Liste der Kulturdenkmale in Unlingen

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In der Liste der Kulturdenkmale in Unlingen sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Unlingen im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende

Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.

  • Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen: Datei hochladen
  • Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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  • Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
  • Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
  • ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg

Abkürzungen

Kulturdenkmale nach Ortsteilen

Dietelhofen

Weitere Informationen Bild, Bezeichnung ...
Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wegkreuz Bühlstraße 1/1
(Karte)
Sandstein, Sockel und Kreuz in neugotischer Formensprache, 1881 (i)

Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und ein charakteristisches Dokument in der katholisch geprägten Kulturlandschaft. Seine Gestaltung u. a. mit Maßwerkelementen lässt sich dem für die Sakralkunst des Historismus typischen Stil der Neugotik zuordnen. Somit veranschaulicht das Wegkreuz die regionale Steinmetzkunst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und hat kultur- sowie konfessionsgeschichtliche Bedeutung.

96611255 BW
Wegkreuz Hailtingen/Dietelhofen
(Karte)
Sockel aus Sandstein, aufwendig verziertes Kruzifix aus Gusseisen, 1877 (i)

Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und ein charakteristisches Dokument in der katholisch geprägten Kulturlandschaft. Seine Gestaltung u. a. mit Maßwerkelementen am Sockel lässt sich dem für die Sakralkunst des Historismus typischen Stil der Neugotik zuordnen. Das aufwendig verzierte gusseiserne Kruzifix zeugt vom künstlerischen Anspruch der seriell hergestellten Kunstobjekte im Zeitalter der Industrialisierung.

96598613 BW
Kath. Pfarrhaus Hallstraße 9
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Gebäude mit Satteldach, um 1800

Das Pfarrhaus bildet mit der benachbarten Pfarrkirche eine ortsbildprägende Baugruppe und das geistliche Zentrum von Dietelhofen, das erst 1798 eine eigene Pfarrei erhielt und zuvor Teil des Sprengels der Bussenpfarrei war. Das zurückhaltend gestaltete Gebäude ist für die Orts- und Kirchengeschichte von Bedeutung.

96598615 BW
Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus [§ 28] Hallstraße 11
(Karte)
Saalkirche mit Satteldach, verputzt, leicht eingezogener, dreiseitig geschlossener Chor, quadratischer Westturm mit polygonalem Aufsatz und Zwiebelhaube, nordöstlich Sakristei, mit Ausstattung und Zubehör, wohl anstelle des Vorgängerbaus bzw. durch Umbau neu errichtet, 1796 und 1801 (i) - 1803; umgebender Kirchhof [§ 2], geweiht 1671 (a); Kirchhofmauer [§ 2]; Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs [§ 2], Steinrelief des reitenden hl. Georgs, nach 1918, erweitert 1945

Die Pfarrkirche bildet mit dem benachbarten Pfarrhaus eine ortsbildprägende Baugruppe und das geistliche Zentrum von Dietelhofen, das erst 1798 eine eigene Pfarrei erhielt und zuvor Teil des Sprengels der Bussenpfarrei war. In Unlingen ist für 1353 eine Kapelle erstmals erwähnt, für die 1497 eine umfangreiche Kaplanei gestiftet und deren Kirchhof 1671 geweiht wurde. Mit der Einrichtung der Pfarrei wurde das Gotteshaus im ausgehenden 18. bzw. frühen 19. Jahrhundert zum heutigen Erscheinungsbild umgebaut. Es bildet die vertikale Dominante im Dorfbild und ist mit seiner Ausstattung für die Orts-, Kultur- und Kirchengeschichte von wichtiger Bedeutung. Der umliegende Friedhof mit dem Gefallenendenkmal bezeugt die lokale Erinnerungs- und Begräbniskultur.

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Wohnhaus Hallstraße 20; Winkelstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Erdgeschoss verputzt, Obergeschoss und Giebel Fachwerk, Satteldach, bezeichnet mit Initialen FHB und Jahreszahl, 1804 (i)

Das stattliche Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für das bäuerliche Wohnhaus einer oberschwäbischen Hofanlage der Zeit um 1800. Es dokumentiert die vormodernen Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land und ist Zeugnis der Ortsbaugeschichte von Dietelhofen. Mit dem sorgfältig gestalteten Fachwerk veranschaulicht das Gebäude die regionale Handwerkskunst, wobei die Bezeichnung mit Initialen und Jahreszahl den Stolz und das Selbstverständnis des Bauherrn widerspiegelt.

96598617 BW
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Göffingen

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wegkreuz Obere Halde
(Karte)
Sockel Sandstein, Kruzifix Gusseisen, 1874 (i)

Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und ein charakteristisches Dokument in der katholisch geprägten Kulturlandschaft. Das gusseiserne Kruzifix belegt die serielle Herstellung derartiger Sakralkunst im Zeitalter der Industrialisierung.

102310739 BW
Bussenkapelle Am Bussenhang 50
(Karte)
Tuffsteinbau mit Satteldach und Dachreiter, im Inneren Relief mit kreuztragendem Christus, 1896; mit Vorplatz

Die kleine Kapelle oberhalb von Göffingen liegt am Hang des Bussens, der auch als heiliger Berg Oberschwabens bezeichnet wird. Sie ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität im ländlichen Raum im ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie ist zudem ein charakteristisches Element der Kulturlandschaft im überwiegend katholisch geprägten Oberschwaben, die sich durch zahlreiche derartige Andachtsstätten auszeichnet.

102310756 BW
Wegkreuz Panoramaweg
(Karte)
Sockel roter Sandstein, Kreuz mit durchbrochenen Formen und Assistenzfigur Gusseisen, 1869 (i)

Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und ein charakteristisches Dokument in der katholisch geprägten Kulturlandschaft. Das gusseiserne Kruzifix belegt die serielle Herstellung derartiger Sakralkunst im Zeitalter der Industrialisierung. Ungewöhnlich ist der Verzicht auf den Korpus Christi, stattdessen finden sich im filigran gestalteten Kreuz vergoldete Figuren und Symbole sowie die Initialen Jesu.

102310675 BW
Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus [§ 28] Schloßstraße 6
(Karte)
Verputzte Saalkirche mit einseitig abgewalmtem Satteldach, eingezogener, halbrund geschlossener Chor, Westturmfassade mit angeschnittenem Volutengiebel, quadratischer Turmschaft mit achteckigem Aufsatz und Glockenhaube, östlich angebaute Sakristei mit Mansardwalmdach, gekröpfte Rundbogenfenster, qualitätvolle bauzeitliche Ausstattung, u. a. Decken- und Wandgemälde von Franz Martin Kuen, 1763, Kirchbau errichtet unter Marquard von Hornstein, 1763 (a), teilweise Erneuerung, 1869; umgebender, teilweise ummauerter Friedhof [§ 2] mit Friedhofskreuz und Gefallenenendenkmal

Die unweit des einstigen Schlosses befindliche Pfarrkirche bestimmt durch ihren Turm das Ortsbild von Göffingen. Sie entstand 1763 als einheitliche barocke Anlage unter Freiherr Marquard von Hornstein, dessen Wappen am Chorbogen angebracht ist. Damit bezeugt der Bau auch die Ortsherrschaft dieser Adelsfamilie, die 1670 auf einem Hügel nördlich der Kirche ein heute nicht mehr vorhandenes Schloss erbauen lassen hatte. Das Gotteshaus ist in seiner geschlossenen Überlieferung ein eindrückliches Beispiel für eine barocke Dorfkirche in Oberschwaben und hat besonders aufgrund der hochwertigen Ausstattung im Stil des Rokoko, darunter das für die Zeit typische Bildprogramm vom Maler Franz Martin Kuen (1719 bis 1771), wichtige kunst- und kulturgeschichtliche Bedeutung für die Region. In der aufwendigen Ausführung und Ausstattung spiegelt sich der gesteigerte gestalterische Anspruch der Ortsherrschaft wider. Als geistlicher Mittelpunkt der Gemeinde, die erst 1708 zur selbstständigen Pfarrei erhoben wurde, hat das Sakralgebäude zudem hohen orts- und kirchengeschichtlichen Wert. Der umliegende Friedhof mit dem Gefallenendenkmal bezeugt die lokale Erinnerungs- und Begräbniskultur.

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Wegkreuz Heidäcker
(Karte)
Sockel aus Sandstein, reich verziertes Kruzifix aus Gusseisen, 1887 (i)

Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und ein charakteristisches Dokument in der katholisch geprägten Kulturlandschaft Oberschwabens. Seine Gestaltung u. a. mit Maßwerkelementen lässt sich dem für die Sakralkunst des Historismus typischen Stil der Neugotik zuordnen. Das gusseiserne Kruzifix belegt die serielle Herstellung derartiger Sakralkunst im Zeitalter der Industrialisierung.

102310619 BW
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Möhringen

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Friedhof Am Bussenberg 29
(Karte)
Bestehend aus: rechteckige, ummauerte Begräbnisanlage; Friedhofskreuz in der thujabestandenen Mittelachse, sandsteinerner Sockel mit Kruzifix aus Gusseisen, 1865 (i)

Der südöstlich von Möhringen außerhalb des Ortskerns am Hang des Bussens befindliche Friedhof wurde beim Neubau der Kirche 1863 bis 1865 hierhin verlegt und hat damit eine für Bestattungsneuanlagen des 19. Jahrhunderts charakteristische Randlage. Als Zeugnis der Begräbnis- und Erinnerungskultur ist er ein für die Orts- und Siedlungsgeschichte bedeutsames Dokument. Das Friedhofskreuz belegt als Gusseisenfabrikat die serielle Produktion derartiger Sakralkunst im Zeitalter der Industrialisierung.

96610758 BW
Hofanlage Dorfstraße 22; Kirchweg 6
(Karte)
Bestehend aus: Einhaus, spätestens seit 18. Jahrhundert Doppelwohnhaus mit Altenteil, zweigeschossiges, verputztes Gebäude in Ecklage mit Satteldach, 1729/30 (d); rückwärtige Scheune mit Satteldach und giebelseitig angebautem Schweinestall, Mitte 19. Jahrhundert

Das an der Ortsdurchfahrt in ortsbildprägender Ecklage befindliche Gebäude war ursprünglich wohl ein für die Hauslandschaft der Region typisches Einhaus, bei dem Wohnung, Stall und Scheune unter einem Dach vereint waren. Spätestens seit dem 18. Jahrhundert ist es ein Doppelwohnhaus, wobei die kleinere, wohl für einen Altenteil nachträglich eingerichtete südliche Wohnung noch zahlreiche Details der historischen Ausstattung besitzt. Damit ist der Bau ein besonders sprechendes Zeugnis ländlicher Wohnkultur des 18. Jahrhunderts und veranschaulicht die bäuerliche Altersversorgung und die Entwicklungen im Hausbau in vormoderner Zeit. Die Hofanlage vermittelt mit der später hinzugefügten Scheune samt Schweinestall, in dem das Schwein wie damals üblich in einem engen Verschlag gemästet wurde, einen anschaulichen Einblick in die Lebensverhältnisse der ländlichen Mittelschicht Oberschwabens in den vergangenen Jahrhunderten und hat Bedeutung für die landwirtschaftlich geprägte Ortsbaugeschichte.

109692968 BW
Wappenstein Dorfstraße
(Karte)
Sandstein, datiert 1709, stammt vom Eingangstor des Klosters Obermarchtal, seit der Zeit um 1900 in Möhringen, heute an einem neueren Ökonomiegebäude

Die sorgfältig gearbeitete barocke Wappentafel vom Eingangstor des Klosters Obermarchtal zeugt vom Einfluss und der Bedeutung der Prämonstratenserabtei in der Region und zeichnet ein Stück deren Geschichte nach. Das datierte Wappen dürfte dem Abt Friedrich Herlin (reg. 1705 bis 1711) zuzuschreiben sein. Zudem belegt der Wappenstein die Qualität der regionalen Steinmetzkunst im frühen 18. Jahrhundert.

96598819 BW
Mühle Dorfstraße 36
(Karte)
Zweigeschossiges Wohn- und Mühlengebäude mit Satteldach, überwiegend verputzt, am Ostgiebel freiliegendes Fachwerk, innen Stube mit ornamentierter und ehemals bemalter Stabfelderdecke, 1699 (d); zugehöriger Mühlweiher

Die am nordöstlichen Eingang des alten Ortskerns gelegene Mühle reicht in ihrem Ursprung wohl bis ins Mittelalter zurück und belegt mit dem zugehörigen Mühlweiher die jahrhundertealte Gewerbegeschichte am Standort. Das Anwesen, das mit dem Weiher urkundlich erst 1710 zu fassen ist, prägt aufgrund der Größe und Ausdehnung das Ortsbild wesentlich. Als einstige Lehenmühle des Riedlinger Spitals, das seit 1479 mehrheitlich im Besitz von Möhringen war und das Dorf als freies Eigen verwaltete, bezeugt der Bau auch die lokale Herrschaftsgeschichte. Das dendrochoronologisch auf 1699 datierte Gebäude ist mit der anschaulich erhaltenen historischen Ausstattung ein eindrückliches Dokument der Wohn- und Arbeitsverhältnisse einer Müllerfamilie in der Frühen Neuzeit und hat wichtige Bedeutung für die Haus- und Ortsbaugeschichte von Möhringen. Noch im 19. Jahrhundert war die Mühle der bedeutendste Gewerbebetrieb am Ort, was den wirtschaftsgeschichtlichen Wert der Anlage vor Augen führt.

102312640 BW
Kirche mit Pfarrhaus Kirchweg 5, 9
(Karte)
Bestehend aus:
  • Kath. Kirche St. Vitus, unverputzte Saalkirche aus Muschelkalk mit Satteldach, eingezogener Chor mit dreiseitigem Abschluss, im Osten angebaute Sakristei, an die Fassade südlich anschließend der Turm, erbaut von Architekt Pfeilsticker aus Ravensburg, 1863 bis 65 (a);
  • Kath. Pfarrhaus, zweigeschossiger Muschelkalkbau mit Mezzaningeschoss und Walmdach, traufseitig erschlossen, wohl 1863 bis 65 (a);
  • Pfarrgarten und gestalteter Kirchenvorplatz

Möhringen war ursprünglich Filial der Pfarrei Bussen und verfügte über eine erstmals 1522 ausdrücklich erwähnte Kapelle zu Unseren Lieben Frau, die wahrscheinlich schon im 14. Jahrhundert Bestand hatte. 1820 engagierten sich die Bewohner des kleinen Dorfs für die Finanzierung einer eigenen Pfarrstelle und als um die Jahrhundertmitte die damalige barocke Kapelle baufällig war, ließen sie in Aussicht auf die 1866 eingerichtete eigene Pfarrei am Südrand des alten Ortskerns eine größere Kirche in neuromanischer Formensprache samt Pfarrhaus errichten. Die steinsichtigen Bauten bestimmen durch ihre Größe das Ortsbild und sind anschauliche Beispiele des historistischen Sakral- und Pfarrhausbaus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem Land in Württemberg. Als geistliches Zentrum der Gemeinde sind sie wichtig für die Orts- und Kirchengeschichte.

96610756 BW
Wegkapelle Krautlandweg 7
(Karte)
Unter einem markanten Baum stehender, kleiner verputzter Kapellenbau mit Satteldach, Vorraum mit eingestellten Stützen und seitlichen Wandpfeilern, dahinter vergitterte Nische, 1857 (i)

Die nördlich von Möhringen gelegene Wegkapelle ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität im ländlichen Oberschwaben in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sie ist zudem ein charakteristisches Element der Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region, die sich durch zahlreiche derartige Andachtsstätten auszeichnet.

96610757 BW
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Uigendorf

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Säulenbildstock Dobelstraße
(Karte)
Tuffstein, mit Relief St. Georg, 1736

Der nördlich von Uigendorf aufgestellte barocke Bildstock ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit im 18. Jahrhundert und ein wichtiges Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft Oberschwabens. Mit dem Relief des Ritterheiligen Georg, der den Drachen tötet, bildet er eine Andachtsstätte, welche die Überwindung des Bösen und sinnbildlich des Todes durch Christus vergegenwärtigt. Der Bildstock belegt in seiner sorgfältigen Gestaltung die Qualität der regionalen Steinmetzkunst in der Barockzeit und hat kultur- sowie konfessionsgeschichtliche Bedeutung.

96610342 BW
Kath. Pfarrkirche St. Ulrich Lindenstraße 8
(Karte)
Saalkirche mit Satteldach, eingezogener, dreiseitig abgeschlossener Chor, Westturmfassade, vorspringender Turm mit quadratischem Schaft und oktokonalem Aufsatz mit Zwiebelhaube, südöstlich angebaute Sakristei, mit Ausstattung und Zubehör, im Kern 15. Jahrhundert, Turm 1699, erneuert und umgebaut, 1740 (a), renoviert 1911/12; neben dem Portal eingemauertes Sühnekreuz [§ 2], nach links liegend, womöglich auch Grabkreuz, ca. 17. Jahrhundert; umgebender, weitgehend ummauerter Friedhof [§ 2]; am Eingangspfosten aufgesetzte sowie eingemauerte Sühnekreuze [§ 2]; Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs [§ 2], nach 1918, erweitert 1945

Die im Äußeren wesentlich durch den barocken Umbau 1740 geprägte Pfarrkirche liegt am südwestlichen Eingang zum alten Ortskern und bestimmt mit dem zwiebelbekrönten Turm die Ortsansicht. Kirche und Pfarrei sind bereits 1299 erwähnt, allerdings umfasste der Sprengel der Pfarrei nur einen kleinen Teil des Dorfes. Mit dem umliegenden Friedhof, der mitsamt dem Gefallenendenkmal die lokale Begräbnis- und Erinnerungskultur veranschaulicht, ist das Gotteshaus ein zentrales Zeugnis der Siedlungs-, Kirchen- und Ortsgeschichte von Uigendorf. Bemerkenswert sind die Steinkreuze, die neben dem Kirchenportal und am Eingangspfosten zum Friedhof eingemauert bzw. aufgesetzt sind. Dabei könnte es sich eventuell um Grabkreuze, wahrscheinlicher jedoch um Sühnekreuze handeln, die im Falle eines Totschlags zur Sühne als Mahnmal gestiftet werden mussten und somit charakteristische Zeugnisse der mittelalterlichen Rechtskultur sind. So hat die Uigendorfer Kirche mit ihrer Ausstattung und dem umliegenden Kirchhof wichtige kulturgeschichtliche Bedeutung.

96610340 BW
Wegkreuz Untere Grube
(Karte)
Sockel Sandstein, Kruzifix Gusseisen, 1896 (i)

Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und ein charakteristisches Dokument in der katholisch geprägten Kulturlandschaft Oberschwabens. Das gusseiserne Kruzifix belegt die serielle Herstellung derartiger Sakralkunst im Zeitalter der Industrialisierung.

96615756 BW
Bildstock Nach Uttenweiler
(Karte)
Tuffstein, gestaltet als Säule mit Laternenaufsatz, hier an der Vorderseite Relief des Gekreuzigten, ein weiteres Kreuz als Bekrönung der Bildsäule, 18. Jahrhundert

Der barocke Bildstock ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit im 18. Jahrhundert und ein wichtiges Element der katholisch geprägten Kulturlandschaft Oberschwabens. Mit dem Relief des Gekreuzigten bildet er eine Andachtsstätte, welche den Opfertod Christi vergegenwärtigt. Der Bildstock belegt in seiner sorgfältigen Gestaltung die Qualität der regionalen Steinmetzkunst in der Barockzeit und hat kultur- sowie konfessionsgeschichtliche Bedeutung.

96610341 BW
Bildstock Obere Falbe 1
(Karte)
Verputzt, in der rundbogigen Nische Blechtafel, um 1800

Der Bildstock ist ein Zeugnis der gelebten Religiosität im ländlichen Oberschwaben um 1800 und ist zudem ein charakteristisches Element der Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region, die sich durch zahlreiche derartige Andachtsstätten auszeichnet.

102315452 BW
Mühle Ulrichstraße 5
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Wohn- und Mühlengebäude mit Walmdach, Mitte 18. Jahrhundert, samt Mühlweiher

Die am westlichen Rand des alten Ortskerns gelegene Mühle besteht seit dem 14. Jahrhundert und wurde nach Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg wieder aufgebaut. Sie war wohl wie die meisten vormodernen Mühlenbetriebe in herrschaftlichem Besitz und bis ins 19. Jahrhundert mit einem Mühlenzwang belegt, d. h. in ihr mussten die in Uigendorf und Dietelhofen ansässigen Bauern ihr Getreide mahlen lassen. Damit ist das um die Mitte des 18. Jahrhunderts neu erbaute Mühlengebäude ein sprechendes Zeugnis der lokalen Wirtschafts- und Herrschaftsgeschichte. Es nimmt im Baubestand des Ortes einen wichtigen Stellenwert ein und ist ein anschaulicher Beleg für die jahrhundertealte Gewerbetradition Uigendorfs.

96610339 BW
Fensterläden Ulrichstraße
(Karte)
Malerei und Sprüche auf zwei Fensterläden des Vorgängerbaus, 1816 (Scheune 1928 erneuert)

Die Fensterläden bezeugen den Aufwand, der in früherer Zeit für den Schmuck an Gebäuden betrieben wurde, sind von hohem Interesse für die Volkskunde und haben Bedeutung für die Haus- und Ortsbaugeschichte von Uigendorf.

96610238 BW
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Unlingen

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Bild Bezeichnung Lage Datierung Beschreibung ID
Wegkreuz Alte Landstraße 1
(Karte)
Sockel Sandstein, Kruzifix Gusseisen, zweite Hälfte 19. Jahrhundert

Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und ein charakteristisches Dokument in der katholisch geprägten Kulturlandschaft. Das gusseiserne Kruzifix belegt die serielle Herstellung derartiger Sakralkunst im Zeitalter der Industrialisierung.

102307814 BW
Friedhofskreuz Daugendorfer Straße
(Karte)
Sockel aus Sandstein, Kruzifix mit Korpus aus Gusseisen, 1855 (i)

Das auf dem Friedhof situierte Kreuz belegt die lokale Erinnerungs- und Begräbniskultur und ist ein Dokument einer bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Das gusseiserne Kruzifix zeugt von der seriellen Herstellung derartiger Sakralkunst im Zeitalter der Industrialisierung.

102298813 BW
Wegkapelle Oberesch
(Karte)
Kleiner verputzter Bau mit Satteldach und segmentbogigem Zugang, 18. Jahrhundert

Die östlich von Unlingen gelegene Wegkapelle ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität im ländlichen Raum im 18. Jahrhundert. Sie ist zudem ein charakteristisches Element der Kulturlandschaft in der katholisch geprägten Region, die sich durch zahlreiche derartige Andachtsstätten auszeichnet.

102307898 BW
Wohnhaus Angergasse 26; Hauptstraße 8
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Gebäude über Gewölbekeller mit Satteldach, freiliegendes Giebelfachwerk im Osten, ansonsten verputzt, im Giebel bezeichnet mit Inschrift „16 Jesus und Maria 68“, 1668 (i); rückwärtig parallel versetzte Stallscheune mit Satteldach, Sockel massiv und verputzt, darüber konstruktives Fachwerk, Ausfachungen mit Backstein, an der Westfassade farblich hervorgehoben, teils verputzt, traufseitig erschlossen, 19. Jahrhundert

Das am östlichen Rand von Unlingen gelegene Gebäude ist ein anschauliches Zeugnis der lokalen Baugeschichte und illustriert die Wohn- und Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit. Die Inschrift im Fachwerkgiebel mit der Datierung belegt die Konfession des einstigen Bauherrn und die katholische Ausrichtung des gesamten Ortes. Womöglich handelt es sich bei dem Bau um die einstige Badstube, doch eindeutige Belege fehlen. Mit der später hinzugefügten Stallscheune ist das Anwesen ein Dokument der landwirtschaftlich geprägten Wirtschaftsstruktur des Dorfes im 19. Jahrhundert.

108992963 BW
Zehntscheune Hauptstraße 25
(Karte)
Traufständiger Fachwerkbau mit Satteldach, Backsteinausfachung, verputzt, Vorkragung der südlichen Giebelgeschosse über langen Knaggen, liegender zweischiffiger Dachstuhl mit Verblattungen, ca. Mitte 16. Jahrhundert, Einbau von Remise und Stall, 18./19. Jahrhundert

Direkt neben dem alten Rathaus von Unlingen steht an der Ortsdurchfahrt die ehemalige Zehntscheune, die wohl bereits die Truchsesse von Waldburg, die ab 1386 die Ortsherrschaft innehatten, zur Lagerung von Naturalabgaben erbaut hatten. Das Alter des Gebäudes offenbart sich vor allem im Inneren: Das Fachwerk der Giebelseiten ist mit Brust- und Sturzriegeln und Stützen mit anfallenden gebogenen Dreiviertelstreben bzw. mit kurzen, gebogenen Fußstreben ausgestattet. Der zweischiffige, liegende Dachstuhl ist mit verblatteten Verbindungen gefügt. Diese Konstruktionsmerkmale waren etwa in der Mitte des 16. Jahrhunderts gebräuchlich, sodass die Scheune also noch vor dem Dreißigjährigen Krieg erbaut worden ist und zu den ältesten ihrer Art in Oberschwaben zählt. Der seit 1826 in Privatbesitz befindliche Speicherbau hat damit zentralen bau- und typengeschichtlichen Wert und ist als Beispiel des regionalen Fachwerkbaus im ausgehenden Mittelalter für die Gefügekunde von Interesse. Trotz einiger Veränderungen im 18. und 19. Jahrhundert - wie etwa der Einbau einer Remise und eines Stalls - ist das Gebäude noch anschaulich überliefert und ein wichtiges Zeugnis der Orts-, Wirtschafts- und Herrschaftsgeschichte von Unlingen.

102298878 BW
Rathaus Hauptstraße 27
(Karte)
Heute Vereinshaus, zweigeschossiger, teilweise verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, freiliegendes Fachwerk an straßenseitiger Fassade im 2. Obergeschoss vorkragend, am Nordgiebel dreifach, um 1600, Veränderungen 1715

Unlingen besaß mit dem um 1600 entstandenen Rathaus relativ früh einen eigenen Verwaltungsbau, der durch seine zentrale Lage an der Ortsdurchfahrt und die sorgfältige Gestaltung mit Fachwerk eine repräsentative Wirkung entfaltet. Der ortsbildprägende Bau markiert zusammen mit der daneben situierten Zehntscheune die historische Ortsmitte. Aufgrund der teils freiliegenden Fachwerkkonstruktion ist er ein anschauliches Zeugnis der regionalen Zimmermannskunst und ein charakteristisches Dokument eines ländlichen Verwaltungsbaus in Oberschwaben um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert. Das Fachwerk zeigt allerdings für das 18. Jahrhundert typische Umbauten im Gefüge, die auf größere Fenster und damit eine bessere Belichtung der Räume abzielten. So ist das alte Rathaus ein haus- und baugeschichtlich wichtiger Beleg, der für die Ortsgeschichte von Unlingen zentrale Bedeutung hat und die dörfliche Verwaltungsstruktur in der Frühen Neuzeit illustriert.

102298914 BW
Wohnhaus Hauptstraße 29
(Karte)
Zweigeschossiges Gebäude auf hohem Kellersockel mit Satteldach, überwiegend verputzt, Giebelfachwerk freiliegend, traufseitig erschlossen mit doppelläufiger Außentreppe, um 1700

Das zentral an der Ortsdurchfahrt gelegene Gebäude vermittelt einen anschaulichen Eindruck der älteren Ortsgestalt Unlingens. Der ortsbildprägende Fachwerkbau zeigt typische Merkmale seiner Entstehungszeit um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert. Bemerkenswert ist das freiliegende Giebelfachwerk, das in seiner sorgfältigen Gestaltung die regionale Handwerkskunst in der Frühen Neuzeit belegt, und der hohe Kellersockel, der möglicherweise nicht nur der Vorratshaltung, sondern ursprünglich wohl auch der Viehhaltung diente. Das Gebäude veranschaulicht die Wohn- und Bauformen im ländlichen Oberschwaben in der Frühen Neuzeit und hat haus- sowie ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

102307110 BW
Wohnhaus mit Remise Hexengässle 6, 8
(Karte)
Zweigeschossig, verputzt, mit Satteldach, an der Giebelseite freiliegendes Fachwerk, 16. Jahrhundert

Das am östlichen Rand des historischen Ortskerns gelegene Gebäude vermittelt einen anschaulichen Eindruck der älteren Ortsgestalt Unlingens. Der Fachwerkbau zeigt typische Merkmale seiner Entstehungszeit im 16. Jahrhundert und hat aufgrund seines Alters haus- sowie ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert. Das Gebäude veranschaulicht historische Wohn- und Bauformen im ländlichen Oberschwaben in der Frühen Neuzeit.

102307126 BW
Kath. Pfarrhaus Kirchgasse 1
(Karte)
Dreigeschossiges, verputztes Gebäude mit Satteldach, traufseitiger Eingang mit Oberlicht, im Kern 16. Jahrhundert, unter Dekan Franz Carl Kleber erneuert, 1754 (a)

Das in der Ortsmitte, gegenüber von Pfarrkirche und ehemaligem Kloster gelegene Pfarrhaus prägt aufgrund seiner stattlichen Größe das Ortsbild. Seine regelmäßigen Gestaltung zeugt von der umfangreichen Erneuerung des im Kern in das 16. Jahrhundert datierenden Baus unter Dekan Franz Carl Kleber in der Barockzeit. Damit nimmt das Gebäude im Baubestand von Unlingen einen wichtigen Stellenwert ein und vermittelt durch seine Lage und Gestaltung einen repräsentativen Charakter, der die herausgehobene gesellschaftliche Stellung des Pfarrers in der Gemeinde verdeutlicht. Als Verwaltungsmittelpunkt der 1275 erstmals erwähnten Pfarrei ist das Pfarrhaus für die Orts- und Kirchengeschichte bedeutsam.

102307145 BW
Kath. Pfarrkirche Mariä Unbefleckte Empfängnis [§ 28] Kirchgasse 7
(Karte)
Verputzter Saalbau mit Satteldach und westlichem Giebelreiter mit Zwiebelhaube, eingezogener Rechteckchor mit getreppten Strebepfeilern, nördlicher Chorflankenturm auf hohem quadratischem Unterbau, oktogonaler Turmaufsatz mit Pilastergliederung und Glockenhaube, südöstlich Sakristei, Schiff mit gekröpften Rundbogenfenstern, Inneres durch korinthische Pilaster gegliedert, Spiegelgewölbe mit Stichkappen, im Westen zweigeschossige hölzerne Empore, qualitätvolle und bedeutende Ausstattung v. a. des 18. Jahrhunderts, u. a. Skulpturen der Nebenaltäre, Kanzel und Kreuzigungsgruppe von Johann Baptist Hops, um 1725, Seitenaltäre u. a. mit Gemälden von Franz Joseph Spiegler, 1726, Dominikus Hermenegild Herberger zugeschriebene Pietà, um 1735/40, Hochaltar und Chorgestühl nach Entwürfen von Johann J. Christian, ausgeführt von Franz J. Christian und Josef Hermanutz, 1773 und 1780, Apostel- und Heiligenbilder an Empore sowie Chordeckenfresko von Johann Georg Mesmer, 1782 (i), Kirchenbau neu errichtet unter Beibehaltung von Chor und Turmuntergeschoss, 1711 bis 13 (a), renoviert 1885 und 1921; Friedhof [§ 2] mit Ummauerung; Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs [§ 2] mit bekrönender Skulptur der Pietà von Bildhauer Karl Rieber, 1922 (a), ergänzt um steinerne Namenstafeln der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, 1951 (a)

Der neben der einstigen Klosteranlage am Westrand des historischen Ortskerns befindliche Sakralbau bestimmt durch seinen Turm das Ortsbild und nimmt im Baubestand von Unlingen einen herausragenden Stellenwert ein. Er ist besonders aufgrund seiner künstlerisch hochwertigen und geschlossen überlieferten Ausstattung im Stil des Barock und Rokoko ein für die Region wichtiges kunst- und kulturgeschichtliches Dokument. Die Pfarrkirche stand ab 1540 unter dem Patronat des Bischofs von Konstanz und wurde 1711 bis 1713 anstelle einer älteren und kleineren Anlage weitgehend neu errichtet. Damit ist das Gotteshaus ein charakteristisches Beispiel einer barocken Pfarrkirche im ländlichen Oberschwaben, die in der ungewöhnlich aufwendigen Ausführung und Ausstattung den gesteigerten gestalterischen Anspruch der Orts- bzw. Patronatsherrschaft repräsentiert. Als geistlicher Mittelpunkt der Gemeinde hat die erstmals 1269 erwähnte Pfarrkirche zudem wichtigen orts- und kirchengeschichtlichen Wert.

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Ostflügel des Franziskanerinnenklosters Kirchgasse 11
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau, massiv ummantelt und verputzt, errichtet 1686 als Gästehaus des Klosters 1190864 BW
Klosteranlage der Franziskanerinnen Kirchgasse 9; Klosterhof 1
(Karte)
Gegründet um 1420, Neubau ab 1669, aufgehoben 1782, aufgelöst 1830, Abbruch des Südtrakts 1885, bestehend aus:
  • Ostflügel des Konventgebäudes [§ 28] (Kirchgasse 11), nach Klosterauflösung zeitweilig Kornhaus und Ratsstube, ab 1860 Schulhaus mit Lehrerwohnungen (heute Rathaus), zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach, massiv ummantelt und verputzt, als Gast- und Handwerkerhaus des Klosters errichtet 1687/88;
  • südlich angebaute Kapelle zur Heimsuchung Mariä [§ 28] (Kirchgasse 9), schmaler rechteckiger Saalbau mit Satteldach, eingezogener dreiseitiger Chor, mit qualitätvoller Ausstattung und Zubehör, darunter spätgotische Muttergottesfigur „auf der Saul“, Kapelle errichtet 1682 bis 1688, erweitert und erhöht durch Franz Anton Beer, 1724 bis 1729 (a), Anlage der Gruft, 1728/29, Teilabbruch im Westen 1885;
  • Westflügel des Konventgebäudes [§ 28] (Klosterhof 1), nach Klosterauflösung Schul- und Wohnhaus sowie Kindergarten (heute Wohnhaus), langgestreckter verputzter Massivbau mit Satteldach, als Schwesternhaus errichtet, 1669 bis 1671, nach Norden erweitert im 18. Jahrhundert;
  • Klostermauer [§ 2], teilweise verputzte Bruchsteinmauer mit segmentbogigen Entlastungsnischen

Die am westlichen Rand des historischen Ortskerns gelegene ehemalige Klosteranlage bildet mit der direkt angrenzenden Pfarrkirche ein anschauliches barockes Bauensemble, welches das Ortsbild wesentlich prägt und im Baubestand des Ortes einen wichtigen Stellenwert einnimmt. 1420 zog der kurz zuvor gegründete Franziskanerinnenkonvent in ein Gebäude neben der Pfarrkirche ein. Mithilfe des Schutzes der rund um den Bussen begüterten Habsburger und dank der Stiftungen durch das Haus Waldburg, das Pfandherr der habsburgischen Gebiete war, vergrößerte sich der Klosterbesitz zunehmend und die Anlage konnte ab 1669 neu errichtet werden. Mit den erhaltenen Flügeln des einstigen Konventgebäudes, der Klosterkapelle und der Einfriedung stellt der Baukomplex ein charakteristisches Beispiel einer kleinen, an ein Dorf angeschlossenen Klosteranlage des Barocks in Oberschwaben dar. Er hat für die Siedlungsgeschichte zentralen Wert und ist mit der anspruchsvollen Ausführung und Ausstattung der Kapelle für die Kunst- und Kulturgeschichte von Unlingen von hoher Bedeutung. Auch mit den späteren Nutzungen infolge der Säkularisierung 1782 hat die ehemalige Klosteranlage wichtige Aussagekraft für die Ortsgeschichte.

102307458 BW
Wohnhaus Klostermauerweg 6
(Karte)
Zweigeschossiger Bau in leichter Hanglage mit Satteldach, weitgehend verputzt, Fachwerk im Ostgiebel freiliegend, traufseitig erschlossen über flache Außentreppe, 1604 (a)

Anstelle des am westlichen Rand des historischen Ortskerns gelegenen Gebäudes stand einst der Kellhof des Klosters Reichenau, der bereits im 13. Jahrhundert Erwähnung findet. Als Kehlhof oder Kellhof wurde einst in Teilen Schwabens ein Hofgut bezeichnet, das zumeist einem Benediktinerkloster, in diesem Fall der Abtei auf der Reichenau, zinspflichtig war. Das heutige Gebäude stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert und vermittelt einen anschaulichen Eindruck der älteren Ortsgestalt Unlingens und ist aufgrund seiner Lage gegenüber von Pfarrkirche und ehemaligem Kloster für das Ortsbild prägend. Mit seinem Bauplatz anstelle des einstigen Kellhofs bezeugt es die mittelalterliche Besitz- und Herrschaftsgeschichte von Unlingen und hat wichtige Bedeutung für die Ortsbau- sowie Siedlungsgeschichte.

102307165 BW
Wohnhaus Kopfstraße 14
(Karte)
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Satteldach in Ecklage, teilweise massiv vorgemauert und verputzt, Fachwerk am Giebel vorkragend, um 1600

Das am östlichen Ortseingang befindliche Fachwerkgebäude vermittelt einen Eindruck der älteren Ortsgestalt Unlingens und ist aufgrund seiner markanten Ecklage für das Ortsbild prägend. Sein Gefüge zeigt am Giebel mit den geschweiften, teils gebrochenen Streben ein charakteristisches Zierelement des oberschwäbischen Fachwerkbaus, wie er seit dem 16. Jahrhundert verbreitet war. In seiner sorgfältigen Gestaltung und anschaulichen Erhaltung belegt das Gebäude die regionale Handwerkskunst und veranschaulicht die Wohn- und Bauformen im ländlichen Oberschwaben in der Frühen Neuzeit. Es hat haus- sowie ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

102307547 BW
Wohnhaus Marktstraße 1
(Karte)
Zweigeschossiges, verputztes Fachwerkhaus mit Satteldach, Obergeschoss und Giebel vorkragend, traufseitig erschlossen, 16. Jahrhundert

Das in der Ortsmitte befindliche Fachwerkgebäude vermittelt einen anschaulichen Eindruck der älteren Ortsgestalt Unlingens und ist aufgrund seiner zentralen Lage für das Ortsbild prägend. Das Gebäude veranschaulicht die Wohn- und Bauformen im ländlichen Oberschwaben in der Frühen Neuzeit und hat haus- sowie ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert.

102307707 BW
Wegkreuz Mühlberg 1
(Karte)
Sockel Sandstein, Kruzifix Gusseisen, 1897

Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und ein charakteristisches Dokument in der katholisch geprägten Kulturlandschaft. Das gusseiserne Kruzifix belegt die serielle Herstellung derartiger Sakralkunst im Zeitalter der Industrialisierung.

102312778 BW
Mühle Mühlgasse 26
(Karte)
Zweigeschossiges Wohn- und Mühlengebäude mit Walmdach, überwiegend verputzt, freiliegendes Fachwerk des Wohnbereichs im Obergeschoss, traufseitig erschlossen, 1788 (a)

Das vor der Flussbegradigung direkt an der Kanzach gelegene Gebäude im Süden des historischen Ortskerns von Unlingen ist mit dem mächtigen Walmdach und dem Fachwerk im Obergeschoss, wo sich der Wohnbereich befindet, ein anschauliches Beispiel eines spätbarocken Mühlenbaus im ländlichen Oberschwaben. Es prägt die südliche Ortsansicht entscheidend und ist als wichtiger dörflicher Sonderbau, der sich meist in herrschaftlichem Besitz befand, für die Bau-, Wirtschafts- und Herrschaftsgeschichte von Unlingen bedeutsam. Das Gebäude ist ein Zeugnis der einst zahlreichen Mühlengewerke entlang der Kanzach und veranschaulicht die Wohn- und Lebensverhältnisse einer Müllersfamilie in vormoderner Zeit.

102307768 BW
Wegkreuz Vöhringer Weg
(Karte)
Sockel Sandstein, Kruzifix Gusseisen, 1886

Das Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und ein charakteristisches Dokument in der katholisch geprägten Kulturlandschaft. Das gusseiserne Kruzifix belegt die serielle Herstellung derartiger Sakralkunst im Zeitalter der Industrialisierung.

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Einzelnachweise

Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.

Commons: Kulturdenkmale in Unlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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