Manchmal kommen sie wieder (Kurzgeschichte)
Kurzgeschichte von Stephen King
From Wikipedia, the free encyclopedia
Manchmal kommen sie wieder, im englischsprachigen Original Sometimes They Come Back, ist eine Kurzgeschichte des amerikanischen Autors Stephen King aus dem Jahr 1974. Sie erschien erstmals in dem amerikanischen Männermagazin Cavalier. 1978 wurde sie in Kings Kurzgeschichtensammlung Nachtschicht (orig. Night Shift) aufgenommen. In der Geschichte glaubt ein von Kindheitstrauma und Albträumen verfolgter Lehrer in einigen neuen Schülern die nicht gealterten Mörder seines Bruders wiederzuerkennen und wird von diesen terrorisiert.
Entstehung und Hintergrund
Manchmal kommen sie wieder gehört wie alle Kurzgeschichten des Sammelbandes Nachtschicht zu den frühen Werken von Stephen King. Das 1952 gegründete Cavalier-Magazin, in dem die Geschichte im März 1974 gedruckt wurde, veröffentlichte vor allem in den ersten Jahrzehnten wie frühere Pulp-Magazine vor allem Kurzgeschichten und Novellen verschiedener Autoren; später entwickelte es sich zu einem Männermagazin ähnlich dem Playboy. King veröffentlichte in den 1970er Jahren noch mehrere seiner Kurzgeschichten in diesem und ähnlichen Magazinen.
Inhalt und formaler Aufbau
Bei Manchmal kommen sie wieder handelt es sich um eine fiktive Kurzgeschichte. Sie wird aus der Position eines Erzählers wiedergegeben, der die Aktivitäten des Lehrers Jim Norman begleitet.[1] Jim Norman nimmt nach einem Nervenzusammenbruch an einer neuen High School eine Stelle an und möchte dort einen Neuanfang machen. Hintergrund seiner psychischen Krise ist ein traumatisches Erlebnis aus der Kindheit, als er als neunjähriger Junge mitansehen musste, wie sein älterer Bruder Wayne von vier jugendlichen Gewalttätern überfallen und erstochen wurde, während er selbst fliehen konnte. Dieses Ereignis verfolgt ihn seit Jahren in Form wiederkehrender Albträume und Schuldgefühle.
Mit seiner Frau Sally stabilisiert sich seine Lage, und auch die neue Schule erscheint ihm als Chance, beruflich und persönlich wieder Halt zu finden. Doch in einer Klasse mit verhaltensauffälligen, leistungsschwachen Schülern treten bald Spannungen auf, die seine alte Angst wieder wecken. Der eigentliche Konflikt beginnt, als nach dem Tod einzelner Schüler nacheinander neue Jugendliche in Jims Klasse kommen, die den Mördern seines Bruders in erschreckender Weise gleichen. Jim erkennt in ihnen die nicht gealterten Täter von damals wieder, obwohl das zeitlich unmöglich scheint. Die Jugendlichen provozieren ihn offen, bedrohen ihn und machen deutlich, dass sie seine Vergangenheit kennen. Zugleich häufen sich rätselhafte Todesfälle und ein Schüler, der Jim warnen will, verschwindet. Jim sucht Hilfe bei einem ehemaligen Polizisten aus seiner Heimatstadt und erfährt, dass die damaligen Täter schon kurz nach dem Mord an Wayne bei einem Autounfall ums Leben kamen. Ihm wird klar, dass Jim es nicht mit gewöhnlichen Menschen, sondern mit Wiedergängern zu tun hat. Nachdem sie seine Frau Sally ins Visier nehmen, wird sie von einem Auto überfahren und stirbt im Krankenhaus.
Jim entscheidet sich, die wiedergekehrten Täter in der Schule zu erwarten und mit Hilfe eines okkulten Rituals eine dämonische Macht zu beschwören. Als die drei Jugendlichen erscheinen, inszenieren sie die Mordnacht von damals erneut, doch diesmal greift die beschworene Macht in Gestalt des getöteten Bruders Wayne ein. Die Angreifer werden nacheinander vernichtet, und Jim gelingt es, die unmittelbare Bedrohung zu beenden. Dennoch bleibt das Ende offen und düster: Die übernatürliche Macht verschwindet nicht einfach spurlos, sondern deutet an, jederzeit zurückkehren zu können.[1]
Rezeption
Der Autor Marcel Feige gibt in seinem Großen Lexikon über Stephen King von 2001 zu der Geschichte eine kurze Inhaltsangabe wieder und stellt sie offene Frage: „Aber ist der Albtraum wirklich vorbei?“.[2]
Nach der Darstellung von Tony Magistrale, der sich als einer der ersten Literaturwissenschaftler mit dem Werk von Stephen King befasste, stellen die Jugendlichen in Manchmal kommen sie wieder den Prototypen der jugendlichen Jäger als Botschafter einer unmoralischen Welt dar. Ihr einziger Zweck besteht darin, alles und jeden zu vernichten, der schwächer ist als sie selbst oder sich von ihnen unterscheidet.[3] King gelänge es hier, die perversesten und grotesksten Aspekte des amerikanischen Highschool-Alltags mit schonungsloser Genauigkeit darzustellen. Seine Darstellungen des amerikanischen Schulsystems seien so gelungen und wiedererkennbar, dass sie anhand seiner eigenen Erfahrungen als Lehrer geformt sein müssen. Dabei zieht Magistrale auch Parallelen zu den Mobbingszenen in Kings Romanen Carrie und Christine.[3]
Veröffentlichungsgeschichte

Als eine der frühen Geschichten von Stephen King entstand Sometimes They Come Back zu einer Zeit, als er noch weitgehend unbekannt war, und auch die Veröffentlichung in Herrenmagazinen wie dem Cavalier brachte ihm keine sonderliche Bekanntheit abseits der Leserschaft dieser Zeitschriften. Erst als Teil der Kurzgeschichtensammlung Nachtschicht von 1978, auf Deutsch 1984 veröffentlicht, wurde die Geschichte bekannter.
Englischsprachige Ausgaben:
- Sometimes They Come Back, In: Cavalier, März 1974
- Sometimes They Come Back In: Night Shift, Doubleday, Garden City 1978, ISBN 978-0-385-12991-6.
Deutsche Ausgaben:
- Manchmal kommen sie wieder, In: Nachtschicht. Lübbe, Bergisch Gladbach 1984 (Erstauflage), ISBN 978-3-404-13160-0. Das Buch wurde zudem in Lizenz in der Deutschen Buchgesellschaft bei Bertelsmann veröffentlicht.
- Manchmal kommen sie wieder, In: Michael Görden (Hrsg.): Nachtspuk. Unheimliche Geschichten. Gespensterbuch 1. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1984, ISBN 3-404-72501-8.
- Manchmal kommen sie wieder, In: Rolf Tobias (Hrsg.): 10 Gruselgeschichten. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1991. 441 S. (Bastei-Lübbe-Taschenbuch; Bd. 26 011). ISBN 3-404-26011-2.
Zudem gibt es sowohl auf Englisch wie auch auf Deutsch Hörbuchfassungen der Geschichtensammlung und damit auch der Geschichte. So veröffentlichte sie der Lübbe Audio Verlag von 2006 bis 2009 in drei Teilen. Der Wäschemangler wurde von Joachim Kerzel gelesen.
Verfilmungen und Hörbücher
Die Geschichte wurde 1991 von Tom McLoughlin unter seinem Originaltitel verfilmt. Manchmal kommen sie wieder II erschien 1996, bei dem der Pfarrer Jon Porter mit seiner Tochter in seine Heimatstadt zurückkehrt, in der seine Schwester in einem rituellen Mord getötet wird und der damals getötete Tony Reno unverändert wieder auftaucht. Eine weitere Fortsetzung erschien mit Manchmal kommen sie wieder 3 im Jahr 1999 und führt die Geschichte von Jon Porter weiter.