Alberto Contador

spanischer Radrennfahrer From Wikipedia, the free encyclopedia

Alberto Contador Velasco (* 6. Dezember 1982 in Madrid) ist ein ehemaliger spanischer Radrennfahrer. Er zählt zu den erfolgreichsten Radsportlern der frühen 2000er Jahre und konnte als fünfter Fahrer alle drei Grand Tours für sich entscheiden. Er gewann die Tour de France (2007, 2009) und den Giro d’Italia (2008, 2015) zweimal und setzte sich dreimal bei der Vuelta a España (2008, 2012, 2014) durch.

SpitznameEl Pistolero
Geburtsdatum6. Dezember 1982
NationSpanien Spanien
DisziplinStraße
Schnelle Fakten Zur Person, Spitzname ...
Alberto Contador
Alberto Contador bei der Tour de France 2009
Alberto Contador bei der Tour de France 2009
Zur Person
Spitzname El Pistolero
Geburtsdatum 6. Dezember 1982
Nation Spanien Spanien
Disziplin Straße
Fahrertyp Rundfahrer
Körpergröße 1,76 m
Renngewicht 62 kg
Karriereende 2017
Doping
2010–2012 Clenbuterol
Internationale Team(s)
2003
2004–2006
2007
2008–2010
2011–2016
2017
ONCE
Liberty Seguros
Discovery Channel
Astana
Tinkoff
Trek-Segafredo
Wichtigste Erfolge
Grand Tours
Gelbes Trikot Tour de France 2007, 2009
Rosa Trikot Giro d’Italia 2008, 2015
Rotes Trikot Vuelta a España 2008, 2012, 2014
UCI WorldTour
Paris–Nizza 2007, 2010
Tirreno–Adriatico 2014
Baskenland-Rundfahrt 2008, 2009, 2014, 2016
UCI World Ranking
UCI World Ranking Leadertrikot UCI World Calendar 2009
Letzte Aktualisierung: 10. Februar 2026
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2010 wurde er wegen Dopings gesperrt. Diese trat durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) im Februar 2012 rückwirkend für zwei Jahre in Kraft (von August 2010 bis August 2012). Gleichzeitig wurden Contador sämtliche Erfolge seit dem positiven Dopingbefund offiziell aberkannt. Darunter die Gesamtsiege der Tour de France 2010 sowie des Giro d’Italia 2011.

Sportliche Karriere

Kindheit und Jugend

Alberto Contador wurde am 6. Dezember 1982 in Madrid geboren. Er war das dritte von vier Kindern. Neben einem älteren Bruder und einer jüngeren Schwester hat er einen jüngeren Bruder, der mit Cerebralparese zur Welt kam. In jungen Jahren war Alberto Contador im Fußball und in der Leichtathletik aktiv, ehe er durch seinen älteren Bruder Francisco Javier zum Radsport kam. Dieser hatte von seinen Eltern aufgrund seiner guten Schulnoten ein Fahrrad der Marke Orbea bekommen, das Alberto Contador später erbte. Im Alter von 14 Jahren begann er regelmäßig nach der Schule zu trainieren, ehe er ein Jahr später dem lokalen Radsportverein Unión Ciclista de Pinto beitrat.[1][2] Mit 16 Jahren wechselte er zum Real Velo Club Portillo, wo vermehrt an Wettkämpfen teilnahm und mit seinen Fähigkeiten in den Bergen aufzeigte.[3] Bald wurde er aufgrund seiner Fahrweise mit der italienischen Radsport-Ikone Marco Pantani verglichen.[4]

Mit 17 Jahren brach Alberto Contador die Schule ohne Bachillerato ab und konzentrierte sich ganz auf den Radsport.[5] In seinem zweiten Jahr als Junior feierte er seine ersten Siege auf nationaler Ebene, wurde jedoch nicht für die Straßenradsport-Weltmeisterschaften des Jahres 2000 in Plouay nominiert. Mit dem Aufstieg in die Klasse U23 zog Alberto Contador nach Azpeitia und schloss sich mit 19 Jahren der baskischen Iberdrola-Mannschaft an. Diese fungierte als Amateurteam der ONCE-Mannschaft. Als Amateur konnte er weitere Erfolge einfahren. So gewann Contador das Gorla-Bergrennen (Subida a Gorla) in Rekordzeit und sicherte sich als Dritter die Bronzemedaille der spanischen U23 Zeitfahrmeisterschaft. Im Jahr 2002 ging er für die Würth-Mannschaft an den Start, die als offizielles Nachwuchsteam der ONCE-Mannschaft vom gemeinsamen Teamchef Manolo Saiz geführt wurde. Alberto Contador ging nun auch bei internationalen Wettkämpfen an den Start und gewann im Frühjahr die Nachwuchswertung der Tour de Bretagne. Weiters wurde er in jenem Jahr spanischer Zeitfahrmeister der Klasse U23.[6]

Profivertrag bei ONCE

Aufgrund seiner Leistungen erhielt Alberto Contador im Jahr 2003 mit 20 Jahren einen Profivertrag bei der spanischen ONCE-Mannschaft. In seiner ersten Saison bestritt er bereits 60 Renntage, wobei er die meisten davon in Spanien absolvierte. Im Mai zeigte er mit dem vierten Gesamtrang bei der Vuelta a Castilla y León auf, ehe er am Ende der Saison seinen ersten Sieg als Profi bei der Polen-Rundfahrt feierte. Dabei setzte er sich im 19 Kilometer langen Einzelzeitfahren der letzten Etappe vor dem Polen Cezary Zamana durch.[6]

Im Jahr 2004 ging die spanische Mannschaft unter dem neuen Namen Liberty Seguros an den Start. Im März nahm Alberto Contador bei Paris–Nizza Teil, ehe er im April die Bergwertung der Vuelta a Aragón gewann. Daraufhin stellte ihm seine Mannschaft eine potenzielle Kapitänsrolle bei der Tour de France in Aussicht.[7]

Epeleptsicher Anfall und Comeback

Im Mai 2004 ging Alberto Contador bei der Vuelta a Asturias an den Start, obwohl er bereits an den Tagen zuvor unter starken Kopfschmerzen gelitten hatte. Einen Tag vor dem Start der Rundfahrt absolvierte er das Eintagesrennen Subida al Naranco nach eigenen Angaben ohne größere Schwierigkeiten, wobei er das Rennen nicht zu Ende fuhr.[8] Am 12. Mai erlitt Alberto Contador jedoch während dem ersten regulären Abschnitt der Vuelta a Asturias einen Epeleptischen Anfall und kam infolgedessen nach rund 40 Kilometern zu Sturz. Ohnmächtig schlug er mit dem Kiefer auf dem Asphalt auf, ehe ihm aufgrund von Atemwegsverengungen und Krampfanfällen ein Guedel-Tubus von den anwesenden Ärzten eingesetzt werden musste. Im Anschluss wurde er ins Hospital General de Asturias in Oviedo gebracht, wo unter anderem auch ein gebrochener Wangenknochen und ein Schädeltrauma diagnostiziert wurden. Weiters musste Contador aufgrund eines Blutgerinnsels im Kopf zur weiteren Beobachtung im Krankenhaus bleiben.[9]

Wenige Tage nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen worden war, folgte am 28. Mai in seinem Elternhaus ein weiterer Anfall. Im Ramón y Cajal-Krankenhaus von Madrid wurde er am 11. Juni aufgrund eines Hirnkavernoms operiert, wobei der eingriff fünf Stunden dauerte. Dem erst 21-jährigen Spanier wurden zwei Titanplatten und 70 Klammern eingesetzt, die eine dauerhafte Narbe in Form eines großen Stirnbands hinterließen. Während seiner Rehabilitation fand Alberto Contador nach eigener Aussage Trost in einer Lektüre des US-Amerikaners Lance Armstrong, der nach einer überstanden Krebserkrankung sieben Gesamtsiege bei der Tour de France feierte.[10] Sieben Monate nach der Diagnose begann er am 17. Dezember wieder mit dem Training.[11]

Im Jahr 2005 startete Alberto Contador bereits im Januar bei der Tour Down Under in seine Comeback-Saison. Er gewann die Bergankunft am Willunga Hill und führte dabei einen vierfach-Sieg des Liberty Seguros-Würth Team an. Der Gesamtsieg ging an seinen Teamkollegen Luis León Sánchez, der seinem jüngeren Landsmann den Etappensieg überließ.[12] Im März feierte er bei der Setmana Catalana seinen ersten Rundfahrtsieg, wobei er den Grundstein dafür mit einem Etappensieg auf dem Coll de Pal legte. Kurz darauf war er erstmals bei einem Rennen der UCI ProTour erfolgreich, als er das Abschlusszeitfahren der Baskenland-Rundfahrt für sich entschied. In der Gesamtwertung belegte er hinter den beiden Italienern Danilo Di Luca und Davide Rebellin den dritten Rang. Nachdem er auch einen Abschnitt der Tour de Romandie gewonnen hatte, wurde Alberto Contador im Alter von 22 Jahren erstmals für die Tour de France nominiert. Beim siebten und letzten Tour-Sieg von Lance Armstrong belegte der junge Spanier mit einem Rückstand von mehr als einer Stunde den 31. Gesamtrang und wurde Dritter der Nachwuchswertung. Am Ende der Saison ging Alberto Contador auch bei der Deutschland Tour an den Start.

2006: Ermittlungen im Zuge der Operación Puerto

Im Jahr 2006 zeigte Alberto Contador auch weiterhin mit guten Resultaten auf, wobei er seinen ersten Saisonsieg erst im April bei der Tour de Romandie feierte. Kurz drauf geriet seine Mannschaft, das Liberty Seguros-Würth Team, jedoch in die Ermittlungen eines Dopingskandals, der durch ein Interview des ehemaligen Radprofis Jesús Manzano im Jahr 2004 ausgelöst worden war.[13] Am 23. Mai wurden daraufhin im Zuge der Operacion Puerto mehrere Mitarbeiter der Liberty Seguros-Würth Mannschaft festgenommen.[14] Darunter waren auch der sportlichen Leiter Manolo Sainz und der Teamarzt Eufemiano Fuentes, bei dem im Zuge einer Hausdurchsuchung große Mengen an anabolen Steroiden, Blutbeutel und Maschinen zur Blutmanipulation und Bluttransfusion gefunden wurden.[15] Weiters fand die Guardia Civil eine verschlüsselte Liste der Kunden des Arztes.[16] Zwei Tage nach den Festnahmen zog sich der Versicherungskonzern Liberty Seguros als Sponsor zurück.[17] Kurz darauf legte Manolo Sainz seine Ämter im Radsport zurück.[15]

Im Zuge der weitern Ermittlungen wurde nun auch Alberto Contador als potentieller Kunde von Eufemiano Fuentes genannt. Ausschlaggebend dafür war ein Medikationsplan der Liberty Seguros-Mannschaft, auf dem die Initialen A.C. aufschienen. Daneben befand sich die handschriftliche Notiz „Nada o igual a J.J.“ (nichts oder gleich wie J.J.). Später stellte sich heraus, dass es sich bei J.J. um Contadors Teamkollegen Jörg Jaksche handelte, der ein Jahr später ein umfassendes Dopinggeständnis ablegen sollte.[18] Zunächst wirkte sich die Operacion Puerto jedoch nur bedingt auf die Saison von Alberto Contador aus, der in Vorbereitung auf die Tour de France einen Abschnitt der Tour de Suisse gewann.

Dies änderte sich jedoch am 26. Juni, als die Zeitschrift El Pais Untersuchungsunterlagen veröffentlichten, wonach 58 Radsportler in den Doping-Skandal verwickelt gewesen sein sollen. Aufgrund eines Protests über die Enthüllungen kam es daraufhin zur Absage der spanischen Meisterschaften, da sich mehrere Fahrer weigerten an dem Rennen teilzunehmen.[15] Noch am selben Tag gab die Amaury Sport Organisation (ASO) ihr Bestreben bekannt die Würth-Mannschaft von der Tour de France 2006 auszuladen.[19] Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) setzte sich jedoch für das Startrecht des spanischen UCI ProTeams ein, das fünf neue kasachische Sponsoren lukrieren konnte, die der Mannschaft den Namen Astana-Würth verliehen.[20][21] Erst einen Tag vor dem Start der Tour de France, für die auch Alberto Contador vorgesehen war, musste das Team seine Teilnahme jedoch aufgrund des Ethikkodex zurückziehen, da fünf der neun aufgestellten Fahrer Teil der laufenden Ermittlungen der Operacion Puerto waren. Unter den genannten Athleten war dabei auch Alberto Contador.[22] In Folge der entzogenen Startberechtigung, zog sich nun auch Würth als Sponsor zurück, womit das Team für die restliche Saison nur noch unter dem Namen Astana fuhr.[23] Alberto Contador bestritt in der verbliebenen Saison mit der Burgos-Rundfahrt nur ein weiteres Rennen. Bei dieser kam er nach der Bergankunft bei den Lagunas de Neila auf dem Rückweg zum Teambus zu Sturz und musste das Rennen vor der abschließenden Etappe aufgeben.[24]

Am 17. August wurde Alberto Contador zunächst von einem spanischen Gericht und später auch vom Internationaler Radsport-Verband (UCI) von den Dopinganschuldigungen freigesprochen.[25] Im Zuge der Anklage gegen Eufemiano Fuentes sagte Contador vor Gericht aus keine Dopingpraktiken im Team bemerkt zu haben.[26] Laut der französischen Tageszeitung Le Monde weigerte er sich jedoch eine DNA-Probe abzugeben, durch die er mit den gefundenen Blutbeutel in Verbindung gebracht werden hätte können.[27]

2007: Erster Tour-de-France-Sieg

Alberto Contador bei Paris–Nizza 2007
Alberto Contador im Gelben Trikot bei der Tour de France 2007

Am 15. Januar 2007 unterschrieb Alberto Contador im Alter von 24 Jahren einen Zweijahresvertrag beim US-amerikanischen Discovery Channel Pro Cycling Team, das in den vorangegangene Jahren unter dem Namen US-Postal sieben Tour de France Siege mit Lance Armstrong gefeiert hatte. Dort wurde er vom Teamchef Johan Bruyneel als Helfer von Ivan Basso vorgesehen, der ebenfalls in die Operación Puerto involviert gewesen war.[28] Bereits im März feierte Alberto Contador seinen ersten Etappensieg bei der Valencia-Rundfahrt, ehe er sich mit zwei weiteren Tageserfolgen den Gesamtsieg bei der Fernfahrt Paris–Nizza sicherte. Die Entscheidung fiel damals erst auf dem letzten Abschnitt, wobei der der junge Spanier die Gesamtführung vom Italiener Davide Rebellin übernahm.[29] Kurz drauf ging er auch als Sieger der Vuelta a Castilla y León hervor, und siegte dabei bei der Bergankunft auf der Alto de Navacerrada gewann.

Im April 2007 wurden neue Vorwürfe gegen Ivan Basso bekannt, welche seinen bis dahin geleugneten Kontakt zu Eufemiano Fuentes bestätigten.[30] Daraufhin wurde der Italiener am 24. April vom Discovery Channel Pro Cycling Team suspendiert, nachdem neue Anschuldigungen bekannt wurden.[31] Alberto Contador hingegen zeigte mit dem 6. Gesamtrang beim Critérium du Dauphiné Libéré auf, womit er in Abwesenheit von Ivan Basso neben dem US-Amerikaner Levi Leipheimer zum Co-Kapitän bei der Tour de France aufstieg.

Im Prolog der Tour de France 2007 belegte Alberto Contador den 15. Rang, ehe er die erste Alpen-Etappe nach Le Grand-Bornand in der Gruppe der Gesamtklassement-Fahrer beendete. Tags drauf fand auf der 8. Etappe die erste Bergankunft in Tignes statt, wobei Alberto Contador als Achter rund dreieinhalb Minuten auf den siegreichen Dänen Michael Rasmussen verlor. In der Gesamtwertung rückte er jedoch in die Top 10 vor und war zudem vor seinem Teamkollegen Levi Leipheimer platziert.[32] Auf der anschließenden 9. Etappe, die über den Col de l’Iseran und Col du Galibier nach Briançon führte, präsentierte sich der junge Spanier als einer der stärksten Fahrer und übernahm die Führung in der Nachwuchswertung. Im 54 Kilometer langen Einzelzeitfahren von Albi rückte er auf den dritten Gesamtrang vor, wobei er nun einen Rückstand von rund zweieinhalb Minuten auf den Gesamtführenden Michael Rasmussen aufwies. Tags drauf führte die Frankreich-Rundfahrt in die Pyrenäen, wo die abschließenden Bergetappen stattfanden. Bei der zweiten Bergankunft griff Alberto Contador rund sechs Kilometer vor dem Ziel im Schlussanstieg des Plateau de Beille an, ehe er sich gemeinsam mit Michael Rasmussen vom Gesamtzweiten Cadel Evans absetzte. Der Australier büßte letztlich fast zwei Minuten ein, während Alberto Contador sich im Zielsprint durchsetzte, und so seinen ersten Tour-de-France-Etappensieg feierte.[33] Auf den beiden nachfolgenden Etappen kam es erneut zum Duell zwischen den beiden Spitzenreitern, wobei sich Michael Rasmussen als stärkerer Fahrer erwies und Alberto Contador bei der Bergankunft am Col d’Aubisque distanzierte. Dabei stellte sich Levi Leipheimer in die Dienste seines jüngeren Teamkollegen der nach der letzten Bergetappe einen Rückstand von drei Minuten und zehn Sekunden aufwies.[34]

Noch am selben Abend, nachdem Michael Rasmussen die 16. Etappe gewonnen hatte, wurde er von seiner Mannschaft mit sofortiger Wirkung aus dem Rennen genommen. Begründet wurde dies mit der Missachtung der Teamregeln. Bereits in den Tagen zuvor war der Däne vermehrt mit Dopinganschuldigungen konfrontiert gewesen, da er während der Tour-Vorbereitung in Bezug auf seine Aufenthaltsorte gelogen hatte.[35] Aufgrund des Ausschlusses übernahm Alberto Contador die Gesamtführung, wobei er erst auf der 18. Etappe erstmals im Gelben Trikot fuhr. Dieses verteidigte er 55 Kilometer langen Abschlusszeitfahren zwischen Cognac und Angoulême, womit er tags drauf als Gesamtsieger in Paris einfuhr. Schlussendlich gewann der erst 24-jährige Contador seine erste Tour de France mit einem Vorsprung von 23 Sekunden vor dem Australier Cadel Evans, während sein Teamkollege Levi Leipheimer mit einem Rückstand von 31 Sekunden den dritten Gesamtrang belegte.[36]

Contador2.jpg

2008: Giro-Vuelta-Double

Nachdem das Discovery Channel Pro Cycling Team eingestellt worden war, wechselte Alberto Contador zurück zu Astana, wo Johan Bruyneel die Rolle des Teamchefs übernahm.[37] Sein neues Team sah sich jedoch rasch mit großen Herausforderungen konfrontiert, als es keine Einladung zum Giro d’Italia und zur Tour de France erhielt. Dies war möglich, da die Organisatoren beider Rennen mit ihren Rundfahrten aus der UCI ProTour ausgetreten waren, die ein Startrecht aller UCI ProTeams vorgeschrieben hatte. Während die Organisatoren des Giro d’Italia argumentierten, dass Astana nicht seine stärksten Fahrer zur Italien-Rundfahrt entsenden würde, schloss die Amaury Sport Organisation (ASO) eine Einladung der Mannschaft zur Tour de France 2008 kategorisch aus.[38] Aufgrund des Schadens, den die Fahrer und Mitarbeiter des Teams in den Jahren 2006 und 2007 angerichtet hatten, wurden sie zudem von allen Veranstaltungen des ASO ausgeschlossen. So verlor Alberto Contador die Möglichkeit seine Siege bei Paris–Nizza und der Tour de France zu verteidigen.[39]

Alberto Contador gewinnt den Giro d’Italia 2008, zu dem sein Team erst eine Woche vor dem Start der Rundfahrt eingeladen worden war

Im Frühjahr gewann Alberto Contador die Gesamtwertung der Vuelta a Castilla y León und Baskenland-Rundfahrt, wobei er bei beiden Rundfahrten jeweils eine Etappe und ein Einzelzeitfahren gewann. Im Anschluss folgte eine Rennpause, ehe sich Alberto Contador auf die Vuelta a España, Olympischen Spiele und Weltmeisterschaften wollte. Während eines Strandurlaubs erhielt er jedoch einen Anruf seines Teamchefs, der ihm sagte er solle seine Sachen Packen, da die Astana-Mannschaft eine Woche vor dem Start des Giro d’Italia eine Einladung zur ersten Grand Tour des Jahres erhalten hatte.[40] Wenige Tage später belegte das Astana Team den siebten Platz im Mannschaftszeitfahren von Palermo. Auf den nachfolgenden Etappen hielt sich der 25-jährige Spanier schadlos, ehe er auf der 7. Etappe in die Top 10 der Gesamtwertung vorrückte. Im 39 Kilometer langen Einzelzeitfahren der 10. Etappe musste er sich nur dem Italiener Marzio Bruseghin geschlagen geben, ehe er bei der ersten Bergankunft auf der Alpe di Pampeago nur den 15. Platz belegte.[41] Obwohl er auch tags drauf den besten Fahrern im Schlussanstieg des Passo Fedaia nicht folgen konnte, übernahm er aufgrund seiner Leistung im ersten Einzelzeitfahren die Maglia Rosa.[42] Im Bergzeitfahren zum Kronplatz baute er seinen Vorsprung in der Gesamtwertung mit Platz vier weiter aus, wobei Riccardo Riccò als erster Verfolger einen Rückstand von 41 Sekunden aufwies.[43] Auf der 19. Etappe musste Alberto Contador den jungen Italiener im Schlussanstieg des Monte Pora erneut ziehen lassen, wobei er die Gesamtführung mit einem Vorsprung von nur vier Sekunden verteidigte.[44] Trotz seiner durchwachsenen Leistungen in den Bergen gewann er den Giro d’Italia schlussendlich aufgrund seiner Zeitfahrfähigkeiten. Im Abschlusszeitfahren von Mailand nahm er Riccardo Riccò fast zwei Minuten ab und setzte sich letztlich mit einem Vorsprung von einer Minute und 57 Sekunden durch.[45]

Mit der Vuelta a España 2008 gewinnt Contador auch die dritte Grand Tour

Nach der Italien-Rundfahrt folgte eine längere Rennpause, ehe Alberto Contador im Einzelzeitfahren der Olympischen Spiele von Peking nur um acht Sekunden verpasste. Als Vierter musste er sich dabei nur Fabian Cancellara, Gustav Larsson und seinem Teamkollegen Levi Leipheimer geschlagen geben. Das Straßenrennen beendete er nicht. Im Vorfeld der Vuelta a España wurde er hinter Levi Leipheimer Zweiter der Clásica a los Puertos. Nach Platz acht im Mannschaftszeitfahren der 1. Etappe, gewann sein Levi Leipheimer auch das Einzelzeitfahren der 5. Etappe, womit er die Gesamtführung übernahm. Alberto Contador hingegen belegte den fünften Etappenrang, büßte jedoch 49 Sekunden gegenüber seinem Teamkollegen ein. Bei den ersten Bergankünften in Andorra und am Pla de Beret erwies sich Contador als einer der stärksten Fahrer, während Levi Leipheimer einige Sekunden einbüßte und die Gesamtführung an Egoi Martínez abgeben musste. Auf der 13. Etappe gewann Alberto Contador die Bergankunft auf der Alto de Angliru und schob sich zugleich an die Spitze des Gesamtwertung.[46] Tags drauf siegte er im Goldenen Trikot auch auf der Estacion Invernal Fuentes de Invierno, wobei er sich beide Male vor Levi Leipheimer durchsetzte, der nun auf den zweiten Gesamtrang vorgerückt war.[47] Im abschließenden Bergzeitfahren auf den Puerto de Navacerrada musste er sich zwar seinem Teamkollegen zwar geschlagen geben, doch er fixierte seinen Gesamtsieg und fuhr tags darauf als Sieger in Madrid ein.[48] Mit nur 25 Jahren war er somit erst nach Jacques Anquetil, Felice Gimondi, Eddy Merckx und Bernard Hinault erst der fünfte Fahrer der alle drei Grand Tours mindestens einmal gewinnen konnte. Zudem schaffte er es als erster Fahrer seit Marco Pantani im Jahr 1998 wieder zwei Grand Tours in einer Saison zu gewinnen.

Noch während der Vuelta a España gab der siebenfache Tour-de-France-Sieger Lance Armstrong drei Jahre nach seinem Karriereende sein Comeback bekannt. Drei Tage nachdem Alberto Contador die Spanien-Rundfahrt als Gesamtsieger beendet hatte und sich so auch die Saisonwertung der UCI ProTour sicherte, unterschrieb der US-Amerikaner einen Einjahresvertrag bei der Astana-Mannschaft, die nach wie vor von seinem früheren US-Postal Teamchef Johan Bruyneel geleitet wurde. Die Verpflichtung von Armstrong führte rasch zu Spannungen im Team, wobei spanische Zeitungen einen Tag zuvor berichteten, dass Alberto Contador die kasachische Mannschaft verlassen würde, falls sie den siebenfachen Tour-de-France-Sieger unter Vertrag nehmen würde. Nach dem Vertragsabschluss meinte Alberto Contador gegenüber der spanischen Tageszeitung AS, dass er sich die Kapitänsrolle in der Mannschaft verdient habe und, dass die Neuverpflichtung für Konflikte sorgen könnte, die in erster Linie ihm schaden würden.[49] Im Oktober bestätigte, dass er dennoch auch im Jahr 2009 für die Astana-Mannschaft fahren werde.[50]

2009: Zweiter Tour-de-France-Sieg

Lance Armstrong (Mitte) und Alberto Contador (rechts) bei der Tour de France 2009

Im Vorfeld der Saison 2009 gab die Amaury Sport Organisation (ASO) bekannt, die Astana-Mannschaft, anders als im Vorjahr, zur Tour de France einzuladen.[51] Sowohl Alberto Contador als auch der zurückgekehrte Lance Armstrong gaben die Frankreich-Rundfahrt als großes Saisonziel aus, wobei Alberto Contador auf seine Titelverteidigung beim Giro d’Italia verzichtete.[52] Im Frühjahr absolvierten die beiden Top-Stars unterschiedliche Rennkalender und trafen so im Vorfeld der Frankreich-Rundfahrt nicht aufeinander. Alberto Contador startete bei der Algarve-Rundfahrt in die Saison, bei der er das Einzelzeitfahren und die Gesamtwertung gewann. Im März siegte er im Prolog von Paris–Nizza, ehe er auch die einzige Bergankunft der Fernfahrt auf dem Montage de Lure für sich entschied. Im Gelben Trikot fahrend wurde er jedoch überraschenderweise auf der hügeligen vorletzten Etappe distanziert und verlor fast drei Minuten auf den siegreichen Spanier Luis León Sánchez, der sich tags darauf den Gesamtsieg sicherte. Alberto Contador begründete den Einbruch mit einem Hungerast, da er zu wenig Verpflegung zu sich genommen hatte.[53] Kurz darauf belegte er hinter seinem Teamkollegen Levi Leipheimer den zweiten Gesamtrang bei der Vuelta a Castilla y León, ehe er zum zweiten Mal in Folge die Baskenland-Rundfahrt für sich entschied. Dabei siegte er auf dem Arrate und im Abschlusszeitfahren. Seine letzte Rundfahrt im Vorfeld der Tour de France absolvierte Alberto Contador beim Critérium du Dauphiné Libéré im Juni, wo er hinter Alejandro Valverde und Cadel Evans den dritten Gesamtrang belegte. Am 26. Juni wurde er spanischer Meister im Einzelzeitfahren, was sein einziger nationaler Titel bleiben sollte.

Im Jahr 2009 gewinnt Alberto Contador seine zweite Tour de France. Diese wurde primär von der Rivalität mit seinem Teamkollegen Lance Armstrong geprägt

Einen Tag zuvor gab das Astana-Team am 25. Juni die Aufstellung ihrer Tour-de-France-Mannschaft bekannt. Der Teamchef Johan Bruyneel wies dabei Alberto Contador die Kapitänsrolle zu, wobei er auch die aufsteigende Form von Lance Armstrong hervorhob, der zuvor den Giro d’Italia auf dem neunten Gesamtrang beendet hatte. Ebenfalls aufgestellt wurden Levi Leipheimer und Jaroslaw Popowytsch, die in der Vergangenheit in den Diensten von Lance Armstrong gefahren waren.[54] Im Auftaktzeitfahren von Monaco setzte Alberto Contador das erste Ausrufezeichen, als er sich nur dem Zeitfahr-Olympiasieger und mehrfachen Weltmeister Fabian Cancellara geschlagen geben musste. Gegenüber Lance Armstrong, der Zehnter wurde, fuhr er 22 Sekunden heraus.[55] Auf der 3. Etappe zerfiel das Peloton im Finale aufgrund des Seitenwindes in mehrere Gruppen, wobei sich Lance Armstrong gemeinsam mit seinen Teamkollegen Jaroslaw Popowytsch und Haimar Zubeldia in der ersten Gruppe positionieren konnte. Alberto Contador hingegen erreichte das Ziel in der zweiten Gruppe und büßte dabei 41 Sekunden ein.[56] Tags drauf gewann das Astana-Team das Mannschaftszeitfahren der 4. Etappe, womit Armstrong und Contador auf den zweiten bzw. dritten Gesamtrang vorrückten.[57] Auf der 7. Etappe folge die erste Bergankunft in Andorra Arcalis, auf der sich Alberto Contador als der stärkste Fahrer präsentierte.[58] Auf den nachfolgenden Etappen kam es zu keinen nennenswerten Ereignissen, ehe die Bergankunft in Verbier am 15. Abschnitt für eine erste Vorentscheidung sorgte. Alberto Contador setzte sich dabei rund sechs Kilometer vor dem Ziel von den restlichen Fahrern ab und gewann die Etappe mit einem Vorsprung von 43 Sekunden vor dem Luxemburger Andy Schleck. Während der Spanier das Gelbe Trikot übernahm, verlor Lance Armstrong als Neunter mehr als eineinhalb Minuten, wobei er in der Gesamtwertung auf den zweiten Gesamtrang vorrückte.[59] Auf der 17. Etappe kam es schließlich zu einem Eklat, der die Spannungen innerhalb der Astana-Mannschaft offenlegte. Rund 30 Kilometer vor dem Ziel setzte sich Alberto Contador gemeinsam mit den Schleck-Brüdern und seinem Teamkollegen Andreas Klöden im Anstieg des Col de Romme von den restlichen Fahrern ab, ehe der Spanier selbst im anschließenden Col de la Colombière angriff und seinen eigenen Mannschaftskollegen distanzierte. Zugleich baute er gemeinsam mit den Schleck-Brüdern seinen Vorsprung gegenüber Lance Armstrong aus, der an jenem Tag mehr als zwei Minuten verlor und von dem Podium auf den vierten Rang verdrängt wurde.[60] Tags drauf sorgte Alberto Contador mit seinem Sieg im 40,5 Kilometer langen Einzelzeitfahren von Annecy erneut für klare Verhältnisse, womit er die Rundfahrt nun bereits mit einem Vorsprung von mehr als vier Minuten vor Andy Schleck anführte. Lance Armstrong lag nun bereits fast fünfeinhalb Minuten zurück, wobei er wieder auf den dritten Gesamtrang vorrückte.[61] Nachdem die Kapitänsfrage eindeutig geklärt worden war, verteidigte Alberto Contador das Gelbe Trikot am Mont Ventoux, ehe er zum zweiten Mal in seiner Karriere als Gesamtsieger in Paris einfuhr.

Nach der Tour de France beendete Alberto Contador seine Saison frühzeitig, wobei auch ein Teamwechsel im Raum stand. So lehnte er zunächst sogar eine vierjährige Vertragsverlängerung ab. Der Grund dafür waren die Spannungen zwischen dem Teamchef Johan Bruyneel und den kasachischen Geldgebern, wobei ersterer bereits während der Frankreich-Rundfahrt seinen Rücktritt als Teamchef bekanntgab.[62][63] Im Anschluss baute der Belgier die Radioshack-Mannschaft um Lance Armstrong auf, die zwölf Fahrer des Team Astana übernahm. Alberto Contador hingegen bestätigte am 20. November, dass er seinen bis 2010 gültigen Vertrag erfüllen würde.[64]

2010: Positiver Doping-Test bei der Tour de France

Im Jahr 2010 gewinnt Contador zum zweiten Mal die Fernfahrt Paris–Nizza

Nach den Transfers der Vorsaison fand sich Alberto Contador im Jahr 2010 mit einem stark veränderten Team konfrontiert. Dieses stand nun unter der Führung des Italieners Giuseppe Martinelli, wobei der damals noch aktive Kasache Alexander Winokurow als treibende Kraft der Mannschaft galt.[65] Wie bereits im Vorjahr startete Alberto Contador bei der Algarve-Rundfahrt in die Saison, wobei er sich neben der Gesamtwertung auch die Bergankunft auf der Alto do Malhão sicherte. Im Anschluss feierte er seinen zweiten Gesamtsieg bei Paris–Nizza und war dabei auch im steilen Schlussanstieg von Mende erfolgreich. Im Zuge des Critérium International traf Alberto Contador erstmals auf seinen früheren Teamkollegen Lance Armstrong, wobei beide hinter ihren gewohnten Leistungen zurückblieben.[66] Im März feierte Alberto Contador seinen dritten Gesamtsieg bei der Vuelta a Castilla y León, womit er zum Rekord-Sieger der kleinen spanischen Rundfahrt wurde. Zudem gewann er dabei das Einzelzeitfahren der 4. Etappe. Anders als in den vorangegangenen Jahren ging der zwischenzeitlich 26-jährige Spanier danach bei den Ardennen-Klassikern an den Start, wobei er an der Mur de Huy hinter Cadel Evans und Joaquim Rodríguez den dritten Platz beim Flèche Wallonne belegte. Wenige Tage später wurde er bei dem Sieg seines Teamkollegen Alexander Winokurow Neunter von Lüttich–Bastogne–Lüttich. In Vorbereitung auf die Tour de France ging Alberto Contador ein weiters Mal beim Critérium du Dauphiné an den Start. Nachdem er den Prolog gewonnen hatte, büßte er im 49 Kilometer langen Einzelzeitfahren der 3. Etappe fast zwei Minuten auf den Slowenen Janez Brajkovič ein, der die Gesamtführung übernahm. Drei Tage später bezwang er diesen bei der Bergankunft von Alpe d’Huez, ehe er als Sieger der Punktewertung den zweiten Gesamtrang belegte.

Im Nebel des Col du Tourmalet kam es bei der Tour de France 2010 zum entscheidenden Duell zwischen Alberto Contador (gelb) und Andy Schleck (weiß)

Bei der Tour de France wurde Alberto Contador Sechster des Prologs, ehe er auf den Kopfsteinpflaster-Sektoren der 3. Etappe eine Minute und 13 Sekunden auf Andy Schleck verlor, der die Frankreich-Rundfahrt im Vorjahr auf dem zweiten Gesamtrang beendet hatte.[67] Dieser gewann im Anschluss die erste schwere Bergankunft in Avoriaz, wobei Alberto Contador zehn weitere Sekunden auf den Luxemburger einbüßte. Lance Armstrong hingegen spielte mit einem Rückstand von mehr als elf Minuten keine Rolle mehr in der Gesamtwertung.[68] Tags drauf setzten sich Alberto Contador und Andy Schleck bereits rund 40 Kilometer vor dem Ziel im Anstieg des Col de la Madeleine von den restlichen Gesamtklassement-Fahrern ab. Gemeinsam fuhren die beiden einen Vorsprung von fast einer Minute heraus, womit Schleck das Gelbe Trikot übernahm und Contador als erster Verfolger einen Rückstand von 41 Sekunden aufwies.[69] Nach den Alpen musste sich Alberto Contador im steilen Schlussanstieg von Mende nur seinem Landsmann Joaquim Rodríguez geschlagen geben, machte jedoch zehn Sekunden gegenüber Andy Schleck gut, der nun mit einem Vorsprung von 31 Sekunden in die Pyrenäen-Etappen ging.[70] Auf der 15. Etappe kam es dabei zu einem Eklat, der als „Chaingate“ in die Geschichte der Tour de France einging. Im Anstieg des Port de Balès lancierte Andy Schleck dabei eine Attacke, ehe seine Kette vom Fahrrad sprang. Dies nutze Alberto Contador für einen Gegenangriff, wobei er rasch eine kleine Lücke herausfuhr. Schlussendlich erreichte er das Ziel in Bagnères-de-Luchon mit einem Vorsprung von 39 Sekunden, womit er das Gelbe Trikot übernahm. Andy Schleck kritisierte seinen Rivalen für dessen Fahrweise und meinte in einem Interview unmittelbar nach der Zielankunft, dass er nicht auf diese Art gewinnen wollen würde. Tags drauf entschuldigte sich Alberto Contador für seinen Angriff, ehe er zunächst gemeint hatte nichts von dem Defekt seines Konkurrenten mitbekommen zu haben.[71][72] Im Nebel des legendären Col du Tourmalet kam es daraufhin zum entscheidenden Duell der beiden Spitzenreiter, die sich bereits früh im Schlussanstieg von den restlichen Fahrern absetzen konnten. Andy Schleck gewann zwar die Etappe, konnte Alberto Contador jedoch nicht distanzieren, der somit seinen Vorsprung von acht Sekunden verteidigte.[73] Im Abschlusszeitfahren zwischen Bordeaux und Pauillac baute er diesen auf 39 Sekunden aus, ehe er tags drauf als Sieger in Paris einfuhr.

Am 30. September machte Alberto Contador einen positiven Dopingtest öffentlich, der am 21. Juli im Rahmen der Tour de France durchgeführt worden war. Der Spanier war dabei positiv auf das Asthma-Medikament Clenbuterol getestet worden. Contador selbst war bereits am 24. August über das Test-Resultat informiert worden, wobei der internationale Radsportverwand eine vorläufige Sperre gegen ihn ausgesprochen hatte. Alberto Contador beteuerte seine Unschuld und wies auf die geringe Menge der nachgewiesenen Substanz hin, die mit 50 Picogramm um das 400-Fache kleiner war, als jene Werte, die von den WADA-Laboren nachgewiesen werden konnten. Erst ein verfeinertes Analyse-Verfahren im Anti-Dopinglabor von Köln hatte das positive Resultat geliefert. Contador selbst meinte, dass die Substanz über eine Lebensmittelverunreinigung in seinen Körper gelangt war. So machte er eine aus Spanien stammendes Rindersteak verantwortlich, das er am zweiten Ruhetag der Frankreich-Rundfahrt im Vorfeld der Pyrenäen-Etappen gegessen hatte.[74] Clenbuterol wird illegaler Weise in der Kälber- und Schweinemast eingesetzt.[75] Im November wurde Contadors Verteidigung jedoch sowohl von einer Expertenkommission, als auch von der WADA als zweifelhaft eingestuft. Dies war nicht zuletzt auf einen Bericht der spanischen Rindfleischzüchter zurückzuführen, die in 14.179 Testungen im Jahr 2010 nicht einen positiven Clenbuterol-Fall bestätigen konnten.[74]

2011: Dopingverhandlung und Aberkennungen

Im Vorfeld der Saison 2011 unterschrieb Alberto Contador einen Zweijahresvertrag bei der dänischen Saxo Bank SunGard-Mannschaft, die unter der Leitung des ehemaligen Tour-de-France-Siegers Bjarne Riis stand.[76] Dort ersetzte er seinen Tour-de-France-Kontrahenten Andy Schleck, der die Mannschaft nach sechs Jahren verließ. Trotz der laufenden Doping-Ermittlungen gab der zwischenzeitlich 28-jährige Spanier das Grand Tour-Triple als Ziel aus, was zuvor keinem anderen Fahrer gelungen war. Zudem versicherte er, dass er auch im Falle einer Sperre seine Karriere fortsetzten würde.[77] Ende Januar schlug der spanische Radsportverband (RFEC) zunächst eine einjährige Sperre von Alberto Contador vor, ehe es am 15. Februar zu einer unerwarteten Wendung im Doping-Fall kam. Der RFEC sprach Alberto Contador vom Verdacht des Dopingvergehens frei, womit er zu Beginn der Straßenradsport-Saison 2011 wieder startberechtigt war. Tags drauf ging Contador bei der Algarve-Rundfahrt an den Start, die er auf dem vierten Gesamtrang beendete. Im Anschluss gewann er zwei Etappen und die Gesamtwertung der Murcia-Rundfahrt. Einen Tag nachdem er auch eine Bergankunft der Katalonien-Rundfahrt für sich entscheiden hatte, legte der internationale Radsportverband (UCI) beim internationalen Sportgerichtshof (CAS) Einspruch gegen den Freispruch des Spaniers ein. Nachdem Alberto Contador als Gesamtsieger der Katalonien-Rundfahrt hervorgegangen war, folgte die WADA dem Vorbild der UCI und legte mit 30. März ebenfalls Einspruch ein. Alberto Contador blieb jedoch weiterhin startberechtigt und bereitete sich bei der Vuelta a Castilla y León auf die erste Grand Tour der Saison vor. Dabei gewann er das Einzelzeitfahren von Zamora vor seinem Teamkollegen Richie Porte. Beim Flèche Wallonne belegte er den elften Rang.

Alberto Contador dominiert den Giro d'Italia 2011. Der Sieg wurde ihm im Nachhinein jedoch aberkannt

Am 7. Mai ging Alberto Contador als Top-Favorit beim Giro d’Italia an den Start.[78] Im Mannschaftszeitfahren der 1. Etappe belegte er mit seinen Teamkollegenden achten Rang, wobei er 30 Sekunden auf die siegreichen HTC-Highroad-Fahrer verlor. Das Rennen wurde im Anschluss vom Tod des Belgiers Wouter Weylandt überschattet, der auf der 3. Etappe in der Abfahrt des Passo del Bocco zu Sturz gekommen war und seine Verletzungen erlag.[79] Auf der 5. Etappe hielt sich Contador auf der Schotter-Etappe zwischen Piombino und Orvieto schadlos, womit er zugleich in die Top 10 der Gesamtwertung vorrückte. Auf der 8. Etappe überraschte der Spanier wenig später mit einem Angriff auf der großteils flachen Etappe zwischen Sapri und Tropea, als er sich im Finale absetzte und zum Ausreißer Oscar Gatto aufschloss. Er musste sich jedoch im Sprint geschlagen geben, ehe das Feld den Zielstrich mit einem Rückstand von fünf Sekunden erreichte.[80] Tags drauf gewann Alberto Contador am Ende der ersten Woche die Bergankunft auf dem Ätna, wobei er fast eine Minute auf seine größten Kontrahenten herausfuhr. Zugleich übernahm er die Maglia Rosa und lag nun 59 Sekunden vor seinem ersten Verfolger.[81] In der zweiten Woche wurde jeweils Zweiter bei den Bergankünften am Großglockner und Monte Zoncolan und baute seine Vorsprung somit vor der letzten Woche auf mehr als vier Minuten aus. Danach gewann er das 12,7 Kilometer lange Bergzeitfahren von Belluno nach Nevegal, womit er nun bereits fast fünf Minuten vor dem Gesamtzweiten Italiener Michele Scarponi lag. Nach einem weiter zweiten Platz bei der Bergankunft von Macugnaga fixierte Alberto Contador auf der letzten schweren Alpen-Etappe, die über den Colle delle Finestre nach Sestriere führte, seinen zweiten Gesamtsieg beim Giro d’Italia, wobei sein Vorsprung letztlich mehr als sechs Minuten betrug. Zudem setzte er sich auch in der Punktewertung durch und wurde Zweiter der Bergwertung.[82]

Noch während der Italien-Rundfahrt terminierte der CAS eine mündliche Verhandlung im Doping-Fall des Jahres 2010 zwischen den 6. und 8. Juni. Zwei Tage nach dem Ende des Giro d’Italia wurde dieser Termin jedoch auf Wunsch von Alberto Contador in den August verschoben, womit sich der Spanier sein Startrecht bei der Tour de France sicherte.[74] Im Vorfeld der Frankreich-Rundfahrt nahm Contador bei den spanischen Meisterschaften teil. Zunächst wurde er hinter José Joaquín Rojas Zweiter im Straßenrennen, ehe er Platz drei im Einzelzeitfahren belegte.

Bei der Tour de France 2011 muss sich Contador als Fünfter geschlagen geben

Contadors Start bei der Tour de France war jedoch nicht unumstritten. So meinte der damalige WADA-Generaldirektor David Howman, dass er dem Spanier von einer Teilnahme abraten würde, obwohl er startberechtigt war. Der Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme äußerte sich jedoch weniger kritisch und meinte lediglich, dass er sich eine schnellere Entscheidung im Dopingverfahren gewünscht hätte.[83] Bei der Fahrerpräsentation im Puy du Fou sah sich der Titelverteidiger mit Pfiffen der Zuseher konfrontiert.[84] Bereits auf der 1. Etappe verlor Alberto Contador nach einem Sturz eine Minute und 20 Sekunden, ehe er nach dem Mannschaftszeitfahren der 2. Etappe bereits fast zwei Minuten hinter dem gesamtführenden Norweger Thor Hushovd zurücklag.[85] Auf dem vierten Abschnitt wurde er auf der Mûr-de-Bretagne Zweiter hinter dem Australier Cadel Evans und nahm dabei dem Luxemburger Andy Schleck ein paar Sekunden ab.[86] Nachdem er sich auf den nachfolgenden Etappen schadlos gehalten hatte, erreichte er die Pyrenäen auf dem 16. Rang der Gesamtwertung, wobei sein Rückstand auf den in Gelb fahrenden Franzosen Thomas Voeckler mehr als vier Minuten betrug. Bei der ersten Bergankunft in Luz Ardiden konnte der Spanier den anderen Favoriten auf den Gesamtsieg nicht folgen und büßte als Achter weitere Sekunden ein.[87] Am Plateau de Beille, wo er vier Jahre zuvor seinen ersten Tour-de-France-Etappensieg gefeiert hatte, konnte er ebenfalls keine Akzente setzen. Auf der 16. Etappe ging der Spanier schließlich erstmals in die Offensive, als er im Col de Manse antrat. In der nachfolgenden nassen Abfahrt, setzte er sich gemeinsam mit Cadel Evans und Samuel Sánchez ab, und machte so Zeit gegenüber dem gesamtführenden Thomas Voeckler, sowie den beiden Schleck-Brüdern gut.[88] Auf der 18. Etappe holten die beiden Luxemburger jedoch zum Gegenschlag aus, wobei Andy Schleck nach einem Husarenritt über rund 60 Kilometer als Etappensieger am Col du Galibier ankam. Im Schlussanstieg musste Alberto Contador nun auch die anderen Gesamtklassement-Fahrer ziehen lassen und verlor schlussendlich als 15. fast vier Minuten.[89] Danach wurde bei der Bergankunft von Alpe d’Huez und im Abschlusszeitfahren Dritter und belegte somit in Paris den fünften Gesamtrang. Sein Rückstand auf den siegreichen Australier Cadel Evans Betrug letztlich drei Minuten und 57 Sekunden. Nach sechs Grand Tour-Siegen in Folge musste sich Contador erstmals seit dem Jahr 2007 geschlagen geben.

Zwei Tage nach dem Ende der Tour de France wurde die CAS-Verhandlung erneut verschoben. Dennoch sagte Contador seinen Start bei der Vuelta a España ab.[90] Am 3. August beendete er zudem frühzeitig seine Saison, eher Ende November vor dem CAS Aussagen musste. Dieses verkündete am 21. Dezember ein Urteil für Mitte Januar.[74]

2012: Sperre und Comeback-Sieg bei der Vuelta a España

Alberto Contador bei der Mallorca Challenge, einen Tag vor dem Beginn seiner Doping-Sperre

Am 16. Januar verschob der internationale Sportgerichtshof (CAS) sein Urteil um zwei Wochen, womit Alberto Contador sein Saison-Debüt bei der Tour de San Luis geben konnte. Er gewann zwei Etappen der argentinischen Rundfahrt und belegte hinter seinem frühere Teamkollegen Levi Leipheimer den zweiten Gesamtrang. Am 6. Februar wurde Contador schließlich eineinhalb Jahre nach seinem positiven Dopingtest für zwei Jahre gesperrt, wobei die Sperre rückwirkend ab dem 21. Juli 2010 in Kraft trat. Alle Ergebnisse die der Spanier seit diesem Datum erzielt hatte, wurden gestrichen, womit der Tour-de-France-Sieg des Jahres 2010 an Andy Schleck und der Giro-d’Italia-Sieg des Jahres 2011 an Michele Scarponi überging. Weiters wurden ihm acht Etappensiege und zwei weitere Rundfahrt-Siege aberkannt. Da die Sperre bis zum 5. August gültig war verpasste er im Jahr 2012 den Giro d’Italia und die Tour de France.[74]

Am 8. Juni verlängerte Alberto Contador seinen Vertrag beim Team Saxo Bank-Tinkoff Bank um drei weitere Jahre, womit er auch weiterhin für Bjarne Riis fuhr. Einen Tag nach dem Ablauf seiner Sperre ging er bei der Eneco Tour an den Start, die er auf dem vierten Gesamtrang beendete.[91] Bei der Vuelta a España zeigte Alberto Contador bereits auf der 3. Etappe auf, als er bei der Bergankunft auf dem Arrate das Ziel ohne Zeitverlust als Vierter hinter Alejandro Valverde, Joaquim Rodríguez und Chris Froome erreichte.[92] Tags drauf schob er sich bei der Zielankunft bei der Estación de Valdezcaray auf den dritten Gesamtrang, wobei ihn nur wenige Sekunden vom Gesamtführenden Joaquim Rodríguez trennten. Im Einzelzeitfahren der 11. Etappe musste er sich nur dem Schweden Fredrik Kessiakoff geschlagen geben, verkürzte zugleich seinen Rückstand gegenüber Joaquim Rodríguez auf nur eine Sekunde.[93] Tags drauf konnte er seinem Landsmann im steilen Schlussanstieg des Mirador de Ézaro nicht folgen und büßte als Zweiter acht Sekunden ein.[94] Danach folgten mit dem Puerto de Ancares, den Lagos de Covadonga und dem Cuitu Negru weitere Bergankünfte, bei denen Alberto Contador stets das Nachsehen gegenüber seinem Landsmann hatte. Nach der 15. Etappe war sein Rückstand somit wieder auf 28 Sekunden angewachsen.[95] Vor dem letzten Ruhetag führte die 16. Etappe über zwei kleinere Anstiege des Kantabrischen Gebirges, ehe es zum langen aber flachen Schlussanstieg nach Fuente Dé ging. Noch bevor die Liveübertragung im Fernsehen begann, griff Alberto Contador überraschend rund 50 Kilometer vor dem Ziel im Anstieg des Collado la Hoz an und schloss zu einer elf Fahrer umfassenden Spitzengruppe auf, in der sich sein Teamkollege Sérgio Paulinho befand. Auf den anschließenden Kilometern fuhr die Gruppe einen Vorsprung von mehr als einer Minute heraus, ehe Alberto Contador 23 Kilometer vor dem Ziel erneut antrat und sich mit dem Astana-Fahrer Paolo Tiralongo absetzte. Da Contador diesem im Jahr 2011 einen Etappensieg beim Giro d’Italia überlassen hatte, stellte sich der Italiener nun in die Dienste seines Gefährten, wodurch die beiden ihren Vorsprung weiter ausbauen konnten. Schlussendlich rettete sich Alberto Contador die Etappe mit einem Vorsprung von sechs Sekunden vor Alejandro Valverde ins Ziel, während Joaquim Rodríguez einbrach und mehr als zweieinhalb Minuten verlor.[96][97] Zugleich übernahm Alberto Contador das Rote Trikot des gesamtführenden, das er auf den nachfolgenden Etappen nicht mehr abgeben sollte. In Madrid fuhr er letztlich mit einem Vorsprung von einer Minute und 16 Sekunden ein.[98] Am Ende der Saison ging Contador auch bei den Straßenradsport-Weltmeisterschaften an den Start und wurde Neunter des Einzelzeitfahrens. Zudem gewann er mit Mailand–Turin bei der Superga erstmals ein Eintagesrennen, ehe er mit Rang neun auch in die Top 10 der Lombardei-Rundfahrt fuhr.[99]

2013: Rückkehr zur Tour de France

Bei der Tour de France 2013 muss sich Alberto Contador (links) dem Briten Chris Froome (rechts) deutlich geschlagen geben und wird Gesamtvierter

Im Jahr 2013 startete Alberto Contador erneut bei der Tour de San Luis in die Saison und gewann dabei eine Etappe. Im Februar musste er sich bei der Tour of Oman nur dem Briten Chris Froome geschlagen geben, ehe er Tirreno–Adriatico als Sieger der Punktewertung hinter Vincenzo Nibali und Chris Froome den dritten Gesamtrang belegte. Im Vorfeld der Tour de France wurde er zudem Gesamtfünfter der Baskenland-Rundfahrt und Gesamtzehnter des Critérium du Dauphiné.

Bei der 100. Austragung der Tour de France ging Alberto Contador trotz seines durchwachsenen Frühjahrs als Mitfavorit an den Start.[100] Nachdem er sich auf Korsika schadlos gehalten hatte, wurde er mit seinen Teamkollegen Vierter im Mannschaftszeitfahren von Nizza, ehe die Rundfahrt in die Pyrenäen führte. Hier zeigte der Team Sky-Kapitän Chris Froome auf, der die erste Bergankunft in Ax-3 Domaines überlegen gewann und das Gelbe Trikot übernahm. Alberto Contador verlor als Achter fast zwei Minuten, rückte in der Gesamtwertung jedoch in die Top 10 vor.[101] Im Einzelzeitfahren der 11. Etappe büßte der Spanier zwei weitere Minuten auf den gesamtführenden Briten ein, der sich somit als klarer Favorit positionierte.[102] Zwei Tage später nutzte Alberto Contador mit seinen Teamkollegen die Seitenwindverhältnisse auf dem Weg nach Saint-Amand-Montrond und setzte sich mit einer kleinen Gruppe vom Hauptfeld ab. Im Ziel machte er so eine Minute und neun Sekunden auf die anderen Gesamtklassement-Fahrer gut und schob sich zugleich auf den dritten Gesamtrang.[103] Nachdem er Chris Froome auch am Mont Ventoux nicht folgen hatte können, wurde musste sich Contador dem Briten im anspruchsvollen Zeitfahren der 17. Etappe nur knapp geschlagen geben, ehe er bei den abschließenden Bergankünften von Alpe d’Huez und Semnoz vom zweiten auf den vierten Gesamtrang zurückfiel.[104] Schlussendlich betrug sein Rückstand auf den siegreichen Chris Froome fast sechseinhalb Minuten. Am Ende der Saison bestritt Alberto Contador mehrere Eintagesrennen, sowie die Straßenradsport-Weltmeisterschaften, wobei er keine nennenswerte Resultate einfahren konnte.

2014: Dritter Vuelta a España-Sieg

Zu Beginn der Saison 2014 feierte Alberto Contador einen Etappensieg bei der Algarve-Rundfahrt, die er hinter dem Polen Michał Kwiatkowski auf dem zweiten Gesamtrang beendete. Im März ging er bei der Fernfahrt Tirreno–Adriatico an den Start, die er nach zwei Etappensiegen souverän mit einem Vorsprung von mehr als zwei Minuten vor dem Kolumbianer Nairo Quintana für sich entschied. Nachdem er sich bei der Katalonien-Rundfahrt nur um vier Sekunden seinem Landsmann Joaquim Rodríguez geschlagen geben musste, folgte bei der Baskenland-Rundfahrt sein nächster Gesamtsieg. Dabei entschied er die 1. Etappe nach einem Solo über rund sieben Kilometer für sich und führte die Rundfahrt vom ersten bis zu letzten Tag an. Im Vorfeld der Frankreich-Rundfahrt kam es im Juni beim Critérium du Dauphiné zu einem Dreikampf zwischen Chris Froome, Vincenzo Nibali und Alberto Contador. Nach zwei zweiten Plätzen im Auftaktzeitfahren und bei der ersten Bergankunft am Col du Béal übernahm Alberto Contador das Gelbe Trikot des Gesamtführenden am vorletzten Etappentag, wobei er seine Kontrahenten bei der Bergankunft von Finhaut-Emosson distanzierte.[105] Auf dem letzten Abschnitt musste er den Gesamtsieg jedoch an den US-Amerikaner Andrew Talansky abgeben, der sich in der frühen Rennphase mit einer Ausreißergruppe abgesetzt hatte.[106]

Alberto Contador nach seinem Sturz bei der Tour de France 2014

Bei der Tour de France kam es erneut zum Aufeinandertreffen zwischen Alberto Contador, Chris Froome und Vincenzo Nibali, wobei letzterer die hüglige 2. Etappe nach einem kurzen Solo für sich entschied.[107] Der Titelverteidiger Chris Froome kam auf der 4. Etappe das erste Mal zu Sturz, ehe er das Rennen tags drauf wegen weiteren Stürzen aufgeben musste.[108] Der 5. Abschnitt führte dabei über die Kopfsteinpflaster-Sektoren von Paris–Roubaix, auf denen Alberto Contador bereits im Jahr 2010 Zeit gegenüber seinen Kontrahenten verloren hatte. Im Jahr 2014 musste er den in Gelb fahrenden Italiener Vincenzo Nibali ziehen lassen, der seine Fähigkeiten auf den nassen Pflastersteinen unter Beweis stellte und hinter seinem Teamkollegen Jakob Fuglsang den dritten Tagesrang belegte. Alberto Contador hingegen verlor als 37. fast zweieinhalb Minuten auf den Giro-d’Italia-Sieger des Jahres 2013.[109] Auf der 8. Etappe fand die erste kleine Bergankunft in Gérardmer statt, wobei sich Contador und Nibali als die stärksten Fahrer erwiesen. Der Spanier konnte dem Gesamtführenden dabei sogar drei Sekunden abnehmen und überquerte den Zielstrich hinter dem Ausreißer Blel Kadri als Zweiter. In der Gesamtwertung betrug sein Rückstand jedoch weiterhin mehr als zweieinhalb Minuten.[110] Tags drauf kam Alberto Contador auf nasser Straße in der Abfahrt des Col du Petit Ballon bei einer Geschwindigkeit von rund 70 km/h zu Sturz. Nach einer längeren Behandlung setzte er das Rennen zunächst fort, ehe er nach weiteren 15 Kilometern vom Rad stieg. Später wurde bei dem Spanier ein Schienbeinbruch diagnostiziert.[111][112]

Im Jahr 2014 gewinnt Alberto Contador (rot) zum dritten Mal die Vuelta a España

Nach seinem Ausscheiden bei der Tour de France kündigte Alberto Contador am 14. August seinen Start bei der Vuelta a España an.[113] Dort traf er auf den ebenfalls ausgefallenen Chris Froome, sowie den Vorjahressieger Nairo Quintana.[114] Nach Platz sieben im Mannschaftszeitfahren der 1. Etappe hielt sich der Spanier zum Auftakt der Rundfahrt schadlos, ehe er die erste Bergankunft in La Zubia ohne Zeitverlust als Dritter hinter Alejandro Valverde und Chris Froome beendete. Nachdem er sich auch auf der 9. Etappe als einer der stärksten Fahrer präsentiert hatte, belegte er nach dem ersten Ruhetag den vierten Rang im 36,7 Kilometer langen Einzelzeitfahren von Borja, womit er das Rote Trikot des Gesamtführenden übernahm. Auf den nachfolgenden Etappen verteidigte er seine Spitzenposition, ehe er die Bergankunft der 16. Etappe auf der Alto de la Farrapona vor Chris Froome gewann. Mit seinem zweiten Etappensieg auf dem Puerto de Ancares baute er seinen Vorsprung auf mehr als eineinhalb Minuten aus und fixierte schließlich im Abschlusszeitfahren von Santiago de Compostela seinen dritten Gesamtsieg bei der Vuelta a España. Letztendlich betrug sein Vorsprung gegenüber dem Gesamtzweiten Chris Froome eine Minute und zehn Sekunden.

2015: Zweiter Giro-d’Italia-Sieg

2015 gewinnt Alberto Contador zum zweiten Mal den Giro d’Italia

Im Vorfeld der Saison gab Alberto Contador das Giro-Tour-Double als Ziel aus, das zuletzt dem Italiener Marco Pantani im Jahr 1998 gelungen war. Zudem stellte der zwischenzeitlich 32-jährige Spanier erstmals sein Karriereende in Aussicht, wobei er sich nach der Saison 2016 aus dem Profiradsport zurückziehen würde.[115] Weiter verließ Bjarne Riis die Mannschaft, nachdem es zwischen ihm und Oleg Tinkoff zu Spannungen gekommen war.[116] Im Frühjahr gewann der zwischenzeitlich 32-jährige Spanier eine Bergankunft der Andalusien-Rundfahrt, die er mit einem Rückstand von nur zwei Sekunden hinter dem Gesamtsieger Chris Froome beendete. Danach folgten ein fünfter und ein vierter Gesamtrang bei Tirreno–Adriatico bzw. der Katalonien-Rundfahrt. Beim Giro d’Italia ging Alberto Contador als Top-Favorit an den Start und übernahm die Maglia Rosa nach Platz zwei im Mannschaftszeitfahren im Zuge der ersten Bergankunft in Abetone. Tags drauf zog er sich bei einem Sturz eine Schulterverletzung zu, behielt jedoch die Gesamtführung. Diese musste er jedoch nach der 13. Etappe an den jungen Italiener Fabio Aru abgeben, da er von einem weiteren Sturz aufgehalten wurde und rund 40 Sekunden verlor.[117] Im Einzelzeitfahren der 14. Etappe setzte er mit Platz drei jedoch ein Ausrufezeichen und holte sich das Rosa Trikot souverän zurück. Zugleich ging er mit einem Vorsprung von zwei Minuten und 28 Sekunden in die Alpen ging.[118] Bereits bei der ersten Bergankunft in Madonna di Campiglio präsentierte sich jedoch Mikel Landa, ein Teamkollege von Fabio Aru, als Contadors größter Herausforderer, wobei der Spanier weiterhin Helferdienste für seinen italienischen Teamkollegen leisten musste. Auf der 16. Etappe, die über den Passo del Mortirolo nach Aprica führte, verlor Alberto Contador rund 30 Sekunden aufgrund eines Platten, ehe er das Finale in Angriff nahm. In den steilen Rampen des Passo del Mortirolo konnte der Spanier jedoch rasch wieder zu seinen Kontrahenten aufschließen, ehe er sich gemeinsam mit Mikel Landa und Steven Kruijswijk von Fabio Aru absetzte. Mikel Landa gewann schlussendlich seine zweite Etappe in Folge und war nun mit einem Rückstand von rund vier Minuten der erste Verfolger des weiterhin führenden Alberto Contador.[119] Auf den letzten beiden Bergetappen war es jedoch wieder Fabio Aru, der Alberto Contador in Bedrängnis brachte. Zunächst nahm er dem Spanier bei der Bergankunft von Cervinia eine Minute und 18 Sekunden ab, ehe er tags drauf auch in Sestriere als Sieger über den Zielstrich fuhr. Alberto Contador wurde dabei bereits rund 30 Kilometer vor dem Ziel im Anstieg des Colle delle Finestre distanziert und verlor am vorletzten Etappentag fast zweieinhalb Minuten. Aufgrund seines großen Vorsprungs, verteidigte er jedoch die Maglia Rosa und fixierte tags drauf seinen zweiten Giro-d’Italia-Gesamtsieg.[120]

Bei der Tour de France 2015 muss sich Alberto Contador (Mitte) als Fünfter geschlagen geben

Nach der Italien-Rundfahrt bestritt Alberto Contador mit der Route du Sud ein weiteres Rennen im Vorfeld der Tour de France, wobei er die anspruchsvolle Etappe über den Port de Balès gewann. Zudem setzte er sich in der Gesamtwertung mi einem Vorsprung von 17 Sekunden vor dem Kolumbianer Nairo Quintana durch. Bei der Frankreich-Rundfahrt konnte Alberto Contador jedoch kaum Akzente setzten. Nach Platz 46 im Auftaktfahren von Utrecht, hielt er sich zunächst auf der windigen 2. Etappe schadlos, ehe er bereits am dritten Abschnitt im Schlussanstieg der Mur de Huy wertvolle Sekunden verlor. Auf den Kopfsteinpflaster-Etappe erreichte er das Ziel jedoch in der ersten großen Gruppe.[121] Bei der ersten Bergankunft in La Pierre Saint-Martin verlor er als Elfter fast drei Minuten gegenüber dem siegreichen Chris Froome, der wie bereits 2013 zum souveränen Dominator aufstieg.[122] Bereits nach den Pyrenäen gab das Team Tinkoff-Saxo den Traum vom Grand Tour-Double auf.[123] Auch auf den nachfolgenden Bergetappen konnte Alberto Contador nicht mit den besten Fahrern mithalten und belegte schlussendlich den fünften Gesamtrang, wobei sein Rückstand auf den Gesamtsieger Chris Froome fast zehn Minuten betrug. Auf das Podium fehlten ihm mehr als vier Minuten.

2016: Ende der Grand Tour-Dominanz

Im Jahr 2016 kann Alberto Contador keine Akzente bei den Grand Tours setzen. Er verlängerte seine Karriere dennoch um ein weiteres Jahr

Im Februar gab Alberto Contador sein Saison-Debüt bei der Algarve-Rundfahrt, wobei er zum insgesamt dritten Mal die Bergankunft auf der Alto do Malhão gewann. Im Anschluss beendete er Paris–Nizza und die Katalonien-Rundfahrt auf dem zweiten Gesamtrang und musste sich dabei nur Geraint Thomas bzw. Nairo Quintana geschlagen geben. Zudem verlängerte er Anfang März seinen Vertrag bei der Tinkoff-Mannschaft bis zum Ende der Saison, ehe er seine Karriere im Alter von 33 Jahren beenden wollte.[124] Nur ein Monat später setzte er sich jedoch nach einem Sieg im Abschlusszeitfahren in der Gesamtwertung der Baskenland-Rundfahrt durch und meinte daraufhin, dass er das Rennen sicher nicht zum letzten Mal bestritten habe. Dies weckte Spekulationen über einen möglichen Teamwechsel, da sich Oleg Tinkoff, der Geldgeber der Tinkoff-Mannschaft, mit dem Ablauf der Saison aus dem Radsport zurückziehen wollte.[125] Nach einer längeren Rennpause bereitete sich Alberto Contador einmal mehr beim Critérium du Dauphiné auf die Tour de France vor und gewann dabei den Prolog auf den Mont Chéry.[126] In der Gesamtwertung belegte er den fünften Gesamtrang.

Bei der Tour de France kam Alberto Contador auf den ersten beiden Abschnitten zu Sturz und büßte zudem bereits auf der 2. Etappe fast 50 Sekunden ein.[127] Im Anschluss verlor er auch im Zentralmassiv wertvolle Sekunden, ehe er auf der zweiten Pyrenäen-Etappe einbrach und das Ziel mit einem Rückstand von einer Minute und 41 Sekunden hinter Chris Froome erreichte. Tags drauf gab er die Tour de France auf der 9. Etappe im Anstieg des Port del Cantó auf. Nach eigener Aussage hatte er sich nicht vom Sturz der 1. Etappe litt zuletzt an Fieber.[128] Zwei Tage nach seinem Ausscheiden sagte er seinen geplanten Olympia-Start ab.[129] Nach seiner Genesung gewann Alberto Contador die Gesamtwertung der Burgos-Rundfahrt, ehe er bei der Vuelta a España an den Start ging. Bei dieser konnte er jedoch nicht im Kampf um den Gesamtsieg eingreifen und wurde bei der letzten Bergankunft auf der Alto de Aitana vom Kolumbianer Esteban Chaves vom Podium verdrängt. Auf den siegreichen Nairo Quintana fehlten ihm letztlich rund viereinhalb Minuten.

2017: Karriereende bei Trek-Segafredo

Im Jahr 2017 bestritt Alberto Contador seine zehnte und letzte Tour de France

Bereits am 15. September 2016 wurde der Wechsel von Alberto Contador zum US-amerikanischen UCI WorldTeam Trek-Segafredo bekanntgegeben. Dieser war für ein Jahr gültig, wobei der Spanier ein weiteres Mal die Tour de France als Ziel ausgab.[130] Im Februar startete der 34-jährige bei der Andalusien-Rundfahrt in die Saison, wobei er sich nur seinem Landsmann Alejandro Valverde um eine Sekunde geschlagen geben musste. Im März fehlten ihm bei Paris–Nizza nur zwei Sekunden gegenüber dem Kolumbianer Sergio Henao. Zudem belegte er im Zuge der Fernfahrt zweimal den zweiten Etappenrang. Im Anschuss verpasste Alberto Contador auch bei der Katalonien-Rundfahrt und Baskenland-Rundfahrt seinen ersten Saisonsieg und wurde dabei beide Mal hinter Alejandro Valverde Zweiter der Gesamtwertung.

Nach Platz elf beim Critérium du Dauphiné nahm Alberto Contador seine zehnte und letzte Tour de France in Angriff. Bereits im Auftaktzeitfahren von Düsseldorf verlor er fast eine Minute auf den siegreichen Briten Geraint Thomas, ehe er bei der ersten Bergankunft auf der Planche des Belles Filles 26 Sekunden gegenüber dem Etappensieger Fabio Aru einbüßte. Auf dem achten Gesamtrang liegend wurde er auf der 9. Etappe am Mont du Chat abgehängt und musste daraufhin seine Ambitionen auf einen letzten Tour-de-France-Sieg frühzeitig begraben. Im Ziel von Chambéry wies er einen Rückstand von mehr als vier Minuten auf, womit er auf den zwölften Gesamtrang zurückfiel.[131] Am französischen Nationalfeiertag ging er im Rahmen der 13. Etappe früh in die Offensive und erreichte das Ziel gemeinsam mit Warren Barguil, Mikel Landa und Nairo Quintana, wobei er sich im Zielsprint mi dem dritten Platz begnügen musste.[132] Auf der 17. Etappe griff Alberto Contador im Hochgebirge erneut an, wobei er im Anstieg des Col de la Croix de Fer zu der Ausreißergruppe aufschloss. Im nachfolgenden Col du Galibier konnte er dem Slowenen Primož Roglič jedoch nicht folgen, der in weiterer Folge seine erste Tour-de-France-Etappe gewann. Contador hingegen wurde von der Favoritengruppe um den gesamtführenden Chris Froome gestellt und erreichte das Ziel als Achter.[133] Nach der letzten Bergankunft auf dem Col d’Izoard und dem Abschlusszeitfahren von Marseille beendete Alberto Contador seine letzte Tour de France schlussendlich auf dem Neunten Gesamtrang, wobei er einen Rückstand von acht Minuten und 49 Sekunden aufwies.

Contador wird als kämpferischster Fahrer der Vuelta a España 2017 ausgezeichnet

Am 7. August bestätigte Alberto Contador, dass er seine Karriere nach der Vuelta a España beenden würde.[134] Bei seinem letzten Start bei der Spanien-Rundfahrt, die er dreimal gewonnen hatte, erhielt er die Startnummer eins.[135] Bereits auf der 3. Etappe musste er jedoch seine Ambitionen auf einen weiteren Gesamtsieg begraben, als er auf dem Weg nach Andorra im Anstieg der Alto de la Comella distanziert wurde und mehr als vier Minuten auf die anderen Gesamtklassement-Fahrer verlor.[136] Im Anschluss glätzte der Spanier jedoch mit seiner offensiven Fahrweise und konnte auf der 17. Etappe sogar den Gesamtführenden Chris Froome in den steilen Rampen von Los Machucos distanzieren. Er belegte dabei den zweiten Etappenrang, wobei er sich nur dem österreichischen Ausreißer Stefan Denifl geschlagen geben musste, dem der Sieg im Nachhinein wegen Dopings aberkannt wurde.[137] Am vorletzten Etappentag feierte Alberto Contador schließlich seinen letzten Karrieresieg, als er die legendäre Bergankunft auf der Alto de Angliru zum zweiten Mal nach dem Jahr 2008 gewann. Er setzte sich dabei in der nassen Abfahrt der Alto del Cordal ab, ehe die Ausreißer im Schlussanstieg einholte und distanzierte. Zugleich verbesserte er sich in der Gesamtwertung auf den vierten Gesamtrang und verpasste das Podium nur um 20 Sekunden.[138] In Madrid wurde der 34-jährige tags drauf zum kämpferischsten Fahrer geehrt, womit er dem Gesamtsieger Chris Froome die Show stahl, der mit seinem Triumph als erster Fahrer seit Alberto Contador ein Grand Tour-Double geschafft hatte. Die Rheinische Post zog das Fazit seiner Karriere: „Für den Pistolero war es der perfekte Abschluss einer eindrucksvollen Karriere, die große Erfolge, aber auch tiefe Brüche mit sich brachte. Das Erbe Contadors, der sich auf seine alten Tage auch außerhalb Spaniens zum Publikumsliebling wandelte, ist fraglos ein zwiespältiges. Sein Name gehört zur dunklen Vergangenheit des Radsports, er steht aber auch für solch einprägsame Rennaugenblicke wie am Samstag auf der brutalen Rampe in Asturien.“[139] Zwei Tage nach Beendigung der Vuelta wurde Contador von 5000 Menschen in seinem Heimatort Pinto empfangen, die in Sprechchören „Un año más“ („noch ein Jahr“) forderten.[140]

Dopingsperre

Contador wurde Kontakt zu Eufemiano Fuentes und damit eine Verwicklung in den Dopingskandal Fuentes nachgesagt. Er wurde verdächtigt, unter dem Kürzel „A.C.“ in der Kundenkartei des Mediziners registriert gewesen zu sein. In einer überarbeiteten Version der Fuentes-Liste, die kurze Zeit später veröffentlicht wurde, tauchte er dann allerdings nicht mehr auf.[141] Contador selbst hat alle Doping-Vorwürfe stets bestritten.

Bei einer während der Tour de France abgenommenen Dopingprobe am 21. Juli 2010 wurde ein positiver Befund einer geringen Menge Clenbuterol in der A- und B-Probe festgestellt. Darüber hinaus wurden in den Proben Spuren von Weichmachern entdeckt, wie sie nach Bluttransfusionen häufig zu finden sind.[142]

Entsprechend dem Reglement der UCI wurde Contador, der zum Zeitpunkt der Meldung Ende September 2010 seine Saison bereits abgeschlossen hatte, vorläufig suspendiert. Contador selbst verwies auf die geringe Menge des festgestellten Stoffes und vermutete eine Nahrungsmittelverunreinigung als Ursache des positiven Befunds.[143] Später präzisierte er, ein von einem Helfer in Spanien gekauftes Stück Fleisch sei kontaminiert gewesen.[144] Am 30. September 2010 wurde Contador gesperrt.[145]

Am 15. Februar 2011 sprach ihn der spanische Radsportverband RFEC vom Vorwurf des Dopings mit der Begründung frei, der Fahrer habe nachweisen können, die verbotene Substanz unverschuldet zu sich genommen zu haben,[146] und hob seine einjährige Sperre auf.[147]

Die UCI legte Ende März 2011 Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof CAS mit der Begründung ein, dass sie nach „intensiver Prüfung“ der durch den spanischen Verband übermittelten Unterlagen nicht überzeugt wären, dass der Fahrer den Beweis erbracht hätte, das Clenbuterol unverschuldet zu sich genommen zu haben.[148][149] Die Welt-Antidoping-Agentur WADA schloss sich wenige Tage später der Berufung durch die UCI an.[150]

Im Februar 2012 belegte der Internationale Sportgerichtshof Contador auf Grund der beiden Einsprüche mit einer zweijährigen Doping-Sperre. Die seitens der WADA vertretene These einer verbotenen Bluttransfusion sei ebenso wie die These Contadors eines kontaminierten Fleischstücks prinzipiell möglich, wahrscheinlicher als Ursache sei aber ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel. Contador habe aber den ihm nach dem WADA-Code obliegenden Beweis, dass der Befund nicht von ihm zu verantworten sei, nicht erbracht und sei deshalb zu sperren.[151][152] Die Sperre trat rückwirkend zum 25. Januar 2011 in Kraft. Auf den Zeitraum der Sperre wurde die Zeit angerechnet, die Contador 2010 und 2011 bereits gesperrt war: fünf Monate und 19 Tage. Damit endete die Dopingsperre am 5. August 2012. Neben dem Tour-de-France-Titel 2010 wurden alle Resultate Contadors nach dem 25. Januar 2011 aus den Ergebnislisten gestrichen, darunter auch der Sieg beim Giro d’Italia 2011.[153]

Nach einem im März 2015 veröffentlichten Bericht der von der durch die UCI eingesetzten Cycling Independent Reform Commission wurde Alberto Contador nach seinem positiven Dopingtest durch die UCI bevorzugt behandelt, in dem er durch drei UCI-Funktionäre in Spanien persönlich informiert und auf die Möglichkeit eines positiven Tests durch kontaminiertes Fleisch – seiner späteren Verteidigungsstrategie – hingewiesen worden sei.[154][155]

Nach seinem Rücktritt im Jahre 2017 bezeichnete Alberto Contador diese Sperre wegen Dopings als eine der „größten Ungerechtigkeiten im Sport“.[156]

Floyd Landis, dem der Sieg Tour de France 2006 wegen Doping aberkannt wurde, äußerte sich 2011 in einem Interview mit Graham Bensinger wie folgt über Alberto Contador Velasco: „Sein Trainer (von Alberto Contador) war mein Drogenkurier (von Floyd Landis)“ und „His coach was my drug dealer“.[157][158]

Nach der Sportkarriere

Im Jahr 2014 gab Contador die Gründung einer Fahrrad-Schule in seiner Heimatstadt Pinto bekannt. Er wolle sich mit seiner Stiftung Fundación Contador um die Nachwuchsförderung kümmern.[159]

Seine Stiftung Fundación Contador gründete 2015 ein Radsportteam, welches zur Saison 2021 unter dem Namen Eolo-Kometa Cycling Team eine Lizenz als italienisches UCI ProTeam erhielt. Das Team wird durch Alberto Contador, seinen Bruder Francisco Contador und den zweifachen Giro-d’Italia-Sieger Ivan Basso geleitet. Neuer Sportlicher Leiter wurde der ehemalige Radrennfahrer Sean Yates. Bekanntester Neuzugang im 20-köpfigen Kader ist Francesco Gavazzi.[160]

Ebenfalls mit Basso gründete er 2020 den Radhersteller Aurum Bikes.[161]

Erfolge

2001

  • Bronzemedaille Spanischer Meisterschaften – Einzelzeitfahren (U23)

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

Grand-Tour-Platzierungen

Weitere Informationen Grand Tour ...
Grand Tour2005200620072008200920102011201220132014201520162017
Maglia Rosa Giro d’ItaliaGiro1DSQ1
Gelbes Trikot Tour de FranceTour3111DSQDSQ4DNF5DNF9
Rotes Trikot Vuelta a EspañaVuelta11145
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Legende: DNF: did not finish, aufgegeben oder wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen. DSQ: Disqualifikation.

Auszeichnungen

Commons: Alberto Contador – Album mit Bildern

Einzelnachweise und Anmerkungen

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