Gemeinde Schaumboden

ehemalige Gemeinde im Kärntner Bezirk Sankt Veit an der Glan From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Gemeinde Schaumboden war eine Gemeinde im Kärntner Bezirk St. Veit an der Glan, die 1850 eingerichtet[1] und 1973 mit den Gemeinden Kraig und Obermühlbach zur Gemeinde Frauenstein vereinigt wurde.[2]

Lage

Sie umfasste die römisch-katholischen Pfarren Steinbichl und Heilige Dreifaltigkeit am Gray zur Gänze und Teile der Pfarren Obermühlbach, Kraig, Sörg und St. Urban,[3] sowie einen Teil der auf Grundlage des Toleranzpatentes von 1781 im Jahr 1783 entstandenen evangelischen Pfarrgemeinde Eggen am Kraigerberg.[4]

Gliederung

Die Gemeinde Schaumboden bestand aus den drei Katastralgemeinden

Die Gemeinde bestand aus folgenden Ortschaften:[6]

Geschichte

Auf Grundlage des provisorischen Gemeindegesetzes von 1849 wurden in Kärnten „Ortsgemeinden“ geschaffen, die aus einer oder mehreren „vermessene[n] Katastral-Gemeinde[n]“ bestanden.[7] 1850 „constitutiert[e]“[8] sich auf diese Weise die knapp 56 km² große Gemeinde Schaumboden über die Katastralgemeinden Schaumboden, Dörfl und Steinbichl.[9] Für die 1850er sind Grundschulen, sogenannte Trivial- oder Elementarschulen[10] in Eggen, Dreifaltigkeit am Gray und Eggen bezeugt,[11] die in den Jahren 1871, 1881 und 1887 öffentliche Volksschulen im Sinne des Reichsvolksschulgesetzes von 1869[12] wurden.[13] Zwischen 1939 und Ende 1941 bildeten die Gemeinden Schaumboden und Obermühlbach eine „Verwaltungsgemeinschaft“.[14] 1973 schließlich wurden „die Gemeinde Schaumboden [...], die Gemeinde Kraig und die Gemeinde Obermühlbach [...] zur Gemeinde Frauenstein vereinigt“, wie es das Gemeindestruktur-Verbesserungsgesetz bestimmte, wobei ein kleiner Teil der ehemaligen Gemeinde der Gemeinde Sankt Urban angeschlossen wurde.[15]

Bergbau

Das Gemeindegebiet verfügt über Magneteisenvorkommen um Dreifaltigkeit am Gray und Zwein.[16] Jedoch wurden um Dreifaltigkeit am Gray in der Zeit des Bestehens der Gemeinde wohl nur „bergmännische[…] Auffahrungen“ betrieben,[17] letztmals zwischen 1923 und 1927.[18] In Zwein hingegen bauten in den 1870er wohl eine später in den Besitz der Alpine Montangesellschaft übergegangene Gesellschaft und zwischen 1894 und 1903 der Brucker Baumeister Forabosco Erz ab.[19]

Bevölkerungsentwicklung

Für die Gemeinde Schaumboden liegen Einwohnerzahlen in Abständen von typischerweise zehn Jahren vor.[20]

Weitere Informationen Einwohnerzahlen ...
Einwohnerzahlen
Jahr Anzahl
1865
 
1391
1869
 
1334
1880
 
1242
1890
 
1207
1900
 
1133
1910
 
1044
1923
 
1016
1939
 
954
1951
 
851
1961
 
817
1971
 
620
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Weitere Informationen Jahr, Einwohnerzahl ...
Jahr Einwohnerzahl Häuser
1850 1125  
1865 1391  
1869 1334 212
1880 1242  
1890 1207  
1900 1133 201
1910 1044  
1923 1016 169
1939 954 169
1951 851 154
1961 817 164
1971 620 158
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Bürgermeister

19. Jahrhundert

Die Bürgermeister der Gemeinde Schaumboden lassen sich im 19. Jahrhundert über Kirchenbücher, Zeitungsartikel und Amtskalender rekonstruieren.

Joseph Laßnigg, vulgo Writzer (1850–1862/63)

Laßnigg war „Besitzer der Wirtzerhube in Predel“[21] und der erste Bürgermeister von Schaumboden.[22] Spätestens seit April 1863 war Laßnigg „der alte Writzer, Einwohner beim Blaßbauer in Schaumboden“, und Pfarrer Tanzenberger bezeichnete ihn im Gegensatz zu früher[23] nicht mehr als Bürgermeister.[24] Da nun Franz Leopold, den Tanzenberger 1865 Bürgermeister nannte,[25] im März 1862 lediglich „Gemeindebeamter“ war,[26] war der Wechsel von Laßnigg zu Leopold wohl 1862/63.

Franz Leopold, vulgo Balsbauer (1862/63–1875)

Leopold war „Gastwirt“,[27] „Lehrer und Meßner“,[28] und „Besitzer der Blasbauerhube“[29] nahe Dreifaltigkeit am Gray. Als Bürgermeister ist er in den Jahren 1865, 1870, 1872 und 1874 bezeugt.[30]

Franz Ertl, vulgo Nußberger (1875–1885)

Ertl war „Besitzer des Gutes Nußberg“[31] und von 1875[32] bis zu seinem Tod im Mai 1885 Bürgermeister.[33]

Josef Wölbitsch, vulgo Stachl (1885/87–1892)

Josef Wölbitsch, vulgo „Stachl in Nußberg“[34] wird seit 1887 im Klagenfurter Haus-, Geschäfts- und Adresskalender als Bürgermeister bezeugt.[35]

Matthias Mitterer, vulgo Vostl (1892–1895)

Matthias Mitterer, vulgo „Vostl in Höffern[36] war eine Amtsperiode Bürgermeister, wie der Klagenfurter Haus-, Geschäfts- und Adresskalender belegt.[37]

Josef Wölbitsch, vulgo Stachl (1895–1901)

1895 wurde Wölbitsch, „der schon früher durch zwei Perioden dieses Amt [...] verwaltet hatte, einstimmig wiedergewählt“, wie die Zeitung Freie Stimmen berichtete. Zwei Amtszeiten später ließ sich Wölbitsch aber „nicht mehr bewegen [...], dieses Amt weiter zu versehen, obgleich er im ersten Wahlgange einstimmig von allen Ausschüssen wiedergewählt wurde“, wie in den Freie Stimmen zu lesen war.[38]

20. Jahrhundert

Brachmaier stellte 1991 die Amtszeiten der Bürgermeister für das 20. Jahrhundert zusammen.[39]

  • Lorenz Jannach, vulgo Fercher in Höffern (1901–1925)
  • Johann Pleschutznig, vulgo Bachlhofer in Nußberg (1925–1927)
  • Ludwig Kampl, vulgo Stadler in Schaumboden (1927–1939)
  • Jakob Trampitsch, vulgo Assl in Predl (1939–1945)
  • Franz Kampl, vulgo Nußberger in Nußberg (1945–1946)
  • Karl Surtmann, vulgo Wrieser in Schaumboden (1946–1950)
  • Roman Stingl, vulgo Josel in Steinbichel (1950–1958)
  • Franz Schaffer, Schulleiter in Eggen am Kraigerberg (1958–1970)
  • Rudolf Legat, Schulleiter in Dreifaltigkeit am Gray (1970–1972)

Literatur

  • Hartmut Brachmaier: Die Gemeinde Frauenstein und ihre Vorgängergemeinden. In: Gemeinde Frauenstein (Hrsg.): 900 Jahre Kraig. Klagenfurt 1991, S. 167–187.
  • Karl Matz: Zur Geschichte der Eisensteinbergbaue Sonntagsberg und Zwein bei St. Veit a. d. Glan in Kärnten. In: Der Karinthin. Folge 58. Klagenfurt 1968, S. 18–21 (zobodat.at [PDF]).

Einzelnachweise

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