Liste der Kulturdenkmale in Murrhardt
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In der Liste der Kulturdenkmale in Murrhardt sind die Kulturdenkmale der Stadt Murrhardt im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Stadtteilen
Fornsbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnstallhaus | Hinterwestermurr 1 (Karte) |
Gestelztes Einhaus mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Kellerhals und verbrettertes Fachwerkobergeschoss, an der hinteren Langseite freier Fachwerkstock, wohl 1839
Das Gebäude ist ein für den Kreis regionaltypisches Beispiel eines Bauernhauses mit ehemals freiliegendem Fachwerk. Der rundbogige Kellerhals deutet auf eine Nutzung durch einen Weingärtner hin. |
101153748 | ||
| Zwei Steinkreuze aus Stubensandstein | (Karte) |
15./16. Jahrhundert
Steinkreuze sind meist Zeugnisse der mittelalterlichen Rechtskultur, auch diese beiden Kreuze dürften als Sühneakt für einen Totschlag gestiftet worden sein. |
101137483 | ||
| Wohnstallhaus | Marktstraße 18 (Karte) |
Gestelztes Einhaus mit steilem Satteldach, verputztes Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk mit beschnitzten Eckständern, im Erdgeschoss Kellerhals, 1822 (i)
Das Wohnstallhaus ist ein charakteristisches Beispiel für den bäuerlichen Hausbau der Region, das mit seinen Fachwerkformen und dem als Keil gearbeiteten Schlussstein im Türsturz Bautraditionen des 18. Jahrhunderts fortsetzt. Die Sinnspruchtafel mit Nennung der Besitzer ist ein anschauliches Zeugnis der protestantisch geprägten Frömmigkeit der Besitzer. |
101148293 | ||
| Wohnstallhaus | Marktstraße 23 (Karte) |
Gestelztes Einhaus mit breitem Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, am geschnitzten Eckständer datiert, 1721(i)
Das stattliche Haus ist ein anschauliches Beispiel für das ländliche Bauen im 18. Jahrhundert. In charakteristischer Weise befinden sich Stall und Wohnteil unter einem Dach, der mit Initialen und Baudatum versehene Eckständer belegt ebenso wie das in reicheren Schmuckformen gestaltete Fachwerk Anspruch und Wohlstand des Auftraggebers. |
101148389 | ||
| Wohnstallhaus | Mettelberg 1 (Karte) |
Gestelzter zweigeschossiges Einhaus mit Satteldach, verputztes Fachwerk über gemauertem Erdgeschoss, Giebel mit Vorkragungen, wohl 1. Viertel 19. Jahrhundert
Das Haus gibt ein charakteristisches Beispiel für das ländliche Bauen in der Region und die enge Verbindung von Wohnen und Arbeiten unter einem Dach. |
101153028 | ||
| Wohnstallhaus | Mettelberg 2 (Karte) |
Gestelzter zweigeschossiges Einhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv in Sandstein gemauert und mit Bauinschriften sowie teilweise älteren Sinnsprüchen, 1762 (i), darüber verputztes Fachwerk, Giebelseiten mit Vorkragungen,1807 (i) und renoviert von Gotfried und Luise Heefer, 1865 (i)
Das Haus ist ein charakteristisches Beispiel für ein gestelztes Wohnstallhaus mit Wirtschafts- und Stallfunktion im Erdgeschoss und Wohnbereich im Obergeschoss. Die wohl vom Vorgängerbau übernommenen Sandsteintafeln mit Sinnsprüchen zeugen von der Frömmigkeit der Landbevölkerung im 18. Jahrhundert. |
101153116 | ||
| Wohnstallhaus | Mettelberg 5 (Karte) |
Gestelztes Einhaus, Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss mit Putzquaderung, Obergeschoss in Fachwerk, ein Giebel verbrettert, traufseitige Erschließung von Wohn- und Stallteilen über zwei parallele Türen zwischen Vierpassfenstern, Hauseingang im Gegensatz zur Stalltüre in profiliertem Gewände und im Keilstein, 1823 (i)
Der stattliche Bau ist ein für die Region charakteristisches Bauernhaus, die traufseitige zentrale Erschließung des Erdgeschosses verrät Einflüsse aus Hohenlohe und ist bei den Wohnstallhäusern im Schwäbischen Wald im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert verbreitet. Das profilierte Türgewände wie auch das Sichtfachwerk zeigen das konservative Festhalten an älteren Traditionen auf dem Land bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
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| Wohnstallhaus | Mettelberg 7 (Karte) |
Gestelztes Einhaus mit Satteldach, Erdgeschoss gemauert mit Inschrift im Türsturz, Obergeschoss in verbrettertem Fachwerk, 1829 (i)
Im Gesamtbild gibt der Bau ein anschauliches Beispiel für den Typus des gestelzten Wohnstallhauses, bei dem das Erdgeschoss dem Arbeiten und Wirtschaften, das Obergeschoss dem Wohnen diente. Charakteristisch für die Gegend ist das späte Sichtfachwerk, das noch auf einer Giebelseite freiliegt. |
101153327 | ||
| Wohnstallhaus | Mettelberg 11 (Karte) |
Gestelztes Einhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschoss in Fachwerk, daran zweigeschossiger Anbau über Freipfosten, 18. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für den Typus des gestelzten Wohnstallhauses mit Arbeits- und Wirtschaftsbereichen im Erdgeschoss und Wohnbereich im Obergeschoss. Das reiche Fachwerk mit langen Fußbändern und Kopfdreiecken ist ein eindrucksvolles Zeugnis für die Zimmermannskunst und charakteristisch für die Region. |
101153352 | ||
| Gasthaus Zur Rose | Mettelberg 14 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau mit flach geneigtem Satteldach, Erdgeschoss massiv mit zwei Kellerportalen, Obergeschosse in Fachwerk, Giebel verbrettert, 1861 (i)
Der Bau ist in seiner stattlichen Form charakteristisch für die oft ortsbildprägenden Landgasthöfe, die viel Raum für Unterkunft bieten mussten und ein Zentrum des gesellschaftlichen Lebens auf den Dörfern bildeten. Als Sichtfachwerkbau setzt er die Bautradition der Region noch verhältnismäßig spät fort. |
101153436 | ||
| Brücke | Schäferstraße (Karte) |
Aus Sandstein gemauert mit einem Bogen und Brüstungsmauern, 1. Viertel 19. Jahrhundert
Die kleine Brücke ist ein Zeugnis für die innerdörfliche Verkehrsinfrastruktur und bildet ein charakteristisches Beispiel für Naturstein-Gewölbebrücken, wie sie bis ins frühe 19. Jahrhundert neben den Holzbrücken die Kulturlandschaft in Baden-Württemberg prägten. |
101151201 | ||
| Wohnstallhaus | Schlosshof 4, 6 (Karte) |
Gestelztes Einhaus, hohes Statteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss gemauert mit Kellerportal, Obergeschoss in Fachwerk, teilweise verschalt, errichtet an Stelle eines älteren Baus von 1799 (i), um 1860/70
Das stattliche Bauernhaus bietet ein anschauliches Beispiel für die lange Tradierung älterer Bauformen des 18. bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, die für die Region charakteristisch ist. Im Äußeren des Obergeschosses lässt sich anhand der Fenstergruppierungen die historische Einteilung der Räume gut ablesen. |
101153628 | ||
| Schulhaus mit Einfriedung | Schulstraße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit giebelbekröntem Mittelrisalit über Werksteinsockel, hohes Walmdach mit zentralem Dachreiter, errichtet nach Plänen des Stuttgarter Architekten Franz Oschwald, 1912 (i, a)
Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für den Schulhausbau des frühen Jahrhunderts. Der verputzte Bau ist charakteristisch für den Reformstil. Der Bau dokumentiert damit die für den Reformstil kennzeichnende Loslösung vom Historismus. Der stattliche Bau ist durch das hohe Dach mit Glockentürmchen bewusst ortsbildprägend als öffentliches Gebäude gekennzeichnet. Im Inneren ist das Raumgefüge original erhalten mit zwei Schulräumen im Erdgeschoss und zwei Lehrerwohnungen im Obergeschoss. |
101148509 | ||
| Brücke | Göckelbach (Karte) |
In einem Segmentbogen gewölbt, mit Quaderbrüstung, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Die Gewölbebrücke ist ein charakteristisches Beispiel für eine kleine Natursteinbrücke zur Querung eines Baches im ländlichen Raum vor der Industrialisierung. |
101154889 |
Kirchenkirnberg
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnstallhaus | Gänshof 1 (Karte) |
Vorderer Wohnteil zweigeschossig mit Satteldach, verputztes Fachwerk über Steinsockel, rückwärtiger Ökonomieteil mit massivem Erdgeschoss, wohl 18. Jahrhundert; angebaute Wagenremise, um 1900
Bei dem Wohnstallhaus handelt es sich um ein gut überliefertes bäuerliches Anwesen von hoher Aussagekraft für die regionale Kulturlandschaft. Der Wohnteil, ursprünglich in Sichtfachwerk, mit seinem allseitig auf Balkenköpfen vorkragenden Obergeschoss wirkt altertümlich und dokumentiert das lange Fortbestehen älterer Bautraditionen im ländlichen Raum. Typologisch handelt es sich um ein für Württemberg charakteristisches Einhaus mit talwärts gelegenem kleinen Gewölbekeller und Vorkeller, darüber in beiden Geschossen Wohnnutzung; die innere Einteilung mit Stube und Kammern anhand der Fensteranordnung ist im Außenbau bis heute ablesbar. |
101154809 | ||
| Wohnstallhaus | Oberneustetten 1 (Karte) |
Gestelzter Bau, Satteldach mit Gaube, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss und Giebel in Fachwerk, rückwärtige Giebelseite verschindelt, hier Freitreppe, 18. Jahrhundert
Das Gebäude ist ein charakteristisches Bauernhaus, unter dessen Dach Wohnen und Arbeiten vereinigt sind und an dessen Fenstereinteilung auch im Äußeren die Obergeschosseinteilung in Stuben und Kammern ablesbar ist. Mit Vorkragungen auf Balkenköpfen am Giebel und einzelnen Details des Fachwerks ist es ein Zeugnis für die im 18. Jahrhundert konservativ geprägte Zimmermannskunst der Region. |
101157154 | ||
| Brücke über den Gänsbach (an der Straße zum Gänshof) aus Naturstein | Nähe Oberneustetten 2 (Karte) |
Steil parabolisch gewölbt, 19. Jahrhundert
Die kleine Bogenbrücke ist ein anschauliches Beispiel für jene Steinbrücken, die im späten 18. und 19. Jahrhundert auch in kleineren Orten erstellt werden konnten und charakteristisch sind für die ländlich geprägte historische Kulturlandschaft. |
101157172 | ||
| Mühlgehöft der Schlossmühle mit Mühlkanal und Sandsteinbrücke über den Otterbach | Schlossmühle 1, 3; Schloßmühlkanal (Karte) |
Bestehend aus: Wohn- und ehem. Mahlmühlgebäude (Nr. 1) samt jüngerem Wohnhausanbau und Radstube, Fachwerkbau mit Satteldach, Sandsteinsockel mit zweiflügeligem Portal bzw. massivem, hohen Mahlraum an der Mühlkanalseite, daran angebaut Brennhäuschen mit funktionstüchtigem Brennofen, errichtet für Adam Kugler vom Schloßhof, 1728/29 (i), rückwärtiger Wohnanbau mit Pferdestall, 1860, von der technischen Einrichtung überliefert die Turbine von 1906, Brennhaus, 1. Viertel 20. Jahrhundert; Keller- bzw. Austragshaus (Nr. 1a) am Hang, zweigeschossiger Bau mit flachem Satteldach, massives Erdgeschoss, Fachwerkobergeschoss, errichtet über älterem Gewölbekeller für Jacob Kugler, 1861; Stallgebäude mit Schweinestall, zweigeschossiges Gebäude mit Walmdach, errichtet über älterem Sockelgeschoss aus Sandsteinquadern, wohl um 1860; Türsturz mit Initialen „CLW“ und Datierung 1839 an der 1947 erneuerten Scheune (Nr. 2); Mühlkanal und einfache Brücke mit Rundbogen aus Sandstein über den Otterbach, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Die Anlage ist ein stattliches und in ihrem Umfang hervorragend erhaltenes Mühlengehöft, das durch seine Geschlossenheit beeindruckt. Es belegt anschaulich den herausgehobenen Status der Müller innerhalb des ländlichen Sozialgefüges und gibt Zeugnis von den Lebensverhältnissen auf dem Land im 18. und 19. Jahrhundert. Mit der 1906 eingebauten Turbine wird die Nutzungsänderung von der Mahlmühle zur frühen Stromerzeugung deutlich. |
101156832 | ||
Weitere Bilder |
Ev. Pfarrkirche | Spielhofstraße 2 (Karte) |
Schlichter rechteckiger Saalbau in Werkstein mit Walmdach, an der Eingangsfront eingezogener Glockenturm mit geschweifter Haube, errichtet von Oberbaurat Barth und Bauinspektor Wepfer, 1843 bis 1845, nach Kriegszerstörung 1945 durch Prof. H. Seytter verkleinert wieder aufgebaut bis 1952
Der Neubau des 19. Jahrhunderts übernahm nicht den mittelalterlichen Standort, sondern wurde in Ortsrandlage am Rand der Hochebene errichtet und ist von verschiedenen Seiten schon von der Ferne aus zu sehen. Trotz der Kriegszerstörung lässt sich am Außenbau noch die spätklassizistische Konzeption der groß geplanten Kirche insbesondere an der Westfassade mit den Rundbogenöffnungen ablesen. Im Rahmen des Wiederaufbaus verkleinert, wurde das Gebäude zu einer noch im Sinne des Heimatschutzstils leicht barockisierenden, bewusst zurückhaltend gestalteten Dorfkirche. Das Innere ist im wesentlichen in zeitgenössischen, schlichten Formen gestaltet. Die Kirche bildet damit heute vor allem ein interessantes und gerade an den Hauptansichtsseiten überzeugendes Beispiel für einen Wiederaufbau der konservativen, von der Stuttgarter Schule geprägten Richtung im ländlichen Raum. |
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| Ev. Pfarrhof | Spielhofstraße 4, 4/1 (Karte) |
Bestehend aus: zweigeschossiges verputztes Pfarrhaus mit Halbwalmdach, Hanguntergeschoss mit rundbogigem Kellerportal sowie Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, 1796; Scheune, Fachwerkbau über steinernem Sockel und mit flach geneigtem Satteldach, 1845
Der Pfarrhof, beherrschend über dem Ort am Rande der Hochebene gelegen, bildet die wichtigste historische Baugruppe des Ortes. Das Wohnhaus entspricht insgesamt dem mit Varianten immer wieder ähnlich realisierten Typus des spätbarocken Pfarrhauses in Württemberg, das mit wuchtiger Kubatur und Halblwalmdach unter der übrigen Bebauung hervorgehoben ist. Es ist ein charakteristisches Zeugnis für die landesherrlichen und landeskirchlichen Verwaltungsbauten im ländlichen Raum. Die Scheune zeugt von der Versorgung und Vorratshaltung der Pfarrer und der geistlichen Verwaltung auf dem Land. |
101154193 | ||
| Mühle (§ 28) | Tälesstraße 21 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter und teilweise verbretterter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, an der Straßenseite aufwendig gestaltete Inschriftsteine und Türöffnungen samt alter Türblätter, errichtet für Gottfried Cronmüller, 1756/57 (i), erneuert 1868 (i); technische Einrichtung des 19. Jahrhunderts erhalten
Das Gebäude gehört als Sonderbau zu den aufwändiger gestalteten Anwesen des Ortes und ist in seinem erhaltenen Bestand samt der historischen Einrichtung der Mahlstube mit Gerb-, Weiß- und Schwarzgang von einem gewissen Seltenheitswert. Die beiden Bauinschriften mit Müllerzeichen (gekröntes Mühlrad, von Löwen gehalten) zeugen vom Selbstbewusstsein und der hervorgehobenen Position der Müller im ländlichen Sozialgefüge. Die Mühle ist seit dem Einsturz des Kanals 1965 stillgelegt. |
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| Bogenbrücke mit gestelztem Rundbogen und seitlich befestigten Wangen aus Sandsteinquadern | Tälesstraße 21 (Karte) |
Wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Die kleine Bogenbrücke führt nördlich der Mühle über das Gaistbachbächle. Sie ist ein charakteristisches Beispiel für Naturstein-Gewölbebrücken, die im späten 18. und 19. Jahrhundert erstellt wurden und neben den Holzbrücken die ländliche Kulturlandschaft in Baden-Württemberg prägten. |
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| Wohnstallhaus | Unterneustetten 1 (Karte) |
Gestelztes Einhaus mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit Stall und querliegendem Gewölbekeller, unter der Grundschwelle des Sockels Sandsteinbecken zur Aufnahme von Fäkalien, Obergeschoss in Fachwerk, an drei Seiten verbrettert, 18. Jahrhundert
Das Gebäude ist ein in seinem Gesamtbestand anschaulich überliefertes Beispiel eines kleineren Bauernhauses der Frühen Neuzeit, das mit der erhaltenen historischen Toilettenentsorgung eine bauliche Besonderheit aufweist. |
101157220 | ||
| Haufengehöft | Unterneustetten 4, 15 (Karte) |
Bestehend aus: Haupthaus (Nr. 4), Weingärtnerhaus, zweigeschossig mit Satteldach, massives Erdgeschoss über großem, in Längsrichtung liegendem Gewölbekeller, Wohngeschoss und Giebel in Fachwerk, 1723 (i); Stallscheune aus Sandsteinquadern und bretterverschalter Fachwerkonstruktion, im Inneren Göpelplatz, 18. Jahrhundert, erneuert 1861 (i)
Die Baugruppe bildet ein anschauliches Beispiel für einfrühneuzeitliches Weinbauerngehöft, dessen Wohnhaus mit dem reichen Zierfachwerk die Wohlhabenheit des Bauherrn belegt. Es zählt in dieser Beziehung zu den beachtlichsten Beispielen innerhalb der umliegenden Dörfer. |
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| Gehöft | Unterneustetten 10 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus (ehem. Gasthof Zum Hirsch, Nr. 10), zweigeschossier Bau mit Satteldach, Fachwerk über massivem Sockel, am Eckständer Initialen der Bauherrschaft und Datierung, 1809 (i); Backhaus (Nr. 10b) aus Sandsteinquadern mit Fachwerkgiebel und Satteldach, der Ofen als eigener Anbau unter niederem Satteldach angefügt, Anf. 19. Jahrhundert; Stallscheune, dreizonig mit Massivsockel, das Fachwerk verbrettert, Anf. 19. Jahrhundert
Die stattliche Hofanlage verfügt über ein großes Wohnhaus, dessen Dimensionen sich eventuell aus der Nutzung als Gasthof ergeben. Das Haupthaus samt Backhaus und Scheune stellen eine funktionale Einheit dar und sind ein anschauliches Beispiel für die bäuerlichen Gehöfte der Region an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. In üblicher Weise ist das Backhaus aus Feuerschutzgründen als eigenständiger Bau ausgeführt. |
101157275 | ||
| Wohnstallhaus und zugehöriges Backhau: zweigeschossiges Haus mit Satteldach | Unterneustetten 11 (Karte) |
Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschoss und Giebel in Sichtfachwerk, Portal mit seitlichen Vierpassöffnungen über eine Freitreppe erschlossen, Gewölbekeller, errichtet für Jacob Friedrich Ellinger. 1828 (i); großes Backhaus, Werksteinbau mit verbretterten Fachwerkgiebeln und Satteldach, 1839 (i)
Das große Bauernhaus und sein recht aufwändiges Backhaus bilden eine historisch funktionale Einheit und sind bis auf wenige Veränderungen gut überliefert. Das Gehöft gibt ein anschauliches Beispiel für die Hauslandschaft der Region, die gekennzeichnet ist durch das lange Nachleben barockzeitlicher Elemente im Fachwerkbau im 19. Jahrhundert. |
101159185 | ||
| Wohnstallhaus | Welzheimer Straße 14 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in ursprünglich reichem Sichtfachwerk, um 1700, Erdgeschoss später in Ziegeln erneuert
Das Gebäude ist ein für die regionale Kulturlandschaft charakteristisches Beispiel eines Einhauses mit Wohnteil, Scheune und Stall; das ursprünglich sichtbare Fachwerk mit seinen aufwändigen Formen aus gebogenen genasten Bügen und Andreaskreuzen, dreieckigen Kopfhölzern und Zierrautenfeldern ist typisch für die barocke Zimmermannskunst der Entstehungszeit. Der hohe Aufwand könnte sich durch eine eventuelle ehem. Zugehörigkeit des Gebäudes zur benachbarten, 1868 abgebrochenen Pfarr- und Wallfahrtskirche erklären. |
101154654 | ||
| Reste der spätgotischen Pfarrkirche | Welzheimer Straße 28 (Karte) |
Als Spolien im Gartenhaus bei Haus Nr. 28 verbaut, bestehend aus: Teile eines Maßwerkfensters mit Dreipassrosette und aufgebrochenen Dreipassbögen; spätbarockes Türgewände, dessen Keilsteine bez. mit Abtsstab, den Initialen CA und der Jahreszahl 1779, dazu das aufgedoppelte Türblatt; ein roh bearbeiteter Konsolkopf
Die Spolien erinnern an die 1868 abgebrochene spätgotische Pfarr- und ehem. Wallfahrtskirche St. Ursula, die oberhalb des Ortes beim alten Friedhof stand und einst dem Kloster Adelsberg zugehörig war. Sie sind letzte Zeugnisse der historischen kirchlichen Verhältnisse am Ort. |
101154675 |
Murrhardt
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnhaus | Bahnhofstraße 4 (Karte) |
Zweigeschossiger Ziegelbau mit Stuttgarter Dach, Gliederung durch Risalite und geschweifte Giebeln, errichtet durch den Murrhardter Stadtbaumeister Cleß für den Güterbeförderer Ludwig Zwicker, 1899
Das für Murrhardt ungewöhnlich, städtebaulich markant in einer Kurve platzierte Wohnhaus in Neurenaissanceformen belegt die wesentlich durch Bauten von Cleß geprägte bauliche Entwicklung der Stadt im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Es bezieht seine Wirkung aus der dekorativen Verwendung von Ziegel- und Werksteinelementen und deren Zusammenspiel. Die Initiale Z ist als Zuganker in der Giebelspitze Verweis auf den Namen des Bauherrn, der im Erdgeschoss sein Kontor hatte. |
101099810 | ||
Weitere Bilder |
Eisenbahnbrücke Nr. 1264 (südl. Überbau) | Bahnhofstraße 8 (Karte) |
Parallelgurtige Eisenfachwerkbrücke mit Trägern aus Ständern und einfach gekreuzten Diagonalstreben,1878, Erweiterung der urspr. drei Gleise im Zuge von Umbauten auf vier Gleise, 1913, und Ersatz der Überbauten bis auf den heutigen südlichen, 1931
Die Eisenbahnstrecke Waiblingen - Schwäbisch Hall - Hessental war für die Verkehrsanbindung Murrhardts und dessen wirtschaftlich-industriell Entwicklung von zentraler Bedeutung. Der südliche Überbau der Brücke stammt noch aus der Erbauungszeit der Strecke 1878. Der hier verwendete Konstruktionstypus der Eisenfachwerkbrücke wird in Deutschland seit den 1860er-Jahren verwendet. Charakteristisch für die frühe Zeit sind u. a. die genieteten Verbindungen. Das Murrhardter Exemplar ist nicht nur das letzte aus der Erbauungszeit auf der Strecke, sondern zählt mittlerweile zu einem der ältesten erhaltenen Beispiele in ganz Württemberg und ist damit ein wichtiges Dokument des technischen Eisenbaus im 19. Jahrhundert. |
101115535 ( | |
| Wohnhaus | Bahnhofstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Mansarddach, hoher Sockel, Fassaden mit gliedernden Werksteinelementen, Standerker und Schweifgiebel, errichtet durch den Murrhardter Stadtbaumeister Cleß, 1907
Das zu zwei Seiten markant frei stehende Haus ist ein charakteristisches Beispiel für die Architekturauffassung im Wohnhausbau der Zeit nach 1900 und den Heimatstil. Als Teil einer ganzen Gruppe von Häusern in der Bahnhofstraße, die alle von Stadtbaumeister Cleß errichtet wurden, verdeutlicht es die Architekturentwicklung im Werk eines Architekten. Den Anspruch der Bauherrschaft dokumentiert eindrücklich das Fußbodenmosaik des Windfangs mit Baudatum und Initialen des Bauherrn. |
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| Empfangsgebäude Murrhard | Bahnhofstraße 24 (Karte) |
Symmetrisch gegliederter Putz- und Werksteinbau mit zweieinhalbgeschossigem Mitteltrakt und zwei eingeschossigen schmalen Flügelbauten, das flachgeneigte Satteldach auf profilierten Bügen vorkragend, an der Gleisseite angesetztes Vordach mit eisernen Bindern, errichtet als Teil der von Carl Julius Abel geplanten Strecke Backnang-Hessental, 1877 bis 1878
Das Baumaterial und die schlichte spätklassizistische Formensprache mit Laubsägeornamentik in den Giebeln sowie die Dachform des Empfangsgebäudes sind charakteristisch für die Bahnhöfe dieses Streckenabschnitts. Die Bahnstrecke Backnang (bzw. Waiblingen) - Hessental gehört zu den Strecken, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts die verschiedenen Landesteile mit der damaligen Residenzstadt Stuttgart verbanden. Die Hochbauten besitzen durch die einheitliche Planung ein gemeinsames, je nach der Bedeutung des Ortes in Größe und Aufwand variiertes Formenrepertoire. Der Murrhardter Bahnhof belegt dabei sehr anschaulich die Anbindung der einstigen Oberamtsstadt an das württembergische Verkehrsnetz im Zeitalter der Industrialisierung. |
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| Wohnhaus | Bahnhofstraße 31 (Karte) |
Traufständiger zweigeschossiger Bau mit Kniestock, flach geneigtes Satteldach mit großem zweiachsigem Zwerchhaus unter bogenförmigem Schwebgiebel, Erdgeschoss massiv in gelben und roten Ziegeln, Obergeschoss in Fachwerk, mit Ziegeln ausgefacht, rückwärtig Verandaanbauten, errichtet nach Entwurf des Murrhardter Stadtbaumeisters Cleß für einen Schreiner, 1898
Das Wohnhaus mit seinen detailreich gestalteten Außenfronten ist ein gutes Beispiel für die Architektur seiner Zeit unter dem Einfluss des Schweizerhausstils. Es belegt zusammen mit einigen Nachbarhäusern die städtebauliche Entwicklung Murrhardts im späten 19. Jahrhundert entlang der kleinen Erweiterungsachse beim Bahnhof. Es dokumentiert dabei nicht nur die stilistische Entwicklung des für Murrhardt wichtigen Architekten, sondern auch das Wachstum der Stadt zur Zeit der Industrialisierung und mit seiner überlieferten Grundrissstruktur das Wohnen des Bürgertums in jener Epoche. |
101099939 | ||
| Wohnhaus | Bahnhofstraße 39 (Karte) |
Im Garten frei stehender verputzter Massivbau, steiles Krüppel- bzw. Halbwalmwalmdach mit Dachfenstergruppen, Werksteinsockel, verbretterte Giebelfronten, an einer Giebelseite flacher Standerker an der Ecke, errichtet vom Münsinger Architekten Feil für den Bürgermüller, 1912 (a)
Das Gebäude ist ein anschauchliches und weitgehend original tradiertes Beispiel für ein kleineres freistehendes Wohnhaus der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg. In seiner architektonischen Großform, insbesondere mit dem hohen Dach, entspricht es der damaligen Heimatstilarchitektur. Den Hauptschmuck des Außenbaus bilden die Fenster mit ihren durch kleinteilige Sprossierung gegliederten Oberlichtern und den Klappläden. |
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| Empfangsgebäude des Bahnhofs Gaildorf-West | Bahnhofstraße 124 (Karte) |
Dreiteiliger, symmetrisch gegliederter Bau aus einem dreigeschossigen Mittelteil mit flach geneigtem Walmdach, eingeschossige, leicht eingezogene Nebentrakte mit flach geneigten, auf geschnitzten Bügen vorkragenden Satteldächern, stadtseitig flacher zweiachsiger Mittelrisalit, im massiven Erdgeschoss segmentbogige Tür- und Fensteröffnungen, Obergeschosse in verschindeltem Fachwerk, die Giebel der Seitenflügel verbrettert, an der Gleisseite angesetztes Vordach mit eisernen Bindern, erbaut im Auftrag der Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen nach Plänen von Carl Julius (von) Abel zwischen 1876 und 1879, Bahnsteigdach um 1880 (a)
Das Gaildorfer Stationsgebäude liegt an der Bahnstrecke Backnang - Hessental. Bezeichnend für die Bauten entlang der Strecke ist die Bindung an die spätklassizistische Bautradition, deren Formensprache durch die Verwendung neuer Materialien (Obergeschosse mit Verschindelung) modifiziert wurde. Die Eisenbahnbauten spielten seit dem 2. Viertel des 19. Jahrhunderts für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung und als gestaltender Faktor für Landschafts- und Stadtbilder eine wichtige Rolle. Das Gaildorfer Empfangsgebäude stellt ein beispielhaftes Dokument der architektonischen Lösung dieser Bauaufgabe dar. |
100716796 | ||
| Doppelhaus | Brandgasse 3, 5 (Karte) |
Bestehend aus zwei zweigeschossigen, unter einem gemeinsamen Satteldach vereinigten Hausteilen, verputztes Fachwerk über massivem Erdgeschoss, errichtet für einen Schuhmacher und einen Tuchmacher, 1769 (a), Einbau einer Messerschmiedewerkstatt in der östlichen Haushälfte, 1846
Das Gebäude ist ein eindrucksvolles Zeugnis für den Wiederaufbau Murrhardts nach dem Stadtbrand von 1765. Es ist eines von noch fünf in der Stadt erhaltenen spiegelsymmetrisch geteilten, mit getrennter Erschließung ausgestatteten Doppelhäusern. Dieser Haustypus ist vor dem Hintergrund der bereits bestehenden Besitzteilung unter Mitwirkung des Stadtgerichts und vermutlich des den Wiederaufbau leitenden Landbaumeisters Johann Adam Groß d. J. so entwickelt worden, dass er im Stadtbild auf den ersten Blick wie ein Gebäude wirkt. |
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| Doppelhaus | Brandgasse 4, 4/1, 6 (Karte) |
Dreigeschossiges Gebäude mit Satteldach, Erdgeschoss mit getrennten Eingängen massiv, Obergeschosse in Sichtfachwerk, errichtet für einen Schneider und einen Schuhmacher 1768 (a)
Das Gebäude ist ein eindrucksvolles Zeugnis und dazu hauskundlich interessantes Beispiel für den Wiederaufbau Murrhardts nach dem Stadtbrand von 1765. Es ist eines von noch fünf in der Stadt erhaltenen spiegelsymmetrisch geteilten, mit getrennter Erschließung ausgestatteten Doppelhäuser. Dieser Haustypus ist vor dem Hintergrund der bereits bestehenden Besitzteilung unter Mitwirkung des Stadtgerichts und vermutlich des den Wiederaufbau leitenden Landbaumeisters Johann Adam Groß d. J. so entwickelt worden, dass er im Stadtbild auf den ersten Blick wie ein Gebäude wirkt. Im Inneren liegt ein spiegelbildlicher Grundriss vor mit Seitenfluren und im Erdgeschoss ursprünglich jeweils einer Stallung (später Werkstätten, heute Läden). In den Obergeschossen sind die Grundrisse jeweils durch straßenseitige Stuben und rückwärtige Küchen und Flure geprägt. |
101099970 | ||
| Gasthaus Zur Traube | Brandgasse 7 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau über hohem Sandsteinsockel, Satteldach mit Aufschieblingen und Wiederkehren am Giebel, im Kern spätes 18. Jahrhundert, Umbau Mitte 19. Jahrhundert
Das Gebäude in markanter Ecklage ist ein in vielen Bereichen gut tradiertes, gestalterisch im Vergleich zu den anderen Wohnbauten der Stadt herausgehobenes Bürgerhaus, das seit 1881 als Gasthaus und damit als einer der innerstädtischen Treffpunkte ortsgeschichtlich relevant ist. Umbauten wie der Einbau einer Kupferschmiedewerkstatt 1859 und Modernisierungen wie der spätklassizistische Ausbau 1862 belegen eindrücklich den funktionalen wie auch stilistischen Wandel im Lauf der Zeit. |
101099982 | ||
| Wohnhaus | Brandgasse 11 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschossfront mit großen Ladenfenstern in Werkstein, Ober- und Dachgeschosse in Fachwerk, errichtet um 1770, Ladeneinbau nach Plänen von Stadtbaumeister Brand, 1921
Das Gebäude stellt in seinen wesentlichen Teilen ein charakteristisches Beispiel für den Wiederaufbau nach dem Brand von 1765 und damit für die innerhalb der ehemaligen Stadtmauern Murrhardts gelegene bürgerliche Bebauung dar. Der Ladeneinbau ist ein Beleg für die Umstrukturierung der Erdgeschosse der Murrhardter Bürgerhäuser zu Läden in der Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg. |
101099990 | ||
| Wohnhaus | Brunnengasse 5 (Karte) |
Zweigeschossiger Traufenbau, Satteldach mit hohem Zwerchhaus, Fachwerk über massivem verputztem Sockel, Erdgeschoss noch aus der Zeit um 1700, Obergeschoss erneuert um 1800
Das kleine Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Handwerkerhaus, das sich 1832 (a) im Besitz eines Töpfers befand. Es gehört mit seinem älteren Erdgeschoss zusammen mit anderen Häusern der Oberen Vorstadt zum ältesten Hausbestand Murrhardts. Das Obergeschoss zeigt, wie die große Bauwelle, die in Murrhardt nach dem Stadtbrand bis etwa 1800 zur Erneuerung fast der gesamten Hauslandschaft führte, auch für Baumaßnahmen im erhaltenen Bestand vorbildlich wurde. Dieser Umbau unter Verzicht auf Querstreben wurde vermutlich vorgenommen, um die reiche Durchfensterung des ersten Obergeschosses zu erreichen. |
101100105 | ||
| Wohnstallhaus | Burgbergstraße 5 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, in der Giebelfront Holzlege, 18. Jahrhundert
Das Gebäude ist ein stattliches und sowohl bezüglich seiner ursprünglich sichtbaren Fachwerkkonstruktion mit Andreaskreuzen wie seines Haustypus mit Stallnutzung im Erdgeschoss für das regionale Bauen anschauliches Haus. Das Wohngeschoss besitzt einen zweischiffigen und dreizonigen Grundriss mit zwei gesonderten Wohneinheiten zu den Giebelseiten: jeweils Stube, Kammer und innenliegend zwei Küchen sowie die gemeinsame Erschließung. Dieser Grundriss ist bei den größeren Bauernhäusern der Region häufiger zu finden und für das getrennte Wohnen von Jung- und Altbauern entstanden. Im vorliegenden Fall ist seit 1831 (Urkataster) die Nutzung durch zwei Familien belegt. Ein ausgesprochen seltenes und aufwändig gestaltetes Detail zeigt die Giebelseite mit der offenen Holzlege und einer gebauchten, von kielbogig geschweiften Kopfbändern unterstützten Holzsäule. |
101135525 | ||
| Wohnstallhaus | Burgbergstraße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, hohes massives Erdgeschoss massiv mit zwei giebelseitigen Türen, Obergeshcoss in Fachwerk, errichtet für Ludwig und Catharina Mack, 1821 (i)
Das Gebäude ist ein regionaltypisches Beispiel eines Bauernhauses mit Stallungen und Gewölbekeller im massiven Erdgeschoss und der gut überlieferten Raumanordnung des Wohngeschosses mit Stube, Kammer und Küche. Der Türsturz mit Keilstein und der Korbbogen des Kellerhalses zeigen wie das einst freiliegende Fachwerk das lange Fortleben barocken Formengutes. Der Sinnspruch an der Giebelseite belegt die protestantische Frömmigkeit der Bauherrschaft. |
101137016 | ||
| Kellerhaus mit rundbogigem Kellerhals | Burgbergstraße 14 (Karte) |
Aus Sandsteinquadern in den Hang gesetzt und durch Pultdach abgeschlossen, 19. Jh.
Der Bau ist ein rares Beispiel für ein Kellerhaus, die u.a. dann erbaut wurden, wenn beim Haupthaus aufgrund der geologischen Verhältnisse keine Möglichkeit der Unterkellerung bestand. Der Keller belegt die Bedeutung, die der Weinbau für die ländlichen Regionen Württembergs noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein spielte. |
101137056 | ||
| Mühlengehöft Eisenschmiedmühle | Eisenschmiedmühle 3 (Karte) |
Bestehend aus: Haupthaus, zweieinhalbgeshcossig, Satteldach mit Wiederkehren in den Giebeln, verputztes Erd- und Zwischengeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, Eingang mit Türpfosten und Abschlussgesims, erbaut für Gottlieb und Rosina Wurst, 1843 (i); Scheuer, massiv und Fachwerk mit Satteldach, mit Ställen an den Giebelseiten und zwei mittigen Tennen, 1843 (i); Doppelscheune in Fachwerk über gemauertem Erdgeschoss und mit Satteldach, um 1800; steinernes Backhaus mit Satteldach, 1887 (a)
Die repräsentativen Bauformen des Haupthauses und der zugehörigen Scheuer mit Sandsteinquadern und spätem Sichtfachwerk unterstreichen die Bedeutung des Anwesens als für die Umgebung wichtige Mühle, die urspr. eine Eisenschmiede antrieb und im 19. Jahrhundert zur Mahlmühle mit Säge umgebaut wurde. Die Mahlmühle befand sich im Westteil des Hauses, unter dem auch der Mühlkanal durchfloss, bis heute im Sockel noch am vermauerten Rundbogen für den Kanal ablesbar. Stallungen für Großvieh und Schafe in der älteren Doppelscheune dokumentieren ebenso wie das Backhaus die landwirtschaftlich geprägte Lebenswelt der Mühlenbesitzer. |
101117078 | ||
| Wohnhaus | Entengasse 6 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau mit Sattel- und Krüppelwalmddach, Erdgeschoss massiv, Ober- und Dachgeschosse in Fachwerk, ein Eckständer reich verziert mit Monogramm, seitliche Aufstockung 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das stattliche Bürgerhaus von 1767 (i) wurde mehrfach umgebaut und lässt somit Fachwerkkonstruktionen aus verschiedenen Jahrhunderten erkennen. Der reich gestaltete Eckpfosten ist original erhalten, hier gibt sich der Bauherr mit Initialen und Zimmermannszeichen zu erkennen. Das Gebäude ist ein gut überliefertes Beispiel der Wiederaufbauarchitektur nach dem Stadtbrand von 1765. Es ist im Fachwerkteil aufwendig mit stark dimensioniertem Rähm, profilierten Schwellen, Andreaskreuzen in den Fensterbrüstungen der Wohnräume und einer rundbogigen Dachluke gestaltet. Zeittypisch ist die Aufstockung mit dem Ausbau des Dachraumes im 19. Jahrhundert, um mehr Wohnraum zu gewinnen. | 101100122 | ||
Weitere Bilder |
Gefallenendenkmal | Nähe Friedenstraße 10 (Karte) |
Steinwürfel über Stufenpostament auf kreisförmiger Plattform im Murrhardter Feuersee, bekrönt von Stahlhelm, Gewehr und Laubgebinde, an der Innenseite der Platzumgrenzung die Tafeln mit den Namen der Toten; errichtet in Zusammenarbeit zwischen dem Stuttgarter Gartenarchitekten A. Lilienfein und dem Bildhauer Willy Zügel aus München/Murrhardt, 1921/22
Die in die Grünanlage des ehemaligen Murrhardter Feuersees integrierte Denkmalanlage steht mit der Form der Landschaftsgestaltung und der knappen, symbolträchtigen Form des Denkmals letztlich in der Tradition des englischen Gartens und greift die Idee eines Heldenhains auf. Sie bildet ein zeittypisches Dokument für den lokalen Umgang mit dem Gedenken an die Toten des Ersten Weltkriegs und ist mithin ein wichtiges Zeugnis für die Gedächtniskultur in der Zeit der Weimarer Republik |
101100142 ( | |
| Wohnhaus | Graben 33 (Karte) |
Traufständiger verputzter Fachwerkbau, die Nordwestecke des Erdgeschosses massiv, mit Zwischenstock und hohem Halblwalmdach, letztes Drittel 18. Jahrhundert
Das stattliche Haus zählt zu den in Murrhardt in einzelnen Beispielen vertretenen und hauskundlich besonders interessanten traufständigen Häusern mit Zwischenstok. |
101100226 | ||
| Wohnhaus | Graben 45 (Karte) |
Traufständiger Bau von drei Geschossen unter breitem Satteldach, das Erdgeschoss massiv, die Obergeschosse in Fachwerk, Eckpfosten im zweiten Geschoss sind mit Schnitzereien versehen, an der Giebelseite großes Scheunentor, 1772 (i), umgebaut 1797 (i)
Das stattliche Gebäude steht außerhalb der ummauerten Kernstadt im ehemaligen Grabenbereich und dokumentiert das Wachstum Murrhardts unter Aufgabe der wehrtechnisch überholten Stadtbefestigung. Es repräsentiert anschaulich den einst in Murrhardt verbreiteten Typus eines horizontal gegliederten Bürgerhauses mit landwirtschaftlichen Funktionen: über dem anderthalb Geschosse hohen „Scheurenstock“ sitzt der Wohnstock und das hohe Speicherdach. Der sehr große Wohnstock mit jeweils drei Räumen zu beiden Giebelseiten deutet auf eine ursprüngliche Nutzung als Doppelhaus oder für Jung- und Altbauern hin. Die Kellerhälse weisen auf die Bedeutung des Weinbaus für Murrhardt hin. |
101100235 | ||
| Wohnhaus | Graben 53 (Karte) |
Giebelständiger Bau mit Halbwalmdach, reiches Zierfachwerk über aufwendigem massiven Erdgeschoss mit Rundbogenpforte, 1556 (i), seitlich Anbau über Freipfosten, 1680/81 (d)
Der stattliche Bau ist eines der wenigen Gebäude, das den Stadtbrand von 1765 überstand und damit einer der ältesten Wohnbauten in Murrhardt. Er dokumentiert eindrucksvoll in seinen beiden Teilen die Entwicklung des Fachwerkbaus von der Renaissance zum Frühbarock. Typisch für die württembergische Zimmermannskunst des 16. Jahrhunderts sind die gebogenen Fußstreben, charakteristisch für die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg die reich gestalteten Brüstungselemente an der Giebelseite des Anbaus. |
1191436 | ||
| Wohnhaus und Schmiede | Graben 55, 57 (Karte) |
Das Haupthaus giebelständiger, teilverputzter Bau mit Satteldach, anderthalb Geschosse hoher, zweischiffiger Ökonomiebereich, frühes 17. Jahrhundert, parallel dazu Anlage eines überdachten Gewölbekellers, 18./19. Jahrhundert; kleine, eingeschossige Schmiedewerkstätte, Massivbau unter Satteldach, traufständig angebaut, 1810 (i)
Das Gebäude ist ein eindrucksvolles Beispiel für die teilweise bäuerlich geprägte Bebauung in der Oberen Vorstadt, das auch in seiner Innenstruktur im Ausbauzustand und Details des 18. und 19. Jahrhundert vorzüglich überliefert ist. Das Haupthaus stellt heute zusammen mit dem Nachbarhaus Nr. 53 die älteste Murrhardter Wohnbebauung dar. Es besitzt deshalb hauskundlich einen hohen Stellenwert. Die Hufschmiede belegt die Phase, in der in Murrhardt viele Bauern begannen, nebenbei ein Handwerk zu betreiben und ihre Häuser umzubauen oder Sonderbauten zu erstellen. |
101100258 | ||
| Wohnhaus | Graben 60; Löwengasse 4 (Karte) |
Giebelständig zwischen zwei parallel gebogenen Straßen errichteter verputzter Bau mit Satteldach, zwei Voll- und zwei Dachgeschosse mit Stockwerksvorkragungen, Erdgeschoss massiv, Obergeschosse in Fachwerk, großer Gewölbekeller, vermutlich 1. Hälfte 18. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude ist mit kielbogig gefassten Schwellen, genasten Bügen und Kopfknaggen, die an einem der beiden Giebel gut ablesbar sind, eines der raren Zeugnisse des Murrhartder Hausbaus vor dem Stadtbrand von 1765. Eine auf 1769 datierte Ofenplatte stellt vermutlich das Datum des Einbaus eines Kamins dar. Das Haus dokumentiert auch in seiner Innenstruktur anschaulich die Lebenswelt der Murrhardter Bürger in der Frühen Neuzeit und zeigt mit dem Schweinestall an der Nordseite die Bedeutung der Nutztierhaltung auch für die Stadtbewohner. |
101100285 | ||
| Wohnstallhaus | Harbacher Straße 13 (Karte) |
Gestelztes, verputztes Einhaus mit Satteldach, massives Erdgeschoss mit altem Kellertor, Obergeschoss in Fachwerk, um 1800
Der stattliche, traufseitig erschlossene Bau mit giebelseitigen Vorkragungen, ist ein anschauliches Beispiel für den ländlichen Hausbau der Region, der Kellerhals verweist auf die wohl ursprüngliche Funktion als Weingärtnergehöft. |
101134338 | ||
| Doppelscheune mit Ställen | Harbacher Straße 16 (Karte) |
Gemauert und Fachwerk, breites Satteldach, beschnitzte und bemalte Eckständer mit Inschrift, ebenso über den Toren, errichtet für David und Catharina Fritz, 1837 (i)
Die Doppelscheune belegt in ihrem Überlieferungszustand anschaulich die ländliche Arbeitswelt der vorindustriellen Epoche und ist mit ihrer symmetrischen Gliederung des Fachwerks ein charakteristisches Zeugnis für die regionale Zimmermannskunst in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Rautenfelder und die Inschriften belegen einen gewissen Repräsentationsanspruch der offensichtlich wohlhabenden Bauherrschaft, deren protestantische Frömmigkeit in den Texten zum Ausdruck gelangt. |
101134353 | ||
| Wirtshausschild (am Gasthaus zum Ochsen) | Hauptstraße 1 (Karte) |
Kunstvoller Ausleger in viereckigem Rahmen an einer geschmiedeten Schleife mit stilisiertem Blumenschmuck, nach unten hängendem Inschrifttäfelchen und dem namengebenden Bild des goldenen Ochsen, vermutlich von dem Murrhardter Schlossermeister Johann Adam Nägele, Anfang 19. Jahrhundert
Das Wirtshausschild gehört zu den kunstvoll gearbeiteten und gut überlieferten Exemplaren, die in Murrhardt aufgrund des Wirkens von drei Generationen der Schmiedefamilie Nägele eine beachtliche Qualität erreichten. Es ist nicht nur ein Dokument für die Kultur der oftmals aufwändig gestalteten Wirtshausausleger, sondern im speziellen auch einheimischer Kunstschmiedetradition zur Zeit des frühen Klassizismus. Es ist als Zeugnis des am Standort des 1945 zerstörten und danach nach altem Vorbild neu erstellten traditionellen Gasthofes vor dem Unteren Tor auch von stadtgeschichtlicher Relevanz. |
101101554 | ||
| Wirtshausschild des ehem. Gasthauses Waldhorn | Hauptstraße 9 (Karte) |
Vegetabile Kartusche mit Waldhorn als namengebendem Zeichen, wohl von Kunstschmied Ferdinand Nägele Mitte des 19. Jahrhunderts, Inschrift von 1904
Das Wirtshausschild gehört zu den kunstvoll gearbeiteten und gut überlieferten Exemplaren, die in Murrhardt aufgrund des Wirkens von drei Generationen der Schmiedefamilie Nägele eine beachtliche Qualität erreichten und ist ein charakteristisches Zeugnis für die lange Tradition kunstvoll gestalteter Wirtshausausleger. |
101101603 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 12 (Karte) |
Dreigeschossiger Fachwerkbau mit flach geneigtem Satteldach, um 1765/70, Aufstockung um das zweite Obergeschoss, Mitte des 19. Jahrhunderts
Das in städtebaulich markanter Ecklage am Markt errichtete Wohnhaus, das bereits 1832 einem Kaufmann gehörte, stellt mit seinen beiden Bauphasen ein Beispiel für den Wiederaufbau des 18. Jahrhunderts und die allmähliche wirtschaftliche Konsolidierung Murrhardts im 19. Jahrhundert dar. Die durch das Haus bedingte Verengung der Hauptstraße unmittelbar vor dem ehem. Unteren Tor macht bis heute die einstige Ummauerung sowie die Torsituation an der Nordseite im heutigen Stadtbild nachvollziehbar. |
101101622 | ||
Weitere Bilder |
Gasthof Zum Engel | Hauptstraße 15 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, massives Sockel- und Erdgeschoss, Obergeschoss in Fachwerk, an der Traufseite Portal zum Gewölbekeller und Freitreppe zum Gasthofeingang, am Haus gevierter württembergischer Schild in überstabtem Zweikantrahmen, um 1553 (i) bzw. 1568 (i), Fachwerkstock neu aufgesetzt, 1766 (i), Verlängerung des Hauptbaus 1886; Wirtshausausleger mit Engel aus den 1920er-/1930er-Jahren
Der markante Bau stellt in mehrfacher Hinsicht ein wichtiges Gebäude Murrhardts dar. Zentral an der Hauptstraße gelegen, befand sich das Haus urspr. im Besitz des Klosters Murrhardt, worauf auch die Bauinschrift von 1568 mit Nennung des Abtes Otto Leonhard und der gevierte Schild mit dem württembergischen Herzogswappen verweisen. Der Fachwerkstock ist ein charakteristisches Zeugnis für den spätbarocken Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1765. Später wurde das Haus zum Gasthof. Es ist Geburtsort des Malers Reinhold Nägele. |
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| Wohnhaus | Hauptstraße 17 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, Obergeschosse in symmetrischer Fachwerkgliederung, errichtet u. a. für den Rat und Schmied Johann Conrad Wieland, 1768, die Wiederkehren am Giebel angefügt in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts
Das stattliche Gebäude ist aufgrund seiner baulichen Qualitäten, insbesondere als Beleg für eine in ihrer Entstehungszeit fortschrittliche Wiederaufbauarchitektur und aufgrund seiner historischen Funktion ein wichtiges Zeugnis der Geschichte Murrhardts und seiner stadtbaulichen Entwicklung in der Frühen Neuzeit. Es entspricht mit seiner symmetrischen Fassade den Zielvorstellungen des Landbaumeisters Johann Adam Groß d. J. für den Wiederaufbau Murrhardts nach dem Stadtbrand von 1765. |
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| Sandsteintafel in einem Eckpilaster des Gasthauses Zum Stern | Hauptstraße 21 (Karte) |
Im ovalen Rahmen mit symmetrisch. angeordneten Blattranken die Bauinschrift: „1766-MIT GOT ERBAVET-DISES-HAVS JOHAN-ANTRES BÖHRINGER V ANNA MAGTALENA BÖHRINGERIN“
Der Inschriftstein wurde in den Neubau 1904 übernommen und erinnert an den 1766, also ein Jahr nach dem Stadtbrand errichteten Vorgängerbau und seine Besitzer. Er steht in der gleichen Tradition wie viele geschnitzte Eckständer der Murrhardter Fachwerkhäuser. |
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| Stadtschreiberei | Hauptstraße 23 (Karte) |
Zweigeschossiger, verputzter Bau mit Halbwalmdach, massives, durch Ohrenfenster und Lisenengliederung ausgezeichnetes Erdgeschoss, Obergeschoss in Fachwerk, an der Traufseite barockes Portal mit Oberlicht und rundbogiger Kellerhals sowie Scheunentor, spätestens 1784 (i)
Der stattliche Barockbau der ehemaligen Stadtschreiberei nimmt die ganze Tiefe des Häusergevierts ein. Er soll 1768 an Stelle der älteren Stadtschreiberei erbaut worden sein, ist aber jünger datiert und zeigt im Keilstein der Türe das Küferzeichen, was auf eine Nutzungsänderung spätestens zu diesem Zeitpunkt hindeutet. Die Dachform und die ausgesprochen reiche architektonische Gestaltung könnten aber für eine zuerst herrschaftliche Funktion sprechen. Das Gebäude zählt zu den aufwendigsten Beispielen des Wiederaufbaus nach dem Stadtbrand von 1765. |
101103491 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 25 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Ober- und Dachgeschosse in Fachwerk, errichtet unter Einbeziehung von Resten des Vorgängerbaus der Zeit um 1600 kurz nach 1765; rückwärtig Schweinestall
Dieses Gebäude ist für die Stadtbaugeschichte von Murrhardt in zweifacher Hinsicht bedeutsam: Es belegt mit seinen älteren Teilen, einem querliegenden Gewölbekeller und einem darüber im Inneren des Gebäudes erhaltenen Pfeiler mit mächtiger Steinkonsole, in besonders aussagefähiger Form die Bebauung vor dem Stadtbrand. Die Fachwerkkonstruktion hingegen ist charakteristisch für die von barocken Gestaltungsprinzipien der Symmetrie geprägte und bis heute den Charakter der Stadt Murrhardt bestimmende Wiederaufbauphase nach 1765. |
101103545 | ||
| Eckständer einer Fachwerkkonstruktion | Hauptstraße 26 (Karte) |
Beide ornamentiert, der südliche im oberen Teil mit den Inschriften bezeichnet: „L. M“, „1770“, „M. M“; Ochsenkopf und Metzgerbeil als Zeichen des Metzgerhandwerks; der nördliche Eckständer trägt die Inschrift: „J. H. S“, „1770“, „J. G. D“, Ochsenkopf und Metzgerbeil
Die geschnitzten Eckständer sind neben ihrer tragenden Funktion wichtige Zierelemente des Hauses und geben Auskunft über Bauherren, Baudatum und Beruf. Zudem belegen sie, dass sich in diesem Fall zwei Metzger gemeinsam dieses Haus errichtet haben. Nicht zuletzt geben sie zusammen mit den Bauinschriften anderer Häuser Zeugnis für den bis heute die Hauslandschaft Murrhardts bestimmenden Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1765. |
101103651 | ||
| Gasthaus Zum Hirsch | Hauptstraße 36 (Karte) |
Zweigeschossig, Krüppelwalmdach mit großem Zwerchhaus, verputzt, Zugang zur Gaststube mit Freitreppe, an der Tür Blattkartusche mit namengebendem Hirsch, Kellereingang mit gedrücktem Rundbogen, errichtet für Johann Heinrich und Juliana Sophia Hörn, 1788 (i); an der Ecke Ausleger mit Hirschfigur, um 1850
Das Gasthaus zum Hirsch zählt zu den ältesten Gasthöfen Murrhardts und ist anschaulich überliefert. Im Klosterlagerbuch von 1577 wird das Haus Zum Hirsch als „altes Rathaus“ bezeichnet, das 1558 an den Marktplatz verlegt wurde. 1765 fiel das Haus einer Feuersbrunst zum Opfer, die Reste des Baus wurden in den Neubau von 1788 integriert. Das Haus war früher auch eine Brauerei und die Heimat vieler Vereine.[1] Es ist innerhalb der Murrhardter Wiederaufbauarchitektur nach dem Stadtbrand qualitativ hervorgehoben, umfasst stadtbaugeschichtlich relevante alte Bauteile. In seiner Größe ist der Hirsch ein charakteristischer Gasthofbau der Barockzeit, der schon dadurch in seiner Bedeutung hervorgehoben wird, dass er neben dem Rathaus der einzige traufständige Bau des 18. Jahrhunderts an der Hauptstraße ist. Bis 1890 wurde im Haus auch noch eine Brauerei betrieben, von der die höheren Räume im Südwestteil zeugen. |
101103720 | ||
| Wohnhaus | Hauptstraße 42 (Karte) |
Giebelständiger Bau mit rückwärtig abgewalmtem Satteldach, massives Erdgeschoss und zwei Ober- und zwei Dachgeschosse in Fachwerk, im Giebelspitz kleine Aufzugsluke, errichtet über vermutlich älterem Gewölbekeller, um 1765/70
Das Gebäude ist mit seiner Architektur und den gleichen Grundrissen in den beiden Obergeschossen ein aussagekräftiges Beispiel für ein Haus des Wiederaufbaus nach dem Stadtbrand von 1765, seine Fachwerkkonstruktion mit profilierten Schwellen und den geschweiften Andreaskreuzen unter den Fenstern zählt zu den reichen Beispielen der Wiederaufbauarchitektur. |
101103806 | ||
| Sichtfachwerkgefüge mit Eckständer | Hauptstraße 55 (Karte) |
Teil des ehem. Gasthofes zur Krone, 1745 (i),
Der Eckständer ist bezeichnet mit Bauherrninitialen und Baujahr: „J. Z/1745“, dazu in einem Doppelkopfadler „JWS“ und „HAW“ sowie eine stilisierte Blume. Er ist volkskundlich interessant und als einziger bezeichneter Eckständer eines Bürgerhauses vor dem Stadtbrand von 1765 für die Stadtbaugeschichte Murrhartds relevant. |
101103835 | ||
| Backhaus | Hausener Straße 2 (Karte) |
Freistehendes Gebäude aus Sandsteinquadern mit Fachwerkgiebeln und mit Satteldach, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das kleine Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für das Backhaus eines Bauernhofes, wie sie seit dem 18., vor allem aber im 19. Jahrhundert aus Feuerschutzgründen abseits des Haupthauses erbaut wurden. In der waldreichen Region um Murrhardt sind Backhäuser ein charakteristisches Element der großen Höfe. Sie sind ausgesprochen prägend für die regionale bäuerliche Hauslandschaft. |
101136290 | ||
Weitere Bilder |
Stadtbefestigung | Klosterhof 8, 10; Marktplatz 6; Mittelgasse 7; Obere Hirschgasse; Obere Schulgasse 6 (Karte) |
mit Stadt- und Klostermauer sowie innerstädtischer Klostermauer. Bestehend aus: erhaltenen Abschnitten der Stadtmauer, errichtet nach 1287/88, in Kirchgasse 6, Untere Schulgasse 20, 18, 10, 6/8, Mittelgasse zwischen Nr. 3 und Nr. 7 (und im Wohnhaus, Rückseite Nr. 7), Sterngasse 8, Obere Schulgasse 7, 6, Entengasse 11 (an der Ostseite des Wohnhauses), Mittelgasse 37, 39/41, Helfergasse 22, 25, ab Klosterhof 2 über Klosterhof 4, 5, 5b bis zum Nordende des Pfarrgartens, an West- und Nordseite der ehem. Klosterkirche über alten Fundamenten in Brüstungshöhe rekonstruiert (neue Hinzufügungen sind die Torbögen an der Unteren und der Oberen Schulgasse); Hexenturm, Quaderbau über quadratischem Grundriss mit Zeltdach, Spitzbogentüren zum ehem. Wehrgang und Maulscharten für Feuerwaffen, errichtet um 1500, dabei das 1499 bei der Anlage des Sees aufgefundene Grabmal des römischen Soldaten Assonius Justus aufgenommen; innerstädtische Abschnitte der Klostermauer nördlich von Helfergasse 22, heute als Gartenmauer genutztes Mauerstück, Helfergasse 2-14 (Ostwand), Marktplatz 6 (Westwand) sowie Reste der freistehenden Mauer zwischen der Westseite der Kirchgasse und der ehem. Klosterkirche
Die Stadt- und Klostermauer sowie die innerstädtischen Abschnitte der Klostermauer sind in Murrhardt durch die erhaltenen Teilabschnitte in ihrem Verlauf nachvollziehbar. Sie überliefern den historischen Stadtgrundriss, der für die städtebauliche Entwicklung wesentlich war. Die Stadtmauer, errichtet vielleicht schon unmittelbar nach der Stadterhebung 1287/88, spätestens im 14. Jahrhundert, diente nicht nur der Verteidigung Murrhardts, sondern grenzte die Stadt auch als eigenständigen Rechtsbezirk zum Umland ab und war sichtbarer Ausweis der Stadtrechte. Der Hexenturm dokumentiert eindrucksvoll mit seinen Maulscharten zum Einsatz von Büchsen ihre weitere Entwicklung im Spätmittelalter, in seiner späteren Nutzung als Gefängnis ist er auch ein Zeugnis der frühneuzeitlichen Rechtspflege. Zwar schloss die Befestigung auch das Kloster ein, dieses war aber durch eine eigene Mauer als eigenständiger Rechtsbezirk von der Stadt geschieden. Die Überbauung von Teilen der Mauer mit Häusern nach dem Stadtbrand von 1765 belegt den zunehmenden militärischen Bedeutungsverlust der alten Verteidigungsanlagen. |
97021609 | |
| Wirtshausschild des ehem. Gasthauses Zur Rose | Rosengasse (Karte) |
Schmiedeeiserner Ausleger in Rocailleform mit Drachenkopf und Rosenemblem im runden Schild, wohl von dem Murrhardter Kunstschmied Ferdinand Nägele, Mitte 19. Jahrhundert
Charakteristisches Beispiel für einen kunstvollen Wirtshausausleger der Schmiedefamilie Nägele, die spätbarockes Formengut bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts tradierte. Die Bezeichnung „Heinrich Kübler/1967“ bezieht sich auf den letzten Besitzer. |
101104047 | ||
| Eckständer | Helfergasse 15 (Karte) |
Der Eckpfosten im Obergeschoss zeigt das Berufszeichen des Glasmachers und Bauherrn Johann Christian Vogel, gekreuzte Glasbläserpfeifen, Zangen und Rundeisen und an der zweiten Seite mit einem bisher nicht gedeuteten Handwerkerzeichen, jeweils in Kartuschen, 1766 (i)
Der Eckständer ist wegen seiner Handwerkerzeichen aus volkskundlicher Sicht bedeutsam und erhält hier aufgrund seiner Zeitstellung stadtbauhistorischen Quellenwert für den Wiederaurfbau Murrhardts nach dem Stadtbrand von 1765. |
101105598 | ||
| Wohnhaus | Helfergasse 21; Obere Hirschgasse 7 (Karte) |
Zweieinhalbgeschossiges, verputztes Doppelhaus mit Satteldach, massives Erdgeschoss über Gewölbekeller, Fachwerkobergeschoss, letztes Drittel 18. Jahrhundert, in zwei Einheiten unterteilt spätestens 1832
Dieses Gebäude zählt zu den nach dem Stadtbrand von 1765 in einzelnen Beispielen errichteten und hauskundlich interessanten, traufständigen Häusern mit Zwischenstock. Es ist vor allem im Nordteil sowie in der Gesamtkonstruktion gut überliefert. Der eigentliche Wohnstock ist das zweite Obergeschoss mit äußerlich gut ablesbarer Innenaufteilung, das niedrigere Erd- und erste Obergeschoss dienten urspr. ökonomischen und handwerklichen Nutzungen. |
101105684 | ||
| Helferhaus mit Gartenmauer (Teil der Klostermauer | Helfergasse 22 (Karte) |
Siehe Entengasse 11), zweigeschossiger traufständiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss über Gewölbekeller massiv, Obergeschoss in verputztem Fachwerk, Portal mit Oberlicht, in der Rückseite Stadtmauerrest, errichtet für den Helfer an Stelle eines älteren Vorgängers, ca. 1810/20
Das Haus ist als Wohnung des Helfers, des zweiten ev. Pfarrers, ein Zeugnis für die Kirchengeschichte Murrhardts in der Frühen Neuzeit und durch seine stattliche Form mit dem dezent geohrten Oberlichtportal deutlich als herrschaftliches Gebäude im Randbereich des ehem. Benediktinerklosters als religiösem Zentrum der Stadt gekennzeichnet. Einzelelemente zeigen das regionaltypisch lange Nachleben spätbarocken Formenguts bis ins frühe 19. Jahrhundert. |
101105791 | ||
| Handwerkerhaus | Helfergasse 34 (Karte) |
Kleines zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach, massives Erdgeschoss, Obergeschoss in Fachwerk, am nordöstlichen Eckpfosten Initialen des Bauherrn und Schuhmacherzunftzeichen, im Giebelspitz Aufzugsluke, errichtet für einen Schuhmacher, 1780 (i), die hakenförmig ansetzende Erweiterung aus einem um 1900 existenten Stall hervorgegangen
Das Haus gehört durch seine Bezeichnung zu den Handwerkerhäusern der Spätbarockzeit und ist ein Zeugnis für die vorstädtische Bebauung der Frühen Neuzeit außerhalb der Ringmauer. Die Bezeichnung des Eckständers ist eine in Murrhardt verbreitete Tradition, zumal es in der weiteren Region gerade die Schuhmacher waren, die in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts begonnen haben, Häuser selbst auf den Dörfern mit den Zunftemblemen zu versehen, damit eine gewisse Sonderstellung eingenommen haben. |
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| Kath. Kirche St. Maria | Helmut-Götz-Straße 5 (Karte) |
Mit Vorplatz und Grünfläche, Zeltdachkirche mit zerklüfteter Dachlandschaft, Deckung mit Faserzementschindeln, Außenfassade in Sichtbeton, Innenraum mit fächerförmig um die Altarinsel geordneten Bankblöcken, errichtet nach Plänen von Hans-Werner Merkle, 1967 bis 1969
Das Gebäude ist ein ausgereiftes und aussagekräftiges Zeugnis für den Kirchenbau der 1960er-Jahre. Charakteristisch sind dabei die verwendeten Materialien sowie der massig-skulpturale Baukörper mit dem kräftig ausgebildeten Dachrand. Ebenfalls charakteristisch für die Bauzeit ist die Farbigkeit und Materialität des Innenraums, wo weiß gestrichener Rauhputz mit dem Braun der hölzernen Ausstattung und dem Sichtbeton der Empore kombiniert ist. Die Anordnung der Prinzipalstücke und des Gestühls spiegelt die liturgischen Neuerungen des 2. Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) wider. |
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| Gehöft | Hinterbüchelberg 18, 21 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnstallhaus, gestelztes Einhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, errichtet für Johann Georg und Rosina Welz, 1845 (i); parallel dazu große Doppelscheune in gleicher Bauweise, etwa gleichzeitig
Bei dem Gebäude handelt es sich um ein repräsentatives, ortsbildprägendes Anwesen. Das Selbstbewusstsein der wohlhabenden bäuerlichen Bauherrschaft verrät die Inschrift am Eckständer in geschnitzter Kartusche. |
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| Altes Schulhaus | Hintermurrhärle 6 (Karte) |
Das Erdgeschoss in Sandsteinquadern, das Obergeschoss in Sichtfachwerk mit Satteldach, daneben eigenständiger hölzerner Glockenurm, 1857 (i)
Das Gebäude bildet ein anschauliches Beispiel für einen ländlichen Schulbau im Königreich Württemberg zur Zeit des Biedermeier. In lokaler Tradition zeigt das Obergeschoss ein Sichtfachwerk, das mit kleinen und großen Andreaskreuzen gegliedert ist. Eine Besonderheit stellt das eigenständige, neben dem Haus erstellte Glockentürmchen dar, das die Schüler zum Unterricht rief. Die religiöse Dimension des Unterrichts im protestantisch geprägten Staat illustriert eindrucksvoll die Bauinschrift mit direktem Bezug auf Jesus Christus. |
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Villa Franck | Hoffeld 2; Hohenstein 1, 3 (Karte) |
Bestehend aus: zweigeschossige Villa, massiver, reich gegliederter Putzbau über Sockelgeschoss, mit ausschwingendem übergiebeltem Mittelrisalit und hohem Mansarddach; Park mit Treppenanlagen, geschwungener Brunnenwand, Wandelhalle, Säulengang mit Eckpavillons, Tennishalle, sowie landschaftlichem Teil mit Monopteros; Einfriedung mit Parktoren; erbaut durch das Stuttgarter Architekturbüro Paul Schmohl und Georg Stähelin für den Ludwigsburger Zichorienkaffeefabrikanten Robert Franck, 1905 bis 1906
Die Villa Franck stellt mit Nebengebäuden und Park eine für ihre Entstehungszeit hervorragende Leistung dar. Für den Rems-Murr-Kreis ist es ein Villenbau von besonderer Geschichtsträchtigkeit und künstlerischer Qualität. Er darf als Paradebeispiel für eine Unternehmervilla des frühen 20. Jahrhunderts gelten. In landschaftlich beherrschender, raumwirksamer Lage greift der Hauptbau mit seiner barockisierenden Architektur Bauformen der Vergangenheit auf. Die Monumentalität des Gebäudes wird dabei, teilweise versteckt hinter altem Baumbestand, durch Hanglage und Staffelung der Nebengebäude, zur Schau gestellt. In ihrer Architektur und ihrer künstlerisch hochwertigen wandfesten Jugendstilausstattung, teilweise gefertigt von dem namhaften Bildhauer Emil Kiemlen und dem Maler A. Grom, zeigen sich Anspruch und Repräsentationswillen des weltweit erfolgreichen Ludwigsburger Unternehmers, der sich hier einen Sommersitz in dem um 1900 als Sommerfrische beliebten Murrhardt schuf. Die eher zurückhaltend angewandten, aber unverkennbar dem „neuen Stil“ verpflichteten Dekorationsteile schufen mit ausgewählten, handwerklich mustergültig verarbeiteten Materialien eine Raumfolge, die einen sehr „dichten“ Eindruck einer modernen großen Fabrikantenvilla nach der Jahrhundertwende vermitteln kann. So ist die Villa Franck nicht nur ein überregional herausragendes Zeugnis der Wirtschafts-, Sozial- und Kunstgeschichte Württembergs im frühen 20. Jahrhundert, sondern nimmt auch einen wichtigen Stellenwert im Werk des seinerzeit renommierten Stuttgarter Architekturbüros Schmohl/Stähelin ein. |
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Mahlmühle Hördter Mühle | Hördter Mühle 1 (Karte) |
Zweigeschossiges Mühlenhaus mit Satteldach, verbrettertes Obergeschoss in Fachwerk, ornamentiertes Rundbogenportal, Müllerwappentafel und verzierte Quaderkante, 1763 (i)
Das Anwesen bildet ein charakteristisches Zeugnis des ländlichen Haus- wie auch Mühlenbaus des Jahrhunderts; das Rundbogenportal mit den renaissancehaften Profilierungen dokumentiert das lange Nachleben älterer Bauformen in der Region um Murrhardt. Die Bedeutung des Müllers im sozialen Gefüge der vorindustriellen ländlichen Gesellschaft wird eindrucksvoll durch die Wappentafel mit selbstbewusster Bauinschrift belegt. |
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| Brücken | Hördter Mühle 1 (Karte) |
Drei je aus einem Werksteinbogen gemauerte Brücken über den Trauzenbach, eine unterhalb, zwei oberhalb der Hördter Mühle, 18. Jahrhundert
Die drei Bogenbrücken dienten der Zufahrt zur Hördter Mühle über den als Mühlkanal dienenden Bach und sind charakteristische Vertreter kleiner Brückenbauten auf dem Land im 18. Jahrhundert. |
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| Wirtshausschild | Karlstraße 6 (Karte) |
Am Gasthaus Sonne-Post; in einem Greifenkopf endender, geschwungener Ausleger mit einem als Blechschnitt gearbeiteten bemalten Postkutschenmotiv (beschriftet: Wilhelm und Albert Bofinger) und der namengebenden Sonne im Hauptschild, Mitte 19. Jahrhundert. 2016 wurde das Gebäude historisierend neu errichtet.
Das Wirtshausschild ist kunsthandwerklich beachtlich und belegt den traditionsreichen Gasthof in der Unteren Vorstadt. Es erinnert an seine Funktion als Posthalterei und Postexpedition 1843 bis 1877. |
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| Bürgermühle | Karlstraße 60, 62 (Karte) |
Bestehend aus: Hauptbau der Mühle, Wohnhaus und Scheune, alle mit massiven Erdgeschossen und Obergeschossen in Fachwerk mit Satteldächern, Hauptbau mit Bauinschrift, an Stelle der älteren Vorgängerin von 1583/84 errichtet, 1795 (i), Wohnhaus angesetzt nach 1832, Scheune 1856 (i)
Die Bürgermühle geht bis ins 16. Jahrhundert. zurück und dokumentiert als Einrichtung, die vom Kloster zu Lehen ging, die einstigen Herrschaftsverhältnisse in Murrhardt. Sie besitzt aufgrund ihrer ehem. Funktion regionalgeschichtliche Bedeutung und stellt in ihrer Gesamtheit ein charakteristisches Beispiel für ein großes Mühlengehöft dar, an dem sich die Entwicklung des regionalen Fachwerkbaus vom 18. bis 19. Jahrhundert ablesen lässt. |
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| Wohnstallhaus | Karnsberg 18 (Karte) |
Traufständig stehender zweigeschossiger Bau mit Satteldach, mit bis ins massive Erdgeschoss hineinragendem Gewölbekeller, darüber Fachwerkstock, im Fachwerk abgesetzt rückwärtiger Scheunen-Remisen-Teil, erbaut für Christian Klenck, 1792 (i)
Das Gebäude stellt ein durch seine Größe und seine reichen Details ausgezeichnetes Bauernhaus dar und ist in seinem Typus - zumindest am Außenbau - vollständig ablesbar. Typologisch handelt es sich um ein für die Region charakteristisches gestelztes Einhaus. Über dem Stallbereich befanden sich die Wohnräume, angeordnet über dreizonigem Grundriss mit innenliegender Küche. Am Außenbau auffallend reich gearbeitet sind die karniesartig geschweiften Türstürze, von denen der Hauseingang in einer mit Akanthuslaub und Rosen geschmückten Kartusche die Bauinschrift trägt mit Nennung des Bauherrn trägt, ein sprechendes Zeugnis für den ländlichen Spätbarock. das Obergeschoss mit seinen Stockwerksvorkragungen und den kielbogig geschweiften Schwellen zeigt ein für die Region typisches, spätes Sichtfachwerk. |
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| Sühnekreuz | Nähe Karnsberg 31 (Karte) |
Am nördlichen Ortsausgang in Richtung Wolfenbrück neben der Straße, Sandstein, mit hohem Kopf; 15./frühe 16. Jahrhundert, wieder aufgerichtet 1977
Nach volkstümlicher Überlieferung wird das Kreuz „Metzgerkreuz“ genannt, weil sich hier zwei Metzger gegenseitig erstochen haben sollen. Der Flurname Kreuzäcker ist seit 1575 belegt. Sühnekreuze sind ein wichtiges Zeugnis der spätmittelalterlichen Rechtspraxis. Totschlag-Sühneverträge stellten mit Unterstützung der Kirche getroffene Vereinbarungen dar, die nach einem solchen Vergehen die Blutrache verhindern und den Frieden zwischen den Parteien wieder herstellen sollten. Bestandteil solcher Verträge war neben Geldzahlungen u. a. das Aufstellen eines Sühnekreuzes am Tatort. |
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| Wohnstallhaus | Karnsberg 33 (Karte) |
Traufständiger Bau von zwei Geschossen mit querliegendem Gewölbekeller, massives Erdgeschoss und darüber Fachwerkkstock mit Satteldach, 1818 (i); jüngerer Stallscheunen-Anbau
Das stattliche Bauernhaus ist ein anschauliches Beispiel für den späten Zierfachwerkbau, der für die Region um Murrhardt charakteristisch ist. Typologisch handelt es sich um ein gestelztes Einhaus. Es sind entlang der Traufseite hintereinander angeordnet: rundbogiges Kellertor, Haustüre, dahinter ursprünglich der Stall. Der Keilstein im Türgewände verrät mit dem Zeichen für Bauer und Weinbauer die einstige Funktion als Weinbauernhaus, das den bis ins 19. Jahrhundert regional wichtigen Weinbau bezeugt. |
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| Wohnstallhaus | Kieselhof 6 (Karte) |
Gestelztes Einhaus mit Satteldach, Erdgeschoss gemauert, Obergeschoss in Fachwerk, am Eckständer Namen der Bauherrschaft und Datierung, 1800 (i)
Das Gebäude entspricht dem regional verbreiteten gestelzten Wohnstallhaus. Mit spätem Sichtfachwerk im Obergeschoss ist es charakteristisch für den ländlichen Hausbau der Gegend um Murrhardt an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Ein Kellerzugang macht die Nutzung als Weingärtnerhaus wahrscheinlich. |
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| Wohnstallhaus | Kieselhof 22 (Karte) |
Gestelztes Einhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, um 1800
Der Bau ist ein charakteristisches Beispiel für ein gestelztes Wohnstallhaus, das ländliche Bau- und Lebensformen bezeugt, wobei in regionaler Tradition für die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert der Oberstock noch Sichtfachwerk zeigt. |
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| Wohnhaus | Kirchgasse 4 (Karte) |
Nach drei Seiten frei stehender dreigeschossiger Fachwerkbau, Satteldach mit Aufschieblingen und Zwerchhaus an einer der Traufseiten, gemauertesErdgeschoss über Gewölbekeller, Vorkragungen, letztes Viertel 18. Jahrhundert
Der ausgesprochen stattliche Fachwerkbau dokumentiert den Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1765, nimmt aber durch seine Höhenentwicklung und durch die in den Vollgeschossen vorhandenen allseitigen Stockwerksvorkragungen eine Sonderstellung ein. Sie verleihen dem Gebäude ein altertümliches Aussehen und waren nach den Wiederaufbauvorschriften eigentlich verboten. Das Gebäude hat viel von seiner Originalsubstanz überliefert. So ist die Ökonomienutzung des Erdgeschosses in der Nordhälfte ablesbar: kleine Fenster, im Inneren Holzlege. Es ist eines der wenigen Gebäude, das noch den einst für Murrhardt üblichen, in die Straße reichenden Außenzugang des Gewölbekellers bewahrt hat. |
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| Doppelwohnhaus | Kirchgasse 6; Untere Schulgasse 22 (Karte) |
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, mit der Rücktraufseite auf Teilen der Stadtmauer aufsitzend (s. Stadtbefestigung, Entengasse 11), nach 1765, der südliche Teil ausgebaut im 19. Jahrhundert
Das Gebäude ist ein charakteristisches Zeugnis für den Wiederaufbau Murrhardts nach dem Stadtbrand von 1765. Es ist eines von fünf in der Stadt erhaltenen geteilten, mit getrennter Erschließung ausgestatteten Doppelhäusern. Dieser Haustypus ist vor dem Hintergrund der bereits bestehenden Besitzteilung unter Mitwirkung des Stadtgerichts und vermutlich des den Wiederaufbau leitenden Landbaumeisters Johann Adam Groß d. J. so entwickelt worden, dass er im Stadtbild auf den ersten Blick wie ein Gebäude wirkt. Das Fachwerk mit den ziemlich flachen, aber reich profilierten Schwellen entspricht den damaligen Bauvorschriften. |
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| Mühle | Klingen 17 (Karte) |
Zweigeschossiges gemauertes Haus mit Satteldach, mit Radkasten quer durchs Haus und eisenarmiertem Holzrad, errichtet für Gottlieb Gareis, 1809 (i)
Mühlen gehörten zu den wichtigsten dörflichen Sonderbauten und waren zumeist in herrschaftlichem Besitz. Davon zeugt das stattliche Erscheinungsbild mit hohem, massivem Unterbau und der Bauinschrift über dem vermauerten Rundbogenportal; der erhaltene Radkasten mit Mühlrad ist ein anschauliches Zeugnis für die vorindustrielle Technik des Mühlenbaus. |
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| Sühnekreuz (an der Straße nach Käsbach | Nähe Klingen 41 (Karte) |
An der Abzweigung der Straße zum Klettenhöfle links), Sandstein, beritzt mit Pflugschar, um 1500
Das Sandsteinkreuz ist ein charakteristisches Zeugnis für die mittelalterliche Rechtspflege, nach der im Falle eines Totschlages zur Sühne u.a. am Tatort ein Kreuz gestiftet werden musste. |
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| Wirtschaftshof des Benediktinerklosters Murrhardt | Helfergasse 2, 4, 8, 10, 14; Klosterhof 1, 2 (Karte) |
Bestehend aus:
Die drei Ökonomiegebäude des einstigen Murrhardter Klosters bilden eine Einheit, die eindrucksvoll die klösterliche Eigenwirtschaft und Grundherrschaft dokumentiert, wurden hier doch die Abgaben gesammelt und gelagert. Sie enthalten mittelalterliche Baureste und belegen in ihrer räumlichen Anordnung sowie in Teilen der Substanz den Zustand, den die letzten katholischen Äbte nach den Zerstörungen im Bauernkrieg 1525 diesem Bereich gaben. Die Fachwerkkonstruktion der Großen Klosterzehnscheuer bezeugt dabei den Übergang von der mittelalterlichen, verblatteten hin zur frühneuzeitlichen Fachwerkbauweise in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts in Württemberg. Zudem ist an diesem Teil der Anlage bis heute ablesbar, dass das Kloster ein über Jahrhunderte von der übrigen Stadt durch eine Mauer abgetrennter, flächenmäßig großer und eigenständiger Bezirk war. |
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| (im Gebäude) Projektionsanlage eines Kinos mit Zubehör | Klosterhof 2 (Karte) |
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Ehem. Refektorium | Klosterhof 6 (Karte) |
Südflügel der ehem. Klausurbauten des Klosters aus Refektorium und Fürstenbau. Zweigeschossiger Bau, verputztes Fachwerk über massivem Erdgeschoss, Refektorium mit eng gesetzter Reihe von 12 Lanzettfenstern, Mitte bis 2. Hälfte 13. Jahrhundert, Fachwerk aufgestelzt in der 2. Hälfte 15. Jahrhundert, erneuert 1769, Fürstenbau, Steinhaus der Zeit um 1220/40 mit bemalten Decken des 16. Jahrhunderts, beide unter einem abgewalmten Dach zusammengefasst, 1875/76
Das ehem. Refektorium und der sog. Fürstenbau sind die letzten erhaltenen Teile der urspr. um den Kreuzgang errichteten Klausurbauten des 816/17 durch Abt Walterich an Stelle einer älteren Mönchsklause neu gegründeten Murrhardter Benediktinerklosters. Mit ihren historischen Baudetails überliefern sie die spätromanische und frühgotische Architektur der hochmittelalterlichen Klosteranlage. Das Refektorium als einstiger Speisesaal ist dabei wesentliches Zeugnis des monastischen Alltagslebens. Die späteren Umbauten dokumentieren die nachreformatorische Nutzung als Interimsprälatur und als herzogliches Jagdschloss sowie seit dem 19. Jahrhundert. als Forstamt. |
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Benediktinerklosterkirche St. Januarius | Klosterhof 8, 9 (Karte) |
Jetzt ev. Stadtpfarrkirche, mit Walterichskapelle; eine dreischiffige Gewölbebasilika mit Querhaus und Chorseitentürmen, polygonaler Ostchor, flach abschließender, eingezogener längsrechteckiger Westchor, Sakristei, errichtet über den Resten einer karolingischen und einer romanischen Kirche des 11/12. Jahrhunderts, von der die beiden Türme der Zeit um 1130/40 erhalten geblieben sind, die Zelthelme von 1872/73; Ostchor in der 2. Hälfte des 13. Jahhrunderts als Grablege für die Grafen von Löwenstein erstellt, Westchor 1364 vergrößert, Langhaus errichtet vor 1434 (i), Neuaufbau des Südseitenschiffs und des Südquerhauses, 1786; an der Nordseite Walterichskapelle, kleiner Zentralbau unter Rhombendach mit reichem Fassadenschmuck, dreistufigem Säulenportal und Rundapsis, wohl nach 1230
Die ehem. Benediktinerabteikirche ist das historisch wichtigste Bauzeugnis der Murrhardter Geschichte, sie bildet mit den benachbarten Resten der Klausur und dem Wirtschaftshof des Klosters den historischen Nukleus der Stadt. In ihrer komplexen Baugeschichte spiegelt sich die Geschichte des Klosters. Als Grablege der Grafen von Löwenstein, die als Klostervögte fungierten, spiegelt sich in der Kirche auch ein Stück Regionalgeschichte. Der Bau dokumentiert dabei in seinem Bestand die verschiedenen Stilphasen von der Romanik bis zur Spätgotik. Teile der über Jahrhunderte gewachsenen Ausstattung sind bis heute überliefert. Die Walterichskapelle, errichtet als Memorialbau für den Klosterneugründer und ersten Murrhardter Abt Walterich (gest. um 842), ist mit ihrer reichen Bauplastik und architektonisch kostbaren Gestaltung eines der Hauptwerke der spätromanischen Architektur in Südwestdeutschland. |
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Prälatur | Klosterhof 5/1, 5/2, 10 (Karte) |
Jetzt ev. Pfarrhof, bestehend aus: Prälatur (Klosterhof 5, § 28), zweigeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss massiv, Fachwerkobergeschoss im Sinne eines spätbarocken Baus 1784 verputzt, Hauptfassade mit flachem Mittelrisalit und Zwerchhaus, unter Abt Friedrich Chr. Oetinger nach Plänen des Kirchenratsbaumeisters W. Fr. Goez an die Stadtmauer angebaut, 1770 (i); Pfarrscheune (Klosterhof 5/1, § 28), Fachwerkbau über Fußmauern mit Krüppelwalmdach, 1728; Waschhaus, längsrechteckiger Massivbau mit Satteldach (§ 2), gegen die Stadtmauer gesetzt, um 1800
[s. Stadtbefestigung, Entengasse 11] Die Baugruppe mit dem stattlichen Hauptbau in der Art eines ländlichen Gutshofes mit Herrenhaus unterstreicht den Charakter der ehem. Prälatur (heute Pfarrhaus) als herrschaftlicher Wohnsitz des ev. Abtes. Viele dieser spätbarocken Amtsbauten in Württemberg verfügen über ein hohes Krüppelwalmdach. Ein zeittypisches Dokument des Brandschutzes ist das abseits vom Hauptbau stehende Waschhaus. Solche Bauten wurden im Sinne der Feuerschutzmaßnahmen vermehrt seit dem späten 18. Jahrhundert bei großen Bauern- und vor allem bei Pfarrhäusern errichtet. |
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| Wohnstallhaus | Köchersberg 6 (Karte) |
Zweigeschossiges, gestelztes Einhaus mit Satteldach, Erdgeschoss in Sandstein gemauert mit vorgebautem Kellerhals, Obergeschoss in Sichtfachwerk, errichtet für Christof Wahl, 1802 (i)
Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für ein gestelztes Einhaus, bei dem das Erdgeschoss der Arbeit und als Stall, das Obergeschoss dem Wohnen diente. Charakteristisch für die Region das sind das späte Sichtfachwerk. Der Kellerhals belegt die einstige Bedeutung des Weinbaus für die Gegend. |
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| Doppelwohnhaus | Köchersberg 12 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach, Erdgeschoss in Sandstein und Obergeschoss in Ziegelbauweise, errichtet für die Brüder Georg Michael und Jakob Bay, 1799 (i), erneuert 1893 (i)
Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für ein ländliches Wohnhaus der Region, dessen Bauinschrift in spätbarocker Rahmung vom Selbstbewusstsein der bäuerlichen Bauherrschaft zeugt. Das in Ziegeln erneuerte Obergeschoss belegt in anschaulicher Weise den Umbau eines einstigen Fachwerkbaus durch das neuartige, industriell produzierte Material der Ziegel im späten 19. Jahrhundert. |
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| Nebengebäude des Bauernhofes Köchersberg 12 | Köchersberg 12/1 (Karte) |
Zweigeschossiges Haus mit Satteldach, Erdgeschoss in Sandstein gemauert, Obergeschoss in Fachwerk mit Ziegelausriegelung, errichtet für Gottlieb Bay, 1867 (i)
Das Gebäude ist inseiner Materialität und der anspruchsvollen Gestaltung des in Sandstein gemauerten Erdgeschosses ein charakteristisches Beispiel für einen Erweiterungsbaus zur Wohn- und Wirtschaftsnutzung im 19. Jahrhundert, der eventuell als Ausgedinge gedient haben könnte. |
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| Bildstocksockel | (Karte) |
Formloser Sockelblock eines spätgotischen Bildstocks. Es handelt sich um ein in der Region rares Zeugnis für die vorreformatorische Frömmigkeit, die einst mit Bildstöcken die Kulturlandschaft prägte. | 101144318 | ||
| Wohnhaus | Löwengasse 6 (Karte) |
Giebelständiger, teilverputzter Fachwerkbau mit Sattel- bzw. Krüppelwalmdach, zwei Voll- und zwei Dachgeschosse, 1. Hälfte 18. Jahrhundert., partieller Umbau des Erdgeschosses für eine Bäckerei, 1832
Das Wohnhaus ist in seiner Gesamtstruktur gut überliefert und dokumentiert den barockzeitlichen Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts. Durch seine Lage in der Oberen Vorstadt außerhalb der Stadtmauern gehört es zu den wenigen Häusern Murrhardts, die noch aus der Zeit vor dem Stadtbrand von 1765 stammen. |
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| Wohnhaus mit Ökonomiegebäude | Löwengasse 8 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Statteldach, massivesErdgeschoss über kleinem Gewölbekeller, zwei Geschosse in teils verputztem Fachwerk, an der Giebelseite Sandsteintafel mit Initialen des Bauherrn, Löwen und Herz sowie Steinmetzwerkzeug, an der östlichen Traufseite Fenstererker mit profilierten Konsolen, 1717 (i); rückwärtig angebaut kleiner Schweinestall mit Holzlege
Das stattliche Haupthaus an einer Straßengabelung zählt nicht nur zu den wenigen Murrhardter Bauten aus der Zeit vor dem Stadtbrand von 1765, sondern zeichnet sich in seinen Fachwerkdetails durch beachtliche Bauqualität aus. Zusammen mit dem Ökonomiegebäude gibt es Zeugnis von den Wohn- und Lebensformen des 18./19. Jahrhundert in einer württembergischen Amtsstadt und dokumentiert die vorstädtische Bebauung der Frühen Neuzeit jenseits der Stadtmauer. |
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| Wohnhaus | Maienweg 12 (Karte) |
Verputztes und teilweise mit Blech verkleidetes Traufhaus mit einseitig abgewalmtem Satteldach, hoher Sockel und Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, der auffällig hohe Unterbau urspr. ein durchgehendes Geschoss zur Wirtschaftsnutzung, 18. Jahrhundert
Das Gebäude war ursprünglich Teil eines Schafhofes und ist damit Zeugnis der Schafzucht, eines für Murrhardt wichtigen Wirtschaftszweiges. Es befindet sich auf dem Gewann „Ziegeleihütte“, einem seit dem Spätmittelalter belegten Wohnplatz vor der Stadt und ist ein charakteristischer Vertreter der traufständigen Murrhardter Wohnhäuser, das auch in der Innenaufteilung noch die historischen Strukturen zeigt. |
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| Ofenstein | Maienweg 14 (Karte) |
Als Spolie in eine Außenwand eingemauert, Sandstein, mit seitlichen Voluten und oval gerahmtem Gerberzunftzeichen mit gekreuzten Gerbermessern, wohl spätes 18. Jahrhundert
Ofensteine dienten als Füße der gusseisernen Stubenöfen des 18./19. Jahrhunderts. Der Ofenstein zeugt von einer früheren Stubeneinrichtung wie auch von dem an der Murr angesiedelten, für die Wirtschaft der Stadt einst wichtigen Gerbergewerbe. |
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| Traufhaushälfte | Mannenweiler Straße 9, 11, 13 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, im gemauerten Erdgeschoss Spitzbogentür, Obergeschoss teilweise in verbrettertem Fachwerk, vor 1610 (i) mit älteren Teilen; dazugehörig Backofen, kaminlos, Rauchöffnung mit Steinschieber, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Bau ist ein für die Region seltenes Beispiel eines ländlichen Anwesens aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg. Der gotische Spitzbogen weist auf einen spätmittelalterlichen Kernbestand hin. Charakteristisch der im frühen 19. Jahrhundert aus Feuerschutzgründen abseits erstellte Backofen mit Vordach. |
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| Eckständer | Marktplatz 1 (Karte) |
Mit Initialen des Bauherrn und Datum in geschweiften Rahmungen, bez. „CC. W/MW/1766“ und „CE/CB“ Die bezeichneten Eckständer sind eine in Murrhardt im 18. Jahrhundert häufig anzutreffende Form der Hausverzierung und charakteristisch für den barockzeitlichen Fachwerkbau. Der Eckständer am Marktplatz gibt dabei Zeugnis vom Wiederaufbau dieses Hauses am Marktplatz und damit auch der Gesamtstadt nach dem verheerenden Stadtbrand von 1765. |
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| Wohnhaus | Marktplatz 2 (Karte) |
Zweigeschossiges Haus mit Mansardgiebeldach, Erdgeschoss massiv, Ober- und Dachgeschosse in Fachwerk, am linken Eckständer Reste der Besitzerinitialen, zwei parallele Gewölbekeller, errichtet für den Murrhardter Bürgermeister Eberhard Friedrich Rößler, nach 1765
Der stattliche Fachwerkbau in prominenter Lage am Marktplatz, fällt durch seine für den Murrhardter Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1765 ungewöhnliche Giebelform auf. Die Fassade ist in ihrer Verbindung von symmetrischer Gliederung und traditionellem Sichtfachwerk mit Zierformen exemplarisch für die Architektur des 18. Jahrhunderts in Murrhardt. Lage und Baugestaltung unterstreichen den gesellschaftlichen Rang des Bauherrn, der politisch für den Wiederaufbau der brandzerstörten Stadt mitverantwortlich zeichnete. |
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| Wohnhaus | Marktplatz 3 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, zwei Voll- und drei Dachgeschosse, Erdgeschoss massiv, sonst Fachwerk mit leichten Stockwerksvorkragungen und Bauinschrift am linken Eckständer, 1766 (i)
Das Gebäude zeigt sich in seinem reichen Zierfachwerk mit geschweiften Andreaskreuzen und breiten profilierten Schwellen in prominenter Lage am Marktplatz als repräsentatives bürgerliches Wohnhaus der Wiederaufbauzeit nach dem Stadtbrand von 1765. Mit dem fortschrittlichen Element des „symmetrischen“ und „senkrechten“ Fassadenaufbaus entspricht es den Vorstellungen des Landbaumeisters Johann Adam Groß d. J. für die Wiederaufbauarchitektur, während das Zierfachwerk in konservativer Weise Elemente der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aufnimmt. |
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| Oberamtei | Marktplatz 5 (Karte) |
Breit gelagerter Bau von zwei Geschossen mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in verputztem Fachwerk, strenge Fensterreihung, Rahmung durch kannelierte Pilaster, in der Mitte unter Bogenprofil von Putten gehaltener Wappenstein mit herzoglich-württembergischem Wappen und Inschrift, errichtet an Stelle des älteren Vorgängers durch den Stein- und Bildhauer Conrad Ludwig Söhnle I. sowie den Zimmermann Jakob Erb nach Entwurf des Landbaumeisters Johann Adam Groß, 1767 (i)
In prominenter Lage bildet die Oberamtei, ab 1837 Kameralamt, einen repräsentativen Bau am Hauptplatz der Stadt, der nicht nur durch seine Formen, sondern vor allem durch den Wappenstein als landesherrliches Gebäude ausgezeichnet ist, bildete er doch bis ins 19. Jh. das zentrale Verwaltungsgebäude für das Oberamt Murrhardt. Das Haus gehört in das umfangreiche Werk des Landbaumeisters Groß, der zahlreiche landesherrliche Bauten plante. Um 1860/70 soll Madame Schippert eingezogen sein, eine Frau, die als Geliebte Kaiser Napoleons III. zu Vermögen gekommen war und hier bis zu ihrem Tod residierte. |
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Marktbrunnen | Marktplatz (Karte) |
mit achteckigem Brunnenkasten, zentraler Brunnensäule und bekrönender Figur mit württembergischem Wappen, neu errichtet unter Wiederverwendung der Brunnenfigur von um 1586 (i) durch den ortsansässigen Steinhauer Conrad Ludwig Söhnle d. J., 1790, der 1945 zerstörte Kopf als frei ergänzt, das Standbild in seinem damaligen Zustand sowie große Teile der Brunnensäule ersetzt durch Kopie, 1961
Der Brunnen ist ein eindrucksvolles Zeugnis der städtischen Wasserversorgung in der Renaissance- und Barockzeit, der geharnischte „Wäppner“ auf der gebauchten Säule, die charakteristisch für die württembergische Renaissance ist, steht symbolisch für den Herzog und bringt mit dem Landeswappen die Verbundenheit der Amtsstadt mit ihrem herzoglichen Stadt- und Landesherrn zum Ausdruck. |
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| Wohnhaus | Marktplatz 7 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit straßenseitigem Mansardhalbwalmdach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, nach 1765
Das Gebäude entspricht mit seinem symmetrischen Fassadenaufbau und seinem halb abgewalmten Dach weitgehend dem von Landbaumeister Johann Adam Groß d. J. für den Wiederaufbau geforderten Typus, wie er ihn auch für andere brandzerstörte Landstädte in Württemberg präferierte. Das Haus hat in seinem Innenausbau und Grundriss noch den spätbarocken Zustand bewahrt. |
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| Wohn- und Geschäftshaus mit Waschhaus | Marktplatz 8 (Karte) |
Das Hauptgebäude dreigeschossig, flach geneigtes Walmdach mit Wiederkehren im Giebel, Erdgeschoss massiv mit teilweiser Rustikabänderung und Ladenfenstern, Obergeschosse in verputztem Fachwerk, um 1860/65, umgebaut 1900; rückwärtig seitlich angesetzt eingeschossiges Waschhaus, 1876
Das Gebäude ist ein qualitätvoller und hervorragend tradierter Bau. Mit seinen schlichten Putzfassaden ist er charakteristisch für den württembergischen Klassizismus. Er belegt u. a., wie bei Ladeneinbauten um 1900 die Architektur des gesamten Gebäudes gesehen wurde. Das Waschhaus ist ein funktional zugehöriger Teil, der aus Feuerschutzgründen separat entstand. |
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Rathaus | Marktplatz 10 (Karte) |
Großer dreigeschossiger Bau, Walmdach mit Uhren- und Glockentürmchen, platzseitig Mittelrisalit und Balkon auf Konsolen mit gusseiserner Balustrade von 1843; anstelle eines Vorgängerbaus von 1558 (beim Stadtbrand zerstört) (i) nach einem Projekt von Landbaumeister Johann Adam Groß d. J. erstellt in Anlehnung an erste Pläne von Georg Jakob Schwicker ab 1784, verputzt 1803
Der zwar schlichte, aber doch in seinen Grundformen repräsentative Bau ist in Kubatur und der schlichten Architektursprache charakteristisch für die Rathausbauten des späteren 18. Jahrhunderts in Württemberg, wie sie u. a. auch in Göppingen nach den Plänen von Groß entstanden. Der Fassadenaufbau, die Größe und der Balkon heben das Haus als Ort der vom Landesherrn abhängigen Stadtverwaltung im Gesamtbild der Stadt deutlich hervor. Es ist nicht nur ein anschauliches Zeugnis des spätbarocken Verwaltungsbaus im Herzogtum Württemberg, sondern auch der Murrhardter Stadtgeschichte. Einst befanden sich im Rathaus eine kleine Markthalle mit Marktmeisteramt und die Amtsstuben für den Gendarm und Büttel sowie die Feuerspritzen.[2] |
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| Wohnhaus | Mittelgasse 9 (Karte) |
Zweigeschossig mit Mansardgiebeldach, verputzt, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, kurz nach 1765
Das gut überlieferte Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für ein Handwerkerhaus aus der Zeit des Wiederaufbaus Murrhardts nach dem Stadtbrand von 1765. Formal stellt es eine Kombination aus traditionellem Sichtfachwerkbau in Giebelstellung und dem Mansarddach dar, eine in der weiteren Region Mitte des 18. Jahrhunderts häufiger anzutreffende, in Murrhardt jedoch seltene Form. |
101113477 | ||
| Scheune | Mittelgasse 18 (Karte) |
Giebelständiger zweizoniger Fachwerkbau über steinerner Fußmauer, mit großem, geschosshohem Tennentor, Tenne und einer seitlichen Abmauerung aus Sandsteinquadern, wohl ehemals Stall, und Mansardgiebeldach, errichtet unmittelbar nach 1765
Der Bau ist eine der beiden letzten im innerstädtischen Bereich überlieferten bürgerlichen Scheunen. Sie steht in einem Bereich, in dem einst die Ökonomiegebäude der Häuser an der Hauptstraße standen. Die Scheune, die nach dem Stadtbrand von 1765 an der nun regulierten Nebenstraße erbaut wurde, setzt diese städtebauliche Tradition fort. Auffälligstes Merkmal ist das Mansarddach. Diese in Murrhardt seltene Form ermöglicht im ersten Dachgeschoss einen größeren Stauraum und ist damit für die schmalen, innerstädtischen Grundstücke besonders gut geeignet. |
101113562 | ||
| Wohnhaus | Mittelgasse 25 (Karte) |
Heute dreigeschossig unterteiltes Fachwerkgebäude mit Satteldach, hoher, in Sandsteinquadern gemauerter Sockel, Eckständer im zweiten Obergeschoss mit Bauinschrift, errichtet von Zimmermann Michael Zügel, 1768 (i), Einbau einer Metzgerei im Erdgeschoss, Mitte 19. Jahrhundert
Das stattliche Handwerker- und Ackerbürgerhaus in Ecklage ist in seiner Struktur, Architektur und seinem Innenausbau ein charakteristisches Zeugnis für den Wiederaufbau Murrhardts nach dem Stadtbrand von 1765. Der Metzgereieinbau im Erdgeschoss stellt den ältesten überlieferten Ladeneinbau der Stadt dar. |
101113579 | ||
| Wohnhaus | Mittelgasse 37 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, hohe gemauertes Erdgeschoss mit großen Toren, Obergeschoss in Fachwerk, Giebel mit Aufzugsläden, am Eckständer bez. mit Initialen und Doppeladler mit Zimmermannszeichen, errichtet mit dem Rückgiebel auf der Stadtmauer, 1766 (i) [s. Stadtbefestigung, Entengasse 11] Das Ackerbürger- und Handwerkerhaus ist ein in seinem Typus gut überlieferter, für die Hausforschung aussagefähiger Bau, der die Wohn- und Wirtschaftsverhältnisse der Bürger Murrhardts im 18./19. Jahrhundert veranschaulicht und ein charakteristisches Zeugnis für den Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1765 darstellt. |
101113671 | ||
| Doppelhaus | Mittelgasse 39, 41 (Karte) |
Giebelständiges Gebäude von zwei Geschossen mit Satteldach, das Erdgeschoss massiv mit rustizierter Putzgliederung, das Obergeschoss und der Giebel in verputztem Fachwerk, von einem Strumpfstricker und einer Witwe gegen und auf die Stadtmauer gesetzt, 1768 (a)
[s. Stadtbefestigung, Entengasse 11] Das giebelständige Gebäude ist eines der fünf heute in Murrhardt erhaltenen spiegelsymmetrisch geteilten, mit getrennter Erschließung ausgestatteten Doppelhäuser aus der Zeit des Wiederaufbaus nach dem Stadtbrand von 1765. Dieser Haustypus ist vor dem Hintergrund der bereits bestehenden Besitzteilung unter Mitwirkung des Stadtgerichts und vermutlich des den Wiederaufbau leitenden Landbaumeisters Johann Adam Groß d. J. so entwickelt worden, dass er im Stadtbild auf den ersten Blick wie ein Gebäude wirkt |
101113685 | ||
| Wohnhaus | Murrgasse 9 (Karte) |
Giebelständig zwischen Murr und Murrgasse stehendes Gebäude mit hohem Sockel- und niedrigem Erdgeschoss, beide massiv, darüber das Obergeschoss in verputztem Fachwerk, am Rückgiebel und den Traufseiten Stockwerksvorkragungen, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Das Gebäude entspricht im Typus den in Murrhardt anzutreffenden Bürgerhäusern mit Zwischenstock und ist gerade in diesem Ökonomiebereich gut überliefert. Das Haus steht in der „Calabrie“, einem ehemals von ärmeren Bevölkerungsschichten bewohnten Teil der Unteren Vorstadt, ist jedoch vom Bauvolumen und vom Haustypus her innerstädtischen Bauten vergleichbar. |
101113720 | ||
| Wohnhaus | Murrgasse 11 (Karte) |
Schmaler verputzter Bau über langgestrecktem Grundriss mit Satteldach, zwei Vollgeschosse von jeweils niederer Höhe, Erdgeschoss in Bruchstein gemauert, Obergeschoss in Fachwerk, 18. Jahrhundert
Das bescheidene Gebäude ist das letzte authentische Beispiel der in der Unteren Vorstadt charakteristischen Bebauung und ein Dokument der Wohn- und Lebensverhältnisse der ärmeren Bevölkerungsschicht, die in diesem Viertel vor den Stadtmauern ansässig waren. |
101113736 | ||
| Wohnhaus | Nägelestraße 2 (Karte) |
Zu zwei Seiten freistehender, zweigeschossiger Bau, flaches Satteldach mit Aufschieblingen und traufseitigem Zwerchhaus, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, im Giebel Viertelbogenfenster und Wiederkehren, Erdgeschoss errichtet vor 1832, Aufstockung zum bestehenden Gebäude für den Kunstschlosser Ferdinand Nägele, um 1850
Das repräsentative Haus ist ein charakteristisches Beispiel für einen anspruchsvollen Fachwerkbau in der Region um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Es gewinnt historische Bedeutung als Wohnhaus des für Murrhardt bedeutenden Kunstschlossers und Paulskirchenabgeordneten Ferdinand Nägele sowie als Geburtshaus seines Sohnes, des Professors Eugen Nägele, Mitbegründer des Schwäbischen Albvereins. |
101108422 | ||
| Schulhaus | Obere Schäufelgasse 9 (Karte) |
Traufständiger zweigeschosisger Bau, Statteldach mit Glockentürmchen, Erdgeschoss massiv mit großen Toren, Obergeschoss in Fachwerk, 1841 (i), rückwärtig späterer Toilettenanbau
Das Gebäude bildet eine für das Königreich Württemberg in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts charakteristischen ländlichen Schulbau, der mit seinem Sichtfachwerk die lokale Bautradition aufgreift, im etwas flacher geneigten Satteldach und dem symmetrischen Aufbau aber deutlich den Einfluss des Klassizismus verrät. Die Aufschrift im Türsturz: „Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen“ verrät die religiöse Prägung der Schulbildung im biedermeierlichen Württemberg. Die innere Aufteilung mit der üblichen ökonomischen Nutzung des Erdgeschosses (der Stall im Zweiten Weltkrieg zum Feuerwehrgeräteraum umgestaltet) sowie Lehrerwohnung und Schulzimmer im Obergeschoss ist weitgehend unverändert erhalten. |
101134094 | ||
| Wohnhaus | Obere Schulgasse 4 (Karte) |
Giebelständig zur Straße gerichtetes Fachwerkhaus von zwei Geschossen über Sockelgeschoss aus Werkstein, Satteldach mit Aufschiebling, Fensterrahmen mit ornamentalen Laubsägebekrönungen, errichtet zwischen 1765 und 1768, zweites Wohngeschoss aufgesetzt nach 1841
Das Gebäude belegt die Wiederaufbauarchitektur nach dem Stadtbrand von 1765 und größeren Wohlstand sowie gewachsenen Wohnraumbedarf im 19. Jahrhundert. Seit dem 19. Jahrhundert beherbergt das Gebäude im Erdgeschoss eine Werkstätte. |
101113750 | ||
| Schulhaus | Obere Schulgasse 6 (Karte) |
Sog. Grabenschulhaus, mächtiger dreigeschossiger Bau mit großflächigem Krüppelwalmdach, mit der Ostseite auf die Stadtmauer gesetzt, in Werkstein gemauertes Erdgeschoss, zwei Fachwerkstöcke, errichtet als Schulhaus und Subdiakonat nach Entwürfen von Kirchenratsbaumeister W. Fr. Goez, C. L. Söhnle und G. J. Schwicker, 1771 bis 1774, hier war einst die Oberschule, zeitweise war ebenso die Lateinschule, später Pro-Gymnasium, hier untergebracht. Nach der Sanierung 1986 dient das Gebäude wieder als Schulgebäude für die Volkshochschule. In ihm wurde 1863 der Ehrenbürger Hermann Julius Losch geboren.
[s. Stadtbefestigung, Entengasse 11] Für das spätere 18. Jh. in der Kubatur charakteristischer württembergischer Schulbau. Als Doppelhaus umfasste er nicht nur die Schule mit Lehrerwohnungen, sondern auch das Subdiakonat, worin schon die enge Beziehung zwischen Schule und Kirche im früheren Württemberg zum Ausdruck kommt. Mit seiner Fachwerkarchitektur ohne Stockwerksvorkragungen ist der Schulbau ein Zeugnis für den Wiederaufbau der Stadt nach dem Brand von 1765. Die Überbauung der Stadtmauer belegt dabei eindrücklich den militärischen Bedeutungsverlust der alten Befestigung im 18. Jahrhundert. |
101113868 | ||
| Wohnhaus | Postgasse 5 (Karte) |
Traufseitig stehendes Gebäude, Satteldach mit großem Zwerchhaus, zwei Voll- und zwei Dachgeschosse, Fachwerk über massivem, verputztem Erdgeschoss, Eckständer mit Datierung und Initialen der Bauherrschaft, errichtet für einen Hufschmied, 1730 (i)
Das Haus gehört zu den relativ wenigen Gebäuden, die in Murrhardt aus der Zeit vor dem Stadtbrand von 1765 erhalten sind und ist auch ein Zeugnis für die Bebauung der Unteren Vorstadt, die sich nordwestlich vor den Mauern an der Straße nach Sulzbach und der Murr entwickelt hat. Als Handwerkerhaus ist es anschaulich überliefert, das Fachwerk mit Vorkragungen an der Giebelseite, Dreiviertelstreben und kurzen Kopfdreiecken ist für die Entstehungszeit konservativ und setzt ältere Traditionen fort. |
101113942 | ||
| Wirtshausschild | Postgasse (Karte) |
am ehem. Gasthaus Zum Schwan in Form eines Greifenkopfs mit Füllhorn, aus dem Wein hervorwächst, das eigentliche Schild mit namengebendem Schwan; wohl von dem Murrhardter Kunstschmied Ferdinand Nägele, Mitte 19. Jahrhundert
Das kunsthandwerklich beachtlichte Wirtshausschild ist ein charakteristisches Zeugnis für die Kunstschmiedearbeiten der Murrhardter Schmiedefamilie Nägele und erinnert an einen der traditionsreichen Gasthöfe der Stadt. |
101108687 | ||
| Hofanlage und Gasthaus Germania | Riesbergstraße 1, 3, 5 (Karte) |
Unregelmäßig dreiflügelige Baugruppe, bestehend aus: Haupthaus mit hohem massiven Erdgeschoss sowie zwei Voll- und drei Dachgeschossen in Fachwerkbauweise mit Satteldach, allseitig mit Vorkragungen, um 1700; Zwischenbau mit Satteldach, Fachwerk über massivem Erdgeschoss, spätes 18. Jahrhundert, ausgebaut zum Tanzsaal des Gasthofs im 19. Jahrhundert; Scheuer, schräg zum Haupthaus, Fachwerkkonstruktion mit Mitteltenne und liegendem Dachstuhl, 18. Jahrhundert, sowie Einfriedung
Die stattliche Hofanlage in Ecklage dokumentiert mit dem Hauptbau die Zimmermannskunst der Zeit um 1700, ihre Größe weist auf wohlhabende Besitzer hin, so 1778 einen Forstbeamten, der den Zwischenbau erstellt haben soll. Später wurde der Komplex bis 1930 als Gaststätte genutzt, charakteristisch hierfür ist der Ausbau des Zwischengebäudes zum Saal. |
101114209 | ||
| Wohnhaus mit Einfriedung | Riesbergstraße 22 (Karte) |
Zweieinhalbgeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, verschiedene, die Fassade asymmetrisch belebende Vorbauten wie Treppenhausrisalit, Erker und einzelne Fachwerkelementen, vermutlich als eigenes Wohnhaus errichtet vom Murrhardter Stadtbaumeister Eugen Cleß, 1905 (a), bereits als Pfarrhaus genutzt 1914 (a); Einfriedung aus einem geschwungenen Zaun auf bossierter Fußmauer zwischen Pylonen
Das Haus bietet ein gutes Beispiel für das Verschmelzen verschiedener Stiltendenzen zu einem individuellen Bauwerk im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts: Formen des Späthistorismus, des Reformstils und des Jugendstils prägen den Bau. Er besitzt durch seinen für Murrhardt wichtigen Architekten Cleß und durch seine bis heute fortbestehende Funktion als Pfarrhaus ortsgeschichtliche Bedeutung. |
101114264 | ||
| Wohnhaus mit Einfriedung | Riesbergstraße 25 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Walmdach, an der Frontseite mit polygonalem, rustiziertem Standerker und Austritt im Obergeschoss; Einfriedung als schlichter Lattenzaun zwischen Pfeilern; erbaut für Magdalena Weber von dem Murrhardter Architekten Albert Schule, 1925
Das freistehende Wohnhaus ist ein überzeugendes Beispiel für ein der Stuttgarter Schule im weiteren Sinne zuzurechnendes Gebäude der Mitte der 1920er-Jahre. Charakteristisch hierfür sind die schlichte Putzarchitektur, das hohe Walmdach und die für die Wirkung wesentlichen Fensterläden. |
101114310 | ||
| Villa Riesberg | Riesbergstraße 124 (Karte) |
Eingeschossiger Putzbau über Werksteinsockel, weit vorkragendes Mansard-Krüppelwalmdach mit verbretterten Giebeln über großen Rundbogenloggien, errichtet im Auftrag des Ludwigsburger Möbelfabrikanten Heinrich Frank durch Albert Bauder, 1910
Das Gebäude ist ein charakteristischer Vertreter der von England ausgehenden Reformstilbewegung, hier in starker Bezugnahme auf südwestdeutsche Bauformen. Mit den verbretterten Bögen über den Loggien wird besonders die Tradition des Schweizerhausstils aufgegriffen. Letzteres kennzeichnet das Gebäude als Landhaus, das mit seiner Hanglage über der Stadt die Tradition des Luftkurortes Murrhardt vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1960er-Jahre dokumentiert. Als mehrmaliges Feriendomizil von Theodor Heuss erhält der Bau darüber hinaus Bedeutung für die Landesgeschichte. |
101114904 | ||
| Villa | Riesbergstraße 128 (Karte) |
Putzbau über rustiziertem Sockel mit einem Geschossvorstoß über dem Wohnstock, talseitig zwei-, hangseitig eingeschossig und mit steilem Satteldach, gegen das Tal Rundbogenfenster bzw. Arkaden und Loggia im Obergeschoss sowie Standerker, errichtet von Architekt Max Bauder, 1910
Das Gebäude, das auch mit seiner Innenausstattung insgesamt gut überliefert ist, steht für das in seiner Entstehungszeit charakteristische Bemühen, Neubauten im Sinne der Reformarchitektur und des Heimatschutzes der historischen Hauslandschaft anzupassen. Es belegt die Tradition Murrhardts als Luftkurort seit dem späten 19. Jahrhundert. So wurde die Villa unter verschiedenen Besitzern für Feriengäste genutzt und unter dem Namen Riesbergerholungsheim Kaffeemühle bekannt. |
101114937 | ||
| Mühlengehöft der Schwarzenmühle | Schwarzenmühle 1, 5 (Karte) |
Bestehend aus: Haupthaus, Sichtfachwerkbau mit Satteldach, Sockel bzw. talseitiges Untergeschoss aus Sandsteinquadern, zwei Voll- und drei Dachgeschosse, im rückwärtigen Bereich Scheune und Stall, frühes 19. Jahrhundert, der Stall modernisiert und um zweigeschossigen Anbau verlängert, 1927; Mühlgebäude mit Mahl- und Sägeeinrichtung, langgestreckter, schmaler Bau mit massivem Erd- und Fachwerkobergeschoss, frühes 19. Jh.; Backhäuschen, aus Sandstein gemauerter Ofen mit Vordach; Mühlenweiher zum Aufstauen des Hörschbaches
Mit der Schwarzenmühle hat sich eines der großen Mühlgehöfte der Region in umfangreicher Form erhalten. Charakteristisch für die holzreiche Gegend ist, dass neben der Mahlmühle auch eine Säge betrieben wurde. Das stattliche Haupthaus und die Tatsache, dass für die Mahlvorgänge ein eigenes Nebengebäude eingerichtet wurde, zeigen Bedeutung und Reichtum des Mühlengewerbes in den schwäbisch-fränkischen Waldbergen an. Regional charakteristisch ist die konservative Tradierung älterer Bauformen, so die im Giebel eingefügten gebogenen Hölzer, die Motive des Sichtfachwerkbaus der Zeit um 1600 variieren und die Weiterführung bzw. Eigenständigkeit des Sichtfachwerks in der Gegend um Murrhardt Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts belegen. |
101144411 | ||
| Wohnstallhaus | Seebachstraße 21 (Karte) |
Quergestelztes Einhaus mit Satteldach, über dem Sockelgeschoss mit Gewölbekeller Fachwerkstock, im vorderen Teil Wohnbereich, erschlossen durch Freitreppe, im rückwärtigen Teil Ökonomienutzung mit Scheune und Stall, um 1800
Das kleinere Einhaus ist von außen ausgesprochen authentisch überliefert. Es ist ein anschauliches Beispiel für diesen Typus und für ländliches Bauen der Zeit; das Fachwerk entspricht der regional konservativen Bautradition. |
101144688 | ||
| Gehöft | Seebachstraße 25 (Karte) |
Bestehend aus: Haupthaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv in Sandsteinquadern, in den Schlusssteinen der beiden Eingangstüren Lamm Gottes und Zeichen für Bauer und Weingärtner, an der Fassade Segensspruch „Herr Jesus dieses Haus/befehl ich deinem Schutz/denn außer dir ist doch/all unser Sorg/kein Nutz“, Obergeschoss in Fachwerk, errichtet für Michael und Katharina Schmiedt, 1826 (i); Scheune, massiv und Fachwerk mit Satteldach, mit nach beiden Giebelseiten angeordneten Ställen und mittig einer Doppeltenne, in Fortsetzung der Bauflucht des Wohnbaus errichtet, 1834 (i)
Das Gehöft ist typologisch und hauskundlich interessant und besitzt gut gearbeitete Details. Der Wohnbau mit Ökonomienutzung im Erdgeschoss (Gewölbekeller, Kuh-, Pferdestall, Holzlege) und einem darüberliegenden Wohnstock belegt wie die große Scheune mit ihren Doppeltennen hohenlohischen Einfluss auf das regionale Bauen. |
101144733 | ||
| Wohnhaus | Seebachstraße 27 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, über querliegendem Gewölbekeller und Massivsockel, 1705/06 (d)
Der stattliche Bau zeigt mit den allseitigen Stockwerksvorkragungen, Knaggen und durch die in langen Abständen gesetzten langen Streben die Tradierung älterer Bauformen der Zeit um 1600 bis ins 18. Jh. und ist damit charakteristisch für die konservative Baugesinnung in der Region. |
101144771 | ||
| Gehöft | Seebachstraße 35, 37 (Karte) |
Unregelmäßig angeordnet, bestehend aus: Haupthaus mit Satteldach, über längsliegendem Gewölbekeller massives Erdgeschoss, Obergeschoss teils massiv, teils in Fachwerk, um 1700; Scheune, langgestreckter Fachwerkbau mit Stall, Tenne und Barn über massivem Sockel, 18. Jahrhundert, Stallwände in Sandsteiquadern erneuert, 1884 (i)
Das Haupthaus des Zweiseitgehöfts vereinigt in charakteristischer Weise Wohn- und Wirtschaftsfunktionen unter einem Dach. Es zeigt mit den allseitigen Stockwerksvorkragungen, Knaggen und durch die in langen Abständen gesetzten langen Streben die Tradierung älterer Bauformen der Zeit um 1600 bis ins 18. Jh. und ist damit charakteristisch für die konservative Baugesinnung in der Region. |
101144797 | ||
| Bauernhaus mit Backhaus | Seebachstraße 40 (Karte) |
Der Hauptbau zweigeschossige Fachwerkkonstruktion, Satteldach mit einseitigem Halbwalm, 1681 (i), zugehörig das bereits 1831 vorhandene Backhaus
Der stattliche Bau ist ein charakteristisches Zeugnis für die Zimmermannskunst und den Hausbau in der Region nach dem Dreißigjährigen Krieg, der in Einzelheiten ältere Formen tradiert. In seinem Gesamtbestand, seinem überlieferten historischen Innenausbau und mit dem Backhaus mit seinem regional üblichen sog. Vorlass vermittelt das Anwesen einen anschaulichen Eindruck von den Wohn- und Lebensverhältnissen der vorindustriellen Zeit. |
101144947 | ||
| Wohnhaus mit Backhaus | Kohlhauweg 6; Seebachstraße 48 (Karte) |
Hauptbau (Nr. 48) über zwei parallel in Längsrichtung verlaufenden Kellern und massivem Hanguntergeschoss bzw. Sockel mit Öffnung in Form einer Schlüssellochscharte, darüber tlw. verputzte reiche Fachwerkkonstruktion mit zwei Voll- und zwei Dachgeschossen, Satteldach, wohl 2. Hälfte 17. Jahrhundert; Backhaus mit Backofen und Vorlass, vor 1831
Das ausgesprochen stattliche Bau wirkt mit seinem reichen Fachwerk und den Schlüssellochschartenöffnungen im Sockelbereich herrschaftlich. Die Fachwerkformen mit gebogenen langen Streben und Knaggen unter den Vorkragungen belegen die regional typische Tradierung älterer Formen bis in die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts in Kombination mit modernen Elementen. Das Backhaus zeigt die regionaltypische Form mit Vorlass vor dem Ofen. |
101144982 | ||
| Zweiseitgehöft | Seebachstraße 49 (Karte) |
Bestehend aus: Haupthaus, zweigeschossiger, weitgehend verputzter und verbretterter Fachwerkbau über massivem Sockel und mit Satteldach, späte 18./frühes 19. Jahrhundert; Scheune mit Mitteltenne und seitlichem Stall, Fachwerk über Werksteinsockel, steiles Satteldach mit Aufschiebling, giebelseitig Stockwerskvorkragungen, spätes 18./frühes 19. Jahrhundert
Das Hauptgebäude, das mit seinen breit gelagerten Proportionen und Vorkragungen älter wirkt, entstand, wie das mit einer Thermographie untersuchte Fachwerkbild zeigt, erst im 18. Jh. Es ist damit ein Beispiel für das sehr traditionsverbundene Bauen in der Region. |
101145011 | ||
| Doppelhaus | Seebachstraße 60, 62 (Karte) |
Zweigeschosisger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss in Werkstein, Obergeschoss in Fachwerk, vom Murrhardter Stadtbaumeister Brand über dem Sockelgeschoss des abgebrannten Vorgängers der Zeit um 1800 errichtet, 1911
Charakteristisches Zeugnis für den Heimatstil des frühen 20. Jahrhunderts, indem der Architekt sich mit dem Wiederaufbau auf den abgebrannten Vorgänger und damit auf die traditionsreiche Zimmermannskunst der Region bezog und so ein Haus schuf, das sich gestalterisch in die von ländlichen Bauten geprägte Umgebung harmonisch einfügt. |
101145031 | ||
| Schäferhaus | Seebachstraße 65 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives Erdgeschoss in Ziegeln, Fachwerkobergeschoss mit Ziegeln ausgeriegelt, errichtet für den Schäfer, 1911
Das Wohnstallhaus dokumentiert in seiner aufwändigen Gestaltung die Bedeutung des Schäfers und der Schäferei für den Murrhardter Raum. Er belegt, wie städtische Bauformen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert ländlichem Bauen als Vorbild dienen konnten. |
101145079 | ||
| Seebachbrücke | Seebachstraße (Karte) |
Gebildet als Segmentbogen aus scheitrecht gestellten Sandsteinquadern, mit seitlichen Widerlagern und Mauerbrüstungen, vermutlich Mitte 19. Jahrhundert
Die kleine Bogenbrücke ist einanschauliches Beispiel für jene in Material und Bearbeitung relativ aufwändigen und kostspieligen Steinbrücken, die im späten 18. und 19. Jahrhundert. auch in kleineren Orten erstellt werden konnten. Sie sind charakteristische Zeugnisse der ländlichen Infrastruktur in der historischen Kulturlandschaft. |
101145122 | ||
| Backhaus | Seebachstraße (Karte) |
Auffallend langgestreckter Sandsteinqauderbau mit Satteldach und verputztem Giebel, technische Einrichtung erhalten, 19. Jahrhundert
Backhäuser wie dieses, die im Rahmen der Brandschutzeinrichtungen vor allem des 19. Jh. als eigene Nebengebäude errichtet wurden, stellen bis heute in den waldreichen Gebieten um Murrhardt kulturlandschaftsprägende Nebengebäude dar und geben Zeugnis von der Eigenversorgung der Hofbewohner. Im Gegensatz zu dem üblichen Typus in der Region, der nur einen offenen Vorraum hat, ist der Vorraum hier größer und durch eine Türe geschlossen. Er bildet mit seiner erhaltenen technischen Einrichtung ein besonders anschauliches Beispiel dieses Bautyps. |
101145176 | ||
| Wirtshausschild | Seegasse 3 (Karte) |
Der Fuß mit Rocaillekartusche und Inschriftfeld „1890/1904/Friedr. Ellinger/1934/1976“, am gebogenen Hals hängt der naturalistisch geformte Anker mit einem Stück Schiffstau; geschaffen von Kunstschmied Ferdinand Nägele, wohl Mitte 19. Jahrhundert
Das qualitätvoll gearbeitete Wirtshausschild hat Ähnlichkeit mit dem Schild der ehem. Rose (Helfergasse 1), das Ferdinand Nägele zugeschrieben wird. Es ist ein anschauliches Zeugnis für die beachtliche Murrhardter Tradition an kunstvoll geschmiedeten Wirtshausschildern und erinnert an den ehem. Gasthof Anker. |
101115402 | ||
| Wohnstallhaus | Siebenknie 42 (Karte) |
Gestelztes Einhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerkstock, an zwei Seiten neu verschalt, profilierte und ornamentierte Tür mit Initialen der Bauherrschaft und Krone im Schlussstein, 1837 (i)
Das Gebäude ist ein charakteristisches Beispiel für den Typus des Wohnstallhauses, das mit seinen Fachwerkformen und der profilierten Türrahmung Formengut der Barockzeit bis in die 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts tradiert. Es stellt eine wichtige Überlieferung der Lebens- und Arbeitsweise und der landwirtschaftlichen Prägung des Ortes in vorindustrieller Zeit dar. |
101144442 | ||
| Ausgeding- oder Seldnerhaus | Siebenknie 49 (Karte) |
Gemauert und Fachwerk, steiles Satteldach, verputzt bis auf einen geschnitzten Eckpfosten, 1744 (i)
Das Häuschen ist ein charakteristisches Beispiel für den Alterssitz des alten Hofbesitzers oder für das Haus eines einfachen Tagelöhners. Es dokumentiert in seinen bescheidenen Dimensionen anschaulich die einstigen sozialen Verhältnisse auf dem Land. |
101144461 | ||
Weitere Bilder |
Rümelinsmühle | Siegelsberger Straße 23 (Karte) |
Mühlengehöft am Murrzufluss Dentelbach, an Stelle eines älteren, 1576 belegten Vorgängers errichtet, 1799 (i), bestehend aus: zweigeschossiges Haupthaus mit breitem Krüppelwalmdach, Erdgeschoss in Sandstein, Obergeschoss in Fachwerk, Hauptfassade mit dreiachsigem Mittelrisalit, mit einem Zwerchhaus mit Walmdach über die Dachkante geführt, korbbogiger Haupteingang, im Schlussstein Männerkopf, der von einem Vogel an der Nase gezogen wird, darüber von Löwen getragenes Müllerwappen mit Initialen „JCW, AJW“ und Baudatum, von der technischen Einrichtung der Wasserantrieb mit Wasserrad am Ostgiebel erhalten; im stumpfen Winkel daran gesetzt Stallscheunen, alles in Fachwerk über Sandsteinerdgeschossen und mit Krüppelwalmdächern, 18. Jahrhundert, die größere mit dreigeschossigem Dach nachträglich in der Länge verdoppelt, daran Kuhstall und Barn, kleinere Scheune mit hofseitiger Dachauskragung, Schweinestall im Erdgeschoss und darüber Holzlager; freistehendes Backhaus mit flach geneigtem Satteldach, 1. Hälfte 19. Jahrhundert; vom Deutelbach abgezweigter Mühlkanal, unterhalb der Mühle in einem nach 1831 errichteten Sandsteingewölbe geführt
Die Rümelinsmühle stellt ein beachtliches, in seiner Gesamtanlage gut überliefertes Mühlengehöft mit stattlichem und repräsentativem Hauptbau des Spätbarock dar, das sowohl aufgrund der Eigenwertigkeit seiner Baulichkeiten wie seiner historischen Bedeutung für die Stadt Murrhardt und seiner noch funktionierenden historischen Kraftübertragung wichtig ist. Der Bau zeigt zahlreiche haus- wie volkskundlich interessante Details. Durch das Spottbild des Männerkopfes mit dem naseziehenden Vogel als Spottbild gegen üble Nachrede erhält das Mühlengebäude auch volkskundliche Bedeutung. |
101115634 ( | |
| Wohnstallhaus | Spechtshof 9 (Karte) |
Gestelzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss massiv und verputzt mit Bauinschrift, Fachwerkobergeschoss und Giebel weitgehend brettverschalt, 1825 (i)
Mit der Kombination von Wohnbereich mit einem Stall-Scheune-Bereich unter einem Dach ist das Gebäude ein für die Region charakteristisches Bauernhaus, das mit seinem Fachwerk noch in der Tradition des 18. Jahrhunderts steht. |
101117708 | ||
| Stallscheune | Spechtshof (Karte) |
Zugehörig zum Haus Spechtshof 9, Fachwerk über Werksteinsockel, Seitenwände aus Quadermauerwerk, in der Vorderseite traufhohe Tennentore, steiles Satteldach mit Aufschiebling, 1825
Das Gebäude ist ein stattliches Beispiel einer Scheune als Teil einer Hofstelle, die in ihrer Kubatur und den Formen die lokale Bautradition des 18. Jahrhunderts fortsetzt. |
101117724 | ||
| Wohnhaus | Sterngasse 6 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau über kleinem querlaufenden Gewölbekeller, am Eckpfosten Schlosserzeichen mit Initialen der Bauherrschaft und Baudatum, steiles Statteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss in Teilen massiv und verputzt, errichtet für den Schlosser Jacob Nägele, 1768 (a, i)
Das Gebäude in Ecklage ist gut überliefert in Bezug auf die Gesamterscheinung und den Grundriss. Es ist ein anschauliches Beispiel für ein kleineres Handwerkerhaus der Wiederaufbauphase nach dem Stadtbrand von 1765. |
101115663 | ||
| Parallelgehöft | Uferweg 1 (Karte) |
Bestehend aus: zweigeschossiges verputztes Wohnhaus mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk mit starken Stockwerksvorkragungen, wohl 17./18. Jahrhundert, Backofen, angebaut wohl im 19. Jahrhundert; parallel dazu Scheune, Fachwerk über Sandsteinsockel, mit Bruchstein ausgeriegelt, wohl spätes 18. Jahrhundert mit jüngerem Fachwerk-Ziegelanbau
Die Hofanlage ist sowohl bezüglich der Fachwerkkonstruktion wie typologisch interessant. Einzelne freiliegende naturkrumme Fachwerkstreben lassen eine Entstehung des Wohnhauses noch im 17. Jahrhundert vermuten, aufgrund der ausgesprochen traditionsverhafteten Bauweise im Umkreis von Murrhardt ist aber auch eine Entstehung erst im 18. Jahrhundert nicht auszuschließen. Charakteristisch für die Region ist die Ökonomienutzung des Erdgeschosses, u.a. als Stall; im Obergeschoss machen die unsymmetrisch angeordneten Fenster die Stube bereits von außen ablesbar. Ein anschauliches Zeugnis der ländlichen Zimmermannskunst bildet die in ihren Details archaisch wirkende große Stallscheune mit Knaggen und wandhohen Andreaskreuzen. |
101137097 | ||
| Bauernhaus mit Backhaus | Untere Schafscheuer 1 (Karte) |
Das Haupthaus zweigeschossig, breites, hohes Satteldach mit Aufschiebling, massives Erdgeschoss, Obergeschoss in Fachwerk, am Eckständer Initialen der Bauherrschaft, 1828 (i); Backhaus mit Ofen, überdachtem Bedienungsraum und Satteldach, 1. Drittel 19. Jahrhundert
Das stattliche Bauernhaus und der Backofen bilden eine funktionale Einheit und erinnern als solche an einen historisch bedeutsamen Wohnplatz weit vor den Toren der Stadt. Das Backhaus zählt zu den für die abgelegenen Gehöfte typischen privaten Backhäusern. Das Haupthaus belegt mit seinem Fachwerk und dem steilen Dach das lange Fortleben älterer Bautraditionen der Barockzeit im Murrhardter Gebiet bis in die 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. |
101115704 | ||
| Doppelhaus | Untere Schulgasse 6, 8 (Karte) |
Zweigeschossiger Traufenbau, Satteldach mit Aufschieblingen und Zwerchhaus, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss in Fachwerk, an der Traufseite die beiden Haustüren dicht nebeneinander, errichtet über älterem Gewölbekeller und dem Fundament der Stadtmauer für einen Küfer und einen Barbier, 1766/68 (i, a), Innenumbauten 1832 und 1841
[s. Stadtbefestigung, Entengasse 11] Das Gebäude ist ein charakteristisches Zeugnis für den Wiederaufbau Murrhardts nach dem Stadtbrand von 1765. Es ist eines von noch fünf in der Stadt erhaltenen spiegelsymmetrisch geteilten, mit getrennter Erschließung ausgestatteten Doppelhäusern. Dieser Haustypus ist vor dem Hintergrund der bereits bestehenden Besitzteilung unter Mitwirkung des Stadtgerichts und vermutlich des den Wiederaufbau leitenden Landbaumeisters Johann Adam Groß d. J. so entwickelt worden, dass er im Stadtbild auf den ersten Blick wie ein Gebäude wirkt. |
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| Wohnhaus mit Stadtmauerrest | Untere Schulgasse 18 (Karte) |
Giebelständiger Fachwerkbau über Sandsteinsockel mit zwei Voll- und zwei Dachgeschossen, Sattel- bzw. Krüppelwalmdach, im Giebel Aufzugsluke, errichtet unter Einbeziehung der Stadtmauer als Rückwand, nach 1765
[s. Stadtbefestigung, Entengasse 11] Das Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für ein bescheideneren Verhältnissen entsprechendes Haus der Wiederaufbauzeit nach dem Stadtbrand von 1765. |
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| Knabenschule | Untere Schulgasse 20 (Karte) |
Parallel zur einstigen Stadtmauer gestellter Traufenbau mit hohem Krüppelwalmdach, zweigeschossig mit strenger Fensterreihung über massivem Erdgeschoss mit schlichtem Rechteckportal und niedriger Kellertüre, eine Front verputzt, errichtet unter Verwendung älterer Teile des 18. Jahrhunderts (i) von Maurer B. Eckert und Zimmermann C. Engel nach Plan des Backnanger Werkmeisters J. G. Schächterle, 1814
[s. Stadtbefestigung, Entengasse 11] Das Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel eines württembergischen Schulhauses des frühen 19. Jahrhunderts, das durch seine Größe und das imposante Dach deutlich unter der übrigen Bebauung im Straßenbild hervorgehoben ist. Es umfasste außer Unterrichtsräumen auch die Lehrerwohnungen und beherbergte 1832 die Lateinschule, zuletzt das „Kinderschüle“, und ist damit für die Murrhardter Stadtgeschichte von schulhistorischer Bedeutung. |
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| Wohnhaus | Vorderwestermurr 30 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau, Satteldach mit Aufschiebling, Erdgeschoss massiv und verputzt, Obergeschoss und Giebel in Fachwerk mit Stockwerksvorkragungen, blechverschalt, 18. Jahrhundert
Es handelt sich um ein charakteristisches kleines Bauernhaus, das mit seinen Stockwerksvorkragungen der konservativen Bautradition in der Region entspricht. |
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| Klosterschäferhaus | Walterichsweg 18 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Stockwerksvorkragungen und verzierten Schwellen, Satteldach mit Aufschiebling, unter dem Nordteil niedriger Sandsteinkeller, 1725, das urspr. Halbwalmdach umgebaut zum Giebeldach, 1870, Aufmauerung der ehem. Kuhstallwände in der Südzone des Erdgeschosses in Ziegelstein, 1920
Das ehem. Klosterschäferhaus ist der einzige erhaltene Teil eines wichtigen, vor den Toren der Stadt gelegenen Wirtschaftshofes des Murrhardter Beneditktinerklosters. Es belegt die Bedeutung der Schäferei für die Klosterwirtschaft und datiert noch in eine Zeit, in der die Schäferei herrschaftliches Privileg war (bis 1828). Baulich dokumentiert das Haus den barockzeitlichen Fachwerkbau vor dem Stadtbrand von 1765. |
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| Armenhaus | Walterichsweg 41 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Halbwalmdach, in Hanglage, teilweise hohes Hanguntergeschoss massiv in Sandsteinquadern, darüber Wohnstock in Fachwerk, im Rückgiebel rundbogiger Heuaufzugsladen, errichtet nach Entwurf des Backnanger Stadtwerkmeisters Georg Jakob Schwicker an Stelle eines Vorgängers, 1770
Das ehem. Armenhaus steht am Südostrand des Walterichfriedhofs und damit in charakteristischer Weise am Rande der historischen Stadt. Als Armenwohnung dokumentiert es anschaulich die Sozialfürsorge des städtischen Gemeinwesens im 18. Jahrhundert. Der Stall im Erdgeschoss und das Heulager im Dachraum dienten der landwirtschaftlichen Eigenversorgung der Bewohner. |
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| Brücke | Nähe Walterichsweg 41 (Karte) |
Aus großen unregelmäßigen Steinquadern gefügt, die fünf Bögen scheitrecht und die Zwischenräume mit waagrechten Lagen gemauert, erneuert 1758/59, im Zuge der Friedhofserweiterung Hintermauerung und Aufschüttung an der Westseite, 1832 bis 1835
Die Bogenbrücke stellt mit dem Damm zusammen den historischen Weg zum Friedhof und vor allem zur alten Pfarrkirche Murrhardts, der Walterichskirche, dar. Sie diente wohl dazu, im Falle der Flutung des Stadtgrabens oder bei Hochwasser den Weg passierbar zu halten und wird auch im Zusammenhang mit der Walterichswallfahrt wichtig gewesen sein. Sie ist gleichzeitig Teil jener technischen Bauwerke, die errichtet wurden, um die Gewässer im Osten der Stadt in einzelne Seen zu unterteilen und den höher gelegenen Graben zur Energiegewinnung u.a. für die Klostermühle aufzustauen. |
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Weitere Bilder |
Ev. Walterichskirche (§ 28) und Walterichsfriedhof mit: Kirche | Gärten; Walterichsweg 43 (Karte) |
Langgestreckter Saalbau mit abgewalmtem Dach, Chorturm mit Fachwerkaufsatz, an seiner Nordseite Ölberg mit Pultdach auf Freipfosten, 1525/30, innen flachgedeckter Saal und kreuzrippengewölbter Chorraum, errichtet an Stelle eines römischen Tempels und dreier älterer Vorgängerkirchen, 1453 bis 1489 (i); Friedhof, Begräbnisplatz seit römischer Zeit, mehrfach erweitert bis 1832, mit Umfassungsmauer und Rundbogentor, errichtet von Steinmetz Conrad Ludwig Söhnle d. J., 1777 (i), schmiedeisernes Torgitter, nach Entwurf des Stadtwerkmeisters Schweikhardt von Kunstschmied Ferdinand Nägele, 1854 bzw. 1864; Grabstellen bis 1918, sowie Grab Nr. 11/12 (Forstmeiser Steck, gest. 1945) und Nr. 721/4 (Kunstmaler Reinhold Nägele, gest. 1972) (§ 2)
Hervorgegangen aus einem römischen Heiligtum und Begräbnisplatz war die urspr. Maria geweihte Kirche auf einem Hügel außerhalb der Stadtmauern bis 1510/20 die alte Pfarrkirche Murrhardts und Urkirche für die Umgebung. Sie ist daher für die Siedlungs- wie auch Kirchengeschichte der Stadt und ihres Umlandes von zentraler Bedeutung. Als Begräbnisort von Walterich (1. Hälfte 8. Jahrhundert), des ersten Abtes und Mitgründers des Benediktinerklosters, in der Kirche und zahlreicher Persönlichkeiten auf dem umgebenden Friedhof kommt dem Platz ein besonderer Stellenwert für das historische Gedächtnis der Stadt zu. |
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| Wohnhaus | Waltersberg 1 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv mit Rundbogenpforten und traufseitig vorgebautem, nachträglich erhöhtem Kellerhals, Obergeschoss und Giebel in Fachwerk, teilweise verbrettert, 1765 (i)
Das stattliche Haus dürfte einem Weingärtner gehört haben, da es die für Weingärtnerhäuser üblichen Charakteristika wie einen großen Kellerhals aufweist, der hier in für die Region ungewöhnlicher Weise weit vorgezogen ist. |
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| Wolkenhof | Wolkenhof 14/2, 14 (Karte) |
Ehem. Sommersitz des Malers Heinrich von Zügel, bestehend aus: Wohnhaus (Nr. 14), zweigeschossig mit Walmdach, Erdgeschoss in Werksteinquadern mit Eingangstür in profilierter Ohrenrahmung, Obergeschoss in verschindeltem Fachwerk, an der Gartenseite betonte Mittelachse mit Gartenzugang und Balkon, errichtet nach Plänen des Oberamtsbaumeisters Christian Hämmerle für von Zügel, 1874, umgebaut unter Einbeziehung des Erdgeschosses durch Maurermeister Rößle, 1913; daran durch einen Übergang angebunden Haupthaus (Nr. 14), zweigeschossiger verputzter Bau mit Halbwalmdach, im Erdgeschoss Loggia, flacher Erker und Wintergarten unter Balkon, daran im rechten Winkel angesetzt Trakt mit ehem. Atelier und Scheune bzw. Durchfahrt mit Satteldach, errichtet für von Zügel, 1908; älteres Bauernhaus (Nr. 14/2) mit Satteldach, Fachwerkstock über massivem Hanguntergeschoss mit zwei Rundbogentüren und Gewölbekeller, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Als mit Atelier und Innenausbau überlieferter Sommersitz des auch überregional bedeutenden spätimpressionistischen Genre- und Tiermalers Prof. Heinrich von Zügel (1850 bis 1941) ist das Anwesen ein anschauliches Beispiel für ein Künstlerhaus des späten 19./frühen 20. Jahrhunderts. Zügel wählte einen heimatgeschichtlich interessanten Punkt, indem er 1873 drei ältere Gehöfte erwarb, an deren Stelle der Sage nach eine Burg gestanden haben soll. Mit dem Hauptbau entstand ein charakteristischer Vertreter des Heimatstils, Zügel nahm mit seiner Villa bewusst Bezug auf die Architektur der Region und schuf unter Einbeziehung eines älteren Fachwerkhauses eine eindrucksvolle Baugruppe. In Tradition italienischer Landhäuser liegen die Repräsentationsräume im Erdgeschoss des Hauptbaus und öffnen sich mit einer Loggia zum Garten. Mit dem Wolkenhof brachte von Zügel in repräsentativer Weise seinen Status als national erfolgreicher Künstler zur Geltung. |
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