The Gold Experience
Album von Prince
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The Gold Experience (englisch für Die Gold-Erfahrung) ist das 17. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince, der alle Songs arrangierte, komponierte und produzierte. Es erschien am 25. September 1995 bei NPG Records / Warner Bros. Records und ist das erste Album, das er unter seinem unaussprechbaren Symbol als Pseudonym veröffentlichte. In den Massenmedien erklärte Prince damals, „Prince“ sei tot. Aufgrund eines Streits zwischen ihm und Warner erschien The Gold Experience erst elf Monate nach seiner Fertigstellung.
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| The Gold Experience | |||||||
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| Studioalbum von Prince | |||||||
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Titel (Anzahl) |
18 | ||||||
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1:05:20 | |||||||
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Besetzung |
s. Mitwirkende | ||||||
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Studio(s) |
Paisley Park Studio (Chanhassen) | ||||||
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Die Musik ist den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop und Rock zuzuordnen; die Liedtexte behandeln überwiegend Liebe, Sex und zwischenmenschliche Beziehungen. Als Gäste wirkten das Blechbläserquintett Hornheads, Mayte Garcia, Nona Gaye und Lenny Kravitz mit, der in den Liner Notes jedoch nicht genannt wird. Musikkritiker bewerteten The Gold Experience teilweise sehr positiv und sahen es überwiegend als Prince’ bestes Album seit Sign “☮” the Times (1987). Kommerziell erreichte das Album in mehreren Ländern Goldstatus.
Die Tournee zum Album entwickelte sich zu einem Tiefpunkt in Prince’ Karriere. Sie fand bereits sechs Monate vor der Veröffentlichung von The Gold Experience statt und umfasste nahezu alle damals weitgehend unbekannten Albumsongs. Mehrere Konzerte waren nicht ausverkauft; zudem bewertete die Mehrheit der Musikkritiker die Tournee aus künstlerischer Sicht als die schwächste seiner Laufbahn.
Entstehung
Alle zwölf Songs von The Gold Experience nahm Prince zwischen Dezember 1992 und Oktober 1994 in seinem Paisley Park Studio in Chanhassen (Minnesota) auf. Am 28. Dezember 1992 spielte er den Track Endorphinmachine ein, den er ursprünglich auf seinem Album Come platzierte. Zwei Tage später nahm er Dolphin auf. Die meisten Titel entstanden 1993, darunter The Most Beautiful Girl in the World (20. September), Now und Shy (10. Oktober), Gold (15. Oktober), 319 (25. Oktober), Eye Hate U (3. Dezember) sowie Billy Jack Bitch (26. Dezember).[1] In Billy Jack Bitch übernahm Lenny Kravitz die Backing Vocals, wurde in den Liner Notes jedoch nicht genannt, da er damals bei Virgin Records unter Vertrag stand. Mehrere Songs werden von Rain Ivana in der Rolle der „NPG Operator“ eingeführt. Ihre Stimme wurde Ende 1993 oder Anfang 1994 im Tonstudio Record Plant in Los Angeles aufgenommen, wo sie an der Rezeption arbeitete; Prince nutzte das Studio bis 1994 regelmäßig.
Anfang 1994 überarbeitete Prince The Most Beautiful Girl in the World; diese Version ist auf The Gold Experience enthalten. Die im Februar 1994 ausgekoppelte Single unterscheidet sich lediglich durch eine leicht abweichende Abmischung. Zudem überarbeitete er Shhh, das er bereits 1991 aufgenommen und an Tevin Campbell weitergegeben hatte, der es im Oktober 1993 auf seinem Album I’m Ready veröffentlichte; Campbells Version weicht nur geringfügig von der Prince-Fassung ab. Im Mai 1994 präsentierte Prince Warner Bros. Records eine erste Tracklist von The Gold Experience, in der die Titel Dolphin, Endorphinmachine und Shhh noch fehlten.[2][3]
| # | Titel | Veröffentlichung |
|---|---|---|
| 1 | NPG Operator #1 | 1995: The Gold Experience |
| 2 | Interactive (längere Version) | 1998: Crystal Ball |
| 3 | NPG Operator #2 | bis heute (2026) unveröffentlicht |
| 4 | Days of Wild | 1998: Crystal Ball (als Liveversion) |
| 5 | NPG Operator #3 | 1995: The Gold Experience |
| 6 | The Most Beautiful Girl in the World | 1995: The Gold Experience |
| 7 | NPG Operator #4 | 1995: The Gold Experience |
| 8 | Now | 1995: The Gold Experience |
| 9 | Acknowledge Me | 1998: Crystal Ball |
| 10 | Ripopgodazippa | 1998: Crystal Ball |
| 11 | NPG Operator #5 | 1995: The Gold Experience |
| 12 | 319 | 1995: The Gold Experience |
| 13 | NPG Operator #6 | 1995: The Gold Experience |
| 14 | Shy | 1995: The Gold Experience |
| 15 | Billy Jack Bitch | 1995: The Gold Experience |
| 16 | Eye Hate U | 1995: The Gold Experience |
| 17 | NPG Operator #7 | 1995: The Gold Experience |
| 18 | Gold | 1995: The Gold Experience |
Im Sommer 1994 überarbeitete Prince die im Mai präsentierte Tracklist und nahm am 3. Juli We March auf; der Aufnahmeort ist nicht bekannt. Am 25. Juli spielte er P Control im Paisley Park Studio ein. Im August stellte Prince Warner Bros. Records erneut eine Version von The Gold Experience vor, in der die Titel Acknowledge Me, Days of Wild, Interactive und Ripopgodazippa fehlten, während Dolphin, Endorphinmachine, P Control, Shhh und We March neu aufgenommen wurden.[4]
Am 13. Oktober 1994 stellte Prince The Gold Experience mit endgültiger Tracklist fertig. Zwar war Days of Wild zu diesem Zeitpunkt erneut enthalten, wurde jedoch aus unbekannten Gründen kurz vor der Veröffentlichung im September 1995 ersatzlos gestrichen. Von den insgesamt zwölf Albumsongs spielte Prince bei Now, P Control, The Most Beautiful Girl in the World, Shy und We March nahezu alle Musikinstrumente selbst ein; an den übrigen sieben Titeln wirkte seine Begleitband The New Power Generation mit.
Der Streit im Jahr 1994

Aufgrund eines Streits mit Warner Bros. Records änderte Prince im Juni 1993 seinen Namen in ein unaussprechbares Symbol, das er als Pseudonym verwendete. Ein zentraler Streitpunkt war die Veröffentlichung von The Gold Experience. Der Konflikt wurde teilweise öffentlich über die Massenmedien ausgetragen. Prince sah seine künstlerische Freiheit eingeschränkt und warf Warner vor, ausschließlich an Marketing und finanziellen Interessen orientiert zu sein; die Musik selbst spiele keine Rolle.[5] Warner distanzierte sich zunehmend von Prince, obwohl dieser noch bis zum 31. Dezember 1999 unter Vertrag stand. Infolge des Konflikts erschien The Gold Experience erst elf Monate nach Abschluss der Aufnahmen.
Am 1. Februar 1994 beendete Warner Bros. Records die Zusammenarbeit mit Prince’ Musiklabel Paisley Park Records, das er 1985 mit finanzieller Beteiligung Warners gegründet hatte. Beide Labels gaben die Vertragsauflösung am selben Tag bekannt. Bob Merlis, damaliger Vizepräsident von Warner, betonte, diese sei „im gegenseitigen Einverständnis“ erfolgt; Prince wolle „seinen eigenen Weg gehen“.[6] Als Partner investierte Warner jährlich rund fünf Millionen US-Dollar in Paisley Park Records. Abgesehen von Prince’ eigenen Alben und Pandemonium (1990) von The Time erreichten Veröffentlichungen des Labels jedoch keine Top-Ten-Platzierungen. Laut Merlis verkauften sich Alben von Paisley-Park-Künstlern wie George Clinton und Mavis Staples höchstens 175.000, meist jedoch „weniger als 100.000“ Exemplare. Prince entgegnete, Künstler wollten in erster Linie Musik machen und nicht für Vermarktung oder Radioeinsätze verantwortlich sein.[7] Noch im Februar 1994 gründete er sein neues Label NPG Records, das bis heute (2026) besteht und eine Tochtergesellschaft von Paisley Park Enterprises ist. Seit Prince’ Tod im April 2016 wird NPG Records offiziell von The Prince Estate („Der Prince-Nachlass“) weitergeführt.
Am 9. Februar veröffentlichte NPG Records in Kooperation mit dem Independent-Label Bellmark Records die Single The Most Beautiful Girl in the World im Einvernehmen mit Warner Bros. Records. Als Interpret ist „Symbol“ angegeben; Prince war für Vertrieb und Musikpromotion selbst verantwortlich. Warner hatte keinen Einfluss auf das Marketing und besitzt auch keine Urheberrechte an dem Song.[8] Die Single wurde zu einem der kommerziell erfolgreichsten Hits in Prince’ Karriere.
Im Mai 1994 erklärte Prince dem US-Magazin Vibe, er habe The Gold Experience fertiggestellt, ohne dass Warner davon Kenntnis hatte. Zudem kündigte er an, auf Livekonzerten neue Songs zu spielen, da „Musik in jedem Falle uneingeschränkt frei sein“ sollte.[9] Ende Mai schlug Prince Warner Bros. Records vor, sein parallel fertiggestelltes Album Come unter „Prince“ und The Gold Experience unter „Symbol“ zu veröffentlichen. Beide Alben sollten am 7. Juni 1994 erscheinen, seinem 36. Geburtstag, genau ein Jahr nach der Namensänderung. Außerdem sollten sie zu den insgesamt sechs Alben zählen, die er Warner seit Vertragsabschluss 1992 schuldete. Der Vorschlag überzeugte Warner jedoch nicht; das Label erklärte, man freue sich über eine Veröffentlichung von The Gold Experience, jedoch zu passender Gelegenheit.[3][10][11]
Mitte August 1994 veröffentlichte Warner das Album Come, das zum Vertrag von 1992 zählte. Im September trafen Prince und Warner eine mündliche Vereinbarung: The Gold Experience sollte eine Woche vor Weihnachten 1994 erscheinen und in den USA über Tommy Boy Records vertrieben werden. Für andere Länder war East West Records zuständig – beide Labels gehören zum Warner-Konzern. Die Vereinbarung sah außerdem vor, dass Prince für Marketingstrategie und Musikpromotion des Albums eigenverantwortlich sei, unabhängig von Warners Entscheidungen. Letztlich hielt Prince sich jedoch nicht an die Absprache, da The Gold Experience nicht zu den noch ausstehenden fünf Alben zählen sollte, die er Warner schuldete.[12]

Am 13. Oktober veröffentlichte Prince eine Pressemitteilung, in der er erklärte, er habe im Konflikt mit Warner einen „Point of no Return“ erreicht und The Gold Experience werde daher niemals veröffentlicht. Er kündigte jedoch an, die noch ausstehenden Alben an Warner zu übergeben, da die Situation für ihn Stress verursache. Kurz darauf verbreitete NPG Records online Nachrichten über The Gold Experience mit dem Veröffentlichungstag „never“ und bat Prince-Fans, eine Petition gegen Warner fortzuführen, um das Album „zu befreien“.[13]
Am 25. Oktober legte Warner Bros. Records Prince einen Vertrag vor, der die Veröffentlichung von The Gold Experience auf Anfang 1995 terminiert. Die Verhandlungen scheiterten erneut, da Prince eine höhere Summe als von Warner vorgeschlagen verlangte. Da sein damaliger Manager anderer Meinung war und ihm zur Unterschrift riet, entließ Prince ihn und engagierte den damals 28-jährigen Rechtsanwalt L. Londell McMillan – seinen sechsten Anwalt seit Vertragsbeginn bei Warner 1977. Ein weiterer Grund war ein Führungswechsel bei Warner: Die Verträge von Mo Ostin und Lenny Waronker (* 3. Oktober 1941), beide seit 1977 bei Warner, liefen aus und wurden nicht verlängert. Die Verhandlungen für The Gold Experience wurden auf den 12. Mai 1995 verschoben, um unter der neuen Warner-Führung stattfinden zu können.[13]
Prince zeigte sich skeptisch: „Ich glaube nach wie vor, dass The Gold Experience nie veröffentlicht wird“.[14] Unterdessen machte sich das US-Magazin Billboard über die Verhandlungen lustig: „Vielleicht wissen Manager von Warner momentan gerade nicht, wie man nach ihm namentlich fragt, wenn sie ihn telefonisch erreichen wollen.“[15] Artdirector Michael van Huffel bestätigte nach Prince’ Tod 2016 die Vermutung: „Er nahm die Sache mit dem geänderten Namen wirklich wahnsinnig ernst. Wenn man fragte, wer dran [Telefon] war, legte er sofort auf. Das passierte einige Male, bis wir uns die Frage verkniffen.“[16]
Am 13. Dezember spielte Prince in der US-Talkshow Late Show with David Letterman den damals unveröffentlichten Song Dolphin. Moderator David Letterman erklärte, das Stück stamme von The Gold Experience und „mir wurde gesagt, dass diese CD niemals veröffentlicht wird.“ Nach dem Auftritt täuschte Prince seinen eigenen Tod vor und ließ sich von der Bühne tragen.[17][18]
Ende 1994 schlug Prince Warner Bros. Records vor, die Single Purple Medley – ein Zusammenschnitt seiner erfolgreichsten Hits – unter seinem Namen „Prince“ zu veröffentlichen. Im Gegenzug würde er Warner die Mastertapes von The Gold Experience überlassen. Warner stimmte zu und veröffentlichte Purple Medley im März 1995; die Single spielte international keine bedeutende Rolle und erschien auf keinem Album.[19]
Der Streit im Jahr 1995
Auch 1995 setzte sich der Streit zwischen Prince und Warner Bros. Records fort. Am 30. Januar erhielt Prince bei den American Music Awards 1995 den Sonderpreis „Award of Merit“. Er spielte das Purple Medley und anschließend ein Medley aus den damals noch unveröffentlichten Songs 319, Billy Jack Bitch und Eye Hate U im Playback. Am Ende sagte Tänzerin Mayte Garcia auf Spanisch: „Prince esta muerte“ („Prince ist tot“).[20][21] Am 20. Februar erhielt Prince bei den BRIT Awards 1995 den Preis als „International Male Solo Artist“ und hielt eine sehr kurze, flüsternde Rede: „Prince? Der Beste? Gold Experience [sic] ist besser. Auf Livekonzerten – vollkommen frei. Auf Schallplatten – Sklave. Peace, danke.“[22]
Am 12. Mai 1995 traf Prince die neue Führung von Warner Bros. Records. Warner-Chef war nun Danny Goldberg (* 4. Juli 1950), zuvor Manager von Nirvana. Prince hielt ihn für jemanden, der weder ihn noch seine Musik verstehen würde. Dennoch erzielten Prince und Warner eine vorläufige Einigung: Er sollte öffentlich nicht mehr abfällig über Warner sprechen, dafür veröffentlichte das Label am 12. September 1995 The Gold Experience. Zudem brachte Warner das Album Exodus – ein Nebenprojekt von Prince mit The New Power Generation – heraus.[23][24]
Prince zeigte sich zunächst kooperativ und sagte Reportern nach dem Treffen, er sei dem Label „nicht böse“ und „kein Sklave von Warner“. Im Juni 1995 gab er dem Magazin Esquire ein Interview, in dem er sein nächstes Album Emancipation ankündigte: Es solle sein erstes sein, wenn er wieder frei sei, und „eine große Überraschung für die Leute von Warner“ darstellen, da „niemand etwas davon zu wissen scheint“.[24] Warner zeigte sich brüskiert, interpretierte die Aussagen so, dass Prince bei anderen Labels bessere Songs liefere und Warner absichtlich schlechteres Material überlasse. Außerdem sah Warner darin eine Verletzung der Vereinbarung, das Label nicht öffentlich negativ darzustellen. Das Interview erschien als Titelgeschichte in der Herbstausgabe von Esquire, woraufhin Warner die US-Veröffentlichung von Exodus stoppte.[25][26][27]
Vom 8. bis 10. Juli 1995 fand in Paris die Fashion Week statt, bei der Gianni Versace seine Kollektion präsentierte. Dort wurden einige Songs von The Gold Experience sowie unveröffentlichte Remixe von P Control gespielt. Die eigens für die Fashion Week zusammengestellte Musik nannte Prince The Versace Experience (Prelude 2 Gold) (Die Versace-Erfahrung (Vorspiel zu Gold)), erhältlich auf Kompaktkassette, die an die Gäste verteilt wurde.[28]
Prince betrieb weiterhin Musikpromotion für The Gold Experience und spielte am 22. August 1995 vor 20 Mitarbeitern von MTV und VH1 das gesamte Album auf CD. Nach dem letzten Song sagte er: „Vielen Dank, dass ihr den Wahnsinn ertragen habt.“ Einen Tag später präsentierte er das Album den Führungskräften von Black Entertainment Television.[29]
Warner Bros. Records hielt schließlich das Versprechen vom 12. Mai 1995 und veröffentlichte The Gold Experience im September 1995.
„Slave“
Von 1994 bis 1996 trat Prince öffentlich und bei Treffen mit Warner Bros. Records mit dem Wort „Slave“ auf seiner Wange auf, geschrieben mit Eyeliner.[30] Er betonte weiterhin, der Künstler „Prince“ sei tot, und äußerte 1994, er fühle sich von Warner „gebeutelt und eingeschränkt“.[17][31] Alan Leeds (* 1947), früherer Tourmanager, sah darin „gute Argumente“ und „wahnsinnige Zuneigung von anderen Künstlern“, merkte jedoch an, Prince investiere mehr Energie in die Förderung seiner Ansichten und Marketingkonzepte als in die Musik. Prince erklärte dem Magazin Rolling Stone: „Viele Leute sagen, dass ich ein verrückter Spinner bin, weil ich ‚Slave‘ auf mein Gesicht schreibe. Aber wenn ich nicht das tun kann, was ich möchte, was bin ich dann?“ Über Warner sagte er: „Wenn einem die eigenen Master nicht gehören, gehört man dem Master.“[22]
Einige Medien reagierten mit Unverständnis auf Prince’ Vergleiche mit Sklaven und bezeichneten es als empörend, dass jemand, der wenige Jahre zuvor einen 100-Millionen-Dollar-Vertrag unterzeichnet hatte, seine Misere mit der von Afroamerikanern vergleiche, die früher tatsächlich als Sklaven arbeiten mussten. Prince betonte, er habe niemals Vergleiche mit historischen oder zukünftigen Sklaven beabsichtigt. Er schrieb sich „Slave“ auf die Wange, um Warner Bros. Records an „welche Stunde geschlagen hat“ zu erinnern. Bob Merlis, damaliger Vizepräsident von Warner, sagte: „Wenn er ein Sklave ist, dann ist er einer der bestbezahlten Sklaven der Welt.“[22][32] Schlagzeuger Michael Bland (* 1969) von The New Power Generation kommentierte: „Die Geschichte wurde jeden Tag ein bisschen bunter, aber wir hatten damit nichts zu tun. Ich verdrehte die meiste Zeit nur die Augen. Er hatte in einigen Dingen Recht, aber für mich war Geschäft nun mal Geschäft, und es ist wichtig, einmal eingegangene Verpflichtungen einzuhalten.“[31]
Das letzte Mal trat Prince mit dem Wort „Slave“ am 9. Juli 1996 öffentlich auf. Damals erschien sein Album Chaos and Disorder, und er war Gast in der US-Fernsehsendung Today Show, die um 8:45 Uhr live vor den NBC Studios am Rockefeller Center in New York City ausgestrahlt wurde. Eine Woche später sagte Prince in der Los Angeles Times: „Ich war zuvor verbittert, aber jetzt habe ich mein Gesicht gewaschen. Ich kann nun einfach weitermachen. Ich bin frei.“ Bob Merlis kommentierte: „Ganz ehrlich? Wir sind froh, unsere Ruhe vor ihm zu haben.“[33][34][35]
Marylou Badeaux, ehemalige Vizepräsidentin von Warner Bros. Records, erklärte über Prince: „Ich machte mir wirklich Sorgen, dass er nicht zu begreifen schien, welchen Schaden er seiner Karriere mit diesem Kleinkrieg mit Warner zufügte.“[36]
Finanzielle Probleme

1994–1995 berichteten Medien übereinstimmend, Prince habe finanzielle Probleme. Laut Forbes befand er sich im Streit mit Warner Bros. Records und warf den Führungskräften vor, seine Musik „zu versklaven“, obwohl sie nur Vertragsbedingungen umsetzten. Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Paisley Park Records zog er sich „in sein Paisley Park [Studio] zurück“ und gab „fast sechs Millionen US-Dollar pro Jahr“ aus, um das Studio zu betreiben. 1994 investierte er rund vier Millionen US-Dollar in Band-Rehearsals und den Bau von Konzertbühnen, die er nie nutzte, sowie zwei Millionen US-Dollar für die EP von The Beautiful Experience. Außerdem produzierte er etwa 30 Musikvideos pro Jahr, von denen ein einziges bis zu 500.000 US-Dollar kostete; die meisten wurden [Stand 1995] nicht veröffentlicht. Erst nach Prince’ Tod stellte The Prince Estate diese Videos auf YouTube online.[37]
Der Forbes-Journalist Rob LaFranco, zuständig für die Top-40-Liste der „Bestverdienenden Entertainer“, stellte fest, dass Prince seit 1993 [Stand: September 1995] nicht mehr in der Liste auftauchte. LaFranco zufolge erhielt Prince einen Kredit von Warner Bros. Records, um einen finanziellen Bankrott abzuwenden: „1993 hatte er zwischen 10 und 15 Millionen US-Dollar Schulden. Seine Schallplatten verkauften sich nicht und er war in den roten Zahlen. Vermutlich erhält Warner Geld von seinen Tantiemen, die ihm jährlich rund fünf Millionen US-Dollar einbringen.“ Der Kredit werde zudem aus den Erlösen früherer Prince-Alben zurückgezahlt, die sich kontinuierlich verkaufen.[38]
Prince nahm im Tonstudio Record Plant in Los Angeles regelmäßig Songs für seine Studioalben auf und zahlte dafür jährlich 500.000 US-Dollar. Im Sommer 1995 blieb jedoch eine Rechnung von 150.000 US-Dollar für fünf Monate unbezahlt. Als er ein Mastertape abholen wollte, forderten die Studiobesitzer die Begleichung der Rechnung – danach konnte er das Tape erhalten. Die Rechnung wurde daraufhin sofort bezahlt.[39] Prince’ Bühnendesigner LeRoy Bennett erklärte: „Er traf für die entscheidenden Positionen die denkbar schlechteste Auswahl und wählte Leute, die keinerlei Ahnung hatten. Sie tauchten aus dem Nichts auf und wagten es nicht, ihm zu widersprechen – sie machten einfach, was er wollte.“[8]
Gestaltung des Covers

Das Albumcover ist überwiegend in Goldtönen gehalten und zeigt auf der Vorderseite schemenhaft Prince’ Gesicht. Das unaussprechbare Symbol erscheint mittig rechts in Gelb, darunter der Titel „The Gold Experience“ in schwarzer Schrift. Auf dem Rückcover ist sein Gesicht verschwommen, die Augen jedoch prominent, und die Tracklist ist abgedruckt. Innenhüllen der ersten LP enthalten Schwarzweißfotos von Prince; auf der Vorderseite der zweiten LP sind die Liedtexte abgedruckt, außer für P Control. Auf der Rückseite finden sich die Liner Notes von Musikjournalist Jim Walsh (St. Paul Pioneer Press).[40]
Im CD-Booklet sind Fotos von Prince und den damaligen Mitgliedern von The New Power Generation abgedruckt. Zudem zeigt ein Bild die Konzertbühne „The Endorphinmachine“.
Artdirector Steve Parke (* 1963) war für das Album-Design zuständig. Er plante ursprünglich ein anderes Cover, das Warner Bros. Records jedoch angeblich verhinderte, und sagte: „The Gold Experience sollte ein Cover mit Blattgold haben, doch Warner hielt es für zu teuer. Ich hatte sogar ein Jewelcase mit goldfarbenen Körnchen im Plastik. Plötzlich lehnte Warner ab; ich bin überzeugt, dass sie keine zusätzliche Energie in das Projekt investieren wollten.“[41][42]
Musik und Liedtexte
Die Musik von The Gold Experience gehört zu den Genres Contemporary R&B, Funk, Pop und Rock.[26] Die Liedtexte handeln überwiegend von Liebe, Sex und zwischenmenschlichen Beziehungen. Prince singt vorwiegend melodisch, teils im für ihn typischen Falsett und gelegentlich im Sprechgesang. Die Stimme von Rain Ivana als „NPG Operator“ führt durch die meisten Songs und stellt sie teilweise als „Experiences“ vor.[43]
- P Control
- Der Opener hieß ursprünglich Pussy Control, wurde aber zu P Control abgekürzt, da Einzelhändler ein Album mit dem Wort „Pussy“ auf dem Cover möglicherweise nicht verkauft hätten. Der Funk- und R&B-Song enthält Elemente aus Dance-Pop, eine dominante Synthesizer-Struktur und beginnt mit Mayte Garcia, die auf Spanisch sagt: „Nuestra presentacion especial comenzara en breve. Pero antes un mensaje de nuestros auspiciadores.“ („Gleich wird unsere spezielle Präsentation beginnen. Aber zuerst eine Nachricht von unseren Sponsoren.“) Der von Prince im Sprechgesang vorgetragene Liedtext ist mit einem Augenzwinkern zu interpretieren und handelt von einer Frau namens „Pussy“, die ihr Leben und ihre Sexualität kontrolliert. Der Refrain „Aaah, Pussy Control, oh“ besteht aus einem von Prince geäußerten Schrei.[44][45]
- NPG Operator #1
- Rain Ivana tritt erstmals als NPG Operator auf und sagt: „Hallo, willkommen in der Morgendämmerung. Spielplatz für The New Power Generation. Über 500 Erfahrungen stehen zur Auswahl. Hier ein Beispiel…“
- Endorphinmachine
- Der Song ist dem Genre Rock zuzuordnen und geprägt von Prince’ Gitarrenspiel. Im Liedtext nennt er sich „Endorphinmachine“ und beschreibt, wie sie den sexuellen Trieb Endorphinen seiner Freundin beeinflusst. Der Text ist mehrdeutig und kann auch als Aufruf zum Fitnessstudio verstanden werden. Die Glückshormone Endorphine erwähnte Prince erstmals 1992 im Song Eye Wanna Melt with U vom Album Love Symbol.[44] Am Ende von Endorphinmachine sagt Garcia auf Spanisch: „Prince esta muerto. Que viva para siempre el Poder de la Nueva Generacion“ („Prince ist tot. Es lebe die Macht der neuen Generation“).
- Shhh
- In der R&B-Ballade thematisiert Prince die sexuelle Verführung einer Frau.[44] Er beschreibt eine heimliche Affäre, bei der niemand „Geräusche“ hören soll, weil „diese Liebe eine private Angelegenheit“ ist, und vermeidet das Schlafzimmer, um nicht unterbrochen zu werden; stattdessen wartet er, „bis alle fest schlafen und es dann in der Küche auf dem Tisch machen“.
- We March
- Der Funk-Song gehört zu den gesellschaftskritischsten Texten von Prince und beschreibt die Ungerechtigkeit einer rassistischen Gesellschaft.[44] Zu Beginn sagt Mayte Garcia: „Uno para todos, y todos para uno“ („Einer für alle, und alle für einen“). Laut Liner Notes singt Prince gemeinsam mit Nona Gaye, deren Stimme jedoch kaum zu erkennen ist.
- NPG Operator #2
- The Most Beautiful Girl in the World
- Der Pop-Song auf The Gold Experience weicht leicht von der Singleversion ab; die Albumfassung ist 20 Sekunden länger und dezent anders abgemischt. Prince singt überwiegend im Falsett und thematisiert die Bedeutung von „innerer Schönheit“.[44]
- Dolphin
- Der Rock-Song, ähnlich wie Endorphinmachine, stellt Prince’ Gitarrenspiel in den Vordergrund. Der Text behandelt Reinkarnation; Prince verwendet als Metapher einen Delphin.[44] Lenny Kravitz steuerte Backing Vocals bei, die in den Liner Notes jedoch nicht erwähnt werden.[46]
- NPG Operator #3
- „Willkommen in der Morgendämmerung. Sie haben gerade die 'Now Experience' erreicht. Diese Erfahrung eignet sich hervorragend zum Tanzen und zur Verbesserung des Selbstwertgefühls. Weitere Titel in dieser Kategorie sind Irresistible Bitch [1983 B-Seite von Let’s Pretend We’re Married aus 1999], Housequake [1987 aus Sign “☮” the Times] und Sexy M.F. [1992 aus Love Symbol]. Aber das war damals, das ist …“
- Now
- Der Funk-Song wird von E-Bass und Schlagzeug dominiert. Prince trägt den Text, ähnlich wie bei P Control, im Sprechgesang vor, thematisiert künstlerische Integrität und singt den Refrain selbst.[44]
- NPG Operator #4
- „Willkommen in der Morgendämmerung. Sie haben gerade die ‘Beautiful Experience’ erreicht. Diese Erfahrung umfasst Balz, Sex, Engagement … Engagement, Engagement. [Prince sagt] 319 bitte. [unbekannte Frau] Un instant, je vous connecte“ („Einen Moment, ich verbinde Sie“).
- 319

Elizabeth Berkley, 2008 - Die Bluesrock-Struktur erinnert an Prince-Songs wie U Got the Look (1987), Partyman (1989), Cream (1991) und Peach (1993). Der Liedtext beschreibt eine Frau im Hotelzimmer „319“, die andeutungsweise masturbiert und sich dabei selbst fotografiert, während der männliche Protagonist zusieht. Prince erklärte, dass ihn Elizabeth Berkley, Hauptdarstellerin von Showgirls, beim Schreiben inspirierte. Das Stück war kurz vor der US-Veröffentlichung von The Gold Experience im Film zu hören, ist jedoch nicht auf dem Soundtrack enthalten.[26][44][47]
- NPG Operator #5
- „Bitte greifen Sie auf eine andere Erfahrung zu. Bitte greifen Sie auf eine andere Erfahrung zu. Bitte greifen Sie auf ein anderes Er… “.
- Shy
- Der Funk-Song, angereichert mit Folk-Rock-Elementen, wird von Akustik Gitarre, Schlagzeug und Blechblasinstrumenten getragen. Der Text erzählt von einem Mann in Los Angeles, der auf eine junge Frau trifft, Mitglied einer Bande, die den Mörder ihres Freundes getötet hat, ihm gegenüber aber schüchtern bleibt.[44]
- Billy Jack Bitch
- Der Track vereint Soul und Pop, dominiert von Elektronische Orgeln und Synthesizern.[44] Er enthält Samples aus Lyin’ Ass Bitch (1985) von Fishbone und New Dell Inn (1994) von Hornheads-Posaunist Michael B. Nelson, der daher als Co-Autor für das Arrangement von Billy Jack Bitch erwähnt wird.[25] Wie in Dolphin übernahm Lenny Kravitz die Backing Vocals, die in den Liner Notes nicht genannt sind. Der Text kritisiert die Musikjournalistin Cheryl Johnson von der Star Tribune, die Prince in der Vergangenheit wiederholt negativ dargestellt hatte; beispielsweise bezeichnete sie ihn als „Symbolina“, als er im Jahr 1993 seinen Namen in ein aussprechbares Symbol geändert hatte. Prince spricht sie mit ihren Initialen „C.J.“ an. Johnson bestätigte, dass Prince abstritt, den Liedtext über sie verfasst zu haben, was seine damalige Freundin Mayte Garcia bestätigt habe. 1997 begegneten sich Johnson und Prince zufällig in der Nähe des Paisley Park Studios, wobei er sie als „sein schlimmster Feind“ beschimpfte; sie erklärte, seine Art gefalle ihr nicht und wundere sich, warum er als Mensch nicht „normaler“ sein könne.[42][48][49]
- Eye Hate U
- Der Song ist nach Shhh die zweite R&B-Ballade auf The Gold Experience. Der Liedtext beschreibt eine Hassliebe zwischen Prince und seiner untreuen Geliebten, die er vor ein fiktives „Gericht der Liebe“ bringt und dort zurückerobern möchte. Zum Schluss will er mit ihr im Gerichtssaal Sex haben. Der Text wurde von seiner Affäre mit Carmen Electra im Jahr 1992 inspiriert.[42][44]
- NPG Operator #6
- „Sie haben gerade die ‘Beautiful Experience’ erreicht. Diese Erfahrung umfasst Balz, Sex, Engagement. Sie haben gerade die ‘Beautiful Experience’ erreicht. Balz, Sex, Engagement, Fetische, Einsamkeit, Genugtuung, Liebe und Hass… Willk… Willk… Willk… Willk… Willk… Willk… Willk… Willkommen in der Morgendämmerung. Sie haben gerade die ‘Gold Experience’ erreicht. Drücken Sie ‘Gold’, um zu beginnen.“
- Gold
- Der letzte Albumsong ist eine melodische Pop-Rockballade. Prince’ Gesang erinnert an eine Hymne; sein im Mehrspurverfahren aufgenommener Schlussgesang folgt einer absteigenden Melodie über den Akkorden. Textlich behandelt der Song unterschwellig „Kontrolle“ – seine Entscheidung, die Musik unter „Prince“ hinter sich zu lassen und als „Symbol“ neu zu beginnen. Gold symbolisiert göttliche Weisheit. Der Song erinnert an Purple Rain (1984).[44][45]
Titelliste und Veröffentlichungen
| # | Titel | Dauer | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | P Control | 5:59 | |||||||
| 2 | NPG Operator #1 | 0:11 | |||||||
| 3 | Endorphinmachine | 4:06 | |||||||
| 4 | Shhh | 7:17 | |||||||
| 5 | We March a | 4:49 | |||||||
| 6 | NPG Operator #2 | 0:17 | |||||||
| 7 | The Most Beautiful Girl in the World | 4:25 | |||||||
| 8 | Dolphin | 4:58 | |||||||
| 9 | NPG Operator #3 | 0:19 | |||||||
| 10 | Now | 4:30 | |||||||
| 11 | NPG Operator #4 | 0:31 | |||||||
| 12 | 319 | 3:05 | |||||||
| 13 | NPG Operator #5 | 0:09 | |||||||
| 14 | Shy | 5:03 | |||||||
| 15 | Billy Jack Bitch b | 5:31 | |||||||
| 16 | Eye Hate U | 5:53 | |||||||
| 17 | NPG Operator #6 | 0:44 | |||||||
| 18 | Gold | 7:22 | |||||||
| Spieldauer: 65:20 min. | |||||||||
| Autor aller Songs ist Prince a Autoren: Prince und Nona Gaye b Autoren: Prince und Michael B. Nelson | |||||||||
- Das englische Personalpronomen „I“ („ich“) stilisierte Prince seit 1988 in vielen Songs als Augensymbol (Eye).
The Gold Experience erschien am 25. September 1995 in Großbritannien und am folgenden Tag in den USA.[50] Veröffentlicht wurde es auf CD, Doppel-LP und MC, später auch als Download. Zudem ist eine US-Promo-Tonträger-Doppel-LP im gelben Vinyl erhältlich, kombiniert mit der Maxi-Single von Eye Hate U.
Zum Record Store Day am 18. Juni 2022 veröffentlichte The Prince Estate den Promo-Tonträger erneut auf gelbem Doppel-Vinyl zusammen mit der Maxi-Single von Eye Hate U. Die Auflage war auf 24.150 Exemplare limitiert. Beim Erscheinen der Neuauflage wurden die Original-Promo-LPs von 1995 auf virtuellen Marktplätzen zwischen 300 und 2.600 US-Dollar (285–2.500 Euro) gehandelt, da sie als Sammlerstücke gelten.[51] Im Juni 2023 erschien das Originalalbum zudem als 150-Gramm-Doppel-LP auf schwarzem Vinyl.
Singles
Drei Singles wurden aus dem Album ausgekoppelt: The Most Beautiful Girl in the World erschien bereits am 9. Februar 1994, rund eineinhalb Jahre vor The Gold Experience. Die 4:07 Minuten lange Single weicht leicht von der Albumversion ab. Als B-Seite enthält sie Beautiful, eine 3:55 Minuten lange Remix-Dance-Version.[52]
Zwei Wochen vor der Veröffentlichung von The Gold Experience erschien am 12. September 1995 die Single Eye Hate U. Die auf 4:27 Minuten gekürzte Version wird auf der B-Seite im Quiet Night Mix, ebenfalls ein Remix, präsentiert.[53] Die dritte und letzte Singleauskopplung, Gold, folgte am 30. November 1995 in einer 4:43 Minuten langen Edit-Version. Als B-Seite enthält sie Rock ‘N’ Roll Is Alive! (And it Lives in Minneapolis), den Prince als Antwort auf Lenny Kravitz’s im August 1995 veröffentlichte Single Rock and Roll Is Dead aus dem Album Circus schrieb.[42][54]
Drei Promo-Singles wurden zusätzlich von The Gold Experience ausgekoppelt. Einige Monate vor dem Album erschien P Control als CD-Single mit der B-Seite 319; am 3. Dezember 1995 folgte eine Kompaktkassette mit verschiedenen Remixen, die ausschließlich während der VH-1 Fashion Awards erhältlich war.[55] Im Spätsommer 1995 erschien Dolphin auf Kompaktkassette mit gekürzten Versionen von NPG Operator und We March. In Japan wurde Endorphinmachine als 1-Track-CD-Single veröffentlicht.[56]
Musikvideos
Prince produzierte zu acht Songs des Albums Musikvideos, von denen jedoch nur The Most Beautiful Girl in the World, Endorphinmachine, Dolphin und Gold offiziell veröffentlicht wurden. Alle Videos finanzierte er selbst.[57]
Am 29. Januar 1994 drehte Prince gemeinsam mit Regisseur Antoine Fuqua das Musikvideo zu The Most Beautiful Girl in the World in seinem Paisley Park Studio.[2] Die Videos zu Now und Shhh entstanden bei einem Konzert am 13. Februar 1994 im selben Studio.[58] Endorphinmachine wurde ebenfalls im Februar 1994 im Paisley Park Studio gefilmt und zeigt Prince bei einem Liveauftritt mit The New Power Generation und Tänzerin Mayte Garcia. Er spielt dabei eine goldfarbene Gitarre in Form seines unaussprechbaren Symbols; Ausschnitte erschienen auf der am 7. Juni 1994 veröffentlichten CD-ROM Interactive.[59] Das Video zu Dolphin entstand vermutlich im Sommer 1994 im Paisley Park Studio. Prince ist erneut mit The New Power Generation zu sehen, trägt eine dunkle Sonnenbrille und das Wort „Slave“ auf der Wange, während Mayte Garcia im weißen Kleid tanzt. Regie führte Nicole Nodland.[60]
Am 3. Februar 1995 entstand das Musikvideo zu P Control im Glam Slam West in Los Angeles, weiteres Filmmaterial wurde am 8. Juni 1995 im Glam Slam East in Miami aufgenommen; beide Clubs gehörten damals Prince.[61][62] Details zur Entstehung sind nicht bekannt, und das Video wurde offiziell nicht veröffentlicht.
Das Musikvideo zu Gold entstand am 10. Oktober 1995 im Paisley Park Studio. Prince singt den Song mit The New Power Generation auf einer überwiegend goldfarbenen Bühne vor etwa 500 Zuschauern, während zeitweise goldfarbenes Glitter regnet. Für Gold existieren zwei Versionen: In einer wird nur der Auftritt von Prince mit The New Power Generation gezeigt, in der anderen ist die US-Schauspielerin Corrie Dana als „Nikki“ aus dem TV-Special Love 4 One Another (Erstausstrahlung: 27. Januar 1996 auf VH1) im Publikum zu sehen. Am selben Tag drehte Prince auf derselben Bühne auch das Musikvideo zu Rock ‘N’ Roll Is Alive! (And it Lives in Minneapolis).[63][64]
Obwohl Eye Hate U im September 1995 als Single erschien, begann Prince erst am 22. Oktober mit den Dreharbeiten zum Musikvideo im Paisley Park Studio und im Galpin Blvd Home Studio in Chanhassen. Zu Beginn wird Mayte Garcia von einem Pendel hypnotisiert und sieht im hypnotischen Zustand The New Power Generation in einem Gerichtssaal auftreten, während die Band Augenbinden trägt. Garcia trifft Prince im Gerichtssaal, und beide tanzen miteinander. Eine weitere Szene zeigt Garcia beim Flirten mit einem Mann in einem Restaurant, beobachtet von Prince aus der Ferne. Zurück im Gerichtssaal hält Prince sein Plädoyer gegenüber dem Richter – dargestellt von Schlagzeuger Michael Bland – und tanzt dabei mit Garcia. In der Schlussszene sagt Prince „I Love You“ in die Kamera, worauf Garcia in Nahaufnahme gezeigt wird. Das fertige Video wurde von Prince nicht für Warner Bros. Records freigegeben, da er sich zu diesem Zeitpunkt im Streit mit dem Label befand.[63]
Coverversionen
Bekannt sind nur Coverversionen von The Most Beautiful Girl in the World und P Control.[65][66][67] So coverte Mayte Garcia 1994 den Song als The Most Beautiful Boy in the World aus weiblicher Perspektive und veröffentlichte zudem eine spanische Version unter dem Titel ¿Quieres ser el mas bello de este mundo?. Saxophonist Eric Leeds (* 1952), der seit 1983 wiederholt in Prince’ Band spielte, nahm 1994 mit Beautiful Girl eine Instrumentalversion auf.
2008 veröffentlichte der norwegische Komponist und Musiker John Erik Kaada (* 1975) eine neue Version von P Control unter dem Titel P. Control (Pussy Outta Control-Remix). 2013 folgte eine weitere Interpretation des Songs durch Richard Cheese.
Mitwirkende
Musiker

Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und gesungen. Er spielte zudem sämtliche Musikinstrumente selbst ein; weitere Musiker ergänzten die Aufnahmen:[25][68]
- Hornheads (als NPG Hornz) – Baritonsaxophon, Posaune, Tenorsaxophon, Trompete in 319, Billy Jack Bitch, Now
- James Behringer – zusätzliches Gitarrenspiel in The Most Beautiful Girl in the World
- Lenny Kravitz – Backing Vocals in Billy Jack Bitch, Dolphin (beide Songs Uncredited)
- Mayte Garcia – Backing Vocals sowie spanisch gesprochene Sätze in 319, Endorphinmachine, P Control, We March
- Michael Bland – Schlagzeug in 319, Billy Jack Bitch, Dolphin, Endorphinmachine, Eye Hate U, Gold, The Most Beautiful Girl in the World, Shhh
- Morris Hayes – Keyboard in 319, Billy Jack Bitch, Dolphin, Endorphinmachine, Eye Hate U, Gold, Shhh
- Nona Gaye – Co-Leadsängerin in We March
- Rain Ivana – NPG Operator
- Ricky Peterson – zusätzliches Keyboard in 319, Eye Hate U, Gold, The Most Beautiful Girl in the World, We March
- Sonny Thompson – Co-Leadgesang in We March; E-Bass in 319, Billy Jack Bitch, Dolphin, Endorphinmachine, Eye Hate U, Gold, Shhh
- Tommy Barbarella – Keyboard in 319, Billy Jack Bitch, Dolphin, Endorphinmachine, Eye Hate U, Gold, Shhh
Technisches Personal
- Prince – Artdirector, Mixing, Toningenieur
- Amanda Costanzi – Albumdesign
- Brian Gardner – Mastering
- David Friedlander (als „Chronic Freeze“) – Mixing
- Eric Anest (als „Statik“) – Programming
- J.C. Munson – Logo-Design
- Jim Walsh – Liner Notes
- Kimm James – Mixing-Assistenz
- Kirk Johnson – zusätzliche Produktion und Schlagzeug-Programming in We March
- Kyle Bess – Mixing-Assistenz
- Liz Luce – Logo-Design
- Michael B. Nelson – Arrangements der Hörner in Billy Jack Bitch
- Michael van Huffel – Albumdesign
- Randee St. Nicholas – Fotografin
- Ray Hahnfeldt – Mixing
- Ricky Peterson – Arrangements und Co-Produktion in 319, Eye Hate U, Gold, The Most Beautiful Girl in the World, We March
- Steve Durkee – Mixing
- Therese Stoulil – Projektkoordinatorin
- Tom Garneau – Mixing-Assistenz
- Tom Tucker (* 1949; † 2012) – Mixing
Tournee
| Präsentationsalbum | The Gold Experience |
|---|---|
| Anfang der Tournee | 3. März 1995 |
| Ende der Tournee | 30. März 1995 |
| Konzerte insgesamt (nach Kontinent) |
1 in Europa |
| Konzerte insgesamt | 20 |
| Act II Show (1993) |
The Ultimate Live Experience | Love 4 One Another Charities Tour (1997) |
|---|
Sechs Monate vor der Veröffentlichung von The Gold Experience ging Prince mit The New Power Generation auf Europatournee in England, Schottland, Irland, den Niederlanden und Belgien. Die Tournee, „The Ultimate Live Experience“ genannt, begann am 3. März 1995 in der Wembley Arena in London und endete am 30. März 1995 im Point Theatre in Dublin. Insgesamt gab er 20 Konzerte vor rund 150.000 Zuschauern, jeweils 100 bis 120 Minuten lang, während er das Wort „Slave“ auf seiner Wange trug. Während der Tour entwickelte sich zudem eine ernste Beziehung zu Mayte Garcia,[61][69] die er im Februar 1996 heiratete.
Während der Tournee setzte sich The New Power Generation aus folgenden fünf Mitgliedern zusammen:
- Mayte Garcia – Backing Vocals, Tänzerin
- Michael Bland – Schlagzeug
- Morris Hayes – Backing Vocals, Keyboard
- Sonny Thompson – Backing Vocals, E-Bass
- Tommy Barbarella – Keyboard
Vor der Tournee erklärte Prince’ britischer Publizist Chris Poole: „Diese Tour ist für ihn sehr wichtig. Er hat ein kleines Geldproblem. Er ist zwar nicht bankrott, aber er hat sein Geld für seine Musik ausgegeben.“[70] Die Tour entwickelte sich jedoch zu einem Tiefpunkt in Prince’ Karriere: Zahlreiche Konzerte waren nicht ausverkauft, und viele Zuschauer zeigten sich von der Setlist enttäuscht, da Prince überwiegend unveröffentlichte Songs präsentierte. Stücke aus seinen kommerziell erfolgreichen Alben der 1980er Jahre spielte er nicht. Einige Konzertbesucher fühlten sich betrogen und verlangten ihr Geld zurück, andere verließen die Konzerte vorzeitig. Nur wenige waren begeistert, neues Material zu hören. Gelegentlich forderte Prince seine Fans auf, einen Rekorder mitzubringen, um die Konzerte mitzuschneiden, da dies die einzige Möglichkeit war, die Musik von The Gold Experience zu hören – er befand sich weiterhin im Streit mit Warner Bros. Records.[71] Musikjournalisten bewerteten die The-Ultimate-Live-Experience-Tour teilweise als Prince’ schlechteste Europatournee.[61]
Prince nannte die Konzertbühne „The Endorphinmachine“, die aus drei Kulissen bestand: die linke ähnelte einem weiblichen Geschlechtsorgan, die mittlere einer Gebärmutter und die rechte einem männlichen Geschlechtsorgan. Das Design entwarf Prince selbst, und die Gesamtkosten der Produktion beliefen sich auf 250.000 US-Dollar – die teuerste Bühne seiner Karriere.[72][73] Die Ausgaben stiegen weiter an, da für den Transport der Kulissenteile eine ganze LKW-Kolonne nötig war, statt der üblichen ein oder zwei LKWs. In London ließ Prince nach den ersten fünf Konzerten den linken und rechten Bühnenbereich zurück, um Kosten zu sparen. Keyboarder Tommy Barbarella beschrieb die übrigen Konzerte: „Es war nur noch eine flache Bühne, kein Hintergrund, keine Requisiten mehr.“ Zudem kam es zu Soundproblemen, weshalb Prince mehrfach den Toningenieur austauschte. Requisiten wie ein Laufband, das ihn auf die Bühne befördern sollte, funktionierten des Öfteren nicht.[74][75]

Vom 8. bis 20. Januar 1996 tourte Prince mit The New Power Generation durch Japan und gab sieben Konzerte in Fukuoka, Osaka, Tokio und Yokohama. The Gold Experience war inzwischen erschienen, und die Hallen waren zu 80–90 % ausverkauft, bei einer Kapazität von 7.000 bis 18.000 Zuschauern. Die Setlist ähnelte der Europatournee, jedoch verlangten die japanischen Veranstalter vertraglich, dass Prince einige seiner bekannten Hits spielte, um Probleme wie zuvor zu vermeiden. Neben Songs des Albums führte er unter anderem 1999 sowie If I Was Your Girlfriend, Starfish and Coffee und The Cross vom Album Sign “☮” the Times und Sexy M.F. vom Love Symbol-Album auf. Als Bühne diente lediglich der mittlere Teil von „The Endorphinmachine“. Nach Abschluss der Japan-Tour verließen Michael Bland, Sonny Thompson und Tommy Barbarella die Band.[76]
Aftershows
Ab 1986 gab Prince nach seinen Hauptkonzerten gelegentlich Aftershows – zusätzliche Auftritte nach Mitternacht. Diese fanden in kleineren Clubs vor 300 bis 1.500 Zuschauern statt und verzichteten auf die aufwendigen Bühnenshows, Choreografien und Lightshows der Hauptkonzerte. Die Songauswahl war meist anders, Top-Ten-Hits spielte er selten. Höhepunkte mancher Aftershows waren Gastauftritte bekannter Musiker.
1995 gab Prince bei acht der 20 Konzerte Aftershows. Am 9. März traten im The Astoria in London Chaka Khan und George Benson als Gastmusiker auf. Nach dem Abschlusskonzert der The-Ultimate-Live-Experience-Tour spielte Prince am 31. März im Musikklub The Pod in Dublin eine Aftershow, die um 3:00 Uhr nachts begann. Er spielte die erste Strophe seines 1987 erschienenen Songs The Cross auf der Gitarre, als Bono ohne Vorankündigung von backstage auf die Bühne kam und den Song mitsang, bevor er kommentarlos wieder ging. Bevor Prince gegen 4:30 Uhr den letzten Song präsentierte, sprach er den Auftritt von Bono an: „War das nicht cool, als Bono auf die Bühne kam und für euch gesungen hat? Ich sag’ euch, ihr [Irland] habt wahnsinniges Glück, ihn zu haben.“[77] Bono kommentierte später: „Prince ist ein großartiger Komponist und ein großartiger Tänzer. Für mich ist er der Ken Russell des Rock. Prince ist wie Ken’s brillante und spektakuläre Filme. Seine Show ist wie Broadway unter Acid. Er ist ein großartiger Gitarrist.“[78]
Rezensionen
| Professionelle Bewertungen | |
|---|---|
| Durchschnittsbewertung | |
| Quelle | Bewertung |
| AOTY[79] | 76 % |
| Weitere Bewertungen | |
| Quelle | Bewertung |
| AllMusic[80] | |
| Los Angeles Times[81] | |
| Rolling Stone (USA)[82] | |
| Wilson & Alroy’s Record Reviews[83] | |
| Robert Christgau[84] | A |
Viele Musikkritiker bezeichneten The Gold Experience als Prince’ bestes Album seit Sign “☮” the Times (1987) und sein bedachtestes sowie kommerziellstes Werk seit Diamonds and Pearls (1991). Die Songs wirkten durchweg melodisch, was bei seinen vorangegangenen Alben meist nicht der Fall gewesen sei.[85] Die Überleitungen des NPG Operator wurden jedoch oft als störend empfunden, da sie den Albumfluss unterbrachen. Auf der Website Album of the Year (AOTY) erzielte das Album auf Basis von neun englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 76 %.[79]
Cheo Hodari Coker von der Los Angeles Times vergab die Höchstwertung von vier Sternen. Er beschrieb The Gold Experience als das erste Album, „bei dem Prince aufhörte, Trends anderer zu kopieren“, und nannte es „sein wirkungsvollstes und bedeutendstes Werk seit Graffiti Bridge (1990)“. Besonders hob Coker die Balladen Eye Hate U und Shhh hervor; letzterer stehe „in einer Reihe mit Adore (1987), Joy in Repetition (1990) und weiteren legendären Prince-Slow-Jams, mit kehligem Tenor, verführerischem Gurren und einem schwebenden Gitarrensolo, das den Song trägt“.[81]
Stephen Thomas Erlewine von AllMusic vergab vier von fünf Sternen. Prince und The New Power Generation „durchlaufen eine schillernde Reihe von Musikstilen und extrahieren subtile neue Klänge aus bekannten Formen“. The Gold Experience folge einem losen Konzept, das Pop, Funk, Rock, Soul und Jazz zu einer vagen Geschichte verknüpfe. Die Band wirke „lebendig und selbstbewusst“ und zeige „mühelose Virtuosität in den Funk-Workouts“, etwa in Endorphinmachine, P Control und der Ballade Eye Hate U. Die Zwischenspiele des NPG Operator störten jedoch den musikalischen Fluss. Insgesamt sei The Gold Experience Prince’ „zufriedenstellendstes Werk seit Sign “☮” the Times“.[80]
Carol Cooper vom US-Magazin Rolling Stone vergab ebenfalls vier von fünf Sternen. Sie hob hervor, dass Prince auf dem Album „seit der 1987 erschienenen Doppel-LP Sign “☮” the Times am vielseitigsten“ erscheine. Fans erkennten die Handschrift von Controversy (1981), 1999 (1982) und Purple Rain (1984) wieder. Den Song Shy nannte Cooper die „stärkste Offenbarung“ des Albums: Die Rhythmus-Spur erinnere an Kiss (1986), ergänzt durch „melodische Eigenheiten einer Joni Mitchell-Ballade“ und hinterlasse „einen unauslöschlicheren Eindruck als beides“. Die Überleitungen des NPG Operator beschrieb sie als „mehrsprachiges Geplapper eines weiblichen Cyborgs“, dennoch höre man auf dem Album „Herz, Seele und Geist unseres einstigen und zukünftigen Prince“.[82][86]
Robert Christgau vergab die Note „A“ („A+“ ist die einzige bessere Bewertung) und bezeichnete Prince als „begabtesten Plattenkünstler dieser Ära [1995]“. The Gold Experience zeige „mehr als nur ein zügelloses professionelles Genie“; im Vergleich zu anderen Prince-Alben sei es „eine Erneuerung“ und „so sexbesessen wie eh und je, nur mit mehr Saft“. Besonders 319 und Shhh hätten „den Porno-Ruck, an den sexy Musik selten herankommt und harte Musik nie“. Prince klänge zudem seit Jahren nicht mehr so „schwarz“ und sei als Gitarrist so „rockig“ wie lange nicht. Die Balladen Eye Hate U und The Most Beautiful Girl in the World litten lediglich darunter, dass sie auf dem Album nicht dominierten.[84]
Die beiden Musikkritiker David Wilson und John Alroy vergaben 3,5 von fünf Sternen. Sie beschrieben The Gold Experience als „Sammlung schweißtreibenden R&B“ (z. B. Billy Jack Bitch, P Control), „Uptempo-Rock“ (Dolphin, Endorphinmachine) und „schmerzhafte Balladen“ (Eye Hate U, Shhh). Der Song Gold wirke zwar „kraftvoll“, erinnere aber an Purple Rain (1984). Zudem enthalte das Album „zahlreiche pseudo-interaktive Übergänge“, die „in ein paar Jahren veraltet klingen werden“. Insgesamt sei The Gold Experience „nicht das bahnbrechende Album, das Prince versprochen hatte, aber dennoch sehr unterhaltsam“.[83]
Kommerzieller Erfolg
Chartplatzierungen
| ChartsChartplatzierungen | Höchstplatzierung | Wochen |
|---|---|---|
| 24 (8 Wo.) | 8 | |
| 28 (6 Wo.) | 6 | |
| 7 (8 Wo.) | 8 | |
| 6 (9 Wo.) | 9 | |
| 4 (13 Wo.) | 13 |
| Jahr | Titel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[92] (Jahr, Titel, , Platzierungen, Wochen, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1994 | The Most Beautiful Girl in the World | DE9 (23 Wo.)DE |
AT5 (12 Wo.)AT |
CH1 (22 Wo.)CH |
UK1 (14 Wo.)UK |
US3 (26 Wo.)US |
|
| 1995 | Eye Hate U | DE62 (9 Wo.)DE |
— | CH31 (5 Wo.)CH |
UK20 (3 Wo.)UK |
US12 (10 Wo.)US |
|
| Gold | DE58 (13 Wo.)DE |
— | — | UK10 (9 Wo.)UK |
US88 (2 Wo.)US |
||
The Most Beautiful Girl in the World war 1994 Prince’ letzte Top-Ten-Single in den USA. Erst nach seinem Tod im April 2016 erreichten erneut zwei Singles – Purple Rain und When Doves Cry – die US-Top-Ten.
Auszeichnungen für Musikverkäufe
Seit 1995 wurden von The Gold Experience weltweit rund eine Million Exemplare verkauft, davon etwa 530.000 in den USA.[64]
| Land/Region | Auszeichnungen für Musikverkäufe (Land/Region, Auszeichnung, Verkäufe) |
Verkäufe |
|---|---|---|
| 10.000 | ||
| 500.000 | ||
| 100.000 | ||
| Insgesamt | 610.000 |
Hauptartikel: Prince/Auszeichnungen für Musikverkäufe
Preise
Prince erhielt für die The Gold Experience-Ära folgende Auszeichnungen und Preise:
BRIT Awards
19. Februar 1996: Gewinner bei den BRIT Awards 1996 in der Kategorie „Best International Male Solo Artist“.[94]
Grammy-Nominierungen
28. Februar 1996: The Gold Experience wurde bei den Grammy Awards 1996 in der Kategorie „Best R&B Album“ nominiert, und Eye Hate U in der Kategorie „Best Male R&B Vocal Performance“. Bereits 1995 war The Most Beautiful Girl in the World in der Kategorie „Best Male Pop Vocal Performance“ nominiert. Prince gewann jedoch in keiner der Kategorien.
Minnesota Music Awards
8. Juli 1996: Auszeichnung als „Artist of the Year“.[94]
Literatur
- Alex Hahn: Besessen – Das turbulente Leben von Prince. Hannibal Verlag, Höfen 2016, ISBN 978-3-85445-610-0.
- Arthur Lizie: Prince FAQ: All That’s Left to Know About the Purple Reign. Backbeat Books, Guilford (Connecticut) 2020, ISBN 978-1-61713-670-2.
- Benoît Clerc: Prince – Alle Songs: Die Geschichten hinter den Tracks. Delius Klasing Verlag, 1. Auflage 2023, ISBN 978-3-667-12537-8.
- Jake Brown: Prince in the Studio (1975–1995). Colossus Books, Phoenix 2010, ISBN 978-0-9790976-6-9.
- Jason Draper: Prince – Life & Times (Revised & Updated Edition). Chartwell Books, New York 2016, ISBN 978-0-7858-3497-7.
- Liz Jones: Slave to the Rhythm – The Artist Formerly Known As Prince. Warner Books, Little Brown and Company 1997, ISBN 0-7515-2393-3.
- Matt Thorne: Prince. Faber and Faber, London 2012, ISBN 978-0-571-27349-2.
- Mobeen Azhar: Prince 1958–2016: Sein Leben in Bild und Text. Edition Olms, Oetwil am See/Zürich 2016, ISBN 978-3-283-01265-6.
- Ronin Ro: Prince – Inside the Music and the Masks. St. Martin’s Press, New York 2011, ISBN 978-0-312-38300-8.
- Steve Parke: Picturing Prince. Cassell Octopus Publishing Group Ltd, London 2017, ISBN 978-1-84403-959-3.
- Uptown: The Vault – The Definitive Guide to the Musical World of Prince. Nilsen Publishing, Linköping 2004, ISBN 91-631-5482-X.
Weblinks
- Informationen zum Album The Gold Experience bei Princevault.com
