Propan
chemische Verbindung
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Propan ist ein farbloses, brennbares Gas und gehört zu den Kohlenwasserstoffen. Es steht in der homologen Reihe der Alkane an dritter Stelle. Natürlich kommt Propan in Erdgas und Erdöl vor. Genutzt wird es vor allem als Brennstoff zum Heizen, für die Warmwassererzeugung, zum Kochen und Grillen, als Treibstoff für Fahrzeuge und Heißluftballons. Daneben dient es als Ausgangsprodukt zur Herstellung von Ethylen und Propylen, als Kältemittel sowie als Treibgas für Spraydosen und Softairwaffen. Propan ist nicht giftig, wirkt jedoch in höheren Konzentrationen erstickend. Gefahren gehen außerdem von der Brennbarkeit aus. Propan weist den niedrigsten Schmelzpunkt aller organischen Verbindungen auf.
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
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| Strukturformel mit allen gezeichneten Atomen (oben) – vereinfachte Skelettformel (unten) | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Propan | ||||||||||||||||||
| Andere Namen | |||||||||||||||||||
| Summenformel | C3H8 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
farb- und geruchloses Gas[3] | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 44,10 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
gasförmig | ||||||||||||||||||
| Dichte | |||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt | |||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
−42,1 °C[3] | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck | |||||||||||||||||||
| pKS-Wert |
51[4] | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
praktisch unlöslich in Wasser (75 mg·l−1 bei 20 °C)[3] | ||||||||||||||||||
| Dipolmoment | |||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| MAK | |||||||||||||||||||
| Thermodynamische Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| ΔHf0 |
−103,8 kJ/mol[8] | ||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Vorkommen
Propan ist ein natürlich vorkommendes Gas. Es entsteht zusammen mit anderen Kohlenwasserstoffen wie Erdöl und Butan durch die Zersetzung und Reaktion organischer Stoffe innerhalb langer Zeiträume.[9] Je nach Herkunft entält Erdgas unter 1 % bis etwas über 2 % Propan.[10] Extraterrestrisch wurde Propan im Rahmen der Rosetta-Mission im Schweif des Kometen Tschurjumow-Gerassimenko nachgewiesen.[11]
Herstellung und Gewinnung
Die Propanherstellung geschieht durch Trennung und Sammlung des Gases aus seinen Erdölquellen. Propan wird durch Abtrennung von der Erdgasphase von Erdöl und durch Raffination von Rohöl aus petrochemischen Gemischen isoliert. Beide Prozesse beginnen, wenn unterirdische Ölfelder durch Bohren von Ölquellen erschlossen werden. Das Kohlenwasserstoffgemisch wird aus dem Bohrloch in eine Gasfalle geleitet, die den Strom in Rohöl und Gas trennt, das Erdbenzin, Flüssiggase und Erdgas enthält. Das Gemisch von Flüssiggasen kann als Gemisch verwendet oder weiter in seine drei Teile Butan, Isobutan und Propan getrennt werden.[9] Industriell wird Propan bei der Förderung von Erdgas als Nebenprodukt gewonnen und in einer Erdölraffinerie beim Cracken von Erdöl hergestellt.[12]
Im Labor kann Propan durch eine Addition von Wasserstoff an Propen synthetisiert werden:[13]

Damit die Additionsreaktion ablaufen kann, werden Katalysatoren aus Nebengruppenmetallen verwendet. Dazu eignen sich die neun Metalle aus der Eisen-, Nickel- und Cobalt-Gruppe. Die höchste katalytische Aktivität haben (in absteigender Reihenfolge): Rhodium, Iridium, Ruthenium, Platin, Palladium und Nickel.[13]
Eigenschaften
Propan ist ein farbloses Gas, hat einen Schmelzpunkt von −187,7 °C und einen Siedepunkt von −42,1 °C. Die kritische Temperatur liegt bei 96,8 °C[12], der kritische Druck bei 4,2 MPa[12] und die kritische Dichte bei 0,22 g/cm3[12].
Der Dampfdruck bzw. Sättigungsdampfdruck von Propan in Abhängigkeit der Temperatur [14] lässt sich mit hinreichender Genauigkeit ( < 4 % im Bereich −50 °C bis 96 °C) nach folgender Gleichung[15] berechnen:
- .
Propan kristallisiert in der Raumgruppe P21/n (Raumgruppen-Nr. 14, Stellung 2).[16][17] Dabei ist die Packung der Moleküle ziemlich schlecht, die Raumfüllung beträgt bei 90 K nur 58,55 %. Das ist mit ein Grund dafür, dass Propan den niedrigsten Schmelzpunkt aller organischen Verbindungen hat.[18]
Es löst sich nur wenig in Wasser: bei 20 °C zu 75 mg·l−1.[3]
Reaktionen
Propan verbrennt mit ausreichend viel Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid und Wasser:[19]
Wenn nicht genügend Sauerstoff für eine vollständige Verbrennung vorhanden ist, tritt eine unvollständige Verbrennung auf. Neben Kohlenstoffdioxid, Wasser und Wärme entsteht dann aber auch Kohlenstoffmonoxid.[19]
Verwendung
Energiequelle

Propan wird als Flüssiggas gespeichert und für Brenner sowie zum Heizen eingesetzt.[20] Im Privatbereich wird Propan zum Heizen, zur Warmwassererzeugung und zum Kochen verwendet.[21] Eine weitere typische Anwendung sind Campingkocher und Gasgrills.[22] Zusammen mit Butan ist es Bestandteil von Autogas, das als Treibstoff verwendet wird.[12]
Auch im unternehmerischen Bereich wird es zum Heizen und für Warmwasser eingesetzt. Neben Straßenfahrzeugen wird es auch zum Betrieb von Gabelstaplern genutzt. Eine weitere Anwendung sind Generatoren.[21] Propan ist der Standard-Brennstoff für Heißluftballons.[23] Im landwirtschaftlichen Bereich wird es ebenfalls zum Heizen (z. B. von Viehställen) verwendet sowie zum Betrieb von Geräten und Landmaschinen und zum Trocknen von geernteten Produkten.[22]
Chemische Industrie
Eine mengenmäßig wichtige Verwendung von Propan ist die industrielle Weiterverarbeitung zu Ethylen und Propylen. Daneben kann es auch zur Herstellung von BTX-Aromaten verwendet werden.[12] Propan wird zusammen mit Silan als Precursor zur Gasphasen-Abscheidung von Siliciumcarbid verwendet.[24]
Kältemittel
Als Kältemittel[12] hat es die Bezeichnung R-290 und wird in Kühlgeräten und Wärmepumpen[25] eingesetzt. In Australien wurde Propan bis 2010 schon in über 1.000.000 Auto-Klimaanlagen eingesetzt.[26] Propan hat ein niedriges Treibhauspotenzial (ca. ein Fünfzigstel der gleichen Menge Kohlenstoffdioxid[27]).
Sonstiges
Propan wird zusammen mit Butan als Treibgas in Sprühdosen verwendet, um Fluorchlorkohlenwasserstoffe zu ersetzen.[12] Daneben wird es auch als Treibgas in Softair-Waffen genutzt.[28] Es ist als Lebensmittelzusatzstoff (E944) zugelassen für Pflanzenöl-Backsprays für den Profi-Bereich.[29]
Gelegentlich wird Propan als Lösungsmittel in Industrie und organischen Synthesen verwendet.[12] Druckverflüssigtes Propan eignet sich zur schonenden Extraktion von Pflanzenölen.[30]
Lagerung

Propan wird unter Druck verflüssigt in Gasflaschen oder Tanks aus Metall oder Verbundwerkstoffen gelagert. Der Flascheninnendruck wird ausschließlich durch den Dampfdruck der Verbindung bestimmt und ist nur abhängig von der Umgebungstemperatur. Er ist folglich nicht vom Füllgrad der Druckgasflasche bestimmt und beträgt zum Beispiel 4,7 bar bei 0 °C, 8,4 bar bei 20 °C und 17,1 bar bei 50 °C.[31]
Gefahren
Propan ist für sich gesehen nicht giftig.[32] Wird jedoch die Atemluft eines Menschen durch Propan (teilweise) ersetzt, so kann es durch die Verdrängung des Sauerstoffes zu einer Sauerstoffunterversorgung bis hin zum Ersticken kommen.[12] Im Zusammenhang mit dem Schnüffeln von Propan und Butan sind Todesfälle bekannt.[33]
Propan ist hochentzündlich und bildet zwischen einem Volumenanteil von 2,12 % bis 9,35 % in Luft explosionsfähige Gemische.[12] Mit einer Mindestzündenergie von 0,25 mJ sind Gas-Luft-Gemische extrem zündfähig.[34] Seine Zündtemperatur liegt bei 470 °C (nach DIN 51794).[3] Der Heizwert beträgt 93 MJ·m−3[12] oder 46,35 MJ/kg (12,88 kWh/kg).
Literatur
Weblinks
- Informationsblatt zu chemisch-physikalischen Eigenschaften der Flüssiggase Propan und Butan. (PDF; 349 kB) Deutscher Verband Flüssiggas e. V., Dezember 2022, abgerufen am 30. Juli 2024.
- Technische Daten Flüssiggas. RVV Bachert KG, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 4. Juni 2009.