Obersimten

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Obersimten ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Pirmasens-Land an.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Obersimten
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Obersimten hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 10′ N,  35′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Pirmasens-Land
Höhe: 410 m ü. NHN
Fläche: 2,26 km²
Einwohner: 616 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 273 Einwohner je km²
Postleitzahl: 66957
Vorwahl: 06331
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 036
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 19
66953 Pirmasens
Website: www.pirmasens-land.de
Ortsbürgermeisterin: Silke Rink
Lage der Ortsgemeinde Obersimten im Landkreis Südwestpfalz
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Geographie

Obersimten liegt westlich des Pfälzerwalds am Rand des Zweibrücker Hügellandes zwischen Pirmasens im Nordosten und Vinningen im Südwesten. An die Gemarkung von Obersimten grenzen zudem das östlich gelegene Lemberg sowie südwestlich Trulben.

Geschichte

Mittelalter

Das Dorf Obersimten lag im Amt Lemberg der Grafschaft Zweibrücken-Bitsch und dort in der Amtsschultheißerei Vinningen.[2]

Frühe Neuzeit

1570 verstarb Graf Jakob von Zweibrücken-Bitsch (* 1510; † 1570) als letztes männliches Mitglied seiner Familie. Das Amt Lemberg erbte seine Tochter, Ludovica Margaretha von Zweibrücken-Bitsch, die mit dem (Erb-)Grafen Philipp (V.) von Hanau-Lichtenberg verheiratet war. Ihr Schwiegervater, Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg, gab durch die sofortige Einführung des lutherischen Bekenntnisses dem streng römisch-katholischen Herzog Karl III. von Lothringen Gelegenheit, militärisch zu intervenieren, da dieser die Lehnshoheit über die ebenfalls zum Erbe gehörende Herrschaft Bitsch besaß. Im Juli 1572 besetzten lothringische Truppen die Grafschaft. Da Philipp IV. der lothringischen Übermacht nicht gewachsen war, wählte er den Rechtsweg. Beim anschließenden Prozess vor dem Reichskammergericht konnte sich Lothringen hinsichtlich der Herrschaft Bitsch durchsetzen, das Amt Lemberg dagegen – und somit auch Obersimten – wurde der Grafschaft Hanau-Lichtenberg zugesprochen.

1736 starb mit Graf Johann Reinhard III. der letzte männliche Vertreter des Hauses Hanau. Aufgrund der Ehe seiner einzigen Tochter, Charlotte (* 1700; † 1726), mit dem Erbprinzen Ludwig (VIII.) (* 1691; † 1768) von Hessen-Darmstadt fiel die Grafschaft Hanau-Lichtenberg nach dort.

Neuzeit

Im Zuge der Französischen Revolution fiel der linksrheinische Teil der Grafschaft Hanau-Lichtenberg – und damit auch das Amt Lemberg und Obersimten – 1794 an Frankreich. Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft kam Obersimten zum bayerischen Rheinkreis.[3]

Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Obersimten innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Lange Zeit unter dem Namen Simten mit Niedersimten zu einer Kommune vereinigt, verlor die Gemeinde diesen Ortsteil im Rahmen der Gebietsreform zum 7. Juni 1969 an die Stadt Pirmasens. Am gleichen Tag wurde die Gemeinde in Obersimten umbenannt.[4]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Obersimten besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDCDULS *FWGGesamt
20245712 Sitze[5]
20194812 Sitze[6]
20144812 Sitze
20094812 Sitze
200446212 Sitze
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LS: Liste Seebach / Wählergruppe Gemeinsam für Obersimten[7]

Bürgermeister

Silke Rink (Liste Seebach) wurde am 28. August 2024 Ortsbürgermeisterin von Obersimten.[8] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte sie sich mit einem Stimmenanteil von 55,4 % gegen ihren Vorgänger durchgesetzt.[9]

Ihr Vorgänger Thorsten Höh (CDU) hatte das Amt seit August 2019 ausgeübt. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er für fünf Jahre gewählt worden. Höhs Vorgänger Bernd Gehringer (CDU) war bei der Wahl 2019 nicht erneut angetreten.[10][11]

Wappen

Wappen von Obersimten
Wappen von Obersimten
Blasonierung: „Durch silbernen Göpelschnitt von Rot und Grün und Grün geteilt, oben rechts drei goldene Sparren, oben links ein schrägliegender goldener Krummstab beseitet von den goldenen Buchstaben A und S und unten ein silberner Pflug.“
Wappenbegründung: Die Sparren entstammen dem Wappen von Hanau-Lichtenberg. Der Stab und die Buchstaben „A“ und „S“ stehen für das bis Ende des 18. Jahrhunderts im Ort begüterte Kloster Stürzelbronn, der Pflug auf grünem Feld symbolisiert den landwirtschaftlichen Charakter der Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

In der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz (Stand: 2025) sind die Evangelische Kirche, ein Saalbau aus dem Jahr 1938, sowie zwei aus dem 18. Jahrhundert stammende Häuser in der Hauptstraße als Kulturdenkmäler ausgewiesen.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen

In Obersimten selbst besteht die Kindertagesstätte „Sonnenblume“ mit zwei Gruppen.[13] Der Ort gehört zum Einzugsbereich der Konrad-Adenauer-Schule im benachbarten Vinningen, die eine Grundschule und eine Realschule plus umfasst.[14]

Verkehr

Westlich des Ortes führt die Landesstraße 484 an Obersimten vorbei.

Literatur

  • Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungsbezirkes der Pfalz. Speyer 1870.
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].
  • Alfred Matt: Bailliages, prévôté et fiefs ayant fait partie de la Seigneurie de Lichtenberg, du Comté de Hanau-Lichtenberg, du Landgraviat de Hesse-Darmstadt. In: Société d’Histoire et d’Archaeologie de Saverne et Environs (Hrsg.): Cinquième centenaire de la création du Comté de Hanau-Lichtenberg 1480 – 1980 = Pays d’Alsace 111/112 (2, 3 / 1980), S. 7–9.
Commons: Obersimten – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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