Liste der Kulturdenkmale in Ehningen
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In der Liste der Kulturdenkmale in Ehningen sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Ehningen im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
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- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Ehningen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnhaus des Altschäfers | Burgstraße 14 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau in Hanglage (im Erdgeschoss teilweise erneuert in Backstein), Satteldach mit Aufschiebling, Obergeschoss und Giebel dreifach vorkragend, Zierfachwerk an südlicher Giebelseite mit Andreaskreuzen und Rautenmotiv, Konsolfriese, traufseitig erschlossen, rückwärtiger Scheunenteil mit Dachüberstand, bezeichnet am Mittelständer samt Initialen und Symbolen, 1707 (i)
Das am südlichen Rand des historischen Ortskerns stehende Haus, das auch einen Scheunenteil zur Eigenversorgung umfasst, belegt die Wohn- und Arbeitsverhältnisse zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Die aufwendige Gestaltung mit Zierfachwerk macht das Gebäude zu einem anschaulichen Beispiel des frühneuzeitlichen Hausbaus im ländlichen Raum. Zugleich dokumentiert sie die lokale Handwerkskunst. Als ehemaliges Wohnhaus des Altschäfers gibt der Bau zudem Einblick in die Wirtschafts- und Sozialstruktur von Ehningen in vormoderner Zeit. |
97022130 | ||
| Wohnstallhaus (jüngerer | Burgstraße 22 (Karte) |
Rechtwinklig angebauter Ökonomietrakt), zweigeschossig, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, verputzt, Westgiebel zweifach vorkragend, zum Teil konsolartig profilierte Knaggen, um 1600
Das gestelzte Wohnstallhaus ist ein regionaltypisches Beispiel des ländlichen Hausbaus im 17. Jahrhundert. Über einem massiv errichteten Erdgeschoss, in dem der Stall untergebracht war, erhebt sich das Wohngeschoss in Fachwerk. Das Gebäude hat damit Zeugniswert für die Ortsbaugeschichte von Ehningen und ist Dokument historischer Wohn- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land. |
97022355 | ||
| Hofanlage | Burgstraße 33, 35 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnstallhaus, zweigeschossiger Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Zwillingsfenster und Zierfachwerk am Ostgiebel mit geschweiften und genasten Andreaskreuzen, dreifach vorkragend auf lang gezogenen Knaggen; parallel dazu Scheune, Fachwerkbau auf Bruchsteinsockel, Satteldach mit Aufschiebling; 17. Jahrhundert
Die als Parallelgehöft angeordnete Hofanlage am alten südlichen Ortsrand ist ein charakteristisches Zeugnis bäuerlicher Wohn- und Bauformen im 17. Jahrhundert. Sie besteht aus einem gestelzten Wohnstallhaus mit den übereinander angeordneten Wohn- und Stallteilen sowie einer separaten Scheune. Die aufwändige Gestaltung des Hauptgebäudes mit Zierfachwerk belegt die örtliche Handwerkskunst. Das Gehöft ist nicht nur ein Zeugnis der Ortsbaugeschichte, sondern dokumentiert auch die landwirtschaftliche Prägung von Ehningen. |
97022354 | ||
| Wohnstallhaus | Dagersheimer Straße 3 (Karte) |
Zweigeschossig, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, verputzt, Südgiebel mit verziertem Sichtfachwerk, Obergeschoss und Giebel vierfach vorkragend, 17. Jahrhundert
Das gestelzte Wohnstallhaus liegt an einer markanten Straßengabelung am nördlichen Ortseingang. Es ist ein regionaltypisches Beispiel des ländlichen Hausbaus im 17. Jahrhundert. Über einem massiv errichteten Erdgeschoss, in dem der Stall untergebracht war, erhebt sich das Wohngeschoss in Fachwerk. Das stattliche Gebäude hat damit Zeugniswert für die Ortsbaugeschichte von Ehningen und ist Dokument historischer Wohn- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land. |
97022356 | ||
| Schulhaus | Gartenstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau auf U-förmigem Grundriss, Satteldach mit Aufschiebling, an Nordseite einseitig abgewalmt, über Traufhöhe hinausragender Eckvorbau für Treppenhaus, nördlicher Flügel eingeschossig mit Walmdach und traufseitig abgestützem Überstand, verputzt, Hausteinsockel, Südflügel mit Binnen- und Ecklisenengliederung aus Werkstein und Sohlbankgesims mit Zahnschnittfries, traufseitige Eingangsfront mit mittigem Portal, darüber Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel, flankiert von segmentbogigen Dachgauben, erbaut von den Architekten Baumann und Theurer, 1913 bis 1915 (a)
Das Schulhaus wurde nordöstlich des historischen Ortskerns auf dem „Frohnäcker“ genannten Gewann errichtet, das ihm den Namen gab. Die den Bau prägenden Motive, welche aus einer betonten Vertikalgliederung und einem horizontalen Gesims als Gegenakzent bestehen, leiten sich vom strengeren, klassizistisch orientierten Stil ab, wie er für das frühe 20. Jahrhundert charakteristisch ist und vor allem öffentliche Gebäude ab 1910 kennzeichnet. So stellt das Gebäude mit seiner sorgfältig gestalteten EIngangsfront ein anschaulich überliefertes zeittypisches Beispiel des neoklassizistisch geprägten Schulhausbaus auf dem Land dar, das im Baubestand des Ortes einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Es ist für die die Architektur- wie die Ortsgeschichte von Ehningen von Bedeutung. |
97022357 | ||
| Ruhebank (mit Linde) | Grubstockweg 28 (Karte) |
Drei Sandsteinblöcke (durch Eisenklammern modern stabilisiert)
Die an einer Weggabelung gelegene Ruhebank - im Volksmund auch als Gruber, Gruh- oder Grubbank bezeichnet - diente der Rast beim Tragen schwerer Lasten wie z. B. Körbe, in denen Obst und Gemüse von der Ernte nach Hause oder auf den Markt gebracht wurden. Die auf den Schultern getragenen Körbe oder hölzerne Bütten konnten auf der hohen Steinbank abgesetzt werden, häufig existierte daneben eine Sitzbank. Solche Ruhebänke gab es nachweislich schon im 16. Jahrhundert und sie behielten ihre wichtige Funktion bis ins 20. Jahrhundert. Sie sind charakteristische Elemente der vormodernen Kulturlandschaft und Zeugnisse der bäuerlichen Alltagskultur. |
101382574 | ||
| Nord-Süd-Leitung | Weinberg (Karte) |
Verbundleitung des Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerks (heute RWE AG), 220 kV-/380 kV-Hochspannungsleitung auf Stahlgittermasten, 1924 bis 1930
Die 1924 bis 1930 vom Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk (RWE) in Zusammenarbeit mit regionalen Energieversorgern errichtete Nord-Süd-Leitung erstreckt sich von Brauweiler (Nordrhein-Westfalen) über Koblenz-Wallersheim und Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz), Kelsterbach (Hessen), Mannheim-Rheinau, Ludwigsburg-Hoheneck, Herbertingen (Baden-Württemberg) und Lindau (Bayern) bis Bürs bei Bludenz (Vorarlberg/Österreich). Ein zweiter Leitungsstrang verbindet Herbertingen und Gurtweil (Baden-Württemberg). Hintergrund ihrer Errichtung war der Gedanke, dass nur ein überregionaler Energieaustausch mittels Verbundnetzen eine sichere und wirtschaftliche Stromversorgung garantieren könne. Die Nord-Süd-Leitung ermöglichte den Lastausgleich zwischen den rheinischen Braunkohlekraftwerken, die die Grundlast abdeckten (v. a. Goldenbergwerk des RWE), und den süddeutschen und alpinen Speicherwasserkraftwerken, die der Deckung der Spitzenlast dienten (v. a. Vermuntwerk der Illwerke). Zur Übertragung wurde hochgespannter Wechselstrom mit einer Spannung von 220 kV eingesetzt, eine Technologie, die hier erstmals in großem Stil in Europa zur Anwendung kam. 1928 waren die Bauarbeiten in Baden und Württemberg abgeschlossen, 1930 floss der erste Strom. Die zunächst als 220 kV-Leitung errichtete Nord-Süd-Leitung wurde 1957/1958 im Abschnitt zwischen Rommerskirchen (Nordrhein-Westfalen) und Ludwigsburg-Hoheneck auf eine Spannung von 380 kV umgestellt. Damit war sie die erste 380 kV-Leitung Deutschlands. Die Nord-Süd-Leitung gilt als Pionierleistung im Bereich der Elektrizitätsversorgung und -wirtschaft. Sie stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum heutigen europäischen Elektrizitätsverbund dar. In ihrem weitgehend bauzeitlichen Überlieferungszustand hat die Nord-Süd-Leitung hohen Zeugniswert für die Technikgeschichte. Zudem hat sie Seltenheitswert, da andere technikgeschichtlich bedeutsame Freileitungen bereits abgebaut wurden. |
111211568 | ||
| Sog. Altes Pfarrhaus | Hildrizhauser Straße 6 (Karte) |
Wohnhaus (heute Bücherei), zweigeschossiger giebelständiger Bau in Hanglage, Fachwerk über massivem Erdgeschoss, überwiegend verputzt, Satteldach mit Aufschiebling, Vorkragungen an Obergeschoss und Giebel, Zierfachwerk am Ostgiebel mit gebogenen Bügen, geschweiften Fußstreben, Andreaskreuzen sowie lang gezogenen Knaggen, 1551 (d), Umbau des zweiten Obergeschosses, 1699 (d)
Eine dendrochronologische Untersuchung ergab, dass das Gebäude im Jahr 1551 erbaut wurde und damit zum ältesten erhaltenen Baubestand in Ehningen zählt. Das schräg gegenüber der Kirche situierte Wohnhaus deutet mit seiner repräsentativen Gestaltung und ortsbildprägenden Lage auf die privilegierte und sozial wichtige Stellung des Bauherrn hin. Es wäre naheliegend, dass es sich, wie der Volksmund behauptet, um das ehemalige Pfarrhaus handelt oder es zumindest zeitweise als solches gedient hat, allerdings lässt sich dies nicht belegen. Zumal alte Lagerbücher als Besitzer des Areals für die Jahre 1523 und 1579 die Familie Bartsch ausweisen und es Hinweise gibt, dass es an der Stelle des heutigen Pfarrhauses schon in vorreformatorischer Zeit ein Vorgängerbau gab. Deutlich wird aber, dass das Gebäude ein anschaulich überliefertes Beispiel des gehobenen Wohnens und Bauens auf dem Land in der Frühen Neuzeit darstellt. Vielleicht verwalteten seine Besitzer die angrenzende Zehntscheune oder einen Widdumhof, welcher der Versorgung des Pfarrers diente. Aufgrund seines hohen Alters und seiner herausgehobenen Stellung nimmt das Haus im lokalen Baubestand einen wichtigen Stellenwert ein und ist sprechendes Zeugnis der Orts- sowie Siedlungsgeschichte von Ehningen. |
97022358 | ||
| Gemeindebackhaus | Hildrizhauser Straße 7 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Bau, Satteldach, traufseitige Front vierachsig mit mittiger Tür, technische Ausstattung, bezeichnet im Türsturz mit Namen des Erbauers „Schultheis Raich“ und Jahreszahl, 1838 (i)
Das direkt neben der Kirche, auf dem ehemaligen Kirchhof gelegene Gemeindebackhaus ist ein anschaulich überlieferter Vertreter jener Backhäuser, die nach den 1808 und erneut 1835 ergangenen königlich-württembergischen Verordnungen zum Zweck der Holzersparnis und der Verringerung der Feuersgefahr durch private Öfen in jeder Gemeinde errichtet werden mussten. Der in der Amtszeit (1828 bis 1847) des Schultheißen Jakob Raich, unter dem auch das neue Rathaus in der Königstraße erbaut wurde, entstandene Bau ist ein wichtiges Zeugnis der dörflichen Arbeits- und Lebenswelt in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts und hat mit der noch erhaltenen Ausstattung der Erbauungszeit kultur- sowie technikgeschichtliche Bedeutung. |
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Weitere Bilder |
Ev. Pfarrkirche (St. Marien) | Hildrizhauser Straße 9 (Karte) |
Saalkirche, dreiachsiges Langhaus, Satteldach, viergeschossiger Chorflankenturm mit Krüppelwalmdach, im Erdgeschoss kreuzrippengewölbte Sakristei mit spätgotischer Malerei, eingezogener Chor mit Netzrippengewölbe und polygonalem Abschluss, teils verputzt, Eckquaderung, vertikale Elemente und Gewände in Naturstein, Stockwerkgesimse, innen qualitätvolle spätmittelalterliche und spätere Ausstattung, darunter spätgotisches Wandgemälde mit Jüngstem Gericht, Stuckreliefs mit biblischen Szenen von ca. 1630, zwei Grabmäler der Ehninger Schlossherren Johann Brastberger von 1581 und Philipp Leonhard Breitschwerdt von 1712 im Chor, neugotische Orgel der Werkstatt Schäfer in Göppingen 1875, Turm wohl um 1150, Turm-Westseite erneuert 1436/39 (i), Chor von Steinmetz Hans Ott 1476 (i), Langhaus erneuert 1523 (i) und 1570 (i), Umbau und neue Choremporen durch Heinrich Schickardt 1630 (a), Inneres umfangreich erneuert 1871 (und 1957/58); Grabsteine an südlicher Außenmauer 17./18. Jahrhundert
Die evangelische Pfarrkirche ist im Kern eine der in der Region häufiger anzutreffenden Wehrkirchenanlagen, die der Bevölkerung als Zufluchtsstätte dienen konnten und u. a. aufgrund ihres hohen Alters im Baubestand des Ortes einen wichtigen Stellenwert einnehmen. 1130 wird erstmals ein Sakralbau in Ehningen erwähnt, der eine Eigenkirche des Klosters Hirsau war. Das Patronatsrecht hatten die Ortsherren zunächst als Lehen der Pfalzgrafen von Tübingen und ab 1382 der Grafen von Württemberg inne. Die Söler von Richtberg schenkten es 1450 dem neu gegründeten Kartäuserkloster Güterstein, dem die Kirche 1450 inkorporiert wurde. Mit der 1534 eingeführten Reformation kam die Pfarrei an das Herzogtum Württemberg. Die Kirche liegt erhöht in der ehemaligen Umwehrung und dominiert mit dem mächtigen Turm das Erscheinungsbild von Ehningen, dessen historisches Zentrum sie markiert. Dem überwiegend von spätgotischen Formen geprägten Sakralbau kommt aufgrund seiner künstlerisch hochwertigen Ausstattung kunstgeschichtliche Bedeutung zu. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfuhr der Kirchenbau wahrscheinlich unter Beteiligung des Hofbaumeisters Heinrich Schickardt erneut eine baukünstlerische Umgestaltung und Aufwertung, zu dieser Bauphase gehörte wohl auch der Conrad Wagner d. Ä. zugeschriebene Fries aus Stuckreliefs mit biblischen Szenen an der heutigen Empore. So ist der Bau nicht nur ein charakteristisches Beispiel der ländlichen Kirchenbaukunst im 15. und 16. Jahrhundert, sondern stellt auch mit seinen späteren Bauphasen und Ausstattungen ein eindrückliches Zeugnis der regionalen Kultur- und Baugeschichte dar. Er hat als Ausgangspunkt für die Entwicklung Ehningens zentrale siedlungsgeschichtliche Bedeutung und ist in seiner Funktion als Wehr- und Pfarrkirche sowie als Grablege der Ortsherrschaft wichtiges Dokument der lokalen Kirchen- und Herrschaftsgeschichte. |
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| Wohnhaus Lorenz Klein | Hildrizhauser Straße 14 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling, teils verputzt, Vorkragungen an Obergeschoss und Giebel, freiliegender Nordgiebel mit profilierten Schwellen und reichem Zierfachwerk aus Rauten- und Andreaskreuzen, Fenstererker im ersten Giebelgeschoss mit Sinnspruch und Bemalung der 1920er-Jahre, beschnitzte und verzierte Eckständer im Obergeschoss, bezeichnet 1687 (i)
Das stattliche Fachwerkhaus prägt durch seine markante Ecklage im historischen Ortskern an der Straßenkreuzung gegenüber der Kirche und mit seinem reich verzierten Giebel das Ortsbild von Ehningen. Mit seinen beschnitzten Eckständern und dem aufwändig gestalteten Zierfachwerk veranschaulicht das Wohnhaus die lokale Bau- und Handwerkskunst in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es ist ein sprechendes Beispiel der gehobenen Wohnkultur im ländlichen Raum und für die Ortsbaugeschichte von Bedeutung. |
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| Wohnstallhaus | Hildrizhauser Straße 16/1, 16 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, Fachwerk über massivem Erdgeschoss, teils verputzt, freiliegender Nordgiebel dreifach vorkragend mit Zierfachwerk und profilierten Schwellen, traufseitig erschlossen, 17. Jahrhundert
Das Gebäude steht im historischen Kern von Ehningen, wo es mit gleichzeitigen Nachbarbauten die Kirche umgibt und das Ortszentrum bildet. Als ehemals gestelztes Wohnstallhaus ist es ein regionaltypisches Beispiel des ländlichen Hausbaus im 17. Jahrhundert. Über einem massiv errichteten Erdgeschoss, in dem der Stall untergebracht war, erhebt sich das Wohngeschoss in Fachwerk. Das Gebäude hat damit Zeugniswert für die Ortsbaugeschichte und ist Dokument frühneuzeitlicher Wohn- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land. |
97022360 | ||
| Hofanlage | Hildrizhauser Straße 18 (Karte) |
Bestehend aus: gestelztes Wohnstallhaus in Ecklage, zweigeschossig, Satteldach mit Aufschiebling, Fachwerk über massivem Erdgschoss, verputzt, Nordgiebel dreifach vorkragend, Fensterstürze im Giebel mit flachen Blendgiebeln, traufseitig erschlossen, 17. Jahrhundert; rückwärtiger Stallanbau, eingeschossig massiv und Fachwerk, teils verputzt, Satteldach, wohl 19. Jahrhundert; rechtwinklig dazu giebelständige Scheune, ein- bis zweigeschossig, Satteldach, teils verputzt, bretterverkleideter Giebel, wohl 19. Jahrhundert
Das in markanter Ecklage gegenüber der Kirche situierte Anwesen entspricht dem Typus des Hakengehöfts, bei dem die Scheune rechtwinklig zum gestelzten Wohnstallhaus, das Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinte, orientiert ist. Durch den Verbindungsbau entsteht der Eindruck eines Dreiseithofes. Die Anlage belegt die Wohn- und Arbeitsverhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung vom 17. bis ins 19. Jahrhundert und ist für die von der Landwirtschaft geprägte Ortsbaugeschichte von Bedeutung. |
102256768 | ||
| Einhaus | Königstraße 31 (Karte) |
Zweigeschossig, Mansardgiebeldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, verputzt, traufseitig dreiachsiges Zwerchhaus, darunter Eingang, rückseitiger Aborterker, spätes 18. Jahrhundert
Das stattliche Bauernhaus steht am einstigen Ortseingang im Nordosten von Ehningen unmittelbar an der dortigen Ettergrenze und prägt das historisch gewachsene Ortsbild entscheidend. Seltenheitswert hat nicht nur der an der Rückseite des Gebäudes erhaltene Aborterker, sondern auch die umfangreich überlieferten Ausbaudetails im Inneren. Im Gegensatz zur in Ehningen üblichen Bebauung auf meist schmalen Parzellen und der bis in das späte 19. Jahrhundert tradierten giebelständigen Bauweise steht das Haus traufständig von der Straße zurückgesetzt frei auf dem Grundstück. Es ist in seiner Platzierung und dem durch den Putz vorgetäuschten Charakter eines Massivbaus ein typischer Vertreter spätbarocker Bauweise mit städtischem Anspruch. Als Erbauer ist Jakob Theurer (1742 bis 1824) anzunehmen, der wohl eine herausgehobene berufliche und damit soziale Stellung im Ort einnahm. Dadurch erklären sich auch die Platzierung, die von der örtlichen Bautradition abweichende Baugestaltung und die auffallende Dachform, die ihr unmittelbares Vorbild im 1756 erstellten Neubau des Ehninger Schlosses fand. So ist das in seltener Vollständigkeit überlieferte Einhaus ein sprechendes Zeugnis für das gehobene bäuerliche Wohnen und Wirtschaften im späten 18. Jahrhundert. Im Baubestand des Ortes nimmt es einen wichtigen Stellenwert ein und hat ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohnhaus [Königstraße 48] | Königstraße 48, 50/3, 52/1 (Karte) |
Seit ca. 1900 Gasthaus Waldhorn, zweigeschossig, giebelständig, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, teils verputzt, Obergeschoss und Giebel vierfach vorkragend, freiliegender Südgiebel mit vier Andreaskreuzen, Zwillingsöffnung im Giebelspitz, 17. Jahrhundert; rückwärtig versetzt Doppelscheune [Königstraße 52/1], Satteldach, massiv und Fachwerk (eine Giebelseite gemauert), teils verputzt, traufseitig erschlossen, 18./19. Jahrhundert
Das Wohnhaus prägt mit seinem aufwändig gestalteten Giebel den nördlichen Teil von Ehningen, wo es an der Ortsdurchfahrt steht. Es belegt nicht nur die Wohn- und Bauformen auf dem Land im 17. Jahrhundert, sondern ist auch mit der kurz nach 1900 im Erdgeschoss eingerichteten Gaststube, die bis heute noch besteht, ein wichtiges Zeugnis des Wirtshauswesens in Ehningen. Die später entstandene, rückwärtig versetzte Doppelfachwerkscheune dokumentiert die Bedeutung der Vorratshaltung in vormoderner Zeit und gibt Aufschluss über die argraisch geprägte Wirtschaftsstruktur des Ortes. |
97022361 | ||
| Doppelscheune | Königstraße 53/1 (Karte) |
Massiv-/Fachwerkbau, gemauerter Sockel, Satteldach, traufseitig erschlossen über Segmentbogentore, bezeichnet in den Keilsteinen der Torbogen mit Besitzer-Initialen und Jahreszahl „HS/18/05“ und „AM/S“, 1805 (i)
Die anschaulich überlieferte Doppelscheune schließt rechtwinklig an die Zehntscheune an und entstand nur wenig später als diese. Sie ist Teil des sog. Ehninger Scheunengürtels, einer selten überlieferten Aneinanderreihung mehrerer großer, traufständiger Ökonomiegebäude, welche sich westlich der Zehntscheune anschlossen und die an der Ortsdurchfahrt situierten Hofanlagen rückwärtig abschlossen. Die große Scheune vermittelt eine eindrückliche Vorstellung eines landwirtschaftlichen Nutzbaues kurz nach 1800 und ist in ihrer Doppelstellung, die eine zweifache Nutzung erlaubte, charakteristisch für die zahlreichen und dicht aneinanderliegenden Gehöfte in Ehningen, das erst im 19. Jahrhundert über den Ortsetter hinaus baulich erweitert wurde. Die Initialen in den Torbögen deuten auf den Gemeinderat Johann Georg Sattler, Weber und Bauer, und seine Frau Anna Margaretha, die 1835 als Besitzer des zugehörigen Hauses genannt werden. Der Ökonomiebau nimmt im lokalen Baubestand einen wichtigen Stellenwert ein und ist bezeichnend für die stark argrarisch geprägte Wirtschaftsstruktur des Ortes in der Vergangenheit. |
101360765 | ||
| Wohnhaus | Königstraße 60 (Karte) |
Später Gasthaus Zur Krone, zweigeschossig, Satteldach mit Aufschiebling, Fachwerk über massivem Erdgschoss, verputzt, verblatteter liegender Dachstuhl, Südgiebel dreifach vorkragend, errichtet durch Landwirt Lukas König 1593 (a)
Das Gebäude liegt in typischer Lage an der Hauptdurchgangsstraße und zählt zu den frühesten der im Ort zahlreichen Wirtshäuser. Als Gasthaus Zur Krone besteht es seit ca. 1685, als es im Besitz von Lukas König war, dessen Vater Jakob König eine herausgehobene Stellung im Ort einnahm und als Wirt zum Weißen Wagen das Gasthauswesen in Ehningen nach dem Niedergang im Dreißigjährigen Krieg wiederaufleben ließ. Auf den älteren Ursprung des Hauses weisen Details der Bauweise hin. Seine Bedeutung für die Ortsgeschichte ist eng verknüpft mit der bis in jüngste Zeit ununterbrochenen Gasthaustradition, die wohl bis in die 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts zurückreicht. So hat der Bau nicht nur baugeschichtlichen Wert, sondern ist auch ein wichtiges Zeugnis der lokalen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte. |
101360777 | ||
| Steinreliefs aus Totentanzzyklus (Kopien) | Königstraße 66 (Karte) |
Zwei Reliefplatten mit figürlichen Darstellungen auf dreiseitig auskragenden Diensten, links Abt mit personifiziertem Tod, rechts Hl. Georg mit Schwert und Drache, um 1530
Bei den westlich des Gebäudes Königstraße 66 situierten Reliefs handelt es sich um Abgüsse zweier ursprünglich in der Fassade eines an diesem Standort 1996 abgebrochenen Eckhauses eingelassenen Originale, die sich heute in der Heimatstube des Heimatgeschichtsvereins befinden. Die Abgüsse erinnern an die spätgotischen Bildwerke, welche künstlerisch herausragende Zeugnisse des frühen 16. Jahrhunderts sind. Inhaltlich sind sie den damals als „Memento Mori“ verbreiteten Totentanzzyklen zuzuordnen, die heute nur selten erhalten sind. Der Überlieferung nach stammen die Reliefs von der im 18. Jahrhundert abgebrochenen Unteren Burg in Ehningen. Diese gehörte von 1452 bis nach der Reformation zum Kartäuserkloster Güterstein bei Urach. Möglich wäre aber auch, dass sie zur Ausstattung der Ehninger Pfarrkirche gehörten, die 1450 ebenfalls dem Kartäuserkloster inkorporiert worden war. Ludwig I. von Württemberg wählte Urach nach der Teilung des Landes gemäß dem Nürtinger Vertrag 1441/42 zu seiner Residenz und bestimmte Kloster Güterstein als Familiengrablege, das durch zahlreiche Stiftungen reich ausgestattet wurde. Die Provenienz der Bildwerke aus diesem herrschaftlichem Kontext ist wahrscheinlich und wird durch die Darstellung der hochgestellten Personen (der Ritterheilige Georg ist in der zeitgemäßen Kleidung eines Höflings abgebildet) bestätigt. Aus der Geschichte des Klosters ergibt sich die Entstehung vor 1534. Den hohen Rang des Auftraggebers spiegelt die gute Qualität der Bildwerke trotz deutlicher Verwitterungsspuren. |
97022353 | ||
| Wohnhaus | Königstraße 67 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau, Satteldach mit Aufschiebling, verputzt, Giebel auf langen Knaggen vorkragend, Durchfahrt im linken Hausteil, 16./17. Jahrhundert
Das an der Ortsdurchfahrt gelegene Wohnhaus zeichnet ein Stück der Ortsgeschichte nach. Es dokumentiert die ländlichen Wohn- und Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit und hat sozialgeschichtliche Bedeutung. |
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| Rathaus | Königstraße 70 (Karte) |
Zweigeschossiger annähernd kubischer Bau, flaches Walmdach mit Dachreiter, massiv, hell verputzt, gegliedert durch Lisenen in Kolossalordnung, Eckquaderung, Stockwerkgesims und Rundbogenfries in Sandstein, übergiebelter Mittelrisalit mit Balkon, darunter rundbogiges Eingangsportal mit dekorativem Oberlichtgitter und kassettierten Türflügeln, im Obergeschoss mittig dreifache Rundbogenöffnung und reich ornamentiertes gusseisernes Gitter am Balkon, sonst überwiegend Zwillingsfenster, Erdgeschoss genutet mit zwei großen Torbögen als Einfahrten zu ehemaligem Feuerwehrgeräteraum und Waaglokal, erbaut nach Entwürfen des Böblinger Architekten Feldweg, 1844 (a)
Ehningen besaß schon früh ein eigenes kleines Rathaus, das 1567 erstmals erwähnt wird. Für eine kleine Landgemeinde ist dies ungewöhnlich und kann als Hinweis auf deren relativen Wohlstand gesehen werden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es aufgrund einer neuen Verordnung zu Bau und Größe von Rathäusern zu zahlreichen Neubauten in der Region. Wie die Rathäuser in Sindelfingen, Darmsheim und Aidlingen, deren Entwürfe z. T. ebenfalls vom Architekten Feldweg stammen, folgt auch der 1844 errichtete Neubau in Ehningen dem sog. Rundbogenstil, der im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts u. a. durch den badischen Baurat Heinrich Hübsch geprägt worden war. Die bis ins Detail mit hohem Anspruch gestaltete Ausführung des Ehninger Verwaltungsgebäudes hat städtischen Charakter und sticht im Baubestand des Ortes hervor, dessen Erscheinungsbild es auch durch die zentrale Lage an der Ortsdurchfahrt entscheidend prägt. Es ist ein anschauliches Beispiel der frühhistoristischen Baukunst, in der sich Elemente der Neuromanik mit den italianisierenden Formen der Villenarchitektur verbinden. Charakteristisch für den Bautyp ist die Zuordnung von Räumen für weitere öffentliche Funktionen wie z. B. im Erdgeschoss für Feuerwehrgerät, Waaglokal sowie zwei Arrestzellen. So ist der repräsentative Rathausbau ein architektur- und stilgeschichtlich bemerkenswertes Zeugnis, das für die Ortsgeschichte von Ehningen Bedeutung hat. |
101362330 | ||
| Wohnstallhaus | Königstraße 71 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau in Ecklage, Satteldach mit Aufschiebling, Fachwerk über massivem Erdgeschoss, verputzt, dreifach vorkragender Ostgiebel mit Zwillingsfenstern, 17. Jahrhundert
Das gestelzte Wohnstallhaus ist ein regionaltypisches Beispiel des ländlichen Hausbaus im 17. Jahrhundert. Über einem massiv errichteten Erdgeschoss, in dem der Stall untergebracht war, erhebt sich das Wohngeschoss in Fachwerk. Das Gebäude hat damit Zeugniswert für die Ortsbaugeschichte von Ehningen und ist Dokument historischer Wohn- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land. |
101362352 | ||
| Hakengehöft mit gestelztem | Königstraße 72 (Karte) |
Giebelständigem Wohnstallhaus und rechtwinklig angebauter Fachwerkscheune, ein- bis zweigeschossig, Hanglage, Fachwerk über massivem Sockel/Erdgeschoss, teils verputzt, Satteldach mit Aufschiebling, Südgiebel am Wohnstallhaus vierfach vorkragend, Zwillingsfenster, 17./18. Jahrhundert
Das giebelständig zur Ortsdurchfahrt ausgerichtete Anwesen entspricht dem Typus des Hakengehöfts, bei dem sich der Scheunenteil rechtwinklig an das gestelzte Wohnstallhaus, das Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint, anschließt. Es vermittelt einen Eindruck der Wohn- und Arbeitsverhältnisse der bäuerlichen Bevölkerung in der Frühen Neuzeit und hat ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. |
101362660 | ||
| Gasthaus Zum Alten Löwen | Königstraße 73 (Karte) |
Dreigeschossiger, giebelständiger Bau in Ecklage, massives Kellergeschoss, darüber Fachwerk (östliches Erdgeschoss nachträglich teilweise in rotem Sandstein), an nördlicher Giebelseite mittig zweigeschossige Rundbogen-Durchfahrt, ab 2. Obergeschoss auf Balkenköpfen und Knaggen fünffach vorkragend, Fenstererker der Eckstube wie auch Giebel mit Zierfachwerk aus geschweiften, genasten Streben, Andreaskreuzen und Rauten, am Giebel doppelt profilierte Schwellen und Zwillingsfenster, südliche Giebelseite mit ähnlichem Aufbau und schlichterem Zierfachwerk, erbaut von Zimmermann Balthasar Henge für Franz Lutz, bezeichnet am Bundständer mit Erbauer- und Urheberinschrift „Franz Lutz / Bauwher / 1685 / Balthas Henge / Zimerman / zu Eningen“, Gasthaus- und Handwerkssymbolen sowie Jahreszahl, 1685 (i), Ladeneinbau 1930
Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges, die in Ehningen die Einwohnerzahl merklich sinken ließen, zogen neue Bewohner in den Ort und prägten den allmählichen Wiederaufbau. So auch der Bauer und Bäcker Franz Lutz aus Gärtringen, der in Ehningen einheiratete und 1685 den mächtigen Fachwerkbau durch den Zimmermann Balthasar Henge errichten ließ. Er ist typisch an der zentralen Ortsdurchfahrt situiert, deren südwestlichen Teil er durch seine markante Baugestalt und Größe wesentlich bestimmt. Neben der mit Zierfachwerk reich gestalteten Nordfassade ist vor allem die für Süddeutschland eher ungewöhnliche zweigeschossige Durchfahrt auffällig, welche die Fassade zweiteilt und in den Hofbereich führt. Dieser wurde rückwärtig von einer heute nicht mehr erhaltenen Scheune abgeschlossen, die Teil des Ehninger Scheunengürtels war. Das Wohnstallhaus mit Gaststube, dessen Erdgeschoss auch der Viehhaltung diente, blieb mehr als 135 Jahre im Besitz der Familie des Erbauers. Deren herausgehobene berufliche und soziale Stellung im Ort bezeugt der stattliche Bau. Er ist ein eindrucksvolles Dokument der jahrhundertelangen Gasthaustradition in Ehningen und hat als solches kultur- sowie sozialgeschichtliche Bedeutung. Zudem belegt das Gebäude mit seinem anspruchsvollen Fachwerk die herausragenden Leistungen der lokalen Handwerkskunst und hat hohen ortsbaugeschichtlichen Wert. |
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| Wohnstallhaus | Königstraße 79 (Karte) |
Giebelständig, zweigeschossig, massiv und Fachwerk, teils verputzt, freiliegender Nordgiebel mit Vorkrakung und Zwillingsfenstern, bezeichnet im Keilstein mit Jahreszahl, Ochsenschädel und Beil sowie Initialen HS, 1801 (i)
Das Gebäude bildete einst mit einer traufständig zurückgesetzten Fachwerkscheune, die heute nicht mehr erhalten ist, ein offenes Hakengehöft. Es ist ein anschaulich überliefertes Beispiel des in Ehningen überwiegenden Bautyps des gestelzten Wohnstallhauses, bei dem über einem massiv errichteten Erdgeschoss, in dem der Stall untergebracht war, sich das Wohngeschoss in Fachwerk erhebt. Der Ochsenschädel und das Beil im Keilstein sind Zeichen des Metzgerberufs und die Initialen deuten auf den Bauern und Metzger Hans Schmid. Das Haus gibt Einblick in die von der Landwirtschaft geprägte Wirtschafts- und Sozialstruktur von Ehningen zu Beginn des 19. Jahrhunderts und ist von Bedeutung für in die Ortsbaugeschichte. |
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| Wohnstallhaus | Königstraße 80 (Karte) |
Ab 1828 Gasthaus Zum Löwen, dreigeschossiger giebelständiger Bau mit traufständigem Anbau, Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, verputzt, Obergeschoss und Südgiebel vierfach vorkragend, Zwillingsfenster, bezeichnet im Keilstein des im Erdgeschoss vermauerten Rundbogentors, 1699 (i)
Das in typischer Lage an der Ortsdurchfahrt situierte Gebäude ist ein charakteristisches Zeugnis des lokalen Wirtshauswesens. Um 1828 verlegte die Familie Bauer das Gasthaus aus dem schräg gegenüber gelegenen Alten Löwen an diesen Standort, wobei sich auch hier die Gaststube im ersten Geschoss befand, da das Erdgeschoss wie in den meisten Häusern im Ort der Viehhaltung vorbehalten war. Der stattliche Bau belegt die lange Gasthaustradition in Ehningen und hat als solches sozial- sowie wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Laufbrunnen | Mauren 1/1 (Karte) |
Längsrechteckiger Trog, gusseisern, bezeichnet mit herzoglichem Wappen und Initialen Friechrichs II., 1799 (i), Brunnenstock, gusseisern, Neurenaissance-Dekor, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Der gusseiserne Laufbrunnen besteht aus einem älterem Trog von 1799 mit herzoglichem Wappen, der wohl aus der landesherrlichen Hütte in Königsbronn stammt, und einem Brunnenstock, dessen Material und Schmuckformen im Stil der Neurenaissance für eine Entstehung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sprechen. Wahrscheinlich ist er eine Ware der Firma Gebr. Benickser aus Pforzheim. Er ist ein anschauliches Zeugnis der Wasserversorgung auf dem Dorf und der Serienfertigung solcher Objekte im Zeitalter der Industrialisierung. Das Wappen Friedrichs II. verdeutlicht nicht nur, dass Mauren ein württembergisches Dorf war, sondern zeigt auch das Bestreben, über die landesherrliche Repräsentation auf solchen öffentlichen Einrichtungen eine Landesidentität zu schaffen. |
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Weitere Bilder |
Schloss Mauren | Mauren 1, 1/1, 13 (Karte) |
Bestehend aus:
Der östlich von Ehningen an der Würm gelegene Weiler Mauren wurde erstmals 1365 erwähnt und verfügte über eine mittelalterliche Wasserburg und eine Wallfahrtskapelle. Die Lehenshoheit über Burg und Ort ging im Lauf des 14. Jahrhunderts erst teilweise und am Ende schließlich ganz an die Grafen von Württemberg, die den Besitz 1459 als Eigengut an die Herren von Dachhausen veräußerten. 1615 ließen diese die alte Wasserburg abbrechen und an deren Stelle vom württembergischen Hofbaumeister Heinrich Schickhardt eine neue Schlossanlage erbauen, die 1617 unter den neuen Besitzern, den Schertelin von Burtenbach, vollendet wurde. Der dreigeschossige Bau über Rechteckgrundriss mit Walmdach und turmartigen Eckpavillons wurde 1943 durch einen Bombenabwurf stark beschädigt. Wenn auch nur noch in Teilen des Erdgeschosses und der Kelleranlage erhalten, so hat die Schlossruine dennoch als ehemaliger niederadeliger Wohnsitz ortsgeschichtliche und als Werk Heinrich Schickhardts mit der späteren Überformung architekturgeschichtliche Bedeutung. Nach mehrfachem Besitzwechsel kamen Schloss und Gut 1813 an die Bankiersfamilie von König, die den Schlossgarten neu anlegen und erweitern ließ. Er besteht aus einer architekturbezogenen Zone mit dem Schlosshof und den Gartenterrassen um das Schlossgebäude und den landschaftsbezogenen Parkteilen mit Alleen, Baumgruppen und Wäldchen. Er ist charakteristisches Beispiel eines Gartens aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, der auf die Kulturlandschaft des Würmtals ausgerichtet ist und zugleich deren Erscheinungsbild entscheidend prägt. Der zum Schlossgut gehörige Remisen- und Gewächshausbau (Mauren 13) gibt Auskunft über die geschichtliche Entwicklung und Nutzung des Schlossgutes und ist zugleich anschauliches Dokument eines Nutzbaus des frühen 19. Jahrhunderts, dessen Gestaltung und Zweck Aufschlüsse über die damalige Stellung des Anwesens erlaubt. |
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| Wallfahrtskirche (§ 28) (St. Marien und Pelagius) | Mauren 10 (Karte) |
Seit 1543 Schlosskirche, seit 1554 ev. Pfarrkirche, ab 1827 Langhaus profaniert und Nutzung als Scheune, längsrechteckiger Saal mit Maßwerkfenstern, Satteldach mit Aufschiebling, Bruchsteinmauerwerk, Stockwerkgesimse, Nordportal mit aufwendigem Blendmaßwerk im Bogenfeld, eingezogener Chor mit Kreuzrippengewölbe, im Norden viergeschossiger massiver Chorflankenturm mit Fachwerkaufbau, Pyramidendach und Dachreiter, im Erdgeschoss kreuzrippengewölbte Sakristei, innen im Südosten ehem. Gruft der Ortsherren, qualitätvolle Ausstattung, darunter Reste eines Wandgemäldezyklus um 1470, Altarkreuz des 17. Jahrhunderts, im Chor Epitaphien der Schlossherrschaft aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, romanische Überreste des 11./12. Jahrhunderts, Chor und Turm 14. Jahrhundert, neues Langhaus um 1460/70, renoviert durch Heinrich Schickhardt 1626/27 (a), Umbauten unter Michael Wagner 1652 und 1667/68 (a), Chor durch Fachwerkwand abgetrennt, Fachwerkglockengeschoss des Turms und Pyramidendach sowie Dachstuhl erneuert 1827 (a); nördlich angrenzender Friedhof des ehemaligen Schlosses mit Umfassungsmauer und Grabmalen
Die den Heiligen Maria und Pelagius geweihte Wallfahrtskapelle wurde 1320 erstmals genannt und geht auf einen romanischen Vorgängerbau zurück, dessen Steinmaterial beim gotischen Neubau im 14. Jahrhundert zum Teil wiederverwendet wurde. Dieser steht im Zusammenhang mit dem Kloster Bebenhausen, dem die kleine Kirche gehörte. Sie wird 1337 als Marienkapelle bezeichnet und war Filial der ebenfalls zu Bebenhausen gehörenden Pfarrei Altdorf. Um ihre finanzielle Ausstattung zu verbessern, wurde sie mit klösterlichen Stiftungen bedacht und schließlich 1363 durch eine päpstliche Ablassurkunde zur Wallfahrtskirche erhoben, was Mauren zu einem wirtschaftlichem Aufschwung verhalf. Aus dieser Zeit stammte auch das von den Pilgern verehrte Mariengnadenbild, welches sich seit 1893 im Württembergischen Landesmuseum Stuttgart befindet. Die Lage gegenüber dem ehemaligen Schloss an der alten Reichs- und Pilgerstraße entlang der Würm ist bezeichnend für die Funktion als Wallfahrtskirche. Mit dem mächtigen Turm und dem hohen Langhaus prägt der Bau das Landschaftsbild und bildet eine weithin sichtbare Landmarke. So ist er wichtiger Bestandteil der Kulturlandschaft im Würmtal und anschauliches Zeugnis spätmittelalterlicher Frömmigkeit. Als Folge der Reformation wurde die Wallfahrt in der Mitte des 16. Jahrhunderts abgeschafft und die Kirche zur Pfarrei, die bis 1809 bestand. Zudem diente der Bau als Grablege der Schlossherrschaft und veranschaulicht damit die wechselvolle Besitz- und Herrschaftsgeschichte von Mauren. Mit den aufwändig gearbeiteten Epitaphien im Chor und den Grabmälern des angrenzenden Friedhofs hat die Anlage auch kunsthistorische Bedeutung und stellt ein anschauliches Beispiel der Erinnerungskultur dar. Aufgrund ihres hohen Alters, der Qualität ihrer Ausstattung und ihrer vielfältigen Funktionen hat die Kirche nicht nur hohen Wert für die Ortsgeschichte von Mauren, sondern ist auch bedeutendes Dokument der regionalen Kultur- und Kirchengeschichte. |
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| Hofanlage | Schlossstraße 12/1, 12, 14/1, 14 (Karte) |
Bestehend aus: gestelztes Doppelwohnstallhaus, giebelständig, zweigeschossig, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgschoss, darüber Fachwerk, teils verputzt, Vorkragungen auf Balkenköpfen an beiden Giebeln, Zierfachwerk am freiliegendem Nordgiebel, symmetrische Fassadengliederung, traufseitig erschlossen, 17./18. Jahrhundert; Doppelscheune, Fachwerk über gemauertem Sockel, dreigeschossig ausgebautes Satteldach mit abgestütztem Überstand, 18./19. Jahrhundert
Die Hofanlage liegt am südöstlichen Rand des alten Ortskerns und bildet mit dem giebelständigen Wohnstallhaus und der rückwärtig quer dazu angeordneten, traufständigen Scheune ein offenes Hakengehöft mit rechwinkligem Hof, der von der Straße aus zugänglich war. Diese Gehöftform ist charakteristisch für Ehningen, das erst im 19. Jahrhundert über den Ortsetter hinaus erweitert wurde und deshalb in seiner historischen Bebauung entlang der Schloss- und Königstraße zahlreiche, dicht aneinanderliegende Hofanlagen im gleichen Bautypus aufwies. Das gestelzte Doppelwohnstallhaus vereinte mit dem Fachwerkwohnteil über dem massiven Stallgeschoss Wohnen und Wirtschaften zweier Bauernfamilien unter einem Dach, während die eigenständige Doppelscheune der Vorratshaltung diente. Auch diese platzsparende zweifache Aufteilung ist für den einstigen Baubestand des Ortes typisch. So vermittelt die große Anlage anschaulich die historischen Wohn- und Bauformen auf dem Land und hat nicht nur haustypologischen und baugeschichtlichen Wert, sondern ist auch bedeutendes Dokument der stark landwirtschaftlich geprägten Wirtschaftsstruktur von Ehningen. |
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| Sog. Oberes Schloss [§ 28] | Großer Brühl; Schlossstraße 34 (Karte) |
Wasserburg, bestehend aus: zweigeschossige, rechteckige, überbaute Ringmauer mit ostseitigem Wehrgang, Bruchsteinmauerwerk mit Schießscharten und Buckeleckquaderung, daran im Nordosten dreigeschossiges Wohngebäude, massiv mit Fachwerkaufbau, Mansardwalmdach, anschließende zweigeschossige Trakte nach Osten und Norden mit Satteldächern, an Nordfront mittiges Segmentbogenportal mit Wappen der Freiherren von Breitschwert und La Chevallerie, Innenhof mit Söller, östlicher Trakt mit einfachem Sichtfachwerk, nördliche Hofseite mit Fachwerktorbau, erbaut um 1300, erneuert nach 1515, unter Familie von Breitschwert durch Baumeister Georg Heinrich Heidegger umfassender Umbau, dabei Wohnbau über alten Grundmauern erneuert 1754 (a), Vergrößerung des Schlossparks 1919, teilweiser Neubau unter Architekt Felix Krüger aus Bonn nach einem Brand 1927, bezeichnet mit Wappentafel im Hof am Wohnbau 1567 (i) und mit Breitschwertschem Wappen 1603 (i), sowie am Hoftor mit Breitschwertschem Wappen 1891 (i); samt Park und Teilen der Ummauerung [§2]
Das sog. Obere Schloss steht südlich der Würm, südöstlich des Ortskerns von Ehningen. Die Anlage entstand aus einer wohl um 1300 angelegten Wasserburg des Ortsadels, der Herren von Ehningen, deren Grundherrschaft jedoch schon 1357 an die Grafen von Württemberg überging. Sie ist ein wichtiges baugeschichtliches Zeugnis, das Aufschluss gibt über die ortsbau- und siedlungsgeschichtliche Entwicklung von Ehningen. Im 15. und 16. Jahrhundert wechselte das Anwesen häufig den Besitzer und wurde um- und ausgebaut, so auch unter dem Nagolder Forstmeister Martin Klemm von Ringelstein um 1515. Seit 1580 hatte es der württembergische Kanzler Johann Brastberger, dessen Epitaph sich in der Pfarrkirche befindet, als Lehen inne. Damit ist der Bau auch ein Dokument der regionalen Herrschaftsgeschichte. Von 1639 bis 1910 folgte die Familie von Breitschwerdt, welche die Anlage mehrfach erneuerte, insbesondere durch eine teilweise Barockisierung im 18. Jahrhundert. Schließlich kam das Anwesen 1913 an Siegfried von La Chevallerie, Königlich Preußischer Oberstleutnant, der unter der Leitung von Elisabeth von Knobelsdorff den Park vergrößern und die Gebäude renovieren sowie den Söller erbauen ließ. Die jahrhundertelange Bau- und Besitzergeschichte ist heute noch am Erscheinungsbild des Baukomplexes ablesbar. Er ist ein charakteristisches Beispiel einer unter dem Ortsadel im späten 13. bzw. frühen 14. Jahrhundert erbauten Burg mit Ringmauer, der bautypologische Bedeutung zukommt. Zudem ist die Anlage ein eindrucksvoller Beleg der Orts- und Herrschaftsgeschichte von Ehningen. |
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| Zehntscheune [§ 28] | Königstraße 49 (Karte) |
Fachwerkbau auf massivem Sockelgeschoss, Halbwalmdach mit Aufschiebling, traufseitig erschlossen, 18. Jahrhundert; südöstliche Hofmauer mit Rundbogentor, Bruchsteinmauerwerk; überdachter Sprungstand [§ 2], 20. Jahrhundert
Bereits im Spätmittelalter war die Grundherrschaft über das Dorf an die Grafen von Württemberg übergegangen und die Ortsadligen nur noch Lehensnehmer. Sichtbares Zeichen der Grundherrschaft im Ort, die durch den Vogt, später den Oberamtmann aus Böblingen ausgeübt wurde, war die Zehntscheune. In ihr wurden die von der bäuerlichen Bevölkerung abzuliefernden Naturalabgaben gelagert. So dokumentiert der aufgrund seiner Kubatur und Stellung im Ortsbild hervorstechende Ökonomiebau frühere Eigentums- bzw. Wirtschaftsformen und ist ein wichtiges Zeugnis der Wirtschafts- und Herrschaftsgeschichte von Ehningen. Der im 20. Jahrhundert an der Traufseite im Hof angebaute Sprungstand ist ein anschaulich überliefertes Beispiel der gemeindlichen Vatertierhaltung. |
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| Wohnhaus | Schmale Gasse 4 (Karte) |
Zweigeschossiger, giebelständiger Fachwerkbau, verputzt, vorkragender Giebel mit Zwillingsfenstern, 17. Jahrhundert
Das anschaulich überlieferte Wohnhaus zeichnet ein Stück der Ortsgeschichte nach. Durch seine bescheidene Größe und Bauweise dokumentiert es die Wohn- und Lebensverhältnisse der weniger begüterten Einwohner und gibt daher Einblick in die Sozialstruktur von Ehningen im 17. Jahrhundert. |
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| Sog. Neue Schule | Schulstraße 1 (Karte) |
Seit 1921 Lehrerwohnung, von 1928 bis 1946 Kindergarten, zweigeschossiger Bau in Hanglage, Satteldach, massiver Sockel aus Sandstein, überwiegend verputzt, traufseitige Fassade achsensymmetrisch mit Eingangsportal und Freitreppe, darüber zweiachsiges Zwerchhaus mit Schnitzwerk an Giebelspitze, vorkragendes Traufgesims mit giebelseitiger Wiederkehr, 1843/44 (a), Umbau und Erweiterung 1890 (a)
Das nördlich von Kirche und altem Schulgebäude, zu dem es rechtwinklig angeordnet ist, erbaute neue Schulhaus erweiterte dieses funktional, weil es kaum zwanzig Jahre nach seiner Errichtung für die wachsende Zahl an Schulkindern zu klein wurde. Es ist ein für den ländlichen Raum in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts charakteristischer Schulhausbau, dessen Schlichtheit und Ausrichtung auf eine Mittelachse bezeichnend für die klassizistische Stilrichtung ist. Nach der Einrichtung einer ersten Lehrerwohnung 1861 wurde das Gebäude 1890 erneut umgebaut, da eine dritte Lehrerstelle geplant war. Dabei wurden wohl auch die zeittypischen Elemente des sog. Schweizerhausstils, ersichtlich z. B. am Schnitzwerk des Zwerchhausgiebels, hinzugefügt. Das Gebäude hat als kommunaler Bau mit wichtiger öffentlicher Funktion ortsgeschichtliche Bedeutung und ist ein sprechendes Dokument der lokalen Bildungsgeschichte. |
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| Sog. Alte Schule | Schulstraße 3 (Karte) |
Schulhaus mit Lehrerwohnung, zwei- bis dreigeschossiger Bau in Hanglage, Satteldach mit Aufschiebling, verputzt, traufseitige Fassade achsensymmetrisch mit klassizistischem Eingangsportal und halbrundem Oberlicht, darüber dreiachsiges Zwerchhaus mit Halbrundfenster in Giebelspitze, profiliertes Traufgesims, Freitreppe, 1825/26 (a), Zwerchhaus wohl frühes 20. Jahrhundert
Am Standort des heute sog. Alten Schulhauses bestand ein um 1680/85 entstandener Vorgängerbau, den 86 Schüler zum Schulunterricht besuchten. 1823 war die Schülerzahl auf 213 gestiegen und die Schulstube aus dem 17. Jahrhundert zu klein. So ließ die Gemeinde an gleicher Stelle 1825/26 einen in seiner Formensprache an den Klassizismus angelehnten Neubau errichten, dessen prägende Merkmale außer der Betonung der Mittelachse die Klarheit und Schlichtheit seiner Konzeption sind. Seine Gestaltung und die ortsbildprägende Lage in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche weisen ihn als öffentliche Institution aus. Der Bau umfasste in zeittypischer Weise auch eine Lehrerwohnung und rückwärtig am Haus befanden sich Scheune, Waschhaus und Stall zur Eigenversorgung des Lehrers. Das alte Schulhaus ist ein sprechendes Dokument der Orts- und Bildungsgeschichte und nimmt im lokalen Baubestand einen wichtigen Stellenwert ein. |
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| Waschhaus | Schulstraße (Karte) |
Satteldach, zum ehemaligen Pfarrhaus gehörend, 19. Jahrhundert.
Wasch- und Backhäuser wurden vor allem seit dem späten 18. Jahrhundert bei den reicheren Höfen und Pfarrhöfen als eigene massive Nebengebäude errichtet, um auf diese Weise die Brandgefahr zu verringern. Damit ist es ein wichtiges Zeugnis der dörflichen Arbeits- und Lebenswelt in vergangenen Zeiten. |
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| Einhaus | Schulstraße 15 (Karte) |
Traufständiger, zweigeschossiger Bau, Satteldach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Giebel mit Konsolfries und profilierten vorkragenden Schwellbalken, genasten Bügen und Schmuckfeldern, 17. Jahrhundert
Das am östlichen Rand des historischen Zentrums situierte Haus entspricht dem ursprünglich in der Region vorherrschenden Typus des quergeteilten gestelzten Einhauses. Der charakteristische Aufbau mit Fachwerkwohnteil über massivem Stallgeschoss in der einen und Scheune in der anderen Haushälfte ist anschaulich überliefert. Das Gebäude belegt damit die einst stark landwirtschaftlich geprägte Wirtschaftstruktur Ehningens und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte in der Frühen Neuzeit. |
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| Gemeindewaschhaus | Würmstraße 11 (Karte) |
Eingeschossig, hohes Walmdach mit stehender Aufzugsgaube an Vorderseite, Bruchsteinmauerwerk (an der Vorderseite Auswechslung in Ziegelstein), verputzt, 18. Jahrhundert
Das am südlichen Rand des alten Ortskerns und an der Würm gelegene Waschhaus zählt zu den aufwendigsten und ältesten überlieferten Beispielen dieser kleinen öffentlichen Funktionsbauten in der Region. Es ist ein wichtiges Zeugnis der dörflichen Arbeits- und Lebenswelt im 18. und 19. Jahrhundert und hat haustypologische sowie kulturgeschichtliche Bedeutung. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.