Clausen

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Clausen ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rodalben an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die drittgrößte Ortsgemeinde darstellt.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Clausen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Clausen hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 16′ N,  41′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Rodalben
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 12,45 km²
Einwohner: 1374 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 110 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66978
Vorwahl: 06333
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 003
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Rathaus 9
66976 Rodalben
Website: www.rodalben.de
Ortsbürgermeister: Jens Dresen (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Clausen im Landkreis Südwestpfalz
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Clausensee

Geographie

Lage

Clausen liegt im Gräfensteiner Land im Pfälzerwald. 80 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet. Die nächste größere Stadt ist das südwestlich gelegene Pirmasens. Zu Clausen gehören auch die Wohnplätze Forsthaus Heidelsburg, Jugendheim Hollertal sowie Orlebrunnen.[2] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Heltersberg, Leimen, Merzalben, Münchweiler an der Rodalb, Rodalben, Donsieders und Waldfischbach-Burgalben.

Erhebungen und Gewässer

Im Osten der Gemarkung erhebt sich der 465 Meter hohe Hesselsberg.

Der Schwarzbach bildet im Nordosten zunächst die Gemarkungsgrenze zu Heltersberg; in diesem Bereich befindet sich auch der Clausensee. Danach bildet der Fluss die Grenze zu Waldfischbach-Burgalben. Dort nimmt er von links den Hollertalbach auf, der das Siedlungsgebiet jedoch nicht berührt. Im äußersten Süden reicht die Gemeindegemarkung für ein kurzes Stück bis an die Rodalb heran. In diesem Bereich nimmt Letztere von rechts den im Gemeindegebiet entspringenden und in Richtung Süden fließenden Dreiweiherbach auf, der im Verlauf seiner letzten 300 Meter die Gemarkungsgrenze zwischen Rodalben und Clausen bildet.

Geschichte

Entwicklung bis Anfang des 19. Jahrhunderts

Das Dorf Clausen gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zur Markgrafschaft Baden. Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufer im Ersten Koalitionskrieg besetzt.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz ein Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend ein Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Clausen in den Kanton Waldfischbach im Departement Donnersberg eingegliedert und unterstand der Mairie Merzalben.

Notlandung bei einer historischen Ballonfahrt

Der Luftfahrtpionier und Erfinder des rahmenlosen Fallschirms André-Jacques Garnerin (1769–1823) absolvierte am 22. und 23. November 1807 eine 395 km lange Ballonfahrt zwischen Paris und Clausen. Die unvorhergesehene Notlandung in Clausen machte der Ballon- und Fallschirmpionier, als er merkte, dass seine Fernfahrt von Paris in die Schweiz zu einer Irrfahrt geworden war. Bei der Notlandung wurde seine Gondel leicht beschädigt. Ballonhülle und Gondel wurden von Clausen aus mit einem Pferdefuhrwerk nach Zweibrücken verbracht. Von dort aus trat Garnerin mitsamt seinen Gerätschaften mit der Postkutsche die Heimreise nach Paris an.[3]

Weitere Entwicklung

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Klausen – so die damalige Schreibweise – ab 1817 zum Landkommissariat Pirmasens im Rheinkreis und ab 1862 zum Bezirksamt Pirmasens.

1939 wurde Clausen in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Ort Bestandteil der neu geschaffenen Verbandsgemeinde Rodalben.

Zur Zeit des Kalten Kriegs befand sich in der Nähe von Clausen ein Sondermunitionslager der US-Streitkräfte für chemische Waffen. Es wurde 1990 im Rahmen der Aktion Lindwurm aufgelöst (vgl. Miesau Army Depot).

Bevölkerungsentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Clausen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1815460
1835721
1871670
1905993
19391.329
19501.432
19611.557
JahrEinwohner
19701.590
19871.523
19971.670
20051.598
20111.397
20171.403
20241.374[1]
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Religion

Ende 2014 waren 67,4 Prozent der Einwohner katholisch und 16,2 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Clausen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDCDUFWG *UWGGesamt
202416916 Sitze[6]
201941216 Sitze[7]
201431316 Sitze
2009293216 Sitze
2004210416 Sitze
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* 
FWG: Freie Wählergruppe Clausen e. V.

Bürgermeister

Jens Dresen (FWG) wurde am 17. September 2024 Ortsbürgermeister von Clausen.[8][9] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 war er gegen einen Kandidaten der CDU mit 56,3 % der Stimmen gewählt worden.[10]

Dresens Vorgänger Harald Wadle (CDU) hatte das Amt 2009 angetreten. Zuletzt bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 68,89 % für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt worden.[11][12] Zur Wahl 2024 trat er nicht mehr an. Wadles Vorgänger war Emil Cronauer (CDU).[13]

Wappen

Wappen von Clausen
Wappen von Clausen
Blasonierung: „Von Blau und Rot gespalten, rechts ein linksgewendeter goldbewehrter silberner Greif, links auf gewölbtem grünem Grund der goldbekrönte selige Bernhard von Baden in goldenem Panzer mit rotem Brustkreuz, in seiner Rechten ein goldener Wappenschild mit rotem Schrägbalken, in der Linken eine silberne Fahne mit rotem Kreuz.“[14]
Wappenbegründung: Es wurde 1949 vom Ministerium des Innern in Koblenz genehmigt und erinnert mit dem Greif an die ehemalige Zugehörigkeit zu Baden.

Kultur

Ortsbild von Clausen

Kulturdenkmäler

In Clausen befinden sich sieben Objekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die in den Jahren 1900 bis 1903 erbaute katholische Kirche und die Wegekapelle Heilig Kreuz aus den Jahren 1933/34. Das wahrscheinlich älteste Gebäude in Clausen ist ein Wohnhaus von 1773 in der Marhöferstraße.

Vereine

Gelegenheit sich sportlich zu betätigen bietet der FK Clausen, der von 1981 bis 1983 sowie von 1985 bis 1987 in der Fußball-Oberliga Südwest spielte.

Veranstaltungen

Die Rockband 7ty Proof hatte 1996 ihren ersten Auftritt in Clausen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Zeitweise war ein Teilbetrieb von Rheinberger in Clausen ansässig.

Verkehr

Durch den Ort führt die Landesstraße 498, die die Gemeinde mit Donsieders und Waldfischbach-Burgalben sowie mit Merzalben verbindet. Über die nahegelegene Auffahrt Thaleischweiler-Fröschen der A 62 besteht Anschluss an den Fernverkehr.

Bildung

In Clausen gibt es eine Grundschule.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Johannes Cronauer (1793–1870), Domvikar, Bischofssekretär und Domkapitular der Diözese Speyer; außerdem Päpstlicher Geheimkämmerer
  • Werner Melzer (* 1954), ehemaliger Fußballspieler

Personen, die mit Clausen verbunden sind

Commons: Clausen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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