Burgellern

Stadtteil von Scheßlitz From Wikipedia, the free encyclopedia

Burgellern ist ein Gemeindeteil der Stadt Scheßlitz im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.[2] Zum Gemeindeteil zählt die Einöde Schiefermühle. Die Gemarkung Burgellern hat eine Fläche von 5,195 km². Sie ist in 850 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6111 m² haben.[3] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Schlappenreuth.[4]

Schnelle Fakten Stadt Scheßlitz ...
Burgellern
Koordinaten: 49° 59′ N, 11° 3′ O
Höhe: 338 m ü. NHN
Einwohner: 425 (30. Sep. 2025)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 96110
Vorwahl: 09542
Luftbild (2024)
Luftbild (2024)
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Panorama von Burgellern
Mühle in der Ortsmitte
Katholische Kirche Sankt Magdalena und Katharina

Geografie

Das Kirchdorf liegt am Ellernbach und ist von Acker- und Grünland umgeben. Die Staatsstraße 2210 führt nach Stübig (3,1 km nordöstlich) bzw. zu einer Anschlussstelle der Bundesautobahn 70 bei Scheßlitz (0,7 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Pausdorf (2,4 km nördlich) und nach Schlappenreuth (1,1 km östlich). Dort erhebt sich der Schlappenreuther Berg (554 m ü. NHN), der zu den Ausläufern der Fränkischen Alb zählt.[5] Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte

Eine ehemalige Burg neben der heutigen Kirche und der Ellernbach, der ca. 100 Meter nach Roßdach entspringt, prägten den Namen des Ortes. Das Schloss Burgellern, das im Besitz der Brüder Karl Theodor und Friedrich Karl von Buseck war, ist seit Juni 2006 ein Hotel. Der Ort gehörte einst der Familie von Giech, später dem Domkapitel Bamberg.

Im Mai 1699 tauchte im Bamberger Land das Gerücht auf, ein kaiserlicher und kurfürstlicher Befehl verlange, die Juden auszuplündern und innerhalb von drei Tagen aus dem Land zu jagen. Die vermeintliche Anordnung fand im ganzen Hochstift Bamberg ein gläubiges Ohr und ein dankbares Publikum. In Burgellern stand der Bürgermeister Andreas Fiernlein an der Spitze der Agitation; er organisierte Banden, die die jüdischen Familien vertrieben und ihre Häuser plünderten. Die geflohenen Juden aus Burgellern wurden vom protestantischen Herrscher von Aufseß aufgenommen.[6]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Burgellern aus 42 Anwesen (1 Schloss mit Schlossgarten, Stallungen, Remise, Scheune und Eisgrube, 1 Vogtei- und Amtshaus mit Stallungen, Waschhaus und Scheune, 1 Amtsknechtwohnung mit Kellerhaus, 1 Kirch- und Schulhaus, 1 Judenschule mit Synagoge, 2 Höfe, 26 Sölden, 1 Sölde mit Schmiedefeuerrecht, 1 Sölde mit Schlosserfeuerrecht, 1 Wirts- und Schenkhaus mit Brauhaus, 2 Hofhäuser mit Stadel, 2 Mahl- und Schneidmühlen, 1 Badstube, 1 Tropfhaus) und 1 Gemeindehirtenhaus mit Backofen. Das Hochgericht übte das Dompropsteiamt Burgellern des Domkapitels Bamberg im begrenzten Umfang aus, es hatte ggf. an das bambergische Centamt Scheßlitz auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Dompropsteiamt Burgellern.[7] Der Ort hatte guten Feldbau an Weizen, Korn, Gerste, Hafer und Schrotgetreide, außerdem wurde Hanf und Flachs angebaut und Rinder- und Schweinezucht betrieben. In dem zum Amt gehörigen Wäldern gab es „schöne Jagden“.[8]

Im Jahre 1802 kam Burgellern an das Kurfürstentum Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts wurde 1811 das Steuerdistrikt Burgellern gebildet, zu dem Ehrl und Schlappenreuth gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Burgellern mit Schlappenreuth. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Scheßlitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Scheßlitz (1919 in Finanzamt Scheßlitz umbenannt, ab 1928 Finanzamt Bamberg-Land). Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Bamberg I für die Verwaltung zuständig, mit dessen Auflösung im Jahr 1929 ist es das Bezirksamt Bamberg (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt). Die Gerichtsbarkeit lag weiterhin beim Landgericht Scheßlitz (1880 in Amtsgericht Scheßlitz umbenannt, seit 1932 Amtsgericht Bamberg).[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 5,204 km².[10]

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Burgellern im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Scheßlitz eingegliedert.[11][12]

Baudenkmäler

In Burgellern gibt es 26 Baudenkmäler:[13]

  • Am Ellenbach 5, 7; Mühlbach 7, 9, 11: Bauernhäuser
  • Am Ellenbach 3, 11: Wohnstallbauten
  • Am Ellenbach 36: Schiefermühle mit Remise, Fachwerkstadel, Stallungs- und Nebengebäude, Hofeinfahrt
  • Kirchplatz 1: Schloss Burgellern
  • Columba-Schonath-Straße 2: Ehemaliges Gasthaus
  • Columba-Schonath-Straße 23: Kellerhaus
  • Kirchplatz 2: Wohnhaus mit Stallstadel
  • Kirchplatz 4: katholische Filialkirche St. Magdalena und Katharina
  • Kirchplatz 6: Ehemalige Schule
  • Kirchplatz 7: Wohnstallhaus
  • Kirchplatz 11: Kleinbauernhaus
  • Mühlbach 5: Ehemalige Doppenmühle
  • Seilersgasse 1, 3: Doppelkleinhaus
  • Ehemaliges Amtshaus mit Pumpstation
  • zwei Bildstöcke, Wegkreuz, Marter, Sandsteinfigur des Heiligen Johann Nepomuk
  • Zweijochige Sandsteinbrücke
  • Fachwerkstadel
  • Brunnen mit Sandsteinpfeiler

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Burgellern gibt es acht Bodendenkmäler.[13]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Burgellern

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 265344364362359355348354374342316322305311308306322291293493464438352356
Häuser[14] 6564656563616165
Quelle [9][15][15][15][16][17][18][19][20][21][22][15][23][15][24][15][25][26][26][26][27][26][10][28]
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Ort Burgellern

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987002025
Einwohner 201283276269242244371279283347 *425
Häuser[14] 49494847465080
Quelle [9][16][18][21][23][25][27][10][28][29][1]
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Religion

Burgellern ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Kilian (Scheßlitz) gepfarrt.[7][10]

An der Stelle der heutigen Magdalena-Katharina-Kirche stand ursprünglich eine Burgkapelle. Diese gehörte zu der ehemaligen Burg, die dem Ort am Ellerbach seinen Namen gab. 1716 erbauten die Brüder Gregor und Dionysius Finsterwalder die jetzige Barockkirche im Auftrag des Bamberger Domkapitels auf einem Grundstück, das dem Grafen Giech abgekauft worden war.

Vereine

Die örtliche Freiwillige Feuerwehr Burgellern-Schlappenreuth besitzt zwei Jugendfeuerwehr-Gruppen.

Der Ortskulturverein Burgelleren e. V. (OKV) ist der größte Verein im Ort und bemüht sich mit mannigfaltigen Veranstaltungen um ein kulturelles Dorfleben. Der alljährliche Weihnachtsmarkt des OKV ist in der oberfränkischen Region eine der beliebtesten Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit. In 2008 feierte der Verein sein 25-jähriges Bestehen, bei dem einer der Höhepunkte der Besuch des bayerischen Umweltministers Markus Söder war.

Der Soldaten-Kameradschafts-Verein pflegt das Gedenken an gefallene und vermisste Kameraden beider Weltkriege aus Burgellern und Schlappenreuth.

Söhne und Töchter des Ortes

Literatur

Commons: Burgellern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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