Batman (Album)
Soundtrackalbum von Prince
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Batman (englisch für Fledermausmann) ist das elfte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince, der alle Songs arrangierte, komponierte und produzierte. Es erschien am 19. Juni 1989 bei Warner Bros. Records und dient als Soundtrack zum gleichnamigen Film. Musikalisch ist das Album Contemporary R&B, elektronischer Tanzmusik, Funk und Popmusik zuzuordnen. Als Gastsängerin wirkt Sheena Easton mit. Zudem sind die Schauspieler Jack Nicholson, Kim Basinger und Michael Keaton zu hören, weil Prince Dialoge aus dem Film in die Albumsongs sampelte. Musikkritiker bewerteten Batman gemischt; positive und negative Stimmen hielten sich etwa die Waage.
Veröffent-
lichung
Aufnahme
6. Juni 1988 – Ende März 1989
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6. Juni 1988 – Ende März 1989 | ||||||||||||
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Titel (Anzahl) |
9 | ||||||||||||
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42:32 | |||||||||||||
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Besetzung |
s. Mitwirkende | ||||||||||||
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Studio(s) |
Paisley Park Studio (Chanhassen) | ||||||||||||
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Kommerziell erreichte Batman in den USA Doppelplatin und Platz eins der US-Albumcharts; auch in Europa war das Album ähnlich erfolgreich. Mit über fünf Millionen verkauften Exemplaren zählt es zu Prince’ weltweit erfolgreichsten Alben und rangiert hinter 1999, Purple Rain und Diamonds and Pearls. Die Welttournee mit dem Namen Nude-Tour war ebenfalls kommerziell erfolgreich und wurde von insgesamt 900.000 Menschen besucht.
Entstehung
Alle neun Songs nahm Prince zwischen Juni 1988 und März 1989 in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen in Minnesota auf. Ursprünglich war Still Would Stand All Time statt Scandalous vorgesehen, wurde jedoch auf das Nachfolgealbum Graffiti Bridge (1990) verschoben.[1]
Drei Songs entstanden bereits 1988; Electric Chair komponierte Prince am 6. Juni, einen Tag vor seinem 30. Geburtstag.[2] Scandalous nahm er am 17. Oktober auf; als Co-Autor ist sein Vater John L. Nelson (* 29. Juni 1916; † 25. August 2001) angegeben, dessen konkreter Beitrag jedoch nicht belegt ist.[3] Vicki Waiting entstand im Dezember; der Arbeitstitel Anna Waiting bezog sich auf seine damalige Freundin Anna Garcia (* 31. Dezember 1970 in London), bekannt als „Anna Fantastic“, die nicht mit Mayte Garcia verwandt ist. Nach eigenen Angaben stimmte Fantastic einer Überarbeitung für Batman sowie der Umbenennung zu.[4][5]
Mitte Dezember 1988 kontaktierte Filmregisseur Tim Burton Prince’ Manager Albert Magnoli (* 1952). Seit Oktober 1988 arbeitete Burton an den Dreharbeiten zu Batman und integrierte in einen Rohschnitt die Prince-Songs 1999 (1982) und Baby I’m a Star (1984). Da beide Stücke aus seiner Sicht gut zur Geltung kamen, bat er Prince, zusätzliche Songs zu schreiben.[4][6][7]
Ursprünglich war geplant, die Filmmusik zwischen Prince und Michael Jackson aufzuteilen: Prince’ Beiträge sollten den „bösen“, Jacksons den „guten“ Charakteren zugeordnet werden. Während der Dreharbeiten entschied sich Filmproduzent Jon Peters jedoch für ein einheitliches Konzept und verwendete ausschließlich Musik von Prince.[4]
Das Topmanagement von Warner Bros. Records unterstützte Prince’ Engagement, da viele Mitarbeiter dem Film großen kommerziellen Erfolg zutrauten, der seiner Karriere Auftrieb geben sollte. Nach der kommerziellen Enttäuschung des Albums Lovesexy (1988) in den USA galt ein neuer Hit als notwendig. Zudem bot das Projekt nach Purple Rain (1984), Under the Cherry Moon – Unter dem Kirschmond (1986) und Sign O’ the Times (1987) die Chance auf eine erneute Präsenz im Filmgeschäft, was Prince als reizvoll empfand.[4]
Am 20. Januar 1989 reisten Prince und Albert Magnoli nach London zu einem Treffen mit Tim Burton. In den Pinewood Studios besichtigten sie das Filmset von Gotham City, während Kim Basinger (Vicki Vale) und Michael Keaton (Bruce Wayne) eine Szene drehten. Burton zeigte zudem rund 20 Minuten weiteres Filmmaterial, das Prince beeindruckte.[8]
Am folgenden Tag bat Burton Prince zunächst nur um zwei Songs, da Danny Elfman bereits für die Filmmusik engagiert war. Prince schlug jedoch ein vollständiges Album vor, woraufhin Warner Bros. Entertainment entschied, sowohl seine als auch Elfmans Beiträge als separate Soundtracks zu veröffentlichen.[6]
Am 25. Januar 1989 nahm Prince The Arms of Orion auf, dessen Liedtext überwiegend von Sheena Easton stammt.[2] Weitere Aufnahmen verschob er wegen des bevorstehenden japanischen Abschnitts der Lovesexy-Tour; nach Verlusten beim US-Teil absolvierte er die geplanten Konzerte in Japan.[8]
Nach seinem letzten Konzert am 13. Februar 1989 in Osaka kehrte Prince nach Chanhassen zurück und nahm im Paisley Park Studio weitere Songs auf, darunter 200 Balloons, Dance with the Devil, Lemon Crush, Rave Unto the Joy Fantastic und The Future. Außerdem überarbeitete er Anna Waiting und benannte es in Vicki Waiting um. Während der Arbeit am Album erhielt Prince Rohschnitte von Tim Burton, aus denen er Dialoge als Samples in einige Songs integrierte. Ende Februar 1989 präsentierte Prince den Filmproduzenten eine elf Songs umfassende Zusammenstellung. 200 Balloons ersetzte dabei Baby I’m a Star, und Rave Unto the Joy Fantastic ersetzte 1999, stieß jedoch auf geringe Begeisterung bei den Produzenten.
Im März 1989 nahm Prince die Songs Partyman und Trust auf, die 200 Balloons und Rave Unto the Joy Fantastic ersetzten. Später überarbeitete er Rave Unto the Joy Fantastic für das Album Rave Un2 the Joy Fantastic (1999). Ende März 1989 entstand der letzte Song für das Album, Batdance, der Dance with the Devil ersetzte, den Prince als zu düster empfand. Ursprünglich neun Minuten lang, kürzte Prince Batdance auf sechs Minuten.[9]
Am 19. Juni 1989 startete Batman in den Kinos; im Film sind nur die Songs Partyman und Trust prominent zu hören, während Scandalous im Abspann erklingt.[10]
Gestaltung des Covers
Auf der Vorderseite des Albumcovers ist das Batman-Logo in orangefarbenen Konturen auf schwarzem Hintergrund zu sehen; auf der Rückseite stehen die Songtitel in weißer Schrift. Darunter sind die Namen der Hauptdarsteller und des Filmstabs in violetter Schrift angegeben.[11]
Die LP enthält in der Innenhülle vier Porträtfotos von Batman, Joker, Vicki Vale und Prince. Das achtseitige Booklet der CD-Ausgabe fügt acht weitere Filmfotos hinzu. Das zehnseitige Booklet der CD-Sonderausgabe Batcan enthält wiederum andere Filmfotos, darunter ein weiteres Foto von Prince, das auf LP-Innenhülle und CD-Booklet nicht enthalten ist. Die Liedtexte sind in allen Ausgaben enthalten.
Musik und Liedtexte
Albumsongs
Die Musik kombiniert Contemporary R&B, Elektronische Tanzmusik, Funk, Pop und Rock und enthält zudem die Balladen The Arms of Orion und Scandalous. Prince spielte wie gewohnt nahezu alle Musikinstrumente selbst ein. Die Arrangements erscheinen teils lebendiger als in früheren Produktionen, während ein Großteil des Songwritings weniger ausgefeilt wirkt. Tracks wie The Future, Electric Chair, Lemon Crush und Batdance spiegeln dennoch die düstere und bedrohliche Atmosphäre des Films wider.[1][12]
Funk und tanzorientierte Songs prägen Batman stärker als auf einem Prince-Album seit 1999 (1982); Drumcomputer und Synthesizer bilden die wesentlichen musikalischen Elemente. Gitarren werden sparsam eingesetzt und dienen überwiegend als Verzierung. Das Album verwendet mehr Samples als zuvor in seiner Karriere. Fragmente der Stimmen der Figuren Batman/Bruce Wayne (Michael Keaton), Joker (Jack Nicholson) und Vicki Vale (Kim Basinger) erscheinen zwischen und innerhalb der Songs. Für den Film schuf Prince zudem die Figur Gemini (Zwillinge), die eine duale Persönlichkeit aus Batman und Joker im Kampf zwischen Das Gute und Das Böse verkörpert. Gemini erscheint ausschließlich in den Musikvideos Batdance und Partyman und wird von Prince selbst dargestellt; im Film taucht die Figur nicht auf. Laut Liner Notes singt Prince die Songs aus der Perspektive eines oder mehrerer Hauptcharaktere des Films:[11][12][13]
- The Future – Batman
- Electric Chair – Joker
- The Arms of Orion – Bruce Wayne und Vicki Vale
- Partyman – Joker
- Vicki Waiting – Bruce Wayne
- Trust – Joker
- Lemon Crush – Vicki Vale
- Scandalous – Batman
- Batdance – Batman, Bruce Wayne, Joker, Vicki Vale und die von Prince erfundene Figur Gemini
Obwohl als Soundtrack konzipiert, behandeln die Liedtexte überwiegend Prince’ eigene sexuelle und spirituelle Themen. Neben seinem charakteristischen Falsettgesang verwendet er auch tiefere Stimmlagen.[1]
- The Future
- Der Opener ist eine bedrohlich klingende Funk-Nummer, die von einem pumpenden E-Bass angetrieben wird. Trotz sparsamer Produktion fügte Prince Gitarren-Licks, Synthesizer-Fills, gesampelten Gesang der aus Minneapolis stammenden Gospelband Sound of Blackness sowie Clare Fischer arrangierte Streichinstrumente hinzu, die er aus dem unveröffentlichten Song Crystal Ball (1986) entnahm. Der Liedtext ist Prince’/Batmans Appell an die Gesellschaft, sich angesichts einer düsteren Zukunft mit Armut, Drogen und Waffen zu ändern. Er fordert eine dauerhafte Spiritualität, die die Menschen inspiriert und die Zukunft verbessert. Alte Lösungen und Modeerscheinungen seien dafür nicht ausreichend.[14]
- Electric Chair
- Der Song vereint Elemente von Funk und Hard Rock. Im Vordergrund steht ein lauter, wummernder Drumcomputer-Beat; eine heulende Leadgitarre durchschneidet die Textur. Ein zweiter Abschnitt verbindet eine funkige, perkussive Basslinie mit einer ineinandergreifenden Phrase aus E-Gitarre und Synthesizern. Im Text ringt der Joker mit der Frage nach angeborener Schuld; wenn unreine Gedanken ein Verbrechen sind, gilt er nicht nur als schuldig, sondern als des elektrischen Stuhls würdig. Er berichtet, dass er beim Tanzen mit einer Frau deren Freundin gesehen hat, wodurch sein Verlangen fortan nur ihr galt.[14]
- The Arms of Orion
- Die sanfte, melodramatische Popballade erinnert oberflächlich an das Stück Free aus dem Album 1999. Prince’ Klavierspiel bildet die Hauptbegleitung, während streicherähnliche Synthesizer dekorative Akzente setzen. Gegen Ende ergänzt er neoklassische Synthesizer-Verzierungen. Der Liedtext handelt von einem Liebespaar, dessen Schicksal vom Schicksal bestimmt wird. Prince zieht eine Analogie zum Sternbild Orion: Dessen Arme am Himmel seien weit genug, um ihn und seine Geliebte trotz räumlicher Distanz zu verbinden. Orion, einer der Söhne des Gottes Poseidon, ist in zahlreichen Legenden mit verschiedenen Göttinnen und Nymphen verbunden. In einer Erzählung war der Gott Apollo darüber verärgert, dass seine Schwester Artemis, Orion heiraten wollte. Apollo brachte seine Schwester dazu, Orion unwissentlich zu töten; nachdem sie ihre Tat erkannte, stellte sie ihn als Sternbild in den Himmel.[14]
- Partyman

Wachsfigur des Jokers in Anlehnung an die Darstellung durch Jack Nicholson - Die temperamentvolle Funk-Nummer basiert auf einer aktiven Synthesizer-Basslinie und einem treibenden Drumcomputer-Beat. Synthesizer bilden das Hauptinstrument, während Klavierphrasen und Rhythmusgitarren-Licks für Abwechslung sorgen. Den Text singt Prince mit seiner beschleunigten Camille-Stimme. Er bezeichnet den Joker als „the funkiest man you’re ever seen“ und nennt ihn „Partyman“ aufgrund seines wilden Auftretens mit grünen Haaren, schneeweißer Haut, knallroten Lippen und farbenfroher Kleidung; die Botschaft lautet: „Regeln und Vorschriften haben in dieser Nation keinen Platz“. Im Film erklingt der Song in einem Kunstmuseum, wo der Joker und seine Handlanger Gemälde und andere Kunstwerke mit bunten Farben verunstalten.[14]
- Vicki Waiting
- Das bluesbasierte Funk-/Rock-Stück verwendet eine monotone, pulsierende Basslinie, die an The Future erinnert. Ein eingängiges Keyboard-Motiv leitet jede Strophe ein. Der Liedtext zeigt Bruce Waynes Nachdenken über seine Beziehung zu Vicki Vale; er hält sie auf Distanz und wirkt bindungsscheu. Dabei erzählt er einen anzüglichen Witz über die jeweiligen Dimensionen des Penis eines Mannes und der Vagina einer Frau.[14]
- Trust
- Auch dieser Song basiert auf einem Blues-Muster. Das Stück ist eine schnelle, hektische Rocknummer mit stampfendem Beat. Das Tempo ähnelt dem von Baby I'm a Star (1984) aus dem Album Purple Rain. Im Text versucht der Joker, eine Frau zu überzeugen, ihm ihr Vertrauen zu schenken. Er gibt zu, er werde erregt bei dem Gedanken an ihre Begegnung, bestreitet jedoch sexuellen Bezug und betont: „es ist nicht diese Art von Party“. Die letzten Worte stammen von Prince selbst: „Wem vertraust du, wenn du Gott nicht vertrauen kannst? Wem kannst du vertrauen – wem kannst du vertrauen? Niemandem“.[14]
- Lemon Crush

Kim Basinger, 1990 - Der Funk-Track enthält ein vierstimmiges Unisono-Motiv aus Bass und Klavier. Im Refrain treten subtil beunruhigende Synthesizer-Akkorde hinzu; Prince ergänzt die Synthesizer-dominierte Textur mit Gitarrensynthesizer-Phrasen und Leadgitarren-Fills. Seine damalige Freundin Anna Fantastic inspirierte den Text; ihr Lieblings-Cocktail war „Lemon Crush“. Der Text wird aus der Sicht von Vicki Vale erzählt, die ihre Fantasien über Batman beschreibt. Obwohl sie im Film niemals mit ihm schläft, vermittelt der Text ihre Verliebtheit in einen maskierten Mann. Sie wünscht, nicht mehr an Batman zu denken und sich auf die sichere Liebe zu Bruce Wayne zu konzentrieren.[14]
- Scandalous
- Die stimmungsvolle, leicht melancholische Contemporary-R&B-Ballade ist von sexueller Spannung geprägt. Prince’ leidenschaftlicher, teils überdrehter Falsettgesang wird durch symphonische Streicher abgefedert. Der Drumcomputer Linn LM-1 kommt hier erstmals und einzig auf dem Album zum Einsatz. Der Text zeigt Batmans Verlangen nach Vicki Vale; er möchte all ihre Fantasien erfüllen, „alles, wovon [sie] jemals geträumt hat“.[14]
- Batdance
- Der ungewöhnlichste Song ist eine musikalische Extravaganz, die Textzeilen von The Future und Electric Chair mit Dialogschnipseln aus dem Film kombiniert. Batdance beginnt mit einer lauten Rockgitarre, gefolgt von der Bemerkung des Jokers „Oh, I got a live one here“ und seinem markanten Lachen. Das erste Segment ist von Rockmusik geprägt, dominiert von Prince’ E-Gitarre, einem zyklischen Keyboard-Motiv, Orgelimprovisationen und vielschichtigem Gesang, in dem Prince „Batman“ aus der US-Fernsehserie Batman (1966–1968) singt. Das zweite Segment beginnt nach der Frage des Jokers „And where is the Batman?“ mit einem Gitarrensolo und endet abrupt bei „Stop the press, who is that?“. Anschließend wechselt der Song abrupt in einen lockeren, funkigen Midtempo-Teil mit einem zentralen Rhythmusgitarren-Lick. Prince singt: „Hey, we got the power, oh we got the soul, hey we got the sho'nuff get off to make the devil go, go“. Die Aussage des Jokers „this town needs an enema“ („diese Stadt braucht einen Einlauf“) leitet die Rückkehr zum ersten Rocksegment ein. Nach einem letzten Lachen des Jokers endet der Song abrupt mit dem Wort „Stop“. Alle Hauptfiguren des Films übernehmen Sprech- oder Gesangsrollen, einschließlich Matthew Larson, Prince’ damaliger Bandtechniker. Batdance hat keine zusammenhängende Erzählung, sondern skizziert die Charaktere und Philosophien des Films.[14]
Die B-Seiten
- 200 Balloons
- Die B-Seite der im Juni 1989 veröffentlichten Single Batdance nahm Prince am 20. Februar 1989 im Paisley Park Studio auf. 200 Balloons ist ein wilder, gitarrenlastiger Rocksong mit lautem, leicht mechanischem Drumcomputer-Beat. Der Track enthält Samples, darunter vermutlich von Mavis Staples gesprochene Worte „get your house in order“ sowie einen Ausschnitt aus dem Refrain des damals unveröffentlichten Stücks Rave Un2 the Joy Fantastic (1999). Prince singt den Text aus der Perspektive des Jokers und bezeichnet sich selbst als „Der Partymann“. Der partyorientierte Text thematisiert die Feierlichkeiten zum 200-jährigen Bestehen von Gotham City. 200 Balloons ist die einzige B-Seite der Batman-Singles mit direktem Bezug zur Filmhandlung.[15]
- Feel U Up
- Der Song ist die B-Seite der im September 1989 erschienenen Single Partyman. Prince nahm Feel U Up erstmals im November 1981 auf, überarbeitete den Song jedoch im Oktober 1986 im Tonstudio Sunset Sound in Los Angeles und plante ihn für sein unveröffentlichtes Album Camille. Der Funk-Track verfügt über eine roboterhaft wirkende Basslinie und einen dominanten Linn-Snare-Drumcomputer-Beat. Die Bläser verleihen ihm einen R&B-Charakter. Der Text handelt von sexueller Begierde; Prince erklärte: „Es geht um körperliche Anziehung“. Er zeigt nur geringes emotionales Interesse an der Frau, betrachtet selbst einen One-Night-Stand als zu viel Engagement und will sie lediglich „befummeln“. Die Originalaufnahme von 1981 wurde 2019 postum auf 1999 Super Deluxe veröffentlicht.[15][16]
- I Love U in Me
- Der Track, B-Seite der im Oktober 1989 ausgekoppelten Single The Arms of Orion, wurde am 1. August 1989 im Paisley Park Studio aufgenommen. I Love U in Me ist eine sanfte R&B-Ballade mit zarter Keyboardbegleitung. Der Text enthält sexuelle Anspielungen; Prince erklärte: „Alles, was ich will, ist das, was sie mit mir macht“. Wie in vielen seiner Songs identifiziert er Sex mit Liebe und beschreibt den Geschlechtsverkehr als „die Art von Liebe, die man nie vergisst“. Die namentlich nicht genannte Frau sagt: „Ooh, ich liebe dich in mir“, worauf Prince „schwor, nicht zu kommen, bis sie es tut“. Später nimmt sie „beide Hände und ich war ein Lügner“. Während des Liebesspiels „versinken unsere Körper in einer Schweißlache“. Im November 1991 erschien I Love U in Me auch als B-Seite der Single Insatiable vom Album Diamonds and Pearls.[15] 2015 nahm Prince mit Andy Allo eine Akustikversion mit leicht geänderten Texten auf, die auf Allos Album Oui Can Luv veröffentlicht wurde.
- Sex
- Prince nahm das Stück im Sommer 1989 im Paisley Park Studio auf; es erschien als B-Seite der EP The Scandalous Sex Suite im Dezember 1989. Sex beruht auf einer monotonen Basslinie und einem einfachen Keyboard-Motiv. Der Text enthält typische Prince-Zeilen, die sexuelles Verlangen ausdrücken: „Sex, Sex, das Gefühl kann nicht gestoppt werden, Baby, das sollte niemand“. Er vergleicht sich mit einem Endorphin, während sie seine Ekstase verkörpert. Prince singt zudem: „Die 80er sind vorbei und die Zeit ist gekommen für eine neue Proklamation von Liebe und Spaß“ und ergänzt: „Monogamie und Vertrauen, davon rede ich“. Er versichert: „Ich werde alle meine Liebhaber aufgeben, wenn du mich dazu bringen kannst, ‚Oh‘ zu schreien“. Zudem definiert er S-E-X: „S steht für skandalös (scandalous), E für aufregend (exciting), X nur für Erwachsene (adults only). Lass uns etwas Beängstigendes tun“. Prince nahm eine neue Version mit Loïs Lane auf, die im Juni 1992 auf ihrem Album Precious erschien.[17] Im März 1993 erschien die Loïs-Lane-Version als Single und erreichte Platz 48 der niederländischen Charts.
Titelliste und Veröffentlichungen

| # | Titel | Dauer | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | The Future | 4:07 | |||||||
| 2 | Electric Chair | 4:08 | |||||||
| 3 | The Arms of Orion (Duett mit Sheena Easton) a | 5:02 | |||||||
| 4 | Partyman | 3:11 | |||||||
| 5 | Vicki Waiting | 4:52 | |||||||
| 6 | Trust | 4:23 | |||||||
| 7 | Lemon Crush | 4:15 | |||||||
| 8 | Scandalous b | 6:15 | |||||||
| 9 | Batdance | 6:13 | |||||||
| Spieldauer: 42:32 min. | |||||||||
| Autor aller Songs ist Prince a Autoren: Prince und Sheena Easton b Autoren: Prince und John L. Nelson | |||||||||
Batman erschien am 19. Juni 1989 in Europa und einen Tag später in den USA.[18][19] Das Album erschien auf CD, LP, Picture Disc und MC sowie später als Download. Zudem erschien mit Batcan eine auf 20.000 Exemplare limitierte Sonderausgabe in einer schwarzen, runden Metalldose im 5″-Format, die die CD samt Booklet enthält.[20]
Singles
Aus dem Album wurden fünf Singles ausgekoppelt. Am 6. Juni 1989 erschien Batdance als Vorabsingle in einer auf 4:06 Minuten gekürzten Fassung,[21] deren B-Seite den zuvor unveröffentlichten Song 200 Balloons enthält, der auch im Film zu hören ist.[22] Partyman erschien am 18. August 1989 und entspricht der Albumversion;[2] die B-Seite enthält den ebenfalls zuvor unveröffentlichten Song Feel U Up. Die dritte Single, eine auf 3:52 Minuten gekürzte Version von The Arms of Orion, erschien am 16. Oktober 1989; die B-Seite enthält das zuvor ebenfalls unveröffentlichte Stück I Love U in Me.[23]
Scandalous erschien am 28. November 1989 als Single und ist 4:12 Minuten lang,[24] die B-Seite enthält When 2 R in Love, das bereits auf Lovesexy und später auch auf dem Black Album enthalten ist.[23] Die Single erschien jedoch nicht weltweit. Drei Tage später erschien die EP The Scandalous Sex Suite. Sie basiert auf dem Stück Scandalous, das Prince am 1. Oktober 1989 überarbeitete und zu einer 19-minütigen Version erweiterte, die er in die drei Abschnitte The Crime, The Passion und The Rapture gliederte. Dabei übernahm Kim Basinger teilweise die Backing Vocals sowie zahlreiche Stöhngeräusche.[16] Zudem bot Prince Basinger die Hauptrolle in seinem Film Graffiti Bridge (1990) an, die sie jedoch ablehnte.[16][25]
Am 18. Mai 1990 erschien mit The Future die fünfte und letzte Single, die ebenfalls nicht weltweit erschien.[26] Es ist die erste Prince-Single, deren A-Seite in einer Remixversion vorliegt. Für den auf 3:30 Minuten gekürzten Remix waren die beiden britischen Musiker Mark Moore (* 1965) und William Orbit verantwortlich. Die B-Seite enthält die Albumversion von Electric Chair. Die 6:44 Minuten lange Maxi-Single enthält als B-Seite zudem eine 5:43 Minuten lange Remixversion von Electric Chair von Moore und Orbit.[27]
Ende 1989 erschien ausschließlich in Hongkong Trust als Promo-Maxi-Single in der Albumversion.[28] Zudem erschien The Crime aus der EP The Scandalous Sex Suite in Spanien als Promo-Single.[29]
Am 7. Mai 2021 gab der französische Fußballverein Paris Saint-Germain bekannt, mit The Prince Estate („Der Prince-Nachlass“) zusammenzuarbeiten, und veröffentlichte die limitierte Single Prince du Parc auf lilafarbenem Vinyl. Die A-Seite enthält Partyman, die B-Seite eine Liveversion von Cool, aufgenommen bei einem Prince-Konzert mit 3rdEyeGirl am 1. Juni 2014 im Zénith Paris; es war sein letzter Auftritt in Paris.[30] Cool komponierte er im April 1981 für The Time und veröffentlichte den Song im Juli 1981 auf deren gleichnamigem Debütalbum. Im November 1981 erschien Cool als zweite Single des Albums und erreichte Platz 90 der US-Singlecharts.
Musikvideos
Obwohl fünf Songs aus Batman als Singles erschienen, wurden nur zu Batdance, Partyman und Scandalous Musikvideos produziert. Regie bei Batdance und Partyman führte Albert Magnoli, damals Manager von Prince sowie Regisseur der Filme Purple Rain (1984) und Prince – Sign O’ the Times (1987). Bildmaterial aus dem Film Batman wurde in den Musikvideos nicht verwendet.[13]
Das Musikvideo zu Batdance entstand am 27. und 28. Mai 1989 in den Culver Studios in Los Angeles, Kalifornien.[31] Die Choreografie sollte ursprünglich Paula Abdul übernehmen, war jedoch terminlich verhindert, sodass Barry Lather (* 1966) einsprang. Er engagierte fünf Tänzer in den Rollen von Batman, Joker und Vicki Vale; Prince tritt unter anderem als von ihm erfundene Figur „Gemini“ auf. Neben der Albumversion existieren zwei weitere Videos mit den Titeln The Batmix und Vicki Vale Mix; beide sind offizielle Musikvideos und keine Bootlegs.[9][13] Produzent war Gregg Fienberg (* 1960).
In der zweiten Augustwoche 1989 entstand das Musikvideo zu Partyman, ebenfalls in den Culver Studios. Erstmals treten Candy Dulfer und Schlagzeuger Michael Bland in Prince’ Begleitband auf; Bland war Ende 1990 eines der Gründungsmitglieder von The New Power Generation. Prince erscheint erneut als „Gemini“. In der Rahmenhandlung erscheint Gemini verspätet auf einer Feier, auf der sich rund 200 Gäste langweilen. Nachdem sie von ihm vergiftetes Wasser trinken, sterben am Ende des Videos alle Gäste. Anschließend sagt er: „This ain’t over yet“ („Es ist noch nicht vorbei“). Doch in den folgenden Jahren trat Prince nicht mehr als Gemini auf.[13][32] Das Video entstand in der Maxiversion The Video Mix; die Choreografie übernahm erneut Barry Lather, Produzenten waren Scott Flor und Tim Clawson (* 1960).
Das Musikvideo zu Scandalous entstand vermutlich Ende Oktober 1989 in einem Studio in Los Angeles und ist schlicht gehalten; Prince singt, tanzt und reibt sich an einem Mikrofonständer, ohne visuelle Ablenkungen. Er trägt einen roten Overall, wie auf dem Cover der Single.[13] Regie führte Craig Laurence Rice (* 1948), der von 1983 bis 1993 mit Prince zusammenarbeitete.[33][34]
Coverversionen
Einzelne Musiker nahmen Coverversionen von Songs des Albums Batman auf, darunter:[35][36][37]
- The Future: David Byrne (1994), Uwe Schmidt unter seinem Pseudonym Lassigue Bendthaus (1998), Ugress (2008), Duke de Lacy (2016), Stef Kamil Carlens (2024)
- Electric Chair: Wallace Roney & Kenny Garrett mit Bob Belden für das Label Blue Note Records (2006), Divine Reich (2007)
- The Arms of Orion: Keff McCulloch (1991), Bob Belden (1994), Soundstar Orchestra (2003), Duke de Lacy (2016)
- Partyman: Dennis “Shango Trex” Llewellyn (1995), The Funky Groove Connection (2016), Joe Stilgoe (2019)
- Trust: Keff McCulloch (1991)
- Scandalous: Danny Elfman (1989), Ryō Kawasaki (1994)
- Batdance: Allen Toussaint Orchestra (1989), Andromeda Project (1990), Scoobie Do (2006)
Mitwirkende
Musiker
Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und gesungen. Er spielte zudem alle Musikinstrumente selbst; folgende Musiker ergänzten die Aufnahmen:[1][11]
- Anna Fantastic – gesampelte Vocals in Partyman
- Atlanta Bliss – Trompete in Trust
- Christopher Fairbank – gesampelte Vocals in The Future
- Clare Fischer – gesampeltes Orchester in The Future
- Eric Leeds – Saxophon in Trust
- Femi Jiya – gesampelte Vocals in Partyman
- Jack Nicholson (als The Joker) – gesampelte Vocals in Batdance, Partyman, The Future, Vicki Waiting
- Kim Basinger (als Vicki Vale) – gesampelte Vocals in Batdance, Partyman, Vicki Waiting
- Matthew Larson – Vocals in Batdance
- Michael Keaton (als Batman/Bruce Wayne) – gesampelte Vocals in Batdance, The Future
- Robert Wuhl – gesampelte Vocals in Trust
- Sheena Easton – Co-Leadsängerin in The Arms of Orion
- Sounds of Blackness – gesampelter Chor in The Future
Technisches Personal
- Prince – Toningenieur
- Anton Furst – Logo-Illustration
- Chris Lord-Alge – Mixing-Assistenz in Electric Chair
- Chuck Zwicky – Toningenieur-Assistenz
- David Friedlander – Toningenieur-Assistenz
- Eddie Miller – Mixing, Toningenieur-Assistenz
- Femi Jiya – Toningenieur
- Gary LeMel (* 1938; † 2019) – Verantwortlicher für die Albumproduktion bei Warner Bros. Inc.
- Heidi Hanschu – Toningenieur-Assistenz
- Howie Weinberg (als „HW“) – Leiter vom Mastering der Batcan
- Jeff Katz – Fotografie von Prince
- Jon Peters – Executive Producer
- Michael Dilbeck – Musik-Supervisor
- Peter Guber – Executive Producer
- Tom Recchion – Albumdesign
Nude-Tour

| Präsentationsalbum | Batman |
|---|---|
| Anfang der Tournee | 2. Juni 1990 |
| Ende der Tournee | 10. September 1990 |
| Konzerte insgesamt (nach Kontinent) |
2 |
| Konzerte insgesamt | 56 |
| Show Acts | Jenny Morris, Mavis Staples, Loïs Lane |
| Lovesexy Tour (1988–1989) |
Nude-Tour | Diamonds and Pearls Tour (1992) |
|---|
Ein Jahr nach der Veröffentlichung von Batman ging Prince auf Welttournee, die er Nude-Tour nannte. Es war das erste Mal in seiner Karriere, dass er auf Tournee ging, ohne zuvor ein neues Album veröffentlicht zu haben; Batman erschien im Juni 1989, das Nachfolgealbum Graffiti Bridge Ende August 1990.
Der europäische Abschnitt der Nude-Tour begann am 2. Juni 1990 im De Kuip in Rotterdam und endete am 24. August 1990 in der Wembley Arena in London. Schlagzeuger Michael Bland berichtete 2016: „Prince wollte 16 Konzerte in der Wembley Arena spielen, weil die Dire Straits elf ausverkaufte Konzerte gegeben hatten. Der Promoter sagte: ‚Prince, du bist verrückt!‘ Prince erwiderte: ‚Buch die Konzerte.‘ Alle waren ausverkauft.“[38] Damit stellte er einen Besucherrekord in der Wembley Arena auf, der bis heute (2026) Bestand hat.
Prince gab 51 Konzerte in Europa und fünf in Japan vom 30. August bis 10. September 1990. Insgesamt wurden die 56 Konzerte von 900.000 Zuschauern besucht. Die Arenen fassten zwischen 5.000 und 15.000 Besucher; vereinzelt spielte er auch in größeren Stadien. Da im Sommer 1990 neben Prince unter anderem David Bowie, Madonna, The Rolling Stones und Tina Turner auf Tournee waren, waren mehrere seiner Konzerte nicht ausverkauft und wurden in kleinere Hallen verlegt. Die Dauer der Konzerte variierte zwischen 80 und 115 Minuten. Im Gegensatz zu früheren Tourneen gab es keine Aftershows nach den Hauptkonzerten.[39]
Als Vorgruppen des europäischen Abschnitts der Nude-Tour spielten drei verschiedene Liveacts: Bei den ersten zwölf Konzerten trat die australische Singer-Songwriterin Jenny Morris (* 1956) auf; ihre Begleitband bestand aus Mitgliedern von INXS. Bei den folgenden 17 Konzerten fungierte Mavis Staples als Supportact. Ursprünglich sollte sie die gesamte Nude-Tour begleiten, war jedoch terminlich verhindert und konnte nur vom 19. Juni bis 13. Juli 1990 auftreten. Bei den restlichen 22 Konzerten in Europa trat Loïs Lane auf; deren Perkussionist Martin Verdonk stand gelegentlich als Gast mit Prince auf der Bühne.[40] In Japan gab es keine Vorgruppe.
Am 8. August 1990 traf Prince bei einem Konzert in Mannheim zum ersten Mal seine spätere Ehefrau Mayte Garcia. Vor dem Konzert lud er sie in der Maimarkthalle backstage ein, um sich bei der damals 16-jährigen Garcia persönlich für die Videoaufnahmen ihrer Bauchtanz-Choreografie zu bedanken. Während des Soundchecks übergab Garcias Mutter die Videokassette ihrer Tochter an Prince’ Background-Tänzer Kirk Johnson, der sie zeitnah an Prince weiterleitete.[41]
Prince wollte ursprünglich Candy Dulfer als Saxophonistin für die Nude-Tour engagieren. Zudem hätte sie eine kleine Nebenrolle im Film Graffiti Bridge (1990) übernehmen können. Dulfer lehnte beide Angebote ab, da sie Ende 1989 gemeinsam mit David A. Stewart mit der Single Lily Was Here erfolgreich war, was ihr einen Schallplattenvertrag als Solokünstlerin bei BMG Music Publishing einbrachte. Sie arbeitete anschließend an ihrem Debütalbum Saxuality (veröffentlicht am 8. Juni 1990) und gründete die Band Funky Stuff.[23] Damit bestand Prince’ Begleitband während der Nude-Tour aus acht Mitgliedern:
- Damon D. (* 30. Dezember 1960 als Damon Dickson) – Backing Vocals, Tänzer
- Dr. Fink (* 8. Februar 1957 als Matthew Robert Fink in St. Louis Park, Metropolregion Minneapolis-Saint Paul) – Backing Vocals, Keyboard
- Kirky J. (* 22. September 1964 als Kirk Anthony Johnson in Minneapolis, Minnesota) – Backing Vocals, Perkussion, Tänzer
- Levi Seacer Jr. (* 30. April 1961 in Richmond, Kalifornien) – Backing Vocals, E-Bass
- Michael B. (* 14. März 1969 als Michael Bland in Minneapolis, Minnesota) – Backing Vocals, Schlagzeug
- Miko Weaver (* 11. März 1957 als Michael Weaver in Berkeley, Kalifornien) – Akustische Gitarre, Backing Vocals
- Rosie Gaines (* 26. Juni 1960 als Rosie Mary Gaines in Martinez, Kalifornien) – Backing Vocals, Keyboard
- Tony M. (* 7. September 1962 als Anthony Tyrone Mosley in Minneapolis, Minnesota) – Backing Vocals, Rapper, Tänzer
Bis auf Dr. Fink und Miko Weaver integrierte Prince alle Mitglieder von der Nude-Tour Ende 1990 in seine Begleitband The New Power Generation.
Rosie Gaines möchte Nude-Tour verlassen

Während der Nude-Tour kam es zwischen Prince, Rosie Gaines und einzelnen Bandmitgliedern zu zwischenmenschlichen Spannungen. Vor allem Gaines litt darunter: Im überwiegend mit männlichen Kollegen besetzten Tourbus wurde sie aufgrund ihres Übergewichts gehänselt. Zudem waren einige Bandmitglieder auf sie neidisch, da sie als Begleitsängerin eine prominente Rolle innehatte und häufig am Hauptgesang beteiligt war. Da Prince mit Bodyguards separat in einer Limousine reiste, nahm er von den Spannungen im Tourbus wenig wahr.
Gaines wandte sich zunächst an Gilbert Davison, ehemaligen Leibwächter und damaligen Manager von Prince; dies änderte jedoch nichts an der Situation. Schließlich informierte sie Prince direkt. „Er wollte nie, dass sich jemand wegen irgendetwas bei ihm beschwert“, sagte Gaines.[42] Sie drohte, die Band während der Tournee zu verlassen und Prince wegen der Hänseleien im Tourbus möglicherweise zu verklagen. Daraufhin entschloss sich Prince, Gaines im gleichen Tourbus wie Mavis Staples unterzubringen, die für drei Wochen im Vorprogramm auftrat. Rückblickend sagte Rosie Gaines: „Diese Tour war die schlimmste Zeit meines Lebens. Was im Bus geschah, hatte mit Prince nichts zu tun, doch er unternahm nichts, um mich zu schützen. Wenn seine Kollegen dabei waren, war ich für ihn nur irgendeine Frau. Dann benahm er sich wie ein Chauvi und sagte Dinge wie: ‚Oh, sie hat wohl ihre Regel‘.“[42]
Rezensionen
| Professionelle Bewertungen | |
|---|---|
| Durchschnittsbewertung | |
| Quelle | Bewertung |
| AOTY[43] | 64 % |
| Weitere Bewertungen | |
| Quelle | Bewertung |
| AllMusic[44] | |
| Rolling Stone[45] | |
| St. Paul Pioneer Press[46] | |
| Wilson & Alroy’s Record Reviews[47] | |
| Entertainment Weekly[48] | B– |
Die Kritiken zum Album fielen unterschiedlich aus: Einige Musikkritiker bewerteten Batman sehr positiv, andere zeigten sich enttäuscht. Die Website Album of the Year (AOTY) ermittelte aus sieben englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 64 %.[43]
Rick Shefchik von der US-Zeitung St. Paul Pioneer Press bewertete das Album begeistert mit der Höchstnote von vier Sternen. Obwohl Prince in den fünf Jahren nach dem Song Purple Rain möglicherweise individuell stärkere Stücke wie Kiss, Sign “☮” the Times oder I Could Never Take the Place of Your Man schrieb, veröffentlichte er kein in sich geschlossenes Album, das Batman übertraf. Daher könne es „der neue Höhepunkt“ in seiner Karriere werden.[46]
Sassan Niasseri von der deutschen Ausgabe des US-Musikmagazins Rolling Stone bewertete das Album mit vier von fünf Sternen, fast der Höchstpunktzahl. Der Opener The Future sei „vielleicht sein bestes Eröffnungsstück überhaupt“. Im Übergang zu Electric Chair zeige Prince seine „nächste Großtat“, da er seit The Beautiful Ones (1984) „so laut nicht mehr geschrien“ habe. Zudem habe er die Gitarre „auf Anschlag gedreht“. Im Song Batdance bearbeite er „seine Gitarre wie ein Metal-Musiker“. Niasseri bezeichnete das Album als einen „der am meisten unterschätzten Song-Soundtracks überhaupt“.[45]
Stephen Thomas Erlewine von AllMusic bewertete das Album zurückhaltender und vergab zweieinhalb von fünf Sternen. Er bezeichnete The Future und Electric Chair als „gute, funkige Ein-Mann-Stücke“. Vicki Waiting beschrieb er als „hervorragenden reinen Popsong“, während The Arms of Orion eine „peinlich angenehme, saftige Mainstream-Ballade“ sei. Batdance stelle ein „lustiges Dance-Club-Pastiche“ des Albums dar. Aber trotz „dieser Highlights“ gebe es „keine echten Klassiker auf der Platte“, weshalb das Album dazu neige, „im Gedächtnis zu verschwinden“, mutmaßte Erlewine.[44]
Die Musikkritiker David Wilson und John Alroy zeigten sich enttäuscht und vergaben nur zwei von fünf Sternen. Sie stellten fest, dass Prince „im Schlaf professionelle, verkaufsfähige Produkte zusammenstellen“ könne, aber „normalerweise inspiriert oder getrieben sei, originell zu sein“. Auf Batman habe er hingegen „einfach den einfachen Weg“ gewählt. Abgesehen von „dem clever arrangierten Rocker“ Electric Chair und „dem melodischen Groove“ in Vicki Waiting enthalte das Album „nicht viel großartige Musik“. Nur im Track Batdance mache Prince „wirklich etwas Neues“, da er Samples integrierte.[47]
David Browne von der Entertainment Weekly bewertete das Album auf einer Skala von „A+“ bis „F“ mit „B–“. Browne befand, dass Batman „nicht der übliche, abgedroschene Soundtrack“ eines 1980er-Films sei, aber „mit so viel Blödsinn wie Scandalous, Partyman und der holprigen Hitsingle Batdance“ auch nicht das „typische spannende Prince-Album“.[48]
Kommerzieller Erfolg
Chartplatzierungen
|
|
Batman wurde nach Purple Rain (1984) und Around the World in a Day (1985) Prince’ drittes Nummer-eins-Album in den US-Charts. Die EP The Scandalous Sex Suite erreichte Platz 25 in Österreich und Platz 34 in Japan; in anderen Ländern platzierte sie sich nicht.
| Jahr | Titel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[56] (Jahr, Titel, , Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1989 | Batdance | DE10 (19 Wo.)DE |
AT17 (14 Wo.)AT |
CH1 (4) (16 Wo.)CH |
UK2 (12 Wo.)UK |
US1 (1) (18 Wo.)US |
|
| Partyman | DE32 (11 Wo.)DE |
— | CH25 (5 Wo.)CH |
UK14 (6 Wo.)UK |
US18 (10 Wo.)US |
US: 8. November 1989: Gold (500.000+)[59] | |
| The Arms of Orion | — | — | — | UK27 (7 Wo.)UK |
US36 (14 Wo.)US |
Duett mit Sheena Easton | |
| Scandalous | — | AT17 (2 Wo.)AT |
— | UKn.v.UK | — |
Nicht weltweit ausgekoppelt | |
| 1990 | The Future | DE39 (9 Wo.)DE |
— | CH15 (8 Wo.)CH |
— | USn.v.US |
Nur in Europa ausgekoppelt |
Batdance wurde nach When Doves Cry, Let’s Go Crazy (beide 1984) und Kiss (1986) Prince’ vierte Nummer-eins-Single in den US-Charts.
Auszeichnungen für Musikverkäufe
Batman wurde weltweit rund fünf Millionen Mal verkauft.[60]
| Land/Region | Auszeichnungen für Musikverkäufe (Land/Region, Auszeichnung, Verkäufe) |
Verkäufe |
|---|---|---|
| 250.000 | ||
| 600.000 | ||
| 10.000 | ||
| 100.000 | ||
| 100.000 | ||
| 10.000 | ||
| 50.000 | ||
| 25.000 | ||
| 100.000 | ||
| 2.000.000 | ||
| 300.000 | ||
| Insgesamt | 3.545.000 |
Hauptartikel: Prince/Auszeichnungen für Musikverkäufe
Preise
Prince erhielt für die Batman-Ära folgende Auszeichnungen und Preise:
American Music Awards
22. Januar 1990: Sonderpreis „Special Achievement Award“ („Auszeichnung für besondere Leistungen“) bei den American Music Awards 1990.[72]
BRIT Awards
18. Februar 1990: Batman gewann bei den BRIT Awards 1990 in der Kategorie „Soundtrack/Cast Recording“.[73]
Grammy-Nominierungen
21. Februar 1990: Prince wurde bei den Grammy Awards 1990 in vier Kategorien nominiert, gewann aber nicht. Außerdem erhielt Artdirector Tom Recchion für das Albumdesign eine Nominierung in der Kategorie „Grammy Award for Best Recording Package“, ging jedoch ebenfalls leer aus.
NARM Awards
12. März 1990: Batman erhielt bei der National Association of Recording Merchandisers (NARM), seit 2013 als Music Business Association bekannt, den Preis in der Kategorie „Best Selling Movies/TV Soundtrack Album“.[73]
ASCAP Pop Music Awards
2. Mai 1990: Partyman wurde mit einem ASCAP Award in der Kategorie „Most Performed Songs from Motion Pictures“ („Meistgespielte Songs aus Kinofilmen“) ausgezeichnet.[73]
Minnesota Music Awards
7. Mai 1990: Prince gewann in der Kategorie „Pop/Rock – Individual“ („Pop/Rock – Einzelperson“).[73]
Literatur
- Alex Hahn: Besessen – Das turbulente Leben von Prince. Hannibal Verlag, Höfen 2016, ISBN 978-3-85445-610-0.
- Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag; 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
- Jake Brown: Prince In The Studio (1975–1995). Colossus Books, Phoenix 2010, ISBN 978-0-9790976-6-9.
- Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
- Jon Ewing: Prince – CD Books. Carlton Books, Rastatt 1994, ISBN 3-8118-3986-1.
- Joseph Vogel: This Thing Called Life: Prince, Race, Sex, Religion, and Music. Bloomsbury Academic, New York 2018, ISBN 978-1-5013-3397-2.
- Jürgen Seibold: Prince. Verlagsunion Erich Pabel-Arthur Moewig, Rastatt 1991, ISBN 3-8118-3078-3.
- Matt Thorne: Prince. Faber and Faber, London 2012, ISBN 978-0-571-27349-2.
- Mayte Garcia: The Most Beautiful Girl: Mein Leben mit Prince. mvg Verlag, München 2018, ISBN 978-3-86882-897-9.
- Mobeen Azhar: Prince 1958–2016: Sein Leben in Bild und Text. Edition Olms, Oetwil am See/Zürich 2016, ISBN 978-3-283-01265-6.
- Steve Parke: Picturing Prince. Cassell Octopus Publishing Group Ltd, London 2017, ISBN 978-1-84403-959-3.
- Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.
Weblinks
- Informationen zum Album Batman bei Princevault.com


