Morbach

Gemeinde in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Morbach ist eine verbandsfreie Gemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz. Die Gemeinde ist ein staatlich anerkannter Luftkurort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Morbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Morbach hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 49′ N,  7′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Höhe: 440 m ü. NHN
Fläche: 122,26 km²
Einwohner: 10.542 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54497
Vorwahlen: 06533, 06536 (Wederath)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 502
Gemeindegliederung: 19 Ortsbezirke
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 19
54497 Morbach
Website: www.morbach.de
Bürgermeister: Arianit Besiri
Lage der Gemeinde Morbach im Landkreis Bernkastel-Wittlich
KarteErden
Karte
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Energiepark Morbach
Rathaus der Gemeinde
Katholische Kirche St. Anna
Evangelische Erlöserkirche
Marktplatz
Cafe Heimat mit Ausstellung – Elternhaus von Edgar Reitz

Geographie

Lage

Morbach liegt auf 430 bis 770 m ü. NHN in der Mittelgebirgslandschaft des Hunsrücks in unmittelbarer Nachbarschaft zum Landkreis Birkenfeld. Nächstgelegenes Mittelzentrum ist die Stadt Bernkastel-Kues an der Mosel.

Durch das Gemeindegebiet von Morbach fließen die Dhron und zahlreiche Nebengewässer.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Morbach gliedert sich in 19 Ortsbezirke, denen teilweise noch Wohnplätze oder Weiler als Gemeindeteile zugeordnet sind:[3]

Weitere Informationen Ortsbezirk, zugehörende Wohnplätze und Weiler ...
Ortsbezirk zugehörende Wohnplätze und Weiler Höhe[4]
in m ü. NHN
Fläche[5]
in km²
Einwohner[6]
Bischofsdhron Emmerichs-Mühle 457 3,02 850
Elzerath   461 1,89 110
Gonzerath Gonzerather-Hinterbach, Longkamperhinterbach 457 8,91 1.190
Gutenthal Auf der Heide 474 4,15 450
Haag   461 10,11 500
Heinzerath Brieschmühle, Mergenermühle 446 3,88 320
Hinzerath Forsthaus Hinzerath 496 11,56 430
Hoxel Forsthaus Hoxel 498 2,09 600
Hundheim Gipsmühle, Baldenauermühle, Reinhardshof 501 7,96 660
Hunolstein Hahnacker Hof, Hellenberger Hof, Hof auf Queckborn, Hunolsteinerhof, Schülersmühle 404 5,56 250
Merscheid Dörrwiese, Götzenfeld, Hölzbach, Reinhardsmühle 434 6,30 400
Morbach Am Mehlbaum, Am Sonnenberg, Hof Geiersley, Rasthaus Dhrontal, Schmausemühle 435 18,92 3.200
Morscheid-Riedenburg Cornelysmühle, Edenbruch, Huhl, Sankt Kuno 460 15,27 520
Odert Oderterhaus, Oderterhof 440 1,31 100
Rapperath Am Sonnenberg, Haus Martini, Mühle Zerwes, Siedlung Güldner 405 5,50 450
Wederath   472 4,31 220
Weiperath   442 4,68 300
Wenigerath Hegberger Hof 480 5,23 320
Wolzburg   455 1,57 200
Summe Gemeinde Morbach 122,22 11.070
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Geschichte

Amt Morbach

Aus der seit dem 19. Jahrhundert bestehenden preußischen Bürgermeisterei Morbach wurde im Jahre 1927[7] das preußische bzw. spätere bundesdeutsche Amt Morbach, das bis 1968 bestand.

1931 hatte das Amt Morbach, das damals zum Landkreis Bernkastel im Regierungsbezirk Trier gehörte, 7.349 Einwohner, davon katholisch 7.306, evangelisch 42, israelisch 1. Die Gesamtfläche betrug 11.645 Hektar (ha), davon Ackerland 3.699 ha, Wald- u. Wiesenfläche 7.084 ha.[8]

Die amtsangehörigen Gemeinden waren Bischofsdhron, Elzerath, Gutenthal, Haag, Heinzerath, Hinzerath, Hoxel, Hundheim, Hunolstein, Merschbach, Merscheid, Morbach, Morscheid-Riedenburg, Odert, Rapperath, Wederath, Weiperath, Wenigerath und Wolzburg. (Stand 1931)[8]

Verbandsgemeinde Morbach

Die Verbandsgemeinde Morbach bestand vom 1. Oktober 1968 bis zum 31. Dezember 1974, als die verbandsfreie Gemeinde Morbach (Einheitsgemeinde) gebildet wurde.[9]

Am 7. November 1970 wurde die Gemeinde Gonzerath (841 Einwohner) aus der aufgelösten Verbandsgemeinde Bernkastel-Land (heutige Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues) in die Verbandsgemeinde Morbach und die Gemeinde Merschbach (104 Einwohner) aus der Verbandsgemeinde Morbach in die Verbandsgemeinde Thalfang eingegliedert.[10]

Einheitsgemeinde Morbach

Auf dem Gebiet des Ortsteils Wenigerath lag bis 1995 das Munitionsdepot Wenigerath der US Air Force.

Am 25. Mai 2009 erhielt Morbach den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.[11]

2015 fanden die Feierlichkeiten zum Jubiläum 40 Jahre Einheitsgemeinde Morbach statt.

Einwohnerentwicklung

Morbach: Einwohnerzahlen von 2012 bis 2024
Jahr  Einwohner
2012
 
10.531
2015
 
10.494
2020
 
10.539
2024
 
10.542
Quelle(n): statistik.rlp.de

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Morbach besteht aus 28 ehrenamtlichen Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem hauptamtlichen Bürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDCDUGrüneFDPLinkeFWMWSWGesamt
2024311210228 Sitze[12]
2019310321028 Sitze[13]
2014412211828 Sitze
2009512221628 Sitze
200441511728 Sitze
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  • FWM = Freie Wählergruppe Morbach e. V.
  • WSW = Wählerinitiative zur Unterstützung von Sahra Wagenknecht – WSW e. V.

Bürgermeister

Arianit Besiri wurde am 1. März 2025 Bürgermeister von Morbach.[14] Bei der Direktwahl am 24. November 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 60,2 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.[15]

Bisherige Amtsträger:[16]

Bürgermeisterei Morbach seit dem 19. Jahrhundert
  • Jakob Christoph Hungershöfer, 1878 bis 1911
  • Karl Hoffmann, 1912 bis 1917
Amt Morbach ab 1927
  • Ernst Stahlberg, 1918 bis 1934
  • Willi Lenz, 1934 bis 1944
  • Albert Gerth, 1945 bis 1957
  • Peter Wilbert, 1957 bis 1965
Verbandsgemeinde Morbach ab 1968
Einheitsgemeinde Morbach ab 1975
  • Ottmar Scholl, 1971 bis 1977, VG-Bürgermeister und Bürgermeister der 1975 gegründeten Einheitsgemeinde Morbach
  • Erwin Lieser, 1977 bis 1997
  • Gregor Eibes, 1997 bis 2011, später Landrat des Landkreises Bernkastel-Wittlich
  • Andreas Hackethal, 2011 bis 2025, später Landrat des Landkreises Bernkastel-Wittlich
  • Arianit Besiri, seit März 2025

Wappen

Das Wappen der Einheitsgemeinde Morbach: Durch Erlass des Oberpräsidenten der Rheinprovinz vom 3. Mai 1937 wurde dem damaligen „Amt Morbach“ ein eigenes Wappen verliehen. Es zeigt im schmalen schwarz-weiß gestückten Bord einen geteilten Schild, der oben in Silber (Weiß) ein rotes, durchgehendes Kreuz, unten in Gold (Gelb) zwei rote Balken zwischen 5, 4 und 1 reihenweise gelegten viereckigen Steinen aufweist. Der schmale schwarz-weiß gestückte Bord deutet auf die ehemalige Zugehörigkeit zu Preußen hin. Da alle Orte des damaligen Amtes Morbach früher zum kurtrierischen Amte Hunolstein oder Baldenau oder zur Vogtei Hunolstein gehört haben, wurden für das Amtswappen Symbole der Wappen der ehemaligen Landesherrschaften entnommen, und zwar dem Wappen des Erzstiftes Trier das rote durchgehende Kreuz in silbernem Feld und dem Wappen der Vögte von Hunolstein die zwei roten Balken zwischen roten Steinen in goldenem Feld.

Das Wappen der ehemaligen Gemeinde Morbach: Es zeigt im Schildhaupt ein rotes Balkenkreuz auf silbernem Grund. Darunter verläuft schräg liegend ein silberner Wellenbalken auf blauem Grund. Auf dem Wellenbalken liegt ein Wappen aus zwei roten Balken im Wechsel mit insgesamt zwölf roten, quadratischen Steinen auf goldenem Grund. Das Balkenkreuz im oberen Teil ist das kurtrierische Wappen der ehemaligen Landesherrschaft. Der Wellenbalken deutet auf den Morbach. Das kleine Schild zeigt das Wappen der Vögte zu Hunolstein, den ehemaligen Lehnsherren des Ortes.

Sehenswürdigkeiten

Sehenswerte Ziele im Bereich der Gemeinde Morbach sind:

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Morbach

Wirtschaft und Verkehr

Ortsansässige Unternehmen

  • In Morbach sind zahlreiche mittelständische Unternehmen angesiedelt. Von überregionaler Bedeutung sind Papier-Mettler und die Schaeffler Friction Products GmbH.
  • Die ehemalige VR-Bank Hunsrück-Mosel eG hatte ihren Sitz in Morbach.
  • elka-Holzwerke GmbH
  • Auto Gorges GmbH
  • Mantos International Food GmbH
  • Service-Bund Josef Mettler GmbH & Co. KG
  • Bauunternehmen Herlach GmbH
  • und viele weitere Unternehmen

Energiepark

Die Gemeinde Morbach im Hunsrück ist Standort der Energielandschaft Morbach mit sieben Windkraftanlagen, einer großen Photovoltaikanlage, einer Biogasanlage und einem Holzpelletwerk. Die Pacht im Energiepark bringt der Gemeinde 280.000 Euro im Jahr ein.[20] Seit März 2011 ist in der Energielandschaft Morbach zusätzlich eine Anlage in Betrieb, in der unter realen Bedingungen erprobt werden soll, wie überschüssiger Strom als Windgas gespeichert werden kann.

Verkehr

Morbach liegt im Verkehrsverbund Region Trier. Die Buslinie 311 verbindet das Moseltal bei Bernkastel-Kues mit der Gemeinde Morbach.

Seit August 2022 gibt es im Bereich Morbach und Idar-Oberstein eine zweistündliche Verbindung (siehe Tabelle).

Der örtliche Bahnhof wird seit 2014 nicht mehr bedient.

Durch Morbach verlaufen die Bundesstraßen 269 und 327 sowie die Hunsrückquerbahn LangenlonsheimHermeskeil, die derzeit brach liegt, allerdings aufgrund der Anbindung zum Flughafen Frankfurt-Hahn wieder von Morbach bis Bingen am Rhein reaktiviert werden soll.

Weitere Informationen Linienverkehr Morbach, Betrieb ...
Linienverkehr Morbach Betrieb
311 Bernkastel-Kues – Horbruch – Krummenau / Gonzerath – Morbach DB Regio Bus Mitte
314 Morbach – Rapperath – Heinzerath – Elzerath – Merscheid – Hölzbach – Haag – Horath – Gräfendhron – Merschbach /- Thalfang

nur vereinzelte Fahrten

RMV Verkehrs-GmbH
329 Morbach – Guthenthal – Weiperath – Hunolstein – Odert und wieder zurück Scherer Reisen
391 Morbach – Malborn /- Pölert – Hermeskeil DB Regio Bus Mitte
840 Eifel-Hunsrück-Bus: Idar-Oberstein – Kempfeld – Bruchweiler – Morbach – Wittlich Scherer Reisen
845 Morbach – Sensweiler – Allenbach – Kirschweiler – Idar-Oberstein Scherer Reisen
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Tourismus

Morbach ist der Endpunkt einer Etappe des Fernwanderwegs Saar-Hunsrück-Steig.[21][22]

Personen und Persönlichkeiten

Commons: Morbach – Sammlung von Bildern
Wikivoyage: Morbach – Reiseführer

Einzelnachweise

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