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Liste der Kulturdenkmale in Gärtringen

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In der Liste der Kulturdenkmale in Gärtringen sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Gärtringen im Landkreis Böblingen in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
  • Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Gärtringen

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID

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Sachgesamtheit Firma Kiefer Bismarckstraße 16, 16/1, 16/2; Schwalbenhof 1
(Karte)
1949-1951 Gebäudeensemble mit Grün-, Frei- und Wasserflächen, Einfriedung und Toren.

Das bedeutende Unternehmen für lufttechnische Anlagen E. Kiefer erwarb 1949/50 zwecks betrieblicher Verwendung ein großes Areal nördlich vom einstigen Rittergut des Freiherrn von Hiller. Damals wurden sowohl ein bestehendes Wohnhaus des 18. Jahrhunderts zu Bürozwecken umgenutzt als auch zwei gleichgestaltete Büro- und Wohngebäude in historisierendem Fachwerk errichtet bzw. neu aufgebaut. Diese beiden Bauten, in denen Zeichen- und Konstruktionsbüros sowie Gemeinschaftsräume untergebracht waren, stellen beispielhafte Zeugnisse einer an der Heimatkunstbewegung anknüpfenden Architektur der 1950er-Jahre dar. Die Gestaltung der Portale bekundet zugleich den repräsentativen Anspruch dieses bedeutenden Unternehmens für lufttechnische Anlagen. Ein zierliches kunstvolles Eisengittertor verbindet die ehemaligen Büro- und Wohngebäude mit der 1951 erbauten Villa Schwalbenhof, dem Wohnsitz des Industriellen Erich Kiefer, die nach Plänen des für seine Landhausentwürfe bekannten Architekten Fritz August Breuhaus de Groot (1883 bis 1960) in der Art eines kleinen Landsitzes in einem weitläufigen Park angelegt wurde. Das Gebäudeensemble der Firma Kiefer hat nicht nur architektur- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung, es prägt auch den Gärtringer Ortskern in entscheidendem Maße.

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Wohnhaus Bismarckstraße 16
(Karte)
spätes 18. Jh. Teil der Sachgesamtheit Firma Kiefer.

Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Mansardkrüppelwalmdach, spätes 18. Jahrhundert, zu Bürozwecken umgenutzt, 1949/50.

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Büro- und Wohnhaus Bismarckstraße 16/1
(Karte)
1949/50 Teil der Sachgesamtheit Firma Kiefer.

Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss aus Ziegelmauerwerk, darüber Fachwerk, Eingänge mit barockisierend profilierten Hausteingewänden.

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Büro- und Wohnhaus Bismarckstraße 16/2
(Karte)
1949/50 Teil der Sachgesamtheit Firma Kiefer.

Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss aus Ziegelmauerwerk, darüber Fachwerk, Eingänge mit barockisierend profilierten Hausteingewänden.

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Villa Schwalbenhof Schwalbenhof 1
(Karte)
1951 Teil der Sachgesamtheit Firma Kiefer.

Ein- bis zweigeschossiger, verputzter Bau mit hohem Vollwalmdach, westlich angebaut Holzlaube mit Walmdachabschluss und runder steinerner Pavillon mit Laternenaufbau, östlich Doppelgarage mit Walmdach, von Architekt Fritz August Breuhaus de Groot.

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( Wikidata)

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Friedhof mit Beinhaus Friedhofweg
(Karte)
Fachwerkbau mit flachem Satteldach und verbrettertem Giebel; Einfriedung aus Sandsteinquadern mit zwei Toren, 1872/73

Der Gärtringer Friedhof wurde 1872/73 außerhalb des damaligen Dorfes angelegt. Er besitzt vor allem aufgrund der mittlerweile in Württemberg nur noch sehr seltenen gemeinsamen Überlieferung von zeitgleicher Einfriedung und Beinhaus Quellenwert für die Geschichte des Friedhofswesens im 19. Jahrhundert. Damit ist der Begräbnisplatz nicht nur von Bedeutung für die Gärtringer Ortsgeschichte, sondern auch für die Sepulkralgeschichte der Region.

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Wohnhaus Hasengässle 6
(Karte)
Zweigeschossiger, verputzter Bau mit Satteldach, Obergeschoss und Giebel in Fachwerk, über Balkenköpfen vorkragend, 17. Jahrhundert

Das Fachwerkhaus ist ein für die historische Hauslandschaft von Gärtringen charakteristisches Gebäude und wichtiges Zeugnis des dörflichen Hausbestandes des 17. Jahrhunderts.

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Wohnhaus Kanalgasse 2
(Karte)
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Fachwerkbau auf niedrigem Kellersockel, Satteldach, Obergeschoss an der Südseite vorkragend, an der Fensterstellung ablesbare Eckstube, Giebelgestaltung mit hohen Fußstreben, langen profilierten Knaggen und Zwillingsfenster, 16./17. Jahrhundert

Das Fachwerkhaus ist ein für die historische Hauslandschaft der Region charakteristisches Gebäude und wichtiges Zeugnis des dörflichen Hausbestandes des 16./17. Jahrhunderts in Gärtringen.

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Ev. Pfarrkirche (St. Veit) Kirchstraße 4
(Karte)
Erhöht innerhalb einer ehemaligen Wehrmauer [§ 2] stehend, vierjochiges Langhaus mit nach innen gezogenen Strebepfeilern und Satteldach, eingezogener Chor mit 5/8-Schluss und großen Maßwerkfenstern, viergeschossiger, quadratischer Westturm mit Krüppelwalmdach, nördlich des Chors Sakristei, im Inneren Netz- und Netzrippengewölbe, Wand- und Gewölbemalereien, um 1515 und 1665 (i), im Chor elf Grabdenkmäler für Ortsadlige aus dem 15.-18. Jahrhundert, Westturm 1455 bis 1460 (i, d), Chor 1496 (i), Dachwerk Langhaus 1497 (d), Vollendung der Gewölbe zwischen 1498 und 1500, von den Stuttgarter Architekten Theodor Dolmetsch und Felix Schuster z. T. neu ausgestaltet, 1913 (a)

Die Pfalzgrafen von Tübingen waren bis ins späte 14. Jahrhundert die Patronatsherren der 1275 erstmals urkundlich bezeugten Gärtringer Kirche. Diese Funktion übernahm 1382 das Haus Württemberg, das 1456 die damit verbundenen Rechte dem Stift Herrenberg übertrug, in das die Kirche 1457 inkorporiert wurde. Unter Herzog Ulrich wurde nach 1534 die Reformation und der evangelischen Gottesdienst eingeführt. Das Gotteshaus in Gärtringen gehört zu den besterhaltenen spätgotischen Dorfkirchen Württembergs. Der mächtige Westturm mit seiner Höhe von 38,5 Metern, die auf die frühere Nutzung als Wehr- und Wachturm zurückzuführen ist, bildet noch heute die vertikale Dominante im Ortsbild. Bemerkenswert ist auch das Innere der Kirche: Das Langhaus besitzt ein sehenswertes Netzrippengewölbe und Wandmalereien aus der Zeit um 1515, die mit Jörg Ratgeb - dem Schöpfer des Herrenberger Altars - in Verbindung gebracht werden, sowie ikonografisch interessante Darstellungen von Propheten und Aposteln aus der Zeit um 1665, vergleichbar zu der Ausmalung in der Pfarrkirche von Stuttgart-Obertürkheim, ein charakteristisch lutherisches Bildprogramm. Zahlreiche Grabsteine und Totenschilde aus verschiedenen Jahrhunderten erinnern an den Gärtringer Ortsadel. Die Pfarrkirche ist nicht nur ein wertvolles Beispiel für die spätgotische Sakralarchitektur in Württemberg, sondern auch zentrales Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte Gärtringens.
Geschützt nach § 28 DSchG

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( Wikidata)

Wohnhaus eines Gehöftes Kirchstraße 27
(Karte)
Zweigeschossiger, verputzter Bau mit Satteldach, Ober- und Giebelgeschosse giebel- wie traufseitig über teils lang gezogenen Knaggen vorkragend, an der Fenstergruppierung des Obergeschosses ablesbare Eckstube, 17. Jahrhundert

Der im 17. Jahrhundert errichtete Fachwerkbau hat sich wesentliche Charakteristika seiner Entstehungszeit bewahrt, so dass er eine anschauliche Vorstellung der damaligen Bauweise und Wohnkultur vermittelt. Als eines der ältesten Profangebäude im alten Dorfkern ist er wichtiger Beleg der Gärtringer Ortsbaugeschichte.

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Bahnhof Gärtringen der Gäubahn Max-Eyth-Straße 29
(Karte)
Empfangsgebäude, zweigeschossig mit Kniestock und Satteldach, Erdgeschoss mit Werksteinverkleidung und rundbogigen Öffnungen, Obergeschoss verputzt, von Georg von Morlock, 1879

1879 wurde unter Leitung von Georg von Morlok die Gäubahn, die Bahnstrecke von Stuttgart nach Singen (Hohentwiel), gebaut. Der Bauingenieur und Architekt war über die Gäubahn hinaus maßgeblich am Ausbau des württembergischen Eisenbahnnetzes beteiligt. Das Empfangsgebäude in Gärtringen variiert einen für die Gäubahn verbindlichen zweieinhalbgeschossigen Typus mit Satteldach. Kennzeichnend sind zudem der Materialwechsel zwischen Erd- und Obergeschossen sowie dementsprechend ein Wechsel der Rahmenformen von Türen und Fenstern, wobei das jeweils in Sandstein erbaute Erdgeschoss von rundbogigen Gewänden gegliedert wird, während in den Obergeschossen Rechteckfenster, teils in Zwillingsstellung, vorherrschen. Das Dach ist im Schweizer-Haus-Stil gebildet. Die handwerkliche Sorgfalt zeigt sich u.a. im Quadermauerwerk sowie in den zurückhaltend verwendeten Zierformen: vor allem in den profilierten Gewänden und den die Rundbögen des Erdgeschosses begleitenden Ziegelsteinbögen mit Keilsteinen in den Mittelachsen, die zu den charakteristischen Gestaltungsmerkmalen dieser Morlok’schen Bahnhofs-Empfangsgebäude zählen. Das Gärtringer Empgangsgebäude hat aber nicht nur architekturhistorische Bedeutung, es ist auch Beleg der Verkehrsgeschichte und des durch den Bau der Gäubahn begründeten wirtschaftlichen Aufschwungs in der Region.

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( Wikidata)

Hitlerjugendheim (heute Rathaus) Rohrweg 2
(Karte)
Langgestreckter Baukörper mit massivem Sockel-/Kellergeschoss, darüber Fachwerk, tief herabgezogenes Satteldach, über dem Eingang Zwerchhaus von zwei massiven Stützen getragen, von Architekturbüro Holstein und Rohrberg, 1938/39

Die Hitlerjugend als die einzige Jugendorganisation im Dritten Reich war bestrebt, Einfluss auf alle Bereiche des Lebens der Heranwachsenden zu nehmen. Dies fand auch Ausdruck in einem besonderen Bautyp, der für die Aktivitäten der Organisation geschaffen wurde: dem Hitlerjugendheim. Die Gebäude sollten im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie in einem einheitlichen deutschen Stil entstehen, was jedoch nicht bedeutete, dass es sich um schematisierte Bauten handelte. Seit 1936 wurden die Bedingungen für den Heimbau in verschiedenen Richtlinien festgelegt. Das Hitlerjugendheim in Gärtringen wurde von dem regional bekannten Stuttgarter Architekturbüro Holstein und Rohrberg geplant und in Teilen ausgeführt. Grundrisse und Ansichten für den Gärtringer Bau aus dem Jahr 1938 zeigen, dass die Architekten versuchten, sich in allen Punkten an die Vorgaben für den Heimbau zu halten. Sowohl am Außenbau, als auch in der Innengestaltung legte man Wert darauf, regionale Bautraditionen wieder aufzunehmen. Die Raumaufteilung folgt streng den Vorgaben, so bildet die Halle den Eingangsbereich, im rechten Winkel dazu liegt der Appellflur. Von Halle und Flur werden die Scharräume und das Führerzimmer erschlossen. Im Dachgeschoss befindet sich im Bereich des Zwerchhauses das Kameradschaftszimmer. Das Hitlerjugendheim in Gärtringen steht exemplarisch für einen Bautyp, der nur in seltenen Fällen in dieser gestalterischen Qualität überliefert ist. Damit sowie mit dem Umbau zum Rathaus durch den ursprünglichen Architekten - wobei hier besonders bemerkenswert ist, dass das bauzeitliche Erscheinungsbild kaum verändert wurde - ist der Bau von Bedeutung sowohl für die Architektur- als auch für die Gärtringer Ortsgeschichte.

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Schloss des Freiherrn Hiller von Gärtringen Schloßweg 5
(Karte)
Breitgelagerter, zweigeschossiger, verputzter Bau mit Walmdach, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, in der Mittelachse Zwerchhaus über Rundbogen-Einfahrt, profiliertes Portal mit Wappenkartusche im Sprenggiebel, dichte Fensterreihung, aus einem Bau des 17. Jahrhunderts nach Plänen von Baumeister Georg Friedrich Maier umgebaut und erweitert, 1798 (i), seitlich „Wintergarten“-Anbau, 1893 (i); Schlossgarten mit Ummauerung [§2]

Das Schloss der Freiherren Hiller von Gärtringen, die 1653 die Ortsherrschaft erworben hatten, entstand 1728 nach Plänen des Schorndorfer Baumeisters Georg Friedrich Majer anstelle eines Vorgängerbaus aus dem 17. Jahrhundert. Das mit den Wappen der Familien Hiller und Preysing geschmückte Portal, Blickfang an dem sonst schmucklosen Bau, schuf der aus Rottenburg stammende Herrenberger Steinmetz Marx Hepp. Der große gegenüberliegende Schlossgarten war der Urkarte von 1830 nach mit geradliniger Wegeführung, symmetrischen (Blumen-)Feldern und Rondellen gestaltet; im südlichen Teil bildete eine Baumwiese den Übergang zum Pfarrkirchenbereich. Schloss und Schlossgarten prägen das Ortsbild bis heute in entscheidendem Maße und sind wichtige Zeugnisse der Bau- und Herrschaftsgeschichte von Gärtringen. Sie sind bauliche Dokumente der frühneuzeitlichen Adelskultur und belegen anschaulich den Schlossbau des reichsfreien Adels in der Region.
Geschützt nach §§ 2, 28 DSchG

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( Wikidata)

Ev. Pfarramt Schloßweg 10
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Kniestock und flachem Walmdach, Erdgeschoss aus Sandsteinquadern, verputztes Obergeschoss, Eingänge mit geraden Verdachungen, die mittleren drei Fenster der Langseiten zu Dreiergruppen zusammengefasst, 1845/46

Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für den sog. Kameralamtsstil, einen spezifisch württembergischen Klassizismus, wie er nach den kostensparenden Vorgaben der Finanzverwaltung zahlreiche amtliche Gebäude zwischen 1820 und 1860 prägte. Es belegt die Wohn- und Lebensverhältnisse eines Pfarrers um die Mitte des 19. Jahrhunderts und hat kirchen- wie ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

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Backhaus Schmiedstraße 5
(Karte)
1830 Eingeschossiger kleiner Quaderbau mit Satteldach.

Das Backhäuschen ist ein charakteristisches Element der württembergischen Dörfer. Es ist ein anschaulich überlieferter Vertreter eines insbesondere im 19. Jahrhundert verbreiteten Bautyps, als obrigkeitliche Verordnungen aus Gründen des Brandschutzes offene Feuerstätten in baulichem Zusammenhang mit Wohnhäusern untersagten.

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( Wikidata)

Wohnhaus eines Gehöftes Schmiedstraße 7
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit massivem Kellersockel und Satteldach, Obergeschoss und Giebel über Balkenköpfen vorkragend, geschnitzte Bündelknagge am Eck des Obergeschosses, 1484 (d)

Das Gebäude kann aufgrund der Dendrochronologie auf das Jahr 1484 datiert werden. Es weist es gefügekundliche Besonderheiten auf, wie etwa die für den württembergischen Raum sehr frühen gezapften Aussteifungen. Bemerkenswert sind weiterhin die erhaltenen Flechtwerkausfachungen und die Wendebohlentür aus der Bauzeit sowie die Balken-Bretter-Decke in der Stube des Erdgeschosses. Es handelt sich um einen sehr gut überlieferten Bau, bei welchem Originalität und Integrität der Bausubstanz in hohem Maße gegeben sind. Er kann – trotz einiger Veränderungen – aufgrund seiner anschaulichen Überlieferung als beispielhaft für den Hausbau in Württemberg am Ausgang des Spätmittelalters gelten.

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Wohnhaus Seltenbachweg 2
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau auf massivem Sockel mit Satteldach, Obergeschoss und Giebel über beschnitzten Knaggen und Balkenköpfen vorkragend, 16. Jahrhundert (Nordseite modern verbrettert)

Das Fachwerkhaus ist ein für die historische Hauslandschaft der Region charakteristisches Gebäude und Beleg der Zimmermannskunst im 16. Jahrhundert. Es gehört zum ältesten Baubestand von Gärtringen und ist wichtiges Dokument der Ortsbaugeschichte.

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( Wikidata)

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Wohn- und Geschäftshaus Vorstadt 2
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Mansarddach, massives Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber Fachwerk mit leichten Vorkragungen, unter Weiterwendung älterer Bausubstanz errichtet, 1816 (i)

Der in ortsbildprägender Ecklage stehende Bau vereint traditionelle Bauformen wie die leichten Geschossvorkragungen und die sich durch die Fenstergruppierung absetzende Eckstube mit um 1800 modernen, städtischen Vorbilden folgenden Elementen wie der dichten, meist regelmäßigen Fensterreihung und den Segmentbogengewänden. Ein seltener erhaltenes Detail stellen die beiden tiefer sitzenden Fenster dar, die die ehemalige Eingangstür flankieren und auf eine bereits ursprüngliche Ladenfunktion hinweisen. Als anschaulich überliefertes Beispiel eines Wohn- und Geschäftshauses der Zeit um 1800 hat das Gebäude Bedeutung für die Gärtringer Ortsbaugeschichte.

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( Wikidata)

Waschhaus einer Hofanlage bei Vorstadt 4
(Karte)
Kleiner massiver Rechteckbau mit steilem Satteldach, Architekturglieder aus Sandstein, Außentreppe an der rückwärtigen Giebelseite, 1826 (i)

Das Waschhaus gehörte zu einer Hofanlage in der Ortsmitte von Gärtringen und zeichnet sich durch eine für Gebäude dieser Gattung aufwendige Bauweise und Bauausführung mit Eckquadern, Türgewänden und Fenstereinfassungen aus Sandstein sowie einem barock gestalteten Inschriftfeld des Türsturzes aus. Es handelt sich um einen jener kleinen Nutzbauten, die vor allem im 19. Jahrhundert in den Dörfern und bei großen Hofanlagen zur Verringerung der Feuergefahr durch private Öfen errichtet wurden.

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Gestelztes Wohnstallhaus (heute Wohnhaus) Vorstadt 8
(Karte)
Zweigeschossiger verputzter Bau mit hohem massiven Sockelgeschoss und Satteldach, Obergeschoss und Giebel Fachwerk mit Vorkragungen, Außentreppe an der Traufseite, 17. Jahrhundert

Das Haus entspricht dem in der Region weit verbreiteten Typus des gestelzten Wohnstallhauses. Es zeigt einen charakteristischen Aufbau mit Fachwerkwohnteil über massivem Stallgeschoss und ist damit ein anschaulich überliefertes Beispiel dieses ländlichen Bautyps, der Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinte. Es ist wichtiges Zeugnis der von der Landwirtschaft geprägten Gärtringer Ortsbaugeschichte.

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Brunnenstube Kuppinger Weg
(Karte)
Kleiner eingeschossiger Bau aus Sandsteinquadern mit Satteldach, 1865/66

Die in den Jahren 1865/66 von der Gemeinde errichtete Brunnenstube fasst eine außerhalb des Dorfes am Kuppingerweg befindliche Quelle ein. Die von hier aus zu den Dorfbrunnen geführte neue Wasserleitung verbesserte die bis dahin mangelhafte Wasserversorgung in Gärtringen. Die anschaulich überlieferte Brunnenstube ist nicht nur von ortsgeschichtlicher Bedeutung, sie stellt auch ein Beispiel ländlicher Wasserversorgung im 19. Jahrhundert dar.

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Rohrau

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Bauernhaus Gärtringer Straße 16
(Karte)
Traufständig, eingeschossig mit Satteldach und rückseitigem Anbau, Mitte 15. Jahrhundert

Bei dem Bauernhaus handelt es sich um eines der inzwischen seltenen spätmittelalterlichen Häuser im Landkreis. Trotz verschiedener Umbauten verdeutlicht das Gebäude beispielhaft die Konstruktion und Bauweise seiner Zeit. Das giebelseitige Freigespärre stellt eine konstruktive Besonderheit dar, die nur noch an wenigen anderen Gebäuden im Landkreis zu finden ist. Insbesondere der durch lange überblattete Fußbänder, große Abbundzeichen, Freigespärre sowie zahlreiche Verblattungen charakterisierte Dachbereich ist durch bauliche Veränderungen kaum gestört. Das Gebäude ist beredtes Zeugnis für den spätmittelalterlichen bäuerlichen Hausbau in dieser Region und zeigt beispielhaft die typischen Konstruktionsprinzipien eines solchen Baus im 15. Jahrhundert.

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Laufbrunnen Hildrizhauser Straße 1
(Karte)
Brunnenstock als Säule auf Polygonalpfeiler, großer Rechtecktrog, Gusseisen, um 1910

Der Brunnen ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für einen Laufbrunnen aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Im Grundschema folgt der Brunnenstock den Entwürfen des späten 19. Jahrhunderts und ist als Säule auf Polygonalpfeiler gestaltet. Im Unterschied zu den historistischen Vorbildern ist hier die Reduzierung des Dekors bemerkenswert. Somit veranschaulicht die Formgebung des Brunnens die Stilwende zu einem strengeren Neuklassizismus im frühen 20. Jahrhundert.

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Fachwerkscheune mit Krüppelwalmdach Hildrizhauser Straße
(Karte)
Vorkragungen am WestgiebeI, 1770 (i)

Die Fachwerkscheune bildete einst mit einem Wohnstallhaus des 17. Jahrhunderts (1988 durch weitgehenden Neubau ersetzt) ein Gehöft in der Ortsmitte von Rohrau. Die stattliche, zweigeschossige Scheune gehört dem Mitteltennentypus an und zeichnet sich durch einen eher seltenen hochformatigen Baukörper aus, der durch ein steiles Krüppelwalmdach abgeschlossen wird. Kennzeichnend sind darüber hinaus die leichten GiebeIvorsprünge gegen Westen und das symmetrisch gegenläufig angeordnete Sichtfachwerkgefüge. Die Fachwerkscheune ist in baulicher und hauskundlich-typologischer Hinsicht von Bedeutung und erinnert an die von der Landwirtschaft geprägte Ortsbaugeschichte von Rohrau.

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Sandmühle Hildrizhauser Straße 5
(Karte)
Kleiner Bruchsteinbau mit Satteldach, 1799 (a)

Die Rohrauer Sandmühle ist ein interessantes wirtschafts- und kulturgeschichtliches Zeugnis und belegt einen für den Ort typischen Erwerbszweig auch in dessen technischer Bewältigung. Hier wurde der in den Steinbrüchen nahe beim Ort gewonnene Sandstein zu weißem Stubensand gemahlen. Der Vorgang ist noch an der originalen Einrichtung, am Mühlstein mit Drehachse und Pferdejoch ablesbar. Stubensand war vor der Entwicklung chemischer Reinigungsmittel ein weit verbreitetes Putzmittel. Mit ihm wurden die Böden ebenso gereinigt wie die Holzgefäße und die Hände. Der körperlich anstrengende und gesundheitsschädliche Abbau von Stubensand war für die ärmsten Teile der Bevölkerung eine wichtige Einnahmequelle, vor allem wenn die Ernten schlecht ausfielen.

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Friedhofsmauer Hildrizhauser Straße 25
(Karte)
Teilweise verputzte Bruchsteinmauer mit Hausteinpfosten, 1833

Im Jahr 1833 erhielt Gärtringen einen eigenen, östlich vom Ort angelegten Begräbnisplatz; zuvor mussten die Verstorbenen in Nufringen beerdigt werden. Der neue Friedhof wurde mit einer Mauer umgeben, gleich beim Eingang befindet sich ein kleiner Hausteinpfosten mit getreppter Deckplatte für den Opferstock. Der Gärtringer Friedhof ist nicht nur ortsgeschichtlich von Belang, er ist auch Zeugnis der Bestattungskultur in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

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Backhaus Kirchplatz 7
(Karte)
Kleiner verputzter Quaderbau mit Satteldach, 1840 (i)

Das anschaulich überlieferte Gemeindebackhaus von Rohrau ist ein typischer Vertreter jener Backhäuser, die nach der 1835 ergangenen diesbezüglichen Verordnung von König Wilhelm I. zum Zweck der Holzersparnis und der Verringerung der Feuergefahr anstelle von privaten Öfen in jeder Gemeinde errichtet werden mussten und wichtige Zeugnisse der dörflichen Arbeits- und Lebenswelt des 19. Jahrhunderts sind.

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Hofanlage Nufringer Straße 7
(Karte)
Bestehend aus: gestelztes Wohnstallhaus, teils verputzter (teils modern verkleideter) Bau mit Satteldach, massives Stallgeschoss, darüber Fachwerk, Vorkragungen am Giebel, wohl 15. Jahrhundert; frei stehende Scheune, Fachwerk mit Satteldach, 1455 (d)

Der stattliche Hakenhof liegt am südlichen Rand des historischen Ortskerns von Rohrau. Am Wohnhaus lässt das an der westlichen Giebelseite und an der Nordseite erhaltene Sichtfachwerk mit Verblattungen, Schwertungen und Holznägeln im Giebel erkennen, dass es sich um einen spätmittelalterlichen Bau des 15./16. Jahrhunderts handelt. Die Scheune wurde 1455 (d) errichtet und stellt mit ihrer Hochgerüstkonstruktion eine bautechnische Besonderheit dar. Trotz jüngerer Veränderungen ist sie in ihren wesentlichen Teilen gut überliefert. Sowohl aufgrund ihres Baualters als auch aufgrund ihrer Konstruktion kommt ihr Seltensheitswert zu, im mittleren Neckarraum und darüber hinaus. Das spätmittelalterliche Gehöft ist damit in hauskundlicher Hinsicht bedeutsam und zählt zum ältesten Baubestand in Rohrau.

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Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

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