Brandbombe
Bomben, die Brände entfachen sollen
From Wikipedia, the free encyclopedia
Als Brandbomben bezeichnet man Bomben, die überwiegend oder ausschließlich Brände entfachen sollen. Der Begriff Brandbombe wird heutzutage generell für Brandwaffen verwendet, die von Luftfahrzeugen abgeworfen werden.

Geschichte
Frühzeit
Brandwaffen werden von Streitkräften schon seit der Antike eingesetzt. Ein frühes Beispiel ist der Brandpfeil. Bereits im Buch der Richter (15,3-5) des Alten Testaments wird die Verwendung einer Brandwaffe beschrieben. Thukydides beschreibt den Einsatz von Brandwaffen gegen Sparta, was vermutlich eine frühe Form des Griechischen Feuers darstellt. Auch der Militärstratege Sunzi beschrieb in seinem Werk Die Kunst des Krieges den Einsatz von Brandwaffen. Das chinesische Werk Wujing zongyao von Zeng Gongliang enthält u. a. Angaben zur Herstellung von verschiedenen Brandmitteln. Bei der Belagerung von Stirling Castle 1304 ließ der englische König Eduard I. die Burg mit Brandwaffen beschießen. Auch bei der Belagerung von Malta 1565 benutzten die Verteidiger verschiedene Brandwaffen gegen die Türken. Später wurden auch Brandsätze entwickelt, die von Hand geworfen oder von der Artillerie verschossen werden konnten, wie etwa der Brandballen oder die Karkasse.[1]
Erster Weltkrieg
Im Ersten Weltkrieg wurden Brandbomben ab 1916 von deutschen Luftschiffen (später auch von Riesenflugzeugen) über London und anderen Städten in Südengland abgeworfen. Der erste Typ enthielt eine Mischung aus Petroleum und Erdöl und war mit einem teergetränkten Seil umwickelt, das auch als Docht dienen sollte. 1916 entwickelte in Großbritannien Dr. Francis Ranken die Thermit-Kleinbomben 5 oz Mk I und 6,5 oz Mk II. Diese „Baby Incendiary Bomb‘s“ (BIB) wogen 0,14 bzw. 0,18 kg. Die BIB wurden von Kampfflugzeugen in Bündeln auf Stellungen und Depots der Mittelmächte abgeworfen. Zwischen 1917 und 1918 wurde im Deutschen Reich, in der Chemischen Fabrik Griesheim-Elektron die Elektronbrandbombe B 1 E entwickelt, welche aber nicht mehr zum Einsatz kam. Auch die Bodentruppen von mehreren Kriegsparteien verwendeten Flammenwerfer sowie Artilleriegeschosse, Mörsergranaten und auch Handgranaten mit Brandstoffen. Während des Ersten Weltkriegs blieb die tatsächliche Bedeutung der Brandbomben jedoch gering.[2][3][4]
Zwischenkriegszeit
In der Zwischenkriegszeit setzten die Streitkräfte des Vereinigten Königreichs Baby Incendiary Bomb-Brandbomben bei Aufständen und Konflikten in den Britischen Kolonien ein.
Im September 1920 führte der United States Army Air Service unter der Leitung von Billy Mitchell zu Testzwecken Luftangriffe auf das ausgemusterte Schlachtschiff USS Alabama durch. Dabei kamen verschiedene Bombenarten zum Einsatz, darunter auch Phosphorbomben.
Im Abessinienkrieg (1935–1937) setzten die Streitkräfte des Königreichs Italien Brandbomben ein. Dabei wurden Brandbomben für die Luftnahunterstützung und bei Luftangriffen auf Addis Abeba und Harar verwendet.[5]
Im Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939) setzte die Legion Condor und die italienische Aviazione Legionaria bei Luftangriffen auf Madrid, Barcelona sowie beim Luftangriff auf Guernica Brandbomben ein. Bei letzterem bestand etwa ein Drittel der abgeworfenen Bomben aus Elektronbrandbomben B 1 E.[6]
Im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg (1937–1945) setzten die Streitkräfte des Japanischen Kaiserreichs Brandbomben bei Luftangriffen gegen Städte und Ortschaften in China ein.[7]
Zweiter Weltkrieg

Vor dem Zweiten Weltkriegs entwickelte sich das Konzept, mit eigenständigen Bomberflotten die Städte des Gegners zu bombardieren, zu einer wichtigen Strategie der Luftkriegsführung. Dabei wurde den Brandbomben eine wichtige Rolle zugeschrieben. Versuche mit Brandbomben hatten gezeigt, dass diese gegen industrielle Ziele wenig Erfolg hatten, sofern diese nicht leicht entflammbar waren. Sehr wohl aber beim massenhaften Einsatz gegen innerstädtische Wohn- und Geschäftsgebäude, da diese Gebäude leicht Feuer fingen und sich die Flammen rasch ausbreiteten. Mit der Verlagerung hin zum Flächenbombardement von Wohnvierteln wurden Brandbomben zu einer wichtigen Waffe. Dabei wurde der Anteil der auf deutsche Städte abgeworfenen Brandbomben von 25–30 % auf etwa 70 % erhöht. Bei den Luftangriffen auf japanische Städte war der prozentuale Anteil von Brandbomben nochmals deutlich größer als in Europa. Ab der zweiten Kriegshälfte wurden Brandbomben zu wichtigen Instrumenten der taktischen und strategischen Kriegsführung. Insbesondere bei den großen Brandbombenangriffen auf Städte entwickelten sich Brandbomben zu dem, was später als Massenvernichtungswaffe bekannt wurde.[8]
Im Winterkrieg (1939–1940) warfen sowjetische Flugzeuge 55.000 Sprengbomben und 41.000 Brandbomben auf 690 Ziele in Finnland ab, wobei 956 Menschen ums Leben kamen.[9]
Erstmals in großem Umfang wurden Brandbomben von der Luftwaffe der Wehrmacht bei der Schlacht um Warschau (1939), dem Luftangriff auf Belgrad (1941) und dem Luftangriff auf Moskau (1941) abgeworfen. In noch größerem Umfang kamen Brandbomben bei der Luftschlacht um England zum Einsatz. Allein zwischen September und November 1940 warf die Luftwaffe der Wehrmacht bei den Luftangriffen auf London rund 1 Million Elektronbrandbomben B 1 E und Phosphorbomben auf die Stadt ab. Auch bei den Luftangriffen auf Coventry, den Luftangriffen auf Liverpool sowie bei dem Baedeker Blitz kamen Massenweise Elektronbrandbomben zum Einsatz.[10][11]
In noch größerem Umfang setzte Royal Air Force Brandbomben ein. Ausgehend von der Trenchard-Doktrin wurden Brandbomben zusammen mit Sprengbomben beim Flächenbombardement deutscher Städte und Industriegebiete eingesetzt. Allein von der Stabbrandbombe INC 4 lb warf das RAF Bomber Command rund 80 Millionen Stück auf deutsche Städte ab. Insgesamt warf die Royal Air Force 190.335 Tonnen Brandbomben auf Ziele in Deutschland ab. Die United States Army Air Forces (USAAF) warf 80.000 Tonnen Bomben auf deutsche Ziele ab, wovon rund 30 % Brandbomben waren.[12][13]
Im späteren Verlauf des Krieges kam von den USA auch erstmals Napalm zum Einsatz. Dabei wurde Napalm sowohl in kleineren Stabbrandbomben wie der AN-M69 (2,81 kg) oder der AN-M74 (3,86 kg) verwendet als auch in größeren Bomben wie der AN-M47 (31–45 kg) oder der AN-M76 (214,6 kg). Diese größeren Bomben wurden nicht nur im Flächenbombardement eingesetzt, sondern zusammen mit Napalm-Brandtanks auch von Tieffliegern zur Luftnahunterstützung.
Im Pazifikkrieg verwendete die USAAF Millionen von Napalm- und Phosphorbomben bei den Vernichtungsangriffen auf die Städte der Japanischen Hauptinseln. Bei diesen Angriffen wurden ganze Großstädte niedergebrannt was zu enormen Verlusten unter der Zivilbevölkerung führte. Dabei betrug der Anteil der auf japanische Städte abgeworfenen Brandbomben teilweise bis zu 100 %. Dies, weil die japanische Wohnhäuser größtenteils in Leichtbauweise aus Holz und anderen brennbaren Materialien gebaut waren. Schon der alleinige Einsatz von kleinen Brandbomben konnte Gebäude innerhalb von Minuten in Vollbrand setzten.[14][15][16][17]
Japan griff seinerseits die USA mit Ballonbomben an, wobei sowohl Spreng- als auch Brandbomben zum Einsatz kamen. Diese Angriffe hatten allerdings kaum eine Wirkung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg

Während des Koreakriegs erfolgten großangelegte Einsätze von Napalm durch die US Air Force. Bereits im ersten Kriegsjahr wurden 30 Millionen Liter Napalm abgeworfen. Dabei wurde Napalm für die Luftnahunterstützung sowie für schwere Brandbombenangriffe auf nordkoreanische Städte verwendet.[18][19][20]
Im Vietnamkrieg wurden Brandbomben, insbesondere Napalm im bisher größtem Umfang eingesetzt. Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten verwendeten während dieses Konfliktes nahezu 400.000 Tonnen Napalm.[18][19][21]
Danach kamen Brandbomben bei einer Vielzahl von Konflikten zum Einsatz. Etwa bei den Nahostkonflikten, den Indisch-Pakistanischen Kriegen, den Kriegen in Afghanistan, den Golfkriegen, den Jugoslawienkriegen, den Tschetschenienkriegen, im Krieg gegen den Terror, dem Russisch-Ukrainischen Krieg sowie im Irankrieg (2026). Bis heute werden Brandbomben bei vielen Konflikten mit hoher Intensität eingesetzt.[18][19][22]
Technik
Brandbomben werden von Kampfflugzeugen, Bombern, Hubschraubern sowie unbemannten Luftfahrzeugen eingesetzt. Bombenabwurf kann aus dem Horizontalflug oder Sturzflug sowie aus großer, mittlerer Flughöhe und aus dem Tiefflug erfolgen. Sie werden primär als Freifallbomben eingesetzt und werden sowohl für der Bekämpfung von taktischen Zielen wie auch im Flächenbombardement gegen strategische Ziele verwendet.
Brandbomben sind Fliegerbomben die mit schwer löschbaren Brandmitteln oder Brandkampfstoffen befüllt sind. Gegenüber von Sprengbomben ist die räumliche und zeitliche Wirkung von Brandbomben größer. Nach der Zündung brennt das Feuer mehrere Minuten lang und kann sich, wenn brennbares Material in der Nähe ist, weiter ausbreiten. Der Bombenkörper kann sowohl dickwandig wie auch dünnwandig ausgeführt sein. Das Gewicht von Brandbomben reicht von etwa 1 kg bis rund 1.000 kg. Kleine Brandbomben werden aus Abwurfbehältern und Streubomben abgeworfen und erreichen so eine optimale Flächenwirkung. Brandbomben werden gegen gepanzerte und ungepanzerte Fahrzeuge, Infanterieziele, Material, Feldbefestigungen sowie Gebäudestrukturen eingesetzt. Die Bomben werden entweder mit einem Aufschlagzünder beim Auftreffen auf der Erdoberfläche oder mit einem Näherungszünder oder Zeitzünder in der Luft über dem Ziel gezündet. Dabei kann auch zusätzlich eine Zerlegladung gezündet werden, welche die Bombenhülle zerlegt. Mit der Zündung wird im Bombenkörper das Brandmittel im entfacht, welches entweder brennend über ein größeres Gebiet verspritzt wird oder auf einer kleinen Fläche abbrennt. Dabei brennen Brandbomben mit Temperaturen von bis zu 2.500 °C ab. Durch verschiedene Brandmittel weisen Brandbomben unterschiedliche Brandverhalten auf. Aufgrund der verwendeten Brandmittel können Brandbomben in verschiedene Typen unterteilt werden:
Feste, metallische Brandmittel

Solche Brandmittel bestehen fast ausnahmslos aus Thermit-Mischungen sowie einem Bindemittel (z. B. Naphthalin). Eine typische solche Mischung besteht aus 68,7 % Thermit, 29 % Bariumnitrat, 2 % Schwefel und 0,3 % PBAN. Der dickwandige Bombenkörper besteht üblicherweise aus brennbarem Elektron. Bei der Bombenzündung wird mit einer Verzögerung zuerst die Thermitreaktion mit einer Temperatur von bis zu 2.500 °C in Gang gesetzt. Die Thermitreaktion entzündet dabei den Bombenkörper aus Elektron. Die Bombe brennt nun während mehreren Minuten mit einer Brenntemperatur von rund 1.300 °C ab und zerschmilzt zu einer weißglühenden, brennenden Metallschmelze. Bomben dieses Typs haben ein Gewicht von rund 1 kg bis rund 450 kg. Die Bomben werden beim Aufschlag oder in der Luft über dem Ziel gezündet. Sie werden generell für Angriffe auf Gebäude, Siedlungen und Städte verwendet. Andere metallische Brandstoffe wie Zirconium, Uran, Magnesium, Aluminium, Lithium, Titan usw. spielen bei Brandbomben nur eine untergeordnete Rolle.[23][24][25]
Feste, nichtmetallische Brandmittel
Diese Brandmischungen bestehen primär aus Weißem Phosphor sowie Passivierungs- und Bindemitteln wie Naturkautschuk, Natriumhydroxid, Kunstharzen, Pflanzenölen usw. Die Phosphorbomben sind in der Regel dünnwandig, um im Bombenkörper eine große Menge Brandmittel unterbringen zu können. Die sogenannten „Phosphorkanister“ aus dem Zweiten Weltkrieg bestanden aus einem Blech-Kanister, befüllt mit Mischungen aus Phosphor, Leichtbenzin, Gummilatex, Naturkautschuk o. Ä.. Phosphorbomben benötigen neben dem Zünder, in der Regel keine zusätzliche Anzündladung, da der pyrophore Weiße Phosphor sich im Kontakt mit Luftsauerstoff selbst entzündet. Dabei beträgt die Brenntemperatur rund 1.300 °C und die Brenndauer wenige Minuten. Phosphorbomben überschreiten selten ein Gewicht von 450 kg. Die Bomben werden beim Aufschlag oder in der Luft über dem Ziel gezündet. Sie werden generell für Angriffe auf Gebäude, Siedlungen, Städte wie auch gegen taktische Ziele verwendet. Neben Weißem Phosphor spielen andere nichtmetallische, pyrophore Brandmittel wie z. B. Schwefel eine geringe Rolle.[26][27]
Flüssige Brandmittel

Während des Zweiten Weltkriegs wurden flüssige Brandmischungen aus Erdöl, Motorenbenzin, Naturkautschuk, Asphalt, Wachs, Phosphor usw. verwendet. Auch Mischungen aus Motorenbenzin, Benzol, Kresolen, Polymethylmethacrylat, Kaliumperchlorat sowie Kunstharzen waren gebräuchlich. Modernere Brandmischungen bestehen aus Leichtbenzin, Dieselkraftstoff oder anderen flüssigen Kohlenwasserstoffen, die mit Napalmpulver, Naphthensäuren, Natriumsilicate, Polystyrol, Aluminiumpulver usw. zu einer viskosen Masse verdickt werden. Andere flüssige Brandmittel wie Triethylaluminium, Triethylboran oder Butyllithium spielen bei Brandbomben nur eine untergeordnete Rolle. Flüssige Brandmittel werden primär in Brandtanks abgeworfen. Diese haben ein dünnwandiges Gehäuse, das beim Aufprall auf der Erdoberfläche zerplatzt und die klebrige Brandmischung verspritzt. Damit sich dabei die Brandmischung in Brand setzt, sind im Tank ein Pyrotechnischer Satz und/oder eine Ampulle mit weißem Phosphor verbaut, welche sich beim Aufschlag entzünden. Flüssige Brandmittel haben Brenntemperaturen von 1.000 bis 1.800 °C und brennen mehrere Minuten lang. Brandtanks werden in der Regel aus dem Tiefflug abgeworfen. Sie werden neben Angriffen auf Gebäude primär gegen taktische Ziele wie Truppenansammlungen, Stellungen, Landfahrzeuge und Material eingesetzt.
Weiter existieren auch hochexplosive Brandbomben sowie Splitter-Brandbomben. Diese sind eine Kombination aus einer Spreng- oder Splitterbombe sowie einer Brandbombe in einem Körper. Bei der Zündung wird zuerst die Brandmischung in Brand gesetzt und mit einer kurzen Verzögerung der Sprengstoff gezündet. Dabei verstreut sich das brennende Brandmittel und es werden Splitter mit hoher Energie freisetzt.
Einsatz und Wirkung bei Angriffen im 2. Weltkrieg gegen Städte

Bei typischen Luftangriffen auf Städte in Europa wurden zuerst Sprengbomben und Luftminen abgeworfen, die durch ihre Druckwelle die Dächer der Häuser abdecken und Fenster zerstören, Wasserleitungen unterbrechen sowie die Straßen für die Feuerwehr unpassierbar machen sollten. Kleine Brandbomben (Stabbrandbomben, Phosphorbomben), die anschließend flächendeckend abgeworfen wurden, konnten so ungehindert in diese Häuser einschlagen, Dachstühle in Brand setzen, Holzdecken durchschlagen und Flächenbrände auslösen. Dabei wurden Brandbomben meist in solchen Mengen (Tausende bis Zehntausende) auf Städte abgeworfen, dass die Feuerwehr nicht mehr in der Lage war, alle Brände rechtzeitig zu löschen.[28]
Nach Beginn der britischen Luftangriffe auf deutsche Städte im Rahmen der Area Bombing Directive des britischen Luftfahrtministeriums vom 14. Februar 1942 wurden die Ziele unter anderem auch danach ausgewählt, wie gut sie voraussichtlich brennen würden. Dies führte zu den ersten Luftangriffen auf Lübeck (März 1942) und auf Rostock (April 1942).[28] Beim Angriff auf Lübeck bestand bereits zwei Drittel der Bombenlast aus Brandbomben.
In zahlreichen Fällen erreichten die Brände eine solche Intensität, dass es zu einem Feuersturm kam. Die hohen Temperaturen verursachten eine extreme Thermik der Brandgase. Dabei wurde durch die aufsteigende heiße Luft dicht über dem Boden ein solcher Sog erzeugt, dass die in Richtung des Brandzentrums nachströmende frische Luft Orkanstärke erreichte. Die Zufuhr frischer Luft fachte das Feuer außerdem weiter an. Große Feuerstürme entstanden etwa bei den Luftangriffen auf Hamburg (Juli 1943), Dresden (Februar 1945), Nagoya (Mai 1945) sowie Tokio (März 1945). Bei letzterem wurden 41 km² Stadtgebiet niedergebrannt und Nachkriegsschätzungen gehen von 80.000 bis 185.000 Toten aus.[12][17]
Völkerrechtliche Einordnung
In der Zeit, als Brandbomben in der Kriegsführung noch wenig Bedeutung hatten, wurden sie in Völkerrechtlichen Verträgen nur am Rande erwähnt oder gar nicht berücksichtigt. Weder die Petersburger Erklärung (1868), die Brüsseler Erklärung (1874), das Haager Abkommen (1899 und 1907) wie auch die Genfer Konventionen (1949) nahmen ausdrücklichen Bezug auf Brandwaffen bzw. Brandbomben. Umstritten ist ob Brandbomben, welche schlecht verheilende Brandwunden und große Schmerzen verursachen, unter die Haager Abkommen fallen, die „übermäßiges Leid verursachende Waffen“ ächten.[29]
Erst die Zusatzprotokolle von 1977 zu den Genfer Konventionen von 1949 reglementieren den Einsatz von Brandbomben und Brandwaffen. Gemäß diesen ist der Einsatz von Brandwaffen gegen Zivilpersonen bzw. in einer Art und Weise, in der es leicht zu Begleitschäden kommen kann verboten, nicht jedoch ihr Einsatz im Allgemeinen.[30]
Siehe auch
Literatur
- Davis, Richard D.: Bombing the European Axis Powers: A Historical Digest of the Combined Bomber Offensive 1930-1945. (PDF) Air University Press Maxwell Air Force Base, Alabama, April 2006, archiviert vom am 11. September 2008; abgerufen am 10. Juli 2011.
- Karl R. Pawlas: Munitions-Lexikon. Band 3: Deutsche Bomben. 2. Auflage. Journal-Verlag, Deutschland, 1992.
- Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940–1945. Propyläen Verlag, Deutschland, 2002, ISBN 3-548-60432-3.
- Malvern Lumsden: Incendiary Weapons. Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), Schweden, 1975, ISBN 0-262-19139-3.
- Oberkommando der Wehrmacht: Vorschrift H. Dv. 412, L. Dv. 764, M. Dv. Nr. 872 – Beseitigung von Blindgängern feindlicher Fliegerbomben – 1939, ISBN 978-3-7557-0751-6
- Robert M. Neer: Napalm: An American Biography. Harvard University Press, 2013, ISBN 0-674-07545-5.
- Wolfgang Fleischer: Deutsche Abwurfmunition bis 1945. Sprengbomben, Brandbomben, Sonderabwurfmunition, Abwurfbehälter, Zünder. Motorbuchverlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-613-02286-9.
- Wolfgang Thamm: Fliegerbomben. Die Spreng- und Brandbombenentwicklung in der Luftwaffe. Von der einfac7hen Fliegerbombe zur modernen Abwurfmunition und ihre Einsätze – mit Gegenüberstellung der Entwicklungen in England, USA und Russland sowie anderer Staaten. Bernard & Graefe Verlag, Bonn 2003, ISBN 3-7637-6228-0.
Weblinks
- Sven-Felix Kellerhoff: Übertroffen wird ihre Zerstörungskraft bis heute nur von Atombomben bei welt.de (deutsch)
- Sven-Felix Kellerhoff: Wie man eine feindliche Stadt in Brand steckt bei welt.de (deutsch)
- Incendiary bombs bei jimdofree.com (englisch)
- 1kg Incendiary Bombs (IB's) bei ww2airdroppedordnance.com (englisch)
- WW2 German ordnance bei bombsawayuxo.com (englisch)