Poetete Vila

Suco in Osttimor From Wikipedia, the free encyclopedia

Poetete Vila ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Ermera (Gemeinde Ermera). Hier liegt auch der Ort Ermera, die ehemalige Hauptstadt der Gemeinde.

Schnelle Fakten Daten ...
Poetete Vila
Hauptstraße und Kirche von Ermera
Daten
Fläche 17,62 km²[1]
Einwohnerzahl 5.909 (2015)[1]
Chefe de Suco Eurico de Jesus Soares
(Wahl 2025)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Aldeia Vila 2761
Biluli 781
Lequisi 2149
Rematu 218
Der Suco Poetete Vila
Ermera (Osttimor)
Ermera (Osttimor)
Ermera
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Geographie

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Am Sitz des Sucos (2023)
Im Suco (2023)

Poetete Vila liegt im Nordwesten des Verwaltungsamts Ermera und teilt sich in zwei voneinander getrennte Gebiete. Das flächenmäßig größere Stück im Norden besteht aus den Aldeias Biluli (Berluli), Lequisi (Lequesi, Lekese) and Rematu (Renatu). Westlich befindet sich der Suco Ponilala, südlich die Sucos Samatrae und Leguimea und östlich der Suco Talimoro. Im Norden bildet der Gleno die Grenze, der zum Flusssystem des Lóis gehört. Auf der anderen Seite des Flusses liegt das Verwaltungsamt Railaco mit seinen Sucos Matata und Tocoluli. Der Daurecco durchquert auf seinem Weg zum Gleno den Nordosten von Poetete Vila.[3][4][5]

Folgt man dem Daurecco flussaufwärts nach Süden durch Leguimea kommt man zur Aldeia Aldeia Vila, dem zweiten Territorium von Poetete Vila. Im Westen und Süden wird es vom Suco Samatrae begrenzt, im Norden von Leguimeas Exklave und im Osten von seinem Hauptterritorium. Dazwischen quetscht sich der Suco Talimoto. Entlang der Südostgrenze fließt der Buri, ein weiterer Nebenfluss des Gleno.[3][4][5]

Bis zum 1. Oktober 2023 bildeten Poetete Vila, Samatrae und Poetete Lodudu den gemeinsamen Suco Poetete, mit einer Gesamtfläche von 17,62 km²[1]. Aufgrund der stark angewachsenen Bevölkerungszahl (2023: 12.000 Einwohner) wurden seine zwölf Aldeias auf die drei neuen Sucos aufgeteilt.[6][7][8]

Die Siedlung Ermera, in der Aldeia Vila, ist der Hauptort und größter Ort des Sucos. Neben den Aldeia-Hauptorten Biluli, Lequisi und Rematu liegen im nördlichen Territorium die kleinen Weiler Egorlala, Ereno, Hormegy, Leilala und Tighei.[3][4]

Neben dem Sitz des Sucos befinden sich im Ort Ermera die Sekundärschule Escola Secundaria Katolik Imaculada Conçeição Ermera, das kommunale Gesundheitszentrum Ermera Lama, die Zentrale Primarschule (Escola Primaria Central EPC) Poetete Vila und die Zentralgrundschule (Escola Básica Central EBC). Weitere Grundschulen gibt es in Lequisi und in Biluli.[3]

Die Pfarrkirche (Igreja Matriz) Imaculada Conceição in Ermera stammt aus der portugiesischen Kolonialzeit. Ihr gegenüber steht am anderen Ende der Hauptstraße die Villa des ehemaligen Großgrundbesitzers.

Einwohner

Einwohner von Poetete bei einer Versammlung (2016)

2015 lebten 5.909 Menschen in den Aldeias, die nun zum Suco Poetete Vila gehören.[1]

Geschichte

Während der Schlacht um Timor im Zweiten Weltkrieg war der Ort Ermera der einzige portugiesische Militärposten, der nicht von den Japanern erobert wurde. Stattdessen besetzte die Sparrow Force der Alliierten Ermera 1942 mehrmals. Die Kirche, der Militärposten und andere Gebäude wurden im Krieg zerstört.[9]

Anfang 1976 erreichten die indonesischen Invasionstruppen Ermera. Ein Teil der Bevölkerung floh aus Angst in die Berge. Nach der Eroberung von Samara (Verwaltungsamt Hatulia) am 24. April wurden 500 seiner Einwohner für die spätere Umsiedlung im Ort Ermera interniert. Aufgrund der fehlenden Nahrungsmittelversorgung in dem sogenannten Transit Camp litten die Menschen an Hunger. Das Camp bestand bis Ende 1979.[10]

Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus der bisherigen Distriktshauptstadt Ermera und dem Suco Ponilala von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer, das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Bestrafung gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum Arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Distriktshauptstadt Gleno 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurde nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, verhungerten Einwohner. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos wieder frei bewegen.[10]

1991 versteckte der Pfarrer Mário do Carmo Lemos Belo den FALINTIL-Oberbefehlshaber Xanana Gusmão, mit Hilfe anderer, in seinem Pfarrhaus im heutigen Suco Poetete Vila.[11]

Am 10. April 1999 brannten indonesische Soldaten gemeinsam mit Darah-Merah-Milizionären dutzende Häuser im Ort Ermera nieder.[10]

Politik

Felisberto das Neves (2022)

Bei den Wahlen 2023 wurde Felisberto das Neves in seinem Amt bestätigt, als Chefe de Suco von Poetete. Er hatte es bereits seit 2009 nne. Nach der Aufspaltung des Sucos blieb Neves Chefe de Suco von Poetete Vila.[12] Bei den Nachwahlen 2025 wurde der Chefe de Suco neu gewählt.[13] Es gewann Eurico de Jesus Soares.[14]

Persönlichkeiten

Commons: Poetete Vila – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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