Straßburg (Kärnten)

Stadtgemeinde im Bezirk St. Veit an der Glan, Kärnten From Wikipedia, the free encyclopedia

Straßburg ist eine Stadtgemeinde mit 1964 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk St. Veit an der Glan in Österreich, im Bundesland Kärnten.

Schnelle Fakten Stadtgemeinde, Wappen ...
Stadtgemeinde
Straßburg
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Straßburg
Straßburg (Kärnten) (Österreich)
Straßburg (Kärnten) (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Kärnten Kärnten
Politischer Bezirk: St. Veit an der Glan
Kfz-Kennzeichen: SV
Hauptort: Straßburg-Stadt
Fläche: 97,57 km²
Koordinaten: 46° 54′ N, 14° 20′ O
Höhe: 642 m ü. A.
Einwohner: 1.964 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 20 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9341
Vorwahl: 04266
Gemeindekennziffer: 2 05 30
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptplatz 1
9341 Straßburg
Website: strassburg.at
Politik
Bürgermeister: Franz Pirolt (FPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2021)
(19 Mitglieder)
9
8
2
9 8 2 
Insgesamt 19 Sitze
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Schließen
BW
Schloss Straßburg
Schloss Straßburg, von der Stadt aus gesehen
Lieding

Geographie

Die Stadt liegt im Norden Kärntens im Gurktal inmitten der Gurktaler Alpen an der Gurk. Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden) Metnitz, Friesach, Micheldorf, Althofen, Mölbling, Gurk und Weitensfeld.

Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus drei Katastralgemeinden: St. Georgen, Straßburg Land und Straßburg Stadt. Das Gemeindegebiet umfasst 50 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[1]):

Nachbargemeinden

Metnitz Friesach
Weitensfeld Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Micheldorf
Gurk Mölbling Althofen

Geschichte

Vor Gründung der Gemeinde

864 schenkte König Ludwig der Deutsche dem Salzburger Erzbistum in dieser Gegend einen Besitz. Die Burg Straßburg wurde 1147 unter dem vierten Gurker Bischof Roman I. errichtet, im 15. Jahrhundert als Schloss ausgebaut und diente bis ins 18. Jahrhundert als Sitz der Gurker Bischöfe. Als Bischofssitz wurde der Ort der wichtigste Platz im Gurktal und so wurde 1229 Straßburg zum Markt erhoben und bereits 1382 erstmals urkundlich als Stadt erwähnt. Das Stadtrecht wurde 1402 von Fürstbischof Konrad III. von Helfenberg bestätigt. In den Jahren 1473 und 1476 kam es zu zwei Türkeneinfällen in Kärnten, da die osmanische Grenze durch Gebietsgewinne von der Republik Venedig sehr nahe an Österreich-Ungarn gerückt war.[2] Auch das Gurktal war betroffen.

Nachdem die Straßburg 1767 durch ein Erdbeben stark beschädigt worden war, wurde die Residenz der Bischöfe zunächst auf Schloss Pöckstein und schließlich 1787 nach Klagenfurt verlegt. Die Ämter der bischöflichen Gutsverwaltung blieben noch bis 1858 in Straßburg. Durch die Verlegung des Bischofssitzes und der Gutsverwaltung verlor die Stadt zusehends an Bedeutung.

Seit Gründung der Gemeinde

Das Gebiet der 1850 neu konstituierten Stadtgemeinde umfasste den Sprengel des ehemaligen Landgerichts Straßburg (ohne Gurk). 1925 trat die Gemeinde Straßburg einen Teil ihres Gebiets an die Gemeinde Gurk ab, betroffen davon waren Reichenhaus und Teile der Orte Kreuzberg, Gassarest, St. Peter und Passeggen.

Verkehrlich wurde die Stadtgemeinde insbesondere durch die Gurktalbahn ab 1898 erschlossen und durch sie an die Südbahn angebunden. Der Betrieb der Gurktalbahn wurde allerdings 1972 eingestellt und danach die gesamte Strecke im Bereich der Gemeinde Straßburg demontiert.

Bei der Gemeindestrukturreform 1973 gab es keine Änderungen am Umfang der Gemeinde Straßburg. 2016 kam es zu einem kleinflächigen Gebietstausch zwischen den Gemeinden Gurk und Straßburg: das Jagdhaus auf der Flatt kam von der Gemeinde Straßburg an die Gemeinde Gurk, während ein Haus von der Gemeinde Gurk an die zur Gemeinde Straßburg gehörende Ortschaft St. Johann kam.

Bevölkerung

Laut Volkszählung 2001 hat Straßburg 2.335 Einwohner, davon sind 95,0 % österreichische und 1,3 % bosnische Staatsbürger. 90,8 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche, 1,0 % zur evangelischen Kirche und 2,2 % sind islamischen Glaubens. 3,3 % der Bevölkerung ist ohne religiöses Bekenntnis.

Bevölkerungsentwicklung

Straßburg: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
3.481
1880
 
3.370
1890
 
3.242
1900
 
3.244
1910
 
3.349
1923
 
3.202
1934
 
3.163
1939
 
2.912
1951
 
3.148
1961
 
2.972
1971
 
2.850
1981
 
2.574
1991
 
2.465
2001
 
2.334
2011
 
2.149
2021
 
2.000
2025
 
1.964
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Monopteros im Schlosspark Pöckstein

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Von den landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden fast gleich viele im Haupt- und im Nebenerwerb betrieben. Die fünf von juristischen Personen geführten Betriebe bewirtschafteten über vierzig Prozent der Flächen. Im Produktionssektor waren sowohl die Anzahl der Firmen als auch die Anzahl der Mitarbeiter gleichermaßen auf die Bereiche Herstellung von Waren und Bauwirtschaft aufgeteilt. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die sozialen und öffentlichen Dienste mit 140 und der Handel mit fast 100 Mitarbeitern (Stand 2011).[3][4][5]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2021[6] 2011 2001 2021[6] 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 99 151 162 119 138 126
Produktion 30 15 17 237 139 169
Dienstleistung 92 101 71 354 319 268
Schließen

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln

Im Jahr 2011 lebten 941 Erwerbstätige in Straßburg. Davon arbeiteten 360 in der Gemeinde und 581 pendelten aus. Von umliegenden Gemeinden kamen 236 Personen zur Arbeit nach Straßburg.[7]

Bildung

Neben Kindergarten und Volksschule gibt es in Straßburg auch eine Mittelschule.[8]

Verkehr

  • Eisenbahn: Durch den Südosten des Gemeindegebietes verläuft die Südbahn. Der nächste Bahnhof befindet sich rund 10 Kilometer entfernt in Althofen.[9] Von der schmalspurigen Gurktalbahn, die das Gemeindegebiet durchzog, besteht nur noch ein kurzer Abschnitt von Althofen bis Pöckstein, der für Museumszüge genutzt wird.
  • Straße: Die wichtigste Verbindung durch das Gemeindegebiet ist die Gurktal Straße B93. Im Südosten des Gemeindegebietes liegt bei Zwischenwässern die Kreuzung der B93 mit der Friesacher Straße B317, die von Judenburg über den Perchauer Sattel nach St. Veit an der Glan führt. Von der Kernortschaft Straßburg führt nach Norden die L62c über die Prekowa ins Metnitztal bei Grades sowie nach Süden die L67b über Gunzenberg nach Meiselding.

Politik

Stadtrat und Bürgermeister

Der Stadtrat von Straßburg hat fünf Mitglieder. Direkt gewählter Bürgermeister ist Franz Pirolt (FPÖ).[10]

Weitere Informationen Name, Zeitraum ...
Bürgermeister seit 1850
NameZeitraumNameZeitraum
Johann Vincenz Gorton1850–1861Wilhelm Freidl1937
Peter Martin1861–1864Matthias Sagl1937–1938
Thomas Krall1864–1867Wilhelm Rothenpieler1938–1939
Johann Vincenz Gorton1867–1879Franz Truppe1939–1945
Heinrich Kaßegger1880–1883Eduard Dietrich1945
Thomas Krall1883–1886Hans Mitteregger1945–1950
Heinrich Kaßegger1886–1892Hans Trocker1950–1951
Alois Strauß1892–1895Franz Truppe1951–1953
Heinrich Kaßegger1895–1896Hans Trocker1953–1959
Wilhelm Gorton1896–1922Hans Aichern1959–1964
Franz Ruhdorfer1924–1926Wilhelm Gorton1964–1991
Michael Stromberger1926–1931Ferdinand Wachernig1991–2009
Jakob Leitgeb1931–1932Franz Piroltseit 2009
Josef Truppe1932–1935
Wilhelm Gorton1935–1936
Schließen

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2021
Wahlbeteiligung: 81,89 %
 %
50
40
30
20
10
0
44,58 %
40,97 %
14,45 %

Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern:

Wappen

Die Führung eines Siegels ist für ca. 1346 (aufgrund der vermuteten Verleihung von Stadtrechten) erschlossen, in einer Urkunde vom 17. Februar 1382 ausdrücklich genannt, aber erst an einer Urkunde vom 12. Februar 1504 erhalten. Für Anlass und Grund der Motivwahl einer roten Rosette gibt es keine Hinweise.

Eine Bescheinigung der Wappenführung und die Neuverleihung der Flagge erfolgte am 19. Dezember 1969. Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold eine achtblättrige rote Rosette, deren Kelch von einer silbergefassten blauen Scheibe gebildet wird, aus deren Mitte acht goldene Strahlen sternförmig zum Rand auf die silbernen Mittelrippen der Rosettenblätter zulaufen.“[13] Die Flagge ist Rot-Gelb-Blau mit eingearbeitetem Wappen.

Städtepartnerschaften

Belege siehe:[14]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Joseph Benedict (1809–1880), Jurist und Politiker
  • Hermann Pischelsberger (* 7. April 1913 in Kreuth; † 23. Februar 1945), Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, im LG Wien hingerichtet
  • Josef Guttenbrunner (1917–2000), Politiker (SPÖ)
  • Hans Riedl (* 4. Februar 1919 in Straßburg in Kärnten; † 22. April 2007), Offizier des Österreichischen Bundesheeres
  • Sepp Krassnitzer (* 1947), Musiker (Künstlername „Robinson“)

Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten

  • Wilhelm Gorton (* 8. Dezember 1864; † 6. Januar 1922), Politiker und Großgrundbesitzer; Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Straßburg
  • Wilhelm Gorton (* 1. Dezember 1922; † 25. August 2016), Industrieller, Politiker (ÖVP) und Großgrundbesitzer; Bürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Straßburg
  • Johann Jakob von Lamberg (1561–1630), katholischer Bischof von Gurk, gestorben in seiner Residenz zu Straßburg, beigesetzt in St. Nikolaus[15]
  • Nik P. (* 6. April 1962 in Friesach, Kärnten), Schlagersänger und -komponist

Literatur

Commons: Straßburg – Sammlung von Bildern
Wiktionary: Straßburg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI