3121 (Album)
Album von Prince
From Wikipedia, the free encyclopedia
3121 (sprich: „thirty-one, twenty-one“) ist das 31. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince, der alle Songs arrangierte, komponierte und produzierte. Es erschien am 21. März 2006 bei NPG Records / Universal Records. Stilistisch ist es dem Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock und Soul zuzuordnen. Als Gastmusiker wirkten Candy Dulfer, Clare Fischer, Maceo Parker, Sheila E. sowie Prince’ damaliger Protegé Támar Davis mit.
Veröffent-
lichung
Aufnahme
| 3121 | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Studioalbum von Prince | |||||||
|
Veröffent- |
|||||||
|
Aufnahme |
|||||||
|
Format(e) |
|||||||
|
Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock, Soul | |||||||
|
Titel (Anzahl) |
12 | ||||||
|
53:44 | |||||||
|
Besetzung |
s. Mitwirkende | ||||||
|
Studio(s) |
3121 Antelo Rd. (Los Angeles) | ||||||
| |||||||
| |||||||
Musikkritiker bewerteten das Album überwiegend positiv. Aus kommerzieller Sicht war 3121 Prince’ viertes Nummer-eins-Album in den USA und erreichte damit erstmals seit 17 Jahren wieder die Spitze der US-Albumcharts. Die zum Album gehörige Tournee fand ausschließlich im Rio All-Suite Hotel and Casino am Las Vegas Strip statt, wo Prince 40 Konzerte gab.
Entstehung
Im Gegensatz zu anderen Prince-Alben ist über die Entstehung von 3121 öffentlich wenig bekannt. Die Songs nahm Prince vermutlich zwischen Mitte Juni 2004 und Ende 2005 in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen (Minnesota) sowie in seinem Heimstudio 3121 Antelo Rd. in Los Angeles (Kalifornien) auf. Von Oktober 2004 bis September 2005 bewohnte er eine von Barbi Benton gemietete Villa in der 3121 Antelo Road in Los Angeles, in der sich dieses Heimstudio befand. Ende Juni 2005 nahm Prince in den Insomnio Studios in Panama-Stadt Perkussion-Overdubs für Te Amo Corazón auf. Er arbeitete dabei erstmals mit der Schlagzeugerin Cora Coleman-Dunham (* 4. September 1980 in Houston, Texas) und ihrem Ehemann Joshua Dunham zusammen, der bei zwei Stücken E-Bass spielte; beide unterstützten Prince bis 2010, Coleman-Dunham trat zudem unter dem Pseudonym C. C. Dunham auf.[1]
Bereits 2004 nahm Prince im Paisley Park Studio erste Songs für 3121 auf. Black Sweat entstand vermutlich Mitte Juni, da er den Titel bereits am 25. Juni erstmals auf der Musicology-Tour live spielte.[2] Am 19. November nahm Prince gemeinsam mit dem Schlagzeuger Michael Bland und dem Bassisten Sonny Thompson, ehemaligen Mitgliedern seiner Begleitband The New Power Generation, das Titelstück 3121 im Paisley Park Studio auf.[3] Ende des Jahres steuerten die Blechbläser Candy Dulfer, Greg Boyer (* 1958), Maceo Parker und Ray Monteiro (* 1980) entsprechende Overdubs bei.[1]
The Dance nahm Prince ursprünglich zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf und veröffentlichte den Song im März 2004 auf seinem Download-Album The Chocolate Invasion. Ende 2004 oder Anfang 2005 überarbeitete er das Stück und nahm diese Fassung auf 3121 auf.[4]
Im Jahr 2005 nahm Prince die acht Songs Fury, Get On the Boat, Incense and Candles, Lolita, Love, Satisfied, Te Amo Corazón und The Word auf. Den spanisch gesprochenen Satz in Lolita spricht das Model Liza Hernández (* 23. Februar 1980 in Panama), die auch unter dem Pseudonym „Liza Lena“ bekannt ist und bereits 2004 im Musikvideo zu A Million Days als Hauptdarstellerin mitwirkte. Am 6. Oktober 2005 nahm Prince zudem das Stück Beautiful, Loved and Blessed gemeinsam mit Támar Davis auf.[4]
Von September 2005 bis Mai 2006 mietete Prince für monatlich 95.000 US-Dollar (damals rund 80.000 Euro) erneut eine Villa in Los Angeles, diesmal vom damaligen US-Basketballspieler Carlos Boozer. Er ließ das Anwesen nach eigenen Vorstellungen umbauen und nannte es „3121“, obwohl die offizielle Adresse „1235 Sierra Alta Way“ lautete. Beim Auszug machte er die Änderungen rückgängig. Musik nahm Prince dort nicht auf, veranstaltete jedoch exklusive Partys, gab Privatkonzerte und ließ Musikvideos drehen.[5]
Eine frühe Version von 3121 enthielt die Songs Beautiful, Loved and Blessed und Fury noch nicht; stattdessen lag Ende 2005 folgende Tracklist vor:
| # | Titel | Veröffentlichung |
|---|---|---|
| 1 | 3121 | 2006: 3121 |
| 2 | Lolita | 2006: 3121 |
| 3 | Streets of Panama | bis heute (2026) unveröffentlicht |
| 4 | Te Amo Corazón | 2006: 3121 |
| 5 | Incense and Candles | 2006: 3121 |
| 6 | Black Sweat | 2006: 3121 |
| 7 | The Morning After | 2009: Lotusflow3r (Download-Version) |
| 8 | Love | 2006: 3121 |
| 9 | Satisfied | 2006: 3121 |
| 10 | The Word | 2006: 3121 |
| 11 | The Dance | 2006: 3121 |
| 12 | Get On the Boat | 2006: 3121 |
Am 9. Dezember 2005 berichtete das Magazin Billboard, Prince habe einen Vertrag mit Universal Records abgeschlossen. Vier Tage später veröffentlichte er den Song Te Amo Corazón samt Musikvideo als Download und gab eine Pressekonferenz, auf der er ein neues Album ankündigte, ohne dessen Titel zu nennen. Das Datum des Termins, der 13. Dezember, war bewusst gewählt, da es in englischer Schreibweise („12.13.“) in Spiegelschrift den Albumtitel 3121 ergibt. Zudem bestätigte Prince die Billboard-Meldung offiziell und erklärte, er betrachte Universal nicht als „Sklavenschiff“; er habe einen eigenen Vertrag ohne anwaltliche Hilfe ausgehandelt und dabei genau das erreicht, was er gewollt habe.[6]
Támar Davis
Im Jahr 2006 war Prince’ Protegé Támar Davis an sechs Songs auf 3121 beteiligt. Sie wurde am 31. März 1980 in Houston (Texas) als Ashley Támar Davis geboren und tritt unter dem Künstlernamen „Támar Davis“ auf. Als Zwölfjährige war sie Mitglied der Girlgroup Girl’s Tyme, zusammen mit Beyoncé, LaTavia Roberson und Kelly Rowland. Die Band nahm an der US-Castingshow Star Search teil und erreichte das Finale, das sie nicht gewann, woraufhin Davis Girl’s Tyme verließ. Ab 1997 studierte sie Musikwissenschaft an der University of Southern California und schloss sich der Jazzfunk-Girlgroup Angaza an, mit der sie das Album Light aufnahm.[3][7] Ebenfalls 1997 schickte Davis Prince Demoaufnahmen zu, woraufhin sie und ihre Mutter nach Paisley Park einflogen, um Somewhere over the Rainbow aufzunehmen; ein Treffen zwischen ihr und Prince kam damals noch nicht zustande.

2005 stellte die Choreografin Fatima Robinson (* 1971) den Kontakt zwischen Davis und Prince wieder her. Die beiden waren befreundet, und Robinson lud Davis im Januar 2006 ans Set ein, als sie an den Dreharbeiten zum Musikvideo Black Sweat arbeitete. Davis berichtete, dass sie gemeinsam ins Tonstudio gingen, zu singen begannen und am Ende Beautiful, Loved and Blessed schrieben.[8]
Vom 20. Januar bis 18. März 2006 ging Davis in den USA auf Tournee, um für ihr bevorstehendes Album Milk & Honey zu werben, das von Prince produziert wurde. Dieser spielte auf der Tournee Gitarre und Keyboard in ihrer Begleitband. Die Konzerte wurden erst wenige Tage vor dem Termin angekündigt, fanden in kleineren Hallen nach Mitternacht statt und dauerten üblicherweise 60–70 Minuten. Die Tageszeitung Star Tribune bemerkte kritisch: „Wer zum Teufel ist Támar, und warum ist sie am Samstag für das Kurzkonzert im Orpheum (Orpheum Theatre in Minneapolis am 25. Februar 2006) höher als Prince angepriesen?“[9]
Ursprünglich sollte Davis’ Album Milk & Honey am 21. März 2006 bei Universal Records veröffentlicht werden, also am selben Tag wie 3121. Aus „verschiedenen Gründen“, wie sie im April 2006 offiziell erklärte, wurde das Album jedoch bis heute (2026) nicht veröffentlicht. In Japan wurde es kurz vor dem geplanten Termin zurückgezogen, sodass einige bereits gepresste Exemplare anschließend bei eBay für bis zu 800 US-Dollar (damals rund 675 Euro) angeboten wurden.[9] Nach der Veröffentlichung von 3121 arbeitete Davis im weiteren Verlauf ihrer Karriere nicht mehr mit Prince zusammen.
Gestaltung des Covers
Für die Covergestaltung war Artdirector Sam Jennings zuständig, die Fotos fertigte Afshin Shahidi an. Jennings arbeitete von 1998 bis 2007 mit Prince zusammen: zunächst als Webmaster für dessen Websites, später als Artdirector für Schallplattencover wie Xpectation (2003). Shahidi war von 2002 bis 2007 als Fotograf für Prince tätig.
Auf dem Frontcover des Digipak ist Prince mit dem Rücken zur Kamera abgebildet, den Kopf leicht nach links gedreht. Er trägt ein schwarzes Hockey-Jersey mit der weißen Rückennummer „3121“. Der Name „Prince“ ist auf der Vorderseite nicht zu sehen. Beim Aufklappen des Digipaks ist die von Prince gemietete Villa von Carlos Boozer sichtbar. Das Frontcover fotografierte Afshin Shahidi am 19. März 2005, kurz vor Prince’ Auftritt bei den NAACP Image Awards im Dorothy Chandler Pavilion in Los Angeles.[10]
Auf der Rückseite des Digipaks ist die Tracklist des Albums abgedruckt. Das 14-seitige Booklet enthält die Liedtexte und zeigt zudem Fotos der Inneneinrichtung der Villa.[11] Auf der Audio-CD ist „3121 The Music“ zu lesen.
Sam Jennings erklärte nach Prince’ Tod 2016: „Das ursprüngliche Albumcover zeigte das Haus Nummer 3121. Man musste das Tor aufklappen. Eine CD war 3121 The Music, die andere 3121 The Movie. Es gibt eine finale Version des Films, veröffentlicht wurde jedoch nur das Album.“[12]
Titelliste und Veröffentlichungen
| # | Titel | Dauer | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 3121 | 4:31 | |||||||
| 2 | Lolita (feat. Támar Davis) | 4:06 | |||||||
| 3 | Te Amo Corazón | 3:34 | |||||||
| 4 | Black Sweat | 3:11 | |||||||
| 5 | Incense and Candles (feat. Támar Davis) | 4:04 | |||||||
| 6 | Love (feat. Támar Davis) | 5:45 | |||||||
| 7 | Satisfied (feat. Támar Davis) | 2:50 | |||||||
| 8 | Fury | 4:01 | |||||||
| 9 | The Word | 4:11 | |||||||
| 10 | Beautiful, Loved and Blessed (Duett mit Támar Davis) a | 5:43 | |||||||
| 11 | The Dance | 5:20 | |||||||
| 12 | Get On the Boat (feat. Támar Davis) | 6:20 | |||||||
| Spieldauer: 53:44 min. | |||||||||
| Autor aller Songs ist Prince a Autoren: Prince und Támar Davis | |||||||||
3121 wurde weltweit am 21. März 2006 veröffentlicht.[13] Das Album erschien auf CD und MC, später auch als Download. Am 8. Februar 2019 brachte The Prince Estate („Der Prince-Nachlass“) über das Label Legacy Recording, das zu Sony Music Entertainment gehört, 3121 erstmals auf LP heraus; die als Doppelalbum gestaltete Ausgabe erschien auf lilafarbenem Vinyl.[14]
Purple Tickets
Ähnlich wie der Hauptdarsteller Willy Wonka aus dem Kinderbuch Charlie und die Schokoladenfabrik (1964) versteckte Prince in sieben US-Ausgaben des Albums 3121 sogenannte „Purple Tickets“. In Japan und den Niederlanden enthielten einige Alben Gewinncodes, die online eingelöst werden konnten. Auch iTunes sowie ein britischer Radiosender und ein australischer Fernsehsender veranstalteten Gewinnspiele mit „Purple Tickets“. Die 25 Gewinner aus den USA, Mexiko und den Niederlanden wurden am 6. Mai 2006 zu einem „An Evening with Prince“-Konzert in seiner Villa am „1235 Sierra Alta Way“ in Los Angeles eingeladen. Sie erhielten ein Taschengeld von 250 US-Dollar, konnten jeweils einen Gast mitbringen und wurden vom Hotel zur Villa chauffiert. Zwei Filmteams führten Interviews, und gegen 23:00 Uhr trafen weitere Gäste aus Musik- und Filmbranche ein, darunter Angela Bassett, Bruce Willis, Cicely Tyson, David Duchovny, Forest Whitaker, Jada Pinkett Smith, Jessica Alba, Jude Law, Mitglieder der Band Maroon 5, Mekhi Phifer, Natalie Cole, Sharon Stone, Thandiwe Newton und Trisha Yearwood. Um 23:30 Uhr begann das Konzert: Támar Davis trat als Vorgruppe für etwa 60 Minuten auf, anschließend spielte Prince rund 65 Minuten, unterstützt von Larry Graham.[15]
Am 1. Oktober 2008 wurden Gewinner der „Purple Tickets“ zur Vorstellung von Prince’ Buch 21 Nights im Luxushotel The Dorchester in London eingeladen; Prince selbst nahm nicht an der Veranstaltung teil.[16] Am 1. Februar 2009 lud er drei Gewinner in seine Villa in der 77 Beverly Park Ln. in Beverly Hills zu „einer Reise durch die Galaxie“ ein, bei der er als Gastgeber seine neue Website Lotusflow3r.com präsentierte.[17] Prince wohnte in dieser Villa 2008 und 2009.
Singles
Von dem Album wurden drei Singles ausgekoppelt. Am 13. Dezember 2005 konnten Mitglieder von Prince’ damaliger Website NPG Music Club.com den Song Te Amo Corazón herunterladen. Eine Woche später erschien er als 1-Track-CD-Single, die nicht weltweit veröffentlicht wurde. Am 14. Februar 2006 folgte eine limitierte CD/DVD-Single, auf der auch das Musikvideo zu Te Amo Corazón enthalten ist.[1]
Black Sweat wurde am 21. Februar 2006 als Download über NPG Music Club.com veröffentlicht. Die CD-Single erschien am 7. März, mit Beautiful, Loved and Blessed als B-Seite. Am 22. Mai 2006 folgte die Single Fury, ebenfalls nicht weltweit veröffentlicht; auf der B-Seite ist der Liveauftritt von Prince am 14. Februar 2006 bei den BRIT Awards in London zu hören, wobei nur die Liveversionen von Fury und Te Amo Corazón enthalten sind. Die von ihm ebenfalls gespielten Songs Let’s Go Crazy und Purple Rain fehlen auf der B-Seite. Alle Singleversionen entsprechen der jeweiligen Albumversion von 3121, und Black Sweat sowie Fury erschienen auch als Vinyl-Maxisingle Picture Disc.
Im Februar 2006 wurde in Europa die 1-Track-Promo-CD Beautiful, Loved and Blessed (Edit) mit Támar Davis veröffentlicht. Die auf 3:12 Minuten gekürzte Version sollte eigentlich Davis’ Album Milk & Honey bewerben, das letztendlich nicht erschien.[18]
Musikvideos

Prince produzierte drei Musikvideos zu den Singleauskopplungen Te Amo Corazón, Black Sweat und Fury. Das Musikvideo zu Te Amo Corazón wurde am 18. September 2005 in Marrakesch in Marokko gedreht; Regisseurin war Salma Hayek. Prince hält sich in einem Riad auf und versucht, die spanische Gastgeberin, dargestellt von Mía Maestro, zu verführen. Er ist so in sie verliebt, dass er sie heimlich filmt, um sie auch allein sehen zu können.[19][20] Te Amo Corazón ist das einzige Prince-Musikvideo, das auf dem afrikanischen Kontinent gedreht wurde. Im März 2009 veröffentlichte Prince auf seinem Album MPLSound den Song Valentina, der der Tochter (* 21. September 2007) von Salma Hayek gewidmet ist.
Das Musikvideo zu Black Sweat wurde am 21. Januar 2006 in Prince’ gemieteter 3121-Villa in Los Angeles gedreht.[21] Neben Prince treten nur die Tänzerinnen Celestina Aladekoba (* 1984) und Rashida Gonzalez Robinson (* 17. Juli 1980), bekannt unter dem Pseudonym „DJ Rashida“, auf, mit der Prince von 2005 bis 2007 zusammenarbeitete. Regisseurin war Sanaa Hamri (* 1977), die bereits 2004 Musikvideos zum Album Musicology verantwortete. Nach Girls & Boys (1986) ist Black Sweat das zweite Prince-Video, das in Schwarzweiß gedreht wurde. Im August 2006 wurde es bei den MTV Video Music Awards in der Kategorie „Best Cinematography in a Video“ nominiert; den Preis gewann James Blunt für You’re Beautiful.
Das Musikvideo zu Fury wurde Ende Januar und Anfang Februar 2006 ebenfalls in der 3121-Villa gedreht. Regisseurin war erneut Sanaa Hamri, die über die Dreharbeiten berichtete: „Wir haben viel in diesem Haus gedreht, und zwar das ganze Jahr über. Die Dreharbeiten zu Black Sweat fühlten sich für mich und mein Team wie ein typischer Tag an. Fury wurde etwas später gefilmt, auf einer der 3121-Partys. Prince bat mich, Kameras zu besorgen, damit wir einen Liveauftritt filmen konnten. Es war sehr roh, sehr aus dem Stegreif.“ Prince präsentiert den Song mit seiner Begleitband und Tänzerinnen und streckt am Ende des Videos kurz die Zunge heraus.[22]
Coverversion
Von den Songs des Albums 3121 sind lediglich zwei Coverversionen bekannt: Te Amo Corazón wurde im September 2006 von Viktoria Tolstoy als Jazzversion veröffentlicht, und Get On the Boat erschien 2010 auf dem Album Consequences der deutschen Band Bubble Trouble in einer Version, die der Originalaufnahme von Prince ähnelt.[23][24][25]
Mitwirkende
Musiker
Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und vorgetragen. Er spielte zudem alle Musikinstrumente selbst ein; folgende Personen ergänzten die Aufnahmen:
- Candy Dulfer – Saxophon in 3121, Get On the Boat, Satisfied
- Cora Coleman-Dunham – Schlagzeug in Get On the Boat, Te Amo Corazón
- Greg Boyer – Posaune in 3121, Get On the Boat, Satisfied
- Herbert Ureña – Bongos, Congas, Perkussion in Te Amo Corazón
- Joshua Dunham – E-Bass in Get On the Boat, Te Amo Corazón
- Liza Hernández (als Liza Lena) – „guest per4mer“ (Beiträge nicht definiert)
- Maceo Parker – Saxophon in 3121, Get On the Boat, Satisfied
- Michael Bland – Schlagzeug in 3121
- Ray Montiero – Trompete in 3121, Get On the Boat, Satisfied, Te Amo Corazón
- Ricky Salas – Bongos, Perkussion, Timbales in Te Amo Corazón
- Sheila E. – Perkussion in Get On the Boat
- Sonny Thompson – E-Bass in 3121
- Támar Davis – Backing Vocals in Get On the Boat, Incense and Candles, Lolita, Love, Satisfied; Co-Leadsängerin in Beautiful Loved and Blessed
- The New Power Generation – zusätzliche Rufe in Lolita
Technisches Personal
- Prince – Toningenieur
- Afshin Shahidi – Fotografie
- Bernie Grundman – Mastering
- Clare Fischer – Arrangement des Saiteninstruments in Te Amo Corazón
- Ian Boxill (* 1967; † 2023) – Toningenieur
- L. Stu Young – Toningenieur
- Lisa Chamblee Hampton – Toningenieur-Assistentin
- Sam Jennings – Albumdesign
Tournee
| Präsentationsalbum | 3121 |
|---|---|
| Anfang der Tournee | 11. November 2006 |
| Ende der Tournee | 29. April 2007 |
| Konzerte insgesamt (nach Kontinent) |
1 in Nordamerika |
| Konzerte insgesamt | 40 |
| Musicology Live 2004ever (2004) |
Per4ming Live 3121 | 21 Nights In London: The Earth Tour (2007) |
|---|

Die Tournee zum Album nannte Prince „Per4ming Live 3121“ und fand vom 11. November 2006 bis zum 29. April 2007 ausschließlich im Rio All-Suite Hotel and Casino am Las Vegas Strip in Nevada statt.[1] Er gab eine Konzertreihe von 40 Auftritten, bei der jedes Konzert durch unterschiedliche Songauswahl individuell gestaltet war; die Länge variierte zwischen 90 und 140 Minuten. Der Konzertbeginn lag meist nach Mitternacht, die Zuschauerkapazität betrug 1.100 Plätze, und eine Karte kostete üblicherweise 125 US-Dollar (damals etwa 91 Euro).
Bei einigen Konzerten traten Gastmusiker auf, darunter Katt Williams (18. November 2006), Mavis Staples (20. Januar 2007), Larry Graham und Will.i.am (28. Januar 2007), Elton John (10. Februar 2007), CeeLo Green, Natalie Cole und erneut Will.i.am (17. Februar 2007), Dave Chappelle, Ludacris und Talib Kweli (19. Februar 2007), Susannah Melvoin und ihre Zwillingsschwester Wendy Melvoin (24. März 2007), Candy Dulfer und Sheila E. (31. März 2007), Támar Davis (1. April 2007), Babyface und Wayne Brady (15. April 2007) sowie Macy Gray (22. April 2007).[26]
Prince’ Begleitband bestand während dieser Konzertreihe aus elf Mitgliedern:[26]
- Cora Coleman-Dunham – Schlagzeug
- Greg Boyer – Posaune
- Joshua Dunham – E-Bass
- Mike Phillips – Backing Vocals, Saxophon, Vocoder
- Morris Hayes – Backing Vocals, Keyboard
- Renato Neto – Keyboard
- The Twinz (Maya McClean und ihre Zwillingsschwester Nandy McClean) – Backing Vocals, Tänzerinnen
- ab dem 30. Dezember 2006: Shelby J. – Backing Vocals
- ab dem 20. Januar 2007: Lee Hogans – Trompete
- vom 25. November 2006 bis zum 14. Januar 2007 und vom 17. Februar bis zum 19. Februar sowie vom 21. April bis zum 29. April 2007: Maceo Parker – Backing Vocals, Saxophon
Aftershows
Ab 1986 spielte Prince nach dem Hauptkonzert gelegentlich eine Aftershow, also ein weiteres Konzert nach Mitternacht. Diese Auftritte fanden in kleineren Musikclubs mit meist 300 bis 1.500 Zuschauern statt. Prince verzichtete dabei auf aufwendige Bühnenshows, Choreografien und Lightshows seiner Hauptkonzerte, gestaltete die Songauswahl anders und ließ häufig seine Top-Ten-Hits aus. Höhepunkte mancher Aftershows waren Gastauftritte bekannter Musiker.
Bei 25 der 40 Konzerte am Las Vegas Strip spielte Prince eine Aftershow, die meist erst ab 03:00 Uhr nachts begann und wie die Hauptkonzerte alle im Rio All-Suite Hotel and Casino stattfand. Bei einigen dieser Auftritte traten Gastmusiker auf, darunter: am 30. und 31. Dezember 2006 Carlos Henriquez und Eldar Djangirov, 28. Januar 2007 Will.i.am, 10. Februar Sheila E., 17. Februar erneut Will.i.am, 18. Februar Doug E. Fresh, Talib Kweli und erneut Will.i.am, 24. Februar Christian Scott und Esperanza Spalding, 11. März Lakecia Benjamin, 24. März Larry Graham, Susannah Melvoin und ihre Zwillingsschwester Wendy Melvoin sowie am 1. April 2007 Támar Davis. Zudem wirkte Sheila E. am 31. März, 1. April und bei der letzten Aftershow am 29. April 2007 als Gastmusikerin.[27]
Rezensionen
| Professionelle Bewertungen | |
|---|---|
| Durchschnittsbewertung | |
| Quelle | Bewertung |
| AOTY[28] | 67 % |
| Weitere Bewertungen | |
| Quelle | Bewertung |
| AllMusic[29] | |
| People[30] | |
| Rolling Stone (USA)[31] | |
| Wilson & Alroy’s Record Reviews[32] | |
| Entertainment Weekly[33] | C+ |
Musikkritiker bewerteten 3121 überwiegend positiv; besonders die Songs Black Sweat und The Word wurden häufig als die stärksten Stücke des Albums hervorgehoben. Die Website Album of the Year (AOTY) ermittelte auf Grundlage von 22 englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 67 %.[28]
Die US-Zeitschrift People bewertete das Album mit dreieinhalb von vier Sternen und bezeichnete es als „sogar noch besser“ als Musicology (2004), das „noch mehr Höhepunkte“ biete. Black Sweat und Lolita seien Prince’ „bester Doppelschlag“ seit Cream und Gett Off (1991). Das „brennende, mit E-Gitarren aufgeladene“ Fury führe ihn „zurück zum Funk-Rock-Ruhm der Revolution-Ära“, während das spirituell glühende Beautiful, Loved and Blessed Prince mit Támar Davis zusammenbringe, die eine „viel bessere Duettpartnerin“ als Apollonia Kotero sei. Wenige langsame Jams wie das Latin-angehauchte Te Amo Corazón verhinderten, dass 3121 ein Volltreffer werde. Dennoch existierten genügend Songs, „um einen immer wieder in den Wahnsinn zu treiben“.[30]
Stephen Thomas Erlewine von AllMusic bewertete 3121 mit vier von fünf Sternen. Das Album wirke „straff und prägnant“ sowie „klassisch strukturiert“, wobei „die wechselnden Stimmungen und Texturen zwischen den Songs betont“ würden. Es sei kein bloßes Song-Sammelsurium, sondern ein Album, das „lebendig, abwechslungsreich und im besten Fall aufregend“ klinge. Besonders das Titelstück zeige Prince „ziemlich aufregend“, da er „sein hochgestimmtes Alter Ego Camille [1987] wieder aufleben“ lasse und sich dann „kopfüber in den Elektro-Funk“ von Black Sweat und Lolita stürze, die an „Meisterwerke“ wie Kiss (1986) und Sign “☮” the Times (1987) erinnerten. 3121 sei „zwar nicht perfekt“; schlechte Songs gebe es nicht, aber die Dynamik lasse in der zweiten Hälfte „ganz leicht“ nach. Prince betrete vielleicht kein Neuland mehr, „aber seine Exzentrik ist jetzt ein Attribut und kein Fluch mehr“, wodurch „sein Markenzeichen, eine Mischung aus Funk, Pop, Soul und Rock, fast genauso umwerfend“ klinge wie nach „einem populären und kreativen Höhepunkt“ in den 1980er Jahren.[29]
Robert Christgau vom US-Musikmagazin Rolling Stone bewertete 3121 mit vier von fünf Sternen und titelte seinen Artikel „Prince’ neueste Sensation“. Er bezeichnete Prince als „den begabtesten populären Musiker unserer Zeit“ (Stand 2006) und die Beats auf dem Album als „ziemlich abgefahren, wild schräg, exzentrisch und aufregend“. Im Vergleich zu Musicology lege 3121 Wert auf „schnellere Tempi“ und meist „einen konventionelleren Sound“. The Word sei der „krasseste Song“, da er „mehr als jede Nummer von Kirk Franklin oder Stevie Wonder“ Religiosität „hip“ wirken lasse. Prince verzichte zudem „nicht auf Sex-Themen“, wie in Incense and Candles, Lolita und Satisfied zu hören sei, die Christgau als „erotisch“ beschrieb.[31]
Die beiden Musikkritiker David Wilson und John Alroy bewerteten 3121 enttäuscht und vergaben zwei von fünf Sternen. Zwar könne Prince „praktisch in jedem Genre gut klingende, meisterhaft gespielte Melodien zusammenstellen, ohne darüber nachzudenken“, doch das Album zeige, dass er dies nicht unbedingt tun sollte. Das Titelstück besitze „keine Leidenschaft, Originalität oder auch nur eine solide Melodie“. Prince bediene auf dem Album „alle üblichen Formeln“: minimalistische Funkelemente wie in Black Sweat im Stil von Kiss, R&B-Balladen wie Satisfied im Stil von Adore (1987), akustischen Pop wie in The Word im Stil von 7 (1992), Arena-Rocker wie Fury sowie zarte Balladen wie Te Amo Corazón – alle „mit schwachen Hooks und Texten“, beispielsweise auch in Lolita. Wilson betonte, dass die Arrangements und die Produktion „so viel besser entwickelt“ seien als beim Album Newpower Soul (1998), das inhaltlich ähnlich schwach wirke, und vergab Newpower Soul lediglich 1,5 Sterne.[32]
Raymond Fiore von der Entertainment Weekly bewertete 3121 enttäuscht und vergab auf einer Skala von „A+“ bis „F“ die Note „C+“. Er beschrieb das Album als „soundsovielte Enttäuschung“, da Prince nicht gefunden habe, „wie er in seine 1980er-Trickkiste zurückgreifen und etwas Zeitgemäßes kreieren kann“. Fiore schrieb, das Album wirke „wie eine zufällige Auswahl von zwölf Tracks aus seinem unbearbeiteten Unterbewusstsein“. Vom verzerrten Synthie-Funk-Groove des Titeltracks über den langsamen Te Amo Corazón bis zum Gospel-Blues in Satisfied zeige Prince seine „gewohnt großspurige I-Can-Do-It-All-Pose“. Wenn er „mit seinem eigenen grenzenlosen Potenzial allein gelassen“ werde, könne er „nicht widerstehen, sich selbst im Weg zu stehen“, was das „aufgeblasene Latin-Shuffle-Melodrama“ The Dance beweise, das „mit jedem überflüssigen Glöckchen, Pfeifen, Klatschen und Streichersound, der ihm zur Verfügung steht, vollgestopft“ sei. Fiore bezeichnete das Stück Black Sweat als einzigen überzeugenden Song.[33][34][35]
Kommerzieller Erfolg
Chartplatzierungen
|
|
3121 war zu Prince’ Lebzeiten sein einziges Album, das in den USA direkt auf Platz eins debütierte. Nach Purple Rain (1984), Around the World in a Day (1985) und Batman (1989) war es zugleich sein viertes und letztes Nummer-eins-Album in der US-Albumhitparade zu Lebzeiten.
| Jahr | Titel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[43] (Jahr, Titel, , Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2005 | Te Amo Corazón | DE58 (6 Wo.)DE |
AT61 (3 Wo.)AT |
CH24 (15 Wo.)CH |
UKn.v.UK | — |
Nicht weltweit ausgekoppelt |
| 2006 | Black Sweat | DE80 (4 Wo.)DE |
— | CH52 (6 Wo.)CH |
UK43 (2 Wo.)UK |
US60 (1 Wo.)US |
|
| Fury | — | — | CH92 (1 Wo.)CH |
UK60 (1 Wo.)UK |
USn.v.US |
Nicht weltweit ausgekoppelt | |
Te Amo Corazón und Black Sweat waren zu Prince’ Lebzeiten seine letzten Singles, die sich in den Charts von Deutschland, Österreich und den USA platzieren konnten. Erst postum ab 2016 war er in diesen Singlecharts erneut vertreten.
Auszeichnungen für Musikverkäufe
| Land/Region | Auszeichnungen für Musikverkäufe (Land/Region, Auszeichnung, Verkäufe) |
Verkäufe |
|---|---|---|
| 15.000 | ||
| 500.000 | ||
| 60.000 | ||
| Insgesamt | 575.000 |
Hauptartikel: Prince/Auszeichnungen für Musikverkäufe
Preise
Prince erhielt für die 3121-Ära folgende Auszeichnungen und Preise:
Webby Awards
- 12. Juni 2006: Auszeichnung bei den Webby Awards für sein Lebenswerk in der Kategorie „Lifetime Achievement Award“.[44]
BET Awards
- 27. Juni 2006: Gewinner bei den BET Awards in der Kategorie „Best Male R&B Artist“.[44]
Minnesota Music Awards
- 1. Oktober 2006: Black Sweat gewann in der Kategorie „Song of the Year“.[44]
Grammy-Nominierungen
- 11. Februar 2007: Prince wurde bei den Grammy Awards 2007 in fünf Kategorien nominiert; zweimal für das Album, zweimal für Black Sweat und einmal für Beautiful, Loved and Blessed, gewann aber in keiner Kategorie.
NAACP Image Award
- 2. März 2007: Gewinner beim NAACP Image Award in der Kategorie „Outstanding Male Artist“.[44]
Literatur
- Afshin Shahidi: A Private View. St. Martin’s Press, New York 2017, ISBN 978-1-250-13443-1.
- Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
- Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag, 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
- Jake Brown: Prince in the Studio (1975–1995). Colossus Books, Phoenix 2010, ISBN 978-0-9790976-6-9.
- Jason Draper: Chaos, Disorder, And Revolution. Backbeat Books, New York 2011, ISBN 978-0-87930-961-9.
- Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
- Mobeen Azhar: Prince 1958–2016: Sein Leben in Bild und Text. Edition Olms, Oetwil am See/Zürich 2016, ISBN 978-3-283-01265-6.
- Ronin Ro: Prince – Inside the Music and the Masks. St. Martin’s Press, New York 2011, ISBN 978-0-312-38300-8.
- Steve Parke: Picturing Prince. Cassell Octopus Publishing Group Ltd, London 2017, ISBN 978-1-84403-959-3.
Weblinks
- Informationen zum Album 3121 bei Princevault.com