Heltersberg

Gemeinde in Rheinland-Pfalz, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Heltersberg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die zweitgrößte und gemessen an der Fläche die größte Ortsgemeinde ist.

Schnelle Fakten Wappen, Deutschlandkarte ...
Wappen Deutschlandkarte
Heltersberg
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Heltersberg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 19′ N,  43′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Waldfischbach-Burgalben
Höhe: 427 m ü. NHN
Fläche: 28,15 km²
Einwohner: 1891 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 67 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67716
Vorwahl: 06333
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 015
Adresse der Verbandsverwaltung: Friedhofstraße 3
67714 Waldfischbach-Burgalben
Website: www.heltersberg.de
Ortsbürgermeister: Ralf Mohrhardt (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Heltersberg im Landkreis Südwestpfalz
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Geographie

Lage

Heltersberg liegt am Rande des Mittleren Pfälzerwaldes im Zentrum von dessen Teilbereich Pfälzisches Holzland. Der größte Teil der Gemarkung ist von Wald bedeckt. Im Südosten der Gemeinde befinden sich die Waldgebiete Heltersberger Wald und Wadgasser Wald. Geologisch dominiert im Gemeindegebiet der Voltziensandstein. Zu Heltersberg gehören die Wohnplätze Hundsweihersägemühle, Lindenbrunnerhof und Westrichhof.[2] Nachbargemeinden – im Uhrzeigersinn – Schmalenberg, Trippstadt, Leimen, Clausen, Waldfischbach-Burgalben, Steinalben und Geiselberg.

Erhebungen

Der Ort liegt auf einem breiten Hügelsattel. Südöstlich der Bebauung erstrecken sich der 428,4 m hohe Kleine Hundsberg und der Dinkelsberg, weiter südöstlich der Hermerskopf (476,2 m) sowie der Große Hundsberg (447 m). Im Osten der Gemarkung liegen der Hahnenberg (486,8 m), das Hornbacher Eck, der Steinhübel sowie in der Nähe der Grenze zu Trippstadt und Leimen der 518,3 m hohe Hahnenkopf.

Gewässer

Clausensee

Heltersberg ist von den Tälern des Schwarzbachs und Haselbachs umgeben. Ersterer bildet im Süden zunächst die Gemarkungsgrenze zu Leimen. Unmittelbar am Gemarkungsdreieck von Leimen und Trippstadt durchfließt er den Schwarzbachtalweiher. Danach nimmt er nacheinander von rechts den Hahnenseybach auf, in den zuvor wiederum der Kieselbach mündet, den Bach im Staatsforst Johannis, den Bach am Rappersborner Fels und das Hermersbächel auf. Weiter westlich markiert der Schwarzbach die Grenze zu Clausen, wo sich der Clausensee befindet. Dieser ist östlicher Ausgangspunkt des sogenannten Schwarzbachtals.

Unmittelbar westlich nimmt der Fluss von rechts das Hundsbächel auf, das südöstlich des Siedlungsgebiets entspringt. Kurz vor dessen Mündung ist es zum Hundsweiher aufgestaut. Etwas weiter westlich mündet – ebenfalls von rechts – das Dinkelsbächel in den Schwarzbach, das zugleich die Grenze zu Waldfischbach-Burgalben bildet.

Der Haselbach – ebenso Hembach genannt – entspringt nordöstlich der Bebauung, fließt nach Norden und mündet bereits nach wenigen hundert Metern in die Hirschalbe, die im äußersten Norden der Gemeindegemarkung entspringt und danach in die westliche Richtung fließt.

Geschichte

1272 erstmals urkundlich erwähnt, unterstand der aus einer Rodungsinsel hervorgegangene Ort zusammen mit Waldfischbach, Geiselberg, Schmalenberg und Schopp als Teil des Holzlandes dem Kloster Hornbach. Mit der Säkularisation des Klosters im Jahr 1557 kamen die Orte an das Kurfürstentum Pfalz, deren weiteres Schicksal sie teilten. Im Dreißigjährigen Krieg weitgehend verwüstet, erfolgte der Aufbau zunächst sehr langsam und wie in anderen Gemeinden des Holzlandes durch Zuwanderer aus der Schweiz.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Heltersberg mit dem Gericht Waldfischbach zum kurpfälzischen Oberamt Lautern.[3] Im Jahr 1794 wurde das Linke Rheinufer im Ersten Koalitionskrieg, in dessen Verlauf es im Gebiet von Heltersberg zu einem Gefecht gekommen war, besetzt.

1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Heltersberg in den Kanton Waldfischbach im Departement Donnersberg eingegliedert und war Sitz einer Mairie, zu der zusätzlich Geiselberg und Steinalben gehörten.

Aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen kam das Gebiet im Juni 1815 zunächst zu Österreich und wurde 1816 auf der Grundlage eines Staatsvertrags an das Königreich Bayern abgetreten. Unter der bayerischen Verwaltung gehörte Heldersberg – so die damalige Bezeichnung – von 1817 an zum Landkommissariat Pirmasens im Rheinkreis, das 1862 zum Bezirksamt Pirmasens wurde.

1939 wurde Heltersberg in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gemeinde Heltersberg innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des Regierungsbezirks Pfalz im damals neu gebildeten Land Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1972 der neugeschaffenen Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben zugeordnet.

Einwohnerstatistik

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Heltersberg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
JahrEinwohner
1815650
1835772
1871809
19051.034
19391.337
19501.479
19611.831
JahrEinwohner
19701.982
19872.022
19972.226
20052.216
20112.101
20172.023
20241.891[1]
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Konfessionsstatistik

Mit Stand Juni 2005 waren 45,5 % der Einwohner katholisch und 43,9 % evangelisch. Die übrigen 10,6 gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.[5] Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt gesunken. Mit Stand Dezember 2024 waren von den Einwohnern 36,3 % katholisch und 32,5 % evangelisch; 31,2 % gehörten sonstigen oder keinen Glaubensgemeinschaften an.[6]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Heltersberg besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

Weitere Informationen Wahl, SPD ...
WahlSPDCDUFWGGesamt
202464616 Sitze[7]
201993416 Sitze[8]
201484416 Sitze
200959216 Sitze
200461016 Sitze
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  • FWG = Freie Wählergruppe Heltersberg e. V.

Bürgermeister

Ralf Mohrhardt (SPD) wurde am 18. Juni 2014 Ortsbürgermeister von Heltersberg.[9] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 87,36 %[10] und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 68,6 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.[11]

Mohrhardts Vorgänger war Harald Jung (CDU).[9]

Wappen

Wappen von Heltersberg
Wappen von Heltersberg
Blasonierung: „In Schwarz rechts ein linksgewendeter rotbewehrter und -bezungter goldener Löwe, links ein aufgerichteter zugewendeter silberner Fisch mit goldenen Flossen, wovon der Löwe einer mit der rechten Vorderpranke berührt.“[12]
Wappenbegründung: Der goldene Löwe repräsentiert das Kurfürstentum Pfalz, zu dem Heltersberg bis zur Annexion durch Frankreich 1793 gehörte. Der Fisch stammt aus dem Wappen von Waldfischbach, das bis zur Zusammenlegung mit Burgalben ein fast identisches Wappen führte, und weist auf den Fischreichtum der Bäche Schwarzbach und Moosalb hin.

Es wurde 1949 vom Ministerium des Innern in Koblenz genehmigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Aussichtsturm Heltersberg
Kulturdenkmäler

Heltersberg hat vier Objekte, die unter Denkmalschutz stehen: das ehemalige protestantische Schul- und Bethaus in der Hauptstraße, in der Waldfischbacher Straße ein Wohnhaus von 1758 und ein weiteres altes Schulhaus sowie auf dem Friedhof das Kriegerdenkmal.

Sonstige Bauwerke

In der Ortsmitte steht das aus Schweinstaler Sandstein gebaute Verwaltungsgebäude. Informationen über die Geschichte von Heltersberg bietet des Heimatmuseum. Am westlichen Ortsrand steht der 10,7 Meter hohe, auch „Türmche auf der Mauer“ genannte Aussichtsturm Heltersberg, der einen Rundblick über Heltersberg sowie die benachbarten Orte bietet.

Natur

Die Gemeinde liegt in dem zum Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Vosges du Nord gehörenden Naturpark Pfälzerwald. Der Große und der Kleine Hundsberg bilden zusammen die rund 81 Hektar große Kernzone Hundsberg. In diesem Bereich sind der Rappersbornerfelsen und der Seelenfelsen als Naturdenkmale ausgewiesen. Weiter nördlich befinden sich der Kasimirfels und der Korbmacherfels. Mit der Langendell existiert ein 1999 ausgewiesenes Naturwaldreservat, das 58 Hektar umfasst.

Rittersteine

Ritterstein 244 Hunds-Straße – Grabhügelfeld

Auf Gemarkung der Gemeinde stehen die Rittersteine 84 und 244. Ersterer trägt die Bezeichnung Weisserstein und ist ein Orientierungspunkt. Letzterer hat die Aufschrift Hunds-Straße – Grabhügelfeld und verweist auf den Pass einer nicht mehr existierenden Straße aus der Zeit der Kelten.

Vereine

In der Gemeinde gibt es den TuS Heltersberg, der unter anderem Leichtathletik anbietet, und den Kegelverein Tehalit Heltersberg.

Veranstaltungen

2019 fand in Heltersberg das Finale des Südwestpokals im Frauenfußball zwischen dem TSV Schott Mainz und dem TuS Wörrstadt statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft und ortsansässige Unternehmen

Aufgrund der geographischen Gegebenheiten, die von Mischwäldern dominiert werden, wird Forst- und Holzwirtschaft betrieben. Die örtlichen Waldgebiete unterstehen dem Forstamt Johanniskreuz.

Im 20. Jahrhundert entstanden zunächst mehrere Schuhfabriken, später folgte eine Großbäckerei. Mittlerweile verfügt Heltersberg insbesondere über eine bedeutende kunststoffverarbeitende Industrie. Ein bedeutendes Unternehmen war Tehalit, das inzwischen Bestandteil der Hager Group ist. Die in Ludwigswinkel ansässige Daniel-Theysohn-Stiftung unterstützt in Heltersberg Jugendliche bei ihrer Ausbildung.

Verkehr

Landesstraße 499 durch Heltersberg

Durch Heltersberg verläuft die Landesstraße 499, die in östliche Richtung bis nach Frankeneck und in die westliche Richtung bis nach Waldfischbach-Burgalben führt. Die Kreisstraße 30 verbindet die Gemeinde mit Schmalenberg und die Kreisstraße 31 mit Geiselberg.

Die Gemeinde ist ausschließlich indirekt durch überregionale Verkehrswege erschlossen: Im Westen tangiert die von Kaiserslautern nach Pirmasens führende Bundesstraße 270 das Ortsgebiet. Einige Kilometer weiter westlich führt die einspurige Bundesautobahn 62 von Pirmasens über Landstuhl nach Trier.

Ebenso verläuft im westlich gelegenen Moosalbtal eine einspurige Eisenbahnstrecke von Pirmasens nach Kaiserslautern. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Waldfischbach und Steinalben. Etwa 20 Kilometer westlich des Ortes liegt der kleine Flugplatz Pirmasens-Pottschütthöhe. Daneben ist der Flugplatz Zweibrücken rund eine halbe Stunde entfernt.

Tourismus

Die Zimmerkopfhütte des Heimat und Pfälzerwaldverein Heltersberg

Am südlichen Rand des Siedlungsgebiets befindet sich die von der Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins betriebene Zimmerkopfhütte. Mitten durch Heltersberg verläuft ein Radweg mit der Südwestpfalz-Tour und den Touren 1 sowie 2 des Mountainbikeparks Pfälzerwald. Im Süden des Gemeindegebiets entlang des Hundsbaches und des Schwarzbaches liegen Campingplätze.

Durch Heltersberg verläuft mit dem von Kaiserslautern bis nach Schweigen-Rechtenbach führenden Pfälzer Waldpfad ein sogenannter Prädikatswanderweg sowie ein solcher, der mit einem blauen Punkt markiert ist und eine Verbindung mit Hauptstuhl sowie Leimen herstellt. Durch den südlichen Teil der Gemarkung führt der mit einem gelben Kreuz markierte Fernwanderweg Saar-Rhein-Main und durch den äußersten Osten der mit einem roten Balken markierte Fernwanderweg Donnersberg–Donon, der mit einem weißen Kreuz gekennzeichnete Fernwanderweg Nahegau-Wasgau-Vogesen und der mit einem gelb-roten Balken markierte Weg von der Burg Lichtenberg bis nach Wachenheim.

Am westlichen Ortsrand liegt der Naturlehrpfad „Auf der Mauer“ mit verschiedenen Stationen.[13] Seit 2009 existiert außerdem ein sogenannter Brunnenwanderweg.

Bildungseinrichtungen

Im Ort gibt es die Holzland-Grundschule Heltersberg. Nächstgelegene weiterführende Schule ist die Daniel Theysohn IGS in Waldfischbach-Burgalben.

Freizeit

Als Freizeiteinrichtung steht das Bergbad Heltersberg zur Verfügung. Es ist ein von Bäumen umgebenes beheiztes Freibad mit 50-Meter-Schwimmbecken, Sprungturm, Spaßbecken mit Wildwasserkanal, Kinderbecken und Liegewiesen. Im Winter ist das Bad geschlossen.[14]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen, die mit Heltersberg verbunden sind

  • Wilhelm von Brockhausen (1773–1858), preußischer General, war im Zuge der Koalitionskriege am Gefecht bei Heltersberg beteiligt.
  • Johannes Storck (1829–1914), Priester, lebte zeitweise in Heltersberg.
  • Jakob Knauber (1869–1950), Priester, Pfarrverweser und Pfarrer im Ort
  • Martin Walzer (1883–1958), war im Ort zeitweise Pfarrer.
  • Josef Freiermuth (1901–1994), Lehrer und Politiker (CDU), war ab 1925 Hilfslehrer in Heltersberg.
  • Daniel Theysohn (1904–1980), Unternehmer, gründete zusammen mit seinem Bruder Albert 1946 in Heltersberg die Gebr. Theysohn Kunststoff Tehalit GmbH; nach ihnen wurde die Gebrüder-Theysohn-Straße benannt.
  • Uwe Benkel (* 1960), Vermisstenforscher, wurde 1998 mit der Verdienstmedaille des Landes ausgezeichnet, wohnt in Heltersberg.
  • Dorothee Martin (* 1978), Politikerin (SPD), wuchs in Heltersberg auf.
  • Verena Bechtluft (* 1986), Keglerin, wurde mit der Mannschaft der Tehalit Heltersberg Deutsche Mannschaftsmeisterin der A-Jugend in Sangerhausen.
  • Tim Könnel, (* 1994), Leichtathlet, startete 2016 und 2019 für die TuS Heltersberg.
  • Melanie Noll, Leichtathletin, startete 2018 für die TuS Heltersberg.

Literatur

  • Gemeinde Heltersberg (Hrsg.): Heltersberg 1272–1972. Festbuch zur 700-Jahr-Feier. Waldfischbach-Burgalben 1972.
  • Uwe Benkel: Gefallen – vermisst, den Heltersberger Gefallenen, Vermissten und zivilen Opfern beider Weltkriege. „Damit sie nicht vergessen werden …“ Heltersberg 2008.
  • Reinhold Fremgen (Bearb.): Bürger- u. Familienbuch von 1798–1850 der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben mit den Orten: Geiselberg, Heltersberg, Hermersberg, Höheinöd, Horbach, Schmalenberg und Steinalben sowie die nicht mehr dazugehörige Gemeinde Schopp, diese nur bis 1818. Waldfischbach-Burgalben 1998.

Einzelnachweise

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