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Deutsche Kunst Düsseldorf 1928

Titel einer Kunstausstellung in Düsseldorf From Wikipedia, the free encyclopedia

Deutsche Kunst Düsseldorf 1928 war der Titel einer Kunstausstellung in Düsseldorf. Die von Mai bis Oktober 1928 dauernde Veranstaltung zeigte einen Querschnitt zeitgenössischer bildender Kunst (einschließlich angewandter Kunst und Raumkunst) aus Deutschland, Österreich und dem deutschsprachigen Teil der Schweiz.

Geschichte

Die Ausstellung war ein Projekt der Stadt Düsseldorf und der Düsseldorfer Künstlerschaft. Letztere hatte sich zwar 1898 im Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen organisiert und richtete im Kunstpalast Düsseldorf „Große Kunstausstellungen“ aus, war aber ansonsten von starken Tendenzen der Sezession geprägt. 1923 hatte sich von der Künstlergruppe Das Junge Rheinland die Rheingruppe abgespalten. Diese Sezession nahm die Stadt Düsseldorf zum Anlass, den Ausstellungsverein aus dem Nutzungsrecht über den Kunstpalast herauszudrängen, regelte doch eine Klausel des Kunstpalast-Nutzungsvertrags, dass die Stadt dem Verein die Überlassung des Ausstellungsgebäudes versagen könne, falls die Stadtverordnetenversammlung zu der Überzeugung gelange, dass der Verein die gesamte Künstlerschaft der Stadt nicht mehr repräsentiere. Daher berief die Stadt auch nicht mehr den Ausstellungsverein, sondern die Kunsthistoriker Walter Kaesbach, seit 1924 Direktor der Kunstakademie Düsseldorf, und Karl Koetschau, seit 1913 Direktor der Städtischen Kunstsammlung, zu Kuratoren einer Kunstausstellung, die im Rahmen der Rheinischen Jahrtausendfeier 1925 im Kunstpalast Düsseldorf stattfand. Als 1926 die GeSoLei veranstaltet wurde, war die Künstlergruppe Das Junge Rheinland bereits in Auflösung begriffen. Allerdings konnte sie 1927 mit einer jüngeren Künstlergeneration wiederbelebt werden, während es um die Rheingruppe, die 1926 noch für Aufsehen gesorgt hatte, wieder ruhiger geworden war.

Zur Vorbereitung der Ausstellung Deutsche Kunst Düsseldorf 1928 ließ der Düsseldorfer Oberbürgermeister Robert Lehr 1927 trotz heftiger Klagen des Ausstellungsvereins[1] einen zehnköpfigen Ausschuss bilden, der „weder Gruppen noch Richtungen der Düsseldorfer Künstlerschaft“ vertreten sollte.[2] Ihm gehörten der Bildhauer Johannes Knubel (Ausstellungsverein), Karl Koetschau (Städtischen Kunstsammlung) sowie die Maler Wilhelm Schmurr (Kunstakademie Düsseldorf) und Arthur Kaufmann (Rheingruppe) an.

Als Ausstellungsjury wurden Max Clarenbach, Arthur Kaufmann, Johannes Knubel, Richard Langer, Walter Ophey und Wilhelm Schmurr berufen.[3] Durch eine Auswahl von Werken deutscher, deutschösterreichischer und Deutschschweizer Künstler unterzogen sie sich der Aufgabe, „an das Beste heranzukommen, was gegenwärtig in deutschen Ländern geschaffen wird“ und so ein „Gesamtmosaik deutscher Kunst“ zu zeigen. Neben dieser Auswahl konnten Künstler der Düsseldorfer Szene ihre Arbeiten einreichen.[4] Die Hängung übernahmen Schmurr, Kaufmann und Knubel.[5]

Die am 2. Mai 1928 unter der Schirmherrschaft des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg eröffnete Ausstellung fand im Museum Kunstpalast und in der Rheinhalle am Ehrenhof in Düsseldorf statt. 854 Werke waren in 38 Sälen so präsentiert, dass künstlerisch nicht zusammengehörige Arbeiten in einem farblich abgestimmten Konzept nebeneinander ausgestellt waren. Davon ausgenommen waren nur die Künstler der Brücke und die Abstrakten, die separat in eigenen Räumen zur Geltung kamen. Ausgestellt waren Malerei, Plastik, angewandte Kunst (Teppiche, Mosaike) und Raumkunst (Innenarchitektur). Im Bereich der Malerei, mit rund 500 Exponaten der Schwerpunkt der Ausstellung, herrschten Landschaften und Stillleben vor.

Max Beckmann: Großes Stillleben mit Fernrohr, 1927 – Für dieses Bild erhielt der Künstler den „Reichsehrenpreis Deutscher Kunst“ und die Goldene Medaille der Stadt Düsseldorf (ohne Geldpreis). Die Rheinische Sezession protestierte gegen die Preisverleihung, weil es „keine Förderung der jungen strebenden Kunst“ gegeben habe. Eine entsprechende Kontroverse spiegelte sich in den Tageszeitungen wieder.

Neben Max Beckmann, der vier Gemälde zeigte, wurden unter anderem Jankel Adler, Paul Klee, George Grosz, Franz Radziwill, Oskar Schlemmer und Hans Spiegel mit einer Goldenen Medaille der Ausstellung ausgezeichnet.

Während der Ausstellung erklärten Arthur Kaufmann, Heinz Tappeser und Hermann Hundt in einem Schreiben an den Oberbürgermeister, dass „das junge Rheinland, die Rheingruppe und eine Reihe freier Künstler sich als ‚Rheinische Sezession‘ zusammengeschlossen haben“, um „die durch die Ausstellung ‚Deutsche Kunst Düsseldorf 1928‘ geleistete Arbeit zu sichern.“ Der Zusammenschluss war nicht von langer Dauer: Innerhalb der Rheinischen Sezession, die bald in einen künstlerischen Austausch mit der Berliner Secession trat, kam es 1930 zu einem Streit, der in einem Austritt der Rheingruppe gipfelte.[6]

Das Ausstellungslogo, einen expressionistischen Reichsadler, der auch auf dem Einband des Ausstellungskatalogs dargestellt wurde, entwarf der Düsseldorfer Grafiker Hanns Herkendell.

Vertretene Künstler

Bildende Kunst

Angewandte Kunst

Raumkunst

Literatur

Einzelnachweise

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