 100. Todestag des Dichters Friedrich Schiller wurde überall in Deutschland am 9. Mai 1905 mit Feierlichkeiten begangen. Der in diesem Zusammenhang auf der Waldburghöhe, in dem damals angelegten „Schillerhain“ aufgestellte Gedenkstein bezeichnet eines der ehemals beliebtesten Ausflugsziele der Stadt. Der Böblinger Verschönerungsverein hatte gemeinsam mit einem zu diesem Zweck gegründeten Schiller-Festkomitee östlich des Gasthofs Waldburg den Schillerhain auf einem über 60 Ar großen, bewaldeten Platz angelegt, den die Stadtgemeinde zur Verfügung gestellt hatte. Von diesem Schillerhain ist bis auf einen Weg und diesen Stein nichts mehr zu erkennen. Der Gedenkstein „Schillerhain“ ist nicht nur Dokument der Böblinger Stadtgeschichte, er belegt auch die zu Beginn des 20. Jahrhunderts allgemein im deutschen Kaiserreich verbreitete Begeisterung und Verehrung für einen der deutschen „Dichterfürsten“. |
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Wohnhaus und Wirtschaft | Enge Gasse 1 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Fachwerkhaus mit Satteldach, Obergeschoss und Giebel über profilierten Schwellbalken vorkragend, 17./18. Jahrhundert
Der schmale, sich zwischen Enge und Breite Gasse schiebende Bau wurde in der Oberen Vorstadt unmittelbar gegenüber des ehemaligen Oberen Stadttors errichtet. Als Wirtschaft besitzt es eine längere Tradition. Unmittelbar vor einem Stadttor stehende Gasthöfe hatten einst eine wichtige Funktion, konnten hier doch die Reisenden übernachten, die nach der Schließung der Tore an der Stadt ankamen und nicht mehr eingelassen wurden. |
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| Gottesackerkapelle Unserer Lieben Frau (heute Veranstaltungsgebäude) | Enge Gasse 10 (Karte) |
Einschiffiger, verputzter Massivbau mit Walmdach, umlaufendes, in der Höhe verspringendes Gesims, spitzbogige Eingänge und Maßwerkfenster, vermauerter Chorbogen, errichtet 1529 bis 1587, profaniert 1836, Chor abgebrochen vor 1850
Im Mittelalter wurden die Verstorbenen in der Regel auf dem die Pfarrkirche umgebenden Kirchhof bestattet. In Böblingen kam es schon sehr früh zu einer Verlegung des Friedhofs vor die Tore der Stadt. Diese war wohl durch die beengte Lage der Pfarrkirche auf einem Bergsporn und deren Erweiterung im späten Mittelalter bedingt. Die Kapelle auf dem neuen Friedhof wurde ab 1529 bis 1586/87 errichtet. Der überkommene spätgotische Bau war Mittelpunkt der Oberen Vorstadt. Er war von dem ummauerten Friedhof mit dem Beinhäuschen an der Westseite umgeben. Mit der Verlegung des Friedhofs 1836 wurde die Kapelle profaniert. In der Folgezeit wurden die einst zahlreich vorhandenen Epitaphien entfernt und der Bau diente wechselnden Zwecken, u.a. als weltlicher Feierraum. Die ehemalige Gottesackerkirche ist Zeugnis einer über drei Jahrhunderte währenden Nutzung als bevorzugter Bestattungsort. Sie ist von Bedeutung für die Böblinger Orts- und Kirchengeschichte. |
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Hochhaus Orplid | Amsterdamer Straße 40; Genker Straße 35 (Karte) |
15-geschossiges Hochhaus und südöstlich anschließender fünfgeschossiger Baukörper mit insgesamt 90 Wohnungen; umgebende Grün- und Verkehrsflächen, Entwurf Hans Scharoun, 1967 bis 1970
Das Wohnhochhaus Orplid entstand am Südwestrand Böblingens nach Entwürfen des bedeutenden Berliner Architekten Hans Scharoun (1893 bis 1972). Bauträger war die Universum-Treubau Wohnungs-GmbH Stuttgart, die hier 90 Eigentumswohnungen erstellen ließ. Hervorstechende Merkmale sind die vielfältige Abstufung und Schachtelung des Hauptbaukörpers, der allein in seiner Mitte - von dem verglasten Treppenhausvorbau optisch unterstützt - seine volle Höhe erreicht, sodann die Laubengänge mit Aluminiumbrüstungen, die zackenförmig oder auch rund heraustretenden Balkone, die Atelierwohnungen mit ihren schräggestellten großen Fensterflächen und die asymmetrischen Wohnungsgrundrisse. Scharoun führt hier in sehr entschlossener und architektonisch eindrucksvoller Weise die Tradition vor allem seiner Hochhausbauten „Romeo und Julia“ in Zuffenhausen (1954 bis 1959) und „Salute“ (1961 bis 1963) im Stuttgarter Fasanenhof weiter. Das Böblinger Orplid-Haus gehört zweifellos zu den bedeutendsten Beispielen nachkriegsmoderner Architektur im Kreis. Als beispielhafter Bau für das organische Bauen im Werk Scharouns hat Orplid weit über Böblingen hinausreichende Bedeutung für die Architekturgeschichte. |
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| Landesflughafen Stuttgart–Böblingen | Graf-Zeppelin-Platz 3, 7, 9, 11, 13, 15; Liesel-Bach-Straße 10 (Karte) |
Bestehend aus:
Der erste württembergische Landesflughafen Stuttgart-Böblingen wurde am 24. 5. 1925 auf dem Gelände des ehemaligen Militärflugplatzes Böblingen (Hulb) eröffnet. Dieser war vom 16. 8. 1915 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges in Betrieb. Nach der erneuten zivilen Nutzung als Verkehrsflughafen - aus dieser Zeit stammen die prägenden Bauten - war er wiederum vom 13. 4. 1939 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges militärischer Flugplatz. Nach Ende des Krieges wurde der Flughafen von den US-Streitkräften übernommen und der Flugbetrieb eingestellt. Das weitläufige Gelände diente als Internierungslager für Kriegsgefangene, als Auffanglager für Displaced Persons und als Reparaturwerk für Panzer und Lkw der US-Streitkräfte. Nach dem Ende der Nutzung des Flughafens durch die US-Streitkräfte 1992 lag das Areal fast komplett brach. Nachdem der Zweckverband der Städte Böblingen und Sindelfingen das Areal 2002 von der Bundesrepublik Deutschland gekauft und dekontaminierte hatte, begann der Umbau zu einem neuen Wohn- und Geschäftsviertel. Die in die Neugestaltung einbezogenen denkmalgeschützten Bauten des ehemaligen Böblinger Flughafens sind bedeutende Zeugnisse der Architektur- und Verkehrsgeschichte und illustrieren prägende Phasen der Stadtgeschichte Böblingens im 20. Jahrhundert. |
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Friedhof | Herdweg 41 (Karte) |
Bestehend aus: Neuer Friedhof mit Aussegnungshalle, Brunnenhaus, Ummauerung, zwei Eingänge mit Torpfeilern und Gartenanlage, 1913/14; westlich anschließender alter Friedhof, 1835; Ummauerung; historische Grabmäler des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, Gefallenendenkmale (Sachgesamtheit)
Der bereits im 16. Jahrhundert von der Stadtpfarrkirche in die Vorstadt verlegte Begräbnisplatz wurde im 19. Jahrhundert aufgegeben und 1835 ein neuer Friedhof im östlichen Vorfeld der Stadt angelegt. Dieser erhielt 1913/14 eine Erweiterung mit Aussegnungshalle, Brunnenhaus und zwei Eingängen mit Torpfeilern. Stadtbaumeister Eberle gestaltete die Aussegnungshalle als neuklassizistischen, streng kubisch gegliederter Bau. Kapelle und Friedhof stellen eine für ihre Entstehungszeit beispielhafte Architektur dar. Mit den zahlreichen historischen und Grabmälern ist der Friedhof Zeugnis der Bestattungskultur wie auch der Böblinger Stadtgeschichte. Hier sind nicht nur Bürger und Unternehmerpersönlichkeiten beigesetzt, der Friedhof birgt auch die Gräber polnischer Zwangsarbeiter und verstorbener Kinder von Displaced Persons und erinnert mit zwei Mahnmalen an die Gefallenen der beiden Weltkriege. |
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| Villa | Herdweg 161 (Karte) |
Über hohem Sockelegeschoss eingeschossiger, teils verputzter, teils holzverschindelter Bau mit hohem, dreigeschossigem Mansardgiebeldach, im Osten über zwei Stockwerle reichender Standerker im Erdgeschoss offen von Säulen getragen, große Loggia am Südgiebel, für den Arzt Dr. Carlos Krämer erbaut, 1916
Die Villa wurde außerhalb der damaligen Stadt in einer Parkanlage für den leitenden Arzt des 1901 eröffneten Sanatoriums für Tuberkulose-Kranke Dr. Carlos Krämer errichtet. Die Villa zeigt sowohl Einflüsse des Historismus als des Reformstils und stellt damit einen typischen Vertreter des Villenbaus im zweiten Dezenium des 20. Jahrhunderts dar. Das Gebäude ist ein anschauliches Zeugnis der damaligen Wohn- und Lebensverhältnisse. |
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| Wohnhaus | Jahnstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach nach Norden und Krüppel- bzw. Fußwalm nach Süden, sowie Zwerchhaus nach Osten und Standerker nach Westen, Sockel in Beton, Erdgeschoss in Naturstein, Obergeschoss in Ziegel, Architekt Sigloch, 1911 (i)
Das großzügige Wohnhaus wurde 1911 im Norden der Stadt durch den Schorndorfer Architekten Sigloch errichtet. Trotz der Verwendung verschiedener Materialien handelt es sich um einen konservertiven Bau, der verschiedene Stile rezipiert. Er ist ein typisches Beispiel für den Villenbau jener Zeit in Böblingen. |
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| Wohnhaus | Karlstraße 23 (Karte) |
Zweigeschossiger Kopfbau aus Ziegel, zwei Staffelgiebel einer als Risalit hervortretend, im Südesten Eckerker mit hohem Zeltdach, um 1900
Die verschiedenen rezipierten Architekturformen geben dem Eckbau ein historistisches Gepräge. Staffelgiebel, Rundbogenfenster mit Scheitelstein und die Rustizierung im schmalen Sockel, sind Elemente, wie sie um die Jahrhundertwende im Wohnungsbau oft Verwendung fanden. Das Gebäude ist damit ein typischer Bau jener Zeit. |
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| Diakonat- und Helferhaus (heute Teil des Rathauses) | Marktplatz 9 (Karte) |
Dreigeschossiger Fachwerkbau auf Werksteinsockel, Satteldach, Obergeschosse und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, um 1700
Bei dem Gebäude handelt es sich um einen Fachwerkbau aus der Zeit um 1700, er hat mit seinen überlieferten Funktionen auch Bedeutung für die Ortsgeschichte von Böblingen. 1707 war er Diakonathaus der Geistlichen Verwaltung Böblingen, 1833 im Besitz des Königlichen Kameralamtes Sindelfingen. Zeitweise diente er auch als Helferhaus, also also Wohnhaus der Hilfsgeistlichen, der „Helfer“ des Pfarrers. |
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| Wohnhaus (heute Teil des Rathauses) | Marktplatz 9 (Karte) |
Drei- bis viergeschossiger Bau in Hanglage mit Satteldach, über Sockel-/Erdgeschoss aus Sandsteinquadern in Fachwerk, Obergeschosse und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, Zierfachwerk im Giebel, 17. Jahrhundert
Mit seiner imposanten Größe und dem Zierfachwerk ist das Haus von prägender Wirkung für den Böblinger Marktplatz. Es ist aber nicht nur ein anspruchsvoll gestaltetes Bürgerhaus des 17. Jahrhunderts, sondern auch ein für die Stadtgeschichte interessanter Bau. In der Zeit um 1580 war es vorübergehend im Besitz Herzog Ludwigs von Württemberg. Im 17./18. Jahrhundert gehörte das Haus dem Stadt- und Amtsschreiber. 1833 sind ein Stadtrat, der Barchentweber Christian Pflomm und ein Tuchmacher Hauseigentümer. Christian Pflomm sen. besaß in der Mitte des 19. Jahrhunderts die umfangreichste maschinell betriebene Fabrik für Baumwoll- und Leinenweberei, ein in Böblingen damals verbreitetes Gewerbe. |
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| Wohnhaus | Marktplatz 19 (Karte) |
Dreigeschossiger, verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit abgefaster Ecke aus Sandsteinquadern, darüber Fachwerk, traufseitig vorkragendes Obergeschoss, axialsymmetrische Fassadengestaltung mit dicht gereihten Rechteckfenstern mit Klappläden, 18. Jahrhundert mit älterem Kern
Das stattliche Gebäude in Ecklage bildet den westlichen Abschluss der historischen nördlichen Marktplatzfront. Die axialsymmetrisch gegliederte Fassade weißt wohl auf eine Gestaltung im 18. Jahrhundert hin, doch dürfte der Bau im Kern zumindest älter sein, wie Verblattungen im Dachstuhl zeigen. Mit seinem Alter und der ortsbildprägenden Wirkung ist das Gebäude von Bedeutung für die Stadtbaugeschichte von Böblingen, das im Zweiten Weltkrieg große Teile der historischen Bausubstanz im Altstadtkern verloren hat. |
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| Wohnhaus mit Gaststätte | Marktplatz 25 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Mansarddach und Wiederkehr, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Obergeschoss und Giebel über profilierten Schwellen leicht vorkragend, 18. Jahrhundert
Das im Platz- und Stadtbild wichtige Haus weist sich durch seine Gestaltung und Kubatur als Bau des 18. Jahrhunderts aus. Es ist als eines der ältesten Häuser im Böblinger Altstadtkern, der im Zweiten Weltkrieg starken Zerstörungen ausgesetzt war, von Bedeutung für die Stadtbaugeschichte und zudem prägender Bestandteil der Marktplatzbebauung. |
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Wohnhaus | Marktplatz 27 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, über profilierten Schwellen und Balkenköpfen an Obergeschossen und Giebel vorkragend, Standerker über gemauertem Kellerhals, im Inneren bauzeitliche Farbfassungen, um 1570
Das stattliche Fachwerkhaus in prominenter Lage am Marktplatz mit dem in der Region seltenen Standerker und der reichen Innenausgestaltung lässt auf eine begüterte Bauherrschaft bzw. Besitzer schließen. Im Jahr 1578 - um diese Zeit wurde das Haus errichtet - ist als Eigentümer der Vogt Wernher Ströling überliefert. Das Gebäude hat als eines der letzten spätmittelalterlichen Bürgerhäuser in der im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Altstadt von Böblingen hohen Zeugniswert für die Stadtbaugeschichte und belegt mit seiner Ausstattung die gehobene Wohnkultur württembergischer Eliten in der Renaissancezeit. |
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| Scheune | Marktplatz 29/1 (Karte) |
Zwei- bis dreigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Mansarddach, massives Sockelgeschoss, darüber Fachwerk, 17./18. Jahrhundert
Die im Zentrum von Böblingen, nahe dem Marktplatz stehende Scheune belegt historische Wirtschaftsformen. Denn auch für viele Stadtbürger war es in früheren Zeiten üblich, neben ihrem Handwerk eine Landwirtschaft zu betreiben, um den Lebensunterhalt zu sichern. |
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| Wohnhaus | Marktplatz 29 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am 2. Obergeschoss und am Giebel über Balkenköpfen vorkragend, 2. Hälfte 16. Jahrhundert
Das stattliche Bürgerhaus ist nicht nur ein den Marktplatz in entscheidender Weise mitprägender und als eines der ältesten im Böblinger Altstadtkern erhaltenen Gebäude ein städtebaulich wichtiger Bau. Als Sitz der Stadtschreiberei (ab 1707) und Wohnhaus des Stadtschultheißen (ab 1833) ist es auch von Bedeutung für die Stadtgeschichte. |
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Oberamtei | Marktplatz 31 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Bau in starker Hanglage, Satteldach, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, über profilierten Schwellen vorkragend, giebelseitig dreigeschossiger Standerker, 1688
Der stattliche Bau wurde nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1688 neu aufgeführt. Wie schon sein 1587 vom Haus Württemberg erworbener Vorgänger, diente auch der neue Bau als herrschaftliches Amtshaus. Seit dem frühen 19. Jahrhundert fungierte es als Oberamtei im Besitz des Staates. Als ortsbildprägendes Gebäude mit einst wichtiger Funktion ist es ein aussagekräftiger Beleg der Böblinger Stadtgeschichte. |
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| Zehntscheune (heute Museum) | Marktstraße 6 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit Fachwerkgiebeln und Krüppelwalmdach, ursprünglich zwei parallelen Rundbogeneinfahrten an der stadteinwärts gelegenen Traufseite, 1593 (a)
Bei der Zehntscheune handelt es sich um ein Lagerhaus, in welchem Naturalabgaben der Büger der Stadt an die Herrschaft, welche das Patronatsrecht inne hat, gelagert werden. Wie so oft wechselten auch in Böblingen die Patronatsrechte und damit verbunden der Zehnt seit dem 15. Jahrhundert den Besitzer. So waren es etwa Gräfin Mechthild von Württemberg oder das Kloster Hirsau. Im Jahr 1833 gingen die Rechte an das königliche Kameralamt Sindelfingen. Der durch seine Kubatur und Stellung im Ortsbild hervorstechende Ökonomiebau ist ein Dokument des Abgabewesens der Feudalzeit sowie ein Zeugnis der Wirtschaftgeschichte in Böblingen. |
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| Aussegnungshalle (Bauteil A) mit vorgelagerten Umgängen | Maurener Weg 134 (Karte) |
Glockenturm und Plastik, betonsichtiger, kubisch geprägter Gebäudekomplex der Böblinger Architekten Rödl und Kieferle 1965 bis 1967.
Der Gebäudekomplex mit Aussegnungshalle, Glockenturm, Umgängen und den rückwärtigen, ein Atrium umschließenden Bereichen stellt eines der fortschrittlichsten Beispiele für Sepulkralarchitektur jener Zeit in Deutschland dar. Der Komplex weist zahlreiche Architekturzitate auf. Er ist ein imposantes Beispiel moderner Architektur auf einem neu entstandenen Waldfriedhof. |
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| Herzogliche Pirschgänge | (Karte) |
Überwiegend unterirdisch verlaufende, ursprünglich durchgehend gewölbte gemauerte Laufgänge im Böblinger Stadtwald (südwestlich des Sulzbaches auf dem militärischen Übungsplatz), angelegt für Herzog Carl Alexander von Württemberg, 1737 (i)
Die Pirschgänge ließ Herzog Carl Alexander von Württemberg 1737 für seine Jagd im damaligen Böblinger Stadtwald anlegen. Die Lage auf dem sog. Plan bot durch die auf drei Seiten angrenzenden, von Bächlein durchflossenen Täler - die Klingen - mit morastigen Stellen ideale Voraussetzungen für das Suhlen des Rotwildes. Die Pirschgänge ermöglichten dem Herzog, unabhängig von der jeweiligen Windrichtung auf der Hochfläche und getarnt dem Wild zu folgen. Die knapp mannshohen Gänge aus behauenen Quadersteinen eines benachbarten Steinbruchs hatten eine Gesamtlänge von ca. 635 m, wobei sich die Anlage mehrschenklig über eine Fläche von ca. 25 ha ausdehnte. Heute sind noch rund 130 m dieser Steinbauten erhalten, die übrigen Gänge zeichnen sich noch als mehr oder weniger abgeflachte Gräben im Gelände ab. Solche zu Jagdzwecken von einem fürstlichen Landesherrn gebauten Pirschgänge sind von äußerster Seltenheit. Die ehemaligen herzoglichen Pirschgänge im Böblinger Wald sind als Zeugnisse landesherrlicher Jagdkultur von herausragender Bedeutung für die Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts. |
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| Pestalozzi-Schule (Kernbau) | Pestalozzistraße 7 (Karte) |
Dreigeschossiger Backsteinbau mit vorspringendem Treppenhausturm und Schweifgiebel, Erdgeschoss mit rustizierten Sandsteinquadern verblendet, im Erdgeschoss Segmentbogenfenster, an den Obergeschossen zwei- und dreiteilige Kreuzstockfenster, rückseitiger Erker, 1903 (i)
Die Pestalozzi-(Volks)Schule wurde 1903 in der südöstlichen Vorstadt errichtet. Das stattliche Gebäude rezipiert die norddeutsche Renaissance. Eine wesentliche Bereicherung erfährt der Bau durch die dezente Farbigkeit des Materials: über rustiziertem Erdgeschoss - auch hier das bewusste Anknüpfen an die Gestaltungsweise repräsentativer Renaissancebauten - wechseln ockerfarbener und roter Backstein mit hellem Sandstein, Horizontale und Vertikale hervorhebend. Der Böblinger Schulbau ist ein hervorragendes Beispiel des späten Historismus. Neben der architektonisch-künstlerischen Aussage kommt der Wahl des deutschen Renaissancestils als Ausdruck bürgerlich-städtischen Selbstbewusstseins eine eigene Bedeutung zu, weshalb für Bauten städtischer Selbstverwaltung bzw. solche mit öffentlichen Aufgaben die Renaissance als Träger dieser Idee bevorzugt wurde. |
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| Wohnhaus | Poststraße 18 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau in Hanglage mit einseitig angehobenem Satteldach, massives Sockel- bzw. in Teilen massives Erdgeschoss, ansonsten Fachwerk, am Giebel dreifach über langen Knaggen vorkragend, 1529/30 (d)
Das Gebäude wurde im 16. Jahrhundert außerhalb der Stadtmauer in der ehemaligen Unteren Vorstadt erbaut. Es kragt allseitig vor mit zwei als Schauseiten ausgebildeten Giebelseiten: die nördliche stadteinwärts gerichtet, die südliche zum Unteren See hin. Es ist das einzige erhaltene Zeugnis der südlichen Vorstadtbebauung um 1600 im Anschluss an die Verlegung der südlichen Stadtmauer 1581. Gerade für die kriegszerstörte Stadt Böblingen bildet es ein außerordentlich bedeutendes Zeugnis der Stadtgeschichte. |
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Gasthof Bären | Poststraße 36 (Karte) |
Dreigeschossiges zehnachsiges Hauptgebäude mit Satteldach und mittigem Zwerchaus, massives Erdgeschoss, darüber konstruktives Fachwerk, die Giebelseiten mit Erker und überdachtem Aufgang, rechtwinklig anschließender zweigeschossiger Flügelbau, 18./19. Jahrhundert mit älterem Kern
Der Gasthof Bären - in seinem Erscheinungsbild vom 18./ 19. Jahrhundert geprägt - hat eine wesentliche längere Geschichte. Schon 1707 wird der Besitzer „Beerenwürth“ genannt. Die Gebäude-Brandversicherung schätzt die Entstehungszeit in die Zeit um 1430. Im Jahr 1568 wurde das damals sog. Grafenhaus an privat verkauft. Bis dahin gehörte es den Grafen bzw. Herzögen von Württemberg und war rings vom Wasser des Oberen Sees umgeben. Hier hielten sich die Grafen und Herzöge häufig auf, da die Seen Gelegenheit zum Fischfang und zur Wasserjagd boten. Das Gewölbe im Inneren sowie einige Fachwerk- und Bemalungsreste (Anbau) sind Zeugnisse dieser Vergangenheit. Damit ist der aus einem landesherrlichen Lust- bzw. Weiherhaus durch Umbau entstandene, klassizistische Gasthof Bären ein wichtiges stadt- und landesgeschichtliches Zeugnis. |
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| Keller des Böblinger Schlosses | Nähe Poststraße 49 (Karte) |
Langestrecktes Tonnengewölbe aus zwei Bauphasen, Mauerwerkswechsel.
Dem Keller des Böblinger Schlosses auf dem Schlossberg kommt als letztes bauliches Überbleibsel des ehemaligen Schlosses besondere Bedeutung bei. Er bezeugt an exponierter Stelle den Standort der ehemaligen Burg bzw. des Schlosses und steht stellvertretend für die lokale Herrschaftsgeschichte. |
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Ev. Stadtkirche (St. Dionys) | Schloßberg 1 (Karte) |
Saalkirche, fünfjochiges Langhaus aus Sandsteinquadern mit Satteldach, eingezogener, niedrigerer Chor mit 5/8-Schluss, quadratischer Westturm bekrönt von oktogonalem Tambour, an allen Bauteilen hohe, spizbogige Maßwerkfenster, im Inneren kreuzrippengewölbter Chorraum, trapezförmige Holzdecke im Schiff, zweigeschossige Westempore, im Kern 13. Jahrhundert, Chor und Schiff 14. Jahrhundert, Schiff im 16. Jahrhundert erweitert, Glockengeschoss und Dach des Turmes aufgesetzt durch Werkmeister Michael Stahl, Böblingen, 1707 (a), nach Kriegsschaden 1943 durch Werner und Heinz Klatte, Stuttgart, wiederhergestellt, 1949/50; Wehr- und Böschungsmauern (§2) im Süden und Norden
Eine erste Kirche in Böblingen entstand vermutlich gegen Ende des 10. Jahrhunderts und war wohl noch eine Filialkirche der Martinskirche in Sindelfingen. Um 1275 ist erstmals ein Böblinger Kirchherr in einer Urkunde erwähnt. 1419 erhob man die Schlosskapelle in Böblingen zur Pfarrkirche St. Dionysius, 1468 wurde sie dem Kloster Hirsau im Nordschwarzwald inkorporiert, nach der Einführung der Reformation kam sie an Württemberg und wurde Sitz eines Dekanats. Die Stadtkirche hatte mehrere archäologisch fassbare Vorgängerkirchen. Der älteste Teil des heutigen Baus ist der untere Bereich des Kirchturms aus Keupersandstein, der zwischen 1200 und 1250 entstanden ist und zur Schlosskapelle gehörte. Um 1340 wurde der Chor erbaut und das Langhaus verbreitert und erhöht. In den nächsten Jahrhunderten wurde vor allem der Turmaufbau verändert und die Innenausstattung erneuert. Nach dem Bombenangriff 1943 standen von der Stadtkirche nur noch die Außenmauern, der Turm war eingestürzt. Bis 1950 entstand ein rekonstruierender Wiederaufbau. Die Dionysiuskirche ist zentrales bauliches Dokument der Böblinger Siedlungsgeschichte, und nicht nur wichtiges Zeugnis des gotischen Sakralbaus, sondern auch für den Wiederaufbau der kriegszerstörten Stadt. Mit ihrem 49 m hohen Turm dominiert sie zudem die Silhouette der Stadt und gilt als ihr markantestes Wahrzeichen. |
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Oberamtsgericht | Schloßberg 11 (Karte) |
Drei- bis viergeschossiger Bau in Hanglage, Walmdach, massives Erd- und Sockelgeschoss, Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, giebelverdachter Eingang in der Mittelachse, 1833
Böblingen erhielt als Folge der Verwaltungsreformen zu Beginn des 19. Jahrhunderts 1833 einen neuen Gerichtsbau. Dem Vogt bzw. Oberamtmann wurde nun bis auf eine beschränkte Strafgewalt zunächst die Gerichtsbarkeit entzogen, die einem besonderen Oberamtsgericht übertragen wurde. Der schlichte Bau mit der Betonung der Mittelachse und dem übergiebelten Eingang ist ein Beispiel für den Klassizismus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er verdeutlicht nicht nur Böblinger Stadt(bau)geschichte, sondern verweist auch auf einen Wendepunkt in der Justiz- und Verwaltungsgeschichte von Stadt und Land. |
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| Schloßbergstollen | Nähe Schloßberg 11 (Karte) |
1944
Die weitestgehend original überlieferte Stollenanlage wurde im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen für 5000 Menschen errichtet. Eröffnet wurde sie am 17. 11. 1944 im Rahmen des „LS-Führerprogramms“ des Reichsministeriums für Luftfahrt und des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Hermann Göring. Die heute größte und besterhaltene Stollenanlage der Stadt ist ein eindrucksvolle Zeugnis der Geschichte Böblingens im Zweiten Weltkrieg. |
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| Ev. Dekanat | Schloßberg 13 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Bau mit Sockelgeschoss aus Werksteinquadern in Hanglage, Walmdach, in der Mittelachse (heute zugesetzter) Eingang mit rundbogigem profiliertem Hausteingewände und geradem Gesims, dieses seitlich als Stockwerk-Gurtgesims weitergeführt, 1845
1845 wurde neben dem ein gutes Jahrzehnt zuvor entstandenen Oberamtsgericht das ev. Dekanat- oder Diakonhaus erbaut, das sich in Dimension und Firstlinie dem höher gelegenen (infolge des steil ansteigenden Schlossberges) Nachbargebäude angleicht. Etwas aufwendiger ist hingegen die Gestaltung des mittelachsigen einstigen Eingangs, der im Scheitel des Portalgewändes das königl. württembergische Wappen trägt. Als einfacher verputzter Bau mit betonter Mittelachse zeigt das Dekanatsgebäude - in dem auch die Wohnung des Ortsgeistlichen untergebracht war - klassizistische Stilelemente. |
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| Freibad Böblingen | Silberweg 14 (Karte) |
Bestehend aus: 50 m-Schwimmbecken; Nichtschwimmerbecken mit Wassertreppe und Rutsche; nierenförmiges Planschbecken mit mosaikbelegter Betonplastik einer Schlange; Sprungturm und Rutsche aus Beton; Hallenbau mit Umkleideräumen für Knaben und Mädchen, Holzständer-Leichtbaukonstruktion mit verputzten Wänden und einem leicht geneigten Pultdach, Drahtplastikkomposition aus Fischen an der Stirnwand; gärtnerische Anlage, nach Plänen von Werner Gabriel, Stuttgart erstellt, 1953 (a), östliche Flachbauten mit Kassenhäuschen, Kiosk, Betriebsräumen, Einzelkabinen, Duschen und Toiletten erneuert, um 1970
Das 1953 eingeweihte Böblinger Freibad zählt trotz nutzungsbedingter Veränderungen aus den 1970er-Jahren zu den wenigen Bädern dieser Zeit, die in ihrer ursprünglichen baulichen Gestalt und Anlage im Wesentlichen unverändert erhalten blieben. Der Planer dieses bemerkenswerten Freibades war der Stuttgarter Architekt Werner Gabriel, der in den 1950er-Jahren zu den führenden Vertretern einer modernen Architekturauffassung in der Landeshauptstadt zählte und noch heute Beachtung findet. Überhaupt scheint Werner Gabriel als Fachmann für Bäder gegolten zu haben, da er in Stuttgart u. a. auch das Höhenfreibad Killesberg 1950 und das Leo-Vetter-Hallenbad in Ostheim 1956 bis 60 erbaut hat. Das Böblinger Freibad ist mit seiner zeittypischen Gestaltung auf hohem architektonischen und künstlerischen Niveau ein anschauliches Beispiel dieser Bauaufgabe. Da seine Entstehung entscheidend der Initiative der Böblinger Bürgerschaft zu verdanken ist, die ca. ein Viertel der Baukosten aufbrachte, ist es zudem ein Zeugnis der jüngeren Stadtgeschichte. |
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Wohnanlage Rauher Kapf | Taunusstraße 50, 54, 58, 62, 64, 68, 72 (Karte) |
Bestehend aus: sechs Mehrfamilienhäuser mit Ladenzentrum; Tiefgarage; parkartig gestaltete Freifläche mit Fußwegesystem, Architekten Hans Scharoun, Philipp Plötz, 1963 bis 1966
Das Wohnquartier Rauher Kapf wurde 1963 bis 1966 von dem renommierten Berliner Architekten Hans Scharoun in Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Architekten Philipp Plötz erbaut. Es entstand als Mittelstück einer damals neu erstellten, von Wald umgebenen Stadtrandsiedlung südwestlich von Böblingen. Das Quartier besitzt wichtigen architektur- und wohnbaugeschichtlichen Quellenwert; es vermittelt in dem städtebaulichen Gesamtentwurf ebenso wie in der Gestaltung der Einzelbauten anschaulich Ideen und Grundlagen des Scharounschen Bauens, das sich insbesondere auf das organische Bauen bezog. Die Wohnbebauung zählt zu den Spätwerken Hans Scharouns und ist ein bemerkenswertes Beispiel der Nachkriegsarchitektur in Böblingen. |
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Wohn- und Gasthaus | Turmstraße 9 (Karte) |
Zweigeschossiges Fachwerkhaus auf massivem Sockel, Satteldach, Fachwerk an Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, zwei Bohlenstuben, im Kern Mitte 17. Jahrhundert
Mit seiner langen Gasthaustradition - überliefert ist der Name Gasthaus Zum Grünen Turm nach dem benachbarten Wehrturm - ist das Gebäude Zeugnis der Böblinger Wirtschaftsgeschichte. Als eines der wenigen Fachwerkhäuser, die von den schweren Zerstörungen des Böblinger Altstadtkerns im Zweiten Weltkrieg verschont blieben, ist es zudem wichtiges Dokument der Stadtbaugeschichte. |
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Stadtbefestigung [§ 2] | Turmstraße 10 (Karte) |
Bestehend aus:
Die Böblinger Stadtmauer wurde wohl in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet. 1272 spricht die Sindelfinger Chronik erstmals von den „cives“, den Bürgern, 1278 von der „Civitas“, der Stadt, was das Vorhandensein einer Stadtmauer voraussetzen dürfte. Die Stadtmauer zog sich im Norden entlang der Unteren Gasse zum Unteren Tor und führte von dort zum Bärenturm im Südosten. Von hier wie von dem gegenüber im Nordosten liegenden Eckpunkt lief die Stadtmauer fast senkrecht auf den Schlossberg zu. Die östlich in Form eines Dreiecks weiter vorstoßende Schlossgartenmauer verband sich im Norden beim „Grünen Turm“, im Süden etwa beim Oberen Tor mit der Stadtmauer. Der „Grüne Turm“ bildet die nordöstliche Eckbefestigung der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vorgelagerten Zwingermauer. Zur gleichen Zeit wurde auch die Stadtmauer selbst erneuert. Kennzeichen der jüngeren Entstehungszeit sind z. B. die Schießscharten mit kreisförmiger Erweiterung in der Mitte, die den jüngeren Feuerwaffen angepasst wurden. Die Stadtmauer bestand bis ins 19. Jahrhundert. Die erhaltenen Teile der Befestigungsanlage sind anschauliche Fixpunkte für den Nachvollzug des mittelalterlichen Stadtumfanges. Sie sind Zeugen des spätmittelalterlichen Befestigungssystems, in dem sich zugleich die ehemalige Stadtfreiheit manifestiert. |
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| Villa | Waldburgstraße 29 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, traufseitig überdachter Eingang, an der westlichen Traufseite ein Erker, giebelseitig zur Straße durch flachgedeckten Anbau erweitert, für den Luftfahrtpionier Dr. Hanns Klemm erbaut, um 1910
Die Villa hat Bedeutung für die Böblinger Stadt- und Wirtschaftsgeschichte als Wohnhaus des Luftfahrtpioniers und Ehrenbürger der Stadt Dr. Hanns Klemm. 1926 machte sich der studierte Bauingenieur als Flugzeugbauer selbstständig und siedelte seine Fabrik 1927 in Böblingen an. Seit Klemm 1919 das erste Leichtflugzeug der Welt entwickelt hatte, avancierten seine Flugzeuge zu beliebten Modellen für Sportpiloten. Seine Vision, Flugzeuge auch für einen breiteren Personenkreis erschwindlich zu bauen, trieb Hanns Klemm zu immer neuen Varianten seines erfolgreichen Prototyps. Als im Zweiten Weltkrieg die zivile Luftfahrt weitgehend verdrängt wurde und unter staatlicher Aufsicht Militärflugzeuge produziert werden mussten, trat Hanns Klemm 1943 als Geschäftsführer zurück und aus der NSDAP aus und wurde 1944 von der Gestapo verhaftet. Die Siegermächte ließen 1945 das Werk des mittlerweile 60-jährigen in Böblingen demontieren. |
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| Wirtschaftshof der ehemaligen Hindenburg- und Ludendorff-Kasernen (heute US-Panzerkasernen) | Waldburgstraße 3162, 3165 (Karte) |
Bestehend aus: zweigeschossiger, verputzter Verwaltungsbau; zwei eingeschossige, teils offene Lagerhäuser in Fachwerk; Wasserturm, zehngeschossiger Stahlbetonbau; rechteckiger Hof; 1936 bis 38
Der Wirtschaftshof entstand ab 1936 als Teil der nahe gelegenen ehemaligen Hindenburg- und Ludendorff-Kasernen. Er ist ein anschauliches Beispiel für jene Bauten, die im Zuge des zunehmenden Kasernenbaus zu dieser zeit entstanden. Den Lagerbauten, die mit ihrem Fachwerk typische Vertreter des Heimatstils sind, steht die funktionale Stahlbetonkonstruktipon des Wasserturms gegenüber. Die Bauten sind typische Beispiele jener Zeit und von stadt- und militärgeschichtlicher Bedeutung. |
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| Offizierskasino der ehemaligen Hindenburg- und Ludendorff-Kasernen | Waldburgstraße 3180 (Karte) |
Bestehend aus: Hauptgebäude, zweigeschossiger verputzter Bau mit Walmdach und zwei Seitenflügeln, Dreiflügelanlage um Aussichtsterrasse; Stützmauer aus Naturstein an der vierten Seite, an deren östlichem Ende ein Gartenhaus in Fachwerk, 1936 bis 1938 (a) (Sachgesamtheit)
Das in Aussichtslage über der Stadt errichtete Offizierskasino orientiert sich in seiner Architekturgestalt am sog. Heimatstil, einer Architekturströmung die vor allem durch Paul Schmitthenner vertreten wurde. In seinem Inneren birgt das Offizierskasino mehrere Speise- und Festsäle. Der größte von ihnen ist mit einem triptychonartigen Wandgemälde ausgestattet. Es stammt von den Allgäuer Kirchenmalern August und Josef Braun und stellt ein mittelalterliches Ritterturnier dar. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es zunächst ganz übertüncht und später bis auf die Textunter- und -überschriften wieder freigelegt. Das Kasino mit seiner auf uns gekommenen Ausstattung ist ein typischer Bau jener Zeit und ein beredtes Zeugnis der Böblinger Stadt- und Militärgeschichte. |
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| Fliegerhorstkaserne | Wolfgang-Brumme-Allee 35, 52, 60 (Karte) |
Wildermuth-Kaserne (heute Bundespolizeidirektion Stuttgart), bestehend aus: Verwaltungsgebäude mit Rundbogendurchfahrt, doppelläufiger Treppe, Eingang von durchbrochenem Giebel mit Wappen bekrönt; radial angeordnete Mannschaftsgebäude; Wirtschaftsgebäude; Trafohäuschen; Alte Wache; eineinhalb- bis zweieinhalbgeschossige meist verputzte, teils in Sichtmauerwerk aus rotem Sandstein errichtete Bauten mit hohen Walmdächern und Schleppgaupen, 1937/38 (a)
Die ehemalige Fliegerhorstkaserne wurde 1937/38 in unmittelbarer Nachbarschaft zum damaligen Landesflughafen Stuttgart-Böblingen erbaut. Dieser wurde nach der Verlegung des Zivillufthafens nach Echterdingen ab 13. 4. 1939 militärisch genutzt. Die solide und sorgfältig ausgeführten Bauten der Fliegerhorstkaserne sind anschaulich überlieferte Beispiele des sog. Heimatstils. Diese an regionale Bautraditionen anknüpfende Formauffassung wurde damals vor allem durch Paul Schmitthenner vertreten, der von 1918 bis 1945 an der Technischen Hochschule Stuttgart lehrte. Charakteristisch sind die eineinhalb- bis zweieinhalbgeschossigen Putzbauten, die sich mit ihren hohen Walmdächern und den Schleppgaupen im weiteren Sinne an Vorbildern aus der Zeit um 1800 orientieren. Die Kaserne ist aber nicht nur ein Dokument der Architekturgeschichte, die Stationierung der Fliegerhorstkompanie und des Panzerregiments in den Hindenburg- und Ludendorff-Kasernen in Böblingen hatten auch große Auswirkungen auf die Geschichte und Entwicklung der Stadt und der Region. |
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Dagersheim
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Rathaus mit Polizeistation und Bücherei | Albert-Schweitzer-Straße 2 (Karte) |
Zweigeschossiger Baukörper auf polygonalem Grundriss, sich nach Westen in einer Glasfront öffnend, nach Osten geschlossene Fläche, ehemals Sichtbetonwände, große Fensterflächen, Holzverkleidungen an den Obergeschossen und Schiefer am deutlich heruntergezogenen Dach, der Ratssaal als eigener Baukörper im Bau integriert, nach Entwürfen der Architekten Renate und Claus Weisbach errichtet, 1964/65
Das heutige Bezirksamt Dagerheim wurde 1964/65 nach Entwürfen der Architekten Renate und Claus Weisbach errichtet. Der Entwurf von Renate Weisbach hatte im Wettbewerb zur Umgestaltung der Ortsmitte 1962 den Zuschlag erhalten. Neben der Gemeindeverwaltung enthielt das Gebäude eine Polizeistation und eine Bücherei. 1971 wurde Dagersheim nach Böblingen eingemeindet, seither wird das Rathaus als Bezirksamt genutzt. Das ehemalige Rathaus in Dagersheim besticht durch seine gelungene Einbindung neuer Formen und Materialien in den bestehenden Ortskern und seine architektonischen Qualitäten. Es demonstriert die repräsentative Darstellung einer Gemeindeverwaltung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. |
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| Wohnhaus | Am Bach 3/1, 3/2 (Karte) |
Zweigeschossiger teilweise verputzter Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber in Fachwerk, Ostgiebel über Balkenköpfen und langen Knaggen dreifach vorkragend, Scheunenteil 1472 (d), Wohnteil 1495 (d)
Das Haus entspricht dem in der Region vorherrschenden Typus des quergeteilten gestelzten Einhauses. Es zeigt einen charakteristischen Aufbau mit Fachwerk-Wohnteil über massivem Stallgeschoss in der einen und Scheune in der anderen Haushälfte. Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel dieses ländlichen Bautyps, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint. Mit seiner noch in das 15. Jahrhundert zurückreichenden Fachwerkkonstruktion gehört es zudem zum ältesten Baubestand von Dagersheim. |
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| Friedhofsmauer | Nähe Anemonenstraße 2 (Karte) |
Zwei verputzte Mauerzüge, pyramidale Aufsätze mit Kugelknauf am südlichen Eingang, 19. Jahrhundert
Der Dagersheimer Friedhof zählt zu den selteneren Beispielen, von denen die Oberamtsbeschreibung 1850 mitteilt, dass die Verlegung vom ursprünglich um die Kirche gelegenen Begräbnisplatz „schon vor langer Zeit“ erfolgte. 1833 wurde der bereits bestehende Begräbnisplatz bedeutend erweitert. Der Dagersheimer Friedhof überliefert eine ländliche Friedhofsanlage aus der Zeit, in der die Begräbnisplätze vor allem aus Platz- und hygienischen Gründen um die Kirchen aufgelassen und zahlreiche neue Friedhöfe außerhalb der Ortskerne angelegt wurden. Damit ist er Zeugnis des Wandels in der Bestattungskultur wie auch der Dagersheimer Ortsgeschichte. |
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| Gasthaus Hirsch | Berggasse 1 (Karte) |
Zweigeschossig mit Mansarddach, massives verputztes Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am Giebel über profilierten Schwellen schwach vorkragend, 18. Jahrhundert
Der „Hirsch“ steht in typischer Lage an der Straße von Böblingen nach Sindelfingen in der Ortsmitte von Grafenau an der Brücke über die Schwippe. Im Erdgeschoss des Gasthauses befand sich früher ein Pferdestall, so dass Reisende hier ihre Pferde wechseln konnten. Der Bau veranschaulicht eindrucksvoll die große Bedeutung, die Gasthäusern früher in den Dörfern als gesellschaftlicher Mittelpunkt und Raststation zukam und die sich bereits an den im Verhältnis zu den Bauernhäusern stattlichen Dimensionen erkennen lässt. |
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| Wohnhaus eines ehemaligen Gehöfts | Grabengasse 3 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau über gemauertem Sockel in Hanglage, Satteldach, giebelseitig Vorkragungen, Eckstube, 17. Jahrhundert
Das ehemalige Wohnstallhaus ist ein anschauliches Beispiel dieses ländlichen Bautyps, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint. Es vermittelt einen Eindruck der Wohn- und Lebensverhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung im 17. Jahrhundert und hat siedlungs- sowie ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert für Dagersheim. |
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| Nord-Süd-Leitung | Hochberg 1 (Karte) |
Verbundleitung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (heute RWE AG), 220 kV-/380 kV-Hochspannungsleitung auf Stahlgittermasten, 1924 bis 1930
Die von 1924 bis 1930 errichtete Nord-Süd-Leitung zwischen Brauweiler in Nordrhein-Westfalen und Bürs in Österreich stellt als bauliche und technische Einheit ein bedeutendes Zeugnis der Energiewirtschaft dar. Hintergrund ihrer Errichtung war der Gedanke, dass nur ein überregionaler Energieaustausch mittels Verbundnetzen eine sichere und wirtschaftliche Stromversorgung garantieren könne. Die Nord-Süd-Leitung ermöglichte den Lastausgleich zwischen den rheinischen Braunkohlekraftwerken, die die Grundlast abdeckten (v.a. Goldenbergwerk des RWE), und den süddeutschen und alpinen Speicherwasserkraftwerken, die der Deckung der Spitzenlast dienten (v. a. Vermuntwerk der Illwerke). Zur Übertragung wurde hochgespannter Wechselstrom mit einer Spannung von 220 kV eingesetzt, eine Technologie, die hier erstmals in großem Stil in Europa zur Anwendung kam. 1928 waren die Bauarbeiten in Baden und Württemberg abgeschlossen, 1930 floss der erste Strom. Die zunächst als 220 kV-Leitung errichtete Nord-Süd-Leitung wurde 1957/1958 im Abschnitt zwischen Rommerskirchen (Nordrhein-Westfalen) und Ludwigsburg-Hoheneck auf eine Spannung von 380 kV umgestellt. Damit war sie die erste 380 kV-Leitung Deutschlands. Die Nord-Süd-Leitung gilt als Pionierleistung im Bereich der Elektrizitätsversorgung und -wirtschaft. Sie stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum heutigen europäischen Elektrizitätsverbund dar. In ihrem weitgehend bauzeitlichen Überlieferungszustand hat die Nord-Süd-Leitung hohen Zeugniswert für die Technikgeschichte. Zudem hat sie Seltenheitswert, da andere technikgeschichtlich bedeutsame Freileitungen bereits abgebaut wurden. |
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Ev. Pfarrkirche (St. Fridolin) | Kirchgasse 1 (Karte) |
Langhaus mit Satteldach, langgestreckter, eingezogener Chor mit 5/8-Schluss, Westturm mit Schlitzöffnungen, Fachwerkobergeschoss und Krüppelwalmdach, nördlich angebaute Sakristei, verputzt, Architekturglieder aus Sandstein, Maßwerkfenster, im Inneren Chor mit Netzgewölbe, Chorgestühl angeblich vom Böblinger Meister Hans Ernst, 1491, Turm 11./12. Jahrhundert, Schiff, Chor und Sakristei angebaut, 1482 bis 1491 (a)
Eine der großen und gut ausgestatteten Landkirchen des Kreises; südlich der Schwippe in ehem. Umwehrung stehend, deren Verlauf an der erneuerten Mauer ablesbar geblieben ist. Nachdem sie 1477 vom Chorherrenstift Sindelfingen an die neu gegründete Universität Tübingen kam, wurde bald ein weitgehender Neubau begonnen, der bis 1491 fertiggestellt war. Die seit der Einführung der Reformation 1534 evangelische Pfarrkirche ist nicht nur ein Beispiel für die spätgotische Sakralarchitektur im ländlichen Bereich, sondern auch zentrales Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte von Dagersheim. |
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| Zehntscheune (heute Bürgerhaus) | Kirchgasse 18 (Karte) |
Zweigeschossiger breitgelagerter Bau mit Krüppelwalmdach, massives Erdgeschoss aus Bruchsteinmauerwerk mit großem rundbogigen Tor, darüber konstruktives Fachwerk, 1800 (a)
Die Dagersheimer Zehntscheune, bei der es sich um einen Neubau des Jahres 1800 handelt, hat eine ältere Geschichte. Die Zehntrechte wechselten seit dem 14. Jahrhundert imm er wieder den Besitzer, so etwa die Pfalzherren von Tübingen oder das Chorherrenstift Sindelfingen. Erstmals wird die Zehntscheune 1568 urkundlich erwähnt. Der durch seine Kubatur und Stellung im Ortsbild hervorstechende Ökonomiebau ist ein Dokument des Abgabewesens der Feudalzeit sowie ein Zeugnis der Wirtschaftgeschichte in Dagersheim. |
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| Wohnhaus | Kleine Gasse 6 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit hohem massivem Sockel und Satteldach, Giebel über Balkenköpfen vorkragend, Eckstube im Obergeschoss, 17. Jahrhundert
Das im 17. Jahrhundert errichtete Wohnhaus gehört zum älteren Baubestand in Dagersheim. Es ist aber nicht nur von Bedeutung für die Ortsbaugeschichte, mit seinem früher wahrscheinlich zur Lagerung von Wein genutzten Keller verweist es auch auf ehemalige Wirtschaftsformen. In früheren Zeiten wurde auch in Dagersheim auf einer Halde Weinbau betrieben, der aber um die Mitte des 19. Jahrhunderts eingestellt wurde. |
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| Wohnstallhaus eines ehemaligen Gehöfts | Mühlgasse 4 (Karte) |
Ein- bis zweigeschossiger verputzter Bau in Hanglage, Satteldach, massives Sockel-/Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an der Giebelseite vierfach vorkragend, 17. Jahrhundert
Das Haus entspricht dem in der Region weit verbreiteten Typus des gestelzten Wohnstallhauses. Es zeigt einen charakteristischen Aufbau mit Fachwerkwohnteil über massivem Stallgeschoss und ist damit ein anschaulich überliefertes Beispiel dieses ländlichen Bautyps, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint. Mit seinen am Außenbau ablesbaren Funktionen und dem hohen Alter ist es wichtiges Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Dagersheimer Ortsbaugeschichte. |
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| Mühlscheune | Mühlgasse 22/1 (Karte) |
Fachwerk auf hohem massiven Sockelgeschocc, Satteldach, breites, traufseitig auf Holzstützen, seitlich auf Fachwerkwänden ruhendes Vordach, 18. Jahrhundert
Von den beiden Mühlen, von denen sich der Name der Gasse herleitet, hat sich heute nur noch eine große Fachwerkstallscheune erhalten. Einen sprechenden Hinweis auf die einstige Mühle gibt der in einer Seitenwand des Vordaches vermauerte Ofentragstein mit zwei heraldischen Löwen, die eine Krone über einem Mühlrad halten, dem Standes-(Zunft-)zeichen des Müllers. Die Scheune und der Stein - der auch von kunsthandwerklichem Interesse ist - sind Zeugnisse der Dagersheimer Orts- und Wirtschaftsgeschichte. |
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| Hofanlage | Schmale Gasse 2 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter (teilweise verkleideter) Fachwerkbau auf massivem Sockel, Satteldach, Obergeschoss am Westgiebel über langgezogenen Knaggen stark vorkragend, 16. Jahrhundert; zurückgesetzte Fachwerkscheune mit Satteldach, massivem Stallteil und verbrettertem Giebel
Das Wohnhaus der Hofanlage weist mit der auf langgezogenen Knaggen ruhenden, kräftigen Vorkragung, dem stehenden Dachstuhl und den Verblattungen an den Innenwänden mit Lehmwickel-Ausfachung auf eine Entstehung noch im 16. Jahrhundert hin und zählt damit zu den ältesten Fachwerkhäusern in Dagersheims. Zusammen mit der stattlichen Scheune hat es siedlungs- und ortsgeschichtlichen Zeugniswert und belegt das bäuerliche Wohnen und Wirtschaften in vormoderner Zeit. |
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| Wohnhaus | Schmale Gasse 6 (Karte) |
Zweigeschossiger teils verputzter (teils modern verkleideter) Bau in Hanglage, Satteldach, massives Sockel-/Erdgeschoss, darüber Fachwerk, an der Westseite vierfach vorkragend, 17. Jahrhundert
Das Haus entspricht dem in der Region weit verbreiteten Typus des gestelzten Wohnstallhauses. Es zeigt einen charakteristischen Aufbau mit Fachwerkwohnteil über massivem Stallgeschoss und ist damit ein anschaulich überliefertes Beispiel dieses ländlichen Bautyps, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint. Mit seinen am Außenbau ablesbaren Funktionen und dem hohen Alter ist es wichtiges Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Dagersheimer Ortsbaugeschichte. |
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| dreizonige Fachwerkscheune (die Hofseite verputzt) auf Sandsetinsocke | Schmale Gasse (Karte) |
Kleiner tonnengewölbter Keller, technische Ausstattung, 17. Jahrhundert
Die Scheune ist als Ökonmiegebäude einer Hofanlage Zeugnis der argrarischen Struktur Dagersheims. Aufgrund ihres guten Überlieferungszustandes verdeutlicht sie bäuerliche Wirtschaftsstrukturen und ist von ortsgeschichtlicher Bedeutung. |
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| Hofanlage | Schmale Gasse 9, 9/2 (Karte) |
Bestehend aus: zweigeschossiges verputztes Wohnstallhaus mit hohem Sockel in Hanglage, Satteldach, Sockel- und Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, am Ostgiebel zweifach über Balkenköpfen vorkragend; zurückgesetzte traufständige Fachwerkscheune mit kleinerer giebelständig davor stehender Fachwerkscheune mit Segmentbogen-Einfahrt, 17./18. Jahrhundert
Das stattliche Wohnstallhaus bildet zusammen mit den beiden anschaulich erhaltenen Scheunen in konstruktivem Fachwerk die größte Hofanlage in Dagersheim. Das Anwesen vermittelt einen Eindruck der Wohn- und Lebensverhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung in der Barockzeit und hat siedlungs- sowie ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
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Ehemalige Kulturdenkmale
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
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Weitere Bilder |
Ehemaliges Empfangsgebäude (Flughafen Böblingen) | Flugfeld, Liesel-Bach-Straße 10 (Karte) |
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Weitere Bilder |
Hangars | Flugfeld (Karte) |
Heute genutzt von der Motorworld Region Stuttgart | ||
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Martin-Luther-Kirche | Achalmstr. 3 (Karte) |
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| Helferathaus | Marktstraße 11 (Karte) |
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Weitere Bilder |
Feierraum (ehem. Gottesackerkirche) | Pestalozzistraße 9 (Karte) |
1529-1587 | ||
| Platzhirsch | Postplatz 5 (Karte) |
Heute Brauereigaststätte | |||
Weitere Bilder |
Wohnhaus Untere Gasse 9 | Untere Gasse 9 (Karte) |
Fast 530 Jahre alt, eins der ältesten Wohnhäuser in Böblingen. War es ein Teil der Stadtmauer mit Schießscharten.[1] | ||
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Alte Wache | Wolfgang-Brumme-Allee 35 (Karte) |
Quellen
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.