Emancipation (Album)
Album von Prince
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Emancipation (englisch für „Emanzipation“) ist das 19. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Es erschien am 19. November 1996 als CD-Dreifachalbum bei EMI Group und NPG Records und ist sein drittes Album, das er unter seinem unaussprechbaren Symbol als Pseudonym veröffentlichte. Zudem ist es sein erstes Album, das nicht über Warner Bros. Records vertrieben wurde; infolge von Differenzen mit Warner hatte Prince bereits 1993 seinen Künstlernamen abgelegt.
Veröffent-
lichung
Aufnahme
Ende Januar 1994 – Oktober 1996
Format(e)
6-LP-Box, Download, Dreifachalbum auf CD, MC
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| Studioalbum von Prince | |||||||
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Aufnahme |
Ende Januar 1994 – Oktober 1996 | ||||||
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Format(e) |
6-LP-Box, Download, Dreifachalbum auf CD, MC | ||||||
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Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock, Soul | |||||||
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Titel (Anzahl) |
36 | ||||||
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3:00:00 | |||||||
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Besetzung |
s. Mitwirkende | ||||||
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Studio(s) |
Paisley Park Studio (Chanhassen) | ||||||
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Das Dreifachalbum gilt als sein autobiografischstes Album, da sich mehrere Liedtexte auf seine damalige private Situation beziehen, darunter die Hochzeit mit Mayte Garcia im Februar 1996 sowie ihr ungeborener Sohn, der Mitte Oktober 1996 mit schweren Behinderungen geboren wurde und nach einer Woche starb. Zudem thematisieren die Liedtexte Liebe, zwischenmenschliche Beziehungen sowie Kritik an der Musikindustrie.
Die Musik umfasst Elemente aus Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock und Soul. Als Gäste wirken unter anderem Brian Lynch, Kate Bush, Mayte Garcia, Rosie Gaines, Savion Glover sowie die damaligen Mitglieder von The New Power Generation mit. Auf Emancipation veröffentlichte Prince erstmals auf einem Studioalbum Coverversionen, was er in seiner Karriere nur selten tat. Jede CD hat eine Spieldauer von 60 Minuten und enthält zwölf Titel.
Musikkritiker bewerteten Emancipation überwiegend positiv; kommerziell erhielt das Album in den USA Doppelplatin und erreichte Platz eins in der Schweiz. Anlässlich der Veröffentlichung absolvierte Prince 1997 zwei Tourneen; die zweite, die „Jam of the Year World Tour“, war mit Einnahmen von 30 Millionen US-Dollar ebenfalls kommerziell erfolgreich.
Am 13. September 2019 veröffentlichte The Prince Estate („Der Prince-Nachlass“) Emancipation erstmals auf Schallplatte; das Album erschien als Boxset mit sechs ausschließlich lilafarbenen Schallplatten.
Entstehung

Seit 1977 stand Prince bei Warner Bros. Records unter Vertrag, bis es 1993 zu einem Streit mit dem Musiklabel kam. Infolgedessen legte Prince seinen Künstlernamen ab und verwendete stattdessen ein unaussprechbares Symbol als Pseudonym. Emancipation war sein erstes Album, das nicht bei Warner, sondern bei der EMI Group erschien. Dennoch musste er seinen Vertrag mit Warner bis zum 31. Dezember 1999 erfüllen und veröffentlichte dort weiterhin Tonträger unter dem Namen „Prince“; parallel schloss er unter seinem Symbol Verträge mit anderen Tonträgerunternehmen und veröffentlichte zusätzliche Alben und Singles.
Prince bezeichnete Emancipation als „born to make“ und erklärte, es sei das wichtigste Album seiner bisherigen Karriere.[1] Üblicherweise schirmte er sein Privatleben rigoros ab und sprach öffentlich nur selten darüber; auf Emancipation thematisierte er jedoch unter anderem seine Hochzeit im Februar 1996 sowie seine bevorstehende Vaterschaft.
Im Januar 1995 begann Prince mit der Arbeit an Emancipation. Er nahm zahlreiche Songs auf, das Albumkonzept nahm jedoch erst im Laufe des Jahres Gestalt an. Bis Oktober 1996 arbeitete er daran und nahm sämtliche Titel in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen, Minnesota, auf. Das Mastering übernahm Vlado Meller (* 1947) in den Sony Music Studios in New York City.[2][3]
Bei den Albumaufnahmen arbeitete Prince eng mit Kirk Johnson (* 1964) zusammen, der ihn vor allem als Toningenieur unterstützte.[4] Johnson wisse, „wie man einen Computer benutzt, um eine Rhythmusspur aufzubauen“, sagte Prince. Er selbst habe „so etwas nicht gern“ gemacht, weil ihm „dabei oft der Song verloren“ gegangen sei.[5] Johnson erstellte für jeden Titel auf Emancipation die Rhythmusspur und führte bei den meisten Aufnahmen die Oberaufsicht; die endgültige Entscheidung traf jedoch Prince.[6] Bereits 1984 lernte er Johnson bei den Dreharbeiten zum Film Purple Rain kennen, in dem dieser in einer kleinen Nebenrolle als Tänzer mitwirkte. 1990 integrierte ihn Prince zunächst als Tänzer in seine Begleitband The New Power Generation, später auch als Schlagzeuger. Im Laufe der Jahre wurde Johnson bis zu Prince’ Tod 2016 zudem sein persönlicher Assistent.
Den ersten Song, den Prince auf Emancipation platzierte, nahm er mit New World bereits Ende Januar 1994 auf. Ursprünglich trug das Stück den Titel Love 4 1 Another, später benannte er es um. Den ersten Song, den er gezielt für Emancipation schrieb, war Mitte 1995 Right Back Here in My Arms. Weitere Titel umfassen das Titelstück Emancipation sowie Slowly Candle Burns, das Prince später in Slave umbenannte.[2][7][8]
Während der Arbeiten an Emancipation veröffentlichte Warner Bros. Records im März 1996 das Album Girl 6, das 13 von ihm produzierte Songs enthält, die als Soundtrack zum gleichnamigen Film von Spike Lee dienten. Zudem nahm Prince im Februar und März 1996 Songs auf, die er im Juli 1996 auf seinem Album Chaos and Disorder veröffentlichte, ebenfalls über Warner Bros. Records.
Juli 1996, nachdem Prince mehr als die Hälfte von Emancipation fertiggestellt und Songs wie Betcha by Golly Wow!, Eye Can’t Make U Love Me, Face Down, My Computer, One of Us und The Holy River aufgenommen hatte, engagierte er den deutschen Toningenieur Hans-Martin Buff (* 18. Juni 1969 in Garmisch-Partenkirchen).[9] An seinem ersten Arbeitstag spielte Prince mit Buff die Stücke Dreamin’ About U, Emale, Sleep Around und The Love We Make ein.[10] Laut Buff lud Prince den Toningenieur Peter Mokran ein, um Sleep Around zu überarbeiten; seine Version veröffentlichte Prince jedoch nicht. Mokran war als Toningenieur für R. Kellys gleichnamiges Studioalbum zuständig, das im November 1995 veröffentlicht wurde und sich bis Juni 1996 in den USA drei Millionen Mal verkaufte.[11]
Prince habe vieles selbst erledigt, sagte Buff, insbesondere seinen Gesang; üblicherweise war sein Mikrofon über dem Mischpult installiert, und er nahm alles selbst auf. Nur beim Mixing nahm er Hilfe in Anspruch. Manchmal wünschte Prince „etwas in einem bestimmten Tempo“, worauf – abweichend vom üblichen Verfahren – erst die Strophe und dann der Refrain programmiert wurde. Meistens spielte er darüber Gitarre oder Keyboard, und der jeweilige Song war damit fertiggestellt. War ein Song fertig, nahm Prince den Gesang auf und optimierte ihn mit bereits arrangierten „Stückchen und Effekten“.[12] Weitere Songs, an denen Buff als Toningenieur beteiligt war, umfassen die Titel Curious Child, Jam of the Year, Mr. Happy, Sex in the Summer, We Gets Up sowie Joint 2 Joint, das Prince als letztes Stück für Emancipation aufnahm.[13] Prince arbeitete bis Juli 2000 mit Buff zusammen.[14]
Vertragsinhalte
Nach über 18 Jahren bei Warner Bros. Records traf sich Prince am 10. Oktober 1996 in New York City mit der obersten Führung der EMI Group und präsentierte das fertige Dreifachalbum Emancipation. Bereits 1987 wollte er bei Warner ein Dreifachalbum mit dem Titel Crystal Ball veröffentlichen, doch das Label verweigerte dies aus Sorge, der hohe Verkaufspreis könnte den kommerziellen Erfolg gefährden.[1]
Innerhalb von 24 Stunden schloss Prince einen Vertrag mit dem zur EMI Group gehörenden Label EMI-Capitol ab, der am 17. Oktober 1996 per Pressemitteilung öffentlich bekannt gegeben wurde. Der Vertrag umfasste ausschließlich das Album Emancipation; Prince unterschrieb dafür einen sogenannten „P&D-Deal“ (Produktion und Vertrieb) und war damit für Herstellung, Vertrieb und die gesamte Musikpromotion verantwortlich. EMI-Capitol leistete eine Vorauszahlung an Prince, der einen Prozentsatz des Verkaufspreises von 22,80 US-Dollar (damals etwa 34,26 DM) an das Label zahlen musste, den die Einzelhändler für Emancipation entrichteten. Obwohl Details nicht öffentlich bekannt wurden, bestätigte Prince’ damaliger Anwalt L. Londell McMillan (* 1966), dass es sich um einen typischen P&D-Deal handelte, bei dem Musikunternehmen üblicherweise 10 bis 30 Prozent des Großhandelspreises erhalten. Nachdem der Künstler die für Produktion und Vertrieb investierten Kosten gedeckt hat, verdient er 70 bis 90 Prozent an jeder verkauften CD. Im Vergleich zu herkömmlichen Lizenzverträgen vertauscht ein P&D-Deal die betriebswirtschaftlichen Rollen, bestimmt, wer wofür bezahlt und wer bei überdurchschnittlichem Verkaufserfolg den größten Gewinn erzielt. Für die Promotion von Emancipation konnte Prince das Vertriebsnetz sowie Marketing-, Werbe- und Promotionpersonal von EMI-Capitol nutzen. Zudem behielt er das Eigentum an den Masterbändern.[15]
Im April 1997 wurde das Musiklabel EMI-Capitol aufgrund finanzieller Probleme geschlossen, und Prince’ laufender Vertrag verlor damit an Bedeutung, sodass er das Interesse am Projekt Emancipation verlor.[16] In dieser Zeit tourte er in den USA mit der „Love 4 One Another Charities Tour“ und konzentrierte sich anschließend auf neue Projekte, darunter die „Jam of the Year World Tour“ ab Juli 1997 sowie die Albumaufnahmen von Crystal Ball und Newpower Soul, die beide 1998 veröffentlicht wurden.[17]
Vermarktung

Ende Oktober 1996 führte Prince die zuvor geplante Musikpromotion für Emancipation durch, obwohl sein Sohn am 23. Oktober verstorben war. Er trat in mehreren bekannten US-amerikanischen TV-Shows auf und gab mehr Interviews als jemals zuvor in seiner Karriere. Während der Promotion versuchte Prince, die Umstände des Todes seines Sohnes zu verbergen, und forderte Journalisten auf, sich nicht in sein Privatleben oder das seiner Ehefrau Mayte Garcia einzumischen. EMI-Capitol plante ursprünglich eine zwei Jahre dauernde Werbekampagne.[16][18]
Am 26. Oktober 1996 war Prince mit EMI-Capitol Gastgeber in seinem Paisley Park Studio. Vor etwa 150 Gästen aus der Musikindustrie und Journalisten spielte er mehrere Stücke von Emancipation und gab eine Pressekonferenz. Am 28. Oktober trat er in der Sendung Muppets Tonight auf; der Auftritt wurde jedoch erst am 4. Mai 1997 im spanischen und am 13. September 1997 im US-Fernsehen ausgestrahlt. Vom 30. Oktober bis 3. November 1996 reiste Prince nach Japan und Australien, um Werbung für Emancipation zu machen.[18][19]
Am 4. November 1996 war die Moderatorin Oprah Winfrey in ihrer damals populären The Oprah Winfrey Show zu Gast im Paisley Park Studio, um Prince und seine Frau Mayte Garcia zu interviewen. Es war sein erstes Fernsehinterview seit elf Jahren.[20] Garcia trauerte noch um ihren verstorbenen Sohn und wollte nicht teilnehmen, doch Prince untersagte ihr dies. Er führte Winfrey durch das Studio und zeigte ihr ein Kinder- sowie ein Spielzimmer, die Garcia noch nicht kannte. Prince hatte diese Zimmer sowie einen Spielplatz vor dem Paisley Park Studio anlegen lassen, während Garcia aufgrund von Schwangerschaftskomplikationen im Krankenhaus war. Sie waren als Überraschung gedacht, wenn sie mit ihrem gemeinsamen Sohn entlassen würde. Auf Winfreys direkte Frage „Wie steht es um Ihr Kind?“ antwortete Prince: „Unsere Familie existiert. Wir stehen am Anfang unseres Familienlebens“. Im Vorfeld wies er Garcia an, „kein Wort“ über das verstorbene Kind zu sagen.[21] Das Interview wurde am 21. November 1996 im US-Fernsehen ausgestrahlt.[22]
Abgesehen von The Oprah Winfrey Show trat Prince am 7. Januar 1997 bei Rosie O’Donnell, am 7. Februar bei Chris Rock und am 26. Februar 1997 bei Top of the Pops im Fernsehen auf.[23]
Prince’ Sohn

Am 25. Juli 1995 machte der 37-jährige Prince der 22-jährigen Mayte Garcia einen Heiratsantrag am Telefon, während er beruflich in Los Angeles war und sie in Barcelona für sein aktuelles Album The Gold Experience Werbung machte. Die Hochzeit fand am 14. Februar 1996 in Minneapolis, Minnesota, im engsten Familien- und Freundeskreis statt. Trauzeugen waren Kirk Johnson und Garcias Schwester Janice. Prince’ Vater John L. Nelson (* 1916; † 2001) war nicht eingeladen, da die beiden zu diesem Zeitpunkt keinen Kontakt hatten. Als Hochzeitstanz diente das Stück Friend, Lover, Sister, Mother/Wife, das Prince, ebenso wie Let’s Have a Baby, gezielt für die Hochzeit komponiert hatte.[24][25]
Am 1. April 1996 gaben Prince und Garcia die Schwangerschaft in einer offiziellen Pressemitteilung bekannt.[26] Der errechnete Geburtstermin war der 6. November 1996, und das Ehepaar wählte den Vornamen Amiir,[27] der im Arabischen „Prinz“ bedeutet. Am 12. Mai 1996 erlitt Garcia vaginale Blutungen, da sich die Plazenta von der Gebärmutterwand gelöst hatte. Eine von den Ärzten empfohlene Fruchtwasseruntersuchung, mit der ein möglicher Gendefekt beim Kind diagnostiziert werden kann, lehnte Prince mit der Begründung „Wir vertrauen auf Gott“ ab. Von diesem Tag an betete das Ehepaar täglich für ihr ungeborenes Kind.[28]
Am 13. September 1996 entdeckten die behandelnden Ärzte Auffälligkeiten in den Sonografiebildern und äußerten den Verdacht einer möglichen „Form von Kleinwuchs“.[29] Prince, 160 cm groß, nahm dies humorvoll mit den Worten „Na und?“ zur Kenntnis. Dem Ehepaar wurde erneut eine Fruchtwasseruntersuchung empfohlen, da eine lebensbedrohliche genetische Störung nicht ausgeschlossen werden konnte; Prince lehnte diese erneut ab. Im siebten Schwangerschaftsmonat bekam Garcia in einer Arztpraxis bereits Wehen, unterschrieb jedoch gegen ärztlichen Rat, sofort in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden. Prince drängte sie zu dieser Entscheidung, da er es nicht gewohnt war, dass ihm jemand sagt, was er zu tun habe. Trotzdem fuhren Prince und Garcia eigenständig in das nächstgelegene Krankenhaus von Minneapolis, wo Garcia bis zur Geburt ihres Sohnes im Oktober 1996 stationär behandelt wurde.[30]
Am 16. Oktober 1996 wurde das Kind per Kaiserschnitt vorzeitig entbunden, wobei Prince anwesend war. Das Kind litt am Pfeiffer-Syndrom Typ 2, einer genetischen Erkrankung, die geistige und körperliche Beeinträchtigungen verursacht, darunter Kraniosynostose, Kurzfingrigkeit und Fehlbildung des Enddarms. Es atmete zunächst nicht, konnte jedoch erfolgreich wiederbelebt werden. Anschließend musste das Kind künstlich beatmet werden und erhielt noch am Tag der Geburt einen künstlichen Darmausgang.[31][32]
Am 22. Oktober 1996 teilten die behandelnden Ärzte Prince und Garcia mit, dass weitere Operationen, darunter das Einsetzen einer Trachealkanüle in die Luftröhre, notwendig seien, damit das Kind atmen könne. Das Ehepaar entschied jedoch, keine weiteren medizinischen Maßnahmen durchführen zu lassen; die Ärzte befürworteten diesen Entschluss, und Prince und Garcia unterschrieben die erforderlichen Dokumente. Zudem entschied das Ehepaar, am 23. Oktober 1996 das Beatmungsgerät abstellen zu lassen; das Kind starb um 08:45 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt waren Prince und Garcia zu Hause und wurden telefonisch informiert. Wenige Stunden später erhielten sie die Asche in einer Urne, die sie aufbewahren durften; Garcia erklärte, die Urne habe ihnen „alles bedeutet“.[33][34][35]
Prince äußerte sich nur selten öffentlich zum Tod seines Sohnes, und die wenigen Kommentare waren größtenteils ungenau. Selbst nachdem die Massenmedien darüber berichteten, hielt er sein Schweigen und verweigerte die Bestätigung des Todes seines Kindes.
Ende August 1997 war Garcia erneut schwanger und der errechnete Geburtstermin war diesmal der 10. Mai 1998. Doch am 19. November 1997 erlitt sie eine Fehlgeburt, die Prince emotionslos zur Kenntnis nahm.[36] Es handelte sich um eine Molenschwangerschaft, bei der mögliche Erbkrankheiten als Ursache in Betracht gezogen wurden. Garcia unterzog sich einer DNA-Analyse, die keine Auffälligkeiten ergab, informierte Prince jedoch weder über die Untersuchung noch über das Ergebnis. Prince ließ keine DNA-Analyse durchführen und lehnte auch eine mögliche Adoption eines Kindes ab.[37][38][39]
Im Sommer 1998 trennte sich das Ehepaar räumlich. Später erfuhr Garcia von einer Freundin, dass Prince einen seiner Assistenten angewiesen hatte, alle Gegenstände, die an Amiir erinnerten – darunter Babykleidung, die Krippe, Spielzeug, das Spielzimmer und die Urne – zu verbrennen. Im Mai 2000 wurde die Scheidung von Prince und Garcia offiziell vollzogen.[40]
Gestaltung des Covers

Das Dreifachalbum ist überwiegend in rotorangenen Farbtönen gehalten. Am unteren Rand des Frontcovers sind rechts und links zwei Fäuste abgebildet; mittig darüber prangt Prince’ unaussprechbares Symbol, das die an den seitlichen Bildrändern zerrissenen Ketten zu sprengen scheint. Darüber ist der Albumtitel „emancipation“ abgedruckt. Das Rückcover zeigt die Tracklist.
Das Booklet umfasst 24 Seiten; zu jedem der 36 Songs schrieb Prince eine Anmerkung in den Liner Notes, was er zuvor bei keinem seiner Alben getan hatte und nur noch auf seinem Album Crystal Ball (1998) wiederholte. Auf dem ersten Foto im Booklet ist der Begriff „Slave“ auf Prince’ rechter Wange zu sehen; auf dem letzten Bild fehlt das Wort. Neben mehreren Fotos von Prince enthält das Booklet Bilder seines Vaters John L. Nelson, der Eltern von Mayte Garcia, Kinderfotos von Garcia und ihrer Schwester Janice, den schwangeren Bauch von Garcia, Prince’ Paisley Park Studio, sein Auto, einen BMW Z3, sowie ein damals aktuelles und ein Kinderfoto von Kirk Johnson.[2]
Die 36 Liedtexte werden nicht vollständig abgedruckt, sondern jeweils nur in Auszügen. Darüber hinaus enthält das Booklet Werbung für die 1995 erschienenen Alben Child of the Sun von Mayte Garcia und Exodus von The New Power Generation. Zudem wirbt Prince für das im Februar 1997 erschienene Album Kamasutra und kündigt das Album Crystal Ball an, das erst im Januar 1998 veröffentlicht wurde.
Musik und Liedtexte
Die Musik des Albums lässt sich den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop, Rock und Soul zuordnen. Dabei konzentriert sich Disc I überwiegend auf Contemporary R&B, Disc II ist von Balladen geprägt, und Disc III enthält vorwiegend Dance-Pop mit Rap-Einflüssen.[1] Für einzelne Songs verwendete Prince verschiedene Audiotricks, darunter das Geräusch tickender Uhren, zuschlagender Türen und von Gewittern. „Wir hatten eine umfangreiche Soundbibliothek namens ‚Sound Ideas‘“, erklärte Toningenieur Hans-Martin Buff; 1996 kostete eine solche Bibliothek 12.995 US-Dollar (etwa 19.800 DM).[41]
Prince beschrieb die Liedtexte als „three hours of love, sex, and liberty“ („drei Stunden Liebe, Sex und Freiheit“). Emancipation gilt als das persönlichste Album in seiner Karriere. Seine Hochzeit mit Mayte Garcia und seine bevorstehende Vaterschaft dienten als Inspiration für zahlreiche Songs, von denen einige – für Prince ungewöhnlich – persönlich, ernst und verletzlich sind. So singt er in Courtin’ Time: „All die Freunde, von denen ich dachte, dass ich sie gefunden hatte, waren es überhaupt nicht.“ In The Holy River verarbeitet er Gefühle von Depression und Verlorenheit: „Die Leute sagen, sie lieben dich, wenn sie helfen wollen. Aber wie können sie das, wenn du dir nicht einmal selbst helfen kannst?“ Slave thematisiert, wie seine „Feinde“ ihn betrügen und sein Herz brechen, während er in My Computer als einsame und isolierte Person erscheint, die seine Freunde „eins, zwei“ zählen kann. Im Titelstück Emancipation beschreibt Prince seinen Geist als „unruhig“. Neben seinem charakteristischen Falsettgesang verwendet Prince auch tiefere Stimmlagen.[42]
Disc I
- Jam of the Year
- Der Opener ist eine Midtempo-Funk-Dance-Nummer, die ein entspanntes, gelegentlich träges Gefühl vermittelt. Er basiert auf einer weichen Basslinie, ergänzt durch Jazz-angehauchtes Klavierspiel. Der im Falsett gesungene Text wirkt unbeschwert und fröhlich und handelt vom Feiern sowie vom Genießen des Lebens in vollen Zügen. Beispielsweise befindet sich Prince mit einer Frau aus Puerto Rico in einem Klub, als plötzlich sein Lieblingssong gespielt wird.[13][43] Neben Prince singt auch Rosie Gaines, die für ihren Beitrag nach eigenen Angaben kein Honorar erhielt.[44]
- Right Back Here in My Arms
- Der Song weist Einflüsse aus Dance, Funk und Pop auf. Er ist in Moll geschrieben, was eine depressive und obsessive Stimmung erzeugt. Eine eingängig gespielte Synthesizer-Hookline mit Pitch-Shifting ersetzt den herkömmlichen Refrain, während der sparsam arrangierte Song von einem niederfrequenten Bass-Synthesizer dominiert wird. Der Text behandelt gescheiterte Liebe.[45]
- Somebody’s Somebody
- Die Soul-Ballade verwendet als Motiv einen Sitar-ähnlich klingenden Bass-Synthesizer. Ähnlich wie Right Back Here in My Arms behandelt der Text enttäuschte Liebe sowie einsame, schlaflose Nächte. Die Autorenschaft teilt Prince mit den US-Songwritern Brenda Lee Eager (* 8. August 1947) und Hilliard Wilson. Eager hatte den Text bereits 1992 für ihre Freundin Mavis Staples verfasst, doch Prince gefiel er so sehr, dass er ihn selbst vertonte und nicht für Staples verwendete, mit der er zu dieser Zeit ihr Album The Voice (1993) aufnahm.[46][47] Im November 1994 nahm Prince außerdem eine Version von Somebody’s Somebody mit R&B-Sänger Derick Hughes im Hauptgesang auf, die für lediglich 46 Sekunden auf dem im März 1995 veröffentlichten Promo-Sampler NPG Records Sampler Experience zu hören ist. Hughes war ein Freund des damaligen Prince-Bassisten Levi Seacer Jr.
- Get Yo Groove On
- Courtin’ Time
- Betcha by Golly Wow!
- Bei seiner Coverversion der Pop-Soul-Ballade fügte Prince nur wenig Eigenes hinzu und passte sie lediglich dem Produktionsstandard der 1990er Jahre an. Der Song ist repräsentativ für den Phillysound, der Anfang bis Mitte der 1970er Jahre in den USA populär war. Prince bezeichnete Betcha by Golly Wow! als den Song mit der „schönsten Melodie“, die er jemals gehört habe. Der Text behandelt wie Courtin’ Time Liebe, Hingabe, Engagement und Verlangen.[42]
- We Gets Up
- Der Upbeat-Rocksong zeichnet sich durch einen hektischen Rhythmus aus. Abgesehen von lebhaft gespielten Blechbläser-Parts unter der Leitung von Brian Lynch wirkt der Track stellenweise monoton. Der Text wurde von Michael Jordan inspiriert, als dieser einen Dunk ausführte. Darüber hinaus lobt Prince die musikalischen Fähigkeiten seiner Begleitband The New Power Generation und verweist auf die „new power soul“-Musik, die sich jeder Konkurrenz entzieht.[2][13][42]
- White Mansion
- Das Stück vereint Einflüsse aus Funk mit Elementen aus Rock und Pop. Der Midtempo-Song vermittelt ein lockeres, entspanntes Gefühl, während der Refrain durch streichartige Synthesizerklänge betont wird. Besonders in diesem Song setzte Prince verschiedene Audiotricks ein: Ein Gitarren-Twang erklingt, wenn er „Ich könnte eine neue Gitarre gebrauchen“ singt. Wenn er in einer Bar sitzt, ist Publikumsgeräusch zu hören; zockt er im Song Glücksspiele, ertönt das Klirren von auswerfenden Münzen eines Spielautomaten; bei seiner Rückkehr nach Minneapolis folgt das Geräusch eines startenden Flugzeugs. Der Titel White Mansion verweist vermutlich auf Prince’ Paisley Park Studio, einen großen, weißen Komplex, wie im Text erwähnt. Zudem reflektiert er die Anfänge seiner Karriere als kämpfender Künstler und fragt sich nach Erreichen seiner langgehegten Ziele, ob er wirklich glücklich ist. Der Song enthält die Samples „Yo, Anita“ und „Yo, check out that ass!“ aus der US-Sitcom Martin (1992–1997) und bezieht sich außerdem auf Gucci und Versace. Die in den Liner Notes als „Bold Girl“ bezeichnete Frau ist Janice Garcia (* 1969), die ältere Schwester von Mayte Garcia.[49][50]
- Damned If Eye Do
- Der Song beginnt wie ein konventioneller Rocksong, entwickelt sich im Verlauf jedoch zu einem Salsa, der an Carlos Santana erinnert. Der Text behandelt enttäuschte Liebe; den auf Spanisch gesprochenen Satz sagt „Jannell“, was der zweite Vornamen von Mayte Garcia ist. Die von Prince gesungene Zeile „Ich fülle deine Tasse, aber nicht wie Kevin“ spielt auf Kevin Costner an, der in seinem Film Waterworld (1995) unter anderem seinen eigenen Urin trinkt.[49][51]
- Eye Can’t Make U Love Me

Bonnie Raitt, 1990 - Die R&B-Ballade orientiert sich an der Originalversion von Bonnie Raitt und behandelt erneut das Thema enttäuschter Liebe. In der Version von Prince ist Rhonda Smith am Fretless Bass zu hören.[52]
- Mr. Happy
- Der Song gehört zum Genre Funk mit Rap-Einflüssen und wird von dem aus Minneapolis stammenden Rapper Scrap D. vorgetragen. Prince kombiniert in dem Stück im Falsett gesungene Verse mit einem kraftvollen Refrain, der von einer durchdringenden Synthesizer-Linie getragen wird. Der Text ist teils sexuell anzüglich; so rappt Scrap D.: „Abendessen um 8, dann Geschlechtsverkehr bei mir. Lass die Vorhänge auf, Videorekorder, das ganze Zeug. Ich weiß, es klingt krank, aber Baby, lass uns einen Film drehen.“ Zudem spielt Prince mit der Zeile „Skip the Rémy and let me have some Mary Tyler Moore of that New Power Soul“ auf den französischen Spirituosenhersteller Rémy Cointreau und die Schauspielerin Mary Tyler Moore an, Hauptdarstellerin der Serie The Mary Tyler Moore Show, die von 1970 bis 1977 im US-Fernsehen ausgestrahlt wurde und fiktiv in Minneapolis spielt. Ferner enthält Mr. Happy zwei Samples von Ice Cube: Die Zeile „bought a house next to Prince“ stammt aus What Can I Do? (Remix), „Microphone check“ aus When I Get to Heaven (Remix). Beide Songs wurden 1994 auf Ice Cubes Album Bootlegs & B-Sides veröffentlicht.[2][13][42]
- In This Bed Eye Scream
- Im Song vereint Prince Einflüsse aus Pop und Soul und kombiniert sie mit Elementen aus Rock. Anstelle eines gesungenen Refrains setzt er schrill klingende Synthesizer ein, die an einen Dudelsack erinnern. Prince erklärte, der Song sei durch die Rückkopplung seiner auf dem Boden liegenden Gitarre entstanden. Er wollte erkunden, ob Instrumente eine eigene Seele besitzen und ihre eigenen Songs schreiben könnten. Laut Liner Notes widmete er In This Bed Eye Scream Lisa Coleman, Wendy Melvoin und ihrer Zwillingsschwester Susannah Melvoin, was er im Booklet in Spiegelschrift mit „für Wendy und Lisa und Susannah“ dokumentierte. Coleman zeigte sich über diese Widmung überrascht: „Er hat sich nie besonders angestrengt, eine Beziehung aufzubauen“, fügte jedoch hinzu, dass sie ihn „manchmal auch vermisst“. Zum Aufnahmezeitpunkt 1996 hatte Prince keinen Kontakt zu den Mitgliedern von The-Revolution. Die im Liedtext gesungenen Passagen „Wie konnten wir jemals die Kommunikation verlieren?“ und „Tausendmal fühle ich, was ich dir angetan habe“ lassen sich als Ausdruck von Vergebung und Versöhnung interpretieren. Prince singt sowohl im Falsett als auch in tieferen Stimmlagen.[2][43][53]
Disc II
- Sex in the Summer
- Der Opener von Disc II vereint Einflüsse aus Dance, Funk und Pop. Der Song beginnt mit einem dreisekündigen Schlagzeug-Intro, das Prince aus Good Old Music (1970) von Funkadelic übernommen hat.[54] Zusätzlich integrierte er den Ultraschall-Herzschlag seines damals noch ungeborenen Sohnes als Loop in die Textur, wodurch er Teil des Rhythmus wird. Der Liedtext weist spirituelle Züge auf und handelt von einem „neuen Tag“, an dem „alle Gläubigen ein Ende des Leidens und jeder Krankheit sehen“ werden. Außerdem bezieht sich Prince auf In the Upper Room (1952) von Mahalia Jackson. Der Arbeitstitel von Sex in the Summer lautete Conception (Empfängnis) und der ursprüngliche Text behandelte das Empfinden einer Sperma auf dem Weg zur Eizelle. Prince empfand dieses Thema jedoch als „too heavy“ und verwarf die Idee.[2][49][55][56]

Sandra St. Victor, 2010
- Der Opener von Disc II vereint Einflüsse aus Dance, Funk und Pop. Der Song beginnt mit einem dreisekündigen Schlagzeug-Intro, das Prince aus Good Old Music (1970) von Funkadelic übernommen hat.[54] Zusätzlich integrierte er den Ultraschall-Herzschlag seines damals noch ungeborenen Sohnes als Loop in die Textur, wodurch er Teil des Rhythmus wird. Der Liedtext weist spirituelle Züge auf und handelt von einem „neuen Tag“, an dem „alle Gläubigen ein Ende des Leidens und jeder Krankheit sehen“ werden. Außerdem bezieht sich Prince auf In the Upper Room (1952) von Mahalia Jackson. Der Arbeitstitel von Sex in the Summer lautete Conception (Empfängnis) und der ursprüngliche Text behandelte das Empfinden einer Sperma auf dem Weg zur Eizelle. Prince empfand dieses Thema jedoch als „too heavy“ und verwarf die Idee.[2][49][55][56]
- One Kiss at a Time
- Das Stück ist eine sinnlich vorgetragene, melodische R&B-Ballade von Prince, in der er sich textlich mit Liebe, Hingabe, Engagement und Verlangen auseinandersetzt.[49]
- Soul Sanctuary
- Das Stück ist ebenfalls eine melodische R&B-Ballade, die Einflüsse von New Age aufweist. Den textlich nahezu identischen Inhalt wie in One Kiss at a Time entnahm Prince dem Song Sanctuary der US-amerikanischen Sängerin Sandra St. Victor (* 28. Mai 1963), Leadsängerin der 1987 gegründeten R&B- und Soul-Band The Family Stand. Sie übersandte ihm das Stück, das er anschließend textlich überarbeitete – jedoch ohne ihre ausdrückliche Zustimmung. Zwar erhielt St. Victor ein Honorar, doch Verlagsrechte oder Tantiemen wurden ihr nicht zugesprochen, weshalb sie ursprünglich eine Klage gegen Prince erwog. Letztlich verzichtete sie darauf mit der Begründung, er verfüge „über viel bessere Anwälte als ich“.[49][57][58] Ihre Originalversion von Sanctuary wurde erst 2018 auf diversen Musikstreaming-Plattformen veröffentlicht.
- Emale
- Die gemächlich, entspannt wirkende Funk-Nummer verfügt über eine prägnante Basslinie. Der Titel ist ein Wortspiel auf E-Mail, und im Refrain verwendet Prince die von ihm erfundene URL „www.emale.com“. Textlich behandelt der Song damals neuartige Computermedien und die daraus resultierenden Begegnungen zwischen Mann und Frau, wobei sich der Mann als nicht der erwartete Partner entpuppt und versucht, die Frau zu vergewaltigen.[59] Ursprünglich nahm Prince das Stück gemeinsam mit The New Power Generation, Brian Lynch, Saxofonist Eric Leeds und Meshell Ndegeocello als Instrumentalversion auf; später überarbeitete er den Song und spielte ihn komplett selbst ein.
- Curious Child
- Das Stück ist erneut eine von Prince sinnlich gesungene R&B-Ballade mit Einflüssen aus dem New-Age-Genre. Der Text erinnert thematisch an One Kiss at a Time. In den Liner Notes zu Curious Child schrieb Prince: „Ein einfaches Ballett für einen alten Freund… oder für jeden, der sich angesprochen fühlen könnte“.[49][58]
- Dreamin’ About U
- Auch dieses Stück ist eine melodische R&B-Ballade mit leichten New-Age-Einflüssen, deren Text erneut Liebe, Hingabe, Engagement und Verlangen thematisiert. Ähnlich wie Sandra St. Victor bei Soul Sanctuary vertrat Saxofonist Eric Leeds die Auffassung, Prince hätte ihn als Co-Autor von Dreamin’ About U angeben müssen, da das Stück auf einem Saxofonmotiv von ihm basierte.[60]
- Joint 2 Joint
- Der Song beginnt als entspannte Funk-Nummer, entwickelt sich im Verlauf jedoch zu einem Dance- und Rap-lastigen Stück mit einem funky Basssolo. Er wird von einem wiederkehrenden Orgel-Motiv geprägt, und am Höhepunkt verschmelzen die einzelnen Schichten der verschiedenen Abschnitte. Von Minute 3:10 bis 3:53 ist Savion Glover mit Stepptanz zu hören. Der Liedtext ist sexuell provokant, und die von der nuyoricanischen Rapperin Poet 99 (bürgerlich Dietra Moses) vorgetragene Textzeile „I never sucked sour splints from a chew stick…“ stammt aus dem Song Burn 1 (1994) des kanadischen Hip-Hop-Duos Dream Warriors, bei dem sie als Gastrapperin mitwirkte. Außerdem ist die Stimme des Toningenieurs Hans-Martin Buff in Joint 2 Joint zu hören, der einen Taxifahrer darstellt; Buff bezeichnete das Stück als seinen persönlichen Favoriten auf Emancipation.[43][61]
- The Holy River
- Das Stück ist ein von Folk inspiriertes Popsong, bei dem gezupftes akustisches Gitarrenspiel von Prince im Vordergrund steht. Im Verlauf steigert er die Dynamik, und das Stück entwickelt sich zu einem rockigen Song mit Gitarrensolo. Es endet mit klassisch inspiriertem Gitarrenspiel, dem ein etwas unpassend wirkender Synthesizer-Part folgt. The Holy River zählt zu den tiefgründigsten Songs auf Emancipation und handelt von der Überwindung eines depressiven Geisteszustands hin zu einem Glauben an Gott. Prince gibt an, keine Beziehungen mehr führen zu können, die ausschließlich auf Sex basieren. Ihm wird „wie eine Faust an der Wand“ bewusst, dass er dankbar für das bloße Leben sein sollte. Der Fluss fungiert als traditionelles Symbol für die Seelenentwicklung vom Materiellen zum Geistigen, wobei Prince eine Analogie zwischen seinem Leben und dem Fluss herstellt: Da der Fluss niemals stoppt, bis er ins Meer mündet, wird auch Prince nie mit seiner Suche aufhören, bis jeder Teil seines Wesens mit Gott in Einklang ist. Der Liedtext endet mit einem Heiratsantrag an seine Geliebte. Das spirituelle Erwachen erinnert thematisch an Anna Stesia (1988) von Lovesexy.[59][62]
- Let’s Have a Baby
- Die Soul-Ballade wird von Prince’ Klavierspiel getragen. Im Liedtext beschreibt er seine Sehnsucht nach einem Kind und gesteht, nichts tun zu können, „ohne an ein kleines Baby zu denken“. Er fragt sich, wie die Augen seiner Frau bei einem Neugeborenen aussehen würden und wie die Stimme eines neugeborenen Mädchens oder Jungen klingen mag.[43]
- Saviour
- Prince wählte für den Titelnamen die britische Schreibweise mit dem Buchstaben „u“ und nicht die US-amerikanische Form „Savior“. Die Rock-Ballade weist eine teils üppige Musikproduktion auf, einschließlich pompös akzentuiertem Klavierspiel von Prince. Seine Stimme wurde mehrspurig aufgenommen, um einen Gospel-ähnlichen Effekt zu erzeugen. Im Liedtext beschreibt er Mayte Garcia als seine Seelenverwandte und bringt dies mit der Textzeile „wie zwei Äste vom gleichen Baum“ zum Ausdruck.[43]
- The Plan
- Das ruhige Instrumentalstück wurde von Clare Fischer arrangiert und weist New-Age-Einflüsse auf. Im Februar 1997 erschien das Stück zudem auf dem Album Kamasutra.[46][57]
- Friend, Lover, Sister, Mother/Wife
- Die Soul-Ballade diente im Februar 1996 als Hochzeitstanz für Prince und Mayte Garcia. Der Liedtext bezieht sich direkt auf Garcia, etwa in der Zeile: „Die Augen meines Kindes sehe ich jedes Mal, wenn du mich ansiehst“. Außerdem handelt er von Liebe, Hingabe, Engagement und Verlangen. Prince schrieb den Song heimlich im Januar 1996, während er mit seiner Band und Garcia auf Tour in Tokio war.[2][43][47]
Disc III
- Slave
- Der Opener von Disc III wird von E-Bass, Schlagzeug und Prince’ Gesang getragen, während eine klare Melodie fehlt. Gegen Ende fügte Prince Schlagzeugspiel hinzu, das an eine marschierende Armee erinnert, ähnlich wie im Song Sign “☮” the Times (1987). Der Liedtext lässt sich als direkte Anspielung auf Warner Bros. Records deuten und schwankt stellenweise zwischen Kritik und Selbstmitleid, wenn Prince seine schlechte Behandlung beklagt und fragt: „Wie haben sie mich so lange unter Kontrolle gehalten?“[43]
- New World
- Der Song erinnert an die Elektronische Popmusik der 1990er Jahre, ein Genre, mit dem Prince bereits in den 1980er Jahren experimentierte. Die Melodie wirkt ähnlich reduziert wie in Slave. Als Inspiration für den Liedtext diente ihm das Northridge-Erdbeben am 17. Januar 1994; Prince entwirft darin ein trostloses, George-Orwell-artiges Zukunftsbild. Ursprünglich war New World als B-Seite der Single The Most Beautiful Girl in the World (1994) vorgesehen, doch Warner Bros. Records erlaubte ihm nicht, mehr als einen Song eigenständig zu veröffentlichen.[7][43]
- The Human Body
- Der von Techno beeinflusste Song zeichnet sich durch eine unaufhaltsam pumpende Bass-Synthesizer-Linie aus und kippt gegen Ende in eine überladene, chaotische Kakophonie. Prince singt ausschließlich im Falsett, und der Liedtext behandelt sexuelle Themen.[43]
- Face Down
- Der Song ist als Prince’ Interpretation von Gangsta-Rap zu verstehen: Er rappt wütende Verse über einen funky E-Bass, während der Refrain von einer dominanten Synthesizer-Linie und dem Sprechgesang „face down“ getragen wird. Zudem integrierte er ein Loop-Fragment der Rapperin Poet 99 mit der Textzeile „dead like Elvis“. Das Stück weist verspielte und humorvolle Akzente auf; mitten im Song befiehlt Prince seiner Begleitband mehrfach „Orchestra“, worauf die Synthesizer mit einem erschöpften Seufzer reagieren. Im Liedtext setzt sich Prince intensiv mit der Unterdrückung von Künstlern auseinander, was erneut als direkte Anspielung auf Warner Bros. Records interpretiert werden kann. Face Down vermittelt mehr Wut als jeder andere Song auf Emancipation, und Prince äußert sein Ressentiment gegenüber jenen, die ihn als „abgewrackten Sänger“ bezeichneten.[43]
- La, La, La Means Eye Love U
- Prince’ Coverversion ist eine Pop-Soul-Ballade im Stil des Phillysound, bei der er, ähnlich wie bei Betcha by Golly Wow!, nur wenig Eigenes hinzufügte. La, La, La Means Eye Love U enthält zudem ein Fill aus der Originalversion von 1968 der The Delfonics. Der Liedtext behandelt Liebe, Hingabe, Engagement und Verlangen.[43] In den Backing Vocals ist die R&B-Sängerin Chanté Moore (* 1967) zu hören, mit der Prince später auch den Song Journey 2 the Center of Your Heart aufnahm – dieser wurde im September 1998 von Chaka Khan auf ihrem von Prince komponierten Album Come 2 My House veröffentlicht.
- Style
- Der Track ist eine energiegeladene Funk-Nummer mit dominanter Basslinie. Der Refrain kombiniert ein Blechbläser-Motiv mit dem Sprechgesang „you got it“, eine Anspielung auf den Song Brothers Gonna Work It Out (1990) von Public Enemy. Im Liedtext kommentiert Prince Kultur und Gesellschaft und versucht, den Begriff „Style“ zu definieren, was für ihn unter anderem bedeutet, ein Versprechen zu halten, auf Alkohol zu verzichten und sich selbst zu lieben, bis alle anderen es ebenfalls tun. Der Song enthält außerdem ein Sample von Atomic Dog (1982) von George Clinton.[2][59]
- Sleep Around
- Der Up-tempo-Song vereint Einflüsse aus Dance, Funk und Pop mit einem House-inspirierten Beat. Wie bei Release It (1990 aus Graffiti Bridge) enthält das Stück ein Sample des Songs Squib Cakes (1974) von Tower of Power. Der Liedtext behandelt erneut Liebe, Hingabe, Engagement und Verlangen.[2][49]
- Da, Da, Da
- Die dramatisch wirkende Funk-Rock-Nummer ruht auf einer wiederkehrenden Bass-Figur. Der Liedtext ist gesellschaftskritisch; Prince zeigt die Perspektive eines armen Afroamerikaners aus dem Ghetto, der Arbeit sucht und sein Leben in den Griff bekommen möchte. Um dieses Ziel zu erreichen, verkündet er, dass „einander zu lieben“ der einzige Weg sei.[43]
- My Computer

Kate Bush, 1986 - Das Stück vereint Rock- und Popmusik und ist mit Sitar-artigen Synthesizern verziert. Im nachdenklichen Liedtext „scannt“ Prince seinen Computer und sehnsüchtig nach Gesellschaft und einem besseren Leben. Er zeigt sich besorgt über die Welt, die sein Kind erben wird, und bemerkt: „Ich habe ein Kind, ich habe viel zu erklären“. Laut den Liner Notes ist Kate Bush in den Backing Vocals zu hören, ihre Stimme ist jedoch stark verfremdet und daher schwer zu identifizieren. Das Stück enthält die AOL-Samples „Welcome, you’ve got Mail“ („Willkommen, Sie haben Post“) und „Goodbye“, gesprochen von dem US-amerikanischen Synchronsprecher Elwood Edwards (* 1949; † 2024), die von dem Medienkonzern zwischen 1990 und 1996 verwendet wurden.[2][59][63]
- One of Us
- Prince verwandelte diese Coverversion in einen gitarren-dominierten, hymnenähnlichen Rocksong. Als Hintergrund verwendete er einen Drumloop, der aus seinem 1991 für Martika geschriebenen Song Love … Thy Will Be Done stammt. Der Liedtext von One of Us behandelt die physische Präsenz Gottes auf Erden. Prince erklärte, er habe das Stück covern wollen, weil „es schön ist, Gottes Namen im Radio zu hören“.[42]
- The Love We Make
- Die Rock-Ballade beginnt mit einem spärlich gehaltenen Intro und steigert sich zu einem lauten, hymnen- und gospelähnlichen Finale. Prince’ Gesang wirkt leidenschaftlich, wird jedoch teilweise durch die überladene Musikproduktion und den starken Hall-Effekt gedämpft. Zum Liedtext erklärte Prince, er spreche „mit dem Geist eines Freundes, der durch Drogen gestorben ist“, was seine Anti-Drogen-Botschaft ‚Legt die Nadel weg, legt den Löffel weg‘ unterstreicht. Zudem erwähnt er eine „neue Welt“ und vermittelt eine positive Lebenseinstellung; in schwierigen Zeiten sei es besonders wichtig, Liebe füreinander zu zeigen.[2][42] Der Song ist vermutlich Jonathan Melvoin gewidmet, der im Juli 1996 an einer Überdosis Heroin starb. Melvoin hatte 1985 am Album Around the World in a Day mitgewirkt und war der ältere Bruder von Susannah Melvoin und Wendy Melvoin.
- Emancipation
- Das Titelstück gehört zum Genre Funk und setzt seinen Schwerpunkt auf eine perkussive Basslinie sowie einen feierlich vorgetragenen Refrain. Der Liedtext kann erneut als direkte Anspielung auf Warner Bros. Records verstanden werden, wobei Prince diesmal nicht aus Trotz, sondern als Ausdruck seiner künstlerischen Freiheit agiert.[43] Im Refrain singt er die Zeile „See you in the purple rain“, eine seiner bekanntesten Liedtextzeilen.
Titelliste und Veröffentlichungen
| # | Titel | Dauer | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| CD-1/1 | Jam of the Year (feat. Rosie Gaines) | 6:10 | |||||||
| CD-1/2 | Right Back Here in My Arms | 4:43 | |||||||
| CD-1/3 | Somebody’s Somebody a | 4:43 | |||||||
| CD-1/4 | Get Yo Groove On | 6:31 | |||||||
| CD-1/5 | Courtin’ Time | 2:46 | |||||||
| CD-1/6 | Betcha by Golly Wow! b | 3:30 | |||||||
| CD-1/7 | We Gets Up | 4:18 | |||||||
| CD-1/8 | White Mansion | 4:47 | |||||||
| CD-1/9 | Damned If Eye Do | 5:21 | |||||||
| CD-1/10 | Eye Can’t Make U Love Me c | 6:37 | |||||||
| CD-1/11 | Mr. Happy | 4:46 | |||||||
| CD-1/12 | In This Bed Eye Scream | 5:40 | |||||||
| CD-2/1 | Sex in the Summer | 5:57 | |||||||
| CD-2/2 | One Kiss at a Time | 4:41 | |||||||
| CD-2/3 | Soul Sanctuary d | 4:41 | |||||||
| CD-2/4 | Emale | 3:38 | |||||||
| CD-2/5 | Curious Child | 2:57 | |||||||
| CD-2/6 | Dreamin’ About U | 3:52 | |||||||
| CD-2/7 | Joint 2 Joint (feat. Savion Glover) | 7:52 | |||||||
| CD-2/8 | The Holy River | 6:55 | |||||||
| CD-2/9 | Let’s Have a Baby | 4:07 | |||||||
| CD-2/10 | Saviour | 5:48 | |||||||
| CD-2/11 | The Plan (Instrumental) | 1:47 | |||||||
| CD-2/12 | Friend, Lover, Sister, Mother/Wife | 7:37 | |||||||
| CD-3/1 | Slave | 4:51 | |||||||
| CD-3/2 | New World | 3:42 | |||||||
| CD-3/3 | The Human Body | 5:42 | |||||||
| CD-3/4 | Face Down | 3:17 | |||||||
| CD-3/5 | La, La, La Means Eye Love U e | 3:59 | |||||||
| CD-3/6 | Style | 6:40 | |||||||
| CD-3/7 | Sleep Around | 7:42 | |||||||
| CD-3/8 | Da, Da, Da | 5:15 | |||||||
| CD-3/9 | My Computer (Duett mit Kate Bush) | 4:37 | |||||||
| CD-3/10 | One of Us f | 5:19 | |||||||
| CD-3/11 | The Love We Make | 4:39 | |||||||
| CD-3/12 | Emancipation | 4:12 | |||||||
| Spieldauer: 180 Minuten | |||||||||
| Autor aller Songs ist Prince a Autoren: Prince, Brenda Lee Eager und Hilliard Wilson b Autoren: Linda Creed und Thom Bell c Autoren: Allen Shamblin und Mike Reid d Autoren: Prince und Sandra St. Victor e Autoren: Thom Bell und William Hart f Autor: Eric Bazilian | |||||||||
- Das englische Personalpronomen „I“ („ich“) stilisierte Prince seit 1988 in vielen Songs als Augensymbol (Eye).
Emancipation erschien weltweit am 19. November 1996 als Dreifachalbum auf CD sowie als MC mit sechs Seiten, später auch als Download. Jede CD hat eine Spieldauer von 60 Minuten und enthält zwölf Titel. Mit einer Gesamtlänge von drei Stunden zählt das Album zu den längsten Veröffentlichungen mit ausschließlich neuem Material der Musikgeschichte.[1] Zudem erschien eine zensierte Fassung, in der die Wörter „Fuck“ und „Motherfucker“ in den Songs Da Da Da, Face Down und Get Yo Groove On entfernt wurden; die unzensierte Version trägt den Aufkleber „Parental Advisory – Explicit Lyrics“.
Am 13. September 2019 veröffentlichte The Prince Estate Emancipation als Boxset mit sechs Schallplatten aus lilafarbenem Vinyl; zudem waren die drei CDs erstmals im Digipak erhältlich.
Singles
Als Singles wurden lediglich Betcha by Golly Wow! und The Holy River ausgekoppelt, jedoch nicht weltweit veröffentlicht. Betcha by Golly Wow! erschien am 2. Dezember 1996 als CD-Single, zwei Wochen nach der Albumveröffentlichung, und enthält die Albumversion sowie Right Back Here in My Arms. Die Single The Holy River folgte am 13. Januar 1997 als auf 4:00 Minuten gekürzter Radio Edit; als zweiter Titel ist eine 4:30 Minuten lange Radio-Edit-Version von Somebody’s Somebody enthalten. Zusätzlich sind ein „Live Studio Mix“ und der „Ultrafantasy Edit“ des Songs sowie On Sale Now!, eine 48-sekündige, auf Somebody’s Somebody basierende Aufnahme, enthalten, in der Prince einen Kunden beim damaligen US-Telefonservice 1-800-New-Funk spielt, der Prince’ Merchandising-Artikel bestellt.[64]
Am 31. Januar 1997 veröffentlichte Prince zudem die Kompaktkassette NYC, die Liveversionen von Jam of the Year und Face Down enthält, aufgenommen am 11. Januar 1997 im Roseland Ballroom in New York City. Die Kassette war ausschließlich über seine damalige Website sowie den Telefonservice 1-800-New-Funk erhältlich und gilt heute als Sammlerstück.
Zudem erschienen vier Promo-Tonträger: Bereits am 9. Dezember 1995 wurde Slave mit New World als B-Seite auf Kompaktkassette veröffentlicht.[65] Am 13. Januar 1997 folgte Somebody’s Somebody als CD-Single und Vinyl-Maxisingle. Im April 1997 erschien Face Down ebenfalls in beiden Formaten mit der Albumversion sowie den Remixen „X-tended Rap Money Mix“, „Instrumental Money Mix“ und „A Cappella“. Ebenfalls im April 1997 kam die 1-Track-CD-Single Eye Can’t Make U Love Me (Radio Version) in einer auf 3:54 Minuten gekürzten Fassung heraus.[66]
Anlässlich der Schallplattenveröffentlichung von Emancipation erschien am 12. September 2019 My Computer als Vinyl-Single, die ausschließlich über die Oktober-Ausgabe 2019 des deutschen Musikmagazins Musikexpress erhältlich war.[67] Der Song entspricht der Albumversion; als B-Seite dient Shhh (Xcerpt), entnommen aus The Versace Experience (Prelude 2 Gold) (1995).
Musikvideos

Zu vier Songs von Emancipation entstanden Musikvideos: Betcha by Golly Wow!, Somebody’s Somebody, The Holy River und Face Down. Beim Video zu Betcha by Golly Wow! führte Prince selbst Regie; die Dreharbeiten fanden am 9. November 1996 in den Paisley Park Studios sowie in der Umgebung von Minneapolis statt. Das Video zeigt ihn in Krankenhauskleidung auf dem Weg zu seiner Ehefrau Mayte Garcia; das Paar wird als werdende Eltern dargestellt. Gedreht wurde in jenem Krankenhaus, in dem sein Sohn zwei Wochen zuvor gestorben war. Zudem treten 50 Balletttänzer in weißen Leotards auf, deren Buchstaben den Refrain bilden. Haupttänzerin ist die US-amerikanische Turnerin Dominique Dawes (* 1976), Goldmedaillengewinnerin im Gerätturnen bei den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta.[68][69]
Im Januar 1997 entstand in New York City ein Musikvideo zu Somebody’s Somebody, während Prince dort im Rahmen seiner Love-4-One-Another-Charities-Tour gastierte. Es zeigt ihn unter anderem krank im Bett liegend, auf dem Balkon seines New Yorker Penthouse sowie allein in einer Stretch-Limousine auf dem Weg zu einem Konzert; eine junge Frau erscheint dabei als Illusion. Kontrastierend dazu werden Konzertaufnahmen eingeblendet, in denen er von Fans gefeiert wird. Diese stammen vom 7. Januar 1997 im Tower Theater in Upper Darby Township (Pennsylvania), vom 10. Januar in der DAR Constitution Hall in Washington, D.C., sowie vom Folgetag im Roseland Ballroom in New York City. Weitere Footage entstand am 25. Januar 1997 im Paisley Park Studio.[47][70]
Am 20. Februar 1997 produzierte Prince im Paisley Park Studio das Musikvideo zu The Holy River, für das sämtliches Filmmaterial mit Mayte Garcia aus dem bis heute (Stand 2026) unveröffentlichten Video zu Empty Room (1994) stammt. Zudem ist es das letzte Video, in dem Prince mit dem Schriftzug „Slave“ auf der Wange zu sehen ist.[71]
Vermutlich im Frühjahr 1997 entstand das Musikvideo zu Face Down im Paisley Park Studio. Das humoristisch interpretierbare Video besteht aus drei miteinander vermischten Sequenzen: Die erste zeigt die Beerdigung einer als Prince verkleideten Puppe, begleitet von einer trauernden Frau mit schwarzem Hut und Schleier; am Ende wird enthüllt, dass Prince sich unter dem Kostüm verbirgt, Mayte Garcia tritt nicht auf. In der zweiten Sequenz besucht Prince eine Psychotherapeutin, dargestellt von Gitarristin Kathleen Dyson, die ihm desinteressiert zuhört. Die dritte Sequenz zeigt Prince und The New Power Generation bei der Aufführung von Face Down, wobei Prince scheinbar Saxophon und Violine spielt. Im Video trägt Prince erstmals öffentlich Stiefel statt ausschließlich High Heels. Regie führte er selbst unter dem Pseudonym „Azifwecare“.[72]
Coverversionen

Erstmals in seiner Karriere enthielt ein Studioalbum von Prince Coverversionen anderer Künstler, was er in den Folgejahren nur selten wiederholte. Auf Emancipation interpretierte er vier Titel: La-La (Means I Love You), Betcha by Golly, Wow, I Can’t Make You Love Me und One of Us.
Das Stück La-La (Means I Love You) wurde von Prince in La, La, La Means Eye Love U umbenannt und stammt aus der Feder des für den Phillysound bekannten Produzenten Thom Bell. Bell übergab den Song im Januar 1968 an The Delfonics, die damit Platz eins der US-Billboard-Charts erreichten.
1970 komponierten Thom Bell und Linda Creed das Stück Keep Growing Strong, das 1970 von Connie Stevens als Single veröffentlicht, jedoch kommerziell erfolglos blieb. 1972 erreichten The Stylistics mit dem Stück Platz 3 der US-Singlecharts, veröffentlicht unter dem Titel Betcha by Golly, Wow, den Prince später in Betcha by Golly Wow! umbenannte.[73]
1991 komponierten Allen Shamblin (* 1959) und Mike Reid den Song I Can’t Make You Love Me, den Prince in Eye Can’t Make U Love Me umbenannte. Der Song war ursprünglich für Bonnie Raitt geschrieben und wurde als zweite Single ihres Albums Luck of the Draw (1991) veröffentlicht. Prince äußerte sich nie zu seiner Entscheidung, den Song zu covern; Raitt hatte in den 1980er Jahren ebenfalls bei Warner Bros. Records unter Vertrag gestanden und Meinungsverschiedenheiten mit dem Label erlebt, ähnlich wie Prince in den 1990er Jahren. Ihr Album mit dem Arbeitstitel Tongue and Groove (1983) erschien erst 1986 unter dem Titel Nine Lives; danach trennten sich Raitt und Warner. 1986 versuchte Prince, Raitt unter Vertrag zu nehmen, und schrieb 1987 den Song Jealous Girl, der bis heute (Stand 2026) unveröffentlicht blieb; Raitt lehnte eine Zusammenarbeit ab. Danny Goldberg, Warner-Chef in den 1990er Jahren, vermutete, Prince habe Raitt lediglich als Inspirationsquelle für Liedtexte genutzt, die auch für Sheila E. oder Vanity 6 hätten geschrieben werden können.[74][75]
1995 schrieb Eric Bazilian von The Hooters den Song One of Us für Joan Osborne, der als Single aus ihrem Album Relish ausgekoppelt wurde und in mehreren Ländern die Top Ten der Charts erreichte.[1]
Von Songs des Albums Emancipation sind nur zwei veröffentlichte Coverversionen bekannt;[76][77][78] 1999 coverte die US-A-cappella-Band Counterparts Somebody’s Somebody auf ihrem Album Afterglow. 2008 interpretierte der norwegische Indie-Pop-Musiker Arne-Johan Rauan (* 1976) unter dem Pseudonym „Bellman“ The Holy River auf dem Sampler Shockadelica: 50th Anniversary Tribute to the Artist Known as Prince.
Mitwirkende
Musiker
Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert (außer den vier Coverversionen), produziert und gesungen. Er spielte zudem alle Musikinstrumente selbst, ergänzt durch folgende Musiker:[2]
- Brian Lynch – Flügelhorn und Trompete in Emale, Style und We Gets Up
- Chanté Moore – zusätzlicher Gesang in La, La, La Means Eye Love U
- Eric Leeds – Baritonsaxophon in Get Yo Groove On; Flöte und Tenorsaxophon in Jam of the Year; Horn in Sex in the Summer, Style und We Gets Up; Saxophon in Dreamin’ About U, Emale und Eye Can’t Make U Love Me
- Hans-Martin Buff – Taxifahrer in Joint 2 Joint
- Hornheads (als NPG Hornz) – Baritonsaxophon, Posaune, Tenorsaxophon und Trompete in Courtin’ Time, Damned If Eye Do, Saviour und Sleep Around
- Janice Garcia – „Bold Girl“ in White Mansion
- Kate Bush – zusätzlicher Gesang in My Computer
- Kathleen Dyson (als „Kat Dyson“) – „Dirty Guitar“ in Sex in the Summer; Gitarre in Dreamin’ About U, Emale und The Love We Make; zusätzlicher Gesang in Get Yo Groove On
- Kathleen Johnson (als „Kathleen Bradford“, Schwester von Kirk Johnson) und ihre Tante Rhonda Johnson – zusätzlicher Gesang in Friend, Lover, Sister, Mother/Wife
- Kirk Johnson – Schlagzeug (Beiträge nicht definiert)
- Mayte Garcia – Backing Vocals in One of Us; spanischer Liedtext in Damned If Eye Do
- Mayte’s Friend (namentlicht nicht erwähnt) – spanischer Liedtext in Damned If Eye Do
- Michael Bland – Schlagzeug in Betcha by Golly Wow!, One of Us und Saviour
- Michael Mac – Scratchen in Joint 2 Joint; Rufe in Style
- Mike Scott – Gitarre in La, La, La Means Eye Love U
- Morris Hayes – Keyboard in Betcha by Golly Wow!, One of Us und Saviour; zusätzlicher Gesang als „Montalbo Stewart“ in Get Yo Groove On
- Poet 99 – Sprechgesang in Joint 2 Joint; Vox Sample in Face Down und Right Back Here in My Arms
- Prince (als „Azifwekaré“) – arbeitsloser Kiffer in Style
- Rhonda Smith – Fretless Bass in Eye Can’t Make U Love Me; E-Bass in Dreamin’ About U, Get Yo Groove On, Sex in the Summer und We Gets Up; zusätzlicher Gesang in Get Yo Groove On
- Ricky Peterson – Klavier in Sex in the Summer; zusätzliches Keyboard in Saviour
- Rosie Gaines – zusätzlicher Gesang in Jam of the Year
- Savion Glover – Stepptanz in Joint 2 Joint
- Scrap D. – Rap in Da, Da, Da und Mr. Happy; Rufe in Style
- Smooth G. – Rufe in Style
- Sonny Thompson – E-Bass in Betcha by Golly Wow!, One of Us und Saviour
- Steve Parke – Autohupe in Face Down
- Todd Burell – zusätzliches Keyboard in Eye Can’t Make U Love Me
- Tommy Barbarella – Keyboard in Betcha by Golly Wow!, One of Us und Saviour
- Walter Chancellor Jr. – Saxophon in Jam of the Year und Style
Technisches Personal
- Prince – Toningenieur
- Cesar Sogbe – Toningenieur, zudem zusätzliches Programming in Sleep Around und The Human Body
- Debbie McGuan – „Endorphinbed“-Malerei
- Hans-Martin Buff – Mixing und Toningenieur
- Jeff Katz – Fotografie
- Joe Galdo – Toningenieur, zudem zusätzliches Programming in Sleep Around und The Human Body
- Kim Lawler – „Holly River“-Malerei
- Kirk Johnson – Arrangeur, assoziierter Produzent, „Best Man“, Toningenieur und zusätzliche Synthesizer-Programming
- Michael B. Nelson – Arrangements der Hörner in Damned If Eye Do
- Peter Mokran – Mixing und Toningenieur
- Randee St. Nicholas – zusätzliche Fotografie
- Ray Hahnfeldt – Mixing und Toningenieur
- Shane T. Keller – Mixing und Toningenieur
- Steve Durkee – Mixing und Toningenieur
- Steve Parke – Albumdesign und Computergrafik
- Tom Tucker (* 1949; † 2012) – Mixing und Toningenieur
- Vlado Meller – Mastering
Tournee
| Präsentationsalbum | Emancipation |
|---|---|
| Anfang der Tournee | 21. Juli 1997 |
| Ende der Tournee | 22. Januar 1998 |
|
Konzerte insgesamt |
|
| Konzerte insgesamt | 65 |
| Show Acts | Larry Graham mit Graham Central Station |
| Einnahmen | 30 Millionen US-Dollar |
| The Ultimate Live Experience Tour (1995) |
Jam of the Year World Tour | New Power Soul Tour (1998) |
|---|
Zur Promotion von Emancipation unternahm Prince zwei Tourneen durch die USA und Kanada. Die Love-4-One-Another-Charities-Tour startete am 7. Januar 1997 im Tower Theater in Upper Darby Township (Pennsylvania) und endete am 28. Juni 1997 im United Center in Chicago. Alle 21 Konzerte waren ausverkauft und fanden in Hallen mit 1.500 bis 6.000 Plätzen statt. Ein Teil der Einnahmen kam seiner Wohltätigkeitsorganisation „Love 4 One Another“ („Liebe Füreinander“) zugute, nach der die Tournee benannt war. Während der Tournee lernte er seine spätere Ehefrau Manuela Testolini (* 19. September 1976) kennen, die als Beraterin für die Organisation tätig war; sie waren von 2001 bis 2006 verheiratet.[79]
Bei einigen Konzerten trat Sugar Blue auf, und am 20. April 1997 spielte Carlos Santana in der Event Center Arena in San José (Kalifornien) gemeinsam mit Prince.[80]
Aufgrund von Ticket Scalping – dem Weiterverkauf von Eintrittskarten zu überhöhten Preisen durch nicht autorisierte Dritte – sagte Prince mehrere zuvor angekündigte Konzerte ab, da er befürchtete, dass diese Praktiken den Goodwill seiner Wohltätigkeitsarbeit gefährden könnten.[81]
Einen Monat nach der Love-4-One-Another-Charities-Tour begann Prince die Jam-of-the-Year-World-Tour, die ausschließlich durch Nordamerika führte. Ursprünglich als Welttournee geplant, wurden die Vorbereitungen nach der Schließung von EMI-Capitol im April 1997 abgebrochen.[82] Sie startete am 21. Juli 1997 im Pine Knob Music Center (Oakland County, Michigan) und endete am 22. Januar 1998 in der Oakland Arena in Oakland, Kalifornien. Die sechsmonatige Tour umfasste 65 Konzerte in zahlreichen US-Städten, die Prince zuvor nicht besucht hatte. Die Konzerte dauerten 90 bis 150 Minuten; die Setlist ähnelte der Love-4-One-Another-Charities-Tour. Anfangs ohne Vorgruppe, trat ab September 1997 Larry Graham mit Graham Central Station für 50 bis 60 Minuten auf; bei sechs Konzerten spielte Chaka Khan mit ihrer Begleitband als Vorgruppe. Gelegentlich traten Doug E. Fresh und die Tänzerin Kamilah Woolfolk auf. Am 10. Oktober 1997 spielte Carlos Santana erneut, diesmal im Shoreline Amphitheatre in Mountain View, Kalifornien. Die Tour erhielt teils hervorragende Kritiken.[16][83][84][85]
Um Ticket Scalping vorzubeugen, entwickelte Prince für die Jam-of-the-Year-World-Tour ein neues Geschäftskonzept, das fortan Standard für seine folgenden Tourneen wurde. Die Termine wurden nur zwei bis drei Wochen im Voraus gebucht, statt wie damals in der Musikindustrie üblich drei bis sechs Monate. Prince und sein Team organisierten den Kartenverkauf über Ticketmaster und andere autorisierte Agenturen selbst, eine Aufgabe, die üblicherweise externe Buchungsagenturen übernehmen. Für spontan angekündigte Konzerte übernahm er selbst die Promotion, indem er Interviews gab oder gefaxte Fragen beantwortete. Sein Team kümmerte sich zusätzlich um Radiowerbung. Nur wenige der üblichen 15.000-Plätze-Hallen waren ausverkauft, meist trat Prince jedoch vor über 10.000 Zuschauern auf. Die Tour war mit einem Gesamteinspielergebnis von 30 Millionen US-Dollar (damals rund 54 Millionen DM) kommerziell erfolgreich.[83][86]
Während der beiden Tourneen bestand Prince’ Begleitband The New Power Generation aus fünf Mitgliedern:[87]
- Kathleen Dyson – Backing Vocals und Gitarre
- Kirk Johnson – Backing Vocals und Schlagzeug
- Mike Scott – Backing Vocals und Rhythmusgitarrist
- Morris Hayes – Backing Vocals und Keyboard
- Rhonda Smith – Backing Vocals und E-Bass
Der Tod seines Sohnes beeinflusste offenbar Prince und seine Livekonzerte: Nur wenige Songs von Emancipation wurden gespielt, bald ersetzt durch Top-Ten-Hits, sodass die Setlist gegen Ende der Jam-of-the-Year-Tour nahezu einer Greatest-Hits-Tour entsprach.[16] 1997 absolvierte Prince über 100 Konzerte; Mayte Garcia beschrieb die beiden Tourneen zwei Jahrzehnte später als „Flucht“ von ihm.[88]
Aftershows

Ab 1986 trat Prince gelegentlich nach dem Hauptkonzert zu einer Aftershow, einem Konzert nach Mitternacht, auf. Die Aftershows fanden in kleineren Clubs mit 300 bis 1.500 Zuschauern statt; aufwendige Bühnenshows, Choreografien und Lichtinstallationen der Hauptkonzerte entfielen. Die Songauswahl unterschied sich, Top-Ten-Hits spielte er häufig nicht. Höhepunkte einiger Aftershows waren Gastauftritte bekannter Musiker.
Während der Love-4-One-Another-Charities-Tour 1997 gab Prince bei fünf der 21 Konzerte Aftershows, ohne Gastauftritte international bekannter Musiker. Bei der Jam-of-the-Year-World-Tour gab er bei 26 der 65 Konzerte Aftershows; am 24. Juli 1997 traten D’Angelo und Questlove im Tramps Nightclub in New York City auf.[89]
Am 23. August 1997 lud Prince Larry Graham zur Aftershow in der Music City Mix Factory in Nashville (Tennessee) ein; sie hatten sich am Abend seines Hauptkonzerts in der Nashville Arena erstmals getroffen.[90] Graham, damals wie heute (Stand 2026) Mitglied der Zeugen Jehovas, schenkte Prince das Buch You Can Live Forever in Paradise on Earth (1982) der Glaubensgemeinschaft. 2001 trat Prince selbst den Zeugen Jehovas bei und blieb bis zu seinem Tod Mitglied. Zwischen beiden entwickelte sich eine enge, spirituell geprägte Freundschaft. Ab 1998 trat Graham regelmäßig als Gast- und Studiomusiker bei Prince auf.[91][92][93]
Rufus Thomas trat am 24. August 1997 im New Daisy Theatre in Memphis bei Prince auf,[94] Larry Graham spielte zudem mit Cynthia Robinson (* 1944; † 2015), Jerry Martini (* 1942) und Rose Stone (* 1945) von Sly & the Family Stone bei fünf weiteren Aftershows, darunter nach dem Abschlusskonzert am 23. Januar 1998 im Club Townsend in San Francisco, Kalifornien.[95]
Rezensionen
| Professionelle Bewertungen | |
|---|---|
| Durchschnittsbewertung | |
| Quelle | Bewertung |
| AOTY[96] | 70 % |
| Weitere Bewertungen | |
| Quelle | Bewertung |
| AllMusic[97] | |
| Musikexpress[98] | |
| New Musical Express[99] | |
| Rolling Stone (USA)[100] | |
| USA Today[101] | |
Die Mehrheit der Musikkritiker bewertete Emancipation positiv; einige sahen es als Prince’ bestes Album seit Sign “☮” the Times (1987). Einige bemängelten fehlende Experimentierfreude und sahen keine neuen musikalischen Maßstäbe gesetzt. Das Dreifachalbum mit drei Stunden Spielzeit wurde zudem als zu lang empfunden und hätte auf zwei CDs reduziert werden können.[102]
Prince-Autoren wie Alex Hahn, Matt Thorne und Per Nilsen bewerteten Emancipation als eines der stärksten Alben der 1990er Jahre oder als bestes, das er unter seinem unaussprechbaren Symbol aufgenommen hat;[1][103][104] Als „Symbol“ veröffentlichte Prince unter anderem The Gold Experience (1995), Chaos and Disorder und Emancipation (beide 1996), Crystal Ball und The Truth (beide 1998) sowie Rave Un2 the Joy Fantastic (1999). Die Website AOTY (Album of the Year) ermittelte aus neun englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 70 %.[96]
Edna Gundersen von der USA Today bewertete Emancipation als „herausragend“ und vergab die Höchstwertung von vier Sternen. Das Dreifachalbum beeindrucke durch „stilistische Bandbreite“ und „disziplinierten Fokus“. In 36 Songs durchstreife Prince „Genres, Stimmungen und Themen, die seine Funk-Essenz einfangen und seine Vision destillieren“. Dabei zeige er die „seltene Fähigkeit, jedes Motiv zu beherrschen und zu manipulieren“. Außerdem habe er „vier verschiedene Songs neu“ erfunden, womit Gundersen seine Coverversionen meinte. Als Fazit konstatiere sie, Prince habe künstlerisch „nichts von seiner Majestät verloren“.[101][105]
Das US-Musikmagazin Rolling Stone bewertete das Album mit vier von fünf Sternen. Trotz der drei Stunden Spielzeit enthielt es „überraschend wenig“ Füllmaterial; gleichwohl wurde das Album als „zu lang“ eingeschätzt. Es enthalte aber „einige seiner am meisten unterschätzten Songs“, etwa In This Bed Eye Scream. Prince’ „feurige“ Coverversion von One of Us und die „erstaunlich geschmeidige Version“ von La, La, La Means Eye Love U wurden besonders gelobt.[100]
Stephen Thomas Erlewine von AllMusic bewertete das Album mit dreieinhalb von fünf Sternen. Obwohl die drei CDs „fast alle von hoher Qualität“ seien, sei es schwer, sie vollständig „zu verdauen“. Prince präsentiere „eine Vielzahl von Musikstilen“, betrete jedoch „kein Neuland“, sondern bestätige „seine Stärken als Komponist und Musiker“. Emancipation erreiche zwar nicht die Wirkung von Alben wie Dirty Mind (1980), 1999 (1982) oder Sign “☮” the Times (1987), signalisiere aber mit „sanften Balladen und komplexen Jams“, dass Prince (damals 38 Jahre alt) sich würdevoll ins mittlere Alter entwickelt habe. Es sei „zweifellos ein reifes Werk“, dem es nicht an Ideen mangele, was „Prince’ Können“ weiter wachsen lasse.[97]
Mark Beaumont vom New Musical Express bewertete das Album mit fünf von zehn Sternen. Songs wie Jam of the Year, New World und White Mansion erzeugten als „erster Eindruck“ ein „Triumphgefühl“, doch den Großteil von Disc II könne man bis auf The Holy River und The Plan überspringen. Die Suche nach den „Diamanten“ und „Perlen, die in Emancipation vergraben“ seien, gleiche „manchmal der Suche nach einer Handlung im Telefonbuch“ über 36 Songs. Stücke wie Courtin’ Time und Slave zeigten jedoch, dass „TAFKAP“ „sein Talent nicht in einem Keller von Warner Bros. Records zurückgelassen“ habe.[99]
Die Musikjournalisten Albert Koch und Thomas Weiland vom Musikexpress vergaben lediglich zweieinhalb von sechs Sternen. Dem Album fehle eine „flächendeckende Erneuerung oder wenigstens Auffrischung“, wie sie etwa im elektronischen Stück The Human Body angedeutet werde. Die „schwülstige zweite CD“, als Widmung an seine damalige Frau Mayte Garcia, sei vor allem „für den Privatgebrauch“ geeignet. Viele Tracks wirkten im Vergleich zu früheren Prince-Songs „kraftlos und selbstplagiatorisch“.[98]
Kommerzieller Erfolg
Chartplatzierungen
|
|
| Jahr | Titel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[112] (Jahr, Titel, , Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1996 | Betcha by Golly Wow! | DE62 (9 Wo.)DE |
— | CH27 (5 Wo.)CH |
UK11 (9 Wo.)UK |
USn.v.US |
Nicht weltweit ausgekoppelt |
| 1997 | The Holy River | DE92 (6 Wo.)DE |
— | — | UK19 (7 Wo.)UK |
USn.v.US |
Nicht weltweit ausgekoppelt |
Weder die beiden Singles noch My Computer erreichten international Gold- oder Platinstatus.
Auszeichnungen für Musikverkäufe
Seit 1996 wurde Emancipation weltweit etwa drei Millionen Mal verkauft.
| Land/Region | Auszeichnungen für Musikverkäufe (Land/Region, Auszeichnung, Verkäufe) |
Verkäufe |
|---|---|---|
| 100.000 | ||
| 100.000 | ||
| 2.000.000 | ||
| 100.000 | ||
| Insgesamt | 2.300.000 |
Hauptartikel: Prince/Auszeichnungen für Musikverkäufe
Im Februar 1997 verlieh die Recording Industry Association of America (RIAA) Emancipation in den USA Doppelplatin für 2.000.000 verkaufter Einheiten, tatsächlich wurden jedoch nur rund 570.000 Exemplare abgesetzt; die Zahl verdreifachte sich, da jede CD des Dreifachalbums einzeln gezählt wurde. Zudem berücksichtigt die RIAA bei Zertifizierungen die Lieferungen an Plattenläden und nicht die tatsächlichen Verkäufe; vom Dreifachalbum wurden 700.000 Exemplare ausgeliefert. Die US-Zeitschrift Entertainment Weekly bezeichnete die RIAA-Angabe als „großdimensionale Diskrepanz“. Ein Pressesprecher von EMI-Capitol erklärte dazu: „Sie machen die Regeln, nicht wir“.[42][113][114][115]
Preise
Prince erhielt in der Emancipation-Ära folgende Auszeichnungen:
NAACP Image Awards
8. Februar 1997: Sonderpreis „Special Achievement Award“ („Auszeichnung für besondere Leistungen“) bei den NAACP Image Awards 1997.[116]
Minnesota Black Music Awards
7. Juni 1997: Ehrenpreis „Lifetime-Achievement Award“ („Auszeichnung für Lebenswerk“) an seinem 39. Geburtstag.[116]
Minnesota Music Awards
17. Juli 1997: Emancipation erhielt den Preis in der Kategorie „Best R&B Recording“.[117]
Literatur
- Alex Hahn: Besessen – Das turbulente Leben von Prince. Hannibal Verlag, Höfen 2016, ISBN 978-3-85445-610-0.
- Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag; 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
- Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
- Liz Jones: Slave to the Rhythm – The Artist Formerly Known As Prince. Warner Books, Little Brown and Company 1997, ISBN 0-7515-2393-3.
- Matt Thorne: Prince – Die Biografie. Edel Germany GmbH, Hamburg, 2017, ISBN 978-3-8419-0523-9.
- Mayte Garcia: The Most Beautiful Girl: Mein Leben mit Prince. mvg Verlag, München 2018, ISBN 978-3-86882-897-9.
- Mobeen Azhar: Prince 1958–2016: Sein Leben in Bild und Text. Edition Olms, Oetwil am See/Zürich 2016, ISBN 978-3-283-01265-6.
- Ronin Ro: Prince – Inside the Music and the Masks. St. Martin’s Press, New York 2011, ISBN 978-0-312-38300-8.
- Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.
Weblinks
- Informationen zum Album Emancipation bei Princevault.com


